Eugen von Savoyen – Wikipedia
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Jacob van Schuppen
Prinz Eugen von Savoyen
, Öl auf Leinwand, 1718. Das Bild hängt als Dauerleihgabe des
Rijksmuseum Amsterdam
im
Wiener Belvedere
Unterschrift Eugen von Savoyen (1663–1736)
Eugen Franz, Prinz von Savoyen-Carignan
französisch
François-Eugène de Savoie-Carignan
italienisch
Eugenio di Savoia-Carignano
) (*
18. Oktober
1663
in
Paris
; †
21. April
1736
in
Wien
) – bekannt geworden unter dem Namen
Prinz Eugen
– war einer der bedeutendsten Feldherren der
Habsburgermonarchie
, deren Stellung als Großmacht er wesentlich ausbaute. Er war ab 1697 Oberbefehlshaber im
Großen Türkenkrieg
. Neben
John Churchill, 1. Duke of Marlborough
, war er während des
Spanischen Erbfolgekrieges
(1701–1714) Oberkommandierender der antifranzösischen
Haager Großen Allianz
. Im
Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg
(1714–1718) sicherte er die österreichische Vorherrschaft in Südosteuropa. Daneben war er lange Präsident des
Hofkriegsrats
sowie als Diplomat tätig und übte weitere hohe Staatsämter aus.
Prinz Eugen war als Bauherr und Kunstsammler einer der bedeutendsten
Mäzene
seiner Zeit.
1.1
Herkunft
Eugen stammte aus dem Haus Savoyen-Carignan, einer in
Frankreich
ansässigen Nebenlinie des in
Italien
souverän herrschenden
Hauses Savoyen
. Der Titel eines
Fürsten von Carignan
wurde 1620 von dem savoyischen Herzog
Karl Emanuel I.
für seinen jüngsten Sohn
Thomas Franz
geschaffen, Eugens Großvater. Thomas Franz heiratete 1625 die französische Prinzessin
Marie de Bourbon
aus dem
Haus Bourbon-Condé
, einer Nebenlinie des herrschenden französischen Königshauses der
Bourbonen
. Nach dem Tod ihres Bruders
1641 erbte sie die französische
Grafschaft Soissons
, wurde Comtesse de Soissons aus eigenem Recht und
Pair de France
, ihr Ehemann führte den Titel eines Grafen von Soissons. Nach seinem Tod 1656 wurde Eugens Vater
Eugen Moritz
(1633–1673) Graf von Soissons; als Angehöriger einer Nebenlinie des Königshauses trug er zudem den am französischen Königshof hochangesehenen Titel eines
Prinzen von Geblüt
3.1
Fürst von Carignan wurde nach dem Tod von Thomas Franz 1656 sein ältester Sohn
Emmanuel Philibert
(1628–1709). Die
Könige von Sardinien
und die
Könige von Italien
stammen von ihm ab.
Eugens Vater Eugen Moritz heiratete 1657
Olympia Mancini
(1639–1708), die Nichte des mächtigen Kardinals
Jules Mazarin
(1602–1661). Aus der Ehe gingen fünf Söhne und drei Töchter hervor:
Graphische Darstellung von Eugens Verwandtschaftsverhältnissen.
Louis Thomas
(1657–1702), Graf von Soissons
Philippe (1659–1693), Abt
Louis-Jules (1660–1683), Chevalier de Savoie
Emanuel-Philibert (1662–1676), Graf von Dreux
Eugen Franz (1663–1736), Prinz von Savoyen-Carignan
Marie-Jeanne (1665–1705), Mademoiselle de Soissons
Louise-Philiberte (1667–1726), Mademoiselle de Carignan
Françoise (1668–1671).
3.2
Der Titel eines Grafen von Soissons ging nach dem Tod von Eugens Vaters auf den ältesten Sohn Louis-Thomas über.
Eugen gehörte dem europäischen
Hochadel
an. Seine Familie besaß Verbindungen zu den spanischen und österreichischen
Habsburgern
genauso wie zu den französischen Bourbonen und den Adelshäusern
Wittelsbach
und
Baden-Baden
. Eugen selbst war mit führenden Häuptern der europäischen Politik verwandt, so mit Herzog
Viktor Amadeus II.
von Savoyen, der kurzzeitig König von
Sizilien
und danach von
Sardinien
war, mit
Maximilian
II. Emanuel
, dem Kurfürsten von Bayern, und mit
Ludwig Wilhelm
, dem Markgrafen von Baden-Baden, der wegen seiner militärischen Erfolge im
Großen Türkenkrieg
auch „Türkenlouis“ genannt wurde. Auch mit
Louis II. de Bourbon-Condé
und
Louis-Joseph de Vendôme
war Eugen verwandt.
Eugens dreisprachige Unterschrift.
Viele von Eugens Familienmitgliedern schlugen eine militärische Karriere in verschiedenen europäischen Heeren ein. Sein Großvater hatte Spanien und Frankreich gedient, sein Vater diente im französischen Heer.
Eugen konnte diesem Karriereweg nicht folgen, da die Familie inzwischen in Ungnade gefallen war.
Er musste sein Glück deshalb wie seine Brüder Louis-Jules und Emanuel-Philibert außerhalb Frankreichs suchen.
3.3
Bei der Wahl seiner Dienstherren achtete er nicht darauf, in welchem Land er Dienst tun wollte, was für den europäischen Adel der
Frühen Neuzeit
nicht ungewöhnlich war.
1.2
Eugen vertrat zeit seines Lebens treu die Interessen seiner österreichischen Dienstherren, war aber dennoch stolz auf seine franko-italienische Herkunft, wie seine Unterschrift erkennen lässt: Sie bestand aus dem italienischen
Eugenio
, dem deutschen
von
und dem französischen
Savoy
oder
Savoye
Wappen
Wappen des Prinzen Eugen
Da Eugen aus der Nebenlinie Savoyen-Carignan stammte, trug er deren Wappen, unter anderem in der hier gezeigten Form. Daneben existierte noch eine Variante, die als heraldisch linke Schildhälfte das Wappen der spanischen Habsburger zeigte. Die Fachliteratur zum Wappen des Prinzen Eugen ist bislang begrenzt, behandelt wird es lediglich bei
Franz Gall
und bei Andreas Cornaro.
Auf beide Beiträge bezieht sich Karl Gutkas.
1.3
Cornaro und Gutkas nahmen an, dass das spanische Wappen dem Wappen von Savoyen nach dem
Frieden von Utrecht
hinzugefügt wurde. Bei Korbinian Erdmann
10
wird das allerdings widerlegt. Die spanische Schildhälfte ist Erdmann zufolge bereits früher nachweisbar, zum Beispiel in einer Abbildung von Eugens Vater
Eugen Moritz von Savoyen-Carignan
und scheint bereits 1585, nach der Heirat
Karl Emanuels I.von Savoyen
mit
Katharina Michaela von Spanien
in das Savoyerwappen gekommen zu sein. Beide Wappenvarianten wurden laut Erdmann (S. 4/5) parallel verwendet. Vom Wappen der
Hauptlinie Savoyens
unterschied sich Eugens Wappen durch den Herzschild, der heraldisch links neben dem Wappen von Savoyen (silbernes Kreuz auf Rot) auch das Soissons-Wappen (drei goldene Lilien auf Blau mit rotem Schrägbalken) zeigt.
1.4
Leben
Jugendjahre in Paris (1663–1683)
Kürass
des Prinzen Eugen im
Heeresgeschichtlichen Museum
Eugen wurde in Paris im
Hôtel de Soissons
geboren. Dort wuchs er auch auf. Der Vater starb, als er zehn Jahre alt war. Die Mutter war zeitweise eine Favoritin König
Ludwigs XIV.
, ehe es zu einer Entfremdung kam. Die Erziehung ihrer sieben Kinder vernachlässigte sie, weil sie ganz in das Leben am Hof und die dortigen Intrigen eingebunden war. In der
Giftaffäre
wurde sie 1679 verhaftet und verdächtigt, ihren Mann vergiftet zu haben, 1680 floh sie aus Frankreich.
Eugen wuchs unter der Obhut seiner Großmutter
Marie de Bourbon
und seiner Tante
Luise Christine von Savoyen-Carignan
auf, auch Eugens Onkel, der hochgebildete Fürst
Emmanuel Philibert Amadeus von Savoyen-Carignan
, griff in die Erziehung ein.
11
Trotz ständiger Geldsorgen erhielt Eugen eine sehr gute Erziehung und wurde schon früh für den geistlichen Stand bestimmt, wie es für den jüngsten Sohn einer Adelsfamilie üblich war.
11
In seiner Muttersprache, dem Französischen, konnte er sich am besten ausdrücken, auch Italienisch sprach er gut, seine Kenntnisse in Spanisch und Latein waren mangelhaft, Englisch blieb ihm fremd, Deutsch konnte er zwar verstehen, aber nicht sprechen oder schreiben.
11
Im Alter von 15 Jahren erhielt er die
niederen Weihen
12.1
und wurde deshalb am Hofe „der kleine Abbé“ genannt.
Im Alter von 19 Jahren erklärte er, nicht Geistlicher werden zu wollen. Daraufhin entzog ihm die Familie seine Rente, die Großmutter verbot ihm das Haus.
11
Sein Gesuch an Ludwig
XIV., ihm seinem Stande entsprechend das Kommando über ein
Regiment
zu übertragen, lehnte der König ab, wohl aus Misstrauen gegen Eugens ehemals mächtige Mutter,
13
andere Quellen nennen als Grund Eugens schmächtige Gestalt.
14
Etwa 30 Jahre später, Eugen war inzwischen als Feldherr europaweit bekannt, da erinnerte sich
Liselotte von der Pfalz
an seine Zeit am französischen Hof:
„er war nichts alß ein schmutziger, sehr debauchirter [ausschweifender, lasterhafter] Bub, der gar keine Hoffnung zu nichts gab.“
(Brief an Kurfürstin Sophie von Hannover vom 8. Mai 1710)
15
An anderer Stelle schrieb sie ihm homoerotische Neigungen zu:
„er incommodirt sich nicht mitt damen, ein par schonne pagen weren beßer sein sach.“
(Brief an Luise Raugräfin zu Pfalz vom 17. August 1710)
16
Aufstieg im Dienst der Habsburger (1683–1697)
Im Juli 1683 erfuhr Eugen vom Tod seines Bruders, Oberst
Ludwig Julius von Savoyen
. Dieser war in einem Gefecht gegen 40.000
Krimtataren
bei
Petronell
17
in Österreich schwer verwundet worden und Tage später seinen Verletzungen erlegen. Eugen verließ heimlich Paris. Er hoffte, das kaiserliche
Dragoner
regiment seines Bruders zu erhalten, und ging nach
Passau
zu Kaiser
Leopold
I.
Schlacht um Wien (Ölgemälde von
Józef Brandt
, 1873)
In Österreich erhielt er zwar ein
Offizierspatent
, das Regiment ritt aber bereits unter
Donat Johann Graf Heißler von Heitersheim
Angriffe gegen den osmanischen Nachschub bei
Wien
während der
Zweiten Wiener Türkenbelagerung
. Als junger
Oberstleutnant
zog Eugen dann mit dem Entsatzheer nach Wien und kämpfte in der
Schlacht am Kahlenberg
an der Seite seines Cousins
Ludwig Wilhelm von Baden-Baden
. Offenbar bewährte er sich und genoss so die Protektion des Badeners, der Spanier und die Gunst des bayerischen Kurfürsten
Max Emanuel
Am 14. Dezember 1683 erhielt er daher als
Oberst
das
Dragoner-Regiment Kueffstein
in der Stärke von zehn
Kompanien
18
In den folgenden Jahren zog er noch den Wechsel in die Dienste Savoyens oder Spaniens in Erwägung. Als er 1685 nach Madrid reiste, wurde er zum spanischen
Granden
erhoben. Die Versuche seiner Mutter, ihn mit spanischen Damen zu verheiraten, scheiterten. Letztlich blieb er in österreichisch-habsburgischen Diensten.
Am 6. Oktober 1687 ernannte
Karl II. von Spanien
Prinz Eugen im Hinblick auf die persönlichen Qualitäten und die Verdienste seiner Vorfahren um die
Casa de Austria
zum Ritter des
Ordens vom Goldenen Vlies
. Die feierliche Investitur nahm Kaiser
Leopold
I.
am 31. Januar 1688 in der Wiener
Hofburg
vor.
19
Eugen nahm an den Schlachten der ersten Phase des
Großen Türkenkriegs
teil. Am 16. Oktober 1685 wurde er
Generalfeldwachtmeister
, was einem
Generalmajor
entspricht, wurde am 31. Januar 1688
Feldmarschallleutnant
, 1690
General der Kavallerie
und am 25. Mai 1693
Feldmarschall
. Bei der
Belagerung von Belgrad
1688 und
Mainz
1689 wurde er jeweils verwundet. Ohne sich wirklich hervorzutun, befehligte er seit 1690 eine größere Einheit. Bei der Niederlage von Herzog
Viktor Amadeus II. von Savoyen
gegen die Franzosen in der
Schlacht bei Staffarda
deckte Eugen den Rückzug der Savoyer. Im Jahr 1693 nahm er an der
Schlacht bei Marsaglia
teil. 1696 befehligte er die
kaiserliche Armee
in Oberitalien während des
Pfälzischen Erbfolgekriegs
und räumte nach dem
Frieden von Vigevano
den Kriegsschauplatz.
Großer Türkenkrieg und folgende Jahre (1697–1700)
Maßgebliche Kreise wurden auf Eugen aufmerksam, und der Hofkriegsratspräsident
Ernst Rüdiger von Starhemberg
empfahl ihn 1697 für den Oberbefehl im noch immer andauernden Großen Türkenkrieg. 1697 wurde er zunächst Stellvertreter des Oberbefehlshabers in Ungarn. Seit dem 5. Juli 1697 befehligte Eugen als Oberbefehlshaber den habsburgischen Gegenangriff in Ungarn. Er reorganisierte die Truppen und stellte ihre gesunkene Kampfkraft wieder her. Seinen Ruf als Feldherr begründete der entscheidende Sieg in der
Schlacht bei Zenta
(in der heutigen
Vojvodina
) am 11. September 1697, wo er die Hauptmacht der
Osmanischen Armee
bei einer Flussüberquerung vernichtend schlagen konnte. Unmittelbar danach nahm er
Sarajevo
ein, wobei die Stadt fast vollständig niedergebrannt wurde. Die unmittelbare Folge war der
Friede von Karlowitz
1699, bei dem Österreich das
Königreich Ungarn
mit
Siebenbürgen
und den Großteil Kroatiens (in etwa das heutige
Slawonien
) erwarb und so den Status als
Großmacht
festigte.
Zu Beginn des Jahres 1700 ernannte Leopold I. den Prinzen Eugen zum Mitglied des
Geheimen Rates
. Seitdem gehörte Eugen zu den bedeutendsten Männern des Reiches. Durch prachtvolle Barockbauten demonstrierte er dies auch in der Öffentlichkeit.
Miniatur des Prinzen Eugen von Savoyen
Porträt von
Johann Kupetzky
HGM
Spanischer Erbfolgekrieg (1701–1714)
Die Koalition in der Offensive
Politisch spielte Prinz Eugen vor dem Ausbruch des
Spanischen Erbfolgekrieges
noch kaum eine Rolle. Auf die Entscheidungen des Kaisers, die schließlich zum Krieg führten, nahm er keinen direkten Einfluss. Möglicherweise hat aber sein Drängen vor dem Abschluss des Bündnisses Österreichs mit Großbritannien und den Niederlanden dazu beigetragen, die Auseinandersetzung mit einem Angriff in Oberitalien zu beginnen. Im Jahr 1700 wurde Eugen zum Oberbefehlshaber in Italien ernannt. Das Vorhaben war organisatorisch schlecht vorbereitet. Eugen gelang es, seine Truppen über die Alpen zu führen. Er besiegte die überraschten französischen Truppen 1701 in den
Schlachten bei Carpi
und
Chiari
. Im Jahr 1702 folgte der
Handstreich von Cremona
und die
Schlacht bei Luzzara
. Im Laufe der Auseinandersetzung zeigte sich, dass die Wiener Behörden nicht in der Lage waren, für ausreichenden Nachschub zu sorgen, und so einen vollständigen Sieg auf diesem Kriegsschauplatz verspielten. Gleichzeitig sah Eugen, dass Österreich durch das Bündnis Frankreichs mit
Bayern
und den
Aufstand von Franz II. Rákóczi
in Ungarn akut bedroht war.
Ende 1702 ging Eugen nach Wien, um auf Veränderungen bei den zentralen militärischen Positionen zu drängen, zunächst mit wenig Erfolg. Am 27. Juni 1703 wurde er zum Präsidenten des
Hofkriegsrates
in Wien und am 2. Mai 1708 zum
Generalleutnant
ernannt, in Österreich damals der höchste militärische Titel als Stellvertreter des Kaisers im Oberkommando der Armee. Er vereinte nun den Posten des Ministers und den des Generals. Zunächst kümmerte er sich um eine vorerst improvisierte Reorganisation des Militärwesens und nahm bei der Frage der Finanzierung keine Rücksichten auf überkommene Rechte der Stände. Eine wichtige Rolle bei der politischen Flankierung des Krieges spielte der Diplomat
Johann Wenzel Wratislaw von Mitrowitz
, der sein außenpolitischer Berater und Freund wurde und der maßgeblich für das Zustandekommen der
Haager Großen Allianz
aus Großbritannien, den
Vereinigten Niederlanden
und der Habsburgermonarchie war.
Seit 1704 kommandierte er die Truppen im Westen. Im weiteren Verlauf des Spanischen Erbfolgekrieges errang er zusammen mit dem
Duke of Marlborough
, dem Kommandeur der verbündeten britischen Truppen, den glänzenden Sieg in der
Zweiten Schlacht bei Höchstädt
1704. Obwohl der Duke of Marlborough militärisch eine wichtige Rolle spielte, lag die eigentliche strategische Planung des Krieges bei Eugen von Savoyen. Aber auch bei den Operationen und während der Schlachten übernahm er die schwierigen Aufgaben.
In Österreich selbst stieß Eugen allerdings auf Widerstand. Als Führer der „Kriegspartei“ neben dem späteren Kaiser
Joseph I.
drängte er Kaiser Leopold I. in dessen letzten Jahren weitgehend in den Hintergrund.
20
Die Probleme in der Hauptstadt endeten erst, als Joseph die Nachfolge seines Vaters antrat. Der neue Kaiser ließ Eugen und Johann Wenzel Wratislaw von Mitrowitz weitgehend freie Hand.
Eugen besiegte die französischen Truppen in der
Schlacht von Turin
im Jahr 1706 auch auf dem italienischen Kriegsschauplatz. Damit war der Einfluss Ludwigs XIV. in Italien gebrochen. Am 21. Februar 1707 wurde Eugen vom Reichstag zum
Reichsfeldmarschall
gewählt. Von 1707 bis 1715 war er zudem Generalgouverneur von
Mailand
. Um diese Zeit hatte er den Maler
Jan van Huchtenburgh
in Dienst. Auf Druck der Seemächte unternahm er 1707 eine Expedition nach
Toulon
. Nach einer vergeblichen
Belagerung der Stadt
führte er seine Truppen nach Oberitalien zurück.
3.4
Zusammen mit dem Duke of Marlborough siegte er 1708 in der
Schlacht bei Oudenaarde
. Mit der Stadt
Lille
fiel der antifranzösischen Koalition eine strategische Schlüsselstellung in die Hände. Frankreich schien geschlagen und es kam zu Verhandlungen über einen
Präliminarfrieden
in Den Haag. Eugen vertrat dabei die kaiserliche Seite, die das gesamte Königreich Spanien für sich forderte. Eugen setzte sich zusätzlich für die Forderung ein, die Reichsgrenzen von 1648 wiederherzustellen, also Frankreich zur Rückgabe des
Elsass
und der
Trois-Évêchés
zu zwingen. Die Alliierten forderten von Ludwig XIV. schließlich nur einen Teil des Elsass um die Stadt
Straßburg
, aber vor allem auf niederländischen Druck auch je drei französische und spanische „Kautionsstädte“ unter alliierter Besatzung, bis Frankreich die Friedensbedingungen umgesetzt hatte. Zusätzlich sollte Ludwig XIV. selbst durchsetzen, dass sich auch sein Enkel Philipp für Spanien diesen Bedingungen anschloss. Diese, nicht von Eugen zu verantwortenden, überzogenen Forderungen verhinderten ein Ende des Krieges. Eugen und der Duke of Marlborough siegten 1709 noch einmal in der
Schlacht bei Malplaquet
. Gleichwohl konnte dies den Krieg nicht beenden, der mit wechselndem Erfolg fortgesetzt wurde.
21
Defensive und Friedensschluss
Nach dem Tod des Kaisers 1711 und der Machtübernahme durch dessen Bruder
Karl VI.
brach die Kriegskoalition auseinander. Hintergrund war, dass Karl auch den spanischen Thron beanspruchte und die bisherigen Verbündeten darin die Gefahr eines übermächtigen Österreich sahen.
Eugen selbst reiste 1712 im Auftrag des Kaisers zur britischen Königin
Anne
, wo er den Verbleib
Großbritanniens
in der Allianz gegen Frankreich erreichen sollte. Er erhielt zwar eine Audienz, doch blieb seine Mission erfolglos. Dabei spielte auch eine Rolle, dass der Duke of Marlborough gestürzt worden war. Die Kriegsführung Eugens geriet damit in die Defensive. Ein von ihm geführtes holländisches Heer wurde in der
Schlacht bei Denain
von den Franzosen geschlagen, auch die Niederländer schieden daraufhin aus dem Krieg aus. Der Versuch Karls VI., nach der Auflösung der
Großen Allianz
im
Frieden von Utrecht
im Jahr 1713 den Kampf nur gestützt auf die Kräfte des Reiches und Österreichs fortzusetzen, erwies sich als erfolglos. Anfang 1714 verhandelte Eugen mit dem französischen Marschall
Claude-Louis-Hector de Villars
über eine Beendigung der Kämpfe. Im
Frieden von Rastatt
wurde die Teilung des spanischen Erbes bestätigt: Während Spanien und die Kolonien an den französischen
Thronprätendenten
fielen, gingen die
Spanischen Niederlande
und die italienischen Besitzungen an Österreich. Als gefeierter Diplomat und Generalbevollmächtigter trat Eugen wenige Monate später beim
Friedenskongress in Baden
auf, auf dem der abschließende Friedensvertrag in eine rechtskräftige Form überführt wurde.
22
Venezianisch-Österreichischer Türkenkrieg (1714–1718)
Prinz Eugen in der Schlacht bei Belgrad im Jahr 1717 (
HGM
Auf sein Drängen wurde der Krieg gegen die Türken wieder aufgenommen. Er kämpfte 1716 bis 1718 im
Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg
. Dabei ging es vor allem darum, die Macht Habsburgs in Südosteuropa zu sichern. Eugen errang den Sieg von
Peterwardein
und eroberte mit seinen Truppen die Festung
Belgrad
am 17. August 1717, indem er nicht wie erwartet vom Land, sondern mittels einer
Pontonbrücke
vom Wasser aus angriff. Dieser Sieg ist im
Lied vom Prinzen Eugen
(auch bekannt als
Prinz Eugen, der edle Ritter
) verewigt. Der anschließende
Frieden von Passarowitz
(1718) vergrößerte Österreich um das nördliche
Serbien
, das
Banat
und die westliche
Walachei
. Eugen stand auf dem Höhepunkt seines Ansehens, und Friedrich der Große hat ihn später als den eigentlichen Kaiser bezeichnet.
23
Gründung einer Ingenieur-Akademie
In Frankreich begann mit dem Regierungsantritt
Ludwigs XIV.
eine umfassende Modernisierung der Armee. Der General und Festungsbaumeister
Sébastien Le Prestre de Vauban
erzielte entscheidende Fortschritte im Festungsbau und im Festungskrieg. Seine auf langjähriger praktischer Erfahrung beruhenden Instruktionen für die französischen
Genieoffiziere
wurden rasch in die Regelwerke der Armeen im übrigen Europa übernommen.
24.1
Die österreichische Armee hatte diesen grundlegenden Wandel verschlafen. Im Spanischen Erbfolgekrieg beklagte Prinz Eugen bei den großen Belagerungen in den Niederlanden immer wieder den Mangel an geschickten Genieoffizieren.
25.1
Bei der Eroberung der Festung Lille, die Vauban 1667 bis 1671 als erstes eigenes großes Festungsprojekt erbaut hatte, musste Eugen auf britische und niederländische Ingenieure zurückgreifen, die Vaubans
Angriffstechnik
beherrschten. 1710 schrieb er an den Kaiser, dass man keinen einzigen Ingenieur habe, der eine Festung bauen könne. Da man sie nicht angemessen bezahle, seien sie entweder aus Mangel gestorben oder freiwillig gegangen, um dem Verderben zu entgehen. Aus diesem Grunde habe man auch noch immer nicht vermocht, das beantragte Geniekorps und die Schule der Kriegsbaukunst zu errichten, worauf doch alle anderen Mächte so bedeutende Summen verwendeten.
24.2
25.2
Eugen setzte sich über viele Jahre mit Nachdruck für die Aufstellung eines
Mineur
-Korps und für die Schaffung einer Schule für Ingenieure und Kriegsbaumeister ein. Aber erst am 24. Dezember 1717 unterzeichnete Karl IV. den Stiftungsbrief zur Errichtung einer Ingenieur-Akademie in Wien. Der Hofkriegsrat unternahm sofort alle notwendigen Vorbereitungen, damit die Akademie am 1. Januar 1718 mit der Ausbildung von 28 Zöglingen beginnen konnte, allerdings mit minimaler Finanzausstattung. Zum Superintendenten wurde Feldmarschall
Wirich Philipp von und zu Daun
ernannt. Subdirektor und ab 1721 Oberdirektor wurde der Hofmathematiker
Johann Jakob Marinoni
, der sich in mehr als 40 Jahren große Verdienste um den Fortbestand und die Entwicklung der Akademie erwarb, aber trotz Protektion durch Prinzen Eugen erst 1733 zum Leiter ernannt wurde.
24.3
Die Ingenieur-Akademie bestand unter wechselnden Namen und an verschiedenen Standorten bis zum Ende der
österreichisch-ungarischen Monarchie
1918, zuletzt als
k.u.k. Technische Militärakademie
in
Mödling
Ein selbständiges Ingenieurkorps wurde im Habsburgerreich erstmals 1732 in den österreichischen Niederlanden aufgestellt durch die Einteilung der dortigen Ingenieuroffiziere in zwei Brigaden zu sieben Offizieren. In den Erblanden wurde erst 1747 durch
Maria Theresia
ein Ingenieurkorps geschaffen.
26
Letzte Jahre in Wien (1718–1736)
Tatsächlich verband er nunmehr sein Amt als Hofkriegsratspräsident mit dem des Vorsitzenden der
Geheimen Konferenz
. Zudem war er offiziell von 1716 bis 1724 Statthalter in den
österreichischen Niederlanden
. Allerdings war er keineswegs übermächtig. Vom Kaiser vielfach geehrt, blieb das persönliche Verhältnis eher distanziert. Als ihn die „Spanischen Partei“ 1718 beim Kaiser denunzierte, konnte er mithilfe von Dokumenten, die seine Vertraute
Eleonore Batthyány-Stratmann
besorgt hatte, die Vorwürfe entkräften und seine herausragende Position bei Hofe verteidigen. Eleonore Batthyány-Stratmann blieb Eugen bis zu seinem Tod eng verbunden. Zu seinen weiteren engen Vertrauten zählte sein Sekretär
Ignaz von Koch
In seinen letzten Jahren gingen kaum noch große politische Impulse von Prinz Eugen aus. Insbesondere versäumte er die Anpassung der militärischen Organisation an die sich wandelnden Verhältnisse. Auch in der Außenpolitik konnte er nicht mehr ohne Einmischung anderer Kräfte wirken. Hatte er zunächst eine Annäherung an Frankreich gesucht, suchte er später wieder das Bündnis mit Großbritannien und den Niederlanden.
Im
Polnischen Thronfolgekrieg
befehligte Prinz Eugen die Reichstruppen am
Rhein
. Er war zu dieser Zeit gesundheitlich sehr angeschlagen, und sein strategisches Geschick wurde durch seine Ängstlichkeit blockiert. So wagte er nicht, die Franzosen daran zu hindern, vor seinen Augen
Philippsburg
zu nehmen. Derweil betrieb
Johann Christoph Bartenstein
im Hintergrund die Ablösung Eugens. So schloss der Kaiser Frieden, ohne Prinz Eugen zu konsultieren.
Prinz Eugen blieb dem Gelübde der
Ehelosigkeit
, das er 1678 beim Empfang der niederen Weihen abgelegt hatte, sein Leben lang treu. Über Affären mit Frauen wurde nichts bekannt.
Das Gerücht homoerotischer Neigungen, das Lieselotte von der Pfalz 1705 verbreitet hatte,
27
blieb an ihm hängen. Zu seinen Lebzeiten waren Gedichte im Umlauf (
Mars ohne Venus
), die ihm
Homosexualität
nachsagten. In Listen berühmter Homosexueller wurde er deshalb regelmäßig geführt, obwohl Beweise für seine Homosexualität fehlen.
28
29
30
Tod und Ehrenbegräbnis 1736
Eugens letzte Tage und der Löwe im
Belvedere
, Bild von
Franz Wacik
, 1913
Als er am 21. April 1736 an einer Lungenentzündung starb, fiel sein Vermögen an seine Nichte
Anna Viktoria von Savoyen
(1683–1763), weil er kein Testament hinterließ. Sein Besitz bestand aus teuer eingerichteten Schlössern, Ländereien, Bar- und Bankvermögen sowie Kunstsammlungen und einem Zoo mit Tieren aus der ganzen Welt im Wert von 1,8 Millionen Gulden. Seine Nichte verkaufte nach und nach den Großteil des Besitzes oder ließ ihn versteigern. Ihr eigenes großes Vermögen überschrieb sie ihrem späteren, sehr viel jüngeren Ehemann
Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen
(1702–1787).
Das
Castrum doloris
, welches bei den Begräbnisfeierlichkeiten verwendet wurde, ist nur noch in Teilen erhalten, weil es aus nicht dauerhaften Materialien gestaltet wurde. Diese Teile der Trauerdekoration befinden sich heute im
Heeresgeschichtlichen Museum
in Wien.
31
Verschlussplatte der Savoyer-Gruft in der
Kreuzkapelle
im Wiener Stephansdom (1729)
Zur letzten Ruhe liegt Prinz Eugen in der
Kapelle
im
Wiener Stephansdom
, die nach ihm benannt ist, aber auch
Kreuz-
oder
Tirnakapelle
heißt. Das Marmorgrabmal in der linken Seitenwand ließ 1752 die Gattin seines Neffen,
Maria Theresia Anna Felicitas Herzogin von Savoyen-Carignan
, errichten. Ausführende Künstler waren Joseph Wurschbauer als
Bildhauer
und
Goldschmied
sowie als Steinmetz
Gabriel Steinböck
Inschrift auf dem Grabmal im Stephansdom zu Wien
EUGENIO
Imperatori
Victoriosissimo
In Tutelam Christiani
Nominis Divinitus Concesso
Imp[eratoris] Caes[aris] Aug[usti] Caroli VI
Purpurato
Moderandis Rebus Bellicis
Praefecto
In Germania Legato
In Italia Vicario
Utrobique Exercituum
Duci Felicissimo
Cujus Profecto Imperia Provinciae
Monumenta
In Alma Hac Basilica
Summo Honore
Celebrata
Magnifico Hoc Mausoleo
Perpetuabuntur.
32
„Christus Anfang und Ende.
Für Eugenius,
den Feldherrn,
überaus siegreich,
zum Schutz des Christen-
namens von Gott geschenkt,
des erhabenen Kaisers Karl VI.
Hofkavalier,
mit der Leitung des Kriegswesens
beauftragt,
Gesandter in Deutschland,
Statthalter in Italien,
hier wie dort äußerst erfolgreicher
Heerführer,
dessen Feldzüge, Provinzen
und Denkwürdigkeiten,
in dieser erhabenen Basilika
wahrhaftig mit höchster Ehre
gefeiert,
33
durch dieses prachtvolle Grabmal
verewigt werden.“
Sein Herz wurde in der Grabkirche des Königshauses Savoyen, der
Basilica di Superga
in
Turin
getrennt bestattet
34
Hugo von Hofmannsthal
schrieb:
Eugens letzte Tage und der Löwe im Belvedere … der König von Frankreich, den er so oft besiegt hatte, verehrte ihm einen afrikanischen Löwen … endlich kamen drei Tage, wo der Löwe seinen Herrn nicht mehr sah, er verweigerte alles Fressen und lief unruhig im Käfig auf und nieder … gegen drei Uhr morgens stieß er ein solches Gebrüll aus, daß der Tierwärter hinauslief in die Menagerie um nachzusehen. Da sah er Lichter in allen Zimmern des Schlosses, zugleich hörte er in der Kapelle das Sterbeglöcklein und so wußte er, daß sein Herr, der große Prinz Eugen, zu eben dieser Stunde gestorben war
35
Prinz Eugen als Bauherr
Prinz Eugens Residenz: Das
Schloss Belvedere
in Wien
Stadtpalais in der Himmelpfortgasse
in Wien
Schloss Hof
im Marchfeld
Schloss Ráckeve
in Ungarn
Prinz Eugen kam 1683 als Flüchtling ohne eigene Mittel nach Wien. Er wohnte zunächst bei seinem Onkel, dem spanischen Botschafter in der
Bankgasse
. Als er im Dezember 1683 zum Oberst befördert wurde und ein eigenes Dragoner-Regiment erhielt, für dessen Ausstattung er selbst aufkommen musste, bat er seinen Cousin
Viktor Amadeus II.
, den regierenden Herzog von Savoyen, um finanzielle Unterstützung.
36.1
Parallel zu seiner militärischen Karriere vollzog sich sein gesellschaftlicher Aufstieg. Im Oktober 1687 ernannte Karl II. von Spanien Prinz Eugen zum Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies, die Ordensverleihung nahm Kaiser Leopold I. im Januar 1688 in Wien vor. Im gleichen Jahr besserte sich Eugens finanzielle Situation, indem ihm die Einkünfte zweier
piemontesischer
Abteien
37
zugesprochen wurden; den Status des
Abts
und die damit verbundenen Einkünfte behielt er bis an sein Lebensende.
36.2
Ab 1694 begann Eugen, sich in Wien zu etablieren. Kurz nacheinander kaufte er den Baugrund für alle drei typischen Bauaufgaben des Hochadels, nämlich für das Stadtpalais, für den Vorstadtgarten und für den Landsitz, obwohl er sich dabei stark verschulden musste.
38.1
1694 und 1695 erwarb er für sein
Stadtpalais
zwei nebeneinander liegende Gebäude, ließ sie 1696–1702 durch
Johann Bernhard Fischer von Erlach
umbauen und machte das Palais zu seinem offiziellen Wohnsitz.
12.2
1704 wurde das Stadtpalais zum Freihaus erhoben und damit von der Steuer befreit. In den Folgejahren bis 1724 nahm
Johann Lukas von Hildebrandt
mehrere Erweiterungen und Umbauten vor.
1697 erwarb Prinz Eugen am
Rennweg
ein großes Grundstück für die Errichtung eines Vorstadtgartens.
38.2
Dort entstand nach den Plänen Lukas von Hildebrandts der grandiose Komplex des
Schlosses Belvedere
. Das einstöckige Untere Belvedere mit seinen exotischen Gärten und dem Zoo wurde 1717 fertiggestellt. Das größere und prächtigere Obere Belvedere wurde zwischen 1717 und 1723 erbaut.
Im August 1698 kaufte Eugen für 85.000 Gulden die 48
km lange Donauinsel
Csepel
südlich von Budapest zusammen mit dem Promontor-Gebirge am rechten Donauufer (Tétényi Plateau, heute im
Budapester Stadtteil Tétény
). Hier siedelte er Kolonisten zur landwirtschaftlichen Erschließung des fruchtbaren Gebiets an
12.2
und ließ 1701–1702 durch Lukas von Hildebrand
Schloss Ráckeve
errichten.
Bereits im Juli 1698 hatte der Kaiser das von den Türken zurückeroberte Gebiet an seine Feldherren verteilt. Prinz Eugen erhielt die
Gespanschaft Osijek-Baranja
und ließ zwischen 1705 und 1712 in
Bilje
ein Jagdschloss errichten.
12.2
Nach dem Sieg von Belgrad 1717 ließ Prinz Eugen in der Nähe von Ráckeve wahrscheinlich durch Lucas von Hildebrandt die Vierflügel-Anlage von Schloss Promontor
12.2
als großzügigen Landsitz in den Weinbergen errichten, aber schon 1725 brannte das Schloss ab.
39
1725 erwarb er
Schloss Hof
im
Marchfeld
. Unter Lukas von Hildebrandts Leitung wurde es 1725–1729 zu einem Landsitz umgebaut, der stark genug war, um im Bedarfsfall als Festung zu dienen. Im gleichen Jahr erhielt Prinz Eugen als Geschenk von Karl VI. die Herrschaft
Obersiebenbrunn
. Das zugehörige
Schloss Obersiebenbrunn
ließ er in den Jahren 1725 bis 1736 von Lukas von Hildebrandt barockisieren und einen weitläufigen Lustgarten anlegen. 1726 kaufte Prinz Eugen die Herrschaft
Engelhartstetten
mit
Schloss Niederweiden
, das er zu einem Jagdschloss umgestalten ließ. 1738 machte die Erbin des Prinzen Eugen die Herrschaft Schlosshof ihrem Gemahl
Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen
zum Hochzeitsgeschenk.
12.3
„Als in Paris erzogener Savoyer konnte Prinz Eugen in Bau- und insbesondere in Ausstattungsfragen auf einen reichen Schatz von Eindrücken und Erfahrungen zurückgreifen, der an typologischer und stilistischer Aktualität das aus Büchern zu beziehende Wissen bei weitem übertraf.“
12.4
„Stadtpalais und Belverdere [sind] in ihrer Gestalt nicht vorrangig vom bei barocken Bauherren häufig anzutreffenden Prinzip des Sammelns des jeweils Neusten und Besten bestimmt. Vielmehr zeugen sie von einer im wesentlichen einheitlichen Zielsetzung.“
12.5
Die von Eugen zur Verwirklichung seiner Bauten herangezogenen Künstler waren in ihrer Zeit von großer Bedeutung.
„Für die Innenausstattung seiner Bauten bediete sich Prinz Eugen gerne der … politischen Verbindungen, die sich aus den während des spanischen Erbfolgekriegs geknüpften Allianzen, aus seiner Statthalterschaft der österreichischen Niederlande sowie aus den in den Feldlagern in verschiedenen Ländern geknüpften Kontakten ergaben.“
12.6
Prinz Eugen ließ durch den Augsburger Kupferstecher Salomon Klein Kupferstiche der Außen- und Innenansichten von Stadtpalais und Belvedere anfertigen, die zwischen 1731 und 1740 in 10 Teilen mit insgesamt 90 Tafeln in Augsburg erschienen, um – wie er im Vorwort erklärt – der Menschheit, die ihn als großen Feldherrn schätzen gelernt habe, sich nunmehr als geschmacklich versierter Bauherr vorzustellen.
12.7
Die Details der Finanzierung seiner Sammler- und Bautätigkeit sind bisher nicht vollständig aufgeklärt, da nicht alle Dokumente überliefert sind. Nach seinem Tod erwarb das Kaiserhaus von der Erbin das Stadtpalais und Schloss Belvedere, das Belvedere wurde zeitweilig eine Art zweiter Residenz.
Sammler und Förderer von Kunst und Wissenschaft
„Daß es noch eine andere Sphäre in seinem Denken und Tun gab als Krieg und Politik, daß er zugleich Freund, Träger und Vermittler von Kunst und Geist war, macht die Gestalt des Prinzen Eugen in besonderem Maße anziehend.“ Man nannte ihn „
Heros
et Philosophus“. Der Dichter
Jean-Baptiste Rousseau
hat das bezeichnende Bild von ihm geprägt: Die Siegesgöttin
Victoria
vor ihm herfliegend,
Pallas Athene
, die Göttin der Weisheit und der Künste, an seiner Seite marschierend. Friedrich II. von Preußen hat den Prinzen „des
Mars
und der
Minerva
Lieblingssohn“ genannt.
40.1
Diese Bewunderung galt dem Bibliophilen, der eine der großen und wertvollen Privatbibliotheken des 18. Jahrhunderts geschaffen hatte, die
Bibliotheca Eugeniana
, sie galt ebenso dem Kunstliebhaber, dessen Paläste eine reiche Gemäldesammlung beherbergten, dem Liebhaber exotischer Tiere und Pflanzen, die im Belvedere-Garten versammelt waren, und dem Freund, Gesprächspartner und Förderer bedeutender Philosophen und Wissenschaftler.
Mit den geistigen Strömungen seiner Zeit war Prinz Eugen bestens vertraut.
Leibniz
widmete ihm ein Exemplar seiner
Monadologie
41.1
Auch mit
Montesquieu
und
Voltaire
stand er in Kontakt.
Bibliotheca Eugeniana
Bibliotheca Eugeniana im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek
Gott als Schöpfer – Frontispiz der Bible moralisée Codex Vindobonensis 1179
Die Bibliotheca Eugeniana umfasste bei Eugens Tod 1736 mehr als 15.000 Druckschriften, 2.400 Handschriften, 290 Bände mit Kupferstichen und 250 Kassetten mit Porträts. 1738 erwarb sie Karl VI. für die
Wiener Hofbibliothek
42.1
, wo die Bücher und Druckschriften im
Prunksaal
ihren Standort fanden; die Kupferstiche befinden sich heute in der
Albertina
. 2014 wurde die Bibliotheca Eugeniana in das
Weltdokumentenerbe
der
UNESCO
aufgenommen.
43
Im November 2022 startete an der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) das Projekt „Bibliotheca Eugeniana Digital“ zur digitalen Rekonstruktion und visuelle Präsentation der Büchersammlung des Prinzen Eugen. Die genaue Zusammensetzung, der Umfang und die Standorte der gedruckten Bücher in den Sammlungen der ÖNB konnten bisher nicht analysiert werden, da dieses Unterfangen zu umfangreich und komplex für herkömmliche Ansätze war. Ein wesentlicher Schritt ist die Extraktion der Informationen aus dem bereits digitalisierten fünfbändigen handschriftlichen historischen Sammlungskatalog für die weitere maschinelle Verarbeitung. Das Projekt hatte eine Laufzeit bis November 2024.
44
Die gedruckten Bestände der Bibliotheca Eugeniana zeichnen sich durch eine außerordentliche Qualität und eine erlesene Auswahl sowohl nach wissenschaftlichen wie auch bibliophilen Gesichtspunkten aus. Der Sammlungsbestand zeigt das große Interesse Prinz Eugens an der zeitgenössischen Geschichte und Politik Europas wie auch der außereuropäischen Welt sowie an der Philosophie und den Naturwissenschaften. In seiner Bibliothek finden sich die zentralen wissenschaftlichen Werke ebenso wie prachtvoll ausgestattete und illustrierte Tafelwerke, außerdem lateinische und griechische Klassikerausgaben der bedeutendsten Verleger, wertvolle Ausgaben der französischen und italienischen Dichtkunst und theologische Werke. Bei den Handschriften der Bibliotheca Eugeniana handelt es sich um bedeutende Dokumente zur europäischen Kultur- und Geistesgeschichte.
43
Zu den bedeutendsten Werken der Bibliotheca Eugeniana gehören der 50-bändige
Atlas Blaeu-Van der Hem
, den Prinz Eugen 1730 für 22.000 Gulden ersteigerte und der seit 2003 zum Weltdokumentenerbe gehört,
45
die
Tabula Peutingeriana
(seit 2007 im Weltdokumentenerbe), der
Atlas Blaeu oder Atlas Maior
, die
Bible moralisée
Codex vindobonensis 1179. Für Prinz Eugens Interesse an den Naturwissenschaften stehen die Gesamtausgabe der Werke
Tycho Brahes
und
Isaac Newtons
Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica
Editio Tertia von 1726 mit handschriftlicher Widmung des Vize-Präsidenten der Royal Society,
Richard Mead
42.2
Prinz Eugen hatte in den bedeutenden Verlagsorten Europas Agenten, die ihn über Neuerscheinungen und Auktionen informierten und Ankäufe besorgten. Eugens Generaladjutant
Georg Wilhelm von Hohendorff
46
war auf zahlreichen Reisen als Geheimdiplomat des Prinzen zugleich sein wichtigster Buchagent. Hohendorff, der selbst eine bedeutende Bibliothek besaß, die der Kaiser 1720 auf Empfehlung Prinz Eugens für die Wiener Hofbibliothek kaufte
46
, vermittelte auch die Übersiedlung des französischen Buchbinders Étienne Boyet
47
nach Wien. Boyet band die angekauften Bücher nach höchsten qualitativen und ästhetischen Vorgaben einheitlich in
Maroquinleder
, wobei die Farbe das Wissensgebiet kennzeichnete: Dunkelblau für Jurisprudenz und Theologie, Dunkelrot für Geschichte und Dichtung und Gelb für Naturwissenschaften.
41.2
Maßgeblich am Aufbau der Bibliothek beteiligt waren auch der Dichter
Jean-Baptiste Rousseau
und der Sammler und Buchexperte
Pierre-Jean Mariette
Rousseau schrieb 1716 einem Freund: „daß es da fast nichts gebe, was der Prinz nicht gelesen oder wenigstens überflogen habe, bevor es zum Buchbinder gehe, und er werde es wohl kaum für möglich halten, daß ein fast allein mit allen Sorgen Europas belasteter Mensch, Generalleutnant des Reichs und erster Minister des Kaisers, Zeit findet, ebensoviel zu lesen, wie jemand der nichts anderes zu tun hat“.
40.2
„Mit zehntausend Gulden Einkünften kann ich ruhig und ohne in irgend eine Verlegenheit zu geraten meine Tage beenden, und ich besitze einen ausreichenden Vorrat guter Bücher, um mich nicht zu langweilen.“
Eugen von Savoyen
48
Kunstsammlung des Prinz Eugen
Prinz Eugen war ein bedeutender Kunstmäzen und einer der großen europäischen Sammler von Gemälden, Skulpturen, Kupferstichen und Graphiken.
49.1
Mit großem finanziellen Aufwand ließ er in ganz Europa für sich sammeln, seine Agenten saßen in Rom, Den Haag, Brüssel, Paris, London, Bologna und Mailand. Berühmte Männer, manche selbst bekannte Sammler, sahen es als Ehre an, ihm nützlich zu sein.
50
Die Kunstsammlung des Prinz Eugen umfasste die Gemäldesammlung im Stadtpalais und in den beiden Palais des Belvedere, die Skulpturensammlung in der
Sala terrena
des Unteren Belvedere, und die graphische Sammlung in der Bibliothek. Dazu kamen Gemälde, Deckengemälde und Skulpturen in seinen Schlössern, vor allem in Wien.
Ein Motiv für Eugens Sammlung war einerseits das Wetteifern mit berühmten Gemäldesammlungen des europäischen Hochadels, wie sein Interesse an Gemäldekatalogen anderer Sammlungen und manche enge Verwandtschaft von Bildsujets zeigt.
51
Zum anderen diente die Gemäldesammlung, weit mehr als die Bibliotheca Eugeniana, der Repräsentation. Selbstbewusst stellte Prinz Eugen seine aus eigener Kraft erworbenen Verdienste in den Mittelpunkt der Bildprogramme, seine Zugehörigkeit zum regierenden
Haus Savoyen
trat eher in den Hintergrund. Diesem Bildprogramm war auch seine Gemäldesammlung untergeordnet.
12.8
Deutlicher Ausdruck dafür sind z.
B. die zahlreichen Schlachtengemälde. Bei
Jan van Huchtenburgh
, der ihn von 1708 bis 1717 auf seinen Feldzügen begleitet hatte, bestellte er zehn großformatige Darstellungen der Schlachten von
Zenta 1697
Luzzara 1702
Chiari 1703
Höchstädt 1704
Cassano 1705
Turin 1706
Peterwardein 1716
und
Belgrad 1717
(heute alle in der
Galleria Sabauda
). Einen ähnlichen Auftrag erhielt
Ignace Jacques Parrocel
, dessen
Schlacht bei Zenta (1697)
im Großen Saal des Stadtpalais hing.
52
Zu den Höhepunkten der Gemäldesammlung zählten zwei Werke
Rembrandts
Mariä Heimsuchung
von 1640 (jetzt im
Detroit Institute of Arts
) und
Porträt eines schlafenden Mannes
; außerdem
die Heilige Margaretha
von
Nicolas Poussin
und
Johannes der Täufer
von
Guido Reni
(alle drei heute in der
Galleria Sabauda
) sowie
Die Wassersüchtige
von
Gerard Dou
(heute im
Louvre
).
Der Schwerpunkt der Sammlung lag auf der holländischen Malerei mit Werken von
David Teniers dem Jüngeren
Jan Brueghel dem Älteren
und
dem Jüngeren
Frans van Mieris dem Älteren
Caspar Netscher
Philips Wouwerman
Paulus Potter
Jan Both
und
Jan Davidsz. de Heem
53
Die flämische Malerei war mit wenigen, aber herausragenden Künstlern vertreten:
Jacob Jordaens
Peter Paul Rubens
Philipp der Schöne
und
Karl der Kühne
hingen im Stadtpalais, heute Kunsthistorisches Museum Wien) und
Anthonis van Dyck
(Porträt von
Thomas Franz von Savoyen-Carignan
, heute Galleria Sabauda Turin).
53
Unter den zeitgenössischen italienischen Künstlern, die für Prinz Eugen arbeiteten, sind
Giuseppe Maria Crespi
und
Francesco Solimena
hervorzuheben.
49
Von Crespi stammen
Supraporten
für die Paradezimmer des Stadtpalais.
54
55
Solimena erhielt in den 1720er Jahren Aufträge für das Deckengemälde
Aurora
im Oberen Belvedere und für zwei Altarbilder:
Auferstehung
für die Kapelle des Oberen Belvedere und
Kreuzabnahme
für die Kapelle von Schlosshof (heute im Kunsthistorischen Museum Wien).
Nach dem Tod des Feldherrn wurde Eugens Gemäldesammlung an den
savoyisch-sardischen Hof
in Turin verkauft.
Heinrich von Brühl
, der sich im Auftrag Augusts III. von Polen um die Sammlung bemühte, ging leer aus. Heute befindet sich noch etwa die Hälfte der 1741 verkauften 178 Gemälde in der
Galleria Sabauda
. Einige Gemälde, die damals
Tizian
Raffael
Antonio da Correggio
oder
Holbein
zugeschrieben wurden, gelten heute als Werkstattarbeiten oder zeitgenössische Kopien.
Die Gemälde in den Paraderäumen der Wiener Palais gelangten mit den Gebäuden in den Besitz des Wiener Hofes und befinden sich heute im Kunsthistorischen Museum Wien.
Rembrandt: Die Heimsuchung (1640), Detroit Institute of Arts
Rembrandt: Porträt eines alten schlafenden Mannes, 1629, Galleria Sabauda, Turin
Gerard Dou: Die Wassersüchtige, Louvre, Paris
Anthonis van Dyck:
Thomas Franz von Savoyen-Carignan
, Galleria Sabauda Turin
Giuseppe Maria Crespi: Aeneas, die Sibylle und Charon,
Kunsthistorisches Museum Wien
Giuseppe Maria Crespi: Der Kentaur Chiron und Achill,
Kunsthistorisches Museum Wien
Kapelle des oberen Belvedere, Altarbild
Auferstehung
von Francesco Solimena
Ignace Jacques Parrocel
Türkenschlacht
, Kunsthistorisches Museum Wien
Kleine Herkulanerin (Marmorkopie des Dresdener Originals im Moskauer
Puschkin-Museum
Bronzestatue eines jungen Mannes, sogenannter Betender Knabe,
Antikensammlung Berlin
Balthasar Permoser, Apotheose des Prinzen Eugen von Savoyen (Kupferstich von Jacob Sedelmayr, Historisches Museum Wien)
Die
graphische Sammlung
bestand aus 290 prachtvollen Bänden mit Kupferstichen und 250 Kassetten mit Porträts, die Prinz Eugen 1717 für 80 Millionen Francs von der Pariser Verlegerdynastie
Mariette
erwarb, die sie seit Mitte des 17. Jahrhunderts zusammengetragen und nach Künstlern geordnet hatte. Zu Lebzeiten des Prinzen waren diese Bände Teil der Bibliotheca Eugeniana. Das Kupferstichkabinett der
Albertina
geht auf den Erwerb dieser Sammlung durch Karl VI. im Jahr 1738 zurück.
Zur
Skulpturensammlung
gehörten einige bedeutende Werke der Antike.
Die
Große und die beiden Kleinen Herkulanerinnen
sind römische Marmorkopien des 1. Jahrhunderts v. Chr. nach älteren griechischen Werken. Die griechischen Originale stammen aus der Zeit um 300 v. Chr. und werden zumeist
Praxiteles
oder seinem engsten Umkreis zugeschrieben.
56
Der französische Aristokrat
Emmanuel Maurice de Lorraine
, der als Kommandant der österreichischen Armee in Neapel stationiert war, ließ zwischen 1706 und 1713 Ausgrabungen auf dem Gebiet der beim
Vesuvausbruch 79 n. Chr.
verschütteten Stadt
Herculaneum
durchführen. Dabei wurden die 1,95
m hohe Große und die beiden 1,70
m hohen Kleinen Herkulanerinnen gefunden.
56
Elbeuf schenkte die drei Figuren Prinz Eugen. Nach Eugens Tod erwarb der sächsische Kurfürst
Friedrich August II.
die Herkulanerinnen, die sich heute in der
Dresdener Skulpturensammlung
befinden.
Der
Betende Knabe
ist eine griechische Bronzestatue, die um 300 v.
Chr. im Umkreis von
Lysipp
geschaffen wurde. Als die Statue um 1500 auf
Rhodos
ausgegraben wurde, fehlten ihr die Arme. Sie gelangte 1503 nach Venedig und war später ein Prunkstück in den Kunstsammlungen der
Bevilacqua
in
Verona
, der
Gonzaga
in
Mantua
und
Karls I. von England
Nicolas Fouquet
ließ die Arme ergänzen und stellte sie in seinem
Schloss Vaux-le-Vicomte
auf. Prinz Eugen erwarb sie um 1717 für 18.000 Francs von Fouquets Sohn.
57
Wenzel von Liechtenstein
verkaufte den betenden Knaben 1747 an
den preußischen König Friedrich II.
, der ihn auf der Terrasse von Schloss
Sanssouci
aufstellen ließ. 1786 wurde das Werk ins
Stadtschloss
gebracht, gelangte 1806 als Kriegsbeute von
Napoleon
in den Louvre und fand nach seiner Rückkehr nach Berlin seine Aufstellung im
Alten Museum
58
Für die Arbeiten an seinen Wiener Palais beauftragte Prinz Eugen die italienischen Bildhauer
Domenico Parodi
Lorenzo Mattielli
und
Giovanni Giuliani
Balthasar Permoser
erhielt den Auftrag für die Statue
Apotheose des Prinzen Eugen von Savoyen
, die er 1719–1721 in Dresden ausführte.
53
Prinz Eugens Freundeskreis
Obwohl Eugen von Savoyen
„weder selbständiger Denker noch literarischer Schöpfer [war], verdiente er doch den ihm von dem Dichter Jean-Baptiste Rousseau zugelegten Ehrentitel des „philosophe guerrier“, da er den Mittelpunkt einer geistig hochstehenden Gesellschaft bildete, an die sowohl
Leibniz
als auch die italienischen Historiker
Giannone
und
Muratori
und die französischen Aufklärer
Montesquieu
und
Voltaire
Anschluß suchten und fanden. Wenn er auch in dem Kampf der Geister nicht eigentlich Stellung bezog, so daß ihn Freunde und Gegner der
Aufklärung
für sich in Anspruch nehmen zu können glaubten, so neigte er, der als
Statthalter
der
Niederlande
den verfolgten
Jansenisten
gegenüber
Toleranz
angewandt wissen wollte, innerlich doch wohl den fortschrittlichen Anschauungen des 18. Jahrhunderts zu.“
59
Gottfried Wilhelm Leibniz
hielt sich von Dezember 1712 bis September 1714 in Wien auf. Neben Studien zur Geschichte der
Welfen
und verschiedenen politischen Projekten strebte er die Gründung einer Akademie nach dem Vorbild der 1700 in
Berlin
gegründeten
Kurfürstlich Brandenburgische Societät der Wissenschaften
auch in Wien an. Am 16. Februar 1713 traf Leibniz erstmals mit Prinz Eugen zusammen. Der brachte Leibniz' Akademieplänen großes Interesse entgegen und unterstützte sie tatkräftig. Aber erst am 30. Mai 1846 wurde die
k.k. Akademie der Wissenschaften
gegründet.
60
Auf Prinz Eugens Wunsch, der Leibniz' Philosophie näher kennenzulernen wollte, verfasste Leibniz im Juni/Juli 1714 die
Principes de la nature et de la Grâce fondés en raison
(Vernunftprinzipien der Natur und der Gnade) als Zusammenfassung seines Systems
61
und überreichte sie dem Prinzen vor dessen Abreise zum Friedenskongress nach
Baden
62
Noch in Wien verfasste Leibniz wenig später auch die als
Monadologie
bekannte abschließende Darstellung seines Systems.
Pietro Giannone
, italienischer
Jurist
Historiker
und
Schriftsteller
, musste 1723 Neapel verlassen und fand in Wien eine Zufluchtsstätte. Hier schrieb er sein wichtigstes Werk
Il triregno, ossia del regno del cielo, della terra e del papa
(Das
Triregnum
, das heißt des Himmels, der Erde und des Papstes) und arbeitete dafür auch in Eugens Bibliothek.
63.1
Lodovico Antonio Muratori
gehört zu den bedeutenden italienischen Gelehrten des 18. Jahrhunderts. Er setzte sich unermüdlich für fast alle Bereiche der damaligen Wissenschaften ein, erforschte und veröffentlichte antike Manuskripte und gilt als Vater der italienischen
Geschichtsschreibung
. Muratori widmete Band IV seines Monumentalwerks
Rerum Italicarum scriptores
dem Prinzen Eugen, der als Mäzen der Societas Palatina die Herausgabe dieses Werkes förderte.
64.1
Charles de Secondat, Baron de Montesquieu
war während seines Wiener Aufenthalts 1728 mehrmals Gast im Haus des Prinzen Eugen und arbeitete in seiner Bibliothek. Es liegt nahe, dass er von den kirchenkritischen, auf Unterstellung der Kirche unter die staatliche Jurisdiktion zielenden Vorstellungen des Wiener Kreises der
Radikalaufklärer
beeinflusst wurde.
63.2
Die Verbindung zu
Voltaire
wurde durch den Dichter Jean Baptiste Rousseau vermittelt, der mit Voltaire eifrig korrespondierte und ihn anfänglich auch förderte. 1719 bedankte sich Prinz Eugen für die
Tragödie Oedipe
, die Voltaire ihm gesandt hatte. Er erwartete mit Spannung das Erscheinen des Epos „Henriade“ über Heinrich IV., über deren Entstehung er informiert war. In seinem späteren Geschichtswerk „Siecle de Louis XIV“ gedachte Voltaire des Prinzen Eugen mit lobenden Worten und rühmt, dass er die Künste und Wissenschaften gefördert habe.
65
Der Geschichts- und Rechtsphilosoph
Giambattista Vico
stand ebenfalls in Verbindung mit Eugen von Savoyen, er sandte ihm seine Schriften
De universi iuris uno principio et fine uno
(Neapel 1720) und
Scienza Nuova
(Neapel 1725) jeweils mit einer Widmung.
Auswärtige Diplomaten empfing Eugen gern bei geselligen Abenden in seinem Palais. Mit den Kardinälen
Alessandro Albani
, der 1720 als außerordentlicher Nuntius nach Wien entsandt wurde, und
Domenico Silvio Passionei
, von 1730 bis 1738 Nuntius in Wien, verband Prinz Eugen neben politischen Beziehungen das gemeinsame Interesse für Bücher und antike Kunstwerke. Albani war ein profunder Kenner und Sammler antiker Kunst, Eugen hatte darauf bestanden, dass für ihn in Rom nur Kunstgegenstände gekauft werden, die Albani zuvor begutachtet hatte. Passionei vertrat einen liberalen Katholizismus und galt als Beschützer der Jansenisten, er verteidigte Autoren wie Montesquieu und Helvétius in Indexprozessen und war ein entschiedener Gegner der
Jesuiten
. Darin traf er sich mit Eugen, der in seiner Bibliothek keine Schriften über Jesuiten und ihre Frömmigkeitspraktiken (
Marienverehrung
Herz-Jesu-Kult
) hatte.
63.3
Passionei verfasste eine Trauerrede auf Eugen von Savoyen (Orazione in morte di Eugenio Francesco Principe di Savoja).
66
Johann Baptist von Garelli
, seit 1679 in Wien,
Leibarzt
mehrerer Kaiser und auch des Prinzen Eugen, Universalgelehrter und Kunstsammler, war für Eugen ein hochgebildeter Bücherfreund und -sammler. Zu Eugens Freundeskreis gehörte ebenso der Italiener
Johann Benedikt Gentilotti
Polyhistor
, Kenner der
klassischen Sprachen
, des
Hebräischen
und des
Arabischen
, Briefpartner von Leibniz, ab 1704 Präfekt der Wiener Hofbibliothek.
Ein freundschaftliches Verhältnis hatte Eugen zu zwei seiner
Adjutanten
: Mit dem bereits oben erwähnten Georg Wilhelm von Hohendorff, der alte und neue Sprachen beherrschte, verbanden ihn die Liebe zu Büchern und Kunstgegenständen.
Gundacker von Althan
, Eugens Adjutant im spanischen Erbfolgekrieg, hatte wie Eugen Interesse an Architektur und Kunst.
67.1
Über gemeinsame politische Vorstellungen fanden Eugen und der böhmische Graf
Johann Wenzel Wratislaw von Mitrowitz
zusammen, sie standen in tiefer persönlicher Beziehung und gegenseitiger Wertschätzung.
67.2
Nach dem Tod Wratislaws von Mitrowitz 1712 entwickelte sich die Freundschaft mit dem Reichsvizekanzler
Friedrich Karl von Schönborn
. Gemeinsame Vorliebe für die Baukunst, für Bücher und für Gärten hatte ihn in Wien mit Prinz Eugen von Savoyen freundschaftlich verbunden. Mit dem Prinzen beriet er 1707–1715 den Bau und die Ausgestaltung des Schlosses Belvedere. Dessen Architekt, Johann Lucas von Hildebrandt, setzte er in der Folge auch für seine eigenen Bauinteressen ein.
67.1
Friedrich Karl von Schönborn nannte den Prinzen
Roi des honnêtes hommes
(deutsch: König der ehrbaren Männer) und brachte damit seine Bewunderung für Eugens
Honnêteté
zum Ausdruck, d.
h.
„für eine Haltung, die Selbstbeherrschung, Bindung an das eigene Gewissen und Ehrgefühl sowie das Eintreten für Wahrheit und Gerechtigkeit zur wichtigsten Richtschnur eigenen Handelns erklärt. […] Seine Selbstbeherrschung und Zurückhaltung, die von vielen Menschen, die mit ihm in Kontakt kamen, als Kälte und Arroganz empfunden wurden, seine Unerschütterlichkeit gegenüber den Wechselfällen des Lebens, […] seine
Loyalität
gegenüber dem Herrscher, für dessen Dienst er sich entschieden hatte, aber auch die fast schon distanzierte Art, mit der er sich seinen Geschäften und Liebhabereien widmete, stets blieb er darauf bedacht, sich von allen Extremen fernzuhalten.“
68
Eine bedeutende Rolle im Leben Eugens spielte die Gräfin Eleonore Batthyány-Stratmann, in deren
Palais Batthyány
er oft zu Gast war, wie auch auf den
Soireen
ihrer Schwägerin
Eleonora Maria Theresia von Schellart
(1677 Düsseldorf – 1738 Wien) in ihrem Palais auf der Schenkenstraße.
69
Rezeption und Benennungen
Das Prinz-Eugen-Reiterdenkmal vor der Budaer Burg in Budapest
Das Prinz-Eugen-Reiterdenkmal auf dem Heldenplatz in Wien
Die Popularität des Prinzen war schon zu Lebzeiten groß, vor allem bei seinen Soldaten und Bediensteten. Diesen gegenüber war er sozial, die Gärtner seiner Schlösser etwa wurden auch im Winter weiter beschäftigt.
Eugen ist in zahlreichen Büsten und Reiterstatuen verewigt. Die bekannteste ist das am 18. Oktober 1865 enthüllte
Prinz-Eugen-Reiterdenkmal
auf dem
Heldenplatz
in
Wien
, ein Werk des Bildhauers
Anton Dominik Fernkorn
und seines Schülers
Franz Pönninger
70
Ein weiteres bekanntes Reiterdenkmal zu Ehren Prinz Eugens steht auf der Donauseite der
Budaer Burg
in Budapest. Es wurde 1899 von dem ungarischen Bildhauer József Róna gestaltet.
Die Statue
Apotheose des Prinzen Eugen
von
Balthasar Permoser
steht heute im
Unteren Belvedere
. Es heißt, dass sie dem Prinzen nicht gefiel, sie sei ihm zu überladen gewesen.
Durch die kaiserliche Entschließung von
Franz Joseph I.
vom 28. Februar 1863 wurde Eugen von Savoyen in die Liste der
berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs
aufgenommen, zu deren Ehren und Andenken auch eine lebensgroße
Statue
in der Feldherrenhalle des damals neu errichteten
k.k.
Hofwaffenmuseums (heute
Heeresgeschichtliches Museum
) errichtet wurde. Die Statue wurde 1869 vom
Bildhauer
Carl Kundmann
aus
Carrara-Marmor
geschaffen, gewidmet wurde sie vom
Dragoner-Regiment Nr. 13
seinem einstigen Inhaber.
71
Im Heeresgeschichtlichen Museum sind zahlreiche weitere Erinnerungsstücke, auch solche aus dem persönlichen Besitz des Prinzen Eugen, ausgestellt. Zu sehen sind zwei seiner persönlichen Kleidungsstücke (
Koller
und
Kamisol
), sein
Kürass
72
Kommandostab
und
Degen
, die Standarte seines
Dragoner
regiments
„Eugen Prinz von Savoyen“ sowie die nach seinem Tode 1736 aufbewahrten Teile der
Trauerdekoration
73
Weiters sind Objekte ausgestellt, die Prinz Eugen während seiner zahlreichen Feldzüge erbeutet hatte, wie das
Siegel
des türkischen
Sultans
Mustafa II.
aus der
Schlacht bei Zenta
, ein türkisches Staatszelt, erbeutet bei Peterwardein 1716, sowie der zehnpfündige
Mörser von Belgrad
, der 1717 mit einem einzigen Schuss in ein türkisches
Pulvermagazin
einen ganzen Stadtteil
Belgrads
zerstörte.
74
In der
Österreichischen Marine
, der britischen
Royal Navy
, der italienischen
Marina Militare
, der
United States Navy
und der deutschen
Kriegsmarine
dienten nach ihm benannte Schiffe.
Prinz Eugen
k.u.k.
Zentralbatterie-Panzerschiff von 1878
Prinz Eugen
– k.u.k. Schlachtschiff der
Tegetthoff
-Klasse
von 1912
Prince Eugene
– britischer Monitor der
Lord-Clive
-Klasse von 1915
Eugenio di Savoia
– italienischer Leichter Kreuzer der
Duca-d’Aosta
-Klasse
von 1935
Prinz Eugen
– deutscher Schwerer Kreuzer der
Admiral-Hipper
-Klasse
von 1938, der 1945 als Kriegsbeute von der
United States Navy
mit der Kennung IX-300 übernommen und im Zuge der
Atomtests auf dem Bikini-Atoll 1946
versenkt wurde
Die für den Nachschub zu den Isonzoschlachten um 1915 errichtete Militärstraße über den
Vršičpass
wurde von Österreich-Ungarn
Prinz-Eugen-Straße
benannt.
Die vor allem im nordserbischen Banat aus
Volksdeutschen
aufgestellte
7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“
wurde nach dem Feldherrn benannt, da er durch die Vertreibung der Osmanen vom Balkan die Ansiedlung Volksdeutscher ermöglichte. Damit hatte man, wie der spätere Divisionskommandeur
Otto Kumm
ausführte, bewusst an die jahrhundertelange Tradition der Grenzer-Regimenter angeknüpft.
Der Bund Deutscher Pioniere (BDPi) vergibt einen Prinz-Eugen-Preis für den jeweils Lehrgangsbesten der Bautechnikerlehrgänge an der Schule des Heeres für Bautechnik.
Unter anderem in
München
gibt bzw. gab es
Prinz-Eugen-Kasernen
Daneben gibt es zahlreiche Straßenbenennungen, etwa die
Prinz-Eugen-Straße
in Wien (die an der Westseite des Schlosses Belvedere verläuft). Auch in
Berlin-Wedding
trägt eine Straße aufgrund seiner Teilnahme am Spanischen Erbfolgekrieg seinen Namen
(siehe
Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Wedding
. Ebenso trägt eine alleeartige Straße im
Bozener
Stadtteil
Gries-Quirein
den Namen
Prinz-Eugen-Allee
Ein
TEE
(später
EC
und dann
ICE
) zwischen Norddeutschland und Wien hieß 1971 bis 2004
Prinz Eugen
Nach ihm sind die Pflanzengattungen
Eugenia
L.
und
Eugeniopsis
O.Berg
aus der Familie der
Myrtengewächse
(Myrtaceae) benannt.
75
Prinz Eugens Popularität schlug sich auch in dem Lied
Prinz Eugen, der edle Ritter
nieder.
Literatur
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Franz Herre:
Prinz Eugen: Europas heimlicher Herrscher
, Stuttgart 1997, S. 10.
Zu Tommaso Francesco siehe: Karl Gutkas:
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siehe
Eugen Moritz von Savoyen-Carignan#Ehe und Nachkommen
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ISBN 3-205-77190-7
S. 23
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Seite dauerhaft
nicht mehr abrufbar
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Lotte Burkhardt:
Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition.
Teil I und II.
Botanic Garden and Botanical Museum Berlin
Freie Universität Berlin
, Berlin 2018,
ISBN 978-3-946292-26-5
doi:10.3372/epolist2018
Vorgänger
Amt
Nachfolger
von den Briten besetzt; Unabhängigkeitsstreben d. Niederländer
Statthalter der habsburgischen Niederlande
1716–1724
Maria Elisabeth von Österreich
Heinrich Franz Graf von Mansfeld
Präsident des Hofkriegsrats
1703–1736
Lothar Joseph Graf Königsegg
Statthalter der österreichischen Niederlande
(1718–1794)
(Vorgänger:
Maximilian II. Emanuel von Bayern
, Statthalter der spanischen Niederlande)
Prinz Eugen von Savoyen
(nur nominell),
Ercole Turinetti Marquis de Prié
(amtsführender Stellvertreter)
Maria Elisabeth von Österreich
Friedrich August Graf von Harrach-Rohrau
Karl Alexander von Lothringen
Maria Anna von Österreich
(Mitregentin),
(ausgenommen 1745–1748 wegen französischer Besetzung)
Georg Adam Fürst von Starhemberg
Albert Kasimir Herzog von Sachsen-Teschen
Maria Christina von Österreich
(Mitregentin)
kurzzeitig auch „Republik der Vereinigten Belgischen Staaten“ 1790
Karl Ludwig von Österreich-Teschen
Normdaten
(Person):
GND
118605941
lobid
GND Explorer
OGND
AKS
LCCN
n81108980
NDL
00620643
VIAF
64800019
Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME
Eugen von Savoyen
ALTERNATIVNAMEN
Eugen Franz von Savoyen-Carignan; Prinz Eugen, der edle Ritter
KURZBESCHREIBUNG
österreichischer Feldherr und Kunstmäzen
GEBURTSDATUM
18. Oktober 1663
GEBURTSORT
Paris
STERBEDATUM
21. April 1736
STERBEORT
Wien
Abgerufen von „
Kategorien
Eugen von Savoyen
Militärperson (österreichische Habsburger)
Hofkriegsrat
Familienmitglied des Hauses Savoyen (Linie Carignan)
Person im Spanischen Erbfolgekrieg
Person im Pfälzischen Erbfolgekrieg
Person in den Türkenkriegen
Person im Polnischen Thronfolgekrieg
Person (Belgrad)
Kartensammler
Kunstmäzen
Kunstsammler
Bibliophiler
Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies (17. Jahrhundert)
Marschall (HRR)
Reichsgeneral (Heiliges Römisches Reich)
Politiker (Habsburgermonarchie vor 1804)
Namensgeber für ein Schiff
Geboren 1663
Gestorben 1736
Mann
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Eugen von Savoyen
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