Books by Eva Blome

Research paper thumbnail of NEUERSCHEINUNG: Ungleiche Verhältnisse. Bildungsgeschichten als literarische Soziologie (Göttingen: Wallstein 2025)

https://www.wallstein-verlag.de/9783835357006-ungleiche-verhaeltnisse.html

Derzeit haben Erzählungen Konjunktur, die Berichte von sozialem Aufstieg durch Bildung mit soziol... more Derzeit haben Erzählungen Konjunktur, die Berichte von sozialem Aufstieg durch Bildung mit soziologischen Perspektiven auf das eigene Herkunftsmilieu verbinden. Öffentliche Aufmerksamkeit erregen jedoch auch solche Texte, die der Angst vor mangelnder sozialer Integration trotz erfolgreicher Bildung eine literarische Form geben. Diese Veröffentlichungen sind häufig von so genannten Klassenübergängern verfasst. Sie changieren zwischen Autobiographie, literarischem Text und Gesellschaftsanalyse oder verbinden diese verschiedenen Genres zu einem eigenen Textformat, das von Sozial- und Literaturwissenschaften unter dem Begriff der Autosoziobiographie diskutiert wird: Individuelle Bildungsgeschichten treten dabei als soziologische Gegenwartsdiagnosen in Erscheinung.
Die Studie erkundet Präfigurationen solcher Schreibweisen in literarischen Texten des 18. und 19. Jahrhunderts, wie zum Beispiel bei Karl Philipp Moritz und Adalbert Stifter, und setzt sie zu aktuellen Formen literarischer Soziologie in Beziehung. Jenseits des Bildungsromans wird so eine »andere« Literaturgeschichte konturiert: eine Literaturgeschichtsschreibung der sozialen (Nicht-)Mobilität.

Köln/Weimar/Wien: Böhlau 2011 (Große Reihe: Literatur–Kultur–Geschlecht, Bd. 59), 2011

von Eva Blome, Alexandra Erfmeier, Nina Gülcher und Sandra Smykalla; Wiesbaden: Springer VS 2013; 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Aufl.

Edited Volumes by Eva Blome

Research paper thumbnail of Autosoziobiographie. Poetik und Politik_2022_hg. v. Eva Blome, Philipp Lammers, Sarah Seidel_ Inhaltsverzeichnis
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliograf... more Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. © Der/die Herausgeber bzw. der/die Autor(en), exklusiv lizenziert durch Springer-Verlag GmbH, DE, ein Teil von Springer Nature 2022 Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Die Wiedergabe von allgemein beschreibenden Bezeichnungen, Marken, Unternehmensnamen etc. in diesem Werk bedeutet nicht, dass diese frei durch jedermann benutzt werden dürfen. Die Berechtigung zur Benutzung unterliegt, auch ohne gesonderten Hinweis hierzu, den Regeln des Markenrechts. Die Rechte des jeweiligen Zeicheninhabers sind zu beachten. Der Verlag, die Autoren und die Herausgeber gehen davon aus, dass die Angaben und Informationen in diesem Werk zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vollständig und korrekt sind. Weder der Verlag noch die Autoren oder die Herausgeber übernehmen, ausdrücklich oder implizit, Gewähr für den Inhalt des Werkes, etwaige Fehler oder Äußerungen. Der Verlag bleibt im Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutionsadressen neutral.

Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur (IASL), Bd. 41, Heft 2, S. 242-411, 2016

In dem IASL-Themenschwerpunkt wird nachvollzogen, in welchem Verhältnis ‚bilden‘ und ‚verweigern‘... more In dem IASL-Themenschwerpunkt wird nachvollzogen, in welchem Verhältnis ‚bilden‘ und ‚verweigern‘ im Roman stehen und welches Verständnis von Literatur damit korreliert. Die literarischen Entwürfe der verschiedenen Bildungsinstitutionen werden dabei in ihrem Verhältnis zur Institution des Romans selbst als „institutio vitae“ betrachtet.

Papers by Eva Blome

Herkünfte erzählen. Verflechtungsästhetiken von Interkulturalität und Intersektionalität in deutschsprachiger Gegenwartsliteratur, 2025

Der Artikel analysiert, wie soziale Herkunft in aktuellen Varianten der Darstellung romantischer ... more Der Artikel analysiert, wie soziale Herkunft in aktuellen Varianten der Darstellung romantischer Liebesbeziehungen im Gegenwartsroman verhandelt wird: Thomas Melles "3000 Euro" (2014), Rafael Chirbes "Paris-Austerlitz" (2016) und Natasha Browns "Assembly" (2021) werden einer vergleichenden Lektüre unterzogen.

Research paper thumbnail of Zwischen Life Writing und Kulturtheorie. Literatursoziologische Erkundung der Autoethnographie

Journal of Literary Theory, 2025

The article explores autoethnographic writing through the perspectives of textual analysis and li... more The article explores autoethnographic writing through the perspectives of textual analysis and literary sociology. The aim is not only to more clearly define autoethnography as a genre, but to explore the insights offered as the mode of writing crosses boundaries between literary studies and sociology. Such an endeavour requires combining perspectives from literary theory and sociology with cultural theory. This makes it possible to both identify the cultural and sociological claims made by autoethnographic texts, and to consider the role played by cultural theory in the dynamic processes of form generation rooted in expressions of social reality. At the very least, it recognizes the need to incorporate these concepts into our analytical descriptions of these processes. The investigation is based on two assumptions. Firstly, the concept of autoethnography appears frequently in the nascent genre of autobiographical sociology in the United States and Europe. The concept is used within authorial self-descriptions, and in developing poetological descriptions of their autosociobiographical creativity. The second assumption concerns the origins of the term in ethnology, the main field where it continues to be employed. These two observations highlight the need for a more precise understanding of the connection between autoethnography and autobiographical sociology.

DVjs, 2023

Der Beitrag geht der Frage nach, was ein Konzept von Postautonomie gegenüber demjenigen der Heter... more Der Beitrag geht der Frage nach, was ein Konzept von Postautonomie gegenüber demjenigen der Heteronomie für die Beschreibung aktueller Tendenzen der Gegenwartsliteratur leisten könnte. Argumentiert wird, dass eine Beobachtung von Gegenwartsliteratur und Literarizität davon profitiert, an frühere theoretische und literarische Entwürfe zum Verhältnis von Ästhetik und Gesellschaft angebunden zu werden.

Research paper thumbnail of Formlos. Zur Gegenwart sozialer Desintegration in Karin Strucks "Klassenliebe" (1973)

in: Eva Blome, Philipp Lammers und Sarah Seidel (Hg.): Autosoziobiographie. Poetik und Politik. Berlin: Metzler, S. 211-233 , 2022

Der Beitrag erweitert die aktuelle Debatte um autosoziobiographische Schreibweisen mit Karin Stru... more Der Beitrag erweitert die aktuelle Debatte um autosoziobiographische Schreibweisen mit Karin Strucks "Klassenliebe" um einen Text der frühen 1970er-Jahre und versucht so, dem 'genre in the making' einerseits zu mehr historischer Tiefenschärfe zu verhelfen und andererseits dessen gattungstypologische Grenzbedingungen zu erkunden. In zweifacher Hinsicht wird "Klassenliebe" dafür zur Autosoziobiographie in Beziehung gesetzt: erstens hinsichtlich des Verhältnisses der retrospektiv verfahrenden Autosoziobiographie zum (autofiktionalen) Roman, insbesondere wenn dieser, wie im Fall von "Klassenliebe", von der individuellen Gegenwart sozialer Desintegration im Präsens erzählt; und zweitens hinsichtlich einer Poetik der Komplexion, die in Strucks Text als ein Erzählverfahren der narrativen (Ich-)Auflösung und der permanenten Neuverknüpfung heterogener Textelemente in Erscheinung tritt.

Research paper thumbnail of Rückkehr zur Herkunft. Autosoziobiografien erzählen von der Klassengesellschaft

in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, S. 541-571, Heft 4 , 2020

Der Artikel setzt sich mit einem in jüngster Zeit vermehrt zu beobachtenden Narrativ auseinander:... more Der Artikel setzt sich mit einem in jüngster Zeit vermehrt zu beobachtenden Narrativ auseinander: der Erzählung von der Herkunft aus einem deklassierten Milieu. Im Mittelpunkt stehen dabei autosoziobiografische Texte und Filme, die aus der Perspektive einer erworbenen sozialen Distanz den Anspruch verfolgen, individuelle Erfahrungen des Klassenwechsels mit einer Analyse aktueller gesellschaftlicher Problemlagen zu verbinden. Diese Darstellungen werden zum einen hinsichtlich ihrer hybriden Gattungszugehörigkeit und ihres kommunikativen Anspruchs befragt. Zum anderen werden ihre dominierenden Erzählweisen untersucht. Dabei zeigt sich, dass genealogisch-kollektivierende Konstellationen eine wichtige Rolle spielen: erstens werden Klassenverhältnisse als Generationenverhältnisse narrativiert; zweitens wird ein die einzelne Autosoziobiografie sprengendes Erzählverfahren verwendet, durch das sich ein intertextueller Zusammenhang von aufeinander verweisenden Geschichten des Klassenwechsels konstituiert.

in: Michael Neumann, Anna-Maria Post, Florian Schneider, Marcus Twellmann (Hg.): Modernisierung und Reserve. Zur Aktualität des 19. Jahrhunderts. Stuttgart: Metzler 2017, S. 43-61

Der Artikel zeigt, inwiefern das Naturalienkabinett im 19. Jahrhundert an der Schnittstelle von n... more Der Artikel zeigt, inwiefern das Naturalienkabinett im 19. Jahrhundert an der Schnittstelle von naturwissenschaftlichen, gesellschaftspolitischen, geistesgeschichtlichen und poetologischen Diskursen in Erscheinung tritt: Literarische Texte der Zeit reagieren auf gesteigerte Formen sozialer Unordnung, indem sie mit dem Motiv der Naturaliensammlung eine eigentlich anachronistische Ordnung der Dinge errichten. Zudem lässt sich am Einsatz des Motivs eine Typisierung von Bildung in unterschiedlichen Klassenzusammenhängen ablesen.

in: Lara Day Benjamin, Oliver Haag (Hg.): The Persistence of Race: Change and Continuity in Germany from the Wilhelmine Empire to National Socialism, Oxford/New York: Berghahn 2017, S. 44-64.

in: Manuela Günter, Annette Keck (Hg.): Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Gender Studies. Berlin: kadmos 2018, S. 37-62.

Der Artikel eruiert die aktuelle Positionierung und Bedeutung der Gender Studies im Feld literatu... more Der Artikel eruiert die aktuelle Positionierung und Bedeutung der Gender Studies im Feld literatur- und sozialwissenschaftlichen Forschens auf drei sehr unterschiedlichen Feldern: erstens anhand ihrer institutioneller Repräsentanz auf der Ebene von Professuren, zweitens als interdisziplinärer Brückenschlag auf der Grundlage der Intersektionalität- und Interdependenzforschung und drittens in Form einer Erprobung dieser institutionellen und theoretischen Überlegungen in Form einer Lektüre von Didier Eribons „Retour à Reims“.

in: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur (IASL) 41 (2016), Heft 2, S. 271-289

Moritz’ "Anton Reiser" wird als ein Text gelesen, der der sogenannten Bildungsromantradition von ... more Moritz’ "Anton Reiser" wird als ein Text gelesen, der der sogenannten Bildungsromantradition von Beginn an ein sozialpolitisches Moment einträgt. Von dieser Beobachtung ausgehend wird diskutiert, inwiefern sich "Anton Reiser" als ein früher Institutionenroman verstehen lässt.

in: Christof Hamann, Metin Genç (Hg.): Institutionen der Pädagogik: Studien zur Kultur- und Mediengeschichte ihrer ästhetischen Formierungen, Würzburg: Königshausen & Neumann 2016, S. 211-230.

in: Gabriele Förster (Hg.): Gender im Fokus historischer Perspektiven. Frankfurt/M., 2016

Der Artikel argumentiert, dass Gender in Adalbert Stifters "Der Condor" als instabile und interde... more Der Artikel argumentiert, dass Gender in Adalbert Stifters "Der Condor" als instabile und interdependente Kategorie in Erscheinung tritt.

in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte (DVjs) 89 (2015), H. 3, S. 404-424

Der Artikel befasst sich mit der Figur der Serpentina aus E.T.A. Hoffmanns Kunstmärchen "Der gold... more Der Artikel befasst sich mit der Figur der Serpentina aus E.T.A. Hoffmanns Kunstmärchen "Der goldene Topf" (1814) im Vergleich zur Figur der Chelion aus Adalbert Stifters Erzählung "Die Narrenburg" (1841/42). Gezeigt wird, dass beide Figuren durch ein je spezifisches Verhältnis von Gender, Alterität und Narration charakterisiert sind und als Reflexionsfiguren eben dieses Verhältnisses und damit eines als weiblich und kulturell fremd codierten Erzählens fungieren, das als metamorphes Erzählen bezeichnet werden kann.

in: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur (IASL), 2 (2010), S. 158–194. Auf S. 161, Z. 5 muss es heißen: "von Klassen-Figuren (und nicht von Klassen-Begriffen)"., 2010

The article aims at a revision of the term >class< and its theoretical history that is informed b... more The article aims at a revision of the term >class< and its theoretical history that is informed both by cultural theory and literary concepts. The new understanding of >class< is connected with the German idea of Bildung. The literary historical relevance of the resulting offspring Klassen-Bildung is then applied to the genres of the German Bildungsroman and autobiography. Finally, we take a look at re cent developments in social his tory that disclose a strong convergence towards our research initiative.

„Koloniale Reinigungsarbeit“, in: Zeitschrift für Kulturwissenschaften, Schwerpunkt: Reinigungsarbeit, hg. v. Nacim Ghanbari u. Marcus Hahn, Heft 1/2013, S. 95‐108.

Der Artikel beschäftigt sich mit 'Reinigungspraktiken' des deutschsprachigen kolonialrassistische... more Der Artikel beschäftigt sich mit 'Reinigungspraktiken' des deutschsprachigen kolonialrassistischen Diskurses des frühen 20. Jahrhunderts. Anhand von (kolonial)literarischen Texten wird aufgezeigt, welche narrativen Konkretionen kolonialdiskursive Prozesse der Kontamination und Reinigung im Bereich des kulturellen Imaginären und seiner literarischen Repräsentation erfahren.

in: Georg Stanitzek, Remigius Bunia, Till Dembeck (Hg.): Philister. Problemgeschichte einer Sozialfigur der neueren deutschen Literatur, Berlin: Akademie Verlag 2011, S. 357-381.