Judentum – Reiseführer auf Wikivoyage
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Betende an der Klagemauer
Kotel
Judentum als Weltreligion
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Es gibt auf der Erde rund über 14,0 Millionen Juden, das sind rund 0,2% der Weltbevölkerung, und nur in
Israel
stellen die Juden die Mehrheit in der Bevölkerung. Dennoch gibt es gute Gründe, das Judentum als Weltreligion zu zählen. Zum einen ist es die erste monotheistische Religion der Welt, zum zweiten haben das Christentum und der Islam Wurzeln im Judentum, ferner ist es die erste Religion, deren Angehörige schon vor fast 2000 Jahren auf der ganzen Welt verstreut lebten.
Aus der Geschichte
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Das Judentum ist begründet auf den Urvater Abraham, der aus Ur in Chaldäa stammte und in dem ihm verheißenen Land Kanaan starb. Er ist begraben in
Hebron
zusammen mit seinem Sohn Isaak und dessen Sohn Jakob, der den Namen Israel erhielt und auf dessen 12 Söhne die 12 Stämme Israels zurückgehen. Der Prophet Moses führte die Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei. Am Berg Sinai erhielt er die Tafeln mit den zehn Geboten. Moses selbst wurde begraben auf dem
Berg Nebo
in Sichtweite des gelobten Landes Kanaan.
Um das Jahr 1000 v.Chr. einigte König David das Nord- und das Südreich, er erwählte
Jerusalem
zu seiner Hauptstadt. Sein Sohn Salomon ließ dann in Jerusalem den ersten Tempel erbauen. Dieser wird 586 v. Chr. von Nebukadnezar zerstört, die Juden geraten in babylonische Gefangenschaft. Nach der Rückkehr entsteht 516 der zweite Tempel. Dann gerät Judäa unter hellenistischen Einfluss, schließlich wird es römische Provinz. Unter Herodes dem Großen wird der Tempel grundlegend renoviert. Nur wenige Jahrzehnte später wird im Jahr 70 n.Chr. ganz Jerusalem und der Tempel von den Römern zerstört, die Stadt darf von Juden nicht mehr betreten werden, es beginnt die Diaspora. Nach dem zweiten Aufstand um 135 n. Chr. wird das jüdische Volk praktisch in alle Winde zerstreut, es bilden sich jüdische Gemeinden im gesamten römischen Reich und den angrenzenden Gebieten.
Im 19. Jahrhundert entstand der
Zionismus
als Reaktion auf Antisemitismus in Osteuropa. Ziel war es, einen jüdischen Staat zu errichten, damit die Diaspora zu überwinden und allen Juden eine sichere Heimstätte zu geben. In der Folge gab es bereits vor dem Ersten Weltkrieg Einwanderungswellen, genannt
Alija
. Die Neuankömmlinge schufen ihre eigenen Siedlungsformen wie Kibbuzim und Moshavim. Die Rückkehr ins Gelobte Land war teils religiös motiviert, zum großen Teil jedoch Folge von Unterdrückung, Ausgrenzung und Pogromen in der alten Heimat. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Staat Israel gegründet, heute leben in diesem Land über 6 Millionen Menschen, davon sind knapp 80% Juden. Die zur Zeit am stärksten auffallende Gruppe sind die knapp 1 Million Juden aus der ehemaligen Sowjetunion, sie leben oft in eigenen Bezirken und pflegen ihre Muttersprache. Eine weitere auffallende Gruppe sind die rund 25.000 Juden aus Äthiopien, die vor allem durch die
Operation Moses
ins Land gebracht wurden.
Dennoch lebt der größte Teil der Juden nicht in Israel. Die zahlenmäßig größte Gruppe stellt die USA mit rund 5,7 Millionen, gefolgt von Israel mit rund 5,3 Millionen, Frankreich mit 520.000. In Großbritannien sind es 275.000, in Russland 265.000, in Argentinien 195.000, in Deutschland und der Ukraine je rund 100.000 Menschen.
Schriften
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Vorhang vor Thora-Schrein in einer Synagoge
Tanach
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Die heilige Schrift des Judentums ist der
Tanach
, er besteht aus insgesamt 24 Schriften:
Thora
oder Weisungen, die 5 Bücher Moses
Neviim
oder die Bücher der Propheten
Ketuvim
oder die Schriften, z.
B.
Buch der Psalmen und Buch der Sprichwörter.
Wie vor allem in der
Kabbala
üblich wurde aus den Anfangsbuchstaben T N K das Wort Tanach gebildet. Im Christentum entsprechen diese Schriften weitgehend dem
Alten Testament
Die Thora spielt im religiösen Leben eine besondere Rolle. Sie wird geschrieben auf Pergament, einem Leder, gefertigt aus der Haut eines geschächteten Tieres, die Schrift muss fehlerfrei sein. Sie wird auf zwei Stäbe gewickelt und von einer Mappa, einem langen Tuch zusammengehalten. Beim Lesen darf sie nicht berührt werden, man benutzt einen Zeigestock, genannt
Jad
. Zur Aufbewahrung legt man die Thora in der Synagoge in einen Schrein, der in Richtung Jerusalem zeigt. In den heiligen Schriften sind alle 613 Bestimmungen enthalten, an die sich ein gläubiger Jude halten muss, davon sind 248 Gebote und 365 Verbote.
Talmud
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Moses wurde am Berg Sinai neben den schriftlichen Geboten auch deren Auslegung mündlich mitgeteilt. Im Laufe der Zeit wurden diese schriftlich festgehalten in der
Mischna
und in sechs Themengebieten zusammengefasst:
Aussaat
, Landwirtschaft und Abgaben
Festzeiten
, Vorschriften für Sabbat und Feiertage
Frauen
, Familienrecht
Schäden
, Zivilrecht und Strafrecht
Heiligtümer
, Tempelrecht, Opfer, koschere Speisen
Reinigungen
, religiöse Reinheit, rituelle Bäder, koschere Geräte
Dazu gehört die
Gemara
, sie enthält Kommentare zur Mischna. Es gibt den
Talmud Iruschalmi
, den Jerusalemer Talmud und den umfangreicheren
Talmud Bawli
, der in Babylon verfasst wurde.
Sonstige Schriften
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Schulchan Aruch
oder
der gedeckte Tisch
ist eine Sammlung von religiösen Vorschriften, die im 16. Jahrhundert in
Safed
entstand, um die komplizierten Regeln für alle Juden verständlich zu machen.
Für den täglichen Gebrauch gibt es als Gebetbuch den
Siddur
, dessen Inhalt abhängig ist von der religiösen Strömung. An Feiertagen wird statt dessen der
Machsor
benutzt.
Jüdisches Leben
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Zugehörigkeit
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Jude ist zunächst jeder, der eine jüdische Mutter hat. Wer als Erwachsener dem jüdischen Glauben beitreten will, muss die Religion gut kennen und sich einer Prüfung bei Rabbinern stellen. Wer diese bestanden hat, muss durch dreimaliges Untertauchen in dem Tauchbad
Mikwe
seine rituelle Reinheit erreichen. Männer müssen sich beschneiden lassen, wie es bei jüdischen Knaben 8 Tage nach der Geburt üblich ist. Nach den Gesetzen des Staates Israel hat dann jeder Jude das Recht einzureisen.
Eine Missionierung kennt das Judentum nicht. Wenn sich ein Nichtjude an die sieben
Noachidischen Gesetze
hält, kann er in der kommenden Welt als
Gerechter
gelten. Die allgemeinen ethischen Gesetze gehen zurück auf Noah, der einige Zeit vor Abraham gelebt hatte.
Reinheit
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Im Judentum spielt die
Tahara
oder rituelle Reinheit eine große Rolle vor allem bei Lebensmitteln. Solche, die dafür tauglich sind, heißen
koscher
, sie sind also
geeignet
. Tiere mit gespaltenen Hufen wie Ziegen, Schaf und Rind sind koscher, Schweine dagegen nicht. Fische mit Schuppen und Flossen sind koscher, andere Meeresbewohner nicht. Vor allem dürfen Milch und Fleisch nicht gemischt werden. Da Nichtjuden die Vorschriften nicht einhalten müssen, sind von ihnen zubereitete Speisen in der Regel als nicht-koscher zu betrachten. Selbst das Kochfeuer muss von einer koscheren Person entzündet werden. In Israel haben die meisten Hotels eine koschere Küche, überwacht vom Rabbinat, und in einem solchen Haus findet man beim Frühstück Milchkaffee, eventuell auch Heringssalat, aber keine Fleischwaren.
Der Sabbat
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Der jüdische Sabbat beginnt am Freitagabend und endet am Samstagabend jeweils bei Sonnenuntergang. Es ist der siebte Wochentag im jüdischen Kalender, an diesem darf keine Arbeit verrichtet werden. Das ist je nach Auslegung unterschiedlich streng. In orthodoxen Wohngebieten Israels kann die Fahrt eines Autos schon eine Missachtung der Sabbatruhe sein. In der Regel verkehren deshalb auch keine öffentlichen Verkehrsmittel, und die Öffnungszeiten mancher Einrichtungen ist darauf abgestimmt. Auch das Zubereiten von Speisen am Sabbat gilt für manche bereits als Arbeit, daher gibt es oft solche Speisen, die auf kleiner Flamme den ganzen Tag warmgehalten werden können, wie z.
B.
Suppe. Da etliche orthodoxe Rabbiner selbst das Betätigen von Schaltern als Arbeit einstufen, halten in besonders koscheren Hotels die Aufzüge am Sabbat automatisch in jedem Stockwerk.
Die Synagoge
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Kanzel in einer Synagoge
Das Wort
Synagoge
ist griechischen Ursprungs und bedeutet
Haus der Versammlung
. Hebräischer Ausdruck dafür ist
Beth Knesset
, Versammlungshaus, auch
Bet Tefila
, Gebetshaus (jiddisch auch
Schul
). Der
Thora-Schrein
ist ausgerichtet in Richtung Jerusalem, es gibt eine Kanzel und einen
Chanukka-Leuchter
mit acht oder neun Kerzen. Gottesdienst findet mehrmals täglich statt, wenn sich ein
Minjan
versammelt hat, das ist eine Betgemeinde von mindestens 10 religionsmündigen Männern, die um die Kanzel herum sitzen können. Anwesende Frauen müssen sich dabei von den Männern getrennt aufhalten. Ausnahmen gibt es bei nicht-orthodoxen Gemeinden. Die Männer müssen dabei ihren Kopf bedeckt haben mit einer
Kippa
(jiddisch:
Jarmulka
). Bei Gottesdienst am Morgen tragen sie noch den Gebetsmantel
Talit
. Der Ablauf des Gottesdienstes richtet sich nach dem Gebetbuch
Siddur
, es muss kein Rabbiner mitwirken.
In den letzten Jahren wurden verschiedene Synagogen auch als
Tempel
bezeichnet. Dies lehnen einige Strömungen jedoch ab, da es nur einen Gott gibt und dessen Geist noch im Tempelberg in Jerusalem wohnt.
Die Rabbiner
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Sie haben die Aufgabe, zu lehren, zu predigen, die Glaubensgesetze (Halacha) zu erklären. Ihre Ausbildung erhalten sie in Seminaren. Sie sind Seelsorger und Geistliche, aber keine Priester (da es ja auch keinen Tempel gibt), oft sind sie auch Vorbeter im Gottesdienst. In der patriarchalischen Umgebung Israels war es selbstverständlich, dass nur Männer dieses Amt übernehmen konnten. Dies gilt heute nur noch für das orthodoxe Judentum, bei liberalen, progressiven und etlichen konservativen Juden sind auch Frauen in diesem Amt tätig. Im übrigen gibt es im Judentum keine höchste Autorität wie z.
B.
den Papst in der katholischen Kirche, im israelischen Staat gibt es zwei Oberrabbiner der orthodoxen
Sephardim
und der
Aschkenasim
, in Deutschland vertritt der
Zentralrat der Juden
die Interessen der Religionsgemeinschaft nach außen.
Bar Mitzwa
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Die Kotel ist ein beliebter Ort für Bar Mitzwa
Mit dem 13. Geburtstag werden Knaben religionsmündig. Die Aufnahme in den Kreis der Erwachsenen geschieht bei der Bar Mitzwa-Feier, bei der die Knaben erstmals aus der Thora vorlesen dürfen, dazu legen sie die
Tefillin
an, das sind Lederkapseln, in denen Thora-Stellen aufbewahrt sind, sie werden mit den Gebetsriemen an Kopf und Arm befestigt. Das Blasen des
Schofar
, des Widderhorns, gehört zur Zeremonie. Gleichzeitig mit der Bar-Mitzwa-Feier entsteht auch die Verpflichtung, alle Gebote und Verbote zu beachten, wie sie die
Halacha
verlangt. In Israel sind beliebte Orte zum Feiern des Bar-Mitza die
Kotel
oder Klagemauer und
Masada
. Für Mädchen gibt es eine ähnliche, meist kleinere Feier nach dem 12. Geburtstag, die
Bat Mitzwa
Hochzeit
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Im traditionellen Judentum wird das Zusammenleben in der Ehe erwartet. Meist finden die Hochzeiten unter einem Baldachin statt, ein Hochzeitsvertrag, die
Ketubba
gehört dazu.
Tod
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Nach dem Tod wird das traditionelle
Kaddisch
gebetet. Die Beerdigung findet meist schon am nächsten Tag statt. Es gibt praktisch nur Erdbestattungen, und die Gräber werden nie beseitigt.
Jüdische Feiertage
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Der
jüdische Kalender
beginnt mit der Jahreszählung 3761 v. Chr. Er richtet sich nach dem Mond, ein Monat hat 29 oder 30 Tage, bei 12 Monaten sind das 354 Tage. Zum Ausgleich werden im Verlauf von 19 Jahren 7 Schaltmonate eingefügt. Die wichtigsten
jüdischen Feiertage
Feiertag
Deutsche Bezeichnung
Jahr 5782
Jahr 5783
Jahr 5784
Jahr 5785
[veraltet]
Jahr 5786
Jahr 5787
Jahr 5788
Rosh haSchana
Neujahrsfest
07.09.2021
26.09.2022
16.09.2023
03.10.2024
Jom Kippur
Versöhnungsfest
16.10.2021
05.10.2022
25.09.2023
12.10.2024
Sukkot
Laubhüttenfest
21.09.2021
10.10.2022
30.09.2023
17.10.2024
Chanukka
Lichterfest
29.11.2021
19.12.2022
08.12.2023
26.12.2024
Purim
Fest der Lose
17.03.2022
07.03.2023
24.03.2024
14.03.2025
Pessach
Auszug aus Ägypten
16.04.2022
06.04.2023
23.04.2024
13.04.2025
Schawuoth
Wochenfest
20.06.2022
26.05.2023
12.06.2024
02.06.2025
Bedeutung der Feiertage:
Rosch haSchana
: das jüdische Neujahr beginnt im Herbst, es schließen sich zehn Tage der Umkehr an, genannt
Teschuwa
. Am Ende ist der Versöhnungstag
Jom Kippur
, der mit Fasten begangen wird.
Sukkot
: Das Laubhüttenfest dauert 7 oder 8 Tage, es ist ein Freudenfest, das an die Wanderung des Volks Israel durch die Wüste erinnert. Am letzten Tag ist das Thora-Fest
Simchat Tora
Chanukka
: Das Lichterfest erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels. Benutzt wird eine Chanukkia, ein Leuchter mit 8 Kerzen, täglich wird eine weitere Kerze angezündet. Eine neunte Kerze dient nur dazu, die anderen anzuzünden. Nicht zu verwechseln mit der
Menora
, dem siebenarmigen Leuchter des Tempels, heute ein Symbol des Staates Israel.
Purim
: Das Freudenfest geht zurück auf die Errettung der Juden, wie sie beschrieben ist im Buch
Esther
9,22–32
EU
. Das Fest erinnert an Karneval, Kinder dürfen an diesen Tagen lärmend feiern.
Pessach
: Der Auszug aus Ägypten mit dem Ende der Sklaverei wird gefeiert, ein Familienfest, bei dem ungesäuerte Brote (Matzen) und der Seder-Teller auf den Tisch kommen.
Schawuoth
wird sieben Wochen nach Pessach gefeiert, es erinnert an den Empfang der 10 Gebote am Berg Sinai.
Religiöse Strömungen
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Bereits im Altertum gab es verschiedene Strömungen, so z.B.
die
Sadduzäer
, sie glaubten nur an die schriftlichen Gesetze, für sie gab es keine Auferstehung nach dem Tode,
die
Pharisäer
, sie hofften auf das Erscheinen des Messias und glaubten an die Auferstehung nach dem Tod,
die
Zeloten
oder Eiferer, die mit dem Fall der Festung Masada ein Ende fanden. Bedingt durch die Vertreibung der Juden aus ihrer Heimat Israel bildeten sich regionale Strömungen.
Wichtige Gruppierungen sind heute noch
die
Sephardim
, sie lebten ursprünglich auf der iberischen Halbinsel, entwickelten dort über 1000 Jahre ihre Kultur. Sie wurden 1492 nach der
Reconquista
vertrieben und lebten danach großteils in Nordafrika
die
Aschkenasim
, diese Gruppierung entstand in Deutschland in den Städten Speier, Worms und Mainz und verbreitete sich in ganz Mittel- und Osteuropa.
Diese beiden Gruppen machen heute einen Großteil der orthodoxen Juden in Israel aus, jede Gruppe stellt einen der beiden Oberrabbiner.
Reformjudentum
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In den meisten Staaten der Welt haben die Juden ihre Lebensweise ihrer Umwelt angepasst, es gibt keine Trennung der Geschlechter im Gottesdienst, auch Frauen können teilweise Rabbinerinnen werden. Lebensmittel, die von Nichtjuden produziert werden, müssen nicht erst streng überprüft werden, ob sie koscher sind oder nicht. Auch die Sabbatruhe wird pragmatisch gesehen, eine Spazierfahrt mit dem Auto ist ihnen erlaubt. Etwa die Hälfte der jüdischen Bevölkerung Israels lebt in dieser gemäßigten Form.
Konservatives Judentum
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In Israel ist es rund ein Drittel der Juden, die sich als konservativ bezeichnen. Sie achten Talmud und Thora, aber nicht mehr so sehr auf eine strikte Trennung der Geschlechter in der Synagoge.
Orthodoxes Judentum
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Der Wortlaut der Thora ist ihnen wichtig, sie achten auf Traditionen und auf strikte Trennung der Geschlechter. Die Sabbatruhe st ihnen heilig, am Sabbat fahren sie kein Auto, knipsen kein Licht an, bereiten sich nicht vor auf die Arbeit des kommenden Tags.
Ultraorthodoxes Judentum
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Sie bezeichnen sich selbst als Gottesfürchtige, als
Charedim
, sie richten ihr Leben allein nach den Gesetzen von Tanach und Talmud. Etwa 15% der israelischen Juden können als ultraorthodox angesehen werden. Viele von ihnen sind gekleidet nach der Mode des 19. Jahrhunderts, die Männer tragen Hüte oder Pelzmützen, sie haben Schläfenlocken und tragen Bärte. Zum Großteil lehnen sie den Militärdienst ab. Es gibt in Israel sogar Gruppierungen, die den Staat Israel ablehnen, weil die Gründung eines solchen Staates dem Messias vorbehalten sein müsste. Für sie sind auch Abbildungen von Menschen nicht gestattet. Beobachten kann man dies z.
B.
in
Westjerusalem
im Stadtteil
Mea Shearim
. Auch wenn solche religiösen Gruppierungen den Staat ablehnen, hindert es sie oft nicht, aktiv in die Politik einzugreifen, wie das Beispiel
Neturei Karta
zeigt.
Literatur
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Janina Schulze, Franjo Terhart
Weltreligionen:Ursprung,Geschichte,Ausübung,Glaube,Weltbild
Parragon
2008
ISBN
978-1407554242
Anke Fischer
Die sieben Weltreligionen
Edition XXL GmbH
Mär. 2004
ISBN
978-3897363229
Markus Hattstein
Weltreligionen
Ullmann
Mär. 2005
ISBN
978-3833114069
Weblinks
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Das Judentum in Deutschland
HaGalil online
Deutschland-Archiv von HaGalil.com
Jüdischer Alltag
Verein B'nei Noach
Projektseite des Lessing-Gymnasiums in Döbeln
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