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Politiker sind wie Philosophen. Haben Antworten aber keine Lösungen.

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Die NATO braucht die NATO um zu überleben cover Heinz Duthel Die NATO braucht die NATO - um zu... more Die NATO braucht die NATO um zu überleben cover
Heinz Duthel
Die NATO braucht die NATO - um zu überleben
Energie und Wirtschafts Chaos. Der Ukrainische Proxy Krieg
NATO Russland: Und es wird stärker werden.
Russlands Beziehungen zur Welt sind stärker als zuvor. Mit dem Westen waren sie noch nie stark, oder?
Meine Wahrnehmung ist, dass die NATO eine Institution ist, die, weil sie so lange existiert, einen unabhängigen Charakter angenommen hat, eine Persönlichkeit, die sich von den Persönlichkeiten ihrer konstituierenden Nationen unterscheiden könnte.
Und so hat die NATO jetzt dieses strategische Überlebensziel. Denken Sie daran, dass dies eine Institution ist, die überleben muss.
Frankreich braucht die NATO nicht, um zu überleben. England braucht keine NATO. Keine Nation braucht die NATO, um zu überleben. Die NATO braucht die NATO, um zu überleben. Das ist es.

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Indignez-vous Crise ukrainienne https://play.google.com/store/books/details?id=r4t-EAAAQBAJ&rdid=... more Indignez-vous Crise ukrainienne https://play.google.com/store/books/details?id=r4t-EAAAQBAJ&rdid=book-r4t-EAAAQBAJ&rdot=1&source=gbs_vpt_read&pcampaignid=books_booksearch_viewport
Indignez-vous ! Intelligence d'essaim ou stupidité d'essaim Injure morale ? Non! Indignation culturelle ! Crise ukrainienne : expression d'une morale sélective. Le paradoxe du conflit ukrainien entre écologistes , économistes et politiciens est la réalisation d'une politique contraire à l'intérêt personnel du pouvoir . Certains politiciens allemands continuent de mâcher le chewing-gum que les Américains s'apprêtaient à cracher ! L'accent moral avec lequel les politiciens allemands en particulier sont attachés à l'Ukraine symbolise ce qui est peut-être la forme la plus extrême de sur-identification. La bêtise des gouvernants est toujours aussi la bêtise des gouvernants. Derrière la misère mondiale se cache une bêtise géante unique au monde !

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Wer kennt das nicht Ein Krieg, zehntausende Tote, Mangel an Nahrungsmittel, Waffen, Soldat DIE... more Wer kennt das nicht Ein Krieg, zehntausende Tote, Mangel an Nahrungsmittel, Waffen, Soldat

DIE WAHRHEIT DER UKRAINE KRISE! VOLKSREVOLUTION ODER STAATSSTREICH?

Monroe-Doktrin, NATO, European Union
Heinz Duthel

https://www.bod.de/buchshop/die-wahrheit-der-ukraine-krise-volksrevolution-oder-staatsstreicho-heinz-duthel-9783755709800

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Presse Infos by Heinz Duthel

THE CENSORSHIP-INDUSTRIAL COMPLEX, 2024

THE CENSORSHIP-INDUSTRIAL COMPLEX: HOW TOP BIDEN WHITE HOUSE OFFICIALS COERCED BIG TECH TO CENSOR... more THE CENSORSHIP-INDUSTRIAL COMPLEX: HOW TOP BIDEN WHITE HOUSE OFFICIALS COERCED BIG TECH TO CENSOR AMERICANS, TRUE INFORMATION, AND CRITICS OF THE BIDEN ADMINISTRATION. This interim report details the months long campaign by the Biden White House to coerce large companies, namely Meta (parent company of Facebook), Alphabet (parent company of YouTube), and Amazon, to censor books, videos, posts, and other content online. By the end of 2021, Facebook, YouTube, and Amazon changed their content moderation policies in ways that were directly responsive to criticism from the Biden Administration.
Interim Staff Report of the Committee on the Judiciary Heinz Duthel, Full Rank Colonel, KNU

Research paper thumbnail of Stalin: Eine neue Welt
Neben dieser alten separatistischen Strömung, die in einer ziemlich starken " föderalistischen" P... more Neben dieser alten separatistischen Strömung, die in einer ziemlich starken " föderalistischen" Partei ihren Ausdruck fand, gab es noch die sozialistische Bewegung. Alle die großen Gruppierungen, die in der allgemeinen Freiheitsbewegung in Rußland bestanden, bildeten sich ziemlich schnell auch im Kaukasus aus. Nach der Niederlage im Krimkrieg von 1856 (es sind immer die Kriege, die die Völker am tiefsten aufwühlen)-kam es zu einer Gegenbewegung gegen den Absolutismus, der Rußland im Vergleich mit den großen Ländern des Westens im Zustand einer besonderen und privilegierten Barbarei hielt. Eine reformistische Bourgeoisie, die die besten Absichten verfolgte, richtete ihre Blicke auf das " Licht aus dem Westen". 1860-1869: Reformen kommen diesen Tendenzen entgegen. Die Abschaffung der Leibeigenschaft, die Schaffung der Semstwos (Gemeindeselbstverwaltung), eine Reorganisation des Gerichtswesens. Aber so viel Staub diese Reformen aufwirbelten, man konnte bald feststellen, dass sie nicht viel an der Lage änderten. Die Aufhebung der Leibeigenschaft war von nichts weniger diktiert als von Gleichheitsbestrebungen. Sie verfolgte finanzielle Zwecke, kam praktisch dem Grundbesitz zugute und war schließlich aus politischen Erwägungen geboren: " Damit die Befreiung der Bauern nicht von selbst, nicht von unten kommt" (so sagte der Zar selbst). Aus der Enttäuschung entstand die große Bewegung der Narodniki: Nicht mehr hypnotisiert auf den Westen blicken, sondern im Gegenteil die spezifisch russischen Traditionen aufnehmen, den Mir (die alte Dorfkommune) und das Artel (die alte Produktionsgenossenschaft); auf diesem Wege sollte das russische Volk zum Sozialismus kommen, " ohne durch die Schrecken des Kapitalismus hindurchzugehen". Die große Zeit der Narodniki (ihre Verbände " Land und Freiheit", " Volkswille" und andere) war die Periode zwischen 1870 und 1881. Die Narodniki, die man in Europa meist Nihilisten nannte, rannten mit Bomben-und Revolverattentaten gegen das Regime der Herrscher im Winterpalais an. Die Verfolgungen, die 1881 nach der Ermordung Alexander II. einsetzten, zerstörten die Organisationen. Nur die literarischen Theoretiker blieben übrig. In seiner frühen Jugend hatte Lenin mit diesen Kreisen in Verbindung gestanden. Sein älterer Bruder Alexander nahm an der Arbeit im " Volkswillen" teil und wurde 1887 für seine Teilnahme an einem Attentat auf Alexander III. durch den Strang hingerichtet. Maria Uljanowa, die Schwester, berichtet uns, dass, als die traurige Nachricht von der Hinrichtung die Familie Uljanow erreichte, Wladimir Iljitsch, damals 17 Jahre alt, mit einem unbeschreiblichen Gesichtsausdruck sagte: " Nein, wir werden andere Wege gehen. Dieser Weg ist nicht der richtige." Dieser andere Weg war der des wissenschaftlichen Sozialismus, hervorgegangen aus dem alten Ideal der politischen Freiheit, der Abschaffung der Privilegien, der Gleichheit und allgemeinen Brüderlichkeit, jenem Ideal, das Karl Marx in der Mitte des 19. Jahrhunderts aufgenommen und umgeschmiedet hat. Einer der Grundzüge der marxistischen Lehre, die den alten Sozialismus von seinen lächerlichen und gefährlichen Kindereien befreit hat, war die Verbindung von Wirtschaft und Politik, von Sozialismus und Arbeiterbewegung. Die Notwendigkeit dieser Verschmelzung scheint uns heute unzweifelhaft. Aber sie war es nicht immer, und in dem Augenblick, wo alles neu zu schaffen war, musste dieser Gedanke gefunden werden. Der Sozialismus war eine internationale Organisation geworden. Auf die I. Internationale, die, von Marx und Engels selbst gegründet, " die ideologischen Grundlagen des proletarischen Kampfes geschaffen" hatte, war die II. Internationale gefolgt, die " den Boden für die Entfaltung einer breiten Massenbewegung der Arbeiterschaft vorbereitete". Der marxistische Sozialist bediente sich-im Gegensatz zu den " Sozialrevolutionären" und den Anarchisten, von denen es zahlenmäßig kleine, aber gewalttätige Gruppen gab-nicht des Terrorismus oder des Attentats. Diese blinden, chirurgischen Methoden, die fast immer wild über ihr Ziel hinausschießen und zu anderen als den gewollten Resultaten führen, waren nicht seine Sache. Seine Sache war es, durch die Erkenntnis des wahren Interesses, durch die bewusste Disziplin 12 Dieser letzteren trat Joseph oder vielmehr Sosso Dshugaschwili, von ihren Ideen heftig angezogen, bei. Wie sah er aus? Als Kind war er klein, zart, von kühnem, beinahe etwas frechem Aussehen und trug den Kopf immer hoch erhoben. Später, als er mit den Jahren aufgeschossen war, erschien er ziemlich gebrechlich und zart: das Gesicht eines sehr verfeinerten Intellektuellen, dichtes, borstiges, tintenschwarzes Haar. Seine jugendliche Magerkeit ließ das georgische Oval seines Gesichts und das etwas längliche Auge seiner Rasse noch stärker in Erscheinung treten. Zu jener Zeit stellte der junge Kämpfer eine interessante, weil sehr vollkommene Mischung von Arbeiter und Intellektuellem dar. Nicht sehr groß, schmale Schultern, längliches Gesicht, ein feiner Bart, etwas schwere Augenlider, eine schmale und gerade Nase, auf den üppigen schwarzen Haaren die flache Mütze, ein wenig zur Seite geschoben-so stellte er sich damals dar, dieser Eroberer der Massen, dieser Weltumstürzer. Seitdem hat das Gesicht Stalins endgültig feste Formen angenommen, und besonders heute, wo das immer noch starre, zu einer Bürste geschorene Haar leicht ergraut ist, ist man versucht zu glauben, dass seine Züge noch proletarischer. ja militärisch geworden sind-vielleicht zum Teil, weil man der Suggestion seiner Kleidung unterliegt. Aber man kann nicht sagen, dass er sich viel verändert hat, eher, dass man jetzt die Energie und die kämpferische Kraft, die dieses Antlitz auch früher zeigte, stärker erkennt. Denn wenn ein Mensch sich im Grunde seines Wesens nicht geändert hat, so ist er es. Schon in der Zeit, vor etwa 35 Jahren, in der er für Ketskoweli " ein guter Kerl" war, erkannte man ihn an der Sauberkeit seiner Ausdrucksweise. Dieser eigentümliche junge Mann hasste alle Phrasen. Er war das Gegenteil von denjenigen, die mit volltönenden Reden und kühn in die Luft gezeichneten Gesten nach vielen Effekten haschten. " Knappheit, Klarheit und Exaktheit waren seine kennzeichnenden Merkmale." Zum Unglück für seine Ruhe studierte er in dem Tifliser Seminar im geheimen naturwissenschaftliche und soziologische Bücher. Er trug das geschriebene Gift exakter Kenntnisse in dieses Haus der frommen Denkart. Die Herren des Hauses entdeckten diesen Skandal. Der Drang zum wirklichen Lernen war unvereinbar mit den reinen Traditionen des Seminars: der junge Sosso wurde als " politisch unsicheres Element" relegiert. " Er ging, ohne sieh umzusehen, geradewegs zu den Arbeitern." 1898 trat er in die Tifliser Organisation der Russischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei ein. Das war, wie wir gesehen haben, gerade das offizielle Geburtsjahr dieser russischen Sektion der II. Internationale. Jetzt war er auf seinem Wege. Er hatte nicht lange zu suchen brauchen, er war sofort gradlinig auf ihn zugegangen. Dieser Intellektuelle, Sohn eines bäuerlichen Arbeiters, wählte das Metier des " Berufsrevolutionärs"; zuerst unter den Eisenbahnern von Tiflis, später unter den Tabak-und Schuharbeitern, dann unter den Arbeitern der meteorologischen Station: ein Arbeiter der Arbeitersache. Einer von seinen Gefährten der damaligen Zeit, der in jenen Tagen viel mit Sosso Dshugaschwili zusammen war, berichtet uns, wie sein Freund " zu den Arbeitern zu sprechen verstand". Diese Gabe, für jedermann verständlich zu sein, war auch eine charakteristische Eigenschaft Lenins, der, zehn Jahre älter, damals in den Hauptzentren der russischen sozialistischen Bewegung tätig war. Dieser Lenin, der die Elektrifizierung der Hälfte des alten Kontinents voraussah in einem Augenblick, wo ganz Rußland nur ein von innen und außen beranntes, schuttbedecktes Ruinenfeld war, dieser Seher, der die größten irdischen Pläne, die je ein Gehirn geschmiedet hat, in ihrer ganzen Größe und bis zum letzten I-Punkt zu erfassen verstand, wusste ebenso zu den Arbeitern zu sprechen, selbst individuell: die Mütze tief über den runden und kahlen Schädel gezogen, mit listigen Augen, die Hände in den Taschen, mit dem Aussehen eines gutmütigen, aber dickköpfigen und gewitzten kleinen Kaufmanns trieb er sich an den Fabriktoren herum. Er sprach einen Arbeiter an, unterhielt sich vertraulich mit ihm-und hatte ihn fürs Leben gewonnen. Aus einem Gleichgültigen machte er einen 14 13 Aufrührer, aus einem Aufrührer einen Revolutionär. (Und der Bauer sagte von ihm: " Dieser kleine Mann da, mit den Pockennarben, weißt du, das ist einer wie du und ich. Er könnte geradewegs vom Felde gekommen sein.") Joseph Wissarionowitsch war vom selben Schlage, und das lässt diese beiden Silhouetten unter der Menge der anderen vor unseren Augen noch näher aneinanderrücken. " Die natürliche Einfachheit Sossos, seine absolute Gleichgültigkeit gegenüber seiner persönlichen Lebenslage, seine innere Festigkeit, seine schon damals bemerkenswerte Bildung gaben ihm Autorität und machten, dass seine Umgebung ihm ihre Aufmerksamkeit schenkte und bewahrte. Die Arbeiter von Tiflis nannten ihn: ,unser Sosso'." Diese fast geniale Gabe, sich mit den Zuhörern auf dasselbe Niveau stellen zu können, war die tiefere Ursache für das Vertrauen und die Liebe, die die Massen diesem Mann entgegenbrachten, und für die gewaltige Rolle, die zu spielen ihm bestimmt war. Wir sollen uns aber nicht täuschen: sich auf die gleiche Höhe stellen bedeutet nicht, sich herablassen, sich billig machen, eine formlose Familiarität genießen. Durchaus nicht. Orachelaschwili gibt uns eine klare Definition: " Er war weder schematisch, noch vulgär." Der Parteifunktionär war für ihn ein Transformator, der dieselben Dinge sah, wie der weiseste Theoretiker, nur angepasst an den Geist und die Bildung des Hörers. Wie? Durch Bilder, durch lebende Beispiele. Wir anderen, erklärt Orachelaschwili, die mit ihm zu den...

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INHALT 5 ... Vorwort ... Über den Kampf gegen die rechten und " ultralinken" Abweichungen. Zwei R... more INHALT 5 ... Vorwort ... Über den Kampf gegen die rechten und " ultralinken" Abweichungen. Zwei Reden in der Sitzung des Präsidiums des EKKI, 22. Januar 1926 ... Vorwort zur ersten Ausgabe des Sammelbands " Fragen des Leninismus ... Zu den Fragen des Leninismus ... I. Die Definition des Leninismus ... II. Das Wichtigste im Leninismus ... III. Die Frage der " permanenten" Revolution 17 ... IV. Die proletarische Revolution und die Diktatur des Proletariats ... V. Partei und Arbeiterklasse im System der Diktatur des Proletariats ... VI. Die Frage des Sieges des Sozialismus in einem Lande ... VII. Der Kampf für den Sieg des sozialistischen Aufbaus 53 ... Über die Bauernschaft als Verbündeten der Arbeiterklasse. Antwort an die Genossen P. F. Boltnew, W. I. Jefremow, W. I. Iwlew 55. .. Über die Möglichkeit der Errichtung des Sozialismus in unserem Lande. Antwort an Genossen Pokojew ... Über Genossen Kotowski. .. Rede in der französischen Kommission des VI. erweiterten Plenums des EKKI, 6. März 1926 ... Zum Internationalen Kommunistischen Frauentag 63 ... Rede in der deutschen Kommission des VI. erweiterten Plenums des EKKI, 8. März 1926. .. Über die wirtschaftliche Lage der Sowjetunion und die Politik der Partei. Referat über die Arbeit des Plenums des ZK der KPdSU(B) vor dem Aktiv der Leningrader Organisation, 13. April 1926 Zwei Perioden der NÖP Der Kurs auf die Industrialisierung Fragen der sozialistischen Akkumulation Die richtige Verwendung der akkumulierten Mittel. Das Sparsamkeitsregime ... V. Kader von Baumeistern der Industrie müssen herangebildet werden Die Aktivität der Arbeiterklasse muss gehoben werden Das Bündnis der Arbeiter und Bauern muss gefestigt werden Die innerparteiliche Demokratie muss verwirklicht werden Die Einheit der Partei muss gewahrt werden Schlussfolgerungen An Genossen Kaganowitsch und andere Mitglieder des Politbüros des ZK der Kommunistischen Partei der Ukraine (Bolschewiki) 85 ... Über den englischen Streik und die Ereignisse in Polen. Referat in der Versammlung der Arbeiter der Eisenbahnhauptwerkstätten in Tiflis, 8. Juni 1926

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Unsere Meinungsverschiedenheiten in der Gewerkschaftsfrage drehen sich nicht um die prinzipielle ... more Unsere Meinungsverschiedenheiten in der Gewerkschaftsfrage drehen sich nicht um die prinzipielle Beurteilung der Gewerkschaften. Die von Trotzki des öfteren zitierten bekannten Punkte unseres Programms über die Rolle der Gewerkschaften und die Resolution des IX. Parteitags über die Gewerkschaften bleiben in Kraft (und werden in Kraft bleiben). Niemand bestreitet, dass die Gewerkschaften und die Wirtschaftsorgane einander wechselseitig durchdringen müssen und durchdringen werden ( " das Zusammenwachsen"). Niemand bestreitet, dass der gegenwärtige Augenblick der wirtschaftlichen Wiedergeburt des Landes eine allmähliche Umwandlung der Industriegewerkschaften, die dies vorerst nur dem Namen nach sind, in wirkliche Industriegewerkschaften erheischt, die fähig sind, die wichtigsten Zweige unserer Industrie auf die Beine zu stellen. Kurzum, unsere Meinungsverschiedenheiten sind nicht prinzipieller Natur. Ebensowenig berühren unsere Meinungsverschiedenheiten die Frage, ob in den Gewerkschaften und in der Arbeiterklasse überhaupt eine Arbeitsdisziplin notwendig ist. Das Gerede darüber, dass ein Teil unserer Partei " die Zügel schießen lässt" und die Massen dem Spiel von Elementargewalten überlässt, ist ein Resultat geistiger Beschränktheit. Die führende Rolle der Parteielemente innerhalb der Gewerkschaften sowie der Gewerkschaften innerhalb der Arbeiterklasse bleibt eine unbestreitbare Wahrheit. Noch weniger berühren unsere Meinungsverschiedenheiten die Frage der qualitativen Zusammensetzung der Zentralkomitees der Gewerkschaften und des Allrussischen Zentralrats der Gewerkschaften. Alle stimmen darin überein, dass die Zusammensetzung dieser Institutionen bei weitem nicht ideal ist, dass sich eine Reihe militärischer und anderer Mobilmachungen verheerend auf die Gewerkschaften ausgewirkt hat, dass man den Gewerkschaften ihre alten Funktionäre zurückgeben und neue zuführen, dass man ihnen technische Mittel zur Verfügung stellen muss usw. Nein, nicht auf diesem Gebiet liegen unsere Meinungsverschiedenheiten. 12 II BEWUSSTER DEMOKRATISMUS UND ERZWUNGENER " DEMOKRATISMUS" Manche glauben, das Reden über Demokratismus in den Gewerkschaften sei eine hohle Deklamation, eine Mode, hervorgerufen durch gewisse Erscheinungen des innerparteilichen Lebens, man werde das " Geschwätz" über Demokratismus mit der Zeit satt bekommen und alles werde seinen " alten Gang" gehen. Andere wiederum meinen, der Demokratismus in den Gewerkschaften sei im Grunde genommen ein Zugeständnis, ein erzwungenes Zugeständnis an die Forderungen der Arbeiter, wir hätten es hier eher mit Diplomatie als mit etwas Wirklichem, etwas Echtem zu tun. Es erübrigt sich zu sagen, dass sowohl die einen als auch die anderen Genossen sich gründlich irren. Der Demokratismus in den Gewerkschaften, das heißt das, was man als " normale Methoden der proletarischen Demokratie innerhalb der Gewerkschaften" zu bezeichnen pflegt, ist ein den proletarischen Massenorganisationen eigener bewusster Demokratismus, der das Bewusstsein der Notwendigkeit und Nützlichkeit einer systematischen Anwendung der Methoden der Überzeugung gegenüber den Millionenmassen gewerkschaftlich organisierter Arbeiter voraussetzt. Ohne dieses Bewusstsein wird der Demokratismus zu leerem Schall. Solange Krieg war und Gefahr vor der Tür stand, fanden die Appelle unserer Organisationen " Der Front zu Hilfe" lebhaften Widerhall bei den Arbeitern, war doch die Gefahr des Untergangs allzu greifbar, hatte doch diese Gefahr eine ganz konkrete und für alle sichtbare Form in Gestalt der Armeen Koltschaks, Judenitschs, Denikins, Pilsudskis und Wrangels, die vorrückten und die Macht der Gutsbesitzer und Kapitalisten wiederherstellten. Damals war es nicht schwer, die Massen zu mobilisieren. Jetzt jedoch, da die Kriegsgefahr beseitigt, die neue Gefahr aller, die wirtschaftliche Gefahr (wirtschaftliche Zerrüttung), für die Massen bei weitem nicht so greifbar ist, lassen sich die breiten Massen durch Appelle allein nicht mobilisieren. Gewiss, der Mangel an Brot und Textilien wird von allen empfunden, aber erstens wissen sich die Menschen trotzdem zu helfen und treiben irgendwie Brot und Textilien für sich auf, so dass die Gefahr des Brot-und Warenmangels die Massen lange nicht so antreibt, wie sie die Kriegsgefahr angetrieben hatte; zweitens wird niemand behaupten wollen, dass die wirtschaftliche Gefahr (der Mangel an Lokomotiven, landwirtschaftlichen Maschinen, Textilfabriken, Hüttenwerken, Mangel an Ausrüstung für Kraftwerke usw.) im Bewusstsein der Massen ebenso real ist, wie es die Kriegsgefahr in jüngster Vergangenheit war. Um die Millionenmassen der Arbeiterklasse gegen die wirtschaftliche Zerrüttung in Bewegung zu setzen, gilt es, die Initiative, die Bewusstheit, die Selbsttätigkeit der breiten Massen zu heben, gilt es, sie an Hand konkreter Tatsachen davon zu überzeugen, dass die wirtschaftliche Zerrüttung eine ebenso reale und tödliche Gefahr ist, wie es gestern die Kriegsgefahr war, gilt es, durch demokratisch aufgebaute Gewerkschaften Millionen Arbeiter zur Wiederherstellung der Wirtschaft heranzuziehen. Nur so kann man den Kampf der Wirtschaftsorgane gegen die wirtschaftliche Zerrüttung zur ureigenen Angelegenheit der ganzen Arbeiterklasse machen. Geschieht das nicht, ist ein Sieg an der Wirtschaftsfront unmöglich. Kurzum: Bewusster Demokratismus, die Methode der proletarischen Demokratie innerhalb der Gewerkschaften ist die einzig richtige Methode der Industriegewerkschaften. Mit diesem Demokratismus hat der erzwungene " Demokratismus" nichts gemein. Liest man die Broschüre Trotzkis " Die Rolle und die Aufgaben der Gewerkschaften", dann könnte man meinen, Trotzki sei im Grunde genommen " ebenfalls" für die " demokratische" Methode. Aus diesem Grunde glauben manche Genossen, es handle sich bei unseren Meinungsverschiedenheiten nicht um die Methoden der Gewerkschaftsarbeit. Das ist jedoch völlig falsch. Denn der " Demokratismus" Trotzkis ist ein erzwungener, halber,

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Rede am 1. August I Die Ausfälle der Opposition gegen die Sektionen der Komintern Genossen! Ich m... more Rede am 1. August I Die Ausfälle der Opposition gegen die Sektionen der Komintern Genossen! Ich möchte mich vor allem mit den Ausfällen Kamenews, Sinowjews und Trotzkis gegen die Sektionen der Komintern, gegen die polnische Sektion der Komintern, gegen die österreichische, gegen die englische, gegen die chinesische Sektion befassen. Ich möchte auf diese Frage deshalb eingehen, weil die Oppositionellen hier im trüben fischen wollten, weil sie uns, was die Bruderparteien anbetrifft, Sand in die Augen streuten; wir aber brauchen hier Klarheit und kein oppositionelles Geschwätz. Die Frage der polnischen Partei Sinowjew hatte die Stirn, hier zu erklären, wenn es dort, in der polnischen Partei, eine rechte Abweichung, vertreten durch Warski, gibt, so sei daran die Kommunistische Internationale, die jetzige Führung der Komintern schuld. Er sagte, wenn Warski eine Zeitlang die Meinung vertreten habe-und das hat er tatsächlich getan-, man müsse die Pilsudskitruppen unterstützen, so sei daran die Komintern schuld. Das ist völlig falsch. Ich möchte mich auf Tatsachen berufen, auf die Ihnen bekannten Stellen aus dem stenographischen Protokoll der Plenartagung des ZK und der ZKK vom Juli vorigen Jahres, möchte mich auf einen solchen Genossen berufen wie den Genossen Dzierzynski und sein Zeugnis anführen; er erklärte damals, wenn es in der polnischen Partei eine rechte Abweichung gab, so sei sie von niemand anders als von Sinowjew gezüchtet worden. Das war in den Tagen des so genannten Pilsudskiaufstands [2] , als wir, die Mitglieder der polnischen Kommission des EKKI und des ZK unserer Partei, der Dzierzynski, Unschlicht, ich, Sinowjew und andere angehörten, die Beschlüsse für die Kommunistische Partei Pol ens ausarbeiteten. Sinowjew legte damals als Vorsitzender der Komintern einen eigenen Entwurf vor, in dem er unter anderem zum Ausdruck brachte, dass im gegenwärtigen Augenblick in Polen, da der Kampf entbrennt zwischen den Kräften, die auf seiten Pilsudskis stehen, und den Kräften, die auf seiten der polnischen Regierung Witos stehen, dass in diesem Augenblick eine Politik der Neutralität seitens der Kommunistischen Partei unzulässig und dass es vorläufig nicht nötig sei, scharfe Angriffe gegen Pilsudski zu richten. Wir, ein paar Genossen, darunter Dzierzynski, traten damals dagegen auf und erklärten, dass diese Direktive falsch ist, dass sie die Kommunistische Partei Polens nur irreführt. Es muss gesagt werden, dass nicht nur die Politik der Neutralität, sondern auch eine Politik der Unterstützung Pilsudskis unzulässig ist. Nach einigen Einwendungen wurde diese Direktive mit unseren Änderungen angenommen. Ich will damit sagen, dass nicht viel Mut dazu gehört, gegen Warski aufzutreten, der damals einen Fehler begangen hatte und dem dafür gehörig die Leviten gelesen wurden; aber die Schuld von sich auf andere abwälzen, die eigene Schuld an der Züchtung der rechten Abweichung in der polnischen Partei, die Schuld Sinowjews, auf die Komintern, auf die jetzigen Führer der Komintern abwälzen-heißt ein Verbrechen gegen die Komintern begehen. Sie werden sagen, das sei eine Lappalie, und ich beschäftige mich unnötigerweise damit. Nein, Genossen, das ist keine Lappalie. Der Kampf gegen die rechte Abweichung in der polnischen Partei dauert an und wird noch fortgesetzt werden. Sinowjew hat-nun, wie soll man es gelinde ausdrücken-die Kühnheit zu behaupten, die rechte Abweichung werde von der 15 " Die spezifische Besonderheit der gegenwärtigen Lage ist ihr Übergangscharakter: Das Proletariat muss wählen zwischen der Perspektive eines Blocks mit erheblichen Schichten der Bourgeoisie und der Perspektive einer weiteren Festigung seines Bündnisses mit der Bauernschaft. 'Wenn das Proletariat kein radikales Agrarprogramm aufstellt, wird es die Bauernschaft nicht in den revolutionären Kampf hineinziehen können und wird die Hegemonie in der nationalen Befreiungsbewegung verlieren." Und weiter: " Die Kantoner Volksregierung wird in der Revolution die Macht nicht behaupten können, wird den vollen Sieg über den fremdländischen Imperialismus und über die einheimische Reaktion nicht erringen können, solange die Sache der nationalen Befreiung nicht mit der Agrarrevolution gleichgesetzt wird." (Siehe Resolution des VII. erweiterten Plenums des EKKI.) Hier haben Sie ein Dokument, das tatsächlich die Linie der Kominternführung bestimmt. Es ist höchst seltsam, dass die Führer der Opposition dieses allen bekannte Dokument der Komintern übergehen. Ich denke, es wird nicht unbescheiden sein, wenn ich auf die Rede verweise, die ich in der chinesischen Kommission der Komintern im November des gleichen Jahres 1926 gehalten habe, von der, natürlich nicht ohne meine Teilnahme, die Resolution des VII. erweiterten Plenums zur chinesischen Frage ausgearbeitet wurde. Diese Rede erschien dann als Einzelbroschüre unter dem Titel " Über die Perspektiven der Revolution in China". Hier einige Stellen aus dieser Rede: " Ich weiß, dass es unter den Kuomintangleuten und selbst unter den chinesischen Kommunisten Leute gibt, die eine Entfaltung der Revolution im Dorfe nicht für möglich halten, da sie befürchten, dass die Hereinziehung der Bauernschaft in die Revolution die antiimperialistische Einheitsfront untergraben werde. Das ist ein gewaltiger Irrtum, Genossen. Die antiimperialistische Front in China wird umso stärker und mächtiger sein, je schneller und gründlicher die chinesische Bauernschaft in die Revolution hineingezogen wird." Und weiter: " Ich weiß, dass es unter den chinesischen Kommunisten Genossen gibt, die die Streiks der Arbeiter für die Verbesserung ihrer materiellen und rechtlichen Lage als unerwünscht ansehen und den Arbeitern abraten, in den Streik zu treten. (Zuruf: " Das war in Kanton und Schanghai der Fall.") Das ist ein großer Fehler, Genossen. Das ist eine schwerwiegende Unterschätzung der Rolle und des spezifischen Gewichts des Proletariats in China. Das muss in den Thesen als unbedingt negative Erscheinung festgehalten werden. Es wäre ein großer Fehler, wenn die chinesischen Kommunisten die gegenwärtige günstige Situation nicht dazu benutzen würden, um den Arbeitern zu helfen, ihre materielle und rechtliche Lage zu verbessern, und sei es auch durch Streiks. Wozu haben wir denn eine Revolution in China?" (Siehe Stalin, "Ü ber die Perspektiven der Revolution in China" [12] .) Und hier ein drittes Dokument, vom Dezember 1926, aus der Zeit, als man die Komintern aus allen Städten Chinas mit Versicherungen überhäufte, die Entfaltung des Kampfes der Arbeiter führe zu Krise, Arbeitslosigkeit, zur Stilllegung der Fabriken und Werke: " Die politischen Streiks der chinesischen Arbeiter in Schanghai und Hongkong (Juni-September 1925) haben einen Wendepunkt im Befreiungskampf des chinesischen Volkes gegen die ausländischen Imperialisten herbeigeführt... Die politische Aktion des Proletariats gab einen mächtigen Anstoß zur weiteren Entwicklung und Festigung aller revolutionärdemokratischen Organisationen des Landes und in erster Linie der revolutionären Volkspartei, der Kuomintang, und der revolutionären Regierung in Kanton. Die Kuomintangpartei, deren Hauptkern im Bündnis mit den chinesischen Kommunisten handelte, ist ein revolutionärer Block der Arbeiter, der Bauern, der Intelligenz und der städtischen Demokratie auf dem Boden der Gemeinsamkeit der Klasseninteressen dieser Schichten im Kampf gegen die ausländischen Imperialisten und die gesamten militaristisch-feudalen Lebensverhältnisse, für die Unabhängigkeit des Landes und eine einheitliche revolutionärdemokratische Staatsmacht." (Siehe Resolution des VI. Plenums des EKKI.) Also, die Kantoner Kuomintang als Bündnis von vier " Klassen". Sie sehen, das ist beinahe eine " Martynowiade" [16] , sanktioniert durch niemand anders als den damaligen Vorsitzenden der Komintern, Sinowjew. Über die Kantoner Kuomintangregierung: " Die von der Kuomintangpartei in Kanton geschaffene revolutionäre Regierunge hat es bereits verstanden, zu den breitesten Massen der Arbeiter, der Bauern und der städtischen Demokratie Verbindung herzustellen, sie hat, auf diese gestützt, die von den Imperialisten unterstützten konterrevolutionären Banden zerschlagen (und arbeitet an der radikalen Demokratisierung des gesamten politischen Lebens der Provinz Kuangtung). Die Kantoner Regierung, die somit die Vorhut im Kampf des chinesischen Volkes um seine Unabhängigkeit ist, ist das Vorbild für den künftigen revolutionär-demokratischen Aufbau im Lande." (Ebenda.

Kinderkrankheiten, die unter heutigen Umständen nun einmal durchgemacht werden müssen." (Siehe Ar... more Kinderkrankheiten, die unter heutigen Umständen nun einmal durchgemacht werden müssen." (Siehe Archiv K. Marx und F. Engels, Bd. I, S. 324/325 [4] .) Denn, wie Engels an anderer Stelle sagt (1885): "Die Gegensätze werden nie auf die Dauer vertuscht, sondern stets ausgefochten." (Ebenda, S. 371.

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Über die Getreidebeschaffung und die Entwicklungsperspektiven der Landwirtschaft. Die ersten Erge... more Über die Getreidebeschaffung und die Entwicklungsperspektiven der Landwirtschaft. Die ersten Ergebnisse der Beschaffungskampagne und die weiteren Aufgaben der Partei. Begrüßungsschreiben zum zehnten Jahrestag der Roten Armee Über drei Besonderheiten der Roten Armee. Über die Arbeiten des vereinigten Aprilplenums des ZK und der ZKK I. Über Selbstkritik II. Die Frage der Getreidebeschaffung 33 III. Die Schachty-Affäre IV. Allgemeine Schlussfolgerung Begrüßungsschreiben an die Arbeiter von Kostroma 41 Rede auf dem VIII. Kongress des Leninschen Kommunistischen Jugendverbands der Sowjetunion 41 I. Stärkt die Kampfbereitschaft der Arbeiterklasse 43 II. Organisiert die Massenkritik von unten III. Die Jugend muss die Wissenschaftmeistern An die " Komsomolskaja Prawda". Zum dritten Jahrestag ihres Bestehens. An die Swerdlow-Universität. Zum zehnten Jahrestag ihres Bestehens. An der Getreidefront. Brief an die Mitglieder des Zirkels zu Fragen des Parteiaufbaus bei der Kommunistischen Akademie Lenin und die Frage des Bündnisses mit dem Mittelbauern. Antwort an Genossen S. An die Mitglieder des Politbüros des ZK. Antwort an Frumkin. 71 Gegen die Vulgarisierung der Losung der Selbstkritik Plenum des ZK der KPdSU(B), 4.-12. Juli 1928 Über das Programm der Komintern. Über die Industrialisierung und das Getreideproblem. 101 Über den Zusammenschluss der Arbeiter und Bauern und über die Sowj etwirtschaften. 105 Über die Ergebnisse des Juliplenums des ZK der KPdSU(B). 105 I. Fragen der Komintern II. Fragen des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR III. Schlussbemerkung An den Leningrader Ossoaviachim Brief an Genossen Kujbyschew Dem Andenken des Genossen I. I. Skworzow-Stepanow Über die rechte Gefahr in der KPdSU(B). Antwort an Genossen Sch 4 An den Leninschen Kommunistischen Jugendverband. Zum zehnten Jahrestag des ersten Kongresses der Arbeiterinnen und Bäuerinnen Über die Industrialisierung des Landes und über die rechte Abweichung in der KPdSU(B). I. Die Frage des Entwicklungstempos der Industrie II. Das Getreideproblem III. Über den Kampfgegen die Abweichungen und das Versöhnlertum ihnen gegenüber An die Arbeiter der " Katuschka", an die Arbeiter der Jarzewoer Fabrik im Gouvernement Smolensk An die Arbeiter des Werks " Krasny Profintern" in Beshiza Zum zehnten Jahrestag der Frunse-Militärakademie der Roten Arbeiterund Bauernarmee Über die rechte Gefahr in der deutschen Kommunistischen Partei. I. Das Problem der kapitalistischen Stabilisierung II. Das Problem der Klassenkämpfe des Proletariats III. Das Problem der deutschen Kommunistischen Partei IV. Die Rechten in der KPD und in der KPdSU(B) V. Über die Entwürfe für einen geschlossenen und einen offenen Brief. Antwort an Kuschtyssew ÜBER DIE GETREIDEBESCHAFFUNG UND DIE ENTWICKLUNGSPERSPEKTIVEN DER LANDWIRTSCHAFT Aus Reden in verschiedenen Bezirken Sibiriens im Januar 1928 [1] (Kurze Niederschrift) Ich bin für kurze Zeit zu Ihnen nach Sibirien kommandiert worden. Mein Auftrag besteht darin, Ihnen bei der Erfüllung des Getreidebeschaffungsplans zu helfen. Ferner habe ich den Auftrag, mit Ihnen die Frage der Entwicklungsperspektiven der Landwirtschaft, den Plan der Entfaltung des Aufbaus von Kollektiv-und Sowjetwirtschaften in Ihrer Region zu besprechen. Es wird Ihnen bekannt sein, dass wir in diesem Jahr in der Getreidebilanz unseres Landes einen Fehlbetrag, ein Defizit von mehr als 100 Millionen Pud Getreide haben. Im Zusammenhang damit sahen sich die Regierung und das ZK veranlasst, in allen Gebieten und Regionen bei der Getreidebeschaffung alles daranzusetzen, um diese Lücke in unserer Getreidebilanz zu schließen. Das Defizit wird vor allem aus den Gebieten und Regionen mit hohen Ernteerträgen gedeckt werden müssen, wobei erreicht werden muss, dass diese den Plan der Getreidebeschaffung nicht nur erfüllen, sondern übererfüllen. Sie wissen natürlich, wozu das Defizit führen kann, wenn es nicht ausgeglichen wird. Es wird dazu führen, dass unsere Städte und Industriezentren sowie unsere Rote Armee in eine schwierige Lage versetzt, dass sie schlecht versorgt und vom Hunger bedroht werden. Es ist klar, dass wir das nicht zulassen können. Wie denken Sie hierüber, welche Maßnahmen gedenken Sie zu ergreifen, um Ihre Pflicht dem Lande gegenüber zu erfüllen? Ich bin durch die Bezirke Ihrer Region gefahren und konnte mich davon überzeugen, dass man sich bei Ihnen nicht ernsthaft darum bemüht, unserem Lande zu helfen, aus der Getreidekrise herauszukommen. Sie haben eine Ernte, wie sie in vielen Jahren einmal vorkommt, man kann sagen, wie sie noch nicht dagewesen ist. Getreideüberschüsse haben Sie in diesem Jahr mehr denn je, der Plan der Getreidebeschaffung aber wird nicht erfüllt. Warum, aus welchem Grunde? Sie sagen, der Plan der Getreidebeschaffung sei angespannt, er sei unerfüllbar. Wieso unerfüllbar, wie können Sie das behaupten? Ist es etwa nicht Tatsache, dass die Ernte bei Ihnen in diesem Jahr wirklich unvergleichlich gut ist? Ist es etwa nicht Tatsache, dass der Getreidebeschaffungsplan für Sibirien in diesem Jahr fast der gleiche ist wie im Vorjahr? Warum halten Sie dann den Plan für unerfüllbar? Sehen Sie sich die Kulakenwirtschaften an: Dort sind die Speicher und Scheunen voll von Getreide, das Getreide liegt, da keine Speicherräume mehr da sind, in offenen Schuppen, in den Kulakenwirtschaften gibt es Getreideüberschüsse von 50000 bis 60000 Pud je Wirtschaft, nicht gerechnet die Vorräte für Saatzwecke, Ernährung, Fütterung des Viehs, und da sagen Sie, der Getreidebeschaffungsplan sei unerfüllbar. Woher dieser Pessimismus bei Ihnen? Sie sagen, dass die Kulaken das Getreide nicht abliefern wollen, dass sie auf eine Erhöhung der Preise warten und es vorziehen, eine hemmungslose Spekulation zu treiben. Das ist richtig. Aber die Kulaken warten nicht einfach auf eine Erhöhung der Preise, sondern sie fordern eine Preiserhöhung auf das Dreifache im Vergleich zu den staatlichen Preisen. Glauben Sie, dass man die Kulaken zufrieden stellen kann? Die Dorfarmut und ein erheblicher Teil der Mittelbauern haben das Getreide bereits zu staatlichen Preisen an den Staat abgeliefert. Kann man zulassen, dass der Staat den Kulaken für das Getreide dreimal soviel bezahlt wie der Dorfarmut und den Mittelbauern? Man braucht diese Frage nur zu stellen, um zu begreifen, dass es absolut unzulässig ist, die Forderungen der Kulaken zu befriedigen. Das bedeutet viertens, eine feste Basis zu schaffen für eine reibungslose und reichliche Versorgung des ganzen Landes nicht nur mit Getreide, sondern auch mit anderen Lebensmitteln bei gleichzeitiger Sicherung der notwendigen Reserven für den Staat. Das bedeutet fünftens, eine einheitliche und feste sozialistische Basis für die Sowjetordnung, für die Sowjetmacht zu schaffen. Das bedeutet schließlich, den Sieg des sozialistischen Aufbaus in unserem Lande zu sichern. Das sind die Entwicklungsperspektiven unserer Landwirtschaft. Das ist die Aufgabe für den siegreichen Aufbau des Sozialismus in unserem Lande. Diese Aufgabe ist nicht einfach, sondern schwierig, aber sie kann durchaus gelöst werden, denn Schwierigkeiten sind dazu da, um sie zu überwinden und zu siegen. Man muss sich darüber klar sein, dass wir auf der Basis der kleinen individuellen Bauernwirtschaft nicht weiter vorankommen können, dass wir Großwirtschaften in der Landwirtschaft brauchen, die imstande sind, Maschinen anzuwenden und die meisten Waren zu liefern. Für die Schaffung von Großwirtschaften in der Landwirtschaft gibt es zwei Wege: den kapitalistischen Weg, der durch die massenhafte Ruinierung der Bauern und die Organisierung großer kapitalistischer, Arbeit ausbeutender Güter realisiert wird, und den sozialistischen Weg, der realisiert wird durch die Vereinigung der kleinen Bauernwirtschaften zu großen Kollektivwirtschaften-ohne Ruinierung der Bauern und ohne Ausbeutung von Arbeit. Unsere Partei hat den sozialistischen Weg der Schaffung von Großwirtschaften in der Landwirtschaft gewählt. Lenin stellte schon vor dem Sieg der Oktob err evolution und dann unmittelbar nach dem Sieg als Entwicklungsperspektive unserer Landwirtschaft und als entscheidendes Mittel für den Sieg des Sozialismus auf dem Lande, in der Landwirtschaft, der Partei die Aufgabe, die kleinen Bauernwirtschaften zu großen Kollektivwirtschaften zu vereinen. Lenin erklärte: a) " Das System der Kleinwirtschaft beim Bestehen der Warenproduktion ist nicht imstande, die Menschheit von Massenelend und Massenunterdrückung zu erlösen" (Bd. XX, S. 122 [2}); b) " Wenn wir in althergebrachter Weise in kleinen Wirtschaften hocken bleiben, und sei es auch als freie Bürger auf freier Scholle, so droht uns dennoch der unvermeidliche Untergang" (Bd. XX, S. 417 [3]); c) " Nur durch gemeinsame, artelmäßige, genossenschaftliche Arbeit kann man aus der Sackgasse, in die uns der imperialistische Krieg getrieben hat, einen Ausweg finden" (4. Ausgabe, Bd. 30, S. 123, russ.). Lenin erklärt weiter: " Nur in dem Falle, dass es gelingt, den Bauern die Vorzüge der gesellschaftlichen, kollektiven, gemeinschaftlichen, artelmäßigen Bodenbestellung in der Praxis vor Augen zu führen, nur wenn es gelingt, dem Bauern mittels der gemeinschaftlichen, der Artelwirtschaft zu helfen, nur dann wird die Arbeiterklasse, die die Staatsmacht in der Hand hat, den Bauern wirklich den Beweis erbringen, dass sie im Rechte ist, und die Millionenmassen der Bauern fest und wirklich auf ihre Seite ziehen. Die Bedeutung jeder Art von Betrieben, die die genossenschaftliche und artelmäßige Landwirtschaft fördern, kann daher schwerlich überschätzt werden. Wir haben Millionen zersplitterter, in den entlegensten Winkeln zerstreuter Dörfer, einzelner Wirtschaften... Nur wenn praktisch, durch die Erfahrung, die den Bauern zugänglich ist, erwiesen sein wird, dass der Übergang zur genossenschaftlichen, artelmäßigen Landwirtschaft notwendig und möglich ist, nur dann werden wir das Recht haben zu sagen, dass in einem so riesigen Bauernland wie Rußland ein ernster Schritt auf dem Wege zur...

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Klein geschrieben Texte in Klammern sind Hinweise des Verfassers bzw. Herausgebers. In eckige Kla... more Klein geschrieben Texte in Klammern sind Hinweise des Verfassers bzw. Herausgebers. In eckige Klammern geschriebene und hochgestellte [Zah l en] weisen auf Anmerkungen am Ende des Buches hin Einige Sätze bzw. Wörter sind im Buch kursiv geschrieben, darauf habe ich in der Abschrift verzichtet. Ich habe die neue deutsche Rechtschreibung angewandt. INHALT ... Vorwort 1925. .. Arbeiterinnen und Bäuerinnen, gedenkt des Vermächtnisses Iljitschs und erfüllt es! ... An den Lehrerkongress ... Über die Aufgaben der Zeitschrift " Krasnaj a Molodj osh". .. Rede auf der Plenartagung des ZK und der ZKK der KPR(B), 17. Januar 1925 ... Rede auf der Plenartagung des ZK der KPR(B), 19. Januar 1925 ... An die " Rabotschaj a Gaseta" ... Brief an Genossen D-ow 18 ... Über " Dymowka". Rede in der Sitzung des Orgbüros des ZK der KPR(B), 26. Januar 1925 21. .. Zur Frage des Proletariats und der Bauernschaft. Rede auf der XIII. Gouvernementskonferenz der Moskauer Organisation der KPR(B), 27. Januar 1925 ... Über die Perspektiven der KPD und über die Bolschewisierung. Unterredung mit dem Mitglied der KPD Herzog 29 ... Brief an Genossen Me-rt ... Zum Internationalen Frauentag 33 ... Das ZK der KPR(B) an das Zentralexekutivkomitee der Kuomintang. .. Zur internationalen Lage und zu den Aufgaben der kommunistischen Parteien 37 ... Über die tschechoslowakische Kommunistische Partei. Rede in der tschechoslowakischen Kommission des EKKI, 27. März 1925 42 ... Zur nationalen Frage in Jugoslawien. Rede in der jugoslawischen Kommission des EKKI, 30. März 1925 46. .. Über das Aktiv des Kommunistischen Jugendverbands auf dem Lande. Rede in der Sitzung des Orgbüros des ZK der KPR(B), 6. April 1925 50. .. An die erste Unionskonferenz der proletarischen Studentenschaft. Ein Schreiben 52 ... Zu den Ergebnissen der Arbeiten der XIV. Konferenz der KPR(B). Referat vor dem Aktiv der Moskauer Organisation der KPR(B), 9. Mai 1925 ... I. DieinternationaleLage ... II. Die nächsten Aufgaben der kommunistischen Parteien der kapitalistischen Länder ... III. Die nächsten Aufgaben der kommunistischen Elemente der kolonialen und abhängigen Länder Über das Schicksal des Sozialismus in der Sowjetunion Die Politik der Partei auf dem Lande Über die Metallindustrie 61 ... IV. 67 ... V. 70 ... VI. ... Über die politischen Aufgaben der Universität der Völker des Ostens. Rede in einer Versammlung der Studenten der Kommunistischen Universität der Werktätigen des Ostens, 18. Mai 1925 74 ... I. Die Aufgaben der Kommunistischen Universität der Werktätigen des Ostens hinsichtlich der Sowjetrepubliken des Ostens 78 ... II. Die Aufgaben der Kommunistischen Universität der Werktätigen des Ostens hinsichtlich der kolonialen und abhängigen Länder des Ostens 83 ... An alle Mitglieder der Redaktion der " KomsomolskajaPrawda" 85 ...

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unsere Aufgaben 91 ... Zu dem bevorstehenden allgemeinen Streik 94 ... Aus der Partei 94 ... Reso... more unsere Aufgaben 91 ... Zu dem bevorstehenden allgemeinen Streik 94 ... Aus der Partei 94 ... Resolution des Bakuer Komitee über die Meinungsverschiedenheiten in der erweiterten Redaktion des "Proletari""Zunächst mag die ganze Gesellschaft, mögen alle Bürger... eine konstitutionelle Macht aufrichten. Ist diese Macht einmal eine Volksmacht geworden, so kann das Volk entsprechend seiner Gruppierung nach Klassen und Interessen ... zur Entscheidung aller Fragen schreiten. Dann ist der Kampf der Klassen und der Gruppen nicht nur angebracht, sondern auch notwendig... Jetzt dagegen, im gegebenen Augenblick, ist er mörderisch und verbrecherisch..." Deshalb müssten sich die verschiedenen Klassen und Gruppen "eine Zeitlang von allen ihren ,allerbesten Programmen' trennen und sich zu einer einzigen konstitutionellen Partei verschmelzen ..." "Mein Vorschlag zielt auf eine gemeinsame Plattform ab, als deren Basis die Herstellung eines elementaren Fundaments für eine mit Machtvollkommenheit ausgestattete Gesellschaft dient, die allein die entsprechende Duma liefern kann ..." "Der Inhalt dieser Plattform... ist ein vor der Volksvertretung verantwortliches Kabinett..., die Freiheit des Wortes und der Presse..." usw. (siehe "Towarischtsch" vom 17. Dezember 1906). Was die vom ganzen Volke getragene Konstituierende Versammlung und überhaupt unser Minimalprogramm anbelangt, so muss man sich nach der Meinung Wassiljews von alldem "trennen"... Dies zum vierten. Allerdings ist ein vierter Führer der Menschewiki, Martow, nicht einverstanden mit dem Menschewik Wassiljew, den er für seinen vorstehend erwähnten Artikel hochmütig abkanzelt (siehe "Otkliki"[6]). Dafür aber spricht sich Plechanow sehr lobend über Wassiljew aus, der Plechanows Meinung nach "ein unermüdlicher und beliebter sozialdemokratischer Organisator der Schweizer Arbeiter" ist-und der "der russischen Arbeitersache viele Dienste leisten wird" (siehe "Mir Boshi"[7], Juni 1906). Welchem von diesen beiden Menschewiki soll man glauben: Plechanow oder Martow? Außerdem, hat nicht Martow selbst vor kurzem geschrieben: "Die Fehde zwischen Bourgeoisie und Proletariat stärkt die Position der Selbstherrschaft und hemmt dadurch den Erfolg der Volksbefreiung"? (Siehe Elmar, "Das Volk und die Reichsduma", S. 20.) Wer wüsste nicht, dass diese unmarxistische Ansicht eben die wahre Grundlage des von Wassiljew vorgebrachten liberalen "Vorschlags" ist? Wie man sieht, sind die Menschewiki von dem "revolutionären Charakter" der liberalen Bourgeoisie so hingerissen, setzen sie so viele Hoffnungen auf ihren "revolutionären Charakter", dass sie ihr zuliebe bereit sind, das ganze sozialdemokratische Programm in Vergessenheit geraten zu lassen. Wie denkt K. Kautsky über unsere liberale Bourgeoisie, wen hält er für den wahren Verbündeten des Proletariats, was sagt er über diese Frage? "Auch dort (d. h. in der jetzigen russischen Revolution) bildet das Proletariat nicht mehr ein Anhängsel und Werkzeug der Bourgeoisie, wie das in den bürgerlichen Revolutionen der Fall war, sondern eine selbständige Klasse mit selbständigen revolutionären Zielen. Wo aber das Proletariat in dieser Weise auftritt, hört die Bourgeoisie auf, eine revolutionäre Klasse zu sein. Die russische Bourgeoisie, soweit sie überhaupt liberal ist und eine selbständige Klassenpolitik treibt, hasst wohl den Absolutismus, hasst aber noch mehr die Revolution... und soweit sie nach politischer Freiheit verlangt, so geschieht dies vor allem deswegen, weil sie darin das einzige Mittel zu finden glaubt, der Revolution ein Ende zu machen. Die "Bourgeoisie gehört also nicht zu den Triebkräften der heutigen revolutionären Bewegung Rußlands ... Eine solide Interessengemeinschaft für die ganze Zeit des revolutionären 12 Kampfes besteht aber nur zwischen dem Proletariat und der "Bauernschaft. Sie muss die Herren Kadetten, Sie haben recht-so zollte Stolypin den Kadetten seine Anerkennung (ebenda). Das Ergebnis war, dass nur die Sozialrevolutionäre, die Volkssozialisten und die meisten Trudowiki die Sozialdemokraten unterstützten. Somit teilte sich die Duma in zwei Lager: das Lager der Feinde der Volksbewegung und das Lager der Anhänger der Volksbewegung. Zu dem ersten gehören die Schwarzhunderter, die Oktobristen, Stolypin, die Kadetten u. a. Zu dem zweiten gehören die Sozialdemokraten, die Sozialrevolutionäre, die Volkssozialisten, die meisten Trudowiki u. a. Was bedeutet das anderes, als dass die Kadetten ein Bündnis mit der Regierung bereits eingegangen sind? Wie man sieht, bewährt sich die Taktik der Bolschewiki, die Misstrauen gegen die Verräter des Volkes, die Kadetten, sät und zum Kampfe gegen sie auffordert. Aber damit nicht genug. Die Sache ist die, dass sich die erwähnten, von den französischen und englischen Zeitungen verbreiteten Gerüchte restlos bestätigen. Die hauptstädtischen Zeitungen melden in den letzten Tagen aus "glaubwürdigen Quellen", dass der Kuhhandel der Kadetten mit der Regierung bereits abgeschlossen sei. Man erfährt, dass die Bedingungen dieses Kuhhandels, man denke nur, sogar in den Einzelheiten aufgeklärt sind. Allerdings leugnen die Kadetten das, aber dies sind nur Pharisäertum und nichts weiter. Man höre: "Aus glaubwürdigsten Quellen meldet ,Sewodnja'[19], dass Stolypins gestrige Dumarede den Kadetten und Oktobristen keineswegs überraschend gekommen ist. Einen ganzen Tag lang haben der Ministerpräsident, Kutler. .. und Fjodorow, der das rechte Zentrum vertrat, Vorverhandlungen darüber geführt. Das entscheidende Abkommen zwischen diesen Personen kam in der Redaktion des ,Slowo'[20] zustande, wo auch Graf Witte eintreffen wollte... In allgemeinen Zügen läuft das Abkommen auf folgendes hinaus: 1. Die Kadetten brechen offen jede Verbindung mit den Linksparteien ab und nehmen in der Duma eine streng zentrale Stellung ein. 2. Die Kadetten verzichten auf einen Teil ihres Agrarprogramms und nähern es dem Programm der Oktobristen an. 3. Die Kadetten bestehen zeitweilig nicht auf der Gleichberechtigung der Nationalitäten. 4. Die Kadetten unterstützen eine äußere Anleihe. Als Bolschewiki manchmal danebenhauen, manchmal sonderbar und allzu felsenfest sind, aber ich verstehe und rechtfertige sie durchaus: angesichts der zerfließenden, gallertartigen Masse des menschewistischen Opportunismus muss man felsenfest sein. Bei den Guesdisten[42] in Frankreich ist gleichfalls zu verzeichnen gewesen, dass sie allzu felsenfest sind, hat doch ihr Führer, Genosse Guesde, in dem bekannten Wahlplakat verkündet: "Kein Bourgeois wage es, für mich zu stimmen, denn ich werde im Parlament nur die Interessen der Proletarier gegen alle Bourgeois vertreten." Und ungeachtet dessen, ungeachtet dieser Schroffheiten, standen wir deutschen Sozialdemokraten stets an der Seite der Guesdisten in ihrem Kampfe gegen die Verräter am Marxismus, die Jaurèsisten. Das gleiche muss hinsichtlich der Bolschewiki gesagt werden, die wir deutschen Sozialdemokraten in ihrem Kampfe gegen die Opportunisten, die Menschewiki unterstützen werden... So ungefähr sprach Genossin Rosa Luxemburg. Noch interessanter ist der berühmte Brief, den der Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands an den Parteitag gerichtet und den Rosa Luxemburg verlesen hat. Interessant ist er deshalb, weil er durch den Rat an die Partei, gegen den Liberalismus zu kämpfen, und durch die Anerkennung der besonderen Rolle des russischen Proletariats als des Führers der russischen Revolution zugleich auch alle grundlegenden Leitsätze des Bolschewismus anerkennt. Es ist also offenbar geworden, dass die erprobteste und revolutionärste sozialdemokratische Partei Europas, die deutsche Sozialdemokratie, offen und klar die Bolschewiki, als die wahren Marxisten, in ihrem Kampf gegen die Verräter am Marxismus, gegen die Menschewiki unterstützt. Beachtenswert sind auch einige Stellen in der Rede des Genossen Tyszko, der der Vertreter der polnischen Delegation im Präsidium war. Beide Fraktionen versichern uns, sagte Genosse Tyszko, dass sie fest auf dem Standpunkt des Marxismus stehen. Nicht jeder wird daher ohne weiteres verstehen: Wer steht denn nun wirklich auf diesem Standpunkt, die Bolschewiki oder die Menschewiki? ... "Wir sind es, die auf dem Standpunkt des Marxismus stehen", rufen "von links" einige Menschewiki dazwischen. "Nein, Genossen", antwortete ihnen Tyszko, "ihr steht nicht, sondern liegt auf ihm: denn eure ganze Hilflosigkeit bei der Leitung des Klassenkampfes des Proletariats, die Tatsache, dass ihr die bedeutenden Worte des großen Marx zwar auswendig zu lernen, sie aber nicht anzuwenden versteht-alles das besagt: Ihr steht nicht, sondern liegt auf dem Standpunkt des Marxismus." Das war meisterhaft treffend. In der Tat, man nehme allein folgende Tatsache. Die Menschewiki sprechen häufig davon, dass es immer und überall die Aufgabe der Sozialdemokratie ist, das Proletariat zu einer selbständigen politischen Kraft zu machen. Ist das richtig? Unbedingt richtig! Das sind inhaltsschwere Worte von Marx, deren jeder Marxist stets eingedenk sein muss. Wie aber wenden die Genossen Menschewiki diese Worte an? Tragen sie dazu bei, das Proletariat aus der Masse der es umgebenden bürgerlichen Elemente tatsächlich als selbständige, unabhängige Klasse herauszuheben? Scharen sie die revolutionären Elemente um das Proletariat und bereiten sie das Proletariat auf seine Rolle als Führer der Revolution vor? Die Tatsachen zeigen, dass die Menschewiki nichts dergleichen tun. Im Gegenteil: Die Menschewiki raten dem Proletariat, möglichst oft Abkommen mit der liberalen Bourgeoisie einzugehen-und damit tragen sie nicht dazu bei, das Proletariat als selbständige Klasse herauszuheben, sondern dazu, es mit der Bourgeoisie zu vermengen; die Menschewiki raten dem Nun wohl, und was soll mit der bestehenden Sozialdemokratischen Arbeiterpartei geschehen, die nun schon mehrere Jahre den Kampf des Proletariats leitet, in ihren Reihen 150000 Mitglieder vereinigt, bereits fünf Parteitage abgehalten hat usw. usf.?...

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Der Eisenbahnerstreik und die Bankrotteure des Demokratismus ... Die russischen Bauern und die Pa... more Der Eisenbahnerstreik und die Bankrotteure des Demokratismus ... Die russischen Bauern und die Partei der Kopflosen ... Der Feldzug gegen die Arbeiter ... Das können Sie lange warten ... Kommentare ... Die Partei der " Verschwommenen" und die russischen Soldaten ... Verschwörer an der Macht ... Eine papierne Koalition " Die Ausländer und die Verschwörung Kornilows" und andere) und in der Periode der unmittelbaren Vorbereitung des bewaffneten Aufstands im September und Oktober 1917 (" Zur Demokratischen Beratung", " Zwei Linien", " Da können Sie lange warten .. " " Die Konterrevolution macht mobil-rüstet zur Abwehr!", " Sie schmieden Ketten", " Ein Examen in Frechheit" und andere). Eine Anzahl von Schriften dieses Bandes ist den Fragen des Kampfes der Partei für die Umwandlung der Sowjets aus Organen zur Mobilisierung der Massen in Organe des Aufstands, in Organe der proletarischen Macht gewidmet (die Referate auf der außerordentlichen Konferenz der Petrograder Organisation der SDAPR(B) und auf dem VI. Parteitag der bolschewistischen Partei, die Artikel " Alle Macht den Sowjets!", " Die Macht der Sowjets", " Die Streikbrecher der Revolution", " Was brauchen wir?"). Die im vorliegenden Band abgedruckten Artikel J.W. Stalins wurden zum größten Teil in dem Buch "Auf dem Wege zum Oktober" veröffentlicht, das 1925 in zwei Ausgaben erschienen ist. Zum ersten Mal wurden diese Artikel in der Zeitung " Prawda", dem Zentralorgan der bolschewistischen Partei, das auch unter den Titeln " Proletari", " Rabotschi", " Rabotschi Putj" herauskam, sowie in den bolschewistischen Zeitungen " Soldatskaja Prawda", " Proletarskoje Djelo", " Rabotschi i Soldat" und anderen abgedruckt. Marx-Engels-Lenin-Institut beim ZK der KPdSU(B) 8 1917 9 ÜBER DIE SOWJETS DER ARBEITER-UND SOLDATENDEPUTIERTEN Mit Blitzesschnelle eilt der Streitwagen der russischen Revolution voran. Überall mehren und erweitern sich die Kolonnen der revolutionären Kämpfer. Die Grundpfeiler der alten Macht wanken in den Fundamenten und stürzen zusammen. Heute wie stets marschiert Petrograd voran. Ihm folgt, mitunter stolpernd, die unermessliche Provinz. Die Kräfte der alten Macht schwinden dahin, sind aber noch nicht endgültig vernichtet. Sie haben sich nur verborgen und lauern auf eine günstige Gelegenheit, um das Haupt zu erheben und sich auf das freie Rußland zu stürzen. Schaut um euch, und ihr werdet sehen, dass die finsteren Kräfte nach wie vor ununterbrochen ihr schwarzes Werk verrichten... Die errungenen Rechte behaupten, um die alten Kräfte endgültig zu vernichten und gemeinsam mit der Provinz die russische Revolution voranzutreiben-das muss die aktuelle Aufgabe des Proletariats der Hauptstadt sein. Aber wie soll das geschehen? Was ist hierzu notwendig? Um die alte Macht zu zerschlagen, genügte ein zeitweiliges Bündnis der aufständischen Arbeiter und Soldaten. Denn es versteht sich von selbst, dass die Kraft der russischen Revolution in dem Bündnis der Arbeiter und der in den Soldatenrock gesteckten Bauern liegt. Um aber die errungenen Rechte zu bewahren und die Revolution weiter zu entfalten-dazu ist ein zeitweiliges Bündnis der Arbeiter und Soldaten allein keineswegs ausreichend. Dazu ist es notwendig, dieses Bündnis bewusst und fest, dauerhaft und stabil zu machen, stabil genug, um den provokatorischen Anschlägen der Konterrevolution die Stirn bieten zu können. Denn das Unterpfand des endgültigen Sieges der russischen Revolution, das ist allen klar, liegt in der Festigung des Bündnisses des revolutionären Arbeiters mit dem revolutionären Soldaten. Die Organe dieses Bündnisses sind eben die Sowjets der Arbeiter-und Soldatendeputierten. Je enger nun diese Sowjets zusammengefügt, je fester sie organisiert sind, desto wirksamer ist die durch sie vertretene revolutionäre Macht des revolutionären Volkes, desto realer sind die Garantien gegen die Konterrevolution. Diese Sowjets zu festigen, überall Sowjets ins Leben zu rufen, sie untereinander zu verbinden, mit dem zentralen Sowjet der Arbeiter-und Soldatendeputierten als einem Organ der revolutionären Macht des Volkes an der Spitze-in dieser Richtung müssen die revolutionären Sozialdemokraten arbeiten. Arbeiter! Schließt enger eure Reihen und schart euch um die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands! Bauern! Organisiert euch in Bauernverbänden und schart euch um das revolutionäre Proletariat, den Führer der russischen Revolution! Soldaten! Organisiert euch in euren Verbänden und sammelt euch um das russische Volk, den einzigen treuen Verbündeten der russischen revolutionären Armee! Arbeiter, Bauern, Soldaten! Schließt euch allerorten zu Sowjets der Arbeiter-und Soldatendeputierten, zu Organen des Bündnisses und der Macht der revolutionären Kräfte Rußlands zusammen! Hierin liegt das Unterpfand des vollen Sieges über die finsteren Kräfte des alten Rußlands. Hierin liegt auch das Unterpfand für die praktische Verwirklichung der grundlegenden Forderungen des russischen Volkes: Boden für die Bauern, Arbeitsschutz für die Arbeiter, die demokratische Republik für alle Bürger Rußlands! ÜBER DEN KRIEG Dieser Tage machte General Kornilow dem Sowjet der Arbeiter-und Soldatendeputierten in Petrograd Mitteilung über eine in Vorbereitung befindliche Offensive der Deutschen gegen Rußland. Rodsjanko und Gutschkow riefen aus diesem Anlass Armee und Bevölkerung auf, für einen Krieg bis zum Ende zu rüsten. Und die bürgerliche Presse schlug Alarm: " Die Freiheit ist in Gefahr, es lebe der Krieg!'' Überdies machte bei diesem Alarm auch ein Teil der revolutionären russischen Demokratie mit... Wenn man die Leute hört, die da Alarm schlagen, könnte man glauben, Rußland befinde sich in einer Lage, die an das Jahr 1792 in Frankreich erinnert, als die reaktionären Könige Mittelund Osteuropas eine Allianz gegen das republikanische Frankreich bildeten, um dort die alten Zustände wiederherzustellen. Und wenn die gegenwärtige internationale Lage Rußlands tatsächlich der Lage Frankreichs im Jahre 1792 entspräche, wenn wir eine spezielle Koalition konterrevolutionärer Könige mit dem speziellen Ziel, in Rußland die alte Macht wiederherzustellen, gegen uns hätten, so würde die Sozialdemokratie sich zweifellos, ähnlich wie die Revolutionäre des damaligen Frankreichs, wie ein Mann zur Verteidigung der Freiheit erheben. Denn es versteht sich von selbst, dass die durch Blut errungene Freiheit mit der Waffe in der Hand gegen alle konterrevolutionären Anschläge geschützt werden muss, woher diese auch kommen mögen. Aber verhält sich die Sache wirklich so? Der Krieg von 1792 war ein dynastischer Krieg gegen das republikanische Frankreich, geführt von unbeschränkten Feudalkönigen, die von der revolutionären Feuersbrunst in diesem Lande in Schrecken versetzt waren. Das Ziel des Krieges war, diese Feuersbrunst zu löschen, in Frankreich die alten Zustände wiederherzustellen und damit die erschreckten Könige gegen die revolutionäre Seuche in ihren eigenen Staaten zu sichern. Eben darum kämpften die Revolutionäre Frankreichs so opfermutig gegen die Truppen der Könige. Anders ist es mit dem gegenwärtigen Krieg. Der gegenwärtige Krieg ist ein imperialistischer Krieg. Sein Hauptziel ist der Raub (die Annexion) von fremden Territorien, hauptsächlich von Agrargebieten, durch die kapitalistisch entwickelten Staaten. Diese brauchen neue Absatzmärkte, bequeme Zugänge zu diesen Märkten, Rohstoffe, Bodenschätze, und sie bemühen sich, sie überall in Besitz zu nehmen, unabhängig von den inneren Zuständen des Landes, dessen sie sich bemächtigen. Hieraus erklärt sich auch, dass der jetzige Krieg, allgemein gesprochen, nicht zu einer unvermeidlichen Einmischung in die inneren Angelegenheiten des zu annektierenden Territoriums im Sinne der Wiederherstellung der alten Zustände in diesem Gebiet führt und nicht dazu führen kann. Und gerade darum gibt Rußlands gegenwärtige Lage keinen Anlass, Sturm zu läuten und zu proklamieren: " Die Freiheit ist in Gefahr, es lebe der Krieg!" Rußlands gegenwärtige Lage erinnert eher an das Frankreich von 1914, an das Frankreich bei Kriegsausbruch, als der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich unvermeidlich wurde. Wie jetzt in der bürgerlichen Presse Rußlands, so wurde auch damals im bürgerlichen Lager Frankreichs Alarm geschlagen: " Die Republik ist In Gefahr, schlagt die Deutschen!" Und wie dieser Alarm damals in Frankreich auch viele Sozialisten erfasste (Guesde, Sembat und andere), so sind auch heute in Rußland nicht wenige Sozialisten in die Fußstapfen der bürgerlichen Herolde der "revolutionären Vaterlandsverteidigung" getreten. Der weitere Gang der Ereignisse in Frankreich hat gezeigt, dass dies ein falscher Alarm war und dass mit dem Geschrei über Freiheit und Republik die wirklichen Gelüste der französischen Imperialisten, die nach der Annexion Elsass-Lothringens und Westfalens strebten, verdeckt werden sollten. 10 Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass der Gang der Ereignisse in Rußland die ganze Verlogenheit des maßlosen Geschreis " Die Freiheit ist in Gefahr" zeigen wird: Der " patriotische" Rauch wird sich verziehen, und die Menschen werden den wahren Drang der russischen Imperialisten nach den ... Meerengen, nach Persien ... mit eigenen Augen erkennen. Das Verhalten Guesdes, Sembats und anderer fand in den bestimmt ausgedrückten Resolutionen der sozialistischen Kongresse von Zimmerwald und Kiental [1] (1915 und 1916) gegen den Krieg seine gebührende und autoritative Einschätzung. Die anschließenden Ereignisse haben bestätigt, wie richtig und fruchtbringend die Leitsätze von Zimmerwald und Kiental waren. Es wäre traurig, wenn die revolutionäre russische Demokratie, die es fertig gebracht hat, das verhalte Zarenregime zu stürzen, vor dem falschen Alarm der imperialistischen Bourgeoisie klein beigäbe und die Fehler Guesdes und Sembats wiederholte... Welches muss nun unsere Stellung als Partei zum jetzigen Krieg sein? Welches sind die praktischen Wege, die zur raschesten Einstellung des Krieges führen können? Vor allem...

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Eine voll entfaltete, vollständige Demokratie wird es offenbar nicht geben. Offenbar wird sich di... more Eine voll entfaltete, vollständige Demokratie wird es offenbar nicht geben. Offenbar wird sich diese Demokratie in den vom X., XI. und XII. Parteitag umrissenen Grenzen halten. Worin diese Grenzen bestehen, wissen Sie sehr gut, und ich will es hier nicht wiederholen. Ich will mich auch nicht darüber verbreiten, dass die wichtigste Garantie dafür, dass unserer Partei die innerparteiliche Demokratie in Fleisch und Blut übergeht, in der Stärkung der Aktivität und der Bewusstheit der Parteimassen besteht. Auch hierüber wird in unserer Resolution ausführlich genug gesprochen. Ich komme nun zu der Frage, wie bei uns einige Genossen und einige Organisationen aus der Frage der Demokratie einen Fetisch machen, indem sie diese als etwas Absolutes, außerhalb von Zeit und Raum, betrachten. Ich will damit sagen, dass die Demokratie nicht etwas für alle Zeiten und Bedingungen Gegebenes ist, denn es gibt Augenblicke, in denen es unmöglich und sinnlos ist, sie zu verwirklichen. Soll sie, diese innerparteiliche Demokratie, möglich werden, so sind zwei Bedingungen oder zwei Gruppen von Bedingungen, inneren und äußeren Charakters, notwendig, ohne die es müßig ist, von Demokratie zu reden. Notwendig ist erstens, dass sich die Industrie entwickelt, dass sich die materielle Lage der Arbeiterklasse nicht verschlechtert, dass die Arbeiterklasse zahlenmäßig wächst, dass sich das Kulturniveau der Arbeiterklasse hebt und dass die Arbeiterklasse auch qualitativ wächst. Notwendig ist, dass die Partei als Vorhut der Arbeiterklasse gleichfalls wächst, vor allem qualitativ und vor allem durch die Aufnahme proletarischer Elemente des Landes. Diese Bedingungen inneren Charakters sind absolut notwendig, damit es möglich wird, die Frage der tatsächlichen und nicht papiernen Verwirklichung der innerparteilichen Demokratie aufzuwerfen. Aber diese Bedingungen allein reichen nicht aus. Ich sagte schon, dass es noch eine zweite Gruppe von Bedingungen gibt, Bedingungen äußeren Charakters, ohne deren Vorhandensein eine Demokratie innerhalb der Partei unmöglich ist. Ich meine bestimmte internationale Bedingungen, Bedingungen, die den Frieden, die friedliche Entwicklung, ohne die die Demokratie in der Partei undenkbar ist, mehr oder weniger gewährleisten. Mit anderen Worten, wenn man uns überfällt und wir das Land mit der Waffe in der Hand werden verteidigen müssen, dann kann von Demokratie gar keine Rede sein, denn wir werden sie dann einschränken müssen. Die Partei mobilisiert dann ihre Reihen, wir militarisieren sie wahrscheinlich, und die Frage der innerparteilichen Demokratie wird von selbst entfallen. Daher glaube ich, dass die Demokratie in Abhängigkeit von den jeweiligen Bedingungen betrachtet werden muss, dass es in Fragen der innerparteilichen Demokratie keinen Fetischismus geben darf, denn die Verwirklichung der innerparteilichen Demokratie hängt, wie Sie sehen, von den konkreten Bedingungen der Zeit und des Ortes in jedem gegebenen Augenblick ab. Damit es keine unangebrachten Übertreibungen und unbegründeten Beschuldigungen mehr gebe, muss ich ferner an die Hindernisse erinnern, die der Partei bei der Verwirklichung der Demokratie im Wege stehen-Hindernisse, die die Verwirklichung der Demokratie selbst dann erschweren, wenn die beiden oben umrissenen günstigen Hauptbedingungen, inneren und äußeren Charakters, vorhanden sind. Solche Hindernisse gibt es, Genossen, sie haben tiefgehenden Einfluss auf unsere Parteiarbeit, und ich habe nicht das Recht, sie zu verschweigen. Worin bestehen diese Hindernisse? Diese Hindernisse, Genossen, bestehen erstens darin, dass ein Teil unserer Funktionäre noch mit Überresten der alten, der Kriegsperiode, in der unsere Partei militarisiert war, behaftet ist-Überreste, die gewisse unmarxistische Anschauungen hervorbringen, die Anschauung, unsere Partei sei kein selbsttätiger Organismus mit selbständigem Leben, sowohl was die Ideen als auch was die Praxis betrifft, sondern so etwas wie ein System von Institutionen, unteren, mittleren und höheren. Diese absolut unmarxistische Anschauung hat zwar noch nirgends ihre vollendete Form erhalten, sie ist nirgends voll ausgesprochen worden, aber ein Teil unserer Funktionäre, die Parteiarbeit leisten, ist mit Elementen dieser Anschauung behaftet und wird dadurch gehindert, die innerparteiliche Demokratie konsequent zu verwirklichen. Daher ist der Kampf gegen solche Anschauungen, der Kampf gegen die Überreste der Kriegsperiode sowohl im Zentrum als auch draußen im Lande die nächste Aufgabe der Partei. Das zweite Hindernis, das der Verwirklichung der Demokratie in der Partei im Wege steht, ist der Druck, den der bürokratische Staatsapparat auf den Parteiapparat, auf unsere Parteifunktionäre ausübt. Der Druck dieses schwerfälligen Apparats auf unsere Parteifunktionäre ist nicht immer zu bemerken und springt nicht immer ins Auge, aber er hört auch nicht für eine Sekunde auf. Dieser Druck des schwerfälligen bürokratischen Staatsapparats kommt in letzter Instanz darin zum Ausdruck, dass eine ganze Reihe unserer Funktionäre sowohl im Zentrum als auch draußen im Lande des öfteren, ungewollt und völlig unbewusst, von der innerparteilichen Demokratie, von der Linie abweichen, an deren Richtigkeit sie glauben, die sie jedoch des öfteren nicht restlos zu verwirklichen vermögen. Sie können sich den nicht weniger als eine Million Angestellte umfassenden bürokratischen Staatsapparat vorstellen, bestehend aus Elementen, die der Partei größtenteils fremd sind, und unseren Parteiapparat, der nicht mehr als 20000 bis 30000 Personen umfasst, die berufen sind, den Staatsapparat der Partei unterzuordnen, die berufen sind, ihn zu sozialisieren. Was ist unser Staatsapparat wert ohne die Hilfe der Partei? Ohne die Unterstützung, die Hilfe unseres Parteiapparats ist er leider wenig wert. Und so kommt es immer wieder dazu, dass unser Parteiapparat, wenn er mit seinen Fühlern in alle Zweige der Staatsverwaltung eindringt, seine Parteiarbeit in diesen Organen häufig auf die Linie der Staatsapparate ausrichten muss. Konkret: Die Partei muss an der politischen Aufklärung der Arbeiterklasse, an der Vertiefung des Bewusstseins der Arbeiterklasse arbeiten, zugleich aber muss die Naturalsteuer eingebracht und die und die Kampagne durchgeführt werden, denn ohne die Kampagnen, ohne die Hilfe der Partei sind die Staatsapparate nicht imstande, ihre Aufgaben zu bewältigen. Und dabei geraten unsere Funktionäre zwischen zwei Feuer: die Notwendigkeit, die Tätigkeit der in alter Weise arbeitenden Staatsapparate zu korrigieren, und die Notwendigkeit, die Verbindung mit den Arbeitern zu behalten. Und hierbei verfallen sie oft selbst in Bürokratismus. Das ist das zweite Hindernis, das schwer zu überwinden ist, das man aber um jeden Preis überwinden muss, um die Verwirklichung der innerparteilichen Demokratie zu erleichtern. Schließlich gibt es noch ein drittes Hindernis, das der Verwirklichung der Demokratie im Wege steht-das niedrige Kulturniveau einer ganzen Reihe unserer Organisationen, unserer Zellen, besonders in den Randgebieten (ich sage das nicht, um sie zu kränken), das unsere Parteiorganisationen daran hindert, die innerparteiliche Demokratie restlos zu verwirklichen. Um die Demokratie verwirklichen zu können, ist, wie Sie wissen, erforderlich, dass die Zellenmitglieder und die Organisation als Ganzes ein gewisses Mindestmaß an Bildung besitzen und dass eine gewisse Mindestzahl an aktiven Funktionären vorhanden ist, die gewählt werden und verantwortliche Posten bekleiden können. Was aber, wenn diese Mindestzahl aktiver Funktionäre in der Organisation nicht vorhanden, wenn das Kulturniveau der Organisation selbst niedrig ist? Es versteht sich, dass man dann von der Demokratie abgehen und zur Ernennung der Funktionäre u. a. schreiten muss. Das sind die Hindernisse, die vor uns standen, die noch vor uns stehen werden und die wir überwinden müssen, um die innerparteiliche Demokratie ehrlich und restlos verwirklichen zu können. Ich habe Sie an diese Hindernisse, die vor uns stehen, und an die äußeren und inneren Bedingungen, ohne die die Demokratie zu einer leeren demagogischen Phrase wird, deshalb erinnert, weil einige Genossen aus der Frage der Demokratie einen Fetisch, etwas Absolutes machen, in der Meinung, Demokratie sei immer und unter allen Bedingungen möglich, ihre Verwirklichung werde allein durch den " bösen" Willen der " Apparatleute" gestört. Und gegen diese idealistische Ansicht, eine Ansicht, die nicht die unsere ist, die nicht marxistisch, nicht leninistisch ist, wende ich mich, wenn ich Sie, Genossen, an die Bedingungen, ohne die 12 die Demokratie nicht verwirklicht werden kann, und an die Hindernisse, die gegenwärtig vor uns stehen, erinnere. Hiermit könnte ich mein Referat beenden, Genossen, aber ich glaube, dass wir verpflichtet sind, die Bilanz der Diskussion zu ziehen und aus dieser Bilanz einige Schlussfolgerungen abzuleiten, die von erheblicher Bedeutung für uns sein können. Ich könnte unseren ganzen Diskussionskampf, unseren Kampf in der Frage der Demokratie, in drei Perioden unterteilen. Die erste Periode war die Zeit, als die Opposition das ZK angriff und es beschuldigte, dass während der letzten zwei Jahre, während der Periode der NÖP überhaupt, die gesamte Linie des ZK falsch gewesen wäre. Es war die Periode vor Veröffentlichung der Resolution des Politbüros und des Präsidiums der ZKK. Ich will hier nicht auf die Frage eingehen, wer dabei recht und wer unrecht hatte. Die Angriffe waren heftig und, wie Sie wissen, nicht immer begründet. Eins aber ist klar, dass diese Periode sich als Periode der größten Angriffe der Opposition gegen das ZK charakterisieren lässt. Die zweite Periode begann in dem Augenblick, als die Resolution des Politbüros und der ZKK veröffentlicht wurde, als sich die Opposition vor die Notwendigkeit gestellt sah, der Resolution des ZK irgend etwas in sich Geschlossenes, Konkretes gegenüberzustellen, und als die Opposition weder etwas in sich Geschlossenes noch...

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" verhängnisvoller Fehler" sei. Ich muss jedoch auf das kategorischste erklären, dass wir keine D... more " verhängnisvoller Fehler" sei. Ich muss jedoch auf das kategorischste erklären, dass wir keine Demokraten wären (ich spreche schon gar nicht vom Sozialismus!), wenn wir den Völkern Rußlands nicht das Recht auf freie Selbstbestimmung zuerkennen würden. Ich erkläre, dass wir Verräter am Sozialismus wären, wenn wir nicht alle Maßnahmen ergreifen würden, um das brüderliche Vertrauen zwischen den Arbeitern Finnlands und Rußlands wiederherzustellen. Aber jeder weiß, dass die Wiederherstellung dieses Vertrauens ohne die entschiedene Anerkennung des Rechts des finnischen Volkes auf freie Selbstbestimmung undenkbar ist. Wichtig ist hierbei, dass die Anerkennung dieses Rechts nicht nur in Worten, und sei es auch offiziell, erfolgt. Wichtig ist, dass diese Anerkennung in Worten vom Rat der Volkskommissare durch die Tat bekräftigt, dass sie ohne Schwanken verwirklicht wird. Denn die Zeit der Worte ist vorbei. Denn die Zeit ist gekommen, wo die alte Losung " Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" in die Tat umgesetzt werden muss. Volle Freiheit für das finnische Volk wie auch für die anderen Völker Rußlands, ihr Leben selbst zu gestalten! Ein freiwilliges und ehrliches Bündnis des finnischen Volkes mit dem russischen Volk! Keine Bevormundung, keine Beaufsichtigung des finnischen Volkes von oben! Das sind die Grundsätze der Politik des Rates der Volkskommissare. Nur durch eine solche Politik kann das gegenseitige Vertrauen der Völker Rußlands hergestellt werden. Nur auf der Grundlage eines solchen Vertrauens kann der Zusammenschluss der Völker Rußlands zu einer Armee durchgeführt werden. Nur durch einen solchen Zusammenschluss können die Errungenschaften der Oktoberrevolution gesichert, kann die Sache der internationalen sozialistischen Revolution vorangetrieben werden. Das ist es, warum wir jedesmal lächeln, wenn im Zusammenhang mit der Verwirklichung der Idee des Rechts der Nationen auf Selbstbestimmung vom unvermeidlichen Zerfall Rußlands geredet wird. Das sind die Schwierigkeiten, mit denen uns die Feinde Angst machen wollten und auch weiterhin Angst machen wollen, die wir aber in dem Maße überwinden werden, wie die Revolution anwachsen wird. Genossen! Uns ist bekannt geworden, dass Ihr Land ungefähr dieselbe Machtkrise durchmacht, wie sie Rußland am Vorabend der Oktoberrevolution durchgemacht hat. Uns ist bekannt geworden, dass man Ihnen ebenfalls mit dem Hunger, der Sabotage und anderem mehr droht. Erlauben Sie mir, Ihnen an Hand der Erfahrungen, die uns die Praxis der revolutionären Bewegung in Rußland geliefert hat, zu erklären, dass diese Gefahren, selbst wenn sie real sein sollten, durchaus nicht unüberwindlich sind. Diese Gefahren kann man überwinden, wenn man entschlossen und ohne Schwanken handelt. In der Atmosphäre des Krieges und der Zerrüttung, in der Atmosphäre der auflodernden revolutionären Bewegung im Westen und der zunehmenden Siege der Arbeiterrevolution in Rußland gibt es keine Gefahren und Schwierigkeiten, die Ihrem Ansturm standhalten könnten. In einer solchen Atmosphäre kann sich nur eine Macht behaupten und siegen, die sozialistische Macht. In einer solchen Atmosphäre taugt nur eine einzige Taktik, die Taktik Dantons: Kühnheit, Kühnheit und abermals Kühnheit! 12 12 Und wenn Sie unsere Hilfe brauchen-wir werden sie Ihnen zuteil werden lassen und Ihnen brüderlich die Hand reichen. Dessen können Sie gewiss sein.

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Die ungarische Revolution von 1956 Der Verrat von Ungarn durch NATO/USA und Radio Free Europe Vo... more Die ungarische Revolution von 1956
Der Verrat von Ungarn durch NATO/USA und Radio Free Europe
Vor und während des Aufstandes wurde den Aufständischen über Radio Free Europe militärische Unterstützung durch den Westen versprochen, was dieser aber nach US-amerikanischen Regierungsdokumenten zu keinem Zeitpunkt beabsichtigte. Trotzdem spornte dies die Aufständischen zu weiterem Widerstand an. Die gleichzeitig stattfindende Suezkrise und die damit einhergehende Verstimmungen zwischen Frankreich/Großbritannien und den USA verhinderten zusätzlich eine einheitliche Reaktion der Westmächte.

Der Westen unterstützte die Aufständischen verbal, die NATO hielt sich jedoch von einer militärischen Konfrontation mit dem Ostblock zurück. Nach der Niederschlagung des Freiheitskampfes wurden hunderte Aufständische – unter ihnen Imre Nagy und Pál Maléter – durch die kommunistischen Machthaber hingerichtet, zehntausende wurden eingekerkert oder interniert. Hunderttausende Ungarn flüchteten in den Westen da es nichts anderes gab.

Research paper thumbnail of Die NS Erben.txt Die NS Erben: Gewaltherrschaft in deutschen Heimen in der Nachkriegszeit Immer wieder mischen sich Sex und Gewalt
Sie wurden als Assoziale, Zöglinge und Untermenschen benannt, weggesperrt von der Realität und mi... more Sie wurden als Assoziale, Zöglinge und Untermenschen benannt, weggesperrt von der Realität und mit menschunwürdigen Methoden jahrelang gepeinigt.… Kinderheim des Grauens: " Wir wurden alle vergewaltigt und verkauft. " Nach nahezu 40 Jahren sprechen zwei Schwestern erstmals über ihre Zeit in einem Kinderheim der Stadt Wien. Ein jahrelanges Martyrium, das sie nicht vergessen können. Erniedrigung, Prügel und Missbrauch gehörten in vielen Kinderheimen der jungen Bundesrepublik zum Alltag. Langsam kommt die Aufarbeitung des Unrechts voran und zeigt: Vor allem in den 50er-und 60er-Jahren litten Hunderttausende unter dem repressiven Regime – Betroffene berichten von ihren Qualen. "Ich habe es gekriegt im Namen von Gottvater, Sohn und Heiligem Geist", sagt Gudrun Ickenroth. Es klingt bitter, was die kleine, gedrungene Frau mit den aschblonden Haaren sagt. Sie kann oft nicht weitersprechen, ihre Stimme bricht weg, denn bitter sind ihre Erinnerungen: "Kinder, die ins Bett nässten, wurden zusammengeschlagen und so nass, wie sie waren, auf einen kalten Flur gestellt, und da mussten sie die ganze Nacht stehen bleiben", berichtet sie. Bei wem es nichts half, der wurde in den Schweinestall eingeschlossen, die ganze Nacht lang. Das Essen sei dasselbe gewesen wie der Schweinefraß, und als es der kleinen Gudrun einmal wieder hochkam,

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Wenn heute an die Übergabe des Berichts: "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" im Französisc... more Wenn heute an die Übergabe des Berichts: "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" im Französischen Dom in Berlin erinnert wird, dann denken viele spontan an Hartz IV, das neue Grundsicherungssystem, in das Millionen Menschen mit Partnern und Kindern ohne Rücksicht auf Qualifikation und Berufserfahrung hineingepresst werden und das Hunderttausende in unterwertige Arbeitsplätze gezwungen hat, ohne ihnen sozialen Schutz zu bieten. In der Tat hat die Kommission einige Dämme zur Regulierung am deutschen Arbeitsmarkt eingerissen und eine Sozialbehörde zum datenfressenden Controlling-und IT-Monster pervertiert" 1 und sie hat mit Modul 6: "Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zusammenführen" und Modul 3 mit dem etwas zynischen Titel : Neue Zumutbarkeit und Freiwilligkeit" die Stichworte für Hartz IV gegeben, aber eben nur die Stichworte. Auch hat sie diese mit teilweise anderen Vorstellungen über die Umsetzung verbunden, was letztlich die Öffentlichkeit besonders raffiniert getäuscht hat in Bezug darauf, was mit Hartz IV und nicht zu vergessen auch mit der deutlichen Verschlechterung der Arbeitslosenversicherung in Hartz III auf sie zukommen sollte.

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Habermas 2007 an der Hochschule für Philosophie München Jürgen Habermas (* 18. Juni 1929 in Düsse... more Habermas 2007 an der Hochschule für Philosophie München Jürgen Habermas (* 18. Juni 1929 in Düsseldorf) ist einer der weltweit meistrezipierten Philosophen und Soziologen der Gegenwart. In der philosophischen Fachwelt wurde er bekannt durch Arbeiten zur Sozialphilosophie mit diskurs-, handlungs-und rationalitätstheoretischen Beiträgen, mit denen er die Kritische Theorie auf einer neuen Basis weiterführte. Für Habermas bilden kommunikative Interaktionen, in denen rationale Geltungsgründe erhoben und anerkannt werden, die Grundlage der Gesellschaft. Überblick Habermas ist der bekannteste Vertreter der nachfolgenden Generation der Kritischen Theorie. Vom hegelianisch-marxistischen Ursprung der Frankfurter Schule hat er sich durch die Rezeption und Integration eines breiten Spektrums neuerer Theorien gelöst. Nicht zuletzt durch regelmäßige Lehrtätigkeiten an ausländischen Universitäten, vor allem in den USA, sowie aufgrund von Übersetzungen seiner wichtigsten Arbeiten werden seine Theorien weltweit diskutiert. Wegen der Vielfalt seiner philosophischen und sozialwissenschaftlichen Aktivitäten gilt Habermas als ein produktiver und engagierter Intellektueller. [1] Er verband den historischen Materialismus von Marx mit dem amerikanischen Pragmatismus, der Entwicklungstheorie von Piaget und Kohlberg und der Psychoanalyse von Freud. Zudem beeinflusste er maßgeblich die deutschen Sozialwissenschaften, die Moral-und Sozialphilosophie. Meilensteine waren vor allem seine Theorie des kommunikativen Handelns und, wiederholt inspiriert durch die diskurstheoretische Auseinandersetzung mit Karl-Otto Apel, seine Diskurstheorie der Moral und des Rechts. Als übergeordnetes Motiv seines multidisziplinären Werks gilt ihm "die Versöhnung der mit sich selber zerfallenden Moderne". [2] Dazu verfolgt er die Strategie, anders als Apel generell auf Letztbegründungen zu verzichten und "die universalistischen Fragestellungen der Transzendentalphilosophie, bei gleichzeitiger Detranszendentalisierung des Vorgehens und der Beweisziele, aufzunehmen". [3] Habermas war an allen großen theoretischen Debatten der Bundesrepublik beteiligt und bezog zu gesellschaftspolitischen Kontroversen, wie Historikerstreit, Bioethik, deutsche Vereinigung, Europäische Verfassung und Irak-Krieg, mit dem Engagement eines "öffentlichen Intellektuellen" [4] betont Stellung. Leben Kindheit, Studium und Ehe Jürgen Habermas wurde in Düsseldorf geboren, wuchs aber in der nahe gelegenen Kleinstadt Gummersbach auf, wo sein Vater, Ernst Habermas, Geschäftsführer der dortigen Geschäftsstelle der Industrie-und Handelskammer zu Köln war. Das politische Klima in seinem Elternhaus beschreibt er als "geprägt durch eine bürgerliche Anpassung an eine politische Umgebung, mit der man sich nicht voll identifizierte, die man aber auch nicht ernsthaft kritisierte". [5] Habermas' Vater war Mitglied der NSDAP seit 1933. Er selbst war, wie für Jugendliche ab 10 Jahren vorgeschrieben, Mitglied der Hitlerjugend und wurde im Herbst 1944 als Fronthelfer an den Westwall geschickt. Seine Tätigkeit in der Hitlerjugend bildete im Jahr 2006 den Anlass zu einer heftigen Polemik. Joachim Fest hatte Habermas in seiner postum erschienenen Autobiographie als einen "dem Regime in allen Fasern seiner Existenz verbundenen HJ-Führer" bezeichnet. [6] Der Vorwurf, der vom Magazin Cicero veröffentlicht und von Habermas als "Denunziation" zurückgewiesen wurde, erschien schließlich nach einer Zeugenaussage von Hans-Ulrich Wehler als Jürgen Habermas Ko-Direktor des Starnberger Max-Planck-Instituts Er wechselte 1971 nach Starnberg bei München, wo er bis 1981 gemeinsam mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt leitete. Im selben Jahr fand die Debatte mit Niklas Luhmann über dessen Systemtheorie statt. 1973 wurde Habermas der Hegel-Preis der Stadt Stuttgart, 1976 der Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa verliehen. Im sogenannten "Deutschen Herbst" 1977 nahm Habermas verstärkt zu tagespolitischen Streitpunkten Stellung. So wandte er sich gegen die Ausweitung des "Radikalenerlasses" von 1972 und setzte sich mit der Theorie des Neokonservatismus und seiner Kritik an der Moderne auseinander. 1980 erhielt er den Theodor-W.-Adorno-Preis. 1981 veröffentlichte er sein Hauptwerk Theorie des kommunikativen Handelns, in dem er sich unter anderem auf