Workshops & Conferences by Janina Dieckmann

Hidden Treasures: Deposited Precious Metal as a Resource on the Island of Gotland (Sweden) during the Viking Age.

Talk at the Viking World Conference -Diversity and Change, University of Nottingham, 27 June - 2 ... more Talk at the Viking World Conference -Diversity and Change, University of Nottingham, 27 June - 2 July 2016.

Vergraben im Boden und verborgen im Altar. Ressourcennutzung als kulturelle Praxis auf der Ostseeinsel Gotland.

Talk at 21. Jahrestagung des Mittel- und Ostdeutschen Verbandes für Altertumsforschung e.V./Deuts... more Talk at 21. Jahrestagung des Mittel- und Ostdeutschen Verbandes für Altertumsforschung e.V./Deutsche Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters u. der Neuzeit e.V.,  15.06 2015 in Erfurt, Germany.

Paper forthcoming.

Verborgener Reichtum. Deponiertes Edelmetall als Ressource auf Gotland (Schweden) zur Wikingerzeit.

Poster presentation at 8th Mitteldeutscher Archäologentag 22.-24.10.2015 in Halle, Germany.

Thesis by Janina Dieckmann

Runeninschriften auf Objekten aus Südostschweden. Eine interdisziplinäre Studie zu Kontext, Funktion, Kontinuität und Schriftgebrauch.

Unpublished thesis, Master of Arts, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 2013.

Papers by Janina Dieckmann

Research paper thumbnail of Ressourcennutzung als soziale Praxis auf der Ostseeinsel Gotland
In der Mitte des 13. Jahrhunderts beschrieb Franziskanermönch Bartholomaeus Anglicus in seinem en... more In der Mitte des 13. Jahrhunderts beschrieb Franziskanermönch Bartholomaeus Anglicus in seinem enzyklopädischen Kompendium "De proprietatibus rerum" auch die Ostseeinsel Gotland. Interessiert an charakteristischen Eigenschaften und Ressourcen der Länder erläuterte er zu Gotland, dass der Name der Insel vom guten Land herrühre.1 Daraus ableitend charakterisierte er Gotland als fruchtbare Insel ("insula frugifera"), die über Weiden und Fisch verfüge ("pascuosa plurimum et piscosa").2 Vor allem aber findet der weitreichende Handel ("multiplici genere mercium maxime") mit Luxusgütern wie Pelzen oder auch Wachs Erwähnung, der die Insel, so Anglicus, in besonderem Maß auszeichne.3 Diesem Bericht ist einiges über das Ressourcenverständnis des Franziskanermönchs zu entnehmen, denn Bartholomaeus Anglicus hätte auch die ausgiebigen Sand-und vor allem Kalksteinvorkommen der Insel erwähnen können, doch er verwies auf den Handel als bestimmendes Element. Dies spiegelt eine breite Auffassung von Ressourcen wider, wie sie aus kulturwissenschaftlicher Perspektive auch vom DFG geförderten Sonderforschungsbereich 1070-RessourcenKulturen vertreten wird. Dieses Modell eines praxeologischen Ressourcenbegriffs gilt es im Folgenden auf Gotland anzuwenden.4 Zwar ist diese schwedische Ostseeinsel reich an bestimmten kulturellen Ressourcen-während es ihr wiederum an anderen natürlichen Ressourcen (Rohstoffen) mangelt-, doch bleibt die Ansprache solcher Ressourcen dabei immer kulturspezifisch und somit variabel. Während nach Ausweis historischer Schrift-und Sachquellen beispielsweise der Kalkstein im ausgehenden Mittelalter und vor allem in der frühen Neuzeit die meistgenutzte natürliche Ressource der Insel darstellte, spielte dieser Rohstoff in der Wikingerzeit noch keine hervorgehobene Rolle als Ressource und scheint hier einzig für Runen-und Bildsteine vornehmlich im religiösen Zusammenhang verwendet worden zu sein.5 Die hier aufscheinenden gesellschaftlichen Verwendungskonventionen für natürliche Rohstoffe sind kulturell bedingt und lassen sich zeitlich ausdifferenzieren. Ausgehend von diesem differenzierten Ressourcenbegriff sollen gerade die Ansprache, Nutzung und Umbewertung von Ressourcen als kulturell bedingte soziale Praxis anhand bestimmter historischer Phänomene beleuchtet werden. Im Folgenden sollen das Deponieren von Edelmetall und das Bauen von Kirchen auf Gotland mit dem Ansatz konzeptualisiert werden. Hierbei werden zunächst theoretische Grundannahmen und Terminologien erläutert, bevor im Anschluss eine Anwendung auf Edelmetalldepots und Kirchenbauten vorgenommen wird.