Deutsche Sprache – Wikipedia
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Dieser Artikel behandelt die deutsche Laut- und Schriftsprache. Zur deutschen Gebärdensprache siehe
Deutsche Gebärdensprache
Gesprochen in
Deutschland
Deutschland
Osterreich
Österreich
Liechtenstein
Liechtenstein
Schweiz
Schweiz
Deutschschweiz
Luxemburg
Luxemburg
Italien
Italien
Südtirol
Belgien
Belgien
(u.
a.
Deutschsprachige Gemeinschaft
und
Kanton Malmedy
Frankreich
Frankreich
Elsass
und Nordosten
Lothringens
Danemark
Dänemark
Nordschleswig
Namibia
Namibia
(seit 1990
Nationalsprache
);
außerdem Minderheiten in zahlreichen weiteren
süd-
mittel-
und
osteuropäischen
Staaten (vor allem in
Oberschlesien
und
Siebenbürgen
), in
Zentralasien
sowie in Siedlungen von Auswanderern in Übersee (insbesondere auf dem
amerikanischen
Kontinent)
Sprecher
geschätzt etwa 90 bis 105 Millionen Muttersprachler weltweit,
etwa 80
Millionen
Zweit-
und
Fremdsprachler
weltweit,
davon mindestens 55 Millionen allein in der Europäischen Union (nach
Eurobarometer
Linguistische
Klassifikation
Indogermanische Sprachen
Germanische Sprachen
Westgermanische Sprachen
Offizieller Status
Amtssprache
in
Deutschland
Deutschland
Osterreich
Österreich
Schweiz
Schweiz
Liechtenstein
Liechtenstein
Luxemburg
Luxemburg
Belgien
Belgien
Europaische Union
Europäische Union
(Amts- und Arbeitssprache)
Auf regionaler / lokaler Ebene:
Italien
Italien
Sudtirol
Südtirol
Slowakei
Slowakei
Blaufuss
Kuneschhau
Brasilien
Brasilien
6 Gemeinden in den Bundesstaaten
Santa Catarina
Espírito Santo
und
Rio Grande do Sul
Sonstiger offizieller Status
in
Namibia
Namibia
(„
Nationalsprache
“, bis zum Jahr 1990 auch Amtssprache)
Polen
Polen
(„
Hilfssprache
“ in zahlreichen Gemeinden)
Paraguay
Paraguay
(offizielle Zweitsprache in den autonomen Mennonitenkolonien)
Danemark
Dänemark
(Verkehrs- und Verwaltungssprache der
deutschen Minderheit in Nordschleswig
10
Anerkannte Minderheiten-/
Regionalsprache
in
Brasilien
Brasilien
11
12
13
14
15
Italien
Italien
16
Rumänien
Rumänien
17
Russland
Russland
18
Kasachstan
Kasachstan
19
Kirgisistan
Kirgisistan
20
Slowakei
Slowakei
Tschechien
Tschechien
21
Ungarn
Ungarn
22
Ukraine
Ukraine
23
Sprachcodes
ISO 639
-1
de
ISO 639
-2
) ger
) deu
ISO 639
-3
deu
Die
deutsche Sprache
oder
dɔɪ̯tʃ
24
ist eine
westgermanische Sprache
, die weltweit etwa 90 bis 105 Millionen Menschen als
Muttersprache
und weiteren rund 80 Millionen als
Zweit-
oder
Fremdsprache
dient.
Das Deutsche ist eine
plurizentrische Sprache
, enthält also mehrere
Standardvarietäten
in verschiedenen Regionen. Ihr
Sprachgebiet
umfasst
Deutschland
Österreich
, die
Deutschschweiz
Liechtenstein
Luxemburg
Ostbelgien
Südtirol
, das
Elsass
und den Nordosten
Lothringens
sowie
Nordschleswig
. Außerdem ist Deutsch eine
Minderheitensprache
in einigen europäischen und außereuropäischen Ländern, z.
B. in
Rumänien
und
Nationalsprache
im afrikanischen
Namibia
. Deutsch ist die meistgesprochene
Muttersprache
in der Europäischen Union (EU).
25
Ursprünglich existierte ein
Dialektkontinuum aus zahlreichen regionalen Varietäten
, das sich aufgrund der
zweiten Lautverschiebung
in
hochdeutsche
oberdeutsche
und
mitteldeutsche
),
niederfränkische
und
niederdeutsche
Gruppen gliedern lässt. Die heutige deutsche Standardsprache entwickelte sich überwiegend aus den hochdeutschen Dialekten und fungiert als überregionale Dachsprache für sowohl hoch- als auch niederdeutsche Varietäten sowie für eine kleine Anzahl niederfränkischer Dialekte. Niederdeutsch („Platt“) wird historisch und genetisch häufig als eigenständige Sprache betrachtet; es kann jedoch, sofern es von der deutschen Standardsprache überdacht wird, auch als
deutsche Varietät
aufgefasst werden, während niederfränkische Dialekte die Grundlage der
niederländischen Dialekte
und
Standardsprache
bilden.
Die deutsche
Standardsprache
mit ihren Standardvarietäten
bundesdeutsches Deutsch
österreichisches Deutsch
und
schweizerisches Deutsch
entwickelte sich seit Beginn der Neuzeit als Ergebnis komplexer Normierungs- und Ausgleichsprozesse, wobei seit dem 19. Jahrhundert die verbindliche Fixierung von Sprachnormen an Bedeutung gewann. Das
Standarddeutsche
überspannt als
Dachsprache
den Großteil der Mundarten des Dialektkontinuums. Eine Ausnahme sind z.
B. die Luxemburger Dialekte, die nunmehr unter
Letzebuergesch
und somit nur noch indirekt als Deutsch zusammengefasst werden.
26
Die wissenschaftliche Disziplin, die die deutsche Sprache und
deutschsprachige Literatur
in ihren historischen und gegenwärtigen Formen behandelt, wird
Germanistik
genannt (dieser Ausdruck bezieht sich also meist nicht auf die germanischen Sprachen insgesamt).
Definition
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Unter dem Begriff „deutsche Sprache“ wird heute primär die auf der Grundlage von
mitteldeutschen
und
oberdeutschen Dialekten
entstandene hochdeutsche Standardsprache (Standardhochdeutsch) verstanden. Die
Dialekte
(Mundarten) des
Dialektkontinuums
werden dagegen nur teilweise von dieser Sprache
überdacht
Zum Deutschen werden darüber hinaus die historischen Vorgängersprachen
Althochdeutsch
(Sprachcodes nach ISO 639-2, 639-3:
goh
) und
Mittelhochdeutsch
(Sprachcodes nach ISO 639-2, 639-3:
gmh
) gezählt sowie neuere umgangssprachliche Varietäten oder Mischsprachen (z.
B.
Missingsch
) innerhalb des Geltungsbereiches der deutschen Standardsprache.
Das
Luxemburgische
sowie manche Auswandererdialekte (z.
B.
Pennsylvania Dutch
) oder Übergangsdialekte gehen zurück auf Varietäten des Dialektkontinuums.
Das
Jiddische
, das auf das Mittelhochdeutsche zurückgeht, hat sich vor allem unter
slawischen
und
hebräischen
Einflüssen eigenständig und mit einer eigenen Schriftsprache weiterentwickelt; Ähnliches gilt für die lexikalisch auf dem Deutschen basierende
Kreolsprache
Unserdeutsch
Glottonyme
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Das Wort „deutsch“
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Hauptartikel
Deutsch (Etymologie)
Das Wort oder
Glottonym
hat sich aus dem
germanischen
þeuðō
‚Volk‘,
ahd.
thiota, thiot
und dem daraus abgeleiteten Adjektiv ahd.
thiutisk
(um 1000),
mhd.
diutisch, diutsch, tiutsch, tiusch
entwickelt. Es bedeutet so viel wie ‚zum Volk gehörig‘ und entwickelte sich zu einer Bezeichnung für die Sprache der germanischen Stämme Mitteleuropas, die im Gegensatz zur Sprache der angrenzenden
romanischen
Bevölkerung und zum
Latein
stand.
27
Eine parallele Bildung ist schon im
gotischen
Adverb
þiudiskō
belegt, mit dem der
altgriechische
Ausdruck
ethnikṓs
(ἐθνικῶς) ‚heidnisch‘ übersetzt wurde. Später wurde auch das altenglische
þēodisc
in gleicher Weise für lat.
gentīlis
‚heidnisch‘ verwendet.
27
In seiner lateinischen Form
theodisce
findet man das Wort erstmals in einem Synodenbericht des päpstlichen Nuntius
Georg von Ostia
aus dem Jahre 786:
„[…] et in conspectu concilii clara voce singula capitula perlecta sunt et tam latine quam theodisce […]“
„[…] und im Konziliarsplenum werden mit lauter Stimme die einzelnen Kapitel gelesen, sowohl auf Lateinisch als auch in der Sprache des Volkes […]“
Aus dem Zusammenhang geht hervor, dass hier die
altenglische
Sprache im Gegensatz zu dem vom Klerus verwendeten Latein gemeint war.
27
Nur zwei Jahre jünger ist der erste Beleg aus dem kontinental-germanischen Sprachgebiet, als in einer Anklage gegen den
baierischen Herzog
Tassilo III.
auf dem
Reichstag
zu
Ingelheim
eine germanische Übersetzung für dessen angebliche
28
„Fahnenflucht“ genannt wurde: „quod theodisca lingua
harisliz
dicitur“.
29
Seit
Karl dem Großen
wurde der Ausdruck
theodisca lingua
zur amtlichen Bezeichnung für die
altfränkische
Volkssprache und zunehmend auch für die Gesamtheit der in seinem Reich gesprochenen germanischen Dialekte.
30
Später wurde auch die althochdeutsche Form
diutisc
bezeugt. So erscheint neben
theodiscus
seit etwa 880 auch mittellateinisch
diutiscus, tiutiscus
27
Die „sprachliche Selbstbezeichnung“
war – im Gegensatz zur Entwicklung im Englischen und den nordgermanischen Sprachen – von der Karolingerzeit bis heute kein primär ethnischer Volksname. Stattdessen wurde sie als übergreifende Sprachbezeichnung verwendet für eine überregionale sprachliche Gemeinsamkeit der kontinental-südgermanischen Stammesdialekte gegenüber dem Lateinischen sowie den romanischen, slawischen und nordgermanischen Sprachen. Diese Bezeichnung war zunächst unabhängig von der späteren Unterscheidung zwischen Hochdeutsch, Niederdeutsch und Niederländisch sowie von politischen Gegebenheiten, die mit den sprachgeografischen Strukturen oft nicht übereinstimmten. Ein allgemeines, wenngleich vages Bewusstsein einer sprachlichen Zusammengehörigkeit – jedoch keineswegs einer Einheit – existierte vor der Entstehung der pränationalen Standardsprachen und der Nationalstaaten, aber bis ins 17./18. Jahrhundert war dieses Bewusstsein vielmehr mit einem starken Gefühl für die (mündliche und schriftliche) Eigenständigkeit der jeweiligen
Regionalsprachen
verbunden. Diese waren zunächst Stammessprachen und gliederten sich seit dem
Spätmittelalter
zunehmend nach politischen Territorien sowie Verkehrs- und Siedlungsverhältnissen.
31
Die Zusammenschreibung der Landesbezeichnung (zunächst im Sinne von „
deutscher Sprachraum
“) begegnet erstmals im spätmittelhochdeutschen
Tiutschland
und setzte sich seit dem 16.
Jahrhundert allgemein durch.
27
Bezeichnungen des Deutschen in anderen Sprachen
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Hauptartikel
Deutsch in anderen Sprachen
Aufgrund der wechselhaften politischen
Geschichte
des deutschen Sprachraums sowie seiner Mittellage zwischen den Gebieten romanischer und slawischer Sprachen gibt es mehr unterschiedliche Formen für den Namen der deutschen Sprache als für die meisten anderen
Sprachen
der
Welt
. Allgemein kann man die Namen der deutschen Sprache aber aufgrund ihrer Herkunft in sechs Gruppen zusammenfassen:
Vom Wort „deutsch“ abgeleitete Glottonyme
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Hauptartikel
Deutsch (Etymologie)
Diese Gruppe wird zunächst von den anderen germanischen Sprachen gebildet:
Afrikaans
Duits
Dänisch
tysk
Färöisch
týskt
Westfriesisch
Dútsk
Isländisch
þýska
Jiddisch
daytsh
דײַטש
Luxemburgisch
däitsch
Niederdeutsch
(in
):
düütsch
Niederdeutsch (in
NL
):
Duuts
Niederländisch
Duits
Norwegisch
tysk
Pitcairn-Englisch
doich
Schwedisch
tyska
Daneben erscheinen Ableitungen vom Wort „deutsch“ auch in einigen romanischen Sprachen:
Bündnerromanisch
tudestg
Französisch
t(h)iois
(veraltet),
tudesque
(latinisiert)
Furlanisch
todesc
Italienisch
tedesco
Katalanisch
teutó
(Sprache),
tudesc
(Volksbezeichnung)
Ladinisch
tudësch
Sardisch
und
Korsisch
tedescu
Spanisch
tudesco
32
(heute wenig gebräuchlich)
Darüber hinaus:
Chinesisch
déyǔ
德語
德语
oder
déyìzhìyǔ
德意志語
德意志语
dé[yìzhì]
= Lautübertragung des Wortes „deutsch“;
yǔ
„Sprache“)
Vietnamesisch
tiếng Đức
oder
Đức ngữ
tiếng
oder
ngữ
„Sprache“;
Đức
ist die [sino-]vietnamesische Aussprache desselben Sinographems
wie im chinesischen Namen)
Japanisch
doitsu-go
ドイツ語
oder
独逸語
doitsu
= Lautübertragung des Wortes „duits“ aus dem Niederländischen;
go
„Sprache“)
Koreanisch
: toich'wieo 도이취어 (in Nordkorea), sonst
dogileo
독일어 (abgekürzt: 독어)
(Die gleichen Sinographeme wie im japanischen Namen, aber in
sinokoreanischer
statt
sinojapanischer
Aussprache:
→독
dok
→일
il
→어
eo.
Latein
(lingua) theodisca
Nordsamisch
duiskkagiella
oder
tuiskkagiella
Taiwanisch
dik-gok ue
德國話
德国话
Vom Wort „Sachsen“ abgeleitete Glottonyme
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Mit „Sachsen“ ist das historische Volk der
Sachsen
gemeint, das den heutigen
niedersächsischen
Sprachraum besiedelte.
Estnisch
saksa
Finnisch
saksa
Inarisamisch
säksikiela
In der
irischen
und
walisischen Sprache
bezeichnen die Wörter
Sasanach
bzw.
Saesneg
die
Angelsachsen
bzw. die heutigen Engländer.
Von „*něm-“ abgeleitete Glottonyme
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Werbung für die deutsche Sprache an der
Deutschen Botschaft Prag
In den
slawischen
Sprachen kann der Begriff für „deutsch“ auf die (
rekonstruierte
urslawische
Wurzel
něm-
für „stumm“ zurückverfolgt werden. Dies war ursprünglich eine allgemeine Bezeichnung für alle Fremden aus dem europäischen Westen, welche die slawischen Sprachen nicht verstanden und mit denen die Kommunikation dadurch schwierig bis unmöglich war (vgl. griechisch
barbaros
). Eine Ausnahme bildet das
Mazedonische
, in dem sich der Begriff
germanski (
германски
durchgesetzt hat.
In teilweise von slawischen Lehnwörtern geprägten Sprachen wie dem
Ungarischen
oder dem
Kasachischen
entstanden ähnlich lautende Begriffe, wie ungarisch
német
oder kasachisch
nemis (
неміс
. In der Vergangenheit war zudem im
Rumänischen
der den slawischen Sprachen entlehnte Begriff
nemțește
üblich, wird heute jedoch zunehmend durch den Begriff
germană
ersetzt. Die gegenwärtig gebrauchten Übersetzungen der „deutsch[en Sprache]“ sind:
Bosnisch
Kroatisch
Montenegrinisch
Serbisch
n(j)emački,
немачки
Bulgarisch
немски (nemski)
Kasachisch
неміс
(nemis)
Kaschubisch
miemiecczi
Kirgisisch
немис (nemis)
Kroatisch
njemački
Niedersorbisch
nimšćina
Obersorbisch
němčina
Polnisch
niemiecki
Rumänisch
nemțește
(heute wenig gebräuchlich, neben
germană
Russisch
немецкий
(nemezkij)
Slowakisch
nemčina
Slowenisch
nemščina
Tschechisch
němčina
Ukrainisch
німецька
(nimez'ka)
Ungarisch
német
Belarussisch
нямецкая (njamezkaja)
Der
arabische
Begriff für
Österreich
an-Nimsā
النمسا
) wurde ebenfalls den slawischen Sprachen entlehnt.
Beispiele für den Familiennamen „Deutscher“ sind u.
a. der polnische Radrennfahrer
Przemysław Niemiec
, der slowakische Fußballspieler
Adam Nemec
, der deutsche Jurist
Reinhard Nemetz
oder, in der
movierten
Form einer weiblichen Namensträgerin, die tschechische Schriftstellerin
Božena Němcová
Vom Wort „Alamannen“ abgeleitete Glottonyme
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Die
Alamannen
waren eine
Bevölkerungsgruppe
des westgermanischen Kulturkreises, deren Gebiet sich an der Grenze zum „Welschland“ (
Frankreich
Italien
) befand. Die Bezeichnung
Alemannisch
für das Deutsche verbreitete sich in erster Linie über das Französische.
Arabisch
ألمانية
(almāniyya)
Baskisch
aleman
Bretonisch
alamaneg
Französisch
allemand
Galicisch
alemán
Katalanisch
alemany
Kornisch
Almaynek
Korsisch
alimanu
Kurdisch
Almanî
Lingala
lialémani
Persisch
آلمانى
(ālmānī)
Portugiesisch
alemão
Spanisch
alemán
Tetum
alemaun
Türkisch
Almanca
Walisisch
Almaeneg
Vom Wort „Germanen“ abgeleitete Glottonyme
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Die Verwendung von „
Germane
“ oder „Germania“ ist eine eher jüngere Erscheinung, die im Gefolge der
Renaissance
zu suchen ist. Die Verbreitung in außereuropäische Sprachen geschah vor allem über das Englische.
Albanisch
Gjermanisht
(unbestimmt),
Gjermanishtja
(bestimmt)
Armenisch
: Գերմաներեն
(Germaneren)
Bulgarisch
германски (Germanski)
Englisch
German
(zu
Dutch
, der englischen Bezeichnung für das Niederländische, siehe den Artikel
Niederländisch (Name)
).
Esperanto
germana (lingvo)
Georgisch
გერმანული (ენა)
Germanuli
ena
-Sprache))
Hebräisch
גרמנית
(germanit)
Hindi
: जर्मन
(jarman)
Ido
Germana linguo
Indonesisch
Bahasa Jerman
(Bahasa = „Sprache“; Jerman = Lautübertragung des englischen Wortes „German“)
Interlingua
(lingua) german
Irisch
Gearmáinis
Kiswahili
Kijerumani
Manx
Germaanish
Mazedonisch
германски (germanski)
Mongolisch
Герман
(German)
Neu-Griechisch
Γερμανικά
Jermaniká
, Neutrum Plural)
Rumänisch
germană
Schottisch-Gälisch
Gearmailtis
Thai
(ภาษา) เยอรมัน
(phasa) yoeraman
Tibetisch
འཇར་མན་སྐད
('dscher man skad, „dser man kä“ in
Ü-Tsang-Tibetisch
Sonderformen
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Hebräisch
: אשכנזית
aschkenasit
, nach
Aschkenas
als
mittelalterliche
Bezeichnung für deutschsprachige Länder.
33
Bezeichnungen in den baltischen Sprachen
Jatwingisch
miksiskai
Litauisch
vokiečių
vokiškai
Lettisch
vācu
oder seltener
vāciešu
Altpreußisch
miksiskāi
Gebärdensprachen
In der deutschen, britischen und einigen weiteren
Gebärdensprachen
ist die Gebärde für
ein an die Stirn gelegter und nach oben gestreckter Zeigefinger, der die
preußische
Pickelhaube
nachahmt.
Geschichte
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Hauptartikel
Deutsche Sprachgeschichte
Ausgliederung und Konstituierung der deutschen Sprache aus dem Germanischen
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Die Geschichte der (hoch-)deutschen Sprache wird häufig in vier Abschnitte (
Sprachstufen
) unterteilt:
34
750–1050:
Althochdeutsch
(„inti thin quena Elysabeth gibirit thir sun“ – volle
Neben
- und Endsilben, differenzierte Endungsflexion)
Das Althochdeutsche unterscheidet sich durch die
Zweite Lautverschiebung
von den anderen germanischen Sprachen. Diese Verschiebung führte zur Entstehung der Laute
pf
(vergleichbar mit dem englischen „pipe“ und dem deutschen „Pfeife“) und
ts
(vergleichbar mit dem englischen „cat“ und dem deutschen „Katze“). Das Althochdeutsche zeichnet sich durch volle Nebensilben aus, in denen alle langen und kurzen
Vokale
auftreten können. Grammatische Informationen über
Kasus
und
Numerus
sind in den Endvokalen enthalten, was auf einen stark synthetischen Sprachbau hinweist.
Trotzdem ist das Althochdeutsche keine einheitliche Sprache, sondern in verschiedene
Mundarten
und Schreibdialekte unterteilt, die grob in die Gruppen
Alemannisch
Bairisch
und
Fränkisch
eingeteilt werden können. Althochdeutsche Texte weisen oft eine Mischung verschiedener Mundarten auf, da der Ort der Abschrift und der Ursprungsort des Originals nicht zwangsläufig identisch sind. Das Gedicht
Christus und die Samariterin
ist ein Beispiel für eine alemannische Abschrift eines fränkischen Originals und zeigt Elemente beider Mundarten.
1050–1350:
Mittelhochdeutsch
(„und Elîzabêth dîn hûsvrowe sal dir geberin einen sun“ –
Nebensilbenabschwächung
Die mittelhochdeutsche Periode ist geprägt vom Einfluss des
Ritterstands
als Kulturträger, der französisch-provenzalische Vorbilder übernimmt und literarische Stoffe importiert. Das führt zur Integration zahlreicher französischer
Lehnwörter
ins Mittelhochdeutsche. Im Gegensatz zur althochdeutschen Zeit, in der vor allem
Kleriker
schrieben, sind nun weltliche
Dichter
wie
Walther von der Vogelweide
aktiv.
Ab dem 12. Jahrhundert entstehen vermehrt deutsche
Texte
mit profanem Inhalt. Das
Alexanderlied
des
Pfaffen Lamprecht
(um 1140) ist das erste weltliche Epos, das die Unternehmungen
Alexanders des Großen
behandelt. Die höfische Ritterliteratur entwickelt sich in der Epik (mit der Artussage als zentralem Stoff) und im Minnesang. Das Nibelungenlied verarbeitet germanischen Sagenstoff, und es entsteht deutsche Sachliteratur, wobei die ersten deutschen Urkunden um die Mitte des 13. Jahrhunderts überliefert sind.
Sprachlich unterscheidet sich das Mittelhochdeutsche vom Althochdeutschen durch die
Abschwächung der Nebensilben
, was zum Zusammenbruch des
Kasussystems
führt. Der
Artikel
entwickelt sich als Ersatz für verlorene Kategorien. Die Sprachentwicklung im Mittelhochdeutschen führt zu einem analytischeren Sprachbau, begleitet von
Auslautverhärtung
und der Entwicklung des
Umlauts
zum
Pluralzeichen
. Trotz regionaler Vielfalt zeigt die Sprache der höfischen Dichter eine Tendenz zur Vereinheitlichung für eine überregionale Verständlichkeit.
1350–1650:
Frühneuhochdeutsch
(„vnd deyn weyb Elisabeth wirt dyr eynen son geperen“ – mitteldt.
Monophthongierung
und nhd.
Diphthongierung
Das Frühneuhochdeutsche zeichnet sich durch die Herausbildung einer überregionalen deutschen Schriftsprache aus. Geprägt vom Niedergang der
feudalen
Ordnung, dem Aufstieg des
Bürgertums
und der Einführung von
Universitäten
und
Schulen
, erlebt es eine Zunahme schriftlicher Texte, darunter Rechtstexte, Polizeiverordnungen und satirische Werke wie das
Till-Eulenspiegel
-Buch. Die Übersetzung ausländischer Literatur wird populär, während sprachbeschreibende Textsorten entstehen.
Innersprachlich grenzt sich das Frühneuhochdeutsche durch Veränderungen ab, darunter die neuhochdeutsche Diphthongierung, mitteldeutsche
Monophthongierung
Apokope
Synkope
und
Dehnung
in offenen Tonsilben. Regionale Unterschiede prägen die Entwicklung, wobei die
Diphthongierung
bereits im 12. Jahrhundert in
Kärnten
und
Südtirol
auftritt und sich im 13. Jahrhundert im
bairischen
Raum verbreitet. Die Tilgung abgeschwächter Nebensilben (
Apokope
Synkope
),
Großschreibung
von
Nomen
und die Ablösung des intonatorischen Prinzips in der Zeichensetzung sind weitere Merkmale dieser Phase.
ab 1650:
Neuhochdeutsch
(„Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären“ – überregionale und normierte
Standardsprache
Umgangssprachen
Dialekte
Die Entstehung der heutigen deutschen
Schriftsprache
erfolgte während der frühneuhochdeutschen Zeit, mit der Verbreitung von Drucken. Diese Periode zeichnet sich durch zwei Entwicklungslinien aus: die Hinwendung zur Schriftsprache und die gleichzeitige Weiterentwicklung der
Dialekte
. Das sprachliche Gefüge wurde komplexer, mit mündlichen Dialekten, vereinheitlichenden Drucken und zahlreichen geschriebenen Varianten dazwischen, die mehr oder weniger den regionalen Mündlichkeiten folgten. Die Herausbildung der neuhochdeutschen Schriftsprache wird als komplexer Prozess der Normierung und des Ausgleichs betrachtet, der den gesamten Zeitraum des Frühneuhochdeutschen abdeckt. Diese Entwicklung wurde durch die vermehrte Verwendung der deutschen Sprache im Vergleich zum
Lateinischen
in schriftlichen Überlieferungen, die Erfindung des
Buchdrucks
, die
Papierherstellung
, die wachsende Bedeutung der Städte und des Bürgertums sowie die Einflüsse der humanistischen und reformatorischen Bewegungen gefördert (Quelle: Claudine Moulin-Fankhänel).
Die Ausgliederung und Konstituierung der deutschen Sprache aus dem Germanischen kann als dreifacher sprachgeschichtlicher Vorgang verstanden werden:
35
Im 4. bis 7. Jahrhundert: die zunehmende Differenzierung vom Spätgemeingermanischen über das Südgermanische zum Elbgermanischen und, in geringerem Maß, zum Rhein-Weser-Germanischen, auf denen die frühmittelalterlichen Stammesdialekte beruhen.
Im 7. bis 9. Jahrhundert: die Integration im fränkischen Reichsverband zum
Althochdeutschen
. Die – im 10. Jahrhundert ausgestorbene und in
Norditalien
beheimatete –
Langobardische Sprache
gehörte gemäß der heutigen Sprachwissenschaft wahrscheinlich auch zu den Vorfahren dieser Gruppe.
Ab dem 15./16. Jahrhundert: die schrift- oder hochsprachliche Überschichtung auf hochdeutscher (genauer: ostmitteldeutscher und südostdeutscher) Grundlage, wobei auch das Niederdeutsche der deutschen Sprache endgültig einverleibt wurde, obschon eine Beeinflussung vom Hochdeutschen her seit althochdeutscher Zeit festzustellen ist.
Altfränkisch
Altalemannisch
Altbairisch
Langobardisch
Westfränkisch
Altniederländisch
Altmittel- und Althochfränkisch
Altoberdeutsch
Altsächsisch
Althochdeutsch
Mittelniederdeutsch
Mittelhochdeutsch
Niederdeutsch
Hochdeutsch
Nieder- und Hochdeutsch
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Der westgermanistische Sprachraum (ohne
Altenglisch
) im
Frühmittelalter
36
Legende:
Altniederländische Varietäten
Althochdeutsche Varietäten
Altfriesische Varietäten
Altsächsische Varietäten
Markierung des kontinentalwestgermanischen Dialektkontinuums
Darstellung des
deutschen Sprachraums
des Sprachforschers
Karl Bernhardi
aus dem Jahr 1843.
Diese Karte aus der Zeit der frühesten Germanistik enthält einige historische Besonderheiten: So werden u.
a.
Schwedisch
und
Dänisch
der deutschen Sprache untergeordnet, erscheint das
Englische
als unverwandt und werden das
Niederländische
Friesische
und „
Sassische
“ zusammenfassend als „Niederdeutscher Sprachstamm“ dargestellt.
Die verschiedenen Varianten der heutigen deutschen Sprache werden in zwei Abteilungen zusammengefasst, in
Hochdeutsch
und in
Niederdeutsch
. Beide Bezeichnungen wurden aus dem Niederländischen entlehnt.
37
Als
hoghen duutsche
und
neder duutsche
tauchten sie in einem
mittelniederländischen
Text von 1457 erstmals auf.
38
Zunächst hatten die Bezeichnungen eine rein geografische Bedeutung. Mit
Niederdeutsch
waren die Sprachen am Niederrhein und Westfalens gemeint, wohingegen
Hochdeutsch
(oft synonym mit dem anfangs häufiger verwendeten
Oberländisch
) für die Sprachformen des Hügel- und Berglandes am Rhein verwendet wurde. Mit dem Aufkommen der Sprachwissenschaft als Wissenschaft im 19. Jahrhundert wurde der Begriff
Hochdeutsch
verwendet, um alle
kontinentalwestgermanischen
Dialekte
zu bezeichnen, die im frühen
Mittelalter
an der
zweiten oder hochdeutschen Lautverschiebung
beteiligt waren (Alemannisch, Bairisch, Ost-, Rhein-, Mittelfränkisch, Ostmitteldeutsch = ober- und mitteldeutsche Mundarten = hochdeutsche Mundarten). Die niederdeutschen Dialekte haben, wie das
Englische
Friesische
und
Niederländische
, diese zweite Lautverschiebung nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil mitgemacht.
Einen ersten Ansatz zu einem überregionalen Ausgleich der Mundarten hat man teilweise in der
mittelhochdeutschen
Dichtersprache
der
höfischen Dichtung
um 1200 sehen wollen. In der Tat ist teilweise das Bemühen der Dichter zu erkennen, nur regional verständliches Vokabular und dialektale lautliche Besonderheiten zu vermeiden, um ein überregionales Verständnis ihrer Werke zu ermöglichen. Andererseits war die Breitenwirkung der an den Fürstenhöfen tätigen Dichter eher gering, da damals nur ein kleiner Teil der Bevölkerung lesen und schreiben konnte oder einen Zugang zu dieser elitären Kunst hatte. Der Beginn der neuhochdeutschen Schrift- und Standardsprache kann daher erst in überregionalen Ausgleichsprozessen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit gesehen werden.
Während die Standardsprache in den meisten europäischen Ländern aus dem Dialekt der jeweiligen Hauptstadt hervorgegangen ist, stellt die heutige hochdeutsche Sprache (Standardsprache) eine Art „Kompromiss“ zwischen den mittel- und oberdeutschen Dialekten südlich der sogenannten
Benrather Linie
dar.
In
Norddeutschland
hat das
Standardhochdeutsche
, vor allem im Gefolge der
Reformation
, als Amts- und Schulsprache das einheimische Niederdeutsche sowie in Schleswig auch das
Dänische
und in Ostfriesland das Friesische größtenteils verdrängt. Zur Blütezeit der
Hanse
jedoch fungierte das
Mittelniederdeutsche
als Verkehrssprache im nordöstlichen
Nord-
und gesamten
Ostsee
raum.
39
Auch
Martin Luther
(1483–1546) war für die deutsche Sprachentwicklung von Bedeutung. Jedoch gab es bereits um 1350 Ansätze zu einer überregionalen Schriftsprache, die man in der Forschung
Frühneuhochdeutsch
nennt. Im donauländischen Bereich war eine relativ große Einheitlichkeit erreicht worden, urteilt
Werner Besch
, und Luther rückte die von ihm verwendeten, ostmitteldeutschen Formen an diese südlichen Dialekte heran. Er stand mitten im Strom der Entwicklung. Seine Bibelübersetzung war allerdings ein wichtiges Werk, das Vorbildcharakter hatte und durch seine weite Verbreitung jedermann – vor allem jedem Lehrer – zugänglich war.
Die Herausbildung der hochdeutschen Schriftsprache war im 17. Jahrhundert zum Großteil abgeschlossen. Durch die Beseitigung der sogenannten
Letternhäufelung
im 18. Jahrhundert wurde das seitdem in Grundzügen kaum veränderte deutsche Schriftbild abgerundet.
In den Niederlanden entwickelten flämische und brabantische Städte, wie
Brügge
Gent
und
Antwerpen
, sich im
Hochmittelalter
zu Handelsmetropolen.
40
41
42
43
44
In diesem hochurbanisierten Gebiet entwickelte sich, fast gleichzeitig mit der hochdeutschen Schriftsprache, aus den südniederländischen Mundarten auch eine
Ausgleichssprache
, der Vorläufer der späteren
niederländischen Standardsprache
. Das Hochdeutsch konnte sich dadurch nie zur
Amtssprache
der
Burgundischen Niederlande
entwickeln und hat folglich die Dialekte im niederländischen Sprachraum nahezu nicht beeinflusst. Im 17. Jahrhundert war die niederländische Standardsprache in erheblichen westlichen Teilen des heutigen
Nordrhein-Westfalens
und
Niedersachsens
die dominante Schriftsprache. In den meisten Schulen des heutigen deutschen
Kreises Kleve
war Niederländisch bis ins 19. Jahrhundert Unterrichtssprache.
45
Nach soziolinguistischen Kriterien können die von der deutschen Standardsprache überdachten niederfränkischen Mundarten auf deutschem Staatsgebiet heute jedoch nicht mehr zum Niederländischen gerechnet werden; aufgrund der heutigen Überdachungssprache gehören sie zu den deutschen Mundarten.
46
Sprachgeschichte und Lautwandel
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Die geschichtlichen Abschnitte des Deutschen sind eng verknüpft mit Erscheinungen des
Lautwandels
. Die sogenannte
hochdeutsche Lautverschiebung
, eine Erscheinung des Konsonantensystems, trennt das Deutsche (in Form des
Althochdeutschen
) von den restlichen
kontinentalwestgermanischen
Dialekten. Dieser Lautwandel wird von den niederdeutschen Dialekten nicht vollzogen; insofern ist die deutsche Standardsprache in ihrem Konsonantensystem vom Süden und der Mitte des Sprachgebiets bestimmt.
47
Der Übergang von
Mittelhochdeutsch
zu Frühneuhochdeutsch ist im Bereich der Laute vor allem durch
Monophthongierung
und
Diphthongierung
gekennzeichnet. Beide sind Erscheinungen des Vokalsystems. Während die Diphthongierung vom Südosten des Sprachgebiets ausgeht und im niederdeutschen Norden wie im alemannischen Südwesten nicht vollzogen wird, ist für die Monophthongierung der mitteldeutsche Sprachraum als Ausgangspunkt bestimmend.
Insgesamt beharrt der niederdeutsche Norden sowohl im Bereich der Konsonanten als auch im Bereich der Vokale auf altem Sprachzustand. Der alemannische Südwesten vollzieht nur die lautlichen Veränderungen im Bereich der Vokale nicht; der bairische Südosten trägt zur deutschen Sprache die Diphthongierung bei, vollzieht aber die Monophthongierung nicht.
Sprachstandardisierung
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Titelblatt des deutschen Wörterbuches von Johann Christoph Adelung 1774
Titelblatt zum ersten Band des
Deutschen Wörterbuches
Die
sächsische Kanzleisprache
(auch Meißner Kanzleideutsch) entwickelte sich im Zeitalter des
deutschen Humanismus
. Sie bildete eine Voraussetzung für ein den Dialekten übergeordnetes, allgemeines Standarddeutsch, wie es Martin Luther in seiner Bibelübersetzung von 1522 verwirklichte. Als Gegenstück existierte die vom Kaiser seinen Beamten verordnete
Maximilianische Kanzleisprache
, die oberdeutsche Sprachgewohnheiten aufwies und sich in Form der
Oberdeutschen Schreibsprache
im heutigen Süddeutschland und in Österreich durchsetzte und dort bis ins 18. Jahrhundert verwendet wurde. Nach dem
Siebenjährigen Krieg
sah sich
Maria Theresia
jedoch gezwungen, die Sächsische Kanzleisprache auch im Süden des Reichs zur Standardsprache zu erklären.
Mit der Zunahme der Anzahl der Schreibkundigen und der Bedeutung der Schriftlichkeit trat der Lautwandel in seiner Bedeutung für die Sprachgeschichte zugunsten bewusster Normierung zurück. Als einer der wichtigsten Grammatiker des 18. Jahrhunderts gilt
Johann Christoph Adelung
, dessen 1774–1786 veröffentlichtes
Wörterbuch
großen Einfluss auf seine Zeitgenossen und die
Lexikografie
ausübte.
Jacob
und
Wilhelm Grimm
begannen 1852 mit der Herausgabe des umfassendsten
Deutschen Wörterbuchs
, das 1961 vollendet wurde, aber seither einer Überarbeitung unterzogen wird.
Die hochdeutsche
Rechtschreibung
wurde im Laufe des 19.
Jahrhunderts zunehmend normiert. Ein Durchbruch zu einer hochdeutschen „Einheitsschreibung“ gelang mit dem
Orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache
von
Konrad Duden
(1880), das in der
Rechtschreibnormierung von 1901
in leicht veränderter Form – ohne amtlichen Status zu erreichen – zur Grundlage der amtlichen Rechtschreibung erklärt wurde. Konkurrenzlos war der
Duden
in jener Zeit indes nicht: Neben anderen nichtamtlichen Wörterbüchern wie etwa dem sogenannten „
Buchdruckerduden
“ – herausgegeben ebenfalls vom Bibliographischen Institut und Konrad Duden – und dem unter Mitwirkung
Nikolaus Weckleins
verfassten
Wörterverzeichnis der deutschen Rechtschreibung
(1903) von
Georg Ammon
48
gab es amtliche Regelwörterbücher mit teilweise abweichenden Rechtschreibregeln wie zum Beispiel das
Amtliche Wörterverzeichnis für die deutsche Rechtschreibung zum Gebrauch in preußischen Kanzleien
(1903) oder die
Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis – Ausgabe mit einheitlichen Schreibweisen
in Österreich (1904). Die Abweichungen lagen unter anderem in der Zulassung oder Nichtzulassung mehrerer Schreibweisen (z.
B.:
Keeks
Cakes
Kakes
, heute:
Keks
), in der Darstellung des s-Lautes vor z in
deutscher Schrift
und
Fraktur
, in der Abänderung oder Nichtabänderung von Eigennamen (z.
B.
Göthe
statt
Goethe
Bismark
statt
Bismarck
). Mit dem „Buchdrucker-Duden“ von 1903 wurde zudem speziellen Abänderungswünschen des Deutschen Buchdrucker-Vereins, des Reichsverbandes Österreichischer Buchdruckereibesitzer und des Vereins Schweizerischer Buchdruckereibesitzer Rechnung getragen.
1996, 2004 und 2006 kam es zu
Rechtschreibreformen
(siehe auch:
Geschichte der deutschen Rechtschreibung
). Auch die hochdeutsche
Aussprache
erfuhr im späten 19.
Jahrhundert Regelungsversuche, vor allem durch das Aussprachewörterbuch von
Theodor Siebs
. Diese Regelungen erreichten aber nicht das Niveau an Verbindlichkeit, das Duden mit der Rechtschreibung erreichte. Im Gegensatz zur hochdeutschen Schriftsprache ist die niederdeutsche Schriftsprache offiziell nicht normiert, wird aber zunehmend durch die 1956 in Hamburg aufgestellten „Regeln für die plattdeutsche Rechtschreibung“ und das Wörterbuch von
Johannes Saß
beeinflusst.
Einflüsse anderer Sprachen auf die deutsche Sprache
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Durch ihre zentrale Lage in Europa wurde die deutsche Sprache über die Jahrhunderte durch andere Sprachen beeinflusst. Im
Mittelalter
und der Zeit davor war es vor allem die
lateinische
Sprache, aus der sich die deutsche Sprache bediente. So sind viele alltägliche Wörter, vor allem aus Architektur, Religion und Kriegswesen (z.
B.
Fenster, Karren, Keller, Kloster, Kampf
), aus dem Lateinischen entlehnt. Auch die
altgriechische Sprache
hat das Deutsche in Religion, Wissenschaft und Philosophie stark beeinflusst (z.
B.
Kirche, Pfingsten, Demokratie, Krypta, Philosophie, Physik
). Teilweise verschwanden durch die Entlehnungen die zuvor gebräuchlichen Begriffe vollständig:
Arzt, Mediziner
und das umgangssprachlich verwendete
Doktor
verdrängten als Bezeichnung für den Heilkundigen beispielsweise schon frühzeitig die Begriffe
Laachi
oder
Lachi
und
Bader
Seit dem späten Mittelalter wurde die deutsche Sprache in den Bereichen Handel, Finanzwesen (etwa
brutto, netto, Konto, Risiko, Bankrott
) und Musik (etwa
Piano, Cembalo, da capo, bravo!
) stark durch die
italienische Sprache
beeinflusst. Später war es dann vor allem die
französische Sprache
, die großen Einfluss auf das Deutsche ausübte. Da nach dem
Dreißigjährigen Krieg
an vielen
Höfen
Französisch gesprochen wurde und selbst
preußische
Könige diese Sprache besser beherrschten als Deutsch, das nach
Voltaire
nur zur Kommunikation mit Soldaten und Pferden gebraucht wurde, kamen vor allem Wörter aus dem vornehmen Bereich in die deutsche Sprache (etwa
Boulevard, Konfitüre, Trottoir
).
Im Verhältnis zum Gesamtvolumen aller fremdsprachlichen Lehnwörter im Textkorpus der deutschen Sprache beträgt der Anteil des
Niederländischen
vom 12. bis zum 17. Jahrhundert zwischen 3 und 4
%.
49
Bestimmte Sprachbereiche des Deutschen wurden stark vom Niederländischen geprägt; so gibt es vor allem in der
Seemannssprache
viele Entlehnungen, wie zum Beispiel die Wörter
Matrose
Hängematte
oder
Harpune
, und in den Benennungen verschiedener Meerestiere, wie
Kabeljau
Hai
Makrele
Pottfisch
Walross
Bückling
und
Garnele
50
51
Manche deutsche Wörter, wie
Tanz
und
Preis
, sind letztendlich französisch in ihrem Ursprung, aber sind, besonders im Mittelalter, vom Niederländischen beeinflusst worden, bevor sie das deutsche Sprachgebiet erreichten.
52
Auch aus den slawischen Sprachen (beispielsweise
Grenze, Gurke, Pistole
), dem
Jiddischen
und dem
Rotwelsch
(beispielsweise
meschugge, Kaff, Schickse, Schlamassel, Zoff
) kamen einige Wörter ins Deutsche, jedoch war der Einfluss dieser Sprachen im Vergleich zu den vorgenannten wesentlich geringer.
In Handel
(Magazin, Tarif, Tara)
, Botanik
(Orange, Kaffee, Ingwer)
, Medizin
(Elixier, Balsam)
, Mathematik
(Algebra, Algorithmus, Ziffer)
, Chemie
(alkalisch, Alkohol)
und Astronomie
(Almanach, Zenit, Rigel)
lassen sich auch Einflüsse aus dem
Arabischen
ausmachen, die verstärkt im Mittelalter beispielsweise durch die
Kreuzzüge
nach Europa und somit auch nach Deutschland kamen. Aber auch in alltäglichen Begriffen wie
Koffer, Benzin
oder
Limonade
lassen sich
arabische Einflüsse bzw. Ursprünge
nachweisen.
Ab Mitte des 20.
Jahrhunderts verstärkte sich der Spracheinfluss des
Englischen
auf das Deutsche (siehe
Anglizismen
). Diese Entwicklung wird von manchen skeptisch betrachtet, insbesondere dann, wenn es genügend deutsche
Synonyme
gibt. Kritiker merken auch an, es handle sich oftmals (beispielsweise bei
Handy
) um
Scheinanglizismen
Mitunter wird auch eine unzureichende Kenntnis der englischen Sprache für die Vermischung und den Ersatz bestehender deutscher Wörter durch Scheinanglizismen verantwortlich gemacht. So sprechen einer Studie der
GfK
zufolge nur 2,1
% der Arbeitnehmer verhandlungssicher Englisch. In der Gruppe der Unterdreißigjährigen bewerten jedoch über 54
% ihre Englischkenntnisse als gut bis exzellent.
53
Für bessere Sprachkenntnisse könne demzufolge effizienterer Englischunterricht beitragen, und statt der Ton-
Synchronisation
von Filmen und Serien solle eine
Untertitelung
der englischsprachigen Originale mit deutschem Text erfolgen. Dies würde zugleich zu einer besseren Abgrenzung zwischen den Sprachen und einer Wahrung deutscher Sprachqualität beitragen.
54
Im Zuge des weltweiten Handels und des Imports von exotischen Früchten und
Tieren
sind auch Wörter aus ganz exotischen Sprachen mittlerweile ein gewöhnlicher Bestandteil des Alltags. So zählen beispielsweise zu den
Tupi
-Wörtern, die bis ins Deutsche gelangt sind,
Piranha
(„Zahn-Fisch“),
Tapir
Kaschu
(auch
Cashew
„Nierenbaum“),
Maracuja
(„Pflanze, die Früchte gibt“),
Maniok
(„Haus der Göttin Mani“) und
Carioca
(„Haus der Carijós“ = Einwohner von Rio de Janeiro nach dem Dorf Carioca, an dessen Stelle Rio erbaut wurde), ebenso
Ananas
(„gutriechende Frucht“) und
Jaguar
(„Dschungelhund“).
Einflüsse im 20. Jahrhundert
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Deutscher Sprachgebrauch im 21. Jahrhundert: Mischung aus Deutsch, Englisch und Französisch in einem Bekleidungshaus
Auch im 20. Jahrhundert gab es starke Einflüsse auf die deutsche Sprache. Zum einen wurde durch die weite Verbreitung audiovisueller
Massenmedien
eine natürliche Tendenz zur
Standardisierung
gefördert, zum anderen wurde in ländlichen Gebieten bewusst eine Umerziehung von der Dialektsprache zum Hochdeutsch vorangetrieben. Hinzu kommt der Einfluss des
Zweiten Weltkrieges
, der dazu geführt hat, dass
deutsche Sprachinseln in Europa weitgehend zerstört
wurden, dass viele Sprecher der jüdischen Dialekte des Deutschen und der dem Deutschen nahen
jiddischen
Sprache ermordet (
Holocaust
) wurden oder als sprachliche Minderheit außerhalb der deutschen Sprachzone leben und aufgrund der Dominanz der umgebenden Sprachen die Verwendung des Deutschen bzw. des Jiddischen immer mehr verlieren. Auch hat die
Teilung Deutschlands
zu einer unterschiedlichen Entwicklung des Vokabulars und der Ausdrucksformen geführt; dies ist Gegenstand
sprachwissenschaftlicher
Forschung.
55
Dem entgegensteht eine erneut vereinheitlichende Tendenz durch die gemeinsamen Medien und die personelle Mobilität in der Zeit nach der
Wiedervereinigung
. Besonders seit dem Zweiten Weltkrieg sehr bedeutend geworden ist der englische, genauer:
angloamerikanische
Einfluss auf die deutsche Sprache, insbesondere in Westdeutschland; dieser zeigt sich in der Form von
Anglizismen
, hauptsächlich im Wortschatz, in
Redewendungen
und in der
Valenz
einiger
Verben
. Ein abwertender Begriff zur Umschreibung dieses Sprachgebrauchs ist „
Denglisch
“ (Deutsch-Englisch).
Initiativen gegen den Einfluss fremder Sprachen
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Die Bestrebungen, die deutsche Sprache nach Möglichkeit frei von Einflüssen aus fremden Sprachen zu halten, sind nicht neu. Während heute vielfach die in die deutsche Sprache einfließenden
Anglizismen
– wie beispielsweise
abchecken, Net, Charts, in 2004
– in der Kritik stehen, galten die Abwehrversuche in der Vergangenheit vor allem den Einflüssen aus dem
Altgriechischen
, dem
Latein
und dem
Französischen
Verfechterin eines Schutzes der deutschen Sprache vor der Verfremdung („Verwelschung“, „Sprachverketzerung“) war im 17.
Jahrhundert besonders die
Fruchtbringende Gesellschaft
. In dieser Zeit schuf man neue Ausdrücke, die zum Teil noch heute fester Bestandteil des deutschen Wortschatzes sind, wie beispielsweise „Mehrzahl“ (statt
Numerus pluralis
oder
Pluralis
), „Mundart“ (statt
Dialekt
), „Verfasser“ (statt
Autor
), „Wörterbuch“ (statt
Vocabularius, Dictionarium, Diktionär
oder
dictionnaire
), „Jahrhundert“ (statt
Säkulum
), „Anschrift“ (statt
Adresse
), „Lehrsatz“, „Staatsmann“ und „Briefwechsel“. Viele Wörter entstanden dabei als direkte Übersetzungen der lateinischen Wortstrukturen in sinngleichen Präpositionen und Wortstämmen
althochdeutscher
Herkunft (etwa „Rückblick“ statt
Retrospektive
). Im Allgemeinen wurden die Latinismen aus dem Wortschatz aber nicht verdrängt, sondern sind als Synonyme erhalten. Im Gegensatz zu den Latinismen im Wortschatz der französischen oder englischen Sprache ist die Sinnherkunft vieler in dieser Zeit neugeprägter Wörter auch für Nicht-Lateiner erkennbar und semantisch zugänglich.
In anderen Fällen schoss man damals in der Absicht, fremdsprachliche Wörter durch neue deutsche zu ersetzen, aber über das Ziel hinaus. Zumindest konnten sich die folgenden Neubildungen nicht durchsetzen. So sollte
Spiegel
durch „Schauglas“ (das letztlich einen
anderen Sinn
erhielt),
Pistole
durch „Meuchelpuffer“,
Nase
durch „Gesichtserker“ oder
Mumie
durch „Dörrleiche“ ersetzt werden, während die römische Göttin der Morgenröte
(Aurora)
in
Rötinne
und die Göttin der Liebe
(Venus)
in
Lustinne
umbenannt werden sollte. Allerdings ist umstritten, ob diese Götternamen wirklich ersetzt werden sollten. Sie könnten auch als bloße Erklärungen fungiert haben.
56
Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sorgte vor allem der
Allgemeine Deutsche Sprachverein
, Vorgänger der
Gesellschaft für deutsche Sprache
, für neue Wortschöpfungen. Manche von ihnen konnten sich
– insbesondere im Bereich des Straßen- und Schienenverkehrs
– durchsetzen oder wurden zumindest als Synonym angenommen, beispielsweise „Landstraße“ für
Chaussee
, „Abteil“ für
Coupé
, „Umwelt“ für
Milieu
oder „Leitbild“ für
Ideal
. Eine Reihe dieser Wortschöpfungen haben sich nur in Deutschland und Österreich durchgesetzt, nicht aber in der Schweiz, sodass die ursprünglichen fremdsprachigen Begriffe mittlerweile wie
Helvetismen
erscheinen: „Bürgersteig“ für
Trottoir
, „Torwart“ für
Goalie
, „Elfmeter“ für
Penalty
, „Schaffner“ für
Conducteur
, „Fahrschein“ für
Billet
, „Bahnsteig“ für
Perron
, „Fernsprecher“ für
Telephon
, „Kraftwagen“ für
Automobil
, „Erdgeschoss“ für
Parterre
sind Beispiele. Von den beiden vorgeschlagenen Alternativen für
Elektrizität
oder
Electricität
konnte sich „Strom“ behaupten, während „Glitz“ nicht den Gefallen der Bevölkerung fand. „Elektrizität“ blieb aber erhalten und wurde sprachlich mit dem neuen Synonym „Strom“ sogar in Begriffen wie „elektrischer Strom“ oder „E-Strom“ verbunden. Weitere dieser Wortneuschöpfungen des ausklingenden 19. und beginnenden 20.
Jahrhunderts, die sich nicht durchsetzen konnten und daher heute als Kuriosa wirken, sind neben vielen anderen: „Strahlfang“ für
Empfangsantenne
, „Nahrohr“ für
Mikroskop
, „Glitzbetrieb“ für
Elektromotor
, „Kraftwagenschuppen“ für
Garage
, „Schneckel“ für
Spirale
, „Zielung“ für
Tendenz
Verschriftlichung
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Den Übergang von der
Mündlichkeit
zur
Schriftlichkeit
vollzog die deutsche Sprache zu einem großen Teil im Mittelalter. Frühere, noch erhaltene Schriftzeugnisse der
Germanen
stämme sind in der
Runenschrift
verfasst, die für
Inschriften
benutzt wurde und wohl im Zuge der
Christianisierung
im
Frühmittelalter
außer Gebrauch kam. Die Sprache der Akten und Urkunden, der Rechtsbücher, der Geschichtsschreibung, der Wissenschaft überhaupt und der Poesie wurde die lateinische als
lingua universalis
. Nach und nach verfasste man Schriftstücke deutscher Sprache mit
lateinischen Buchstaben
. Dies begann mit den
Zeugen
listen der Urkunden, welche deutsche Eigennamen enthalten. Die ersten entstanden im 7.
Jahrhundert im westfränkischen Gebiet. Die früheste deutsche Lyrik ist das
Wessobrunner Gebet
auf einem Schriftzeugnis von ca. 790. Das noch
germanisch-mythologische
Hildebrandslied
dürfte kurz nach 800 verschriftlicht worden sein. Im 9.
Jahrhundert folgten erste größere Dichtungen in althochdeutscher Sprache wie die
Evangelien-Harmonie
Otfrieds von Weißenburg
. Erst im 12. Jahrhundert begann eine reiche Entwicklung der deutschen Dichtung.
57
Obwohl die erste heute noch erhaltene Urkunde in deutscher Sprache, eine
Schenkungsurkunde
aus
Augsburg
, schon zwischen 1063 und 1077 erstellt wurde, nahm die deutsche Urkundensprache erst im ausgehenden 12. Jahrhundert im Südwesten des Sprachgebiets ihren Anfang. Es handelt sich um
Schiedssprüche
Kaufverträge
Schreinsurkunden
. Die deutsche Urkundensprache nahm in den
oberrheinischen
und donauischen Gebieten ihren Ursprung und breitete sich nach
Niederdeutschland
aus, welches doch einige Jahrzehnte länger dem Lateinischen die Treue hielt. Das erste deutschsprachige Reichsgesetz war der
Mainzer Landfriede
von 1235. Königsurkunden waren vor
Friedrich
II.
(13.
Jh.) fast ausschließlich lateinisch, schrittweise setzte sich das Deutsche durch und sie wurden unter
Ludwig dem Bayern
(14.
Jh.) bereits häufig auf Deutsch verfasst.
57
Im 14. und 15. Jahrhundert kam es zu einem signifikanten Anstieg deutscher
Belletristik
sowie von
Andachts-
und
Erbauungsbüchern
und schließlich zur ersten deutschen
Bibelübersetzung
Reformatorische
Schriften und die
evangelische Kirche
im Allgemeinen wirkten wie ein Motor für die deutsche Schriftsprache. Einen kleinen Dämpfer erhielt das Deutsche durch den
Humanismus
, in dessen Dunstkreis ausschließlich auf Lateinisch geschrieben wurde. 1570 bildeten die auf Lateinisch verfassten Bücher noch 70
% aller in Deutschland gedruckten Bücher. Das lateinische Geschriebene wich gegen Ende des 17. Jahrhunderts hinter das deutsche zurück (ab 1692), als auch die Wissenschaft die deutsche Schriftsprache verwendete.
Christian Thomasius
hielt im Winter 1687/1688 an der
Universität Leipzig
eine
Vorlesung
auf Deutsch und durch seinen Einfluss wurde die
Universität Halle
, wo er später seinen
Lehrstuhl
hatte, eine der ersten Universitäten mit deutscher Unterrichtssprache. Die
Geschichtswissenschaft
bediente sich im späten 17. Jahrhundert mehrheitlich des Deutschen für ihre Schriftwerke, im 18. Jahrhundert zogen die
Philosophie
und die
Medizin
nach. Am spätesten wurde die
Rechtswissenschaft
eingedeutscht, da hatte erst 1752 das Deutsche die größere Anzahl an Werken aufzuweisen.
57
Um 1730 bildeten die lateinischen Schriften nur noch 30
% der Erscheinungen des Büchermarktes, ehe das Lateinische als Schriftsprache gegen 1800 so gut wie ausstarb, außer in der
katholischen Theologie
57
Varietäten
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Der deutsche Sprachraum ist ein Teil des kontinental-westgermanischen
Dialektkontinuums
, in dem gewöhnlich benachbarte lokale Mundarten gegenseitig verständlich sind und die Unterschiede umso größer werden, je weiter voneinander entfernt zwei Mundarten gesprochen werden. Gemein ist dem gesamten deutschen Sprachraum nur die
Standardsprache
, die die Mundarten und regionalen Umgangssprachen
überdacht
und die ihrerseits mehrere Standardvarietäten umfasst. Die Unterschiede zwischen den Standardvarietäten sind jedoch relativ gering, während manche Mundarten im deutschen Sprachraum von anderen Mundartsprechern oder standarddeutschen Sprechern kaum verstanden werden.
Die wissenschaftliche Einteilung der
deutschen Mundarten
beruht auf Untersuchungen des 19.
Jahrhunderts. Zur gleichen Zeit begann vielerorts eine Herausbildung von
Umgangssprachen
als einer Art Mischform zwischen Standardsprache und Dialekt. Abgesehen davon, dass in den Schulen die hochdeutsche Standardsprache unterrichtet wurde und wird, hatte im 20. Jahrhundert vor allem die stark anwachsende Verbreitung von
Hörfunk
und
Fernsehen
entscheidenden Einfluss auf die Sprachentwicklung; in Deutschland kamen der Untergang geschlossener Dialekträume und die geographische Bevölkerungsmischung aufgrund der
Fluchtbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg
hinzu. Seit Mitte des 20.
Jahrhunderts verdrängt daher die Umgangssprache verstärkt die alten Dialekte. In der Schweiz und in Österreich herrscht bis heute wesentlich häufiger Dialektgebrauch, doch die Tendenz zur Superregionalisierung ist auch dort zu beobachten.
58
Standardvarietäten
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Die nationalen und regionalen Varietäten der deutschen
Standardsprache
Innerhalb der
plurizentrischen
deutschen Standardsprache
werden als Standardvarietäten zum einen das
bundesdeutsche
, das
österreichische
und das
Schweizer Standarddeutsch
, zum anderen – mit einem geringeren Grad an normativer Selbständigkeit – das Standarddeutsch Belgiens,
Südtirols
, Liechtensteins und
Luxemburgs
unterschieden.
In Deutschland, Österreich, Südtirol und dem deutschsprachigen Teil Belgiens erfüllen die jeweiligen Varietäten des Standarddeutschen jeweils alle typischen Funktionen einer Standardsprache. In der Schweiz beschränkt sich die Verwendung der Schweizer Varietät des Standarddeutschen überwiegend auf den Bereich der
Schriftsprache
, Umgangssprache sind fast ausschließlich die
schweizerdeutschen
Dialekte. In Luxemburg existiert neben der luxemburgischen Form des Standarddeutschen eine eigenständige
luxemburgische
Standardvarietät, die einige der Funktionen einer Standardsprache erfüllt.
Der standardisierte Wortschatz, der in allen sieben nationalen Voll- und Halbzentren des deutschsprachigen Raumes identisch ist, wird als
Gemeindeutsch
bezeichnet. Dieser Wortschatz des Gemeindeutschen stellt keine eigene
Sprachvarietät
dar, bildet aber den Grundstock aller Varietäten des Standarddeutschen.
Siehe auch
Variantenwörterbuch des Deutschen
bundesdeutsches Hochdeutsch
und
DDR-Sprachgebrauch
Dialekte
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Deutsches Sprachgebiet um 1900 (nach
Peter Wiesinger
und
König
59
60
) mit den folgenden dialektalen Großgruppen:
Niederfränkisch
1.
Niederrheinisch
Niederdeutsch
4.
Westfälisch
5.
Nordniedersächsisch
6.
Ostfälisch
7.
Mecklenburgisch-Vorpommersch
8.
Brandenburgisch
9.
Mittelpommersch
10.
Ostpommersch
11.
Niederpreußisch
Mitteldeutsch
12.
Ripuarisch
13.
Luxemburgisch
14.
Moselfränkisch
15.
Rheinfränkisch
16.
Zentralhessisch
17.
Nordhessisch
18.
Osthessisch
19.
Thüringisch
20.
Nordobersächsisch
21.
Südmärkisch
22.
Obersächsisch
23.
Schlesisch
24.
Hochpreußisch
Oberdeutsch
25.
Oberfränkisch
26.
Nordbairisch
27.
Zentralbairisch
28.
Südbairisch
29.
Schwäbisch
30.
Niederalemannisch
31.
Mittelalemannisch
32.
Hochalemannisch
33.
Höchstalemannisch
Deutsche Sprachinseln in fremdsprachigem Gebiet
Ausspracheabstände von Dialekten in Deutschland, kartiert nach Clustern:
61
Niederdeutscher Cluster
Ostmitteldeutscher Cluster
Oberdeutscher Cluster
Ripuarischer Cluster
Niederrheinisch-westmünsterländischer Cluster
Eine Grobeinteilung der
deutschen Dialekte
erfolgt üblicherweise entlang der
Benrather Linie
in die niederdeutschen Dialekte im Norden, die die
zweite deutsche Lautverschiebung
nicht mitgemacht haben, und die hochdeutschen Dialekte im Süden, die von der zweiten deutschen Lautverschiebung betroffen sind.
Die hochdeutschen Dialekte lassen sich nochmals in mittel- und oberdeutsche Dialekte einteilen. Als (Sprach-)Grenze zwischen mittel- und oberdeutschen Dialekten wurde früher häufig die
Karlsruher Linie
euch/enk
-Linie an der ostfränkisch-bairischen und die
mähe/mähet
-Linie an der südfränkisch-schwäbischen Dialektgrenze) angeführt. Heute wird allgemein die
Speyerer
Appel/Apfel
-Linie), für den Westen aber auch die dort fast gleich verlaufende
Germersheimer Linie
Pund/Pfund
-Linie) als Sprachgrenze zwischen Ober- und Mitteldeutsch angesehen.
In den meisten mittel- und oberdeutschen Varietäten ist die zweite hochdeutsche Lautverschiebung nur teilweise durchgeführt, so auch in den ostmitteldeutschen Varietäten, die zu einem großen Teil zur Herausbildung der Standardsprache beigetragen haben. Das Mittel- und Oberdeutsche variiert dabei vom
Hoch-
und
Höchstalemannischen
sowie
dem bairischen Tirolerischen
, die als einzige Varietäten die zweite deutsche Lautverschiebung vollständig durchgeführt haben, bis hin zu Varietäten, in denen die Lautverschiebung sehr eingeschränkt vorhanden ist. Im Allgemeinen wird jedoch die Benrather Linie
(maken/machen)
als Nordgrenze der hochdeutschen Varietäten angesehen.
Als
Niederdeutsch
werden diejenigen Varietäten bezeichnet, in denen die zweite bzw. hochdeutsche Lautverschiebung nicht oder nur zu einem geringen Teil vollzogen worden ist. Das Niederdeutsche stammt vom
Altsächsischen
ab und wird in Norddeutschland und im Nordosten der Niederlande (dort unter der Bezeichnung „nedersaksisch“) gesprochen. Von den Sprechern wird es strikt als eigenständige Sprache verstanden. Das Niederdeutsche hat im Rahmen der
Sprachencharta
des
Europarats
in Deutschland und den Niederlanden einen offiziellen Status als Regionalsprache erhalten. Zuvor hatten die deutschen Länder
Hamburg
Schleswig-Holstein
Niedersachsen
Mecklenburg-Vorpommern
und
Bremen
Niederdeutsch für einen Schutz gemäß Teil
III der Sprachencharta angemeldet.
Die
kleverländischen
Varietäten des
Niederfränkischen
am deutschen
Niederrhein
haben ebenso wie die niederdeutschen Mundarten die zweite bzw. hochdeutsche Lautverschiebung nicht oder nur zu einem geringen Teil vollzogen. Sie sind jedoch sprachtypologisch enger mit den angrenzenden niederländischen Mundarten als mit den benachbarten deutschen verwandt. Ihre Zuordnung zum Niederdeutschen ist daher umstritten.
62
Sie gehen ebenso wie das
Niederländische
auf das Altniederfränkische (Altniederländische) zurück.
Die Mundarten des Gebietes zwischen der
Uerdinger Linie
ik-/ich
-Linie) und der
Benrather Linie
maken-/machen
-Linie) (Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld, Neuss) weisen sowohl niederfränkische als auch mittelfränkische Züge auf und sind ein mundartliches Übergangsgebiet zwischen den mitteldeutschen-mittelfränkischen und den niederländischen und niederdeutschen Mundarten.
63
Die niederdeutschen und mittelfränkischen Mundarten werden umgangssprachlich zumeist als
Platt
bezeichnet.
Hochdeutsche Dialekte
Mitteldeutsch
Westmitteldeutsch
Mittelfränkisch
Ripuarisch
Moselfränkisch
Luxemburgisch
, West-
Lothringisch
Rheinfränkisch
Pfälzisch
Hessisch
, Nassauisch,
Saarländisch
, Ost-
Lothringisch
Ostmitteldeutsch
Südmärkisch
(Mischform mit
Ostniederdeutsch
Hochpreußisch
Schlesisch
Thüringisch-Obersächsisch
, (
Kolonialdialekte
Oberdeutsch
Alemannisch im weiteren Sinne
, Schwäbisch-Alemannisch
Niederalemannisch
(besonders im Elsass und in Baden)
Mittelalemannisch
(besonders nördlich und östlich des Bodensees und in Vorarlberg)
Hochalemannisch
(darunter die
schweizerdeutschen
Dialekte des Mittellands und des Juras sowie der südlichste Teil des
Elsässischen
Höchstalemannisch
(die alpinen schweizerdeutschen Dialekte)
Schwäbisch
Bairisch
Nordbairisch
Mittelbairisch
Südbairisch
Ostfränkisch
, umgangssprachlich „Fränkisch“
Ansbachisch
Erzgebirgisch
Hohenlohisch
Unterfränkisch
Oberfränkisch
Vogtländisch
Vorvogtländisch
Süd-Rheinfränkisch
Niederdeutsch
oder Plattdeutsch
Nördliches Niederdeutsch
Nordniedersächsisch
(auch „Nordniederdeutsch“)
Mecklenburgisch-Vorpommersch
Niederpreußisch
Ostpommersch
Südliches Niederdeutsch
Ostfälisch
Westfälisch
Märkisch
Niederfränkisch
Kleverländisch
Siehe auch
Deutscher Sprachatlas
Mischsprachen
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Die Klassifizierung der Mischsprache
Missingsch
aus Hochdeutsch und Niederdeutsch ist unklar. Ähnlich ist es beim
Petuh
mit hochdeutschen, niederdeutschen, dänischen und südjütischen Sprachelementen. Das
Südjütische
mit starken Einflüssen der niederdeutschen Sprache und mit teilweise älteren nordischen Formen wird allgemein als Dialekt der dänischen Sprache eingestuft. Auch die im Norden Schleswig-Holsteins verbreitete dänische Varietät
Sydslesvigdansk
(Südschleswigdänisch) hat deutsche Einflüsse, ihre Klassifizierung als Dialekt, Variante des Reichsdänischen oder als Mischsprache ist noch nicht abgeschlossen.
Die diversen „Mischsprachen“ in
Nordamerika
wie beispielsweise das
Texasdeutsch
sind Akzente oder Dialekte entweder der hochdeutschen oder der niederdeutschen Sprache.
Paraná-Wolga-Deutsch in Argentinien und Brasilien ist eine Varietät auf dialektaler Grundlage, deren Vorgeschichte in
Russland
liegt.
Riograndenser Hunsrückisch
ist eine auf dem
Hunsrückischen
basierende Varietät in
Brasilien
Essekerisch
aus
Osijek
Kroatien
) hat auch ein Dialekt
substrat
Jedoch gibt es nicht nur Mischsprachen aus deutschen Varietäten und anderen germanischen Sprachen. Aus Deutsch und
Niedersorbisch
entstand das sogenannte
Ponaschemu
. Das
Wasserpolnisch
mit Elementen der deutschen Sprache bzw. der oberschlesischen Mundart wird teilweise als Dialekt des Polnischen, teilweise als eigene Sprache klassifiziert.
Das
Jiddische
, das nach überwiegender Auffassung ursprünglich auf das
Mittelhochdeutsche
zurückgeht, sich jedoch vor allem unter
slawischen
und
hebräischen
Einflüssen eigenständig weiterentwickelt und eine eigene Schriftsprache ausgebildet hat, wird in der Sprachwissenschaft im Allgemeinen als eigenständige Sprache betrachtet.
Unklar ist der Status des in Schlesien noch von etwa 100 älteren Menschen gesprochenen
Wymysörisch
(Wilmesau-Deutsch).
Kreolsprachen und Pidginsprachen auf deutscher Grundlage
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Im Zuge der
Kolonialisierung
entstand im heutigen
East New Britain
(in Papua-Neuguinea) das sogenannte
Unserdeutsch
, eine deutschbasierte
Kreolsprache
, in Namibia entstand daneben noch das
Küchendeutsch
, eine
Pidginsprache
. Das Unserdeutsch ist jedoch mittlerweile fast ausgestorben, da die meisten Sprecher auswanderten. Außerdem haben sich in
Papua-Neuguinea
bis zu 150 Wörter deutschen Ursprungs in der Sprache
Tok Pisin
erhalten. Das Küchendeutsch hingegen hat heute noch etwa 15.000 –
zumeist ältere
– Sprecher.
Ebenso wie andere Pidgin- und Kreolsprachen sind Unserdeutsch und Küchendeutsch aus sprachwissenschaftlicher Sicht als eigenständige sprachliche Systeme zu betrachten.
Verbreitung und rechtlicher Status
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(Beschreibung siehe folgendes Bild)
Deutsch ist offizielle oder ko-offizielle Amtssprache (
de jure
oder
de facto
) und Muttersprache der Bevölkerungsmehrheit.
Deutsch ist eine ko-offizielle Amtssprache, doch nicht Muttersprache der Bevölkerungsmehrheit.
Deutsch (oder eine Varietät des Deutschen) ist eine rechtlich anerkannte Minderheitensprache (Quadrate bei zu geringer geografischer Ausdehnung/zu dünner Verteilung).
Deutsch (oder eine Varietät des Deutschen) wird von einer nennenswerten Minderheit gesprochen (>50.000), hat jedoch keinen rechtlichen Status.
Etwa 100 Millionen Menschen sprechen Deutsch als Muttersprache und noch einmal so viele als Fremdsprache. Aktuell lernen weltweit rund 15,5 Millionen Menschen die deutsche Sprache. Es besteht diesbezüglich in den meisten Ländern eine steigende oder konstante Tendenz.
64
Sieben Staaten und Territorien, die Deutsch als eine ihrer Amtssprachen führen und damit ganz oder teilweise zum
deutschen Sprachraum
(auch
deutschsprachiger Raum
oder
deutsches Sprachgebiet
genannt) gehören, sind im
Rat für deutsche Rechtschreibung
organisiert. Darüber hinaus findet seit 2004 ein alljährliches informelles
Treffen der deutschsprachigen Länder
statt, bei welchem die Staatsoberhäupter aller sechs souveränen Staaten in Europa zusammenkommen, welche Deutsch als eine ihrer gesamtstaatlichen Amtssprachen führen.
Geographische Eckdaten des Sprachraumes
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Den westlichsten Punkt des geschlossenen
deutschen
Sprachraumes
in Mitteleuropa, in dem Deutsch bzw. ein deutscher Dialekt die gegenwärtige Umgangssprache ist, stellt die Gemeinde
Rambruch
in Luxemburg dar. Genau 850
km östlich befindet sich mit der österreichischen Gemeinde
Deutsch Jahrndorf
im
Burgenland
dessen östlichster Punkt. Im Norden markiert die deutsche Gemeinde
List auf Sylt
das Ende des Sprachraumes, welche nahezu exakt 1005
km nördlich ihres Gegenstückes, der Schweizer Gemeinde
Zermatt
am
Matterhorn
, liegt.
Deutsch als Muttersprache
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Sprecheranzahl
Seit Anfang der 1990er Jahre wird die Anzahl der deutschen Muttersprachler mit rund 90 bis 100 Millionen weltweit angegeben.
65
Quantitative Unterschiede ergeben sich aufgrund mehrerer Faktoren:
66
Die Zugehörigkeit zu einer Sprachgruppe bzw. die Mutter- oder Zweitsprache von Menschen wird in den meisten Ländern nicht statistisch erfasst und kann daher nur (oft ungenau) extrapoliert werden. Des Weiteren können bei stattfindenden Erhebungen bilinguale Menschen (d.
h. mit zwei Muttersprachen) oft nur eine Angabe machen.
Die Zugehörigkeit einiger (oft sprecherstarker) Varietäten zur deutschen Sprache, d.
h. zur
Dachsprache
Deutsch, ist umstritten oder hat sich in der jüngeren Geschichte geändert (z.
B.
Elsässisch
Luxemburgisch
und
Limburgisch
).
Bei zahlreichen Angaben wird zwischen Muttersprachlern und Zweitsprachlern (z.
B. viele Menschen mit Migrationshintergrund in den deutschsprachigen Ländern) nicht differenziert, sondern lediglich deren Summe oder aber nur Ersteres angegeben.
Ethnologue
gibt die Zahl der
Erst-
und
Zweitsprachler
des
Standarddeutschen
in Deutschland mit rund 79 Millionen an, davon rund 71 Millionen Erstsprachler. Es bezieht (oft bilinguale) Sprecher anderer Varietäten weltweit (z.
B.
Bairisch
Schweizerdeutsch
oder
Riograndenser Hunsrückisch
) nicht mit ein und weist darüber hinaus selbst auf die Unvollständigkeit der Liste hin. Weltweit soll es laut Ethnologue rund 76 Millionen Erst- und 56 Millionen Zweitsprachler des Standarddeutschen geben, was zusammen rund 132 Millionen Sprecher ausmacht.
67
Addiert man die angegebenen Sprecherzahlen des Standarddeutschen mit denen der Varietäten, welche unter „Standard German“ nicht aufgelistet sind, so ergeben sich rund 90 Millionen Erstsprachler des Deutschen. Basierend auf repräsentativen Erhebungen und Bevölkerungsstatistiken gehen andere Autoren von maximal rund 95 Millionen Muttersprachlern aus.
66
68
Angaben von bis zu 105 Millionen Sprechern beziehen sehr wahrscheinlich Zweitsprecher und/oder umstrittene, aber sprecherstarke Varietäten mit ein.
Deutsch war damit 2012 die meistverbreitete
Muttersprache
in der
Europäischen Union
69
Geographische Verbreitung und Sprecherzahlen
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Land
Sprecherzahl
Argentinien
Argentinien
400.000
70
Australien
Australien
etwa 79.000
71
Belgien
Belgien
78.000 (in
Ostbelgien
, als Minderheit auch noch im
Montzener
und
Areler Land
; Deutsch ist eine der drei offiziellen Sprachen Belgiens, gemeinsam mit
Niederländisch
und
Französisch
), zuzüglich etwa 40.000 deutschsprachige Einwanderer
72
Bolivien
Bolivien
70.000
73
bis 140.000
74
Russlandmennoniten
, die zäh am Deutschen festhalten, im Alltag in Form des
Plautdietschen
, einem niederdeutschen Dialekt, in Kirche und Schrifttum jedoch am Hochdeutschen
Brasilien
Brasilien
1.500.000
75
(mit
Riograndenser Hunsrückisch
möglicherweise bis zu 3.000.000)
Chile
Chile
20.000 (siehe auch
Launa-Deutsch
Danemark
Dänemark
25.900 (in
Nordschleswig
), ein Teil davon auch Niederdeutsch (etwa zwei Drittel der Angehörigen der deutschen Minderheit bedienen sich jedoch des
südjütischen
Dialekts als Umgangssprache)
76
Deutschland
Deutschland
etwa 76–77 Millionen, die Deutsch als Muttersprache haben
; Deutsch ist gesetzliche
Amtssprache
Dominikanische Republik
Dominikanische Republik
30.000
77
Estland
Estland
nahezu 2.000 (
Deutsch-Balten
Russlanddeutsche
Frankreich
Frankreich
1.200.000, v.
a. im
Elsass
und dem nordöstlichen
Lothringen
(46
% der Elsässer gaben 2022 an, über gute Kenntnisse in
Elsässisch
zu verfügen)
78
79
• 79
% der Ab-65-Jährigen
• 55
% der 55-bis-64-Jährigen
• 43
% der 45-bis-54-Jährigen
• 28
% der 35-bis-44-Jährigen
• 19
% der 25-bis-34-Jährigen
• 9
% der 18-bis-24-Jährigen
• 3
% der 3-bis-17-Jährigen (2012)
Griechenland
Griechenland
45.000
80
Irland
Irland
100.000
81
Israel
Israel
200.000
82
(siehe auch
Jiddisch
Italien
Italien
310.000 (allein in
Südtirol
; dazu kommen die deutschen Sprachinseln sowie deutschsprachige Ausländer)
83
Kanada
Kanada
438.000
84
Kasachstan
Kasachstan
180.000
85
(siehe auch
Kasachstandeutsche
Kirgisistan
Kirgisistan
8.300
85
(siehe auch
Kirgisistandeutsche
Kroatien
Kroatien
3.013
86
Lettland
Lettland
rund 3.000 (
Deutsch-Balten
Russlanddeutsche
Liechtenstein
Liechtenstein
über 30.000 (Deutsch ist alleinige Amtssprache)
Litauen
Litauen
gut 3.000, vor allem im
Memelland
Ostpreußen
Deutsch-Balten
Russlanddeutsche
Luxemburg
Luxemburg
474.000 (Deutsch ist gemeinsam mit dem mitteldeutschen
Luxemburgisch
und
Französisch
gesetzliche Amtssprache.)
Mexiko
Mexiko
80.000–90.000
Namibia
Namibia
30.000 (Deutsch ist eine der gesetzlich anerkannten „Nationalsprachen“)
Niederlande
Niederlande
80.000–110.000
87
88
Osterreich
Österreich
7,57
Millionen deutschsprachige Österreicher (Deutsch als gesetzliche
Amtssprache
neben Minderheitensprachen)
Paraguay
Paraguay
166.000
89
Polen
Polen
96.000, wovon 58.000 Muttersprachler sind (hauptsächlich in der
Woiwodschaft Opole
Rumänien
Rumänien
45.000
Russland
Russland
400.000
85
Schweden
Schweden
Etwa 50.000 Menschen sprechen Deutsch als Muttersprache.
90
Sie leben verteilt im ganzen Land, besonders in den Großstädten
Stockholm
Göteborg
und
Malmö
, aber auch in ländlichen Regionen, wie zum Beispiel
Småland
91
Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl Menschen mit deutschen Wurzeln. Deutsche bilden eine der ältesten Einwanderergruppen im Land und sind seit dem Mittelalter vertreten.
92
93
Schweiz
Schweiz
Millionen (63,7
% der Schweizer Bevölkerung; Deutsch ist gesetzliche
Amtssprache
mit
Französisch
Italienisch
und
Rätoromanisch
Serbien
Serbien
5.000 (siehe auch
Donauschwaben
in der
Vojvodina
Slowakei
Slowakei
5.186 Muttersprachler
94
(siehe auch
Karpatendeutsche
), Deutsch als 2. Amtssprache in der Gemeinde
Blaufuss
Slowenien
Slowenien
1.628
95
Spanien
Spanien
100.000 (Touristenzuzug, davon allein 60.000 auf den
Balearen
Sudafrika
Südafrika
100.000 deutsche Staatsangehörige, siehe Auswärtiges Amt (siehe auch
Nataler Deutsch
Thailand
Thailand
25.000
96
Tschechien
Tschechien
39.100
97
Turkei
Türkei
25.000
Ukraine
Ukraine
33.000
85
Ungarn
Ungarn
35.000–200.000 (siehe auch
Ungarndeutsche
Donauschwaben
Vereinigte Staaten
Vereinigte Staaten
1.100.000
98
– Zu den statistisch erfassten Deutschsprachigen kommen noch hunderttausende Sprecher in sehr konservativen
Täufergruppen
, die meist von der amtlichen Statistik nicht erreicht werden, darunter
Amische alter Ordnung
(350.000) mit
Pennsylvaniadeutsch
und zwei
alemannischen Dialekten
Mennoniten alter Ordnung
(40.000) mit Pennsylvaniadeutsch,
Russlandmennoniten
(15.000) mit
Plautdietsch
und
Hutterer
(12.000) mit
Hutterisch
. In diesen Gruppen bedient man sich im Alltag eines deutschen Dialekts, in Kirche und Schrifttum jedoch eines altertümlichen Hochdeutschen, wobei überwiegend zäh am Deutschen festgehalten wird, selbst von Menschen, deren Vorfahren bereits vor 300 Jahren nach Nordamerika ausgewandert sind.
Vereinigtes Konigreich
Vereinigtes Königreich
77.000
99
Insgesamt
ca. 98 Millionen
Die Aufstellung zeigt nur Staaten mit vermutlich mehr als 25.000 Deutschsprachigen oder Staaten, die historisches deutsches Siedlungsgebiet waren. Die angegebenen Zahlen beruhen zum Großteil nicht auf der tatsächlichen Zahl der aktiven Sprecher – welche so gut wie nicht erfasst werden kann –, sondern auf Hochrechnungen, Staatsangehörigkeiten, alten Auswanderungszahlen usw. Deshalb liegen einige Zahlen möglicherweise weit über oder unter den anzunehmenden tatsächlichen Werten.
Siehe auch
Deutschsprachige Minderheiten
Deutschsprachige Medien im Ausland
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Ein guter Indikator für die weltweite Verbreitung der deutschen Sprache sind die
deutschsprachigen Auslandsmedien
, deren Zahl leicht zunimmt.
Verbreitung als Muttersprache und rechtlicher Status
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Geschlossener deutscher Sprachraum
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(geordnet nach ungefähren Sprecherzahlen)
Deutschland
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In Deutschland ist Deutsch die gebräuchlichste Sprache. Deutsch ist
Amtssprache
, wird als
Standardsprache
in den überregionalen Medien und als Schriftsprache verwendet. Als Sprache des Alltags wird es in vielen Regionen fast ausschließlich gesprochen (oft regional leicht eingefärbt). Der Übergang zu den
deutschen Dialekten
ist fließend.
In Deutschland ist Deutsch:
nach
23
Verwaltungsverfahrensgesetz
(VwVfG) und ebenso
nach
19
Zehntes Buch Sozialgesetzbuch
(SGB X) als
Amtssprache
nach
Beurkundungsgesetz
(BeurkG) als Sprache für notarielle
Urkunden
nach
244
Handelsgesetzbuch
(HGB) als Sprache für Jahresabschlüsse von Unternehmen,
nach
184
Gerichtsverfassungsgesetz
(GVG) als Gerichtssprache festgelegt.
Die Frage, ob unter
rechtlich ausschließlich die hochdeutsche oder auch die niederdeutsche Sprache subsumiert wird, wird juristisch uneinheitlich beantwortet: Während der BGH in einer Entscheidung zu Gebrauchsmustereinreichungen beim Münchener Patentamt in plattdeutscher Sprache das Niederdeutsche einer Fremdsprache gleichstellt („Niederdeutsche (plattdeutsche) Anmeldeunterlagen sind im Sinn des §
4a Abs.
1 Satz
1 GebrMG nicht in deutscher Sprache abgefasst.“ – BGH-Beschluss vom 19. November 2002 – Az.: X ZB 23/01), ist nach dem Kommentar von Foerster/Friedersen/Rohde zu §
82
a des Landesverwaltungsgesetzes Schleswig-Holstein unter Verweis auf Entscheidungen höherer Gerichte zu
184
des Gerichtsverfassungsgesetzes seit 1927 (OLG Oldenburg, 10. Oktober 1927 – K 48, HRR 1928,392) unter dem Begriff
deutsche Sprache
sowohl Hochdeutsch als auch Niederdeutsch zu verstehen.
Deutsch-friesische Beschilderung an der Polizeidirektion
Husum
, Nordfriesland
Besondere Regelungen gelten für
Sorbisch
Dänisch
(als Sprache der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein),
Friesisch
Romani
und
Niederdeutsch
. So sind Niederdeutsch, Friesisch und Dänisch in Schleswig-Holstein nach §
82
LVwG
neben dem Hochdeutschen als regionale Amtssprachen anerkannt. Demzufolge müssen – beispielsweise – Behörden in Schleswig-Holstein und nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs auch das Patentamt in München auf Plattdeutsch gestellte Anträge bearbeiten.
Nach der
Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen
sind die als Minderheiten- oder Regionalsprachen in Deutschland anerkannten im Einzelnen folgende:
Dänisch
(sowohl
Reichsdänisch
(meist als
Sydslesvigdansk
) wie
Sønderjysk
): in Schleswig-Holstein gemäß Teil III
Friesisch
Nordfriesisch
in Schleswig-Holstein,
Saterfriesisch
in Niedersachsen, beide gemäß Teil III
Sorbisch
Obersorbisch
in Sachsen,
Niedersorbisch
in Brandenburg, beide gemäß Teil III
Romani
(Sprache der
Sinti
und
Roma
): in Hessen gemäß Teil III, in der übrigen Bundesrepublik gemäß Teil
II
Niederdeutsch
: in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern gemäß Teil III sowie in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt gemäß Teil
II
Die landesrechtlichen Umsetzungen sind teilweise noch nicht erfolgt – dies betrifft insbesondere die Sprache Romanes. Partiell (räumlich und/oder sachlich) haben in Schleswig-Holstein die Regional- und Minderheitensprachen Niederdeutsch, Dänisch und Friesisch (siehe
Friesisch-Gesetz
) den Rang einer Amtssprache. Andere in Deutschland (wie beispielsweise der
jenische
Soziolekt
oder das
Jiddisch
) oder
allochthone
Minderheitensprachen wie das Türkische oder Polnische wurden nicht in die Charta aufgenommen.
100
101
Ehemals verbreitete Sprachen wie
Moselromanisch
(im 11.
Jahrhundert ausgestorben),
Polabisch
(im 18.
Jahrhundert ausgestorben) oder Jiddisch werden heute nicht oder kaum mehr gesprochen.
Die Aufnahme der deutschen Sprache als Bekenntnis in Artikel 22 des
Grundgesetzes
wurde 2008 gesellschaftlich diskutiert. Die deutsche Partei
CDU
verabschiedete eine solche Forderung auf ihrem Parteitag im November 2008.
102
Andere Parteien kritisierten den Vorstoß als ausländerfeindliche Panikmache oder als unnötig, weil Deutsch selbstverständlich die Landessprache sei.
103
104
Die
Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages
sind in einer Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Aufnahme der deutschen Sprache als Symbol oder Staatsziel in das Grundgesetz rechtlich zulässig wäre.
105
Siehe auch
Debatte über die Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz
Laut
Mikrozensus
2021 wird in knapp 80 Prozent der Privathaushalte in Deutschland ausschließlich Deutsch gesprochen. In weiteren 15 Prozent wird neben Deutsch mindestens eine weitere Sprache verwendet.
106
Österreich
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Deutsch-ungarische Ortstafel
Oberwart
Burgenland
In Österreich ist laut Artikel
8 Absatz
Bundes-Verfassungsgesetz
(BVG) aus dem Jahre 1920 die „deutsche Sprache“ (ohne nähere Spezifikation) die Staatssprache der Republik, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten eingeräumten Rechte. Neben dem Deutschen sind
Slowenisch
in
Kärnten
und in der
Steiermark
sowie
Ungarisch
und
Burgenlandkroatisch
im
Burgenland
Amtssprachen
Tatsächlich gebräuchlich ist im Alltag wie auch im staatlichen Bereich jedoch
Österreichisches Deutsch
als nationale
Varietät
Standardvarietät
) des Hochdeutschen. Diese österreichische Standardvarietät wurde daher in der II.
Republik durch das
Österreichische Wörterbuch
staatlich normiert (erstmals 1951, als es alle alten deutschen Regelbücher ablöste).
Nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen sind die als Minderheitensprachen in Österreich anerkannten im Einzelnen folgende:
Burgenlandkroatisch
im Burgenland gemäß Teil III
Romani
im Burgenland gemäß Teil II
Slowakisch
in Wien gemäß Teil
II
Slowenisch
in Kärnten gemäß Teil III, in der Steiermark gemäß Teil
II
Tschechisch
in Wien gemäß Teil
II
Ungarisch
im Burgenland gemäß Teil III, in Wien gemäß Teil
II
Schweiz
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Ein viersprachiges Schild in der Schweiz: deutsch, französisch, italienisch und rätoromanisch
In der Schweiz ist Deutsch auf gesamtstaatlicher Ebene National- und Amtssprache neben
Französisch
Italienisch
und
Rätoromanisch
, das auf gesamtstaatlicher Ebene nur im direkten Verkehr mit Rätoromanen Amtssprache ist. Knapp 63
% der Bevölkerung, das sind etwa fünf Millionen Einwohner der Schweiz, geben Deutsch als Muttersprache an. Die in der Schweiz verwendete Form des Standarddeutschen, das
Schweizer Hochdeutsch
, weist Unterschiede zur Standardsprache in Deutschland und Österreich in Bezug auf
Wortschatz
Wortbildung
Morphologie
Syntax
Orthographie
und
Aussprache
auf. Diese Besonderheiten werden als
Helvetismen
bezeichnet. Umgangssprache ist zudem fast ausschließlich
Schweizerdeutsch
, eine Sammelbezeichnung für verschiedene Formen der angestammten
alemannischen Dialekte
. Hochdeutsch und Schweizerdeutsch sind separate Sprachformen ohne fließende Übergänge.
In 17 von 26
Kantonen
ist Deutsch alleinige Amtssprache, in vier weiteren Amtssprache neben Französisch (Kantone
Bern
Freiburg
und
Wallis
) bzw. neben Italienisch und Rätoromanisch (
Graubünden
). Auf Gemeindeebene kann jede Gemeinde ihre Amtssprache(n) in eigener Kompetenz festsetzen.
Die Schweiz ist der einzige Staat Europas, in dem das
Jenische
, eine Varietät des Deutschen, mit der Ratifizierung der
europäischen Sprachencharta
1997 als „territorial nicht gebundene“ Sprache, wenngleich nicht als Amtssprache, anerkannt wurde.
107
Siehe auch
Sprachen in der Schweiz
und
Schweizerisches Idiotikon
Belgien
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Hauptartikel
Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens
In Belgien ist Hochdeutsch auf gesamtstaatlicher Ebene mit
Niederländisch
und
Französisch
Amtssprache. In
Ostbelgien
, den Kantonen
Eupen
und
Sankt Vith
, ist Deutsch Amtssprache, daneben ist Französisch als Minderheitensprache kooffiziell. Umgekehrt ist es im
Kanton Malmedy
sowie in den
Plattdeutschen Gemeinden
, wo Französisch Amtssprache und Deutsch Minderheitensprache ist. Insgesamt sprechen rund 100.000 Belgier Deutsch als Muttersprache, davon gehören etwa 80.000 zur Deutschsprachigen Gemeinschaft, etwa 0,7
% der gesamten Bevölkerung des Landes.
108
109
Liechtenstein
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In Liechtenstein ist Standarddeutsch die alleingültige Amtssprache. Minderheitensprachen finden keine Anwendung. Umgangssprache ist
Liechtensteinisch
, eine
alemannische Dialektform
und mit dem
Schweizerdeutschen
und den
vorarlbergischen Dialekten
eng verwandt.
Luxemburg
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Zweisprachiges Ortsschild in Luxemburg: Die kursive luxemburgische Bezeichnung
(Waarken)
ist dem amtlichen französischen Namen (
Warken
; hier identisch mit dem hochdeutschen Namen) untergeordnet.
Zweisprachiges Hinweisschild in Luxemburg
In Luxemburg ist Hochdeutsch zusammen mit
Luxemburgisch
und
Französisch
Amtssprache
, Französisch ist jedoch „Legislativsprache“, d.
h. beispielsweise für Gesetzestexte oder staatliche Ausschreibungen sind die französischen Fassungen maßgebend. Luxemburgisch ist eine
moselfränkische
Sprachvarietät
des Deutschen, ist seit 1984 die einzige „
Nationalsprache
“ des Großherzogtums und findet insbesondere in Radio und TV (z.
B.
RTL Group
) Verwendung. Das Hochdeutsche spielt jedoch hauptsächlich in den
Printmedien
, in der Schule als erste
Alphabetisierungs
sprache,
110
in Büchern usw. nach wie vor eine dominierende Rolle; daher spricht man auch von einer luxemburgisch-hochdeutschen
Diglossie
. Laut Umfragen der EU
111
geben über 90
% der Luxemburger an, sowohl Deutsch auf hohem bis sehr hohem Niveau als auch Französisch ausreichend zu beherrschen. Das luxemburgische Amt für Statistik STATEC ermittelte 2011 folgende Verteilung der Umgangssprachen (zu Hause, Arbeit/Schule, mit Verwandten/Freunden): Luxemburgisch 70,5
%, Französisch 55,7
%, Hochdeutsch 30,6
%.
112
Alle öffentlichen Ämter sind gesetzlich verpflichtet, in der Sprache des Bürgers zu antworten, ohne sich jedoch in der Regel daran zu halten. Für Ortsnamen und damit auch Ortsschilder sind die amtlichen französischen Bezeichnungen maßgeblich (z.
B. „Dudelange“ für Düdelingen oder „Luxembourg“ für Luxemburg), wobei darunter oft kursiv der Ortsname auf Luxemburgisch steht. Sonstige Straßenschilder sind mehrheitlich auf Französisch und Hochdeutsch, seltener auf Luxemburgisch beschriftet (z.
B. an Autobahnen der Hinweis auf eine „Arrêt de secours/Nothaltebucht“).
In den Druckmedien sind alle drei Sprachen vertreten, aber in unterschiedlicher Gewichtung. Die größte Tageszeitung
Luxemburger Wort
/ La Voix du Luxembourg
mischt in ihrer Druckversion Artikel deutscher, französischer und luxemburgischer Sprache und bietet in ihrem Internetauftritt die Wahl zwischen Deutsch, Französisch, Englisch und Portugiesisch.
113
Die zweitgrößte Zeitung
Tageblatt
mischt in ihrer Druckversion die drei Amtssprachen ebenso, stellt ihre Website jedoch nur auf Deutsch zur Verfügung.
114
Die Sprachverwendung luxemburgischer Unternehmen ist sehr von der Art des Gewerbes bestimmt; so sind Werbung und Websites von Handwerksbetrieben sehr oft ausschließlich deutsch, wohingegen Anwaltskanzleien, Architekten oder Steuerberater ihre Webseite in den meisten Fällen nur auf Französisch und Englisch zur Verfügung stellen. Websites von Privatleuten, Schulen oder Clubs usw. mischen oft die drei Amtssprachen auf ihren Seiten. Obwohl das Standarddeutsche und das Luxemburgische auf den Internetseiten der politischen Parteien überwiegen, sind die Seiten von öffentlichen Ämtern mehrheitlich nur auf Französisch verfügbar.
115
Staaten in Europa und Nordasien
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(alphabetisch geordnet)
Baltische Staaten
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Hauptartikel
Deutsch-Balten
In den baltischen Staaten
Estland
Lettland
und
Litauen
leben noch gut 8000 Mitglieder der deutschen Minderheit (Deutsch-Balten, Ostpreußen und
Russlanddeutsche
), die Hochdeutsch und teilweise auch Plattdeutsch sprechen. Für Estland wird die Anzahl auf unter 2000 (im Jahr 2000: 1870), für Lettland auf gut 3000 (2004: 3311) und ebenfalls für Litauen auf gut 3000
116
recht genau beziffert. Von den exakt mit 3243 angegebenen in Litauen lebenden Deutschen sprechen als Muttersprache aber nach dieser Angabe nur noch 804 Deutsch.
Dänemark
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Hauptartikel
Deutsche Minderheit in Dänemark
In Dänemark wird Deutsch von den etwa 15.000
117
Angehörigen der deutschen Volksgruppe in
Nordschleswig
gesprochen und genießt Minderheitssprachrechte, ohne jedoch eine Amtssprache auf nationaler oder regionaler Ebene zu sein.
118
Ein Teil der Minderheit spricht zudem Niederdeutsch als
Nordschleswiger Platt
. Schätzungsweise zwei Drittel von ihnen verwenden jedoch den
südjütischen
Dialekt der
dänischen
Sprache als Umgangssprache und Deutsch als Hochsprache.
119
Dänische
Volkszählungen
erfassen keine Angaben zu Sprache und ethnischer Zugehörigkeit. Deutsche Schulen in Nordschleswig sind wie andere freie Schulen in Dänemark zu über 80
% staatlich subventioniert; hierzu kommt ein besonderer Zuschlag zur Deckung des zweisprachigen Muttersprachenunterrichtes, so dass deutsche Schulen in der Praxis mit kommunalen Schulen völlig gleichgestellt sind.
Frankreich
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Hauptartikel
Elsässisch
und
Lothringisch (fränkisch)
Französisch-elsässisches Straßenschild in
Straßburg
In Frankreich werden die elsässischen und lothringisch-fränkischen Dialekte von rund 1,2 Millionen Personen gesprochen, vor allem im
Elsass
und dem nordöstlichen Teil
Lothringens
Département Moselle
). 66
% der Elsässer gaben 2022 an, über Kenntnisse in Elsässisch zu verfügen (46
% gute Kenntnisse, 20
% geringe Kenntnisse).
79
120
Die Sprecherzahlen sind allerdings rückläufig, insbesondere in Lothringen und in den Städten. Im Jahr 2012 betrug der Anteil noch gesamt 76
%, allerdings war der Anteil der guten Dialektsprecher im selben Jahr um 3
% geringer. Im Département Moselle betrug 1999 die Zahl der Dialektsprecher etwa 170.000 (17
%)
121
; die Südwesthälfte des Départements war allerdings nie deutschsprachig oder bereits seit dem
Dreißigjährigen Krieg
nicht mehr.
Die
Französische Republik
erkennt trotz der Existenz von acht
regional verbreiteten Sprachen
(und weiteren überregional verbreiteten) neben
Französisch
keine anderen Sprachen als offiziell im Sinne von
Amtssprache
an. Französisch ist laut Verfassung „Sprache der Republik“. Dennoch haben die anderen Sprachen eine offizielle Anerkennung als
langues régionales
– darunter in der ehemaligen
Region
Elsass und dem
Département Moselle
die lokal verbreiteten deutschen Dialekte sowie Hochdeutsch als Schriftform und Bezugssprache dieser regionalen Mundarten. Dieser Status wirkt sich zumeist nur in der Bildungspolitik aus, da die Regionalsprachen in unterschiedlicher Intensität in der Schule gelernt werden können. Gerade der Status des Deutschen wird jedoch gegenüber anderen Regionalsprachen noch gestärkt, da infolge der Grenzverschiebungen in den Weltkriegen von einem höheren Bevölkerungsanteil mit mangelnden Französischkenntnissen ausgegangen wurde. So erhalten Mitarbeiter von Behörden einen höheren Lohn, wenn sie Deutsch beherrschen. Einen besonders offiziellen Status erhält Deutsch dadurch, dass die offiziellen Wahlkampftexte
(profession de foi)
, die jeder Kandidat vorlegen muss, der sich zu einer Wahl aufstellen lässt, in einer (inhaltlich gleichen) französischen und deutschen Version sein sollen. Dabei wird nur Hochdeutsch akzeptiert. In jeder anderen Region werden offizielle Veröffentlichungen in einer anderen Sprache als Französisch nicht anerkannt und z.
T. von den Präfekturen eingezogen. In den Kirchen finden noch manchmal gemischt- oder dialektsprachige Gottesdienste statt.
Nach jahrzehntelangem
Widerstand französischer Behörden
begann erst in den 1990er Jahren eine Rückbesinnung auf die elsässischen und lothringischen Dialekte sowie das Hochdeutsche. So sprachen 2022 ca. 54
% der Elsässer sehr gut oder gut Hochdeutsch, über 18
% der elsässischen Vor- und Grundschüler besuchen eine zweisprachige Schule und 82,5
% aller Schüler im Elsass lernten im Jahr 2018 Hochdeutsch als Fremdsprache. In den Grund- und Vorschulen betrug dieser Prozentsatz fast 100
%.
122
123
Auch in Lothringen gibt es mehrere Schulen mit paritätischem oder verstärktem Deutschunterricht.
124
Im Elsass werden zudem Dialektkurse für Erwachsene angeboten.
125
Die einzige komplett deutschsprachige Zeitung ist die „
Riviera-Côte d’Azur-Zeitung
“ in
Nizza
, die sich vornehmlich an Touristen richtet. Im Elsass und in Lothringen mussten alle deutschsprachigen Tages- und Wochenzeitungen aufgeben, da sie in der Vergangenheit durch viele staatliche Restriktionen und durch den teils freiwilligen, teils erzwungenen Wechsel von Deutsch/Elsässisch zu Französisch als Umgangssprache in den Jahrzehnten nach 1945 Leser verloren hatten. Die wichtigste gedruckte Informationsquelle für die deutschsprachigen Elsässer ist derzeit die tägliche mehrseitige deutschsprachige Beilage der Zeitungen
L’Alsace
(Mülhausen/Mulhouse) und
Dernières Nouvelles d’Alsace
(Straßburg).
126
127
Italien
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Hauptartikel
Rechtliche Stellung der deutschen Sprache in Südtirol
Dreisprachige Beschilderung in
Gröden
Südtirol
) auf Ladinisch, Deutsch und Italienisch
Viersprachige Beschriftung des Regionalrats von
Friaul-Julisch Venetien
in
Triest
In Italien ist Deutsch regional in
Südtirol
(neben
Italienisch
und örtlich
Ladinisch
) Amtssprache. Von den etwa 509.000 Einwohnern Südtirols (Stand 2012) gaben bei der letzten Volkszählung 2011 62,3
% der Bevölkerung der Autonomen Provinz Bozen Deutsch als ihre Muttersprache an (laut offizieller Sprachgruppenerklärung, ohne Berücksichtigung von Fremdsprachen, 69,4
%). Die Tendenz ist aufgrund steigender Einwohnerzahl auch bei anteilmäßiger Abnahme leicht steigend (Volkszählung 1991 etwa 65,3
%). Etwa 75
% der italienischsprechenden Bevölkerung lebt in den drei größten Städten
Bozen
Meran
und
Brixen
mit 73,8
%, 49,1
%, bzw. 25,8
% Anteil an der jeweiligen Stadtbevölkerung (Sprachgruppenerklärung, Stand 2011). Alle öffentlichen Ämter sind gesetzlich zweisprachig, genauso wie sämtliche Orts- und Straßenschilder. Diese und andere Beschilderungen im öffentlichen Leben waren bis zum zweiten
Autonomiestatut
von 1972 beinahe ausschließlich italienisch, da Deutsch diesbezüglich unerwünscht oder gar verboten war. Heute überwiegt das Deutsche außer in Bozen und Meran deutlich. Außerhalb der genannten größten Städte in Südtirol und des
Südtiroler Unterlands
ist das Italienische als Alltagssprache kaum vorhanden.
Deutsch ist über das eigentliche Südtirol hinaus Amtssprache der
Region Trentino-Südtirol
. Im Trentino gibt es allerdings nur zwei kleinere Gebiete, in denen noch deutsche Dialekte gesprochen werden: das
Fersental
und die Gemeinde
Lusern
. Daneben hat das Deutsche in Italien auch im zur autonomen
Region Aosta
gehörenden und teils von Walsern bewohnten Tal von
Gressoney
einen kooffiziellen Status (neben Italienisch und Französisch). Die deutsch-/
alemannischsprachige
Bevölkerung umfasst hier aber nur einige Dörfer. Deutsche Sprachminderheiten gibt es zudem in den Regionen Venetien und Friaul (u.
a.
Pladen
Zahre
Tischlwang
Kanaltal
sowie Reste des
Zimbrischen
in den
Sieben Gemeinden
und
Dreizehn Gemeinden
).
Siehe auch
Walser
und
Zimbern
Polen
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Zweisprachige Beschriftung am Gemeindeamt von
Cisek/Czissek
in der
Woiwodschaft Opole
, Polen
In Polen leben – obwohl in der kommunistischen Zeit der Gebrauch der deutschen Sprache insbesondere in Schlesien sowohl im öffentlichen Leben, in Kirchen und Schulen, als auch im Privatleben verboten war – laut Volkszählung (2011) rund 58.000 deutsche Muttersprachler.
128
Diese konzentrieren sich heute hauptsächlich auf die
Woiwodschaft Opole
/Oppeln, wo Deutsch in mehreren Gemeinden offiziellen Status als „
Hilfssprache
“ hat. Es erscheinen mehrere deutschsprachige Zeitungen in Polen mit Auflagen von bis zu 10.000 Stück. Dazu gibt es neben dem halbstündigen deutschsprachigen Programm von
Radio Polonia
auch eine viertelstündige deutschsprachige Hörfunksendung namens
Schlesien Aktuell
. Des Weiteren wird wöchentlich auf
TVP Opole
und
TVP Katowice
für 15 Minuten eine deutschsprachige Fernsehsendung,
Schlesien Journal
, ausgestrahlt. In der Hauptstadt Warschau gibt es die deutsch-polnische
Begegnungsschule
Willy-Brandt-Schule
, in der auch in deutscher Sprache unterrichtet wird. Mehrsprachige Ortsschilder werden laut polnischem Recht ab einem Minderheitsanteil von mindestens 20
% in der jeweiligen Gemeinde oder Stadt verwendet, welcher in der Woiwodschaft Opole stellenweise erreicht wird.
Russland
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Hauptartikel
Russlanddeutsche
In Russland ergab die letzte Volkszählung im Jahre 2002 eine Gesamtzahl von 597.212 Deutschen, davon alleine 350.000 in
Sibirien
. Nur ein Teil der Russlanddeutschen spricht jedoch Deutsch als Muttersprache.
Deutsch ist anerkannte Verkehrssprache der
deutschstämmigen
Bevölkerung in den beiden westsibirischen Nationalkreisen
Asowo
Gebiet Omsk
) und
Halbstadt
Altai-Region
).
Rumänien
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Hauptartikel
Rumäniendeutsche
Banater Schwaben
und
Donauschwaben
Hauptartikel
Sathmarer Schwaben
und
Siebenbürger Sachsen
Zweisprachiges Ortseingangsschild von
Sibiu/Hermannstadt
, Rumänien
In Rumänien leben etwa 40.000 bis 50.000 deutsche Muttersprachler, was etwa 0,2 bis 0,3
% der rumänischen Bevölkerung entspricht. Diese Bevölkerungsgruppe setzt sich hauptsächlich aus den Siebenbürger Sachsen sowie den Donauschwaben zusammen. Aufgrund der massiven Abwanderung der jungen Generationen nach Deutschland und Österreich, vor allem nach 1990, leiden diese Bevölkerungsgruppen jedoch unter einer starken Überalterung; das Durchschnittsalter liegt bei etwa 69
Jahren. Trotz dieses niedrigen Bevölkerungsanteils wird die deutsche Sprache weitläufig als kulturelles Erbe angesehen, genießt alle Rechte einer Minderheitensprache und ist vor allem in Städten und Gemeinden wie z.
B.
Hermannstadt
Schäßburg
Temeswar
oder
Sathmar
präsent, weshalb dort auch des Öfteren mehrsprachige Beschilderungen zu finden sind. Darüber hinaus ist die deutsche Minderheit durch die Partei „
Demokratisches Forum der Deutschen in Rumänien
“ auch politisch aktiv und stellt beispielsweise seit dem Jahr 2000 den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin von Hermannstadt sowie zeitweise den Kreisratsvorsitzenden des
Kreises Sibiu
. Zudem ist der seit November 2014 amtierende Staatspräsident
Klaus Iohannis
Siebenbürger Sachse. In einigen Gebieten der deutschen Minderheit besteht auch eine nennenswerte deutsche Infrastruktur in Form von Kindergärten, Grund-, Haupt- und Hochschulen sowie Theatern, aber auch Zeitungen wie der wöchentlichen
Hermannstädter Zeitung
oder der
Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien
129
Tschechien
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Hauptartikel
Deutsche Minderheit in Tschechien
Sudetendeutsche
und
Deutschböhmen und Deutschmährer
In Tschechien existiert noch eine kleine deutsche Minderheit von etwa 41.200 Menschen (0,4
% der Gesamtbevölkerung), Überreste der Sudetendeutschen, die der
Vertreibung
nach dem Zweiten Weltkrieg entgangen sind. Die Zahl der deutschen Muttersprachler sinkt beständig, da vor allem die jüngeren Generationen der Minderheit einem extremen Assimilationsdruck des Tschechischen ausgeliefert sind und zum großen Teil nicht mehr mit Deutsch aufwachsen. Die Bezeichnung „Sudetendeutsche“ ist darüber hinaus auch nicht mehr gebräuchlich, stattdessen verwendet man gewöhnlich den Begriff „Deutsche in Tschechien“, welche seit der
Wende
1990 gewisse Minderheitenrechte genießen und in der „Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien“ sowie im „Kulturverband der Bürger deutscher Nationalität“ organisiert sind. Eine deutsche Infrastruktur, wie Kindergärten, Schulen sowie Straßen- oder Ortsschilder, existiert flächendeckend nicht mehr, und die deutsche Sprache hat weder regionales noch nationales Amts- oder Verkehrssprachenstatut. Es erscheinen jedoch deutschsprachige Wochenzeitungen wie das
Landesecho – Zeitschrift der Deutschen in der Tschechischen Republik
und die
Prager Zeitung
, die an die frühere
deutschsprachige Kultur in Prag
anknüpft.
Türkei
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In der größten Stadt
Istanbul
leben seit mehreren Jahrhunderten rund 25.000
Bosporus-Deutsche
Ungarn
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Hauptartikel
Ungarndeutsche
Zweisprachiges Straßenschild in
Sopron
/Ödenburg, Ungarn
Die deutsche Minderheit in
Ungarn
(Ungarndeutsche)
genießt Minderheitenrechte, ist jedoch, besonders in den jüngeren Generationen, bereits weitgehend assimiliert, sodass Deutsch meistens nur noch als Fremdsprache gelernt wird. Offiziell spricht man von etwa 200.000 Ungarndeutschen. Tatsächlich dürften davon aber höchstens noch etwa 50.000 deutsche Muttersprachler sein (etwa 0,5
% der Gesamtbevölkerung). Da die Minderheit sehr zerstreut über das Land lebt und nur wenig Identitätsbewusstsein hat, spricht man daher oft von einer Doppelidentität der Ungarndeutschen. Zweisprachige Orts-, Straßen-, Verkehrs- und Amtsschilder findet man beispielsweise in der Stadt Ödenburg (
Sopron
) nahe der österreichischen Grenze und vereinzelt auch in anderen Landesteilen. In anderen Gebieten mit größerer deutscher Minderheit gibt es sehr vereinzelt deutsche Kindergartengruppen oder Schulklassen. Die deutsche Minderheit in Ungarn ist in der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen organisiert.
Übersee
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(alphabetisch geordnet)
Australien
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Hauptartikel
Deutsch-Australier
Laut den Ergebnissen der letzten Volkszählung sprachen im Jahr 2006 77.576 oder etwa 0,4
% der damals bekannten 19.855.287 Einwohner Australiens zu Hause deutsch. Die meisten dieser Deutsch-Sprecher lebten, wie die Mehrheit der Gesamtbevölkerung, in den Millionenstädten des Landes (
Melbourne
Sydney
Brisbane
Perth
Adelaide
). Den größten Anteil an der Gesamtbevölkerung mit festem Wohnsitz bildeten die Deutschsprecher in Adelaide (0,57
%) und seinen Vororten (0,68
%), der
Sunshine Coast
(0,64
%) und
Gold Coast
(0,52
%), der
Cape-York-Halbinsel
einschließlich der feuchten Tropen mit
Cairns
und Umland (0,61
%) sowie einem Teil des Grenzgebietes zwischen
Neu-Süd-Wales
und
Victoria
(0,52
%), außerdem in Melbourne und entlang der Küste von Neu-Süd-Wales.
Zu diesen praktizierenden Deutschsprechern kommen diejenigen hinzu, die Deutsch beherrschen, es aber nicht mehr täglich verwenden. Des Weiteren gibt es eine deutschsprachige Wochenzeitung in Australien mit dem Namen
Die Woche in Australien
. Sie richtet sich hauptsächlich an deutsch-, österreichisch- und schweizstämmige Einwanderer und bietet sowohl Artikel zu Geschehnissen in Europa als auch Neuigkeiten innerhalb der deutschsprachigen Gemeinschaft Australiens.
Über die Zahl der Deutschsprecher hinaus ist die Zahl der Deutschstämmigen wesentlich höher, beträgt vielleicht etwa eine halbe bis eine Million Menschen oder mehr, ist aber damit im Vergleich zum Anteil der Deutschstämmigen an der Bevölkerung der Vereinigten Staaten von Amerika dennoch ziemlich gering. Dennoch spielten einige Deutsche eine recht bedeutende Rolle in der Geschichte, insbesondere bei der Entdeckung und Erforschung Australiens.
Brasilien
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Hauptartikel
Deutschbrasilianer
Wahrhaft repräsentative und fundierte Zahlen zur Zahl der deutschen Muttersprachler in Brasilien gibt es nicht. Schätzungen zufolge leben in Brasilien jedoch etwa zwei bis fünf Millionen Deutschstämmige, von denen etwa 850.000 bis 900.000
bilingual
(Deutsch und
Portugiesisch
) sein dürften und somit als deutsche Muttersprachler gewertet werden könnten.
Ethnologue
hingegen gibt allein für das
Riograndenser Hunsrückisch
3.000.000 Sprecher an, die sich allerdings mit den geschätzt etwa 1.500.000 Sprechern des Standarddeutschen überschneiden dürften.
130
Die Bevölkerungsgruppe des Riograndenser Hunsrückisch konzentriert sich im Wesentlichen auf die Staaten
Santa Catarina
und
Rio Grande do Sul
im Süden des Landes und hier eher auf kleine, nicht an der Küste liegende Städte. Beispiele hierfür sind
Pomerode
Santa Rosa de Lima
oder
Treze Tílias
, in denen noch große Teile der Bevölkerung Deutsch sprechen.
Neben dem Riograndenser Hunsrückisch spielt auch
Pomerano
eine größere Rolle. Dieser deutsche Dialekt, der aus dem
Ostpommerschen
entstanden ist, ist heute insbesondere im Bundesstaat
Espírito Santo
vertreten, wird aber auch in
Minas Gerais
Rondônia
(ab 1970),
Santa Catarina
und
Rio Grande do Sul
gesprochen. Von den laut Ethnologue 300.000 Sprechern in Brasilien sollen 120.000 in Espírito Santo leben.
131
Während Südbrasilien Anfang des 20.
Jahrhunderts noch hauptsächlich deutschsprachig war, wurde die deutsche Sprache durch Assimilation und durch Unterdrückung oder gar Verbot in der Mitte des 20. Jahrhunderts –
besonders während des
Zweiten Weltkrieges
– durch Portugiesisch verdrängt. Im Laufe der Jahre hat sich die Situation jedoch maßgeblich geändert, sodass heute die deutsche Sprache als kulturelles Erbe besonders gefördert wird und der Region um
Blumenau
sogar als touristisches Aushängeschild dient, obgleich gerade hier die deutsche Sprache nur noch begrenzt gesprochen wird. Deutsche Infrastruktur in Form von Zeitungen und Schulen existiert zwar begrenzt, doch im öffentlichen Bereich ist Deutsch kaum vorhanden, da Portugiesisch alleinige Amtssprache ist und der Schaden durch Unterdrückung an der deutschen Sprachgruppe in Brasilien zu groß und andauernd war, um reversibel zu sein. Dennoch haben seit 2010 etliche Gemeinden deutsche Dialekte zur zweiten Amtssprache auf kommunaler Ebene erhoben.
132
Siehe auch
Riograndenser Hunsrückisch
und
Deutschsprachige in Lateinamerika
Gemeinden im Bundesstaat Espírito Santo mit Deutsch als zweiter Amtssprache (Stand 2018)
Gemeinden mit Deutsch als zweiter Amtssprache (Stand 2018)
132
Pomerano
Hunsrückisch
Standarddeutsch
Santa Catarina
Pomerode
Antônio Carlos
Pomerode
São Miguel da Boa Vista
Alto Bela Vista
Rio Grande do Sul
Canguçu
Santa Maria do Herval
Espírito Santo
Santa Maria de Jetibá
Pancas
Domingos Martins
Laranja da Terra
Vila Pavão
Itarana
Gemeinden, in denen Deutschunterricht verpflichtend ist:
Rio Grande do Sul
Nova Petrópolis
Santa Catarina
Blumenau
Kanada
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In
Kanada
sprechen 438.000 Menschen Deutsch als Muttersprache,
84
darunter auch viele Mennoniten, etwa in Ontario. Das entspricht etwa 1,5
% der Gesamtbevölkerung. Diese sind meist deutsche
Siedler
aus dem 19. sowie Einwanderer aus dem 20. Jahrhundert. In Kanada sind jedoch nur Französisch und Englisch Amtssprachen.
Namibia
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Hauptartikel
Deutsche Sprache in Namibia
und
Küchendeutsch
Straßenschild in
Windhoek
Namibia
Deutsch war mit
Afrikaans
und
Englisch
Amtssprache im damaligen
Südwestafrika
in der Zeit der
Apartheid
von Juni 1984 bis zur Unabhängigkeit
Namibias
1990. Seitdem ist Englisch die einzige landesweite Amtssprache und Deutsch nunmehr
Verkehrssprache
und eine von etwa 20
Nationalsprachen
des Landes. Damit ist Namibia das einzige außereuropäische Land, in dem Deutsch einen rechtlichen Status auf nationaler Ebene hat und deshalb per Verfassung als Teil der namibischen Kultur gesetzlich verankert ist. Etwa 20.000 Namibier (weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung) geben Deutsch als ihre Muttersprache an.
Papua-Neuguinea
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Hauptartikel
Unserdeutsch
Der nördliche Teil des pazifischen Staates
Papua-Neuguinea
war unter dem Namen
Deutsch-Neuguinea
von 1884 bis 1914 deutsche Kolonie. Zwar wurden die meisten Kolonisten aus dem
Deutschen Kaiserreich
1915 von australischen Truppen vertrieben, die Nationalsprache
Tok Pisin
ist allerdings durch die deutsche Sprache beeinflusst worden. Weitere Amtssprachen sind die neue Kolonialsprache Englisch und
Hiri Motu
. Als Muttersprache wird die deutsche Sprache lediglich von etwa 100 zumeist älteren Menschen gesprochen. Die hier gesprochene lokale Varietät nennt sich Unserdeutsch.
Paraguay
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Hauptartikel
Deutschsprachige in Lateinamerika
In
Paraguay
haben laut Ethnologue 166.000 Personen Standarddeutsch als Muttersprache, darunter 19.000, die Standarddeutsch und
Plautdietsch
zusammen als Muttersprache haben. Hinzu kommen weitere 19.000 Personen, deren Muttersprache allein Plautdietsch ist.
89
Eine wichtige Gruppe unter den deutschsprachigen Einwohnern Paraguays sind die deutschsprachigen
Mennoniten
, die seit 1927 meist aus Russland eingewandert sind. Durch weitere Zuwanderung aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko beläuft sich ihre Anzahl inzwischen auf 45.000–50.000 Personen. Sie leben vor allem im Nordwesten des Landes und im Chaco, wo sie eine zahlenmäßig unbedeutende, aber mit großer Wirtschaftskraft und bestimmten Privilegien ausgestattete Minderheit bilden. Sie sprechen überwiegend den niederdeutschen Dialekt
Plautdietsch
. Dennoch spielt das Hochdeutsche in den mennonitischen Kolonien eine signifikante Rolle, insbesondere als Kirchen-, Schul- und Verwaltungssprache sowie als Sprache der Medien.
5 bis 7
% der paraguayischen Bevölkerung sind Einwanderer deutscher Herkunft. Die Volkszählung im Jahr 2002 belegt 1838 (≈ 0,035
% der Bevölkerung) in Paraguay lebende Personen, die in Deutschland geboren sind. In der Regierungszeit des deutschstämmigen Diktators
Alfredo Stroessner
, der in den Jahren 1954 bis 1989 das Amt des Staatspräsidenten innehatte, sind zehntausende aus Brasilien stammende Deutschbrasilianer eingewandert. Allein in den Jahren 1973/74 waren es 42.000, vor allem in die Departements Alto Paraná, Caazapá, Itapua, Canendiyú, Caaguazú und San Pedro. Allein in diesen Departements leben heute weit über 100.000 Deutschbrasilianer in 9 Groß- und 45 Randsiedlungen. Ein weiteres Zentrum der Einwanderung liegt um Hohenau herum mit mindestens 30.000–35.000 Deutschbrasilianern. Seit dem
Sturz Stroessners
im Februar 1989 kamen weitere 150.000 Deutschstämmige aus Südbrasilien dazu. An der argentinischen Grenze wohnen auch viele polnisch- und ukrainischstämmige Menschen.
Vereinigte Staaten
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Hauptartikel
Deutsche Sprache in den Vereinigten Staaten
Pennsylvania Dutch
und
Texasdeutsch
Heute wird Deutsch in den
Vereinigten Staaten von Amerika
von etwa 1,5
Millionen Menschen gesprochen.
Einer Hochrechnung des U.S. Census Bureau auf der Grundlage des American Community Survey von 2007 zufolge ist es Heimsprache von 1.104.354 Einwohnern der Vereinigten Staaten und liegt damit an siebter Stelle unter den meistgesprochenen Sprachen.
98
Dass Hochdeutsch beinahe Amtssprache der Vereinigten Staaten geworden wäre, ist ein
Gerücht
, das auf eine Fehlinterpretation zurückzuführen ist (
Muhlenberg-Legende
). Tatsächlich bezog sich dieses Gerücht auf den gescheiterten Versuch, Gesetzestexte im Staat
Virginia
in Zukunft auch auf Deutsch veröffentlichen zu lassen.
Allerdings stellen die Deutschen wohl insgesamt, je nach Rechnungsweise, die zahlenmäßig bedeutendste oder zweitbedeutendste Gruppe von Vorfahren der heutigen Bevölkerung der USA dar, um den ersten Platz mit Nachfahren von Einwanderern von den britischen Inseln (Engländern, Schotten, Kymren, Iren – je nachdem, ob diese zusammengerechnet werden oder nicht und wer als Deutscher gilt; siehe Census) konkurrierend.
Siehe auch
Geschichte der Deutschen in den Vereinigten Staaten
Deutsch als Fremdsprache
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Hauptartikel
Deutsch als Fremdsprache
Die Bezifferung der Fremdsprachler der deutschen Sprache weltweit beruht auf sehr vagen Schätzungen. Die mit gut 16
Millionen geringste genannte Anzahl basiert auf einer Erhebung der
Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache
des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland und des
Goethe-Instituts
aus dem Jahr 2005 (die Erhebung aus dem Jahr 2000 bezifferte die Zahl der Deutschlerner weltweit noch auf gut 20 Millionen),
133
ist aber in der Aussage, alle Menschen zu erfassen, die Deutsch als
Fremdsprache
beherrschen, ebenso unrealistisch wie entgegengesetzte Extremzahlen von mehreren 100 Millionen. Die von der
Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache
genannte Zahl ist allenfalls geeignet, die Anzahl derjenigen zu beziffern, die Deutsch im Ausland in erfassten Bildungseinrichtungen als Fremdsprache erlernen, und schließt mithin nicht diejenigen ein, die auf anderem Wege –
z.
B. durch „direkte Berührung“ in den deutschsprachigen Ländern und angrenzenden Regionen (u.
a. Gastarbeiter) oder durch Kurse (Universitäten, Volkshochschulen usw.)
– die deutsche Sprache erlernt haben.
Allein schon für den Bereich der Europäischen Union wurde im Mai bis Juni des Jahres 2005 durch das Eurobarometer eine Anzahl von rund 55 Millionen EU-Bürgern (12 Prozent) ermittelt, die Deutsch als Fremdsprache beherrschen, darunter rund 6
Millionen in Deutschland. In einer zweiten Erhebung des Eurobarometers von November bis Dezember 2005 sind es 14 Prozent
68
(siehe auch Kurzfassung in
Amtssprachen der Europäischen Union
). Unter Berücksichtigung einer Gesamtbandbreite aus Standardabweichung und Wahrscheinlichkeit ist von einer Anzahl zwischen 50 und 60 Millionen innerhalb der EU auszugehen. Nicht inbegriffen in dieser Zahl sind unter anderen die Fremdsprachler der deutschen Sprache in der Schweiz (mehr als 2
Millionen), in Russland (nach Schätzungen könnten es 10
Millionen oder mehr sein, nach Angabe der
Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache
: knapp 5
Millionen), in Ländern außerhalb der EU, in denen ehemalige Gastarbeiter und ihre Familien leben (Türkei, Ex-Jugoslawien).
Deutsch wird in vielen Ländern als Fremdsprache gelehrt. Die Lehr- und Lernmittel enthalten das
Standarddeutsch
der Schweiz, Österreichs oder Deutschlands.
In Europa ist die deutsche Sprache nach Englisch und Russisch als Fremdsprache am weitesten verbreitet. Besonders häufig wird Deutsch als Fremdsprache in den
Niederlanden
, in
Belgien
Skandinavien
Russland
, im
Baltikum
, in
Slowenien
Kroatien
Polen
Bosnien und Herzegowina
, im
Elsass
, in der frankophonen sowie in der italienischsprachigen
Schweiz
, in
Serbien
Montenegro
Ungarn
, der
Slowakei
Tschechien
Nordmazedonien
Belarus
und
Bulgarien
gewählt.
134
In einigen dieser Länder und Regionen ist Deutsch in der Schule die erste Fremdsprache; es steht damit noch vor dem Englischen. Auch in
Japan
lernt man häufig Deutsch. In anderen Ländern, so in Frankreich (rund vier Millionen nach Eurobarometer, die Deutsch als Fremdsprache beherrschen) und den Vereinigten Staaten, wo nach einer Gallup-Studie aus dem Jahre 2001 rund 7,5
Millionen Amerikaner Deutsch als Fremdsprache beherrschen,
135
verliert Deutsch zunehmend an Bedeutung gegenüber
Spanisch
. In
Ostasien
(Japan) wurde im 19. und 20. Jahrhundert Deutsch als Medizinsprache verwendet (anstelle von
Latein
).
Deutsch war im Jahr 2002 die nach
Englisch
am meisten verwendete Sprache im
Internet
(gefolgt von
Französisch
Japanisch
, Spanisch und
Chinesisch
). Etwa 7,7 Prozent aller Seiten im Internet waren damals auf Deutsch (Internetseiten auf Englisch: etwa 50
%).
136
Für das Jahr 2007 werden etwa 5,9
% für das Deutsche angegeben (45
% für das Englische, 4,4
% für Französisch).
137
W3Techs erhebt im Jahr 2024 auf 5,4
% der Websites Deutsch als Sprache (49,9
% Englisch, 5,8
% Spanisch).
138
Nach einer Erhebung der
Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache
, der u.
a. das
Auswärtige Amt
und das Goethe-Institut angehören, gab es 2000 die meisten Deutschlerner in:
Russland: 4.657.500 (3,26
%) (nach Schätzungen bis über 10 Millionen)
Polen: 2.202.708 (5,70
%) (nach Eurobarometer rund 7 Millionen)
Frankreich: 1.603.813 (2,52
%) (nach Eurobarometer rund 4 Millionen)
Tschechien: 799.071 (7,80
%) (nach Eurobarometer rund 3 Millionen)
der Ukraine: 629.742
Ungarn: 629.472 (nach Eurobarometer rund 3,5 Millionen)
Kasachstan: 629.874
den Niederlanden: 591.190
den Vereinigten Staaten: 551.274 (nach einer Gallup-Studie rund 7,5 Millionen)
Für
Kamerun
wird die Anzahl der Deutschlerner nach einem Bericht der
Deutschen Welle
mit rund 200.000 angegeben. Insgesamt sprechen in Kamerun 300.000 Menschen Deutsch als Fremdsprache.
139
140
In
Usbekistan
erlernen gut 50 Prozent der rund 1,2 Millionen Schüler des Landes Deutsch,
141
die Maximalangabe liegt bei 750.000.
142
Nach Darstellung der
Eurobarometer
-Umfrage 2012 ist unter den Europäern Deutsch zusammen mit Französisch die am zweithäufigsten gesprochene Fremdsprache. Mehr als jeder dritte Europäer spricht Englisch (38
%) und jeder achte Deutsch (12
%) als Fremdsprache. Vor allem in den Niederlanden, der Slowakei, Belgien, Dänemark, Schweden, Kroatien und Slowenien ist die Kenntnis der deutschen Sprache weit verbreitet; in diesen Ländern liegt der Anteil der Bevölkerung mit Deutschkenntnissen zwischen 20 und rund 71 Prozent.
143
Kenntnisse der deutschen Sprache in den Ländern der
Europäischen Union
, einigen ihrer
Beitrittskandidaten
und der
Schweiz
und
Liechtenstein
laut einer Studie von
Eurobarometer
aus dem Jahr 2006
Im Einzelnen sprachen 2012 nach dieser Angabe Deutsch als Fremdsprache:
in den Niederlanden rund 12,5 Millionen (71 Prozent)
in Dänemark rund 2,5 Millionen (47 Prozent)
in Slowenien knapp eine Million (42 Prozent)
in Kroatien rund 1,5 Millionen (33 Prozent) (2006)
in Schweden rund 2,5 Millionen (26 Prozent)
in der Slowakei eine Million (22 Prozent)
in Belgien rund 2,5 Millionen (22 Prozent)
in Polen rund 7 Millionen (19 Prozent)
in Estland rund 0,2 Millionen (18 Prozent)
in Finnland knapp eine Million (17 Prozent)
in Ungarn rund 1,5 Millionen (16 Prozent)
in Tschechien rund 1,5 Millionen (15 Prozent)
in Litauen 0,4 Millionen (14 Prozent)
in Deutschland rund 8 Millionen (10 Prozent)
in Bulgarien rund 0,6 Millionen (8 Prozent)
in Frankreich rund 4 Millionen (6 Prozent)
im Vereinigten Königreich knapp 4 Millionen (6 Prozent)
in Griechenland rund 0,6 Millionen (5 Prozent)
in der Türkei rund 3 Millionen (4 Prozent) (2006)
in Italien rund 2,5 Millionen (4 Prozent) (2006)
Deutsch in internationalen Organisationen
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Europäische Union
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Deutsch ist die meistgesprochene Muttersprache und, nach Englisch und vor Französisch, die zweitmeistgesprochene Sprache (Mutter- und Fremdsprachler) der Europäischen Union. Zudem ist (West-)Deutschland ein Gründungsmitglied der Organisation und einige EU-Organe befinden sich in zumindest teilweise deutschsprachigen Ländern (Deutschland, Luxemburg und Belgien). Obwohl alle 24 Amtssprachen der EU offiziell auch als
Arbeitssprachen
gelten, werden im internen Verkehr der Organe vor allem Englisch, Französisch und Deutsch verwendet, was spezifisch die Publikation von Pressemitteilungen und Volksbefragungen betrifft, welche immer zumindest in diesen drei Versionen vorliegen müssen. Für ihre täglichen Kurznachrichten sowie die Verdolmetschung ihrer mittäglichen
Briefings
stellt die EU-Kommission offiziell ein Angebot in Englisch und Französisch sicher.
144
145
Bis 2023 wurden als Einstellungskriterium für Mitarbeiter der Europäischen Kommission auch gute Kenntnisse entweder in Englisch, Französisch oder Deutsch vorausgesetzt, was jedoch aufgrund einer von Italien und Spanien geführten Klage vor dem
Europäischen Gerichtshof
fallen gelassen werden musste.
146
Zudem verfügten zu Beginn der 2010er Jahre weniger als 20 Prozent der Bediensteten der
Europäischen Kommission
über Deutschkenntnisse, weshalb, zumindest zu dieser Zeit, die Verwendung als interne Verhandlungssprache meist nur aus der Vorlage von Texten für abschließende Beratungen bestand.
147
148
Obgleich die EU-Kommissionspräsidenten seit 2014 fließend Englisch, Französisch und Deutsch sprechen und trotz des
Austritts des Vereinigten Königreiches
im Jahr 2020 ist die Dominanz des Englischen unter EU-Politikern und auch der gesamten EU-Bevölkerung (siehe untenstehende Tabelle) bzw. die Herausbildung eines simplifizierten „
Euro English
“ in der internen und externen Kommunikation der EU ungebrochen. Dies wurde sowohl von politischen Beobachtern als auch von deutsch- bzw. französischsprachigen Politikern wiederholt kritisiert und das deutsche
Auswärtige Amt
setzt sich mit dem
Europanetzwerk Deutsch aktiv
für eine größere Verbreitung des Deutschen unter EU-Beamten ein.
149
150
151
152
Die drei meistgesprochenen Sprachen in der Europäischen Union 2023
(einschl. Differenz zu EU27 im Jahr 2012)
153
Sprache
Amtssprache
in Mitgliedstaat
als Muttersprache gesprochen
(Anteil an der Bevölkerung)
als Fremdsprache gesprochen
(Anteil an der Bevölkerung)
Sprecher insgesamt in der EU
(Anteil an der Bevölkerung)
Englisch
Irland
Irland
Malta
Malta
A0
% (±0
A1
47
(+5)
49
(+5)
Deutschland
Deutschland
Osterreich
Österreich
Luxemburg
Luxemburg
Belgien
Belgien
Italien
Italien
19
(+3)
10
% (−2)
29
% (+1)
Französisch
Frankreich
Frankreich
Belgien
Belgien
Luxemburg
Luxemburg
Italien
Italien
15
% (+3)
11
% (±0)
26
% (+3)
A1
Da sich die Differenz zu 2012 auch bereits nur auf die EU27 (ohne UK) bezieht, hat der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU im Jahr 2020 keinen Effekt.
Vereinte Nationen
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In der
UNO
ist Deutsch keine Amts- respektive Arbeitssprache. Eine Sonderstellung gegenüber den anderen Nicht-Amtssprachen besteht darin, dass seit 1975 der Deutsche Übersetzungsdienst der Vereinten Nationen für wichtige offizielle Dokumente deutsche Versionen erstellt. Finanziert wird der Dienst, der in das UN-Sekretariat eingegliedert ist, von einem Treuhandfonds, den Deutschland, Liechtenstein, Österreich und die Schweiz mit Beiträgen fördern.
Die
Weltorganisation für geistiges Eigentum
, eine Behörde der Vereinten Nationen, verwaltet den
Vertrag über die Internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens
, kurz PCT genannt. Im Rahmen des PCT ist Deutsch, neben Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch, eine der Sprachen, in der Patentanmeldungen eingereicht werden können.
Internationale Institutionen
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Zu den wichtigsten internationalen Institutionen (außerhalb der
EU
), welche Deutsch zu ihren offiziellen Sprachen zählen, gehören unter anderem:
Europäische Patentorganisation
– EPO
Europäische Weltraumorganisation
– ESA
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
– OSZE
Reporter ohne Grenzen
– ROG
World Association of Newspapers
– WAN
Zahlreiche europäische und globale Sportverbände, z.
B.:
Europäische Handballföderation
– EHF
Fédération Internationale de Basketball
– FIBA
Fédération Internationale de Bobsleigh et de Tobogganing
– FIBT
Fédération Internationale de Football Association
– FIFA
Fédération Internationale de Gymnastique
– FIG
Fédération Internationale de Luge de Course
– FIL
Fédération Internationale de Ski
– FIS
Internationale Biathlon-Union
– IBU
Union of European Football Associations
– UEFA
Sprachstruktur
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Aussprache
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Hauptartikel
Aussprache der deutschen Sprache
Alphabet
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Hauptartikel
Deutsches Alphabet
Das deutsche Alphabet ist diejenige Variante des lateinischen Alphabets, die zur Schreibung der deutschen Sprache verwendet wird. Im heutigen standardisierten Gebrauch umfasst es die 26 Grundbuchstaben des lateinischen Alphabets zuzüglich der drei Umlaute (Ä, Ö, Ü) sowie das scharfe S oder Eszett (
), welches jedoch in der Schweiz und in Liechtenstein nicht mehr verwendet wird.
Rechtschreibung
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Hauptartikel
Deutsche Rechtschreibung
Grammatik
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Hauptartikel
Deutsche Grammatik
Die deutsche Sprache hat im Vergleich mit anderen germanischen Sprachen ein reiches System von Wortformen (Flexion) bewahrt, in einem Ausmaß wie sonst nur das Isländische. Deutsch unterscheidet drei Genera (grammatische Geschlechter) bei Substantiven, mit denen die Formen der begleitenden Artikel und Adjektive übereinstimmen müssen, ferner bei diesen drei Wortarten vier Kasus und zwei Numeri (Singular und Plural). Ungewöhnlich ist die zusätzliche „stark/schwach“-Flexion der Adjektive, die davon abhängt, welche Art von Artikel vorausgeht. Deutsch markiert Formen für Tempus, Person und Modus am Verb und nutzt Hilfsverben zum Ausdruck weiterer grammatischer Kategorien. Verben erscheinen mit einem reichen System an Präfixen, Partikeln und anderen Elementen, die zusammengesetzte Verben ergeben. Typisch für das Deutsche ist auch eine hohe Anzahl von Präpositionen und ein reiches Inventar an
Abtönungspartikeln
(halt
eben
eh)
und an
Komposita
Siehe auch
Grammatikbegriffe im Deutschen
Erbwörter, Lehnwörter und Fremdwörter
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Hauptartikel
Erbwörter
Lehnwörter
und
Fremdwörter
Erbwörter sind diejenigen
Lexeme
, die seit der Zeit des Protogermanischen ununterbrochen Teil des Wortschatzes derjenigen germanischen Varietäten gewesen sind, aus denen sich das heutige Deutsche entwickelt hat. Einen großen Teil dieser Wörter hatte das Protogermanische seinerseits aus dem Protoindogermanischen/Protoindoeuropäischen ererbt.
Zu den Erbwörtern gehören Wörter wie
zwei, Zaun, hundert, Liebe, Zahn
oder
Vieh
. Lehn- und Fremdwörter entstammen nicht dem germanischen Grundstock, sondern sind in die deutsche Sprache gelangt. Die meisten dieser Wörter stammen aus anderen indogermanischen/indoeuropäischen Sprachen. Dabei sind Fremdwörter im Gegensatz zu Lehnwörtern an der Betonung, der Schreibweise oder der Aussprache als „fremd“ erkennbar. Beispiele für Lehnwörter aus dem Lateinischen sind
Fenster, Wein, Straße, Ziegel
oder
Rettich
, während
Pfaffe, Kirche, Graf, Meter
und
Thron
altgriechischen Ursprungs sind. Einige Lehnwörter hat das Deutsche aus dem
Hebräischen
übernommen, wie z.
B.
dufte
(aus טוֹב ‚gut‘) oder
Pleite
(aus פלטה ‚Flucht‘).
Fremdwörter altgriechischer Herkunft sind
Biologie, Theologie, Mathematik, Apotheke, Arktis, Historie, Chronometer, Demokratie
oder
Arithmetik
. Fremdwörter italienischer Herkunft sind beispielsweise
Bilanz
und
Melone
; aus dem Französischen stammen
Garderobe, Toilette
und
Pissoir
Die allermeisten Lehn- und Fremdwörter in der deutschen Sprache sind ihrerseits indogermanischen Ursprungs. So gehen
Bruch
und
Fraktur
auf ein und dasselbe indogermanische Wort zurück. Während
Bruch
ein germanisches Erbwort ist, entstammt
Fraktur
(oder
Fraktion
sowie
Fragment
) dem Lateinischen. Ähnlich verhält es sich mit dem Erbwort
Joch
und dem indischen Fremdwort
Yoga
Bewertungsfragen
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In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Abschnitt geht nur auf die Situation in Deutschland ein. Fehlende Erörterung der Situation in der mehrsprachigen Schweiz, dort ist einiges anders.
Hilf der Wikipedia, indem du sie
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und
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Deutsch als Amtssprache
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Englisch
ist keine offizielle
Amtssprache in Deutschland
. Im Dezember 2014 forderte der Europapolitiker
Alexander Graf Lambsdorff
, neben Deutsch die englische Sprache als
Verwaltungs-
und später als Amtssprache zuzulassen, um die Bedingungen für qualifizierte Zuwanderer zu verbessern, den
Fachkräftemangel
abzuwenden und Investitionen
154
zu erleichtern. In mehreren Städten und Bundesländern gibt es bereits Angebote in englischer Sprache, teils wurde sie auch zur offiziellen Verwaltungssprache erhoben, im Jahr 2015 etwa in
Düsseldorf
155
Die Zugänglichkeit für z.
B.
Expats
und internationale Wissenschaftler auf dem deutschen Arbeitsmarkt soll damit erhöht werden; diese Arbeitskräfte haben meist hohe Einkommen und würden sich eher entscheiden, in Deutschland zu bleiben, wenn sie die Behörden besser verstehen und nutzen können, um später die deutsche Sprache zu erlernen.
156
Einer repräsentativen
YouGov
-Umfrage aus dem Jahr 2013 zufolge würden es 59 Prozent der Deutschen begrüßen, wenn die englische Sprache in der gesamten
Europäischen Union
den Status einer Amtssprache erlangen würde.
157
Ein Arbeitgeber kann von einem ausländischen Arbeitnehmer verlangen, dass dieser seine Arbeitsleistung in deutscher Sprache erbringt und nach auf Deutsch abgefassten Arbeitsanweisungen arbeitet.
158
159
Vermeidung der deutschen Sprache
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Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit
Belegen
(beispielsweise
Einzelnachweisen
) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und
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Im Zuge der Globalisierung besteht ein Trend darin, die Verwendung der deutschen Sprache im deutschen Sprachraum zu vermeiden. Dies trifft nicht nur auf Formen der mündlichen oder schriftlichen Kommunikation zu, bei denen einer der Beteiligten die deutsche Sprache nicht (hinreichend) beherrscht bzw. bei denen das von vornherein vermutet wird, sondern auch auf Situationen, in denen der Adressat der Kommunikation des Deutschen mächtig ist. Das trifft auf genormte Situationen wie den Funkverkehr in der Luftfahrt zu, aber auch auf weite Bereiche der
Kulturwirtschaft
. Lange Zeit war es z.
B. in Deutschland verpönt, Lieder, die nicht den Genres
Schlager
oder
Volksmusik
angehören sollten, auf Deutsch zu singen.
Einen Sonderfall stellen Opfer des
Nationalsozialismus
dar, die sich weigern, Deutsch zu sprechen oder zu schreiben, selbst wenn sie diese Sprache in ihrer Kindheit oder Jugend erlernt haben. Deutsch sei eine Sprache, die lange Zeit eher „gebellt“ als gesprochen worden sei. „Ganz Europa hat das deutsche Gebell gehört, es hat sich tief in das Gedächtnis der Völker eingegraben“, meint
Jürgen Trabant
160
„Schutz“ der deutschen Sprache
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Eine aktive
Sprachpolitik
, wie sie unter anderem in
Frankreich
und
Island
betrieben wird, um eine Anreicherung der Sprache mit Anglizismen zu unterbinden, findet in Deutschland seit Mitte des 20.
Jahrhunderts nicht mehr statt. Gleichwohl gibt es auch heute noch im deutschen Sprachraum
Sprachpfleger
, die sich bemühen, die deutsche Sprache vor „
Sprachpanschern
“ zu schützen.
Siehe auch
Liste deutscher Sprachvereine
Für die Pflege der deutschen Sprache im Ausland setzen sich das
Goethe-Institut
, die
Zentralstelle für das Auslandsschulwesen
und der
Deutsche Akademische Austauschdienst
(DAAD) ein.
Klaus-Dieter Lehmann
sorgte sich als Präsident des Goethe-Instituts speziell um Deutsch als
Wissenschaftssprache
. Mehr als 90 Prozent der wissenschaftlichen Publikationen entfielen auf die englische Sprache. Wissenschaftliche Beschreibungen arbeiteten häufig mit Bildern und Metaphern aus dem Alltag. Werde diese Verbindung im Deutschen gekappt, sei die Wissensteilhabe von Deutschsprechenden und ihr Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen gefährdet, was zu schnell schwindender Legitimation der Wissenschaft führen könne. Auch beklagte Lehmann, dass der schulische Deutschunterricht hierzulande derzeit reduziert statt erweitert wird. Die deutsche Sprache werde „mit ihren kulturellen und literarischen Bezügen eher zum Werkzeug einer Verkehrssprache degradiert.“
161
Sprachbeispiel
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Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
„Artikel 1: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“
Musikbeispiel aus dem Jahr 2020, Duo Systemabsturz:
162
„Ich habe noch nie ein’n Wikipedia-Eintrag verfasst“, … „Wir ham das Internet geschaffn, das wir nie wollt’n“
Textsammlungen
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Beim
Projekt Gutenberg-DE
gibt es Texte von über 1000 Autoren.
Wikisource
enthält mehr als 9300 deutschsprachige Werke.
Siehe auch
Deutsche Literatur
Deutschsprachige Schriftsteller
und
Sprichwörter
Siehe auch
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Documenta linguistica
Liste der häufigsten Wörter der deutschen Sprache
Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen
Verdeutschung
Literatur
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Digitales Nachschlagewerk
Atlas deutsche Sprache – Geschichte, Aufbau und Systematik der deutschen Sprache.
Band 112.
Directmedia Publishing GmbH
, Berlin 2004,
ISBN 978-3-89853-512-0
(CD-ROM).
Wörterbücher
Liste bedeutender Wörterbücher
Zum deutschen Wortschatz (Erb-, Lehn- und Fremdwörter)
Harald Wiese:
Eine Zeitreise zu den Ursprüngen unserer Sprache. Wie die Indogermanistik unsere Wörter erklärt.
2. Auflage. Logos Verlag, Berlin 2010,
ISBN 978-3-8325-1601-7
Sprach- und Mundartenkarten
Werner König
dtv-Atlas Deutsche Sprache.
7. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2011,
ISBN 978-3-423-03025-0
(noch auf dem Stand der 1. Auflage von 1978).
Zur Geschichte
Ulrich Ammon
Die Stellung der deutschen Sprache in der Welt.
De Gruyter, Berlin / New York 2015,
ISBN 978-3-11-019298-8
Jochen A. Bär
Die Zukunft der deutschen Sprache.
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Ekkehard Felder
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Sprache
Heidelberger Jahrbücher
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Werner Besch
Anne Betten
Oskar Reichmann
Stefan Sonderegger
(Hrsg.):
Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung.
De Gruyter, Berlin / New York 1984 ff.; 2. Auflage ebenda 1998–2004 (=
Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft.
Band 2).
Karl-Heinz Göttert
Deutsch. Biografie einer Sprache
. Ullstein, Berlin 2010,
ISBN 3-550-08778-0
Hermann Hirt
Geschichte der deutschen Sprache.
2. Auflage. München 1929.
Wolfgang Krischke:
Was heißt hier Deutsch? Kleine Geschichte der deutschen Sprache
. 2. aktualisierte u. erweiterte Aufl. C.
H. Beck, München 2022,
ISBN 978-3-406-79158-1
(allgemeinverständliche Darstellung).
Peter von Polenz
Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart.
Band I:
Einführung, Grundbegriffe, 14. bis 16. Jahrhundert.
2., überarbeitete und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin / New York 2000,
ISBN 3-11-012458-0
Peter von Polenz:
Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart.
Band II:
17. und 18. Jahrhundert.
2. Auflage. De Gruyter, Berlin / New York 2013,
ISBN 978-3-11-031454-0
Peter von Polenz:
Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart.
Band III:
19. und 20. Jahrhundert.
De Gruyter, Berlin / New York 1999,
ISBN 3-11-016426-4
Peter von Polenz:
Geschichte der deutschen Sprache.
10., völlig neu bearbeitete Auflage. De Gruyter, Berlin / New York 2009,
ISBN 978-3-11-017507-3
Astrid Stedje
Deutsche Sprache gestern und heute. Einführung in Sprachgeschichte und Sprachkunde
(= UTB, Bd. 1499). 6. neubearb. Aufl. mit Heinz-Peter Prell. Fink, München 2007,
ISBN 978-3-8252-1499-9
Zur Sprachentwicklung in der
Bundesrepublik Deutschland
und der
Deutschen Demokratischen Republik
Theodor Constantin:
Plaste und Elaste: ein deutsch-deutsches Wörterbuch
. Mit Zeichnungen von Titus. Edition
Jule Hammer
, Haude & Spener, Berlin 1983,
ISBN 3-7759-0249-X
Zu Sprachkontakten der deutschen Sprache
Johannes Bechert,
Wolfgang Wildgen
Einführung in die Sprachkontaktforschung.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft
, Darmstadt 1991,
ISBN 3-534-03266-7
Csaba Földes
Kontaktdeutsch. Zur Theorie eines Varietätentyps unter transkulturellen Bedingungen von Mehrsprachigkeit.
Gunter Narr, Tübingen 2005,
ISBN 3-8233-6160-0
Claudia Maria Riehl
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ISBN 3-8233-6013-2
Uriel Weinreich
Languages in contact. French, German and Romansh in twentieth-century Switzerland.
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ISBN 978-90-272-1187-3
Weblinks
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Commons
: Deutsche Sprache
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Deutsche Sprache
– Zitate
Wikiversity: Fachbereich Germanistik
– Kursmaterialien
Wikinews: Deutsche Sprache
– in den Nachrichten
Wiktionary: Deutsch
– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Duden online
Atlas zur deutschen Alltagssprache
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Es gibt nicht nur ein richtiges Deutsch
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So hat sich die deutsche Sprache entwickelt
Beitrag auf
dw.com
vom 8. August 2020
Die deutsche Sprache in der Welt
Karambolage (Arte)
auf youtube.com vom 15. März 2022
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Memento
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LEI Nº 14.061, de 23 de julho de 2012 – Declara integrante do patrimônio histórico e cultural do estado do Rio Grande do Sul a língua hunsrik, de origem germânica
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Audiofile Netzkater.ogg im Schwesterprojekt Commons zum Basteln und für Übersetzungen
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