Books by Benjamin Kaiser
https://is.cuni.cz/webapps/zzp/download/140070894/?lang=cs, 2018
Diese Doktorarbeit untersucht leibphänomenologisch die Dynamiken von Beziehen und Entziehen im Ko... more Diese Doktorarbeit untersucht leibphänomenologisch die Dynamiken von Beziehen und Entziehen im Kontext der philosophischen Anthropologie. Dafür wird im ersten Hauptteil der Arbeit, „Medialisierung und Entmedialisierung“, dargelegt, wie Paradigmen, die den Bezug verabsolutieren (etwa Uexkülls Umweltbegriff, der Milieubegriff bis hin zu zeitgenössische Medien-Konzeptionen) in der Philosophie des frühen 20. Jahrhunderts Formen des Entzugs entgegengesetzt worden: die phänomenologische Epoché Husserls und die Welt/Umwelt-Differenz der Philosophischen Anthropologie Plessners und Schelers. In einem Exkurs werden die „skeptischen Anfänge der Phänomenologie“ untersucht, indem ein Vergleich zwischen der Epoché der antiken Skepsis des Sextus Empiricus und der phänomenologischen Epoché Husserls unternommen wird. Dabei wird deutlich, dass die Epoché schon in der Antike leiblich zu verstehen ist. Im zweiten Hauptteil wird eine „Phänomenologie der Grenzleiblichkeit“ vorgelegt. Dafür werden im Anschluss an Hans Rainer Sepps Leibanthropologie jene Phänomene analysiert, an denen sich der Leib als seine eigene Grenze gegenüber eines Widerstands erlebt: der Schwindel, das Lachen, das Vergessen und das Erschüttertwerden/thaumazein der Philosophie.
Relating and unrelating. A phenomenology of impartation. Abstract (English) Using a phenomenological analysis of the living body, this Ph.D. thesis investigates the dynamics of relating and unrelating in the context of philosophical anthropology. The first main chapter on “Mediation and Deprivation” argues that, in the context of early 20th century, certain philosophical paradigms arose which made the medium an absolute concept: some examples are those of environment; milieu and media theory. On the other hand, Husserl developed the phenomenological Epoché; and Plessner’s and Scheler’s emphasised the world/environment- difference as a negative response towards these paradigmatic accounts on mediation. An excursus further investigates the “sceptical beginnings of phenomenology” by making a comparison between the Epoché of the ancient Greek scepticism in the works of Sextus Empiricus and the phenomenological Epoché of Husserl. It shows that already in its earliest forms in ancient philosophy the Epoché was understood as related to our bodily existence. The second main chapter develops a “Phenomenology of Boundary Embodiment [Grenzleiblichkeit]”. Following Hans Rainer Sepp’s anthropology of the living body, this chapter analyses certain phenomena in which the body experiences itself in its own boundaries through the experience of resistance: vertigo, laughter, forgetting and being shaken/the thaumazein of philosophy.
Relating and unrelating. A phenomenology of impartation. Abstract (English) Using a phenomenological analysis of the living body, this Ph.D. thesis investigates the dynamics of relating and unrelating in the context of philosophical anthropology. The first main chapter on “Mediation and Deprivation” argues that, in the context of early 20th century, certain philosophical paradigms arose which made the medium an absolute concept: some examples are those of environment; milieu and media theory. On the other hand, Husserl developed the phenomenological Epoché; and Plessner’s and Scheler’s emphasised the world/environment- difference as a negative response towards these paradigmatic accounts on mediation. An excursus further investigates the “sceptical beginnings of phenomenology” by making a comparison between the Epoché of the ancient Greek scepticism in the works of Sextus Empiricus and the phenomenological Epoché of Husserl. It shows that already in its earliest forms in ancient philosophy the Epoché was understood as related to our bodily existence. The second main chapter develops a “Phenomenology of Boundary Embodiment [Grenzleiblichkeit]”. Following Hans Rainer Sepp’s anthropology of the living body, this chapter analyses certain phenomena in which the body experiences itself in its own boundaries through the experience of resistance: vertigo, laughter, forgetting and being shaken/the thaumazein of philosophy.
B. Kaiser/H. Schmiedl-Neuburg (Hg.): Philosophie und Literatur, libri nigri, Band 77, 2019
Inwiefern ist Philosophie auch Literatur, und inwieweit ist Literatur auch Philosophie? Wie verha... more Inwiefern ist Philosophie auch Literatur, und inwieweit ist Literatur auch Philosophie? Wie verhalten sich systematisch diese beiden grundlegenden Formen menschlicher Selbstverständigung zueinander und wie haben sie sich historisch gegen-, neben- und miteinander entwickelt? Was bedeutet es, philosophische Texte mit literarischen und mit literaturwissenschaftlichen Augen zu lesen, und was heißt es, invers dazu, literarische Texte philosophisch zu betrachten und zu deuten? Diese facettenreichen und vielfältigen Beziehungen zwischen Philosophie und Literatur zu untersuchen und auszuleuchten, ist das Ziel dieses Sammelbandes Philosophie und Literatur.
Hierbei nimmt sich der Band sowohl grundsätzlicher systematischer Fragen des Verhältnisses von Philosophie und Literatur an, als auch exemplarischer Lektüren philosophischer Texte aus literarisch-literaturwissenschaftlicher und literarischer Texte aus philosophischer Perspektive, wobei die ausgewählten Lektürestücke philosophisches und literarisches Schreiben aus verschiedenen historischen Epochen,Genres und kulturellen Kontexten repräsentieren.
Nach einer, Einführung zu einigen systematischen und historischen Grundlinien des Verhältnisses von Philosophie und Literatur, widmet sich der erste Teil grundsätzlichen systematischen Fragen des philosophisch-literarischen Verhältnisses, während der zweite Teil sich, historisch geordnet, exemplarischen Einzelanalysen literarischer und philosophischer Texte aus der jeweiligen philosophischen oder literarisch-literaturwissenschaftlichen Gegenperspektive zuwendet.
Hierbei nimmt sich der Band sowohl grundsätzlicher systematischer Fragen des Verhältnisses von Philosophie und Literatur an, als auch exemplarischer Lektüren philosophischer Texte aus literarisch-literaturwissenschaftlicher und literarischer Texte aus philosophischer Perspektive, wobei die ausgewählten Lektürestücke philosophisches und literarisches Schreiben aus verschiedenen historischen Epochen,Genres und kulturellen Kontexten repräsentieren.
Nach einer, Einführung zu einigen systematischen und historischen Grundlinien des Verhältnisses von Philosophie und Literatur, widmet sich der erste Teil grundsätzlichen systematischen Fragen des philosophisch-literarischen Verhältnisses, während der zweite Teil sich, historisch geordnet, exemplarischen Einzelanalysen literarischer und philosophischer Texte aus der jeweiligen philosophischen oder literarisch-literaturwissenschaftlichen Gegenperspektive zuwendet.
Benjamin Kaiser
Zeit und Leid
libri virides 32
Bautz, Nordhausen 2017
Dieser Essay fragt nach de... more Benjamin Kaiser
Zeit und Leid
libri virides 32
Bautz, Nordhausen 2017
Dieser Essay fragt nach der Gegebenheit von Leid durch Zeit. Gewonnen wird diese Frage anhand von Nietzsches Phänomenologie des ‚Es war‘, wie sie sich implizit vor allem im Zarathustrakapitel „Von der Erlösung" finden lässt. Nachdem das Ausgangsproblem von Zeit und Leid bei Nietzsche gewonnen ist, werden in einem zweiten Teil die Rezeptionen, Fortwirkungen, Wege und Auswege dieses Problems innerhalb der phänomenologischen Philosophie und Literatur anhand von Edmund Husserl, Martin Heidegger, Emanuel Levinas, Paul Ricœur und Milan Kundera dargestellt. Es wird gezeigt, dass die Frage nach dem Verhältnis von Zeit und Leid in unterschiedlichen Formen bei all den genannten Autoren auszumachen ist und jeweils eine prominente Rolle einnmmt: bei Husserl in der Frage nach der gewollten Einstimmigkeit der Welt, bei Heidegger in seiner Daseinsanalytik, bei Levinas im Auftreten des ‚Es gibt‘ (‚il y a‘), welches die menschliche Tragik schlechthin ausmache, bei Ricœur als Frage nach dem Wiedergutmachen der nicht gehaltenen Versprechen der Vergangenheit und bei Kundera schließlich in der Frage nach dem Umgang mit der "lítost", einem tschechischen Wort, welches das andauernde Bedauern des Leides selbst ausdrücklich vermag.
Zeit und Leid
libri virides 32
Bautz, Nordhausen 2017
Dieser Essay fragt nach der Gegebenheit von Leid durch Zeit. Gewonnen wird diese Frage anhand von Nietzsches Phänomenologie des ‚Es war‘, wie sie sich implizit vor allem im Zarathustrakapitel „Von der Erlösung" finden lässt. Nachdem das Ausgangsproblem von Zeit und Leid bei Nietzsche gewonnen ist, werden in einem zweiten Teil die Rezeptionen, Fortwirkungen, Wege und Auswege dieses Problems innerhalb der phänomenologischen Philosophie und Literatur anhand von Edmund Husserl, Martin Heidegger, Emanuel Levinas, Paul Ricœur und Milan Kundera dargestellt. Es wird gezeigt, dass die Frage nach dem Verhältnis von Zeit und Leid in unterschiedlichen Formen bei all den genannten Autoren auszumachen ist und jeweils eine prominente Rolle einnmmt: bei Husserl in der Frage nach der gewollten Einstimmigkeit der Welt, bei Heidegger in seiner Daseinsanalytik, bei Levinas im Auftreten des ‚Es gibt‘ (‚il y a‘), welches die menschliche Tragik schlechthin ausmache, bei Ricœur als Frage nach dem Wiedergutmachen der nicht gehaltenen Versprechen der Vergangenheit und bei Kundera schließlich in der Frage nach dem Umgang mit der "lítost", einem tschechischen Wort, welches das andauernde Bedauern des Leides selbst ausdrücklich vermag.
Phänomenologie und Ökologie, 2020
Am 13. und 14. Februar 2015 versammelten sich in Prag zwölf junge ForscherInnen aus elf Ländern, ... more Am 13. und 14. Februar 2015 versammelten sich in Prag zwölf junge ForscherInnen aus elf Ländern, um die Thematik des Workshops „Die Unzugänglichkeit des Selbst. Perspektiven auf die Subjektivität“ zu diskutieren. Dieser Workshop, der als Teil des Erasmus-Mundus- EuroPhilosophie Winterpraktikums stattgefunden hat, war gleichsam der
erste Ort, wo jene Reflexionen über Subjektivität aufgenommen wurden und wo sie sich begegneten.
Jedoch fanden die Forschungen des Workshops in den Diskussionen nicht ihr Ende. Dank dem Herausgeber der Buchreihe libri virides, Hans Rainer Sepp (welcher auch den Prager Workshop betreut hatte) bekamen die
Vorträge vielmehr eine neue Möglichkeit: weitergeführt, vertieft und zu eigenständigen Aufsätzen entwickelt zu werden. Wir, die Vortragenden (und jene, die sich uns anschlossen), die zu AutorInnen dieses Bands geworden
sind, sind Herrn Sepp für diese ausgezeichnete Gelegenheit zu großem Dank verpflichtet. Die damals leiblich vorgetragenen philosophischen Positionen
durften auf diese Weise eine feste Form und in Seiten dieses libri virides 30 ihren eigenen „Leib“ und auch ihre eigene „Position“ einnehmen. Nach fast zwei Jahren sorgfältiger Arbeit wurden die Beiträge in diesem Band als dem zweiten Ort ihrer Begegnung schließlich versammelt. Die Unzugänglichkeit des Selbst – Philosophische Perspektiven auf die Subjektivität ist ein Buch geworden.
erste Ort, wo jene Reflexionen über Subjektivität aufgenommen wurden und wo sie sich begegneten.
Jedoch fanden die Forschungen des Workshops in den Diskussionen nicht ihr Ende. Dank dem Herausgeber der Buchreihe libri virides, Hans Rainer Sepp (welcher auch den Prager Workshop betreut hatte) bekamen die
Vorträge vielmehr eine neue Möglichkeit: weitergeführt, vertieft und zu eigenständigen Aufsätzen entwickelt zu werden. Wir, die Vortragenden (und jene, die sich uns anschlossen), die zu AutorInnen dieses Bands geworden
sind, sind Herrn Sepp für diese ausgezeichnete Gelegenheit zu großem Dank verpflichtet. Die damals leiblich vorgetragenen philosophischen Positionen
durften auf diese Weise eine feste Form und in Seiten dieses libri virides 30 ihren eigenen „Leib“ und auch ihre eigene „Position“ einnehmen. Nach fast zwei Jahren sorgfältiger Arbeit wurden die Beiträge in diesem Band als dem zweiten Ort ihrer Begegnung schließlich versammelt. Die Unzugänglichkeit des Selbst – Philosophische Perspektiven auf die Subjektivität ist ein Buch geworden.
Papers by Benjamin Kaiser
Zeit und Leid : zur Phänomenologie des "Es war" von Nietzsche bis Kundera

Das Leben der Vergangenheit. Eine Beschreibung von Nietzsches Kampf mit dem ‚Es war‘
Nietzscheforschung
Der tschechische Romancier Milan Kundera stellte während der Zeit der sogenannten Normalisierung ... more Der tschechische Romancier Milan Kundera stellte während der Zeit der sogenannten Normalisierung nach dem Prager Frühling in der ČSSR eine bemerkenswerte These hinsichtlich der Motivation des Strebens gen Zukunft auf: „Die Menschen schreien, dass sie eine bessere Zukunft erbauen wollen, aber das ist nicht wahr. Die Zukunft ist eine gleichgültige Leere, die niemanden interessiert, während die Vergangenheit von Leben erfüllt ist und uns mit ihrem Gesicht reizt, erzürnt oder beleidigt, sodass wir sie zerstören oder übermalen möchten. Die Menschen wollen die Herren der Zukunft sein, um die Vergangenheit verändern zu können.“1 Von besonderem Interesse ist die sich darin ausdrückende konfliktstiftende Verbindung des Lebens mit (s)einer Vergangenheit, eines Lebens, welches ein Antlitz hat, leiblich ist. In den Texten Friedrich Nietzsches macht, folgt man Ecce homo, jener Konflikt des Lebens mit dem Antlitz der Vergangenheit, dem es „bis zur Erlösung auch alles Vergangenen“ (EH, KSA 6, 348) gehe, die eigentliche ,Aufgabe‘ Zarathustras und auch Nietzsches selber aus (ebd.). Nietzsche hat sogar ein Signalwort für diesen Konflikt geprägt: das ‚Es war‘. Im Folgenden soll anhand einer Analyse derjenigen Stellen, in denen er sich dieses idiosynkratrischen Ausdrucks bedient, eine Beschreibung dieses Konflikts zwischen Zeit und Leben vorgenommen werden. Die Stationen werden die folgenden sein: Zunächst werden Passagen aus der II. Unzeitgemäßen Betrachtung (1874) analysiert, in welcher Nietzsche sich bekanntlich mit dem Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben auseinandersetzt, und zwar anhand des Umgangs mit dem ‚es war‘. Ein zweites Mal wird dieser Konflikt um das ‚Es war‘ – nun groß geschrieben – im Kontext des zweiten Bandes von Also sprach Zarathustra (1883) virulent, vor allem in der Rede Von der Erlösung, wo eine ausführliche Auseinandersetzung damit stattfindet. Letztmalig findet sich ein Echo dieses Konflikts in Ecce homo (1888). So kann festgestellt werden, dass es sich bei dem ‚Es war‘ um einen Problemkomplex handelt, der Nietzsche in allen Phasen seiner vergleichsweise kurzen philosophischen Schaffensperiode und damit sein ganzes schriftstellerisches Leben lang immer wieder an zentralen Stellen beschäftigt hat. Abschließend wird die Verformung des ‚Es war‘ bei Heidegger kritisch geprüft.
Laughing is an event of alteration. Without alteration laughter wouldn’t be possible. This paper ... more Laughing is an event of alteration. Without alteration laughter wouldn’t be possible. This paper aims at describing laughter and alterity as intertwined phenomena. Therefore it investigates five different dimensions of alterity within the phenomenon of laughter. The source material for this study is provided by a series of monographs about laughter which were published during the 20 century: beginning with Henri Bergson’s Laughter, followed by Helmuth Plessner’s Laughing and Crying, Hans Blumenberg’s The Laughter of the Thracian Woman, Milan Kundera’s Book of Laughter and Forgetting and finally by Peter L. Berger’s Redeeming Laughter. By describing the social, corporal, historical, phenomenal and redeeming alterations of laughing a new performative ethical perspective on the phenomenon of laughter will be shown.
Aus: Unzugänglichkeit des Selbst, hg. von F. Gurjanov, 2016.
Das Γνῶθι σεαυτόν steht am Beginn des abendländischen Fragens und auch heute noch gilt es, sich d... more Das Γνῶθι σεαυτόν steht am Beginn des abendländischen Fragens und auch heute noch gilt es, sich dieser rätselhaften Aufgabe anzunehmen. Rätselhaft ist sie wenigstens aus zwei Gründen: Zuerst deshalb, da das Selbst nie ein Selbstverständliches war und auch heute noch nicht ist, und zweitens deshalb, da der Sinn der Aufgabe nicht unmittelbar einsichtig ist. Warum ist Selbsterkenntnis nötig? Im folgenden Essay werden wir versuchen, Antworten und weitere Fragen darauf anhand einer einzigen Rede aus Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra zu gewinnen. Vorab sei das Resultat der hermetischen Lektüre benannt: Das Erkennen des Selbst geschieht durch einen Einbruch. Dieser Bruch stellt die Differenz zwischen Ich und Selbst, bzw. Geist und Leib dar, welche nur in einer Krise erfahrbar werden kann. Diese Krise ist eine Krise des Selbst-Vertrauens, welche somit dem Selbsterkennen vorangeht und dieses wesentlich motiviert. Wie im Folgenden gezeigt
werden wird, kann sich dieses Krisengeschehen aus einem bestimmten
strukturellen Verständnis von Höhenstrebsamkeit ergeben, wenn der Aufstieg und das Aufsteigen selbst das Problem sind. Da nun ebenfalls seit dem Beginn des abendländischen Fragens der Aufstieg als Symbol für Transzendenz galt, liefert dieser Essay anhand der Zarathustra-Rede auch einen Beitrag zum Zusammenhang zwischen Selbstvertrauen/Selbsterkenntnis und dem Bedürfnis nach Transzendenz.
werden wird, kann sich dieses Krisengeschehen aus einem bestimmten
strukturellen Verständnis von Höhenstrebsamkeit ergeben, wenn der Aufstieg und das Aufsteigen selbst das Problem sind. Da nun ebenfalls seit dem Beginn des abendländischen Fragens der Aufstieg als Symbol für Transzendenz galt, liefert dieser Essay anhand der Zarathustra-Rede auch einen Beitrag zum Zusammenhang zwischen Selbstvertrauen/Selbsterkenntnis und dem Bedürfnis nach Transzendenz.
Filozofia, Volume 71, Number 7, September 2016
Laughing is an event of alteration. Without alteration laughter wouldn't be possible. This paper ... more Laughing is an event of alteration. Without alteration laughter wouldn't be possible. This paper aims at describing laughter and alterity as intertwined phenomena. Therefore it investigates five different dimensions of alterity within the phenomenon of laughter. The source material for this study is provided by a series of monographs about laughter which were published during the 20 th century: beginning with Henri Bergson's Laughter, followed by Helmuth Plessner's Laughing and Crying, Hans Blumenberg's The Laughter of the Thracian Woman, Milan Kundera's Book of Laughter and Forgetting and finally by Peter L. Berger's Redeeming Laughter. By describing the social, corporal, historical, phenomenal and redeeming alterations of laughing a new performative ethical perspective on the phenomenon of laughter will be shown.
Aus: Phainomena XXII/85-86, June 2013, Genealogies. Hg. v. A. T. Kolmel u. H. R. Sepp, S. 255-267... more Aus: Phainomena XXII/85-86, June 2013, Genealogies. Hg. v. A. T. Kolmel u. H. R. Sepp, S. 255-267. Ljubljana, 2013.
Dieser Essay möchte mit der Analyse von Franz Kafkas Kurzgeschichte „Das Urteil“ ein erstes philosophisches Verständnis für das Phänomen des Mitteilens wecken. Dafür soll Kafkas Erzählung hinsichtlich des Mitteilens untersucht werden. Es wird gezeigt, dass sich die Erzählung als eine Parabel über das Mitteilen lesen lässt. In verschiedenen Mitteilungsformen entwickelt Kafka einen spannungsreichen Aufbau zwischen eigentlicher, uneigentlicher und verletzender Mitteilung. Letztere ist weniger eine Mitteilung, als vielmehr eine Verurteilung, ein Urteil. Anhand dieser Analyse wird ein erster Blick auf das Phänomen der Mitteilung möglich: Das Phänomen des Mitteilens selbst steht mit anderen Phänomenen der Teilens-Lehre in Beziehung, wie etwa bei Kafka mit dem Phänomen des Ur-Teilens. Die Teilens-Lehre wird der Atomlehre gegenübergestellt. Das Teilen weist immer schon über das Teil hinaus. So könnte weiterhin eine Vorstellung vom Teil gewonnen werden, welche vom Teilen ausgeht.
Dieser Essay möchte mit der Analyse von Franz Kafkas Kurzgeschichte „Das Urteil“ ein erstes philosophisches Verständnis für das Phänomen des Mitteilens wecken. Dafür soll Kafkas Erzählung hinsichtlich des Mitteilens untersucht werden. Es wird gezeigt, dass sich die Erzählung als eine Parabel über das Mitteilen lesen lässt. In verschiedenen Mitteilungsformen entwickelt Kafka einen spannungsreichen Aufbau zwischen eigentlicher, uneigentlicher und verletzender Mitteilung. Letztere ist weniger eine Mitteilung, als vielmehr eine Verurteilung, ein Urteil. Anhand dieser Analyse wird ein erster Blick auf das Phänomen der Mitteilung möglich: Das Phänomen des Mitteilens selbst steht mit anderen Phänomenen der Teilens-Lehre in Beziehung, wie etwa bei Kafka mit dem Phänomen des Ur-Teilens. Die Teilens-Lehre wird der Atomlehre gegenübergestellt. Das Teilen weist immer schon über das Teil hinaus. So könnte weiterhin eine Vorstellung vom Teil gewonnen werden, welche vom Teilen ausgeht.
aus: "Kontexte des Leiblichen". Hg. v. C. Nielsen, K. Novotný u. Th. Nenon, S. 507-524. Nordhause... more aus: "Kontexte des Leiblichen". Hg. v. C. Nielsen, K. Novotný u. Th. Nenon, S. 507-524. Nordhausen, 2016.
Was ist monumental? Was man mit diesem Adjektiv beschreiben möchte, lässt sich vielleicht am deutlichsten anhand jener Bauwerke bestimmen, die als Monumentalbauten bezeichnet werden, also selbst Monumente sind. Einen Vertreter dieser Gattung stellt das Leipziger Völkerschlachtdenkmal dar. Zur Zeit seiner Vollendung 1913 galt dieser Bau als das größte Architekturdenkmal Europas und stach somit selbst im Vergleich zu anderen Monumentalbauten heraus. In diesem Artikel soll eine phänomenologisch geleitete Analyse dieses Monuments und eine Bestimmung seiner Monumentalität vorgenommen werden.
Was ist monumental? Was man mit diesem Adjektiv beschreiben möchte, lässt sich vielleicht am deutlichsten anhand jener Bauwerke bestimmen, die als Monumentalbauten bezeichnet werden, also selbst Monumente sind. Einen Vertreter dieser Gattung stellt das Leipziger Völkerschlachtdenkmal dar. Zur Zeit seiner Vollendung 1913 galt dieser Bau als das größte Architekturdenkmal Europas und stach somit selbst im Vergleich zu anderen Monumentalbauten heraus. In diesem Artikel soll eine phänomenologisch geleitete Analyse dieses Monuments und eine Bestimmung seiner Monumentalität vorgenommen werden.
Conference Presentations by Benjamin Kaiser
Vortrag, gehalten am 22. Juni 2017 auf der Konferenz Phänomenologie und Ökologie (Phenomenology a... more Vortrag, gehalten am 22. Juni 2017 auf der Konferenz Phänomenologie und Ökologie (Phenomenology and Ecology) in Prag.
An International Conference organized by the Central European Institute of Philosophy
(Faculty of Humanities, Charles University Prague and
the Institute of Philosophy at the Academy of Sciences of the Czech Republic)
In diesem Vortrag möchte ich versuchen in Skizzen nachzuzeichnen, in welchen Etappen sich die Bewusstwerdung der Umwelteingebundenheit soweit herausbilden konnte, dass Ökologie und Phänomenologie so zusammenkommen konnten, dass man heute darin den wesentlichen Vorzug und Beitrag der Phänomenologie überhaupt erkennen mag. Es soll also eine Genealogie des Umweltbewusstseins unternommen werden. Das leitende Forschungsinteresse soll darauf gerichtet werden, in welchen Differenzen Umwelt thematisch wird. D.h., neben den jeweiligen Definitionen von Umwelt soll vor allem darauf Acht gegeben werden, von welchen anderen Phänomenen (wie etwa Natur, Welt, Umgebung, Lebenswelt oder oikos) das Phänomen „Umwelt“ wie abgegrenzt wird. Die Fragmente zur Phänomenologie der Umweltbewusstwerdung, die im Folgenden in nicht-teleologischer Absicht angeführt werden, stammen von u.a. von Jacob von Uexküll, Helmuth Plessner, Lenelis Kruse und Carl-Friedrich Graumann. Bei all diesen Autoren handelt es sich um Philosophen, deren akademische Sozialisation außerhalb der Philosophie in den Naturwissenschaften stattfand, die jedoch allesamt Berührungspunkte zur phänomenologischen Bewegung aufweisen. Außerdem beweist diese Autorenauswahl, dass die Offenheit für ein fruchtbares Zusammenkommen zwischen Naturwissenschaft und Philosophie im Allgemeinen und Ökologie und Phänomenologie im Besonderen auch des Öfteren von Seiten der sogenannten strengen Wissenschaften ausgeht. Indem ich mich auf diese Grenzgänger zwischen Natur- und Geisteswissenschaft beschränke, möchte ich dem interdisziplinären Charakter dieser Konferenz gerecht werden.
An International Conference organized by the Central European Institute of Philosophy
(Faculty of Humanities, Charles University Prague and
the Institute of Philosophy at the Academy of Sciences of the Czech Republic)
In diesem Vortrag möchte ich versuchen in Skizzen nachzuzeichnen, in welchen Etappen sich die Bewusstwerdung der Umwelteingebundenheit soweit herausbilden konnte, dass Ökologie und Phänomenologie so zusammenkommen konnten, dass man heute darin den wesentlichen Vorzug und Beitrag der Phänomenologie überhaupt erkennen mag. Es soll also eine Genealogie des Umweltbewusstseins unternommen werden. Das leitende Forschungsinteresse soll darauf gerichtet werden, in welchen Differenzen Umwelt thematisch wird. D.h., neben den jeweiligen Definitionen von Umwelt soll vor allem darauf Acht gegeben werden, von welchen anderen Phänomenen (wie etwa Natur, Welt, Umgebung, Lebenswelt oder oikos) das Phänomen „Umwelt“ wie abgegrenzt wird. Die Fragmente zur Phänomenologie der Umweltbewusstwerdung, die im Folgenden in nicht-teleologischer Absicht angeführt werden, stammen von u.a. von Jacob von Uexküll, Helmuth Plessner, Lenelis Kruse und Carl-Friedrich Graumann. Bei all diesen Autoren handelt es sich um Philosophen, deren akademische Sozialisation außerhalb der Philosophie in den Naturwissenschaften stattfand, die jedoch allesamt Berührungspunkte zur phänomenologischen Bewegung aufweisen. Außerdem beweist diese Autorenauswahl, dass die Offenheit für ein fruchtbares Zusammenkommen zwischen Naturwissenschaft und Philosophie im Allgemeinen und Ökologie und Phänomenologie im Besonderen auch des Öfteren von Seiten der sogenannten strengen Wissenschaften ausgeht. Indem ich mich auf diese Grenzgänger zwischen Natur- und Geisteswissenschaft beschränke, möchte ich dem interdisziplinären Charakter dieser Konferenz gerecht werden.
Vortrag, gehalten am 12.02.2015 auf dem Workshop „Normativität und ethische Subjektivität“, Stage... more Vortrag, gehalten am 12.02.2015 auf dem Workshop „Normativität und ethische Subjektivität“, Stage d’hiver Europhilosophie.
Wie Welt gegeben ist, markiert einen Ausgangspunkt im Werk Levinas. Ausgangspunkt deshalb, weil sich von seinen frühesten Werken an die Motivation dieser Schriften, auf die ich mich im Folgenden beziehen werde, aus der Frage nach der Verfasstheit des Menschens in der Welt zu ebendieser ergibt. Vorstellen möchte ich zwei scheinbar sich dichotomisch verhaltende Ausgangspunkte – zuerst den der Gefangenschaft im Sein, und darauf folgend den der Fragmentierung von Welt. Der zuerst genannte Punkt bildet die Motivation für Levinas' Schrift " Ausweg aus dem Sein " von 1935, der Zweite die der Schrift " Vom Sein zum Seienden " von 1947. Das Anliegen dieses Vortrages besteht darin, die Motivationen der beiden Schriften, die man als die wichtigsten Schriften des Frühwerks von Levinas bezeichnen kann, einander gegenüberzustellen. In der Analyse, die sich als eine werkgenealogische versteht, wird sich zeigen, dass Levinas schon im Frühwerk Möglichkeiten eröffnete jenseits der Dichotomie vom Teil und dem Ganzen.
Wie Welt gegeben ist, markiert einen Ausgangspunkt im Werk Levinas. Ausgangspunkt deshalb, weil sich von seinen frühesten Werken an die Motivation dieser Schriften, auf die ich mich im Folgenden beziehen werde, aus der Frage nach der Verfasstheit des Menschens in der Welt zu ebendieser ergibt. Vorstellen möchte ich zwei scheinbar sich dichotomisch verhaltende Ausgangspunkte – zuerst den der Gefangenschaft im Sein, und darauf folgend den der Fragmentierung von Welt. Der zuerst genannte Punkt bildet die Motivation für Levinas' Schrift " Ausweg aus dem Sein " von 1935, der Zweite die der Schrift " Vom Sein zum Seienden " von 1947. Das Anliegen dieses Vortrages besteht darin, die Motivationen der beiden Schriften, die man als die wichtigsten Schriften des Frühwerks von Levinas bezeichnen kann, einander gegenüberzustellen. In der Analyse, die sich als eine werkgenealogische versteht, wird sich zeigen, dass Levinas schon im Frühwerk Möglichkeiten eröffnete jenseits der Dichotomie vom Teil und dem Ganzen.
Vortrag, gehalten im Rahmen des internationalen Kolloquiums "Philosophische Anthropologie morgen"... more Vortrag, gehalten im Rahmen des internationalen Kolloquiums "Philosophische Anthropologie morgen" am 2. Mai 2014 in Prag Schon am Beginn der neuzeitlichen philosophischen Anthropologie bei Pico della Mirandola als der Frage nach den Grenzbestimmungen des Menschen stand die Einsicht, dass es als eine der Bestimmungen zu gelten habe, dass die Menschen über keinen von Natur aus gegebenen Wohnsitz in der Welt verfügen, ebenso wenig wie sie spezielle Eigenschaften oder eine Natur an sich besitzen 1 .