Papers by Annegret Plontke Luening
Gustav Radde (1831 Danzig – 1903 Tbilisi), Biologe, Geograph und Universalgelehrter aus Danzig, w... more Gustav Radde (1831 Danzig – 1903 Tbilisi), Biologe, Geograph und Universalgelehrter aus Danzig, war seit 1867 Direktor des Kaukasischen Museums in Tbilisi und leistete in dieser Funktion wesentliche Beiträge zur geographisch-naturwissenschaftlichen Erforschung Kaukasiens, die mehrfach gewürdigt worden sind. Im vorliegenden Aufsatz wird erstmals sein Beitrag zur Entwicklung der Archäologie in Kaukasien untersucht, wozu auch bislang unveröffentlichte Briefe aus dem Berliner Virchow-Archiv herangezogen werden. Radde konnte als Präsident des Vorbereitungskomitees für den V. Allrussischen Archäologenkongreß 1881 in Tbilisi die Erweiterung des Kaukasischen Museums vorantreiben und anläßlich des Kongresses diea rchäologische Abteilung einrichten. Rudolf Virchow, der als einziger Vertreter Deutschlands an dem Kongreß teilnahm, bezeichnete Radde als "tatkräftigen Direktor des Tifliser Museums" und das Kaukasische Museum als "als ein umfassendes Archiv für das Studium der kauka...
Phasis, 2015
Gustav Radde (1831 Danzig-1903 Tbilisi), Biologe, Geograph und Universalgelehrter aus Danzig, war... more Gustav Radde (1831 Danzig-1903 Tbilisi), Biologe, Geograph und Universalgelehrter aus Danzig, war seit 1867 Direktor des Kaukasischen Museums in Tbilisi und leistete in dieser Funktion wesentliche Beiträge zur geographisch-naturwissenschaftlichen Erforschung Kaukasiens, die mehrfach gewürdigt worden sind. Im vorliegenden Aufsatz wird erstmals sein Beitrag zur Entwicklung der Archäologie in Kaukasien untersucht, wozu auch bislang unveröffentlichte Briefe aus dem Berliner Virchow-Archiv herangezogen werden. Radde konnte als Präsident des Vorbereitungskomitees für den V. Allrussischen Archäologenkongreß 1881 in Tbilisi die Erweiterung des Kaukasischen Museums vorantreiben und anläßlich des Kongresses die archäologische Abteilung einrichten. Rudolf Virchow, der als einziger Vertreter Deutschlands an dem Kongreß teilnahm, bezeichnete Radde als "tatkräftigen Direktor des Tifliser Museums" und das Kaukasische Museum als "als ein umfassendes Archiv für das Studium der kaukasischen Länder". Er hob hervor, "dass die von ihm [Radde] geleitete Anstalt sowohl in wissenschaftlicher als auch in ästhetischer Hinsicht als eine wahre Musteranstalt gelten dürfe". Der bereits seit 1872 geführte wissenschaftliche Austausch zwischen Virchow und Radde war von großer Bedeutung für die Bekanntmachung von Ergebnissen der kaukasischen Archäologie in Europa. Der Aufsatz beleuchtet mit einer Darstellung des Verhältnisses zwischen Radde und dem "erfahrene[n] Nekropolen-Ausgräber" Friedrich Bayern an
For more than a century the roots, origins and precise functions of so-called Iranian fire temple... more For more than a century the roots, origins and precise functions of so-called Iranian fire temples of the pre-Sasanian period have been a matter of controversy. The aim of the paper is to describe the structure and functions of the buildings which are considered to be the oldest fire temples. They are characterised by a construction with four pillars in the centre of a room surrounded by other rooms. It seems probable that the type originates in Achaemenian palace architecture with its four pillared rooms, and that its origins are connected with new forms of religious life developed after the Macedonian conquest of Iran. Before then there was no demand for a specific type of temple building for the Iranian fire cult of fire: it was executed on open terraces. The first buildings of the four-pillar type, which survive particularly in peripheral regions of ancient Iran, such as Bactria or Caucasian Iberia, were not exclusively fire temples -other goddesses were worshipped there too. The best example is the Oxus temple in southern Tajikistan where, beneath the cult of fire, the river god Oxus was worshipped. Even in the temples of Iberia we can recognise the veneration of personified gods beneath the fire cult. The exclusive and very rigid fire cult seems to have been the result of the strong religious policy of the early Sasanids, especially of the great priest Kirdir.
