Books by Bernhard Weisser

Research paper thumbnail of Die Pazzi-Verschwörung. Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der Renaissance (2025)

Das Kabinett 20, 2025

K. Dahmen und N. Rowley, Die Pazzi-Verschwörung. Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der Renaissan... more K. Dahmen und N. Rowley, Die Pazzi-Verschwörung. Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der Renaissance. Das Kabinett 20, hrsg. von B. Weisser (Regenstauf 2025): mit einem Beitrag von Kay Usenbinz

Denkt man an das Florenz der Renaissance, die Stadt der Medici und ihrer Rivalen, an die Pazzi, die vielen anderen Familien der Arnometropole und die dort tätigen Architekten, Bildhauer und anderen Künstler, so kann es in Deutschland kaum einen angemesseren Ort geben als das von Wilhelm Bode 1904 konzipierte und seit 1956 nach ihm benannte Museum an der Nordspitze der Berliner Museumsinsel.
Die große Bedeutung der florentinischen Kunst und ihr Einfluss auf die architektonische und konzeptionelle Gestaltung der historischen Ausstellungsräume sind eng mit der Person Wilhelm Bodes verbunden. Seine eigene Forschung und Gestaltungskraft, Entscheidungen über Ankäufe von Kunstwerken und Verbindungen zur Berliner Gesellschaft und berühmter Sammler wie etwa James Simon prägen noch heute das räumliche Erlebnis des Museumsbesuches.
Bodes wissenschaftlicher Weg und Bedeutung für dieses Haus stehen im Mittelpunkt des Beitrages von Neville Rowley, welcher vielfältige Ebenen und Perspektiven anlässlich dieser Sonderausstellung zur Verschwörung der Pazzi beleuchtet.
Kay Usenbinz breitet vor unseren Augen das historische Geschehen um jenen verhängnisvollen Tag in der Kathedrale zu Florenz aus und zeigt die wirkungsmächtigen Folgen nicht nur in der zeitgenössischen Politik, sondern auch ihre künstlerischen Konsequenzen und Früchte.
Jene Medaillenarbeit, welche zusammen mit anderen numismatischen Zeugnissen des Italiens des 15. Jahrhunderts, in einzigartiger Weise den Mord an Giuliano de‘ Medici und das Attentat auf seinen älteren Bruder Lorenzo, für uns heute noch greifbar macht, stellt Karsten Dahmen in das Zentrum dieser gemeinsamen Sonderausstellung der Skulpturensammlung und des Museum für Byzantinische Kunst sowie des Münzkabinetts der Staatlichen Museen.
Die Reichhaltigkeit und Breite der Sammlungen beider Einrichtungen erlauben Ihnen – so hoffen wir – einen aufschlussreichen, bunten und breiten Blick in eine vergangene Welt zwischen Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der Renaissance.
Antje Scherner und Bernhard Weisser

Research paper thumbnail of Ius in Nummis. Die Sammlung Thomas Würtenberger (2025)

Das Kabinett 19, 2025

Thomas Würtenberger und Johannes Eberhardt, Ius in Nummis. Die Sammlung Thomas Würtenberger, Das ... more Thomas Würtenberger und Johannes Eberhardt, Ius in Nummis. Die Sammlung Thomas Würtenberger, Das Kabinett 19, hrsg. von B. Weisser (Regenstauf 2025). Unter Mitarbeit von Frank Zeller und Patrik Pohl. 397 S., zahlr. Abb. ISBN 978-3-86646-234-2

Das Münzkabinett widmet sich seit über 350 Jahren dem Sammeln, Bewahren, Vermitteln und Erforschen der ihm anvertrauten Objekte. Ziel war bei dem Aufbau der Stammsammlung nie die bloße Mehrung einer möglichst hohen Stückzahl. Als Archiv des Geldes geht es um typologische Geschlossenheit, den möglichst qualitätvollen Nachweis eines jeden tragenden Phänomens einer Kulturtechnik, die nunmehr 2.700 Jahre der Menschheitsgeschichte berührt.
Die Sammlung Würtenberger hat ihre Wurzeln in Freiburg im Breisgau. Vom Vater auf den Sohn, vom Strafrechtler und Kriminologen zum Staatsrechtler übertragen, wuchsen hier die Bestände zu Ius in nummis über Jahrzehnte stetig an. Schließlich entstand der Wunsch, die Sammlung der öffentlichen Hand anzuvertrauen.
Als Professor Thomas Würtenberger 2018 mit der freimütigen Schenkungsabsicht seiner nunmehr über 3.000 Medaillen und Münzen an das Münzkabinett herantrat, waren wir als Team uns sofort der Tragweiten dieser Chance gewahr. Sogleich begann das Ausloten eines geeigneten Weges. Die Struktur der Bestände des Münzkabinetts von über 540.000 Originalen birgt viele Schnittmengen zu der Sammlung Würtenberger, die die Erwerbung dieser Spezialsammlung wünschenswert erscheinen ließ. Denn soweit ersichtlich gibt es weltweit keine vergleichbare Zusammenstellung von Zeugnissen im seriellen mobilen Kleinrelief zu diesem doch so wichtigen Menschheitsthema.
Das Sammelgebiet ist durch zwei Begriffe gefasst. Iūs, iūris, n. bedeutet unter anderem Recht. Regeln und Gesetze ordnen und durchdringen den Alltag der Menschen. Sie bestimmen individuelles Handeln, die Grundlagen des Zusammenlebens und die politische Ordnung. Mit der ihnen eigenen Dynamik zielen Gesetz und Recht auf die Ausdifferenzierung einer zeit- und situationsadäquaten Gesellschaftsordnung. Die Messlatte ist „richtiges“ Recht, das mit der Gerechtigkeitsidee und den gelebten Wertesystemen in Einklang steht. Was freilich für gerecht zu halten ist, gehört oft zu den umstrittenen Wertungsfragen und kann sich auch ändern. So besteht zwischen Recht und Gesetz einerseits und der Gerechtigkeitsidee andererseits ein Spannungsverhältnis, in dem auch der Nummus, -ī, m., also Münzen, Marken, Zeichen, Orden, Papiergeld und hier insbesondere Medaillen vermittels von Bild-und Textaussagen in vielfältiger Weise Position beziehen.
Die Sammlung Würtenberger „Ius in nummis“ bleibt ein Seperatum. Dieser besondere Fall erscheint auch vor dem Hintergrund, sie ausdrücklich als Studiensammlung mit Leben zu füllen, gerechtfertigt und bereichert das Münzkabinett gleich zweifach: durch die Objekte selbst sowie durch die vielfältige Förderung ihrer wissenschaftlichen durch den Spender Thomas Würtenberger.
Bis zum Zeitpunkt der abschließenden Übergabe der letzten Partie (Abb. 1) wurde die Sammlung weiter ergänzt. Besonders im Bereich der zeitgenössischen Kunstmedaille durfte das Münzkabinett sogar noch darüber hinaus neue Schenkungen entgegennehmen (>>> Kap. D).

Der Schenker übergab nicht nur seine Sammlung und das Manuskript, auf dem dieser Band fußt, sondern förderte regelmäßig wie substantiell ihre Erschließung und Veröffentlichung.
Das zentrale Ziel ist die Öffnung der Sammlung für ihre weitere Erforschung. Der nun vorliegende Katalog mit 213 Medaillen erfasst zwar nur einen kleinen Teil der über 3.000 Objekte der Sammlung Ius in nummis. Vorausgegangen ist aber ein inhaltlicher Gesamtüberblick durch die erstmalige vollständige digitale Erfassung der Sammlung. Eine eigene Ausstellung im Bode-Museum 2023/2024 stellte die Sammlungsschwerpunkte erstmals einer breiten Öffentlichkeit vor.  Alle damals gezeigten Münzen und Medaillen sind in dem vorliegenden Band behandelt.
Bis zur angestrebten Veröffentlichung im Interaktiven Katalog des Münzkabinetts (ikmk.smb.museum) gilt für jedes Objekt nach der Accessionierung: Fotos müssen angefertigt, Datensätze angelegt und weiter angereichert werden. Erst wenn auch fehlende Normdatensätze, etwa zu Medailleuren und Autoritäten, Dargestellten, Genannten und Geehrten erstellt wurden, kann ein jedes Einzelobjekt mit seinem Permalink und den Exportdaten Teil der großen ikmk.net–Familie und damit der Welt der Linked Open Data werden. Dabei wird häufig neue und grundlegende Erschließungsarbeit betrieben. Pro Objekt veranschlagen wir mindestens eine Stunde Arbeitszeit. Der Onlinekatalog wächst dabei stetig an, das digitale Kuratieren wiederum bleibt eine Daueraufgabe für Generationen.
Ein Mehrwert dieses Bandes ergibt sich aus der numismatischen Ansprache bei gleichzeitiger rechtshistorischen Einordnung. Ausgewählt wurden Medaillen, Jetons und Tokens, die besonders repräsentative verfassungs-, rechts- und kulturgeschichtliche Bezüge aufweisen. Soweit es sich um nicht deutsch- oder englischsprachige Auf- und Umschriften handelt, erfolgt in der Regel eine Übersetzung. Dies soll Zugang und Verständnis erleichtern. Die Beschreibung der Objekte ist von einem Fußnotenapparat begleitet, der kursorisch einzelne Zu- und Einordnungen erfasst. Auf dieser Grundlage soll der Weg zu einer weiterführenden Befassung mit einzelnen Sammlungsobjekten geebnet werden. Sämtliche Katalogobjekte wurden im ikmk veröffentlicht. Mit der jeweiligen Objektnummer können weiterführende Informationen und hochauflösende Aufnahmen weltweit und rund um die Uhr abgerufen werden.
Dank gilt neben dem Sammlungsstifter und den Autoren sowie allen Mitarbeitern dem Battenberg Gietl Verlag für die Begleitung zur Drucklegung ebenso wie Jan Hawemann für die grafische Gestaltung. Anteil am Gelingen von Ausstellung und Publikation hat dabei das gesamte Team des Münzkabinetts. Für die Endredaktion der ikmk-Einträge besonders hervorzuheben ist hierbei Karsten Dahmen. Für die maßgebliche Unterstützung nicht zuletzt bei der Organisation der Erwerbung ist Christian Stoess zu danken. Dieser Katalog wäre in dieser Form nicht ohne die Mitwirkung von Herrn Dr. Frank Zeiler zustande gekommen. Seit vielen Jahren ist er an der Ordnung und historischen Durchdringung der Sammlung Ius in nummis beteiligt. Er hat Kapitel B05 verfasst und eine Anzahl von Medaillen aus anderen Kapiteln erläutert oder mitbearbeitet. Nicht weniger ist Patrik Pohl (nunmehr wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hamburger Kunsthalle) an dieser Stelle zu nennen, der Recherche und Redaktion der ikmk-Einträge begleitete und die numismatische Qualität des Gesamtprojekte substantiell stützte. An der digitalen Erfassung und Redaktion mitgearbeitet haben zudem Kaya Gabriel Guske, Paul Scott Höffgen, Marco Philipp Krüger, Oksana Tokmina, Diana Vegner und Renate Vogel vom Münzkabinett. Ihnen allen gebührt unser Dank. Die meiste Arbeit von Seiten des Münzkabinetts leistete Johannes Eberhardt, der nicht nur diesen Band mitverfasst, sondern auch die Ausstellung kuratiert und alle Objekte mehrfach in den Händen gehabt hat, nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit ihrer digitalen Publikation. Betonen möchte ich aber an dieser Stelle auch, dass es der stets angenehmen Zusammenarbeit mit Thomas Würtenberger zu verdanken ist, dass „Ius in Nummis“ in den letzten Jahren zu einem Arbeitsschwerpunkt des Münzkabinetts geworden ist. Dafür bin ich, dafür sind wir dankbar.
Ein Ausblick sei noch erlaubt: Der Katalog möchte nicht zuletzt bildwissenschaftliche Forschungen anregen oder sogar erleichtern. Denn auch in diesem Bereich versprechen wir uns den wissenschaftlichen Mehrwert der Arbeiten weit über Ius in nummis hinaus.Dies betrifft einen substantiellen Anteil des im Januar gestarteten Projektes Imagines Nummorum . Gemeinsam mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel werden wir das bildwissenschaftliche Potential von Münzbildern auswerten. Die dort erarbeitete Methodik soll, so der Wunsch von Thomas Würtenberger, auch für die neue Spezialsammlung „Ius in Nummis“ fruchtbar gemacht werden.

Matthias Ohm und Bernhard Weisser, 75 Jahre Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepu... more Matthias Ohm und Bernhard Weisser, 75 Jahre Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, Numismatisches Nachrichtenblatt 74, 2025, 424-459: mit Beiträgen von: Matthias Ohm, Bernhard Weisser, Oliver Sänger, Martin Hirsch, Matthias Nuding, Karin Walter, Lili Reyels, Ralf Wiechmann, Christina Bach, Claudia Klages, Stefan Kötz, Lars Blöck, Christine van Hoof, Wilhelm Hollstein, Ulf Dräger, Mario Schlapke, Ulrike Peter, Dietrich Klose, Hendrik Mäkeler, Johannes Eberhardt, Barbara Simon, Simone Killen, Sebastian Hanstein, Bernward Ziegaus, Simone Vogt, Sebastian Steinbach, Ralf Fischer zu Cramburg, Johannes Wienand, Susanne Börner und Fleur Kemmers. Vgl. zur Numismatischen Kommission auch die Website www.numismatische-kommission.de

Chr. Stoess – B. Weisser – B. Baltz (Hrsg.), Falschgeld und Münzfälschungen, Berliner Numismatisc... more Chr. Stoess – B. Weisser – B. Baltz (Hrsg.), Falschgeld und Münzfälschungen, Berliner Numismatische Forschungen, Neue Folge, Band 14, Battenberg Gietl Verlag Regenstauf 2024, ISBN 78-3-86646-251-9

Mit Beiträgen von Burkard Balz, Elke Bannicke, Karsten Dahmen, Gerd Dethlefs, Ralf Fischer zu Cramburg, Markus Floeth, Johannes Hartner, Florian Haymann, Stefanie Herbst, Martin Hirsch, Dietrich O. A. Klose, Christian Schinzel, Heinrich Schlange-Schöningen, Konrad Schneider, Christian Stoess, Klaus Vondrovec, Bernhard Weisser und Daniela Williams.

Research paper thumbnail of Die „Kipper- und Wipperzeit“ 1619–1623. Die größte Inflation in der Geschichte des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation (2023)
Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Ed.): „Kipper- und Wipper... more Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Ed.): „Kipper- und Wipperzeit“ 1619-1623: Die größte Inflation in der Geschichte des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation, Heidelberg: arthistoricum.net-ART-Books, 2023.
https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1208

2023 jähren sich zwei Epochen der deutschen Geldgeschichte, in denen
die Währungen massiv an Wert verloren: Vor einhundert Jahren erlebten die Menschen die Hyperinflation, an deren Ende der Kurs von einem Dollar auf 4,2 Billionen Mark festgesetzt wurde. Weil alle, die keine Sachwerte besaßen, ihre gesamten Ersparnisse verloren, grub sich die Hyperinflation von 1923 tief ins kollektive Gedächtnis ein. Genau drei Jahrhunderte zuvor, 1623, endete die größte Inflationszeit des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation, die „Kipper- und Wipperzeit“. Auch während dieser Epoche der deutschen Geldgeschichte, wurden große
Vermögenswerte vernichtet, auch diese Inflation blieb lange in der
Erinnerung präsent.
Die Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland hat die 400. Wiederkehr ihres Endes zum Anlass genommen, einen Sammelband zur „Kipper- und Wipperzeit “ zu veröffentlichen, deren Beiträge das Phänomen der Geldverschlechterung zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges aus unterschiedlicher Perspektive in den Blick nehmen. Neben Aufsätzen zu den „Kippermünzen“ in den einzelnen deutschen Ländern treten Beiträge zur Rezeption im 19. Jahrhundert sowie zu aktuellen Erfassungsprojekten.
Mein Dank gilt den Autoren, der Universitätsbibliothek Heidelberg für die
technische Unterstützung bei der digitalen Publikation und Alissa Böhringer (Augsburg) für den Satz des Bandes. Ich wünsche dem Band interessierte Leser*innen.

Research paper thumbnail of Münzsammlungen in Deutschland zwischen 1933 und 1945. Erwerbungsquellen und Normdaten (2022)

Geldgeschichtliche Nachrichten, 2022

Münzsammlungen in Deutschland zwischen 1933 und 1945. Erwerbungsquellen und Normdaten (2022). Son... more Münzsammlungen in Deutschland zwischen 1933 und 1945. Erwerbungsquellen und Normdaten (2022). Sonderheft der Geldgeschichtlichen Nachrichten 57, 2022, 259-353.

"Im Jahr 2017 hat der Rat für Informationsinfrastrukturen ein leistungsfähiges Management von Forschungsdaten gefordert: „Der digitale Wandel hat Forschungsdaten und Forschungsmethoden erfasst, er verändert die Wissenschaft grundlegend. Der Umbruch verläuft unübersichtlich und hat eine dramatische Geschwindigkeit. Ihn gut zu steuern, stellt für Politik und Wissenschaft eine große Herausforderung dar. Der Prozess der Digitalisierung birgt Chancen. Er muss aber aktiv und auch durchgreifend gestaltet werden, um diese Chancen effizient zu nutzen. Ein leistungsfähiges Management von Forschungsdaten ist hierfür grundlegend wichtig, es ist der Schlüssel für Wissenschaft und für Innovation.”  Seit 2018 gibt es, betreut von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, eine Initiative zur Schaffung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Sie soll: „die Datenbestände von Wissenschaft und Forschung systematisch erschließen, nachhaltig sichern und zugänglich machen sowie (inter-)national vernetzen. Sie wird in einem aus der Wissenschaft getriebenen Prozess als vernetzte Struktur eigeninitiativ agierender Konsortien aufgebaut werden.“
Die Numismatiker in Deutschland, die sich mit diesen Themenfeldern befassen, haben sich gemeinsam der Initiative ‚NFDI4objects‘ angeschlossen. Dieses Konsortium will das gesamte Spektrum der Spuren und Hinterlassenschaften vergangener menschlicher Aktivitäten und Kontexte abdecken und die komplexen Beziehungen zwischen Objekt, Objektkontext und Objektgeschichte im digitalen Raum abbilden. Dem Konsortium gehören Vertreter*innen von Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem Deutschen Archäologischem Institut, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum und den Landesdenkmalämtern an.  Das Konsortium ist in sechs Arbeitsbereiche aufgeteilt. Mitdigitaler Provenienzforschung soll sich zukünftig eine Arbeitsgruppe innerhalb dieser Forschungsinitiative  befassen.  NFDI4objects ist im Juni 2022 durch das NFDI-Expertengremium der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Förderung empfohlen worden. Ein endgültiger Bescheid ist für November 2022 zu erwarten.
Das einjährige Projekt „Normdaten und Münzerwerbungen zwischen 1933 und 1945“ am Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, das im Jahr 2021 durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien mit einer Summe von 46.800 EUR gefördert wurde, bietet hierzu bereits einen Beitrag aus numismatischer Sicht. Das Ziel war, anhand eines konkreten Beispiels, den Erwerbungen im Münzkabinett zwischen 1933 und 1945, Überlegungen zu dem Thema Normdaten anzustellen. Das hier vorliegende Heft fasst Ergebnisse des Projektes und eines Workshops zusammen, der im November 2021 stattfand. Wir haben den Zeitraum1933 bis 1945 als Paradigma gewählt, weil wir uns aufgrund des bestehenden Forschungsinteresses gerade im Nachgang zu unseren Arbeiten und Veröffentlichungen weitere Hinweise und Anregungen erhoffen.

Digitale Provenienzforschung
Digitale Provenienzforschung unterscheidet sich grundsätzlich nicht von der traditionellen Provenienzforschung. Überlegungen zu Fundorten und Vorbesitzern lassen sich bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich daraus wissenschaftliche Methoden, wenn es etwa darum ging, Fälschungen nachzuverfolgen, Münzfunde zu rekonstruieren oder festzustellen, wie lange Münzen und Medaillen sich schon in Sammlungen nachgewiesen werden konnten. In Berlin werden seit 1836 Erwerbungsbücher geführt.  Bei Übernahmen ganzer Sammlungen wurde Wert auf Herkunftsangaben gelegt. Die Angaben (Unterlegzettel, Kartellen) der Vorbesitzer wurden aufbewahrt, wenn sie mit übergeben wurden.
Die Besonderheit der digitalen Provenienzforschung besteht darin, dass der digitale Raum verwendet wird, um die verschiedenen Quellen zu erfassen, online zugänglich zu machen und so die Teilhabe am Erkenntnisfortschritt zu erleichtern. Digitale Provenienzforschung verknüpft Daten heterogener Herkunft und Forscher*innen in ihren verschiedenen Rollen, die hier aus der Münzkabinettsperspektive geschildert werden: Numismatiker*innen am Museum, Naturwissenschaftler*innen im Rathgen-Forschungslabor , Archivar*innen im Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin, Provenienzforscher*innen und Historiker*innen. Die Provenienzforschung der letzten Jahre hat häufig auch mit Fragen von Besitzansprüchen und Ethik zu tun. Mit diesen Themen befassen sich zusätzlich auch Jurist*innen und die Öffentlichkeit. Gerade auch in einer bundesunmittelbaren Einrichtung wie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nehmen Politiker*innen als Vertretung der wahlberechtigten Bürger*innen Einfluss. Selbstverständlich können Personen auch mehrere Rollen zugleich erfüllen und sich Kompetenzen in verschiedenen Bereichen erarbeiten.
....
Der Fall Lederer zeigt, wie wertvoll eine einrichtungsübergreifende Betrachtungsweise ist, zu der die digitale Provenienzforschung beitragen kann. Onlinedatenbanken wie ikmk.net sind keine Projekte, die einmal abgeschlossen sind, sondern Produkte, die helfen sollen, die digitale Transformation zu unterstützen und numismatische Fragestellungen zu beantworten. Wir hoffen, mit dieser Publikation Anregungen zu geben, sich intensiver mit der provenienzgeschichtlichen Seite der Numismatik zu befassen. Die digitale Transformation bietet zunehmende Transparenz und die Möglichkeit zur Teilhabe an verschiedenen Wissensrepositorien. Die Erschließung dieses Wissens und die Auswertung der umfangreichen Quellen bleibt eine lohnende Aufgabe, die durch kooperatives Arbeiten erleichtert wird.
Für diese Publikation als Ergebnis des Workshops danke ich zuvörderst allen Autor*innen. Die Finanzierung der Publikation ermöglichte wesentlich die Beauftragte der Bundesrepublik für Kultur und Medien. Weitere Unterstützung boten die Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, die Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte und der Förderkreis des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin in der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin. Ich danke den Kolleg*innen im Münzkabinett, den Staatlichen Museen zu Berlin und der Hauptverwaltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die die nötigen Freiräume für diese Arbeit geschaffen haben. Natalie Osowski ordnet derzeit die Briefkorrespondenz des Münzkabinetts und erleichtert deren Nutzbarkeit. Angela Berthold hat sich des einjährigen Forschungsprojektes angenommen. Unterstützt wurde sie in der Durchführung von Karsten Dahmen und Christian Stoess. Angela Berthold hat auch, gemeinsam mit Alexa Küter, die Redaktion koordiniert. Alexa Küter ist zudem das sorgfältige Layout zu verdanken. Wir sind dankbar für die Aufnahme der Texte in ein Sonderheft der Geldgeschichtlichen Nachrichten, durch das eine gute Verbreitung in der deutschsprachigen Numismatik gewährleistet wird. Dankbar sind wir auch, dass das Heft bereits mit Erscheinen online kostenfrei zu lesen sein wird. "

Research paper thumbnail of Hand Große Kunst. Medaillenkunst in Deutschland von 2007 bis 2020 (2021)
Hand Große Kunst. Medaillenkunst in Deutschland von 2007 bis 2020 Herausgeber: Dietrich O. A. Kl... more Hand Große Kunst. Medaillenkunst in Deutschland von 2007 bis 2020
Herausgeber: Dietrich O. A. Klose und Bernhard Weisser
Reihe: Die Kunstmedaille in Deutschland, Bd. 31 (München 2021)
Essays von Johannes Eberhardt, Martin Hirsch, Dietrich O. A. Klose, Klaus Kowalski, Marica Rizzato Naressi, Bernhard Weisser und Markus Wesche. Katalog von Dietrich O. A. Klose mit Texten der Künstlerinnen und Künstler sowie weiterer Autorinnen und Autoren.
Dieses Buch gibt mit 400 Medaillen, Plaketten und medaillenähnlichen Objekten von 150 Künstlerinnen und Künstlern einen Überblick über die zeitgenössische Medaillenkunst von 2007 bis 2020. Die Arbeiten für diesen Katalog haben die Künstlerinnen und Künstler meist selbst ausgewählt, Die Auswahl zeigt somit Werke, die diesen im Jahr 2020/21 wichtig erschienen. Alle Exemplare sind farbig abgebildet, beschrieben und teilweise mit Kommentaren der Medailleurinnen und Medailleure selbst versehen. Kurzbiografien stellen die beteiligten Künstlerinnen und Künstler vor. Einführende Essays beschäftigen sich mit der Medaillenkunst in Berlin und München, mit der Frage, was eine „Medaille“ ist sowie dem künstlerischen Nachwuchs. Ausstellungen in München (2021) und Berlin (2022) begleiten diesen Band. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Staatlichen Münzsammlung München und dem Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin erfolgte im Rahmen des gemeinsamen Engagements in der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst.
Ladenpreis: 26 EUR
ISBN: 978-3-922840-45-9
Museen & Sammlungen: Bode-Museum, Münzkabinett, Museumsinsel
Themen & Motive: Kunst, Medaillen, Numismatik
Jahr: 2021
Einband: Hardcover
Seiten: 450
Abbildungen: ja
Farbabbildungen: ja
Größe: Breite x Höhe 21,5 x 30,5 cm
Online-Shop der Staatlichen Museen zu Berlin: https://www.smb-webshop.de/museen-und-sammlungen/sammlungen/muenzkabinett/5960/hand-grosse-kunst?c=1018

Research paper thumbnail of Münzkabinett. Menschen Münzen Medaillen (2020)

Münzkabinett, Dec 9, 2020

B. Weisser (Hrsg.), Münzkabinett. Menschen Münzen Medaillen. Das Kabinett 17 (Regenstauf 2020). ... more B. Weisser (Hrsg.), Münzkabinett. Menschen Münzen Medaillen. Das Kabinett 17 (Regenstauf 2020).

Beschreibung:
Das Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin (Preußischer Kulturbesitz), im Jahr 2020 ist ein Museum im Wandel. Seine Wurzeln reichen bis zur Kurfürstlich Brandenburgischen Kunstkammer des 16. Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1868 wurde es unter seinem Gründungsdirektor Julius Friedländer in den Museumsrang erhoben. Mit heute über 540.000 Münzen, Medaillen und anderen numismatischen Objekten ist das Münzkabinett das größte Archiv alten Geldes in Deutschland und gehört zu den fünf bedeutendsten Münzsammlungen weltweit. Für dieses Buch konnten elf Autorinnen und Autoren gewonnen werden, alle Expertinnen und Experten mit langjähriger Berufserfahrung zu den von ihnen behandelten Themen: Johanna Aberle, Elke Bannicke, Karsten Dahmen, Ursula Kampmann, Bernd Kluge, Ulrike Peter, Ljuba Schmidt, Hermann Simon, Christian Stoess, Bernhard Weisser und Petra Winter.
Die Publikation besteht aus drei Abschnitten: Der erste Teil behandelt die Geschichte des Münzkabinetts von einer Fürstensammlung bis zu einem numismatischen Universalmuseum und Forschungsinstitut in einer vernetzten Welt. Der zweite widmet sich den Menschen, die für das Münzkabinett eine bedeutende Rolle spielten; ein Personenverzeichnis am Ende des Bandes führt rund 1.600 Namen auf. Sie reichen von den ‚Hausherren‘ des Museums über Vorbesitzer und Förderer bis hin zu den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in den Projekten des Jahres 2020. Im dritten Teil wird eine Einführung in die archivalischen Quellen zum Münzkabinett gegeben. Die mit 221 überwiegend farbigen Abbildungen versehene Publikation versteht sich als Standortbestimmung des Münzkabinetts in Zeiten gesellschaftlichen Wandels und der sich vollziehenden digitalen Transformation. Inmitten rasanter Veränderungen steht die Erkenntnis von Wilhelm von Humboldt aus dem Jahr 1827: Im Grunde sind es immer die Verbindungen zum Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

Webshop: https://www.smb-webshop.de/museen-und-sammlungen/sammlungen/muenzkabinett/5621/muenzkabinett-menschen-muenzen-medaillen?c=1018

Research paper thumbnail of Heide Dobberkau. Bildhauerin und Medailleurin (2019)

Heide Dobberkau. Bildhauerin und Medailleurin, 2019

B. Weisser (Hrsg.), W. Steguweit - J. Eberhardt, Heide Dobberkau. Bildhauerin und Medailleurin, D... more B. Weisser (Hrsg.), W. Steguweit - J. Eberhardt, Heide Dobberkau. Bildhauerin und Medailleurin, Das Kabinett 18 (Regenstauf 2019). Mit Beiträgen von Wolfgang Steguweit, Johannes Eberhardt, Martin Heidemann, Wolfgang Wissing, Gisa Steguweit und Bernhard Weisser.

Es gibt Medaillen, die sprechen uns unmittelbar an. Sie erfüllen damit ihre wichtige Aufgabe, in der durch den begrenzten Raum eines handtellergrosen Kunstobjektes vorgegebenen Fläche eine knappe Bild- und Textbotschaft zu vermitteln.

Wenn man sie dann nicht beiseitelegt,
wenn die Medaille zu wiederholtem Betrachten einlädt,
wenn man die Medaille dann so aufstellt, dass immer wieder das Auge darauf fällt,
dann sind diese Medaillen für mich eindrückliche Kunstwerke, Mahner und Kraftspender.

Viele der Tiermedaillen von Heide Dobberkau sind solche Werke. Schon der erste Blick löst bei dem Betrachter etwas aus. Mit kunsthistorisch geschultem Blick kann man über die ganz eigene Formen- und Bildsprache der Bildhauerin nachdenken. Die Tierbilder von Heide Dobberkau sind nicht niedlich, und sie sind auch nicht illustrativ. Was sie sind oder zumindest, wie sie gesehen werden können, darüber schreiben Wolfgang Steguweit, Johannes Eberhardt, Martin Heidemann, Wolfgang Wissing und Gisa Stguweit.

Tiere als soziale Wesen
Tiere unterhalten Beziehungen untereinander, aber nicht alle Tiere sind sozial agierende Wesen. Soziale Tiere interagieren mit ihren Artgenossen. Wir haben das Relief einer Pferdeherde von Heide Dobberkau als Covermotiv für den Ausstellungskatalog gewählt, weil dieses eine Werkgruppe von Heide Dobberkau gut veranschaulicht. Auf einer ganzen Reihe ihrer Arbeiten werden nämlich Tiere in der Herde dargestellt. Dies gilt für die Pferde, deren Verhalten sie genau kennt, aber auch für Ziegen und andere Tierarten. Sie werden einige dieser Werke gleich sehen.
Mit diesen Tiergruppen thematisiert Heide Dobberkau etwas, was wir auf Medaillen eher selten sehen. Diese Arbeiten von Interaktion schließen aber nahtlos an unser Ausstellungsthema letzten Jahres an.
Dort stellten wir das Münzkabinett als eine Einrichtung mit langer Geschichte vor, in der viele Personengruppen über die Museumobjekte miteinander verbunden sind. Wir verstehen das Münzkabinett nicht nur als ein Archiv alten Geldes, schon gar nicht als ein mittlerweile gut saniertes Gebäude, sondern vor allem als einen Ort sozialen Agierens. Wir wollen Menschen, die numismatische Objekte schätzen, die Beschäftigung damit erleichtern, wir arbeiten an Netzwerken mit, die sich gegenseitig unterstützen sollen.
Von welchen Gruppen spreche ich: da denke ich zunächst an das Münzkabinett und seine Mitarbeiter, seine Freiwilligen und Nachwuchswissenschaftler,
dann an die Staatlichen Museen und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Die bereits 1843 gegründete Numismatische Gesellschaft zu Berlin mit ihren Münzfreunden ist der Förderverein des Münzkabinetts.
Dann die Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst, deren Gründung 1991 Wolfgang Steguweit zu verdanken ist.
Wir sind eng verbunden mit den Kollegen und Freunde der Nachbarinstitutionen: der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Deutschen Archäologischen Institut, der Numismatische Kommission der Länder der Bundesrepublik Deutschland und dem Internationalen Numismatischen Rat.
In der Numismatik gibt es eine traditionell enge Beziehung zwischen den im öffentlichen Dienst tätigen Numismatikern, den Privatgelehrten, Sammlern und Händlern, die alle dazu beitragen, das Kulturgut Münze und Medaille zu begreifen.
In der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst und dem Berliner Medailleurkreis kommen als eine weitere wichtige Gruppe noch die zeitgenössischen Künstler hinzu, von denen es abhängt, welche Zeugnisse wir den nächsten Generationen hinterlassen.
Das Münzkabinett im 21. Jahrhundert soll nicht nur als Aufbewahrungs- und Sicherungsort wahrgenommen, sondern als Ermöglicher des Miteinander aller an numismatischen Objekten interessierter Menschen.
Als Wolfgang Steguweit im Herbst 2018 der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst eine Ausstellung zu ihrem Mitglied Heide Dobberkau vorschlug, sagte ich für das Münzkabinett sofort zu. Wir verschoben dafür eine andere in Vorbereitung befindliche Ausstellung. Was nun entstanden ist, präsentiert sich als Mehrgenerationenprojekt:

Heide Dobberkau feierte zu Beginn dieses Jahres ihren 90. Geburtstag. Wolfgang Steguweit, der unermüdlich tätige Doyen der Medaillenkunst, ist in seinem 75. Lebensjahr der Motor dieser Ausstellung. In seinen langen Berliner Dienstjahren wurde die zeitgenössische Kunst innerhalb der Medaillenabteilung des Münzkabinetts – auch mit einigen Medaillen Heide Dobberkaus – zur umfangreichsten, ja vielleicht sogar zur besten in Deutschland entwickelt.

Und in Johannes Eberhardt konnten wir einen Kollegen der nächsten Generation gewinnen, der die Ausstellungsvorbereitung als Museumsassistent begann und sich nun als fester wissenschaftlicher Mitarbeiter am Münzkabinett dauerhaft der Medaillenkunst der Neuzeit widmen kann.

Der Staffelstab muss immer weiter gegeben werden: von Künstler zu Künstler, von Sammler zu Sammler und von Museumskurator zu Museumskurator, und jeder Einzelne ist auf seine Weise verantwortlich dafur, dass das Feuer weiter brennt.

Research paper thumbnail of MUSE MACHT MONETEN. Kunst prägt Geld (2016)
A. Küter und B. Weisser, MUSE MACHT MONETEN. Kunst prägt Geld. Eine Ausstellung des Münzkabinetts... more A. Küter und B. Weisser, MUSE MACHT MONETEN. Kunst prägt Geld. Eine Ausstellung des Münzkabinetts mit Leihgaben der Sammlung Haupt "Dreizig Silberlinge - Kunst und Geld". Das Kabinett 16. Regenstauf 2016.

Ausstellungsdauer: Berlin, Bode-Museum  24. November 2016 - 27. Mai 2017

Als 1990 das Wirtschafts- und Geldsystem der Deutschen Demokratischen Republik in dasjenige der Bundesrepublik Deutschland überführt wurde, gab dieser für viele existentielle Einschnitt Anlass zum Nachdenken über die Bedeutung des Geldes überhaupt. Viele Menschen stellten fest, dass in einer arbeitsteiligen Welt dieselbe Tätigkeit in verschiedenen Wirtschaftssystemen unterschiedlich bewertet werden kann. Fähigkeiten, die zuvor begehrt waren, hatten plötzlich ihre Bedeutung verändert. Dies betraf neben vielen anderen Berufsgruppen auch die der Künstler. Sie wurden in die Freiheit wirtschaftlicher Selbstverantwortung entlassen. Dort fanden sie ein System von gewachsenen Beziehungen und eifersüchtig abgesteckte Claims vor. Der Markt schien beherrscht von in sich geschlossenen Kunstvorstelllungen, dominiert von Gurus und Ganoven. Doch auch die eigenen Netzwerke hörten nicht einfach auf zu existieren.
In dieser Zeit der Neuorientierung fanden sich Künstler zusammen, die das Verhältnis der Kunst zum Geld auf unterschiedliche Weise ausloteten. Im Medium der Medaille entstanden insbesondere in den Jahren 1993 und 1994 Arbeiten, die bislang noch keine ausführlichere Würdigung fanden. Es mag den damals beteiligten und heute noch überwiegend aktiven Künstlern seltsam erscheinen, kaum eine Generation später zum Gegenstand einer kunst- und kulturhistorischen Würdigung zu werden. Wir haben einen fremden Blick gewagt, haben nicht allzu viel gefragt, sondern lassen die Arbeiten selbst auf uns wirken.
Bildet das Jahr 2016 einen Kontrast zu jenen Jahren? Wo stehen wir heute? In der neuen Edition MUSE MACHT MONETEN, die wir erstmals vorstellen, geben 31 Künstlerinnen und Künstler, einige von ihnen waren auch vor über 20 Jahren schon dabei, heutige Stimmungsbilder wieder. Unser vorrangiges Ziel der Ausstellung ist es, der Medaille als einer wichtigen künstlerischen Ausdrucksform gerade auch im politischen und gesellschaftlichen Bereich Gehör zu verschaffen. Die Definition der Funktion von Medaillen durch Wolfgang Steguweit aus dem Jahr 1995 gilt weiterhin: Wie eine Sammellinse die Strahlungsenergie in einem Brennpunkt vereinigt, können Medaillen Zeitgeschichte und Zeitgeist in konzentrierter Form künstlerisch widerspiegeln.“ [Steguweit 1995]

Research paper thumbnail of Gold gab ich für Eisen. Der Erste Weltkrieg im Medium der Medaille (2014)
B. Kluge und B. Weisser (Hrsg.), Gold gab ich für Eisen. Der Erste Weltkrieg im Medium der Medail... more B. Kluge und B. Weisser (Hrsg.), Gold gab ich für Eisen. Der Erste Weltkrieg im Medium der Medaille. Berlin 2014
Die gegossene Kunstmedaille ist eine handliche Kleinskulptur in einem an eine meist runde Form gebundenen und zweiseitigen Relief. Die Beherrschung der Platzierung der Gestaltungselemente im Rund und die Reliefierung im Verhältnis zum Grund sind die besonderen Herausforderungen für den Medailleur. Aus diesen gattungsspezifischen Bedingungen ergibt sich eine Spannung, auf die Künstler in allen Zeiten in der ihnen eigenen Formensprache reagierten. Zu den Phasen intensiver Medaillenproduktion in Deutschland gehört die Zeit des Ersten Weltkrieges zwischen 1914 und 1918. Eindrucksvoll illustrieren diese über eintausend Objekte aus diesem kurzen Zeitraum im Besitz des Münzkabinetts. Die damals entstandenen Medaillen und Münzen sind unmittelbare Zeitzeugnisse für die erste große deutsche und europäische Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Spiegelte das Notgeld des Ersten Weltkrieges eine Mangelsituation, so waren die damaligen Künstlereditionen von aufwendig gegossenen Weltkriegsmedaillen patriotischer Luxus für ein elitäres Publikum. Trotzdem sind in keiner Zeit zuvor in nur vier Jahren so vielfältige Kunstmedailleneditionen entstanden, die auch junge Künstler der Moderne mit einbezogen.
Gold gab ich für Eisen im Jahre 1914

Gold gab ich für Eisen – dieses in den napoleonischen Befreiungskriegen kreierte Motto war auch im Ersten Weltkrieg gleichermaßen Stolz und Belohnung der Opferbereiten. Die ungeheuren Erlebnisse des Weltkrieges, in dem wir um unser Dasein kämpfen, in dauernden Gestalten festzuhalten und der spätesten Nachwelt zu überliefern, ist ein Wunsch, der weite Kreise unseres Volkes schon jetzt lebhaft bewegt. Die vaterländische Schaumünze, von Dürer und anderen Künstlern seiner Zeit gepflegt und seit einigen Jahrzehnten bei uns zu neuem Leben erweckt, bietet hierzu ein unvergleichlich wirksames Mittel. So beginnt der Aufruf von 44 »Freunden der deutschen Schaumünze« an die Freunde vaterländischer Kunst, sich ihrem Anliegen einer besonderen Weltkriegs-Medaillenedition anzuschließen. Kein Geringerer als James Simon, der große Kunstsammler und Mäzen der Staatlichen Museen zu Berlin, hat den Aufruf im Dezember 1915 an vorderer Stelle unterzeichnet. Die vor hundert Jahren vom Münzkabinett ausgehende Medaillen-Edition und die dazu zwischen den Künstlern und dem Münzkabinett geführte Korrespondenz bieten einen Einblick in die Weltkriegsjahre und die Situation der Medaille als Erinnerungskunst. Die Medaille sollte der Selbstvergewisserung in einer als bedrohlich empfundenen Umwelt dienen, in der man sich von Feinden umgeben sah, die den (völkerrechtswidrigen) deutschen Einmarsch in Belgien mit den damit verbundenen Kriegstaten als Beweis deutscher Barbarei werteten. Hierzu verwies man in der Medaillenedition der „Deutschen Schaumünze“ auf Dichter und Denker wie auf die - im Vergleich zu anderen Ländern - vielen deutschen Nobelpreisträger. Siegesgewissheit suchte man mit Hinweis auf fortschrittliche Waffentechnik zu vermitteln. Es wurde der neuen Helden in U-Booten und Flugzeugen gedacht, ihr Tod heroisiert. Künstler wie der berühmte Tierbildhauer August Gaul stellten ihre Fähigkeiten in den Dienst der symbolhaften Feindpropaganda. Auch die Zivilgesellschaft sollte gestärkt werden: Die Rolle der Frau wurde aufgewertet, die Moral in Anbetracht der immer weiter steigenden Gefallenenzahlen zu steigern versucht und man geißelte Missstände der schwieriger werdenden Versorgungslage (‚Brotstreckung’, ‚ihre Majestät, die Butterhändlerin’). Mit Kriegsbeginn wurde in Deutschland nach neuen Ausdrucksformen auf den Medaillen gesucht: In einer radikalen Bildsprache schuf Karl Goetz satirische Medaillen. Gleich mehrere Künstler nahmen die Bildtradition des Totentanzes wieder auf. Elemente des Jugendstiles sind zwar gelegentlich noch zu finden, doch diese wurden jetzt als ‚französischer Stil’ abgelehnt. Die Berliner Schaumünzenedition versuchte, an die als gültig empfundene Formensprache der Renaissance anzuschließen. Dass es auch anders ging, bewies neben Karl Goetz auch besonders Ludwig Gies, der eine eigene unverwechselbare Ausdrucksform für die patriotischen Themen fand.

Bei den anderen Kriegsnationen wurde die Medaille sehr viel seltener zu einem Mittel der Kriegspropaganda. Die häufigste Medaille des Weltkriegs, die in Hunderttausenden Exemplaren vergebene britische ‚Next of Kin Memorial Plaque’, zeigt eine ganz andere Memorialfunktion als das deutsche Schaumünzenmodell. Sie feiert keine Siege oder Heldentaten, verunglimpft keinen Gegner, sondern hält schlicht fest, was das Schicksal der meisten der aktiven Kriegsteilnehmer war und was den Angehörigen blieb: die Erinnerung an einen Kriegstoten.

Gold gab ich für Eisen im Jahre 2014

Im Jahr 2013 schuf eine Gruppe von Medailleuren unter dem Thema ‚1914-2014. Gold gab ich für Eisen’ 30 Medaillen, die die Zeit des Ersten Weltkrieges und die letzten einhundert Jahre im Medaillenrund reflektieren. Die Beschäftigung mit dieser Zeit ist nicht angenehm. Der Roman ‚Im Westen nichts Neues’ von Erich Maria Remarque konnte schon den Schüler erschüttern, in den letzten Jahren werden mit Ablauf der Schutzfristen immer mehr grausige Bilder bekannt. Sie sind nun jederzeit und häufig ohne jeden Kommentar im World Wide Web abrufbar. Die 16 Medailleure im Alter von 32 bis 84 Jahren gehören drei verschiedenen Generationen an. Die Auswirkungen der Kriege sind allen - wenn auch in unterschiedlicher Intensität - bewusst. Der Erste Weltkrieg aber ist Geschichte, manchmal Familiengeschichte, vielfach überlagert von Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg, der zusammen mit dem Nationalsozialismus als die eigentliche deutsche Katastrophe im 20. Jahrhundert wahrgenommen wird. Der Aufruf an die Künstler enthielt keine einengenden Vorgaben, entsprechend vielfältig sind die neuen Medaillen. War die Edition der ‚Deutschen Schaumünze’ zwischen 1915 und 1917 vom Patriotismus jener Jahre und von dem Willen der Herausgeber getragen, die Solidarität an der Heimatfront zu stärken, so entstanden jetzt Arbeiten, die vorrangig die Schrecken des Krieges aus heutiger Sicht reflektieren und überwiegend aus einer entschiedenen pazifistischen Haltung heraus geschaffen wurden. In der Ausstellung werden beide Medailleneditionen einander gegenübergestellt. Mit zeitlichem Abstand wächst seit Ende der 1980er-Jahre die Erkenntnis der Zusammenhänge der verschiedenen Kriege dieses Jahrhunderts. Das Jahr 1914 bildete den Auftakt zu einem neuen ‚Dreißigjährigen Krieg’ (Charles de Gaulle, 1941 und 1944 Winston Churchill an Stalin), der nicht einmal für Europa nach dreißig Jahren vorbei war.

Bernhard Weisser (Hrsg.), Natur - Zufall - Kunst. Die Natur im Medaillenwerk von Friedrich Brenne... more Bernhard Weisser (Hrsg.), Natur - Zufall - Kunst. Die Natur im Medaillenwerk von Friedrich Brenner. Die Kunstmedaille in Deutschland Bd. 29 (2014). Mit einem Essay von Mechthild Müller-Hennig, Texten und Fotos von Friedrich Brenner und einem vollständigen Werkverzeichnis der Medaillen, Münzentwürfe und Reliefarbeiten des Künstlers.

Research paper thumbnail of Translatio Nummorum. Römische Kaiser in der Renaissance. Akten des internationalen Symposiums, Berlin 16.-18. November 2011 (2013)
Druckfassung der Vorträge des Kolloquiums, zu dem sich vom 16.–18. November 2011 in der Berlin-Br... more Druckfassung der Vorträge des Kolloquiums, zu dem sich vom 16.–18. November 2011 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und im Bode-Museum Numismatiker und Kunsthistoriker, aber auch Archäologen, Mediävisten, Philologen und Philosophen zusammengefunden hatten.

„Über die ‚Vorzüglichkeit’ (nobiltà) und über den ‚Nutzen’ (utilità) der antiken Münzen“ – so betitelte Enea Vico seine zwei großen Kapitel im ersten Handbuch zur antiken Münzkunde von 1555, in dem dieser gelehrte Antiquar die umfang- und facettenreiche quellenkundliche Bedeutung antiker Prägungen aufzeigte. Zwischen diesen Polen variieren auch die Beiträge des vorliegenden Bandes, die ursprünglich auf dem gleichnamigen interdisziplinären Symposium präsentiert wurden, zu dem sich vom 16.–18. November 2011 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und im Bode-Museum Numismatiker und Kunsthistoriker, aber auch Archäologen, Mediävisten, Philologen und Philosophen zusammengefunden hatten. 
Veranstaltet wurde die Tagung vom Verbundprojekt „translatio nummorum – Die Aneignung der antiken Kultur durch Antiquare der Renaissance im Medium der Münzen“. Zu diesem Projekt, das von April 2009 bis März 2012 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, hatten sich der „Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance“ (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften / Humboldt-Universität zu Berlin), das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und das Kunsthistorische Institut in Florenz (Max-Planck-Institut) zusammengeschlossen. Ziel war es, in einer vergleichenden Analyse ausgewählter Publikationen der Frühen Neuzeit den ‚Nutzen’ bzw. die Rolle der antiken Münzen bei der Erforschung, Interpretation und (Re-)Konstruktion der antiken Kultur und Geschichte beispielhaft für die Zeit von 49 vor Christus bis 96 nach Christus aufzuzeigen. Für die Erfassung der Quellen wurden Datenbanken auf- und ausgebaut und miteinander verknüpft, die nun für weiterführende Forschungen im Netz frei zugänglich sind.
So hat das Kunsthistorische Institut in Florenz eine Reihe der wichtigsten numismatischen Bücher des 16. und frühen 17. Jahrhunderts aus seiner eigenen und auch aus weiteren Bibliotheken digitalisiert und transkribiert und mit einer virtuellen Forschungsumgebung online gestellt. Die Auswahl der Bücher umfasst sowohl Beispiele der Bildnisvitentradition als auch Werke wissenschaftlich-klassifizierenden Charakters und spiegelt in der Bandbreite die Auseinandersetzungen im Ringen um die Herausbildung der Numismatik wider. Damit wurde der Nukleus einer elektronischen Bibliothek der historischen Münzliteratur geschaffen, der einen komfortablen Zugriff bietet und den Vergleich verschiedener Editionen sowie eine werkübergreifende Suche erlaubt (http://tn.khi.fi.it/).
Diese frühneuzeitliche Literatur wurde im „Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance“ ausgewertet, d. h. es wurden die darin beschriebenen und/oder abgebildeten Münzen bestimmt und in der Census-Datenbank, die die antiken Monumente und deren Rezeption erfasst, zum einen als Dokumente aufgenommen, zum anderen mit den entsprechenden antiken Münztypen verlinkt (http://census.bbaw.de/). Dafür wurde vom dritten Partner, dem Münzkabinett Berlin, der dortige Bestand der 4.700 Münzen von Gaius Iulius Caesar bis Domitian im Interaktiven Katalog online gestellt (http://www.smb.museum/ikmk). Die Census-Datenbank ermöglicht den Vergleich sowohl der verschiedenen Interpretationen der einzelnen Münzen durch die frühneuzeitlichen Gelehrten als auch den Vergleich der verschiedenen Darstellungen bzw. Abbildungen in den Büchern mit den originalen Belegen in heutigen Sammlungen.
Diese Datenbanken erlauben es, auf ganz unterschiedliche Weise das Material zu konsultieren. Fragen der eminenten Bedeutung – des ‚Nutzens’ – der Münzen für die Antikenforschung in der Renaissance sind nun leichter zu behandeln.

Auf dem internationalen Symposium „translatio nummorum – Römische Kaiser in der Renaissance“ konnten diese Forschungsinstrumente öffentlich präsentiert werden. Die einzelnen Sektionen des Symposiums waren zum einen den frühneuzeitlichen Schriften und Sammlungen sowie ihren Protagonisten gewidmet, zum anderen ging es um die Rezeption der Münzen selbst als archäologische Artefakte, als Kunstwerke und als Vermittler der Geschichte sowie um deren Neuinterpretation und Manipulation in der Renaissance.
Das Hauptaugenmerk des Symposiums war beispielhaft auf die Aneignung der Münzen der in der Renaissance populären suetonischen Kaiser im 16. Jahrhundert gerichtet. Deutlich wurden aber auch die Vorstufen ab dem 14. Jahrhundert und die Wirkmächtigkeit der frühneuzeitlichen antiquarischen Studien in den nachfolgenden Jahrhunderten. Zum anderen zeigte sich, dass es auch Korrekturen in der Forschungsgeschichte zur Rezeption der griechischen Prägungen bedarf. Der Festvortrag des Symposiums von Ulrich Pfisterer „Sinnes-Wissen. Verblendung und Erleuchtung antiker Kunst in der Renaissance“ war zugleich eingebettet in das Jahresthema der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften „ArteFakte. Wissen ist Kunst – Kunst ist Wissen“.

Für die finanzielle Förderung des Projektes und des Symposiums sei an dieser Stelle erneut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung ausdrücklich gedankt. Unser Dank richtet sich auch an Volker Schütte für die zielführende Betreuung durch den Projektträger.
Für die großzügige pekuniäre Unterstützung des Symposiums sowie der Drucklegung der Tagungsakten danken wir außerdem der Gerda Henkel Stiftung und der Hermann und Elise geborene Heckmann Wentzel-Stiftung. Ebenso herzlich möchten wir der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin und der Erivan und Helga Haub-Stiftung sowie der Kaiser’s Tengelmann GmbH danken. Unser Dank richtet sich auch an die gastgebenden Einrichtungen – die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, das Berliner Münzkabinett und die Humboldt-Universität zu Berlin.
Doch die finanzielle Unterstützung ist nicht alles; ohne das fleißige und uneigennützige Engagement der MitarbeiterInnen unseres Verbundprojektes, zu denen ich auch die wissenschaftlichen und studentischen Hilfskräfte zähle, hätte weder das Projekt eine so erfolgreiche Bilanz erreicht, die in den tausenden Datenbankeinträgen für alle sicht- und nutzbar ist und deren Ergebnisse auch in der Ausstellung im Bode-Museum zu sehen sind, noch hätte das Symposium stattfinden können. An erster Stelle möchten wir uns für die äußerst kooperative, zielgerichtete und angenehme Zusammenarbeit in unserem Verbundprojekt bedanken, insbesondere bei Jan Simane vom Kunsthistorischen Institut in Florenz und seinen Mitarbeitern Ulrike Eydinger, Lisa Hanstein und Wolfram Zieger sowie bei Karsten Dahmen, Sandra Matthies  und Timo Stingl im Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin. Selbstverständlich richtet sich der Dank für die wohlwollende Unterstützung des Projektes auch an die Direktoren Alessandro Nova vom KHI und Bernd Kluge vom Münzkabinett. Ganz besonders, gerade auch in Hinblick auf diese Publikation, danken wir den Gian Franco Chiai, Stefan Luboschik, Vera-Simone Schulz und Neela Struck sowie den vielen fleißigen studentischen Hilfskräften an der BBAW. Danken möchten wir vor allem auch Birte Rubach und Timo Strauch vom Census, die die Arbeit des Teilprojektes stets hilfreich und umfassend befördert haben, ebenso Arnold Nesselrath für das uns entgegengebrachte Vertrauen und die allseitige Unterstützung. Ganz besonders fühlen wir uns auch Peter Seiler verbunden, der die numismatische Arbeit am Census ermöglicht und sich selbstlos für das Zustandekommen des Verbundprojektes eingesetzt hat.
Vor allem und ganz besonders danken wir außerdem Neela Struck, die neben vielen anderen Projektarbeiten auch einen umfangreichen Teil der Redaktion für den vorliegenden Band geleistet hat. Für die unermüdliche und mit äußerster Sorgfalt geleistete Hilfe beim Korrekturlesen gebührt vor allem Barbara Lück Dank, ferner Angela Berthold, Peter Hugo Martin und Birte Rubach.
Des weiteren danken wir den Herausgebern für die Aufnahme des Tagungsbandes in die Reihe „Cyriacus. Studien zur Rezeption der Antike“ und Franz Philipp Rutzen für die verlegerische Betreuung.
Ganz besonders aber sei abschließend allen Teilnehmern – einschließlich den Sektionsleitern – des Symposiums für die Beiträge und interessanten Diskussionen um die weitreichenden Folgen der Herausbildung der numismatischen Gelehrsamkeit im 16. Jahrhundert auf das herzlichste gedankt. Mit dem Projekt und den Studien im Rahmen des Symposiums wurde der Rezeptionsgeschichte antiker Münzen in ihrer breiten Bedeutung für die Herausbildung der Numismatik und der Kunstgeschichte als moderne wissenschaftliche Disziplinen ein neuer Impuls verliehen. Möge sich der Prozess der Erfassung und Auswertung der historischen Schriften – insbesondere auch der Fontes Inediti Numismaticae Antiquae – in gemeinsamer Anstrengung fortsetzen und verstetigen.

Ulrike Peter und Bernhard Weisser

Münzen und Medaillen – 100 Themen. Die Ausstellung des Münzkabinetts im Bode-Museum. München, Berlin, London und New York 2006

Ancient Cypriote Art in Berlin. Nicosia 2001

Beispiele antikerr Münzen aus dem Bestand des Münzkabinetts.

Die kaiserzeitliche Münzprägung von Pergamon. München 1996

Papers by Bernhard Weisser

Research paper thumbnail of Identitätskonstruktionen in Adramyttion. Münzgeschichte und historisches Gedächtnis in einer mysischen Landschaft (2025)

Identitätskonstruktionen in Adramyttion. Münzgeschichte und historisches Gedächtnis in einer mysischen Landschaft (2025)

Ausonius Éditions, Numismatica Antiqua 17, 2025

Bernhard Weisser und Andrea Gorys, Identitätskonstruktionen in Adramyttion. Münzgeschichte und hi... more Bernhard Weisser und Andrea Gorys, Identitätskonstruktionen in Adramyttion. Münzgeschichte und historisches Gedächtnis in einer mysischen Landschaft, in: Saskia Kerschbaum und Hülya Vidin (Hrsg.), Tracing the Local(s): The Local World of Mediterranean Landscapes in Greek and Roman Coinage (Bordeaux 2025) 177–203.

Leider darf der Artikel von Seiten des Verlages hier erst 2027 hochgeladen werden. S. u. Link zum Verlag.

Zum Inhalt: 1.Einleitung: Identitätskonstruktionen –2. Die Ebene von Adramyttion – 3. Mysische Identität – 4. Adramyttion als Hafenort – 5. Thebe, Homer und Adramyttion – 6. Die Gründung des Adramys und die Ebene als Grenzregion – 7. Der lydische Stadtgründer Adramys im Münzbild – 8. Der Reiter auf den Münzen von Adramyttion – 9. Achämenidische und athenische Einflüsse – 10. Zeus als Hauptgottheit – 11. Der Adler des Zeus und dessen Mitwirkung bei der Stadtgründung – 12. Alte und neue Identitätskonstruktionen
Ein Thema dieses Buches ist die Frage nach lokaler Identität. „Lokal“ wird zum einen historisch interpretiert. Zum anderen betrifft es Identitätskonstruktionen, die nur in einer begrenzten Region anzutreffen sind bzw. eine ungewöhnliche Kombination bekannter Elemente aufweist. Um diese zweite Themengruppe soll es im Folgenden gehen.
Was die Bewohner von Adramyttion in Mysien über ihre Stadt und ihr Territorium dachten, worauf sie stolz waren und wie sie ihr Verhältnis zur Nachbarschaft und ihre Stellung in der griechischen Welt und im Imperium Romanum definierten, ist Gegenstand dieses Versuches einer Annäherung. Für die Frage nach Identitätskonstruktionen werden die Münztypen der Stadt mit anderen Quellen in Bezug gesetzt. Die Basis bildet eine Typenzusammenstellung der Münzen von Adramyttion.
Dank: Von Fritze 1913 bildete zu Adramyttion eine Auswahl auf drei Tafeln ab, Stauber 1996 verzichtete ganz auf Bilder. Seit Mitte 2018 widmet sich das Forschungsprojekt „Corpus Nummorum Online – die antiken griechischen Münzen von Moesia inferior, Mysien und der Troas“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Big Data Lab an der Universität Frankfurt der Landschaft Mysien. Das Bundesministerium für Forschung und Wissenschaft förderte dieses Projekt von 2018–2021, derzeit wird es durch die Staatlichen Museen zu Berlin und den Freundeskreis des Münzkabinetts weitergetragen. Es ging zunächst darum, die in Berlin befindlichen Forschungsmaterialien im Sinne eines Typenkataloges zu erfassen. Im Rahmen dieser ersten Erschließungsarbeiten blieb bislang wenig Zeit für weitergehende Beobachtungen. Dieser Text fasst erste Überlegungen zu Adramyttion zusammen. Für Gespräche und Informationen danken wir Stefanie Baars, Karsten Dahmen, Aliye Erol-Özdizbay, Heinrich Ihl, Saskia Kerschbaum, Hüseyin Murat Özgen, Johannes Nollé, Gerhard Plankenhorn, Elmar Schwertheim, Josef Stauber und Vladimir Stolba. Ein weiterer Dank gilt den Museen, Besitzern und Auktionshäusern, die Informationen und Abbildungen zu den in corpus-nummorum.eu erfassten Münzen zur Verfügung gestellt haben.

Research paper thumbnail of Briefe aus Berlin Nr. 82-92. Numismatisch-museologische Betrachtungen (2025)
Briefe aus Berlin. Numismatisch-museologische Betrachtungen, in: MuenzenRevue 50, 2018 - 57, 2025... more Briefe aus Berlin. Numismatisch-museologische Betrachtungen, in: MuenzenRevue 50, 2018 - 57, 2025:

2025
92. Ein Stolperstein für Philipp Lederer (2. Dezember 2025), in: MR 12/2025, 42 f.
91. 75 Jahre Numismatische Kommission der Länder (3. Oktober 2025), in: MR 11/2025, 28 f.
90. Forschungsmaterialien: die Ikonographiekartei von Kurt Regling (14. August 2025), in: MR 10/2025, 28 f.
89. Eine Medaille für Hermann Parzinger (zum 31. Mai 2025), in MR 9/2025, 24 f.
88. IKMK und Bestandspublikation: MODR (10. April 2025), in: MR 7+8/2025, 46 f.
87. Christian Stoess (zum 30. April 2025), in: MR 6/2025, 30 f.
86. Klammern schließen (zum 10. April 2025), in: MR 5/2025, 22 f.
85. Das Logo des Akademievorhabens Imagines Nummorum Graecorum, in: MR 4/2025, 30 f.
84. Horst Kosanke und sein Ehrenamt am Münzkabinett (zum 8. Januar 2025), in: MR 5/2025, 32.
83. Aura, Nimbus und Mandorla, in: MR2/2025, 42.
82. Imagines Nummorum Graecorum, in: MR1/2025, 32 f.

2024 (online)
81. 20 Jahre Erivan und Helga Haub-Stiftung (zum 18. Oktober 2024), in: MR 12/2024, 26.
80. Lücken schließen: Ein Taler des Jobst Nikolaus II. von Hohenzollern, in: MR 11/2024, 32.
79. Assos 2024. Aus der Grabung in die Datenbank, in: MR 10/2024, 48–50.
78. IKMK-Stipendium am Münzkabinett, in: MR 9/2024, 30.
77. klugenumismatik (zum 18. Juni 2024), in: MR 7+8/2024, 30.
76. Themenjahr Fälschungen, in: MR 6/2024, 32f.
75. Forschungsstipendien (zum 20. Mai 2024), in: MR 5/2024, 44.
74. Unser kulturelles Gedächtnis (zum 19. Februar 2024, Tod von Jan Assmann), in: MR 4/2024, 33.
73. Die Fälschungsbelegsammlung der Münzhandlung Seifert in Köln, in: MR 3/2024, 26.
72. Wolfgang Steguweit 80 Jahre (zum 30. Januar 2024), in: MR 2/2024, 32.
71. Menschen zusammenbringen. Jahrestreffen des Forschungsverbundes NFDI4objects in Berlin (zum 17.11.2023), in: MR 1/2024, 45.

2023 (online)
70. Schenkungen an das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin (zum 1. November 2023), in: MR 12/2023, 32-33.
69. Das Fotoarchiv Lübke und Wiedemann im Münzkabinett Berlin, in: MR 11/2023, 45.
68. Die Fundmünzen von Assos, Kampagne im Jahr 2023, in: MR 10/2023, 32f.
67. Halbjahresbilanz (30. Juni 2023), in: MR 9/2023, 42.
66. Die Tagebücher des Münzenfälschers Carl Wilhelm Becker, in: MR 7+8/2023, 29.
65. Jahrestagung der Numismatischen Kommission in Eltville (3. Mai 2023), in: MR 6/2023, 30.
64. Universitäre Münzsammlungen (zum 1. März 2023), in: MR 5/2023, 24.
63. Christiane Steiger-Büchel (zum 1.4.2023), in: MR 4/2023, 30.
62. Namensfragen (2. Februar 2023), in: MR 3/2023, in: MR 3/2023, 30.
61. Die Sammlung Thomas Würtenberger (zum 27. Januar 2023), in: MR 2/2023, 30.
60. Heinrich-Dressel-Vorlesung im Bode-Museum (1. Dezember 2022), in: MR 1/2023, 22f.

2022 (online)
59. Der Walter-Hävernick-Preis 2022 (27. Oktober 2022), in: MR 12/2022, 28.
58. Der Internationale Numismatische Kongress 2022 (17. Oktober 2022), in: MR 12/2022, 26–28.
57. Gedanken zu den Steckmedaillen für Helga und Erivan Haub (29. September 2022), in: MR 11/2022, 46–47.
56. Die Fundmünzen von Assos (19. August 2022), in: MR 10/2022, 42.
55. Bernd Kluge. Eine Laudatio zur Ehrenmitgliedschaft in der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin (23. Juni 2022), in: MR 9/2022, 32.
54. Auf dem Weg nach Warschau (1. Juni 2022), in: MR 7+8/2022, 37.
53. Krieg in der Ukraine (13. März 2022), in: MR 6/2022, 24.
52. Eckhard Plümacher, der Bibliotheksnutzer (3. März 2022), in: MR 5/2022, 20.
51. Digitale Provenienzforschung im Bereich der archäologischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin (28. Februar 2022), in: MR 4/2022, 27.
50. Rückblick und Ausblick (28. Februar 2022), in: MR 4/2022, 26.
49. Medaillenkunst der Gegenwart (27. Januar 2022), in: MR 3/2022, 32.
48. Fünf Jahre Diebstahl der 100 kg-Goldmünze Big Maple Leaf, Teil 2 (zum 27. März 2022), in: MR 2/2022, 30–32.
47. Diebstahl der 100 kg Goldmünze Big Maple Leaf: die Vorgeschichte (zum 27. März 2022), in: MR 1/2022, 26f.

2021 (online)
46. Die Erwerbung der Sammlung Balan zur Kipper- und Wipperzeit (zum 24. Dezember 2021), in: MR 12/2021, 32.
45. Reise in die Troas und nach Mysien (29. September 2021), in: MR 11/2021, 26–28.
44. Fotoaufträge (29. August 2021), in: MR 10/2021, 28.
43. Objektdatenbank, Sammlungsdatenbank, Kerndaten und Themendatenbank (25. Juli 2021), in: MR 9/2021, 28.
42. Halbjahresbilanz (30. Mai 2021), in: MR 7+8/2021, 20.
41. Berlin, Wien und die universitären Münzsammlungen. Das Suchportal der IKMK-Familie https://ikmk.net (20. Mai 2021), in: MR 6/2021, 20.
40. Die Numismatische Kommission der Länder (zum 21. Februar 2021), in: MR 5/2021, 22.
39. Warum gehen Sie ins Museum? (28. Februar 2021), in: MR 4/2021, 28.
38. Corona III. Was sich geändert hat (27. Januar 2021), in: MR 3/2021, 31.
37. Von Eva bis Greta. Video-Vorschau auf eine neue Ausstellung des Münzkabinetts (zum 26. November 2020), in: MR 2/2021, 37.
36. Nachwuchswettbewerbe (Rückblick auf den 8. Oktober 2020), in: MR 1/2021, 24.

2020 (online)
35. Warum der Pergamonaltar nicht mit dem Thron Satans aus dem Johannesevangelium gleichzusetzen ist (21. Oktober 2020), in: MR 12/2020, 24 f.
34. Das Bode-Museum (22. Oktober 2020), in: MR 11/2020, 28f.
33. Dienstjubiläum in stürmischer Zeit (4. August 2020), in: MR 10/2020, 30.
32. Das erste Video-Münzsammlertreffen in Deutschland (25 Juni 2020), in: MR 9/2020, 33.
31. Erwerbungen (zum 10. Juni 2020), in: MR 7+8/2020, 38.
30. Patenschaften (25. April 2020), in: MR 6/2020, 38.
29. Corona-Pandemie (24. März 2020), in: MR 5/2020, 18.
28. Valentina Schröder (29. Februar 2020), in: MR 4/2020, 38.
27. Ein neuer Förderkreis für das Münzkabinett Berlin (23. Januar 2020), in MR 3/2020, 44.
26. Wie eine Ausstellung entsteht (21. Dezember 2019), in MR 2/2020, 42.
25. Peter Robert Franke (zum 30. Dezember 2019), in: MR 1/2020, 44.

2019 (online)
24. Bilanz und Ziele (zum 16. Dezember 2019), in: MR 12/2019, 40.
23. Die Medaillen von Heide Dobberkau (zum 22. November 2019), in: MR 11/2019, 40.
22. Johannes Eberhardt (23. September 2019), in: MR 11/2019, 40.
21. Weitergabe des Staffelstabes in der Medaillenkunst (zum 5. Oktober 2019), in: MR 10/2019, 46.
20. Numismatiker im öffentlichen Dienst in Deutschland (26. Juli 2019), in: MR 9/2019, 40.
19. Bernd Kluge 70 Jahre (zum 18. Juni), in: MR 7+8, 2019, 25.
18. Brüssel, Treffen des Internationalen Numismatischen Rates (27. Mai 2019), in: MR 7+8/2019, 24f.
17. Die Numismatische Kommission in Kassel (15.-17. Mai 2019), in: MR 7+8, 2019, 24.
16. Elke Bannicke (30. April 2019), in: MR 6/2019, 41.
15. Das Münzkabinett als Ausbildungsstätte (18. März 2019), in: MR 5/2019, 30.
14. Besucher und Mitarbeiter (23. Februar 2018), in: MR 4/2019, 43.
13. Wise birds don’t twitter (9. Februar 2019), in: MR 4/2019, 42.
12. Der Geldfresser, mein ständiger Begleiter (1. Februar 2019), in: MR 3/2019, 32f.
11. Was wir sind. Das Leitbild des Münzkabinetts (2. Januar 2019), in: MR 2/2019, 42f.
10. Hans Dietrich Schultz (zum 27. Januar 2019), in: MR 1/2019, 42.

2018 (online)
9. Julius Friedländer (9. November 2018), in: MR 12/2018, 24.
8. Adramyttion (15. September 2018), in MR 11/2018, 28f.
7. “Digital Humanities” in der Numismatik (11. Juni 2018), in: MR 10/2018, 26f.
6. Ausstellung in Speyer (4. Juni 2018), in: MR 7+8/2018, 25.
5. Kluge Frauen (22. April 2018), eine Ausstellung in Berlin, in: MR 6/2018, 25.
4. Numismatik im Aufwind (13. April 2018), in: MR 6/2018, 24f.
3. Erivan Haub (16.März 2018), in: MR 6/2018, 24.
2. Diebstähle im Museum (5. März 2018), in: MR 5/2018, 26-27.
1. Briefe aus Berlin (3. Februar 2018), in: MR 5/2018, 26.

„Viele Menschen fragen sich, was in einem Museum passiert, wenn die Ausstellung eröffnet ist. Rainer Albert und ich saßen auf der World Money Fair zusammen und tauschten uns über die verschiedenen Aktivitäten vom Berliner Münzkabinett aus: „Wie wäre es“, fragte er, „wenn wir Briefe aus Ihrer Perspektive als Museumsnumismatiker erhalten würden? Gerade das 150jährige Jubiläum des Münzkabinetts als eigenständiges Museum bietet hierfür einen passenden Anlass“. „Das ist eine gute Idee“, dachte ich. Mit Twitter (@WeisserBernhard) [Anm. seit 2025 LinkedIn] bieten wir zwar schon Schlaglichter, aber die Form des gedruckten Briefes, eine im 18. und 19. Jahrhundert beliebte Publikationsform, hat ihren eigenen Reiz. Das Münzkabinett mit seinen über 540.000 Objekten ist ja viel mehr als nur ein Ausstellungsort im Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel. Über 1.000 Numismatiker studieren hier jährlich Münzen, Medaillen und Literatur im Großen Studiensaal. Es finden Seminare und Handübungen statt. Die Fortschritte der neuen Medien eröffnen neue Publikationsmöglichkeiten für die Sammlung. Zu den traditionellen Museumsaufgaben kommen neue hinzu. Licht und Schatten: an die großartige Zeit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reichen wir noch lange nicht wieder heran, aber die schrecklichen Phasen des 20. Jahrhunderts haben wir auch hinter uns gelassen. Was erwarten Sie vom Münzkabinett und was von der Numismatik in der Zukunft? Wie ist Ihr Blick auf die öffentlichen Museumseinrichtungen und was möchten Sie wissen?“ Qu.: B. Weisser, Briefe aus Berlin Nr. 1, in: MR 5/2018, 26.
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Josef Liegle (1893–1930) and the education of boys (2025)

B. Weisser, Josef Liegle (1893–1930) and the education of boys, in: P. P. Iossif und Y. Stoyas (H... more B. Weisser, Josef Liegle (1893–1930) and the education of boys, in: P. P. Iossif und Y. Stoyas (Hrsg.), Fleur de Coin: Studies offered to François de Callataÿ by his students and friends (Athen 2025) 602–621.

In the Münzkabinett of the Staatliche Museen zu Berlin we are in constant dialogue with our predecessors. Our closeness arises from caring for the same collection objects, our backgrounds in similar scholarly fields and the continued use of the same workspaces, even the same desks. Yet, in contrast to this familiarity, there are other circumstances that, from the point of our days, are difficult to comprehend. One of these members of an earlier generation of curators is Josef Liegle (1893–1945), who worked at the Münzkabinett between 1928 and 1945 with responsibility for the ancient period. His distinctive handwriting caught my attention early. Yet there has so far been no comprehensive survey of his biography from a numismatic perspective. The Berne classicist E. A. Schmidt in 2007 and 2012, in part with the help of Liegle’s daughter Martha Rohde-Liegle, wrote two important and fundamental contributions on Josef Liegle as a philologist. They offer a new approach to this scholar and classicist
and an opportunity to reassess, together with other sources, the archival materials in the Münzkabinett.
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The Festschrift contribution presented here obliges a limitation on length, which has led to the chosen chronological limit, which ends in 1929/30. The title of this text, “Josef Liegle and the education of boys” (Josef Liegle und die Erziehung des Knaben) arose while writing it, from the fact that this theme, at least until 1927, was a strong concern of Josef Liegle and it is referred to in Liegle’s first two numismatic publications.
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In the knowledge that François de Callataÿ likes this kind of numismatist biography, and in recollection of our friendly shared work, I dedicate this text to him. For suggestions and assistance I must thank Stefanie Baars, Beate Ebelt-Borchert (Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin), Karsten Dahmen, Karl-Ludwig Elvers (Ruhr-Universität Bochum), Andrea Gorys, Viola Gürke, David Hill (American Numismatic Society), Cornelia Hamke (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Wilhelm Hollstein, Arnd Kerkhecker (Universität Bern), Hanna Kneser (Birklehof Hinterzarten), Orla Mulholland (Translation), Natalie Osowski, Daniel Schatz and Thomas von Taschtitzki (Angermuseum Erfurt).
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Eine pdf dieses Aufsatzes darf mit der Erlaubnis der Herausgeber im November 2026 hier hochgeladen werden.