Jiddischi Spraach - Alemannische Wikipedia
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Dialäkt:
Züritüütsch
Jiddisch (יידיש)
Verbreitig
bsunders
USA
Israel
Belgie
Groossbritannie
, weniger na z
Argentynie
Auschtraalie
Frankrych
Kanada
Litaue
Mexiko
Moldaawie
Poole
Russland
Ukraine
Wyssrussland
und i diverse andere Länder
Sprecher
hööchschtens 1.5 Millioone (luut em
Ethnologue
), realistischer öppe 0.5 Millioone
oder au bis gäg di 670.000
Linguistischi
Klassifikation
Indogermaanisch
Germaanisch
Westgermanische Sprachen
Jiddisch
Offizieller Status
Amtssprooch
vo
Anerkennti Minderhäitespraach z
Poole
, z
Rumäänie
, z
Schweede
und i der
Ukraine
Sproochchürzel
ISO 639-1
yi
ISO 639-2
yid
ISO 639-3
yid (Makrospraach)
Einzelspraache, wo din sind:
ydd (Oschtjiddisch; Veräinigti Staate, Belgie, Groossbritannie, Israel)
yih (Weschtjiddisch; früener Tüütschland, Elsass, Schwyz, Böhme)
S hischtoorisch jiddisch Spraachgibiet: hellgrüen s Weschtjiddisch, gääl s Oschtjiddisch mit de drei Hauptdialäkt Zäntraaljiddisch («poolnischs Jiddisch»), Südoschtjiddisch («ukrainischs Jiddisch») und Nordoschtjiddisch («litauischs Jiddisch»)
Der arbejter
(hüt säit und schrybt mer
Der arbeter
),
organ fun der Pojlischer ßozjalißtischer partej
S Läsibuech
Jingele ringele
vom Leon Elbe, iluschtriert vom A.
Gudlman
Di potscht,
es Buech über d Poscht z Leningrad und en Brief, wo über d Wält räist, vom S.
Marschak, i s Jiddisch übersetzt vom Lejb Kwitko
Di jiddisch Übersetzig vom Erich Maria Remarque sym
Im Westen nichts Neues,
wo de Baschéwiß Singer gmachet hät:
Afn majrew-front kejn najeß
Es Theaaterplakaat vo
Doß grojße gewínß
vom Scholem Aléjchem
D Titelsyte vomene Lied über d «Titanic»:
Churbn Titanik oder Der naßer kejwer
(Der Undergang vo de Titanic oder S nass Graab)
E kanaadischs Plakaat us em Eerschte Wältchrieg, zum Lüüt dezue z bringe, Soldaat z wäärde
Es Propandaplakaat us de Sowjetunioon
(ratn-farband):
linggs de Wääg vo Schüeler, wo i di tradizionell jüdisch Schuel
(di alte schul)
gönd – die landed imene Lädeli, imene Bätthuus und bim Völcherhass; rächts de Wääg vo Schüeler, wo i di modärn sekuläär Schuel
(di ratn-schul)
gönd – die schaffed i Fabrike, i de Landwirtschaft und pfläged d Völcherfründschaft
Jiddisch
isch e
weschtgermaanischi
Spraach
, wo uf em
Früenöihoochtüütsch
basiert. De Woortschatz und d Gramatik vom Jiddisch stammt zum grööschte Täil us em
Tüütsch
, d Spraach isch aber au vo
slaawischen
Yflüss präägt, und s hät vil Wöörter dine, wo us em
Hebrääisch
und
Aramääisch
äinersyts und em
Poolnisch
Wyssrussisch
und
Ukrainisch
andersyts stamed – e paar chömed sogaar us em
Romaanische
Jiddisch isch d Spraach vo den
aschkenasische
Jude
und wird gwöndli mit
hebrääische Buechschtabe
gschribe. Umschrifte i di latynisch Schrift gits e paar. I däm Artikel wird äini pruucht, wo a s Tüütsch aapasset isch und au im Buech vo de Marion Aptroot und em Roland Gruschka und im Wöörterbuech vom Ronald Lötzsch voorchunt.
Jiddischi Spraach
Verbräitig; Wescht- und Oschtjiddisch
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S hischtoorisch Verbräitigsgibiet isch zum äinte s früenerig
Häilig röömisch Rych
gsy (aso öppe Tüütschland, Holand, Nordweschtfrankrych, Norditaalie, Bööme), dezue anen au Ungarn – daa hät mer überall
Weschtjiddisch
gredt. Zum anderen isch es s früenerig
Königrych Poole-Litaue
(aso öppe Poole, Litaue, Wyssrussland, Ukraine, Karpateboge), dezue ane spööter au Täil vo Rumäänie und Weschtrussland – deet hät mer
Oschtjiddisch
gredt. Im Mittelalter und i der eltere Nöizyt isch Weschtjiddisch d Literaturspraach gsy, aber im Zämehang mit der Assimilazioon im tüütsche Spraachruum hät sich s Zäntrum vom Jiddisch im Lauff vom 18.
Jarhundert i Richtig Oschte verschobe, und s Oschtjiddisch hät s Weschtjiddisch as Literaturspraach abglööst.
Wäret s Oschtjiddisch hütt na äxischtiert, isch s Weschtjiddisch im Lauff vom 19. und 20.
Jarhundert uusgstoorbe. Im Zämehang mit Uuswanderig und Flucht hät sich s Oschtjiddisch ab em spaate 19.
Jarhundert über di ganz Wält verbräitet.
Wescht- und Oschtjiddisch sind i vilem äänlich oder glych. Di beede Hauptunderschiid sind, dass s Oschtjiddisch starch vo slaawischen Yflüss präägt isch und au am eenschte den oschtmitteltüütsche Tialäkt glycht; die slaawischen Yflüss aber gits im Weschtjiddisch fascht nööd, und s säb glycht vill mee de rhyfränkischen und süüdfränkische Tialäkt. Und wil die slaawischen Yflüss ebe rächt grooss sind und all Biräich vo de Spraach aagönd (Woortschatz, Woortbildig, wie me sich uustruckt, Luutsischteem, Woortändige, Satzbou), sind d Underschiid halt glych rächt grooss. Drum und na mee wäg em Stryt, woo äigetli d Wuurzle vom Jiddisch liggid –
am
Rhy
, a de
Doonau
oder suscht nöimets?
– gits au e Diskussioon drüber, öb das würkli «di glych Spraach» sig und s es «Wescht-Oscht-Kontinuum» gäb – oder aber öb me nöd gschyder vo zwoo verschidene Spraache sett rede.
S hüttig Jiddisch
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Dur d
Shoah
, d Assimilazioon, di judefintlich Politik i de Sowjetunioon und z Poole nach em Chrieg und di jiddisch-fintlich Politik z Israel nach de Staatsgründig isch d Aazaal vo Jiddischschpraachige starch gsunke. Hütt wird si hauptsächli vo soginannt «ultraorthodoxe» Jude – zum grööschte Täil
Chassidim
– z
New York
, z
Montréal
, z
London
, z
Manchester
, z
Antwerpen
, z
Jerusalem
und z
Benei Brak
gredt. Z New York isch au s YIVO, s «Jiddisch wüsseschaftlich Inschtituut», wo i de Zwüschechriegszyt z
Berlyn
gründet und dänn z
Vilnius
aagsidlet woorden isch. Hütt isch es hauptsächli e groosses Archiv. Z Amherst, Massachusetts, isch s «Jiddisch Buechzäntrum», wo jiddischi Büecher sammlet und digitalisiert. Au z
Parys
gits en aktivs Jiddisch-Zäntrum, s «Centre Medem – Arbeter Ring».
Schriftsteller, wo uf Jiddisch gschribe händ und schrybed oder wo anderi Literatur uf Jiddisch übersetzt händ, gits en Huuffe. Der
Isaac Bashevis Singer
isch i de nöd-jiddische Wält de bikanntischt; er hät 1978 de
Nobelprys für Literatuur
überchoo. Zytigen und Zytschrifte gits au hütt na: S Nöiyorker «Forwertß», wo 1897 as Tageszytig gründet woorden isch, isch 1983 in e Wuchezytig und 2016 in es Monetsjournal umgwandlet woorde, aber alewyl na e wichtigi Zytig für s sekuläär Judetum; syt em Früelig 2019 gits es si nu na digitaal. 1951 isch z Israel d Zytschrift «Lebnß-Fragn» gründet woorde, e sozialistischi Zytig für Politik, Gsellschaftsfraagen und Kultur; 2014 isch si ygstelt woorde. Für die sog. Ultraorthodoxe gits e ganzi Räie jiddischi Zytige wie «Der Jid», «Der Blat», «Di Zajtung», «Weker», «Di charejdische Welt» und «Maaleß» – ales jungi Gründige. «Der Algemejner Shurnal» degäge, au en ortodoxi Zytig, wo 1972 als jiddischs Blatt gründet woorden isch, publiziert sit 2008 nu na uf Änglisch.
S Jiddisch im alemanische Ruum
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Im alemanische Spraachruum – im
Elsis
, im
Badische
und im aargauische
Suurbtaal
– hät me südweschtjiddischi Tialäkt gredt (lis der Artikel
Surbtalerjiddisch
). Im weschtliche Mitteleuropa isch s Jiddisch groosstäils im 19.
Jarhundert underggange, aber grad im alemanische Gibiet hät sichs na bis i s 20.
Jarhundert ghebet, au wänns sich scho doozmaal mee und mee zruggzoge hät und alewyl mee nu na en Erinnerigsspraach gsy isch. Im Elsis und im Badische isch d Spraach schliessli mit de Mäntschen i de Nazizyt resp. em
Völchermord a den europäische Jude
töödt woorde; i de Schwyz sind di letschte «richtige» Sprächer i de 1970er Jaar gstoorbe.
S hät im spaate 20.
Jarhundert na ganz wenig Lüüt ggää, wo s Weschtjiddisch echli pflägt händ, öppe de Schwyzer Michy Bollag und der Elsäässer
Claude Vigée
(äigetli: Claude Strauss). Das sind aber zum Täil nüme Mueterspraachler gsy, sunder Lüüt, wo s Jiddisch us der Erinnerig gchänt händ.
Erforscht woorden isch s Jiddisch im alemanische Ruum hauptsächli vo de
Florence Guggenheim-Grünberg
; d Familie vo irem Maa isch us em Surbtal choo. Si hät i de 1950er-, 60er- und 70er-Jaar e ganzi Räie vo Uufsätz drüber gschribe, dezue anen en Spraachatlas und es Wöörterbuech zämegstellt und au Toonuufnaame gmachet, wo uf Platten usechoo sind. Au für de
Spraachatlas vo de tüütsche Schwyz
hät mer deet Uufname gmachet; im truckte Wäärch stönd die uf vilne Chaarten im Eggen obe linggs under
AG
18J
E paar Uufsätz über s Weschtjiddisch im alemanische Ruum hät au de
Jürg Fleischer
publiziert.
S hüttig Jiddisch z
Züri
isch aber s Oschtjiddisch. Di eerscht Ywandererwäle us em zaristische Russland vor und nach 1900 hät sich zwaar gly assimiliert. Aber di sog. ultraorthodoxe Jude, wo hüt z Züri läbed und i ängem Kontakt mit Israel stönd, reded zumene guete Täil oschtjiddisch und händ au e Chnabeschuel, wo di religiööse Fächer uf Jiddisch gfüert wäärded.
Spraachmerkmaal
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Die Aagaabe, wo jetz chömed, gälted für s Oschtjiddisch. Im Weschtjiddisch isch aber mängs rächt äänlich.
Luut
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Linguistischi Merkmaal, wo s Jiddisch vom klassische Mittelhoochtüütsch unterschäided, sind im Luutlichen under anderem d
Entrundig
, wo mer au im klassische
Baseldytsch
und anderen
alemannische Tialäkt
findt:
kep
‘Chöpf’,
iber
‘über’, und d Verdumpfig vo jedem /a/ i Deenigsposizioon > /o/ (aso nöd nu vo langem /a:/):
ownt
‘Aabig/Oobe’,
bodn
‘bade’,
bord
‘Baart’. Wie im Nöihoochtüütsch sind di alte Diphthong monophthongiert und di alte Monophthong diphthongiert woorde:
ajs
‘Ys’,
hojs
‘Huus’,
lib
‘lieb’,
buch
‘Buech’. Alti Lengene (au sekundär entstandeni) sind ebefalls diphthongiert woorde:
schnej
‘Schnee’,
schejn
‘schön’ (über entrundets *
schēn,
entstanden us mhd.
schœne
),
brojt
‘Broot’.
Im Standardjiddisch und im litauische Jiddisch sind all monophthongische Vokaal – /a e i o u/ – wie i de slaawische Naachberspraache churz, im Wescht- und im poolnischen Oschtjiddisch chönd s aber au lang sy. Im poolnischen und ukrainische Jiddisch sind ali alte /u/ zu /i/, ali alte /o/ i Deenigsposizioon zu /u/ und di mäischte /e/ i Deenigsposizioon zu /ej/ woorde; für
buch, gut, kuschn
‘Buech, guet, en Chuss gää’ säit me deet aso /bix git kišn/, für
ownt, bodn, bord
‘Aabig/Oobe, bade, Baart’ /uvnt budn burd/ und für
gebn, nemen, teg
‘gää, Näme,
Taag (Pl.) oder Tääg’ /gɛjbn nɛjmən tɛjg/ – die drüü Merkmaal bruucht au s klassisch Büünejiddisch (a de Schuel leert mer aber d Uusspraach /u/, /o/, /e/).
Anderi regionaali Mèrkmaal sind weder im Standard- na im Büünejiddisch verträtte. En eerschts Byspil isch s lang /aː/, wo im poolnischen und ukrainische Jiddisch für de /aj/-Luut (us mittelhoochtüütsch
) gredt wiird, öppe
zaat
für (standardjiddisch, büünejiddisch und litauisch-jiddisch)
zajt
‘Zyt’. E zwäits Byspil isch s /aj/, wo im poolnische Jiddisch für de /ej/-Luut (aus mittelhochtüütsch
ei, ê
) gsäit wird, öppe
schajn, majnen
für (standardjiddisch, büünejiddisch, litauisch- und ukrainisch-jiddisch)
schejn, mejnen
‘schöön, mäine’. E dritts Byspil isch de /ej/-Luut, wo im litauische Jiddisch deete gredt wird, wo e mittelhoochttüütsches langs /oː/ voorlyt, öppe
brejt
für (standardjiddisch, büünejiddisch, poolnisch- und ukrainisch-jiddisch)
brojt
‘Broot’.
S hüttig würkli läbig Jiddisch, aso daas vo de sog. Ultraorthodoxe, isch zum groosse Täil e Wariante vom Zäntraaljiddisch («poolnischs» reschp. «ungaarischs Jiddisch»). E chlyneri Gruppe, wo hauptsächli z Jerusalem läbt, redt nordweschtjiddisch («litauischs Jiddisch»). S Standardjiddisch und s Büünejiddisch spiled hüt faktisch ekäi groossi Role me.
Woortschatz
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Im Woortschatz faled die vile Wöörter us em Semitischen und Slaawische uuf (der Akuut git d Bitoonig aa, wän si nöd uf der eerschte Silbe lyt);
au us em Romaanische häts e paar:
Us em Semitische (Hebrääische und Aramääische) chömed vili Wöörter us de Wortfälder Gsellschaft, Religion, Rächt, Gschäftsläbe, Abstrakts und Rhetorik, aber au anders. Byspiil sind öppe
bocher
‘Puursch’,
mechútn
und
mechuténeßte
‘Schwaager resp. Schwöögeri’,
chaßene
‘Hoochsig’,
broche
‘Säge’,
kejwer
‘Graab’,
mazéjwe
‘Grabstäi’,
jojresch
und
jarschenen
‘Eerb resp. eerbe’,
gwir
‘en Ryche’,
kabzn
‘en Aarme’,
ganew
und
ganwenen
‘Dieb resp. stäle’,

‘Buechstabe’,
melóche
‘Handwäärch’,
ßchojre
und
ßojcher
‘Waar resp. Händler’,
kojne
‘Chund’,
parnóße
‘Ykome, Ykümft’,
hazlóche
‘Erfolg’,
injen
‘Aaglägehäit’,
ojfn
‘Art und Wys’,
mojre
‘Angst’,
kaß
‘Wuet’,
ßibe
‘Grund, Uursach’,
prat
‘Einzelheit’,
chilek
‘Underschiid’,
lemóschl
‘zum Byspil’,
bifrát
‘im Bsundere’,
afíle
‘sogaar’,
ponim
‘Gsicht’,
lewóne
‘Moond’,
chojdesch
‘Monet’,
kojech
‘Chraft’,
binjen
‘Gebüü’,
dire
‘Wonig’,
jam
‘Meer’.
Us em Slaawische stamed vili Wöörter us em Alltaag, öppe
tate
‘Vatter, Bappe’,
bobe
‘Grosmüeti’,
sejde
‘Grosätti’,
ganik
‘Veranda’,
kljamke
‘Türfale’,
koldre
‘Betttecki’,
ljalke
‘Bääbi’,
ljulke
‘Pfyffe’,
papiróß
‘Zigerette’,
lopete
‘Schuufle’,
lokschn
‘Nudle’,
kasche
‘Brei’,
jagde
‘Beeri’,
plejze
‘Schultere’,
pjate
‘Färse’,
ßod
‘Obschtgaarte’,
lonke
‘Wise, Matte’,
pasche
und
paschenen
‘Weide resp. weide’,
jodle
‘Tane’,
ßoßne
‘Foor’,
osere
‘See’,
breg
‘Ufer’,
chwalje
‘Wäle’,
ßowe
‘Höiel, Üüle’,
katschke
‘Änte’,
laten
‘flicke, büeze’,
huljen
‘sich uustoobe’,
schuschken
‘flüschtere’,
chropen
‘schnarchle’,
dremlen
‘schlööffle’,
pamélech
‘langsam’,
modne
‘gspässig’,
nudne
‘langwylig’,
kalemútne
‘tuuch, nidergschlage’,
ash
‘gaar, grad’. – Au indiräkt würkt sich di slaawisch Naachberschaft uus, öppen i Woortbildige wie
onschrajbn,
was ‘fertig schrybe’ und nöd öppe «aaschrybe» mäint, i Formulierige wie
zigene milch
‘Gäissemilch’ (aso mit emen Adjektiv pildet, wöörtlich «gäissigi Milch») oder
schpiln afn fortepján
‘Klavier spile’ (wöörtlich «uf em Klavier spile») und i Phrase wie
woß machßtu
‘wie gaats’ (wöörtlich «was machsch»).
Romaanischi Wöörter im Jiddisch gits e Hampfle voll, z.
B. d Värbe
bentschn
‘sägne’ und
lejenen
‘läse’, im Weschtjiddisch au öppe
orene
‘bätte’.
Woortbüügig
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D Ändige sind zum Täil glych wie-n-im Tüütsch, zum Täil andersch. Us em Hebrääisch chömed d
Plural
ändige
-im
und
-(e)ß,
d Meerzaal vo
ganew
‘Dieb’ isch aso öppe
ganéjwim,
die vo
mazéjwe
‘Grabstäi’
mazéjweß
. D Ändig
-im
wird sälten au a tüütschstämigi Wöörter aaghänkt:
pojer
‘Puur’, Meerzaal
pojerim,
d Ändig
(-e)ß
sogaar ganz vil:
schteknß
isch byspilswys d Meerzaal vo
schtekn
‘Stäcke’. D Meerzaaländig
-e
gits im Jiddisch nööd (en uusluutends
-e
isch bi tüütschstämige Wöörter luutgsetzlich abgfalle; deet wos hütt voorchunt, häts bsunderi Gründ), defür gits d Ändig
-(e)n
bunders vil und si chunt au deet voor, wos es si im Schrifttüütsch nöd hät, öppe
jorn,
d Meerzaal vo
jor
‘Jaar’. Au d Ändig
-er
chunt bi Wöörter voor, wo si s Schrifttüütsch nöd gchänt, öppe
schtejner,
d Meerzaal vo
schtejn
‘Stäi’. Meerzaalbildig mit
Umluut
gits sogaar na mee weder im Alemanisch, und si isch au i slaawischen und e paar hebrääische Wöörter überträit woorde:
ßod
‘Obschtgaarte’, Meerzaal
ßeder
(slaaw.),
ponim
‘Gsicht’, Meerzaal
penemer
(hebr.). Verchlinereti Wöörter händ im Jiddisch e bsundere Meerzaaländig, wo i de tüütsche Mundaarte nu na wenig verbräitet isch, nämlich
-ech,
zum Byspil
schtetl
‘Doorff, Stedtli’, Plural
schtetlech
E Spezialitäät vom Jiddisch isch, das es i der
Adjektiv
flexion bi de mändlichen und de wybliche Wöörter ekäin Underschiid zwüsched de starchen und de schwache Büügig git. Es ghäisst aso
der grojßer man
‘de grooss Maa’ wie
a grojßer man
‘en groosse Maa’;
mit greßter frejd
‘mit grööschter Fröid’ wie
mit der greßter frejd
‘mit de grööschte Fröid’; im Neutrum aber:
doß klejne kind
‘s chly Chind’ gägenüber
a klejn kind
‘e chlyses Chind’. Der
Akkusativ
vom mändliche bestimten Artikel isch mit dem
Dativ
zämegfale: Der Artikel vom indiräkten Objäkt im Satz
ich gib doß buch dem frajnd
‘ich gibe s Buech em Fründ’ isch aso glych wie dää vom diräkten Objäkt im Satz
ich se dem frajnd
‘ich gsee de Fründ’. Und de
Genitiv
, wo mer aber nöd vil bruucht, wird an formale Dativ aaghänkt und gaat alewyl uf

uus:
dem manß buch, der frojß buch
‘s Maas Buech, der Frau Buech’ –
dem
isch ja äigetli de Dativ vo
der
und hät nöd en äigeni Form wie hoochtüütsch
des
oder alemanisch
Byspiltäggscht
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Der Aafang vom Buech «Di wunderleche lebnß-baschrajbung fun Schmuel Abe Aberwo. Doß buch fun Gan-Ejdn» vom Itzik Manger (usechoo 1939) töönt esoo:
Di zajt, woß ich hob farbrácht in Gan-Éjdn, is gewén di schenßte zajt fun majn lebn. Noch bam hajntikn tog tut mir a klem bam harzn un eß schteln sich mir trern in di ojgn, wen ich dermón sich in der dósiker gliklecher zajt.
Oft mol farmách ich di ojgn un leb noch a mol íber di glikleche jorn. Di dósike jorn, woß weln sich schojn mer nischt úmkern. ßajdn, as Meschiech wet kumen.
In asélche farchólemte minútn fargéß ich afíle, as men hot mir ópgeschojrn di fligl, ejder men hot mich arópgeschickt af der anderer welt. Ich zeschpréjt di hent und pruw a fli ton, un erscht démolt, wen ich fal aróp afn dil un fil a wejtik in únterschtn tejl fun majn guf, dermón ich sich, as s’is farfáln, as fligl farmógn blojs di baschéfenischn in Gan-Éjdn.
Übersetzig:
D Zyt, won i im Paradys (em Gaarten Eeden) verbraacht ha, isch di schönscht Zyt vo mym Läbe gsy. Na hüt gits mer in Stich i s Häärz und es chömed mer d Träänen i d Auge, wän i mi a die glückli Zyt bsine.
Mängsmaal schlüüss i d Augen und erläbe namaal die glückliche Jaar. Die Jaar, wo nüme zruggchömed. Es sei dänn, de Messias chöm.
I söttige vertröimte Minuute vergiss i sogaar, das s mer d Flügel abgschnitte händ, vor me mi uf di ander Wält abe gschickt hät. Ich bräite d Äärm uus und probieren uufzflüüge, und eerscht dänn, wän i uf de Boden gheien und s mer im underschte Täil vo mym Körper wee tuet, bsin i mi, das es hoffnigsloos isch, das Flügel nu d Gschöpf im Paradys händ.
Bibliografy
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I de Büecher, wo daa uufglyschtet sind, isch s Jiddisch i latynische Buechstabe gschribe. Das isch für d Spraach zwar gaar nöd tipisch, aber für die, wo sich äifach wänd es Bild vo dère Spraach mache, scho gäbig.
Gueti Übersichte:
Marion Aptroot, Roland Gruschka:
Jiddisch. Geschichte und Kultur einer Weltsprache.
C.
H.
Beck, München 2010.
Dovid Katz:
Zur Dialektologie des Jiddischen.
I: Werner Besch u.
a. (Ug.):
Dialektologie. Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung.
W. de Gruyter, Berlin 1983, Halbband 2, S.
1018–1041 (
online
).
Lea Schäfer:
Yiddish.
I:
Oxford Research Encyclopedias / Linguistics,
2023.
Oschtjiddisch:
Solomon Birnbaum:
Yiddish: a survey and a grammar.
Manchester University Press, Manchester 1979. –
Second edition, With new introductory essays by Eleazar Birnbaum, David Birnbaum, Kalman Weiser, and Jean Baumgarten.
University of Toronto Press, Scholarly Publishing Division, Toronto 2015.
Christoph Landolt
Jiddisch.
I: Janet Duke (Ug.):
EuroComGerm. Germanische Sprachen lesen lernen.
Band 2:
Seltener gelernte germanische Sprachen. Afrikaans, Färöisch, Friesisch, Jenisch, Jiddisch, Limburgisch, Luxemburgisch, Niederdeutsch, Nynorsk.
Shaker, Düren 2019, S.
127–160 und 298 (
PDF
).
W. B. Lockwood:
Lehrbuch der modernen jiddischen Sprache.
Buske, Hamburg 1995.
Ronald Lötzsch:
Jiddisches Wörterbuch.
Bibliographisches Institut, Leipzig 1990; 2., durchgesehene Auflage. Dudenverlag, Mannheim etc. 1992; 3., überarbeitete und erweiterte Aufl. (von Simon Neuberg). Dudenverlag, Berlin 2018.
Weschtjiddisch uf alemanischem Bode:
Michy Bollag, Karl Weibel:
Endinger Jiddisch, eine vergangene Sprache.
Buchdruckerei Baden, Baden 1995 (es Wöörterbuech mit Byspilsätz und e paar Täggscht).
Jürg Fleischer
Westjiddisch in der Schweiz und Südwestdeutschland. Tonaufnahmen und Texte zum Surbtaler und Hegauer Jiddisch.
Niemeyer, Tübingen 2005 (
Beihefte zum Language and Culture Atlas of Ashkenazic Jewry
4).
Jürg Fleischer:
Die Minderheit im Spiegel der Mehrheit (und umgekehrt): zur soziolinguistischen Situation des Westjiddischen im hochalemannischen Sprachgebiet.
I:
Sociolinguistica
26, 2012, S.
30–40.
Florence Guggenheim-Grünberg
Die Sprache der Schweizer Juden von Endingen und Lengnau.
Jüdische Buchgemeinde, Zürich 1950 (Beiträge zur Geschichte und Volkskunde der Juden in der Schweiz 1).
Florence Guggenheim-Grünberg:
Surbtaler Jiddisch: Endingen und Lengnau. Anhang: Jiddische Sprachproben aus Elsaß und Baden.
Huber, Frauenfeld 1966 (Schweizer Dialekte in Ton und Text 1, Deutsche Schweiz 4).
Florence Guggenheim-Grünberg:
Jiddisch auf alemannischem Sprachgebiet. 56 Karten zur Sprach- und Sachgeographie.
Juris, Zürich 1973.
Florence Guggenheim-Grünberg:
Wörterbuch zu Surbtaler Jiddisch Die Ausdrücke hebräisch-aramäischen und romanischen Ursprungs. Einige bemerkenswerte Ausdrücke deutschen Ursprungs. Anhang: Häufigkeit und Arten der Wörter hebräisch-aramäischen Ursprungs.
Juris, Zürich 1976.
Christoph Landolt:
Jiddisch.
In: Elvira Glaser, Johannes Kabatek, Barbara Sonnenhauser (Ug.):
Sprachenräume der Schweiz.
Band 1:
Sprachen.
Narr Francke Attempto, Tübingen 2024,
ISBN 978-3-381-10401-7
doi:10.24053/9783381104024
), S.
267–295.
Anika Reichwald:
Verstummte Sprache? Ein Streifzug durch die Geschichte des ‹Surbtaler Jiddisch›.
In:
Revue transatlantique d’études suisses
8–9, 2018/19, S.
114–130 (
online
).
Astrid Starck
(Ug.):
Westjiddisch. Le Yiddish Occidental
(=
Reihe Sprachlandschaft.
Band 11). Sauerländer, Aarau/Frankfurt/Salzburg 1994; mit äim Uufsatz zum Surbtaalerjiddisch, zwee Uufsätz zum Elsäässerjiddisch und ere Bibliografy zum Elsäässerjiddisch.
Zytschrift:
Les Cahiers du CREDYIO
– בלעטער פאר מעריב-יידיש. Useggää vom Centre de recherche, d’études et de documentation du Yidich occidental vo der Universitäät vo Mülhuuse. Heft 1–?. Mulhouse 1995–?.
Weblink
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D Wikipedia uff Jiddisch
S Wiktionary uff Jiddisch
— e freis Wörterbüech
Wikisource uff Jiddisch
— Quälletekscht
YIVO – Institute for Jewish Research
Yiddish Book Center
Centre Medem – Arbeter Ring
Forverts – Yiddish Forward
Em Isaac Bashevis Singer sy Reed uf Jiddisch am Vooraabig vor de Nobelprys-Verleiig
(imene poolnische «Vercheers-Jiddisch»), dezue
d Transkripzioon (im YIVO-Standard), di gschribe jiddisch Originalversion und d Übersetzig uf Änglisch
Hörproben aus der deutschen Schweiz und den angrenzenden alemannischen Mundartgebieten
mit je äineren Uufnaam vom Elsäässer und vom Surbtaaler Jiddisch
Di Velt fun Yidish: Audio Stories
Google Group «Jidischland»
Fuessnoote
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Lea Schäfer:
Yiddish.
I:
Oxford Research Encyclopedias / Linguistics,
2023.
Eliyahu Benedict:
Yiddish among Former Haredim.
I:
Journal of Jewish Languages
10 (2022), S.
224–266, daa uf de Syte 226.
ch
staat daa für de Luut [x],
für de Luut [j] (i de Verbindung
lj, nj
lyt äigetli e palataals /l/ resp. /n/ vor),
für de stimmhaft s-Luut [z],
für de stimmloos [s]-Luut,
sch
für de stimmloos [ʃ]-Luut,
sh
für de stimmhaft [ʒ]-Luut,
tsch
für de [tʃ]-Luut,
für de [v]-Luut,
für de [ts]-Luut,
aj
für de Diphthong [ai],
ej
für de Diphthong [ɛi] und
oj
für de Diphthong [ɔi]. I der internazionaalen Umschrift, wo s YIVO z Nöijork uusgschaffet händ, wäärded die Luut ase gschribe:
kh, y, z, s, sh, zh, tsh, v, ts, ay, ey, oy.
I mängem spraachwüsseschaftliche Täggscht wird e Transliterazioon pruucht, die Luut wäärded dänn edääwääg gschribe:
x, j, z, s, š, ž, č, v, c, aj, ej, oj.
Dov-Ber Kerler:
The Origins of Modern Literary Yiddish.
Clarendon Press, Oxford 1999.
Gnöiers zur Spraachsituazioon und -uufgaab gits z läse bim Jürg Fleischer:
Westjiddisch in der Schweiz und Südwestdeutschland. Tonaufnahmen und Texte zum Surbtaler und Hegauer Jiddisch.
Niemeyer, Tübingen 2005 (Beihefte zum Language and Culture Atlas of Ashkenazic Jewry 4), S.
16–40.
D Uufnaame ligged im
Schwyzerischen Idiotikon
; und es bitzeli drüber gschribe hät der
Uriel Weinreich
(s Manuskript isch eerscht vil spööter truckt woorde):
Zur Aufnahme AG 18J des Sprachatlas der deutschen Schweiz.
I:
Les Cahiers du CREDYIO
5, 2009, S.
53–65.
Aber nöd im Verb
nemen
‘nää’, das spricht mer überall as /nɛmən/ uus; s Glych gilt für
jener
‘jener’ /jɛnər/.
D Byspil une sind us de Publikazioon vom Christoph Landolt:
Jiddisch.
I: Janet Duke (Ug.):
EuroComGerm. Germanische Sprachen lesen lernen.
Band 2:
Seltener gelernte germanische Sprachen. Afrikaans, Färöisch, Friesisch, Jenisch, Jiddisch, Limburgisch, Luxemburgisch, Niederdeutsch, Nynorsk.
Shaker, Düren 2019, S.
127–160, daa uf de Syte 154–159.
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4028614-9
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