Gschlächtsorgan - Alemannische Wikipedia
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Gschlächtsorgan
lat.
Organa genitalia
) oder
Genitalie
si bi
biologische Arte
mit mehrere bzw. underschiidlige Gschlächter vor allem instrumental bi dr unmittelbare
Furtpflanzig
. Mä sait ene dorum au
primäri
Gschlächtsmerkmol
Allgemein
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Bi dr sexuelle Fortpflanzig wärde zwei underschiidligi Arte vo Keimzelle (Gamete) broduziert und vereinigt, zum e neus Individuum in s Läbe z rüefe. De Organ, wo d Gamete härgstellt wärde, sait me in dr Botanik Gametangie, und in dr Zoologie redet mä vo Gonade: Ovarie für die wiiblige und Hode für die männlige Keimdrüese. Die wiiblige Eizälle si im Allgemeine grösser und ihri Zahl isch chliiner as die vo de männlige Keimzelle.
Gschlächtsorgan vo de Pflanze
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S männlige Sexualorgan, s
Antheridium
(rot), und s wiiblige Sexualorgan, s
Oogon
(rächts drnäben), vo dr Armlüchteralge
Chara contraria
Schematischi Darstellig von ere perigyne Blüete mit oberständigem Fruchtchnote:
1. Blüetebode/Receptaculum
2. Chelchbletter/Sepalen
3. Chronbletter/Petalen
4. Staubbletter/Stamina
5. Fruchtbletter/Karpelle
D Gschlächtszälle wärde bi de vilzällige Pflanze in zwei verschidnige Gschlächtsorgan (Gametangie) broduziert. S Ei wird bi primitive Forme us em Gametangium usgstosse, bi höchere Pflanze wie de Soomepflanze bliibt s dinne.
Bi Pflanze, wo Blüete hai, si d Gschlächtsorgan Deil vo de Blüete. Mä redet vo eihüüsige Pflanze (Monözii) wenn sowohl die wiiblige as au die männlige Gschlächtsorgan uf dr gliiche Pflanze vorchömme, wenn s wiibligi und männligi Pflanze git, redet mä vo Zweihüüsikeit. S Staubblatt oder Stamen erzügt bi de Bedecktsamer dr Polle. S wiiblige Organ isch s Fruchtblatt. Dr Polle, mänggisch von ere andere Pflanze, wird dur Insekte oder anderi Dier, dr Wind, Wasser oder d Gravitationschraft uf s Fruchtblatt überdrait und befruchtet d Eizälle, wo sich drus dr Soome bildet.
Gschlächtsorgan vo de Bilz
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Hyphegflächt (blau) mit Basidie (roseroot) und Spore (grüen)
Die meiste Bilz chönne sich sexuell und asexuell vermehre. Bi dr sexuelle Vermehrig git s e Hufe Möglikaite. Es git Arte wo meh as zwei Chrüzigstype (bi Dier were das Gschlächter) hai. Au die sexuelle Organ si verschiide. D Meiosporangie vo de Ständerbilz, d Organ wo d Spore bildet wärde, häisse Basidie. E Basidie bestoot mäistens us ere ainzelni Zälle, mänggisch isch si aber zwei- oder vierzällig.
Als Basidiomata oder Basidiokarpie wärde d Fruchtkörper (bi Ständerbilz) und d Fruchtlager (bi Rost- und Brandbilz) bezeichnet, wo d Basidie rif wärde. D Schluuchbilz hai Asci, sackartigi Röhrli, wo d Reduktionsdeilig din stattfindet und die haploide Ascospore entstöhn.
Gschlächtsorgan vo de Dier
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Funktional cha mä zwüsche de Sexualorgan, wo für e
Gschlächtsverchehr
bruucht wärde, und de Reproduktionsorgan underscheide. Entsprächend redet mä vo
üssere
und vo
innere
Gschlächtsorgan.
Mä underscheidet färner zwüsche (primäre, eigentlige) Gschlächtsdrüese (Gonade, das si d
Hode
und d
Eierstöck
), de sogenannte zuesätzlige Gschlächtsdrüese, wie zum Bischbil bim Mensch die männligi Vorsteherdrüese oder ihr wiibligs Pendant, d Paraurethraldrüese, de Organ, wo Keim leite, wie em Soomeleiter und Eileiter, de Begattigsorgan (Ruete oder
Penis
und
Scheide
) und de Organ vo dr Bruetpfläg (Gebärmueter, dr Bütel vo de Büteldier).
Wiiblige Dier vo Arte, wo die inneri Befruchdig kenne wie alli Landwirbeldier, gwüssi Fisch wie d Hai, d Insekte und Spinne, hai hüfig e Scheide, won e männligs Begattigsgliid ufnimmt. En ächts Begattigsgliid (Ruete, Penis, Cirrus oder Phallus) hai d Würm, d Schnägge, d Insekte, d Reptilie, d Süüger und gwüssi Vogelarte wie d Sträuss und d Äntevögel. E Hufe Vogelarte hai gar kei Penis. Bim Kopuliere brässe d Männli und d Wiibli ihri Kloake ufenander.
Bi alle Chordadier usser eme Deil vo de Süüger lige d Hoden in dr Liibeshöhli underhalb vo de Niere. Bi de Süüger chönne die baarige Hode die meisti Zit in dr Liibeshöhli versteckt si und nume währed dr
Brumft
im ene bruchartige Sack zum Vorschiin cho, so bi de Insektefrässer, Flädermüüs und vile
Nager
, oder si chönne immer usserhalb vo dr Liibeshöhli si. D
Affe
, Halbaffe, Ross, Widerchäuer, gwüssi Nager, d
Büteldier
und die meiste Landraubdier hai e bsundrige Hodesack.
Zwitter hai d Gschlächtsorgan vo beide Gschlächter. Do drzue ghöre vor allem wirbellosi Dier wie d Rägewürm, d Nesseldier, d Landlungeschnägge und gwüssi Süesswasserschnägge.
Süüger
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Wiibligi Gschlächtsorgan
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Die wiibligi Gschlächtsorgan (
Organa genitalia feminina
) deilt mä eso ii:
Vulva
macht bi de meiste Süüger alli üssere wiiblige Gschlächtsorgan us. Si goht vom
Venushügel
bis zum
Perineum
. Die üssere
Schamlippe
schliesse mit dr Schamspalte die chliine
Schamlippe
, dr
Scheidevorhof
und d
Klitoris
mit dr
Klitorisvorhut
ii. Dr Klitoris, wo nume bi de Süüger vorchunnt und s wiiblige Pendant vom Penis isch, isch usser bin ere
Hyäneart
nid Deil vo de Harnwäg. Dr Scheidevorhof isch d Verbindig zu de innere wiiblige Gschlächtsorgan. Bi de
Kloakedier
bassiert d Befruchdig über d Kloake.
Zu de innere Gschlächtsorgan ghöre d Vagina, d Gebärmueter, die baarige Eierstöck und alli Leiter und Drüese, wo drmit verbunde si. D Vagina, uf Dütsch Scheide, verbindet die innere und üssere Gschlächtsorgan. Si mündet unde in dr Scheidevorhof und wird obe vom
Gebärmueterhals
abgschlosse. Am Gebärmueterhals goht d Vagina in d
Gebärmueter
über, dr Ort wo sich die befruchtete Eizälle iiniste. Bi de Kloakedierwiibli si die beide Gebärmüetere über e Urogenitalkanal mit dr Kloake verbunde.
D Produktion und Riifig vo de Eier bassiert in de
Eierstöck
, vo wo us si über d
Eileiter
in d Gebärmueter chömme.
Die akzessorische Gschlächtsdrüese si d
Paraurethraldrüse
(„
Prostata feminina
“), die
chliine Vorhofsdrüese
und die
Bartholinsche Drüese
Männligi Gschlächtsorgan
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Zu de üssere Gschlächtsorgan zelt mä dr Penis und dr Hodesack. Dr
Penis
isch s Begattigsorgan vom männlige Dier. Er umschliesst au d
Harnröhre
, isch also zuesätzlig e Deil vo de ableitende Harnwäg, usser bi de Kloakedier, wo dr Urin dur d Kloake usfliesst. Bo ihne isch usserdäm d Penisspitze gspalte und dr Penis isch, wenn er nid erigiert isch, im ene Bütel vor dr Kloake versteckt.
Dr
Hodesack
(Skrotum) bi Arte, wo d Hode abstiige, isch e Hutsack underhalb vom Penis, wo d Hode und Soomeleiter umschliesst. Bi de Kloakedier fehlt dr Hodesack.
Intressanterwiis ghöre d Hode, wo bi vile Arte usserhalb vom Liib si, zu de innere Gschlächtsorgan. Das wird drmit begründet, ass d Hode sich zerst im Buuch entwickle und erst mit dr Geburt bi de meiste Süüger in dr Hodesack wandere (Hodenabstiig,
Descensus testis
). D
Hode
si d Produktionsstelle vo de männlige Keimzelle, de Spermie. Si si die männlige Keimdrüese. Wiiteri inneri männligi Gschlächtsorgan si d
Näbehode
und d
Soomeleiter
si für e Transbort vo de Soome. Au d Männli hai akzessorischi Gschlächtsdrüese. Em Soomewäg nooch si bi de Süüger bis zu vier baarigi akzessorischi (d. h. zuesätzligi) Gschlächtsdrüese usbildet. Das si d
Soomeleiterampulle
, d
Soomeblooteredrüese
, d
Prostata
und d
Bulbourethraldrüese
. Si broduziere e groosse Deil vo dr Soomeflüssigkeit.
Gschlächtsorgan vom Mensch
Die üssere wiiblige Gschlächtsorgan
Die üssere Gschlächtsorgan vom Maa
Reptilie
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D Reptilie pflanze sich im Allgemäine sexuell furt. Die innere Gschlächtsorgan si mit dr Kloake verbunde, und d Befruchdig findet vo
Kloake
zu Kloake statt. Die mäiste Arte häi en Organ zum kopuliere, wo cha zruggzooge oder umekeert wärde und sich usser bi dr Begattig im Körperhoolruum befindet.
Schildchrotte
und Krokodiläänligi häi en äinzelne Penis, wääred d Männli vo Schubbechriechdier (
Schlange
, Äggse) e Bäärli vo Hemipenis häi, aber bi jedere Begattig mäistens nume äine von ene bruuche. D Tuatara aber häi überhaupt kä Penis und s Männli und s Wiibli drucke iiri Kloake fest gegenenander bim Besoome. Bi de mäiste Arte entwigglet s Wiibli Äier mit de Näärstoff wo dr Embryo brucht. Die Äier wärde im Allgenäine glegt, es git aber Arte, wo die Junge no im Körper vom Wiibli usschlüpfe und lääbig uf d Wält chömme. Es chunnt bi gwüsse Arte au vor, ass s Wiibli gar kä Äi bildet und dr Embryo über e Struktur mit Naarig versorgt, wo dr Placenta vo de Süüger äänelet.
Vögel
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Allgemein wärde bi de Vögel d Genitalie usserhalb vo dr Baarigszit stark zruggbildet. Noch dr Eiablag schrumpfe si aber nid sofort, so dass, wenn nötig, e zweits Mol Eier chönne gläit wärde. D Wiibli hai kei bsundrigi üsseri Gschlächtsorgan, d Kloake isch mit de innere Genitalie verbunde. Bi vile Arte hai d Männli kei Penis und bi dr Befruchdig wärde d Kloake gegenenander brässt, aber Gäns-, Lauf- und anderi Vögel hai hüfig en ächte Penis.
Bi de Wiibli isch im Allgemeine nume dr linggi Eierstock entwicklet, währed d Männli zwei Hode hai.
Amphibie
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D Amphibie hai kei bsundrigi üsseri Gschlächtsorgan. Dr Darmusgang, d Exkretions- und innere Gschlächtsorgan münde in ere Kloake und d Befruchdig findet im Allgemeine usserhalb vom Mueterliib statt; die meiste Schwanzlurch aber praktiziere e indiräkti inneri Besoomig und Befruchtig: s Männli setzt e Soomepaket (Spermatophor) ab, wo s Wiibli denn mit siiner Kloake ufnimmt. Die meiste Arte setze ihri Eier im Wasser as Laich ab, d Alpesalamander zum Bischbil bringe aber fertig entwiggleti Jungi uf d Wält, wo sich währed zwei Johr in de beide Gebärmüetere vo de Wiibli entwigglet hai.
Würm
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D Plattwürm si zwittrig und d Gschlächtsorgan vo de verschiidnige Arte variiere stark. D Hode chönne baarig oder unbaarig si oder in dr Form von e Hufe chliine Blööterli ufdräte. D Eierstöck chönne us Keim- und us Dotterstöck bestoh, wobii die einte d Eizälle und die andere d Nährzälle broduziere, wo denn von ere gmeinsamme Hülli umschlosse wärde.
D Gschlächtsorgan vo de Fadewürm, wo im Allgemeine drenntgschlächtlig si, si schluuchförmig und lige frei in dr primäre Körperhöhli, wo mit Flüssikeit gfüllt isch. D Ovarie si baarig und si mit ere Vulva in dr Middi vom Körper verbunde. D Männli hai im Allgemeine nume ei Hode, wo mit eme Soomeleiter verbunden isch, wo in dr Kloake ändet. Bi dr Begattig spiile d
Spicula
, cuticulari Stift, wo in ere Däsche im Männli siiner Kloake versteckt si und chönne uusegstreckt wärde, e Rolle, wenn si sich in dr Vulva festhoogge.
Insekte
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Bis uf wenigi Arte si alli Insekte trenntgschlächtlig. Sehr wenigi Arte si
Zwitter
, und es git Arte, wo sich dur
Parthenogenese
furtsetze.
Baarig vo dr
Blauflügel-Prachtlibelle
Männligi Gschlächtsorgan
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D Männli hai baarigi Hode im Hinderliib, wo über
Soomeleiter
(Vasa deferentia) mit baarige Soomeblööterli (Vasa seminales) verbunde si. Die münde in en unbaarige oder baarige
Ejakulationsgang
, dr
Ductus ejaculatorius
, und denn über meh oder weniger komplex bauti Begattigsorgan, d
Aedeagus
, meistens im nünte Abdominalsegmänt uuse. Drzue cha s no Zuesatzdrüese ge, wo Soomeflüssigkeite oder Stoff zur Bildig vo
Spermatophore
bilde und zu de Spermie drzuedüen.
Wiibligi Gschlächtsorgan
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Au d
Ovarie
vo de Wiibli si im Allgemeine baarig. Si bestöhn meistens us eme Büschel vo einzelne Ovariesträng, wo as
Ovariole
bezeichnet wärde. Jedi do dene Ovariole bestoht us eme
Germarium
, wo d Eizälle din broduziert wärde, und eme
Vittelarium
zur Broduktion vo de
Dotterzälle
. D Ovariole vereinige sich und änden in ere nid baarige
Vagina
, wo zwüschen em sibte und em nüünte Abdominalsegmänt äntwäder diräkt uuse füehrt oder in ere Begattigsdäsche, dr
Bursa copulatrix
, ändet. Im Beriich vo dr Vagina isch bi fast allen Insekte e Spermiesammeldäsche, s
Receptaculum seminis
, usserdäm chönne verschiidnigi Ahangsdrüese zur Produktion vo Kittsubstanze oder ähnlichem vorhande si.
Weblingg
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Commons: Gschlächtsorgan
– Sammlig vo Multimediadateie
Fuessnote
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dtv-Atlas zur Biologie
, Deutscher Taschenbuchverlag München, 1967, Band 1, S.107
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