Bildwissenschaft by Kristina Jaspers

Research paper thumbnail of Eine Grammatik des Sehens

Eine Grammatik des Sehens

Kunst- und Ausstellungshalle Bonn (Hrsg.): Susan Sontag. Sehen und gesehen werden, 2025

"Die Grammatik des Sehens" ist ein zentraler Begriff im Werk der Kritikerin und Essayistin Susan ... more "Die Grammatik des Sehens" ist ein zentraler Begriff im Werk der Kritikerin und Essayistin Susan Sontag, insbesondere im Kontext ihrer Auseinandersetzung mit Fotografie und visueller Kultur. Der Begriff bezieht sich auf die Art und Weise, wie wir durch Bilder und visuelle Medien die Welt wahrnehmen und verstehen. Sontag argumentiert, dass unser Sehen wesentlich durch kulturelle und historische Einflüsse geprägt ist und damit unser Weltverständnis maßgeblich beeinflusst. Der Beitrag stellt verschiedene Perspektiven anhand ausgewählter Bildbeispiele unter den folgenden Überschriften vor: Selbsterfindungen | Vor der Kamera | Soziale Repräsentation | Erotik der Kunst | Unter dem Saturn | Ästhetisierungen | Gegen Viktimisierung | Faszinierender Faschismus | Touristische Distanznahme | Das Gesicht als Projektionsfläche | Hinter der Kamera | Doppelgängerinnen | Fotografie als Memento Mori.

Research paper thumbnail of La diva retouchée. Die Selbstoptimierung der Marlene Dietrich

La diva retouchée. Die Selbstoptimierung der Marlene Dietrich

Fotogeschichte. Foto-Diven. Glamour, Kult und Inszenierung, 2025

Der Aufsatz untersucht die strategische Selbstinszenierung Marlene Dietrichs im Spannungsfeld zwi... more Der Aufsatz untersucht die strategische Selbstinszenierung Marlene Dietrichs im Spannungsfeld zwischen fotografischer Ikonografie, Körperpolitik und medialer Repräsentation. Die Autorin zeigt, wie die Dietrich über Jahrzehnte hinweg aktiv an der Gestaltung ihres öffentlichen Bildes arbeitete – durch Körperdisziplin, Beleuchtungsregie und vor allem gezielte Bildretusche. Im Zentrum steht die Frage nach Autonomie und Selbstermächtigung einer Diva, die sich zwischen künstlerischer Inszenierung und kommerzieller Verwertbarkeit behauptete. Durch ihre konsequente Bildkontrolle, die bis hin zu handschriftlich markierten Retuschen reichte, schuf die Dietrich ein Idealbild, das bis heute in Popkultur und Drag-Kunst nachwirkt. Der Beitrag analysiert dieses Ideal kritisch im Kontext heutiger Körper- und Genderdebatten und verortet die Diva als kulturelles Produkt ebenso wie als selbstbestimmte Künstlerin, deren Inszenierungsstrategien eine hybride Identität zwischen Subjekt und Projektionsfläche offenbaren. // https://asw-verlage.de/katalog/fotogeschichte_heft_175-2691.html

Research paper thumbnail of Verdichten, verkleiden, verschieben. Traum und Trauma im expressionistischen Film

Institut für Kulturaustausch (Hg.): Expressionismus in Kunst und Film, 2022

Viel ist über das Verhältnis von Psychoanalyse und Kinematographie gedacht und geschrieben worden... more Viel ist über das Verhältnis von Psychoanalyse und Kinematographie gedacht und geschrieben worden. Bereits in den ersten filmtheoretischen Texten wurde auf die strukturelle Ähnlichkeit von Film und Traum hingewiesen. Die Prinzipien der Montage und Collage, sowie der Fragmentierung scheinen vergleichbar. Die Flüchtigkeit der Bilder, ihre assoziative Verknüpfung sowie die Unmöglichkeit des Eingreifens verbinden den Zustand des Träumens mit dem des Film-Schauens. Die Nähe der Bildsprache zum Unbewussten kann durchaus als einer der Gründe für den Erfolg des Mediums Film gelten. Lou Andreas-Salomé hielt bereits 1913 während ihrer Lehranalyse bei Freud fest, "dass allein die Filmtechnik eine Raschheit der Bildfolge ermöglicht, die annähernd unserem eigenen Vorstellungsvermögen entspricht und auch gewissermaßen dessen Sprunghaftigkeit imitiert".

https://www.silvanaeditoriale.it/exhibition/501/expressionismus-in-kunst-und-film?srsltid=AfmBOooBz3gNf6E8Xc22RBwh_2rhgXNekyJ3LE_1jOO-rKC3SDq72Nay

Research paper thumbnail of Condense, Disguise, Displace. Dream and trauma in Expressionist film

Institut für Kulturaustausch (Ed..): Expressionism in Art and Film, 2022

Much has been thought and written about the relationship between psychoanalysis and cinematograph... more Much has been thought and written about the relationship between psychoanalysis and cinematography. The very first texts on film theory pointed out the structural similarity of film and dreams. The principles of montage, collage and fragmentation appear comparable. The state of dreaming and that of watching a film are connected by the transience of the images, their associative connection and the impossibility of intervening. The proximity of the visual imagery to the unconscious can certainly be considered one of the reasons for the success of film as a medium. As long ago as 1913, during her analytical training with Freud, Lou Andreas-Salomé stated that “only cinematography enables the sequence of images to be approximately as rapid as our own imagination, and also to some extent to imitate its volatility”.

https://www.silvanaeditoriale.it/exhibition/501/expressionismus-in-kunst-und-film?srsltid=AfmBOooBz3gNf6E8Xc22RBwh_2rhgXNekyJ3LE_1jOO-rKC3SDq72Nay

Angela Lammert (Hg.): Montage oder Fake News? Von Heartfield bis Twitter, 2021

Der Erste Weltkrieg gilt als erster „Medienkrieg“. Die psychologische Kriegsführung nutzte erstma... more Der Erste Weltkrieg gilt als erster „Medienkrieg“. Die psychologische Kriegsführung nutzte erstmals auch Filmbilder als Propagandainstrument. Für John Heartfield wurde der verfälschende Umgang mit Frontbildern in der Presseberichterstattung zum Initial für die Entwicklung der Fotomontage. Er betrieb Aufklärung durch Offenlegung der inneren Widersprüche und Manipulationstechniken. Auch der Regisseur Peter Jackson möchte mit seinem Dokumentarfilm THEY SHALL NOT GROW OLD (2018) über den Ersten Weltkrieg aufklären. Doch zeigt er nur Opfer, keine Verantwortlichen. Seine Techniken der Collagierung, der Bild- und Soundbearbeitung emotionalisieren und verklären. Was bedeutet dies für die Rezeption? // https://www.adk.de/de/projekte/2020/heartfield/programm/Symposium/Panel-3.htm#jaspers

Research paper thumbnail of Zwischen visionärer Fantasie und bildhistorischer Referenz. Das Werk des Production Designers Ken Adam

Anett Werner-Burgmann, Marcus Becker, Matthias Bruhn, Annette Dorgerloh, Luisa Feiersinger (Hg.): Bild Film Raum – Zwischen den Disziplinen, 2019

Der Beitrag untersucht das Werk des Production Designers Ken Adam aus kunst- und architekturhisto... more Der Beitrag untersucht das Werk des Production Designers Ken Adam aus kunst- und architekturhistorischer Perspektive und hebt dessen nachhaltigen Einfluss auf die visuelle Kultur des 20. Jahrhunderts hervor. Adams ikonische Filmarchitekturen – etwa für Stanley Kubricks DR. STRANGELOVE oder die James-Bond-Reihe – verbinden expressionistische und funktionalistische Formensprachen mit dramatischen Rauminszenierungen und emotionaler Tiefenwirkung. Seine Designs, inspiriert u. a. vom deutschen Expressionismus, Erich Mendelsohn, Piranesi und dem Bauhaus, zeichnen sich durch geometrische Monumentalität, suggestive Lichtführung und eine auffällige Synthese aus Kunst, Design und Narration aus. Bemerkenswert ist beispielsweise die wechselseitige Beeinflussung zwischen Adams Filmarchitektur und der organisch-modernen Formensprache von Architekten wie Richard Neutra oder Oscar Niemeyer oder der expressiven Ästhetik von Daniel Libeskind. Auch Luigi Colanis visionäre Objektdesigns finden Parallelen in Adams Entwürfen. Diese gestalterischen Überschneidungen zeigen, wie Adams Filmsets nicht nur filmische Räume schufen, sondern auch architektonisches Denken nachhaltig anregten und prägten.
Das Ken Adam Archiv der Deutschen Kinemathek bietet mit über 5.600 Zeichnungen und 3.500 Fotografien eine einzigartige Quelle zur Erforschung der Wechselwirkung von Film, Architektur und Design und macht deutlich, wie sich Szenenbild als künstlerische Disziplin mit architekturhistorischem Gewicht etabliert hat.

Film-Dienst , 2019

Die Liaison zwischen Bauhaus und Film ist weit vielfältiger, als es auf den ersten Blick erschein... more Die Liaison zwischen Bauhaus und Film ist weit vielfältiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Der Umfang der von Mitgliedern des Bauhauses realisierten Filme ist zwar überschaubar, deckt jedoch ein breites Spektrum von abstrakten Avantgardefilmen über rein dokumentarische Arbeiten bis hin zu sozialkritischen Reportagen ab. Darüber hinaus beteiligte sich das Bauhaus mit programmatischen Texten am Diskus über die Möglichkeiten der Kinematografie; "Bauhäusler" und "Bauhäuslerinnen" wirkten an verschiedenen Filmproduktionen mit, und Bauhaus-Mobiliar fand in Form von Requisiten Einzug in den populären Film.  // https://www.filmdienst.de/artikel/27423/bauhaus-und-film

Boris Hars-Tschachotin/Kristina Jaspers/Peter Mänz/Rainer Rother (Hg.), Bigger Than Life. Ken Adam's Film Design, 2014

Der Beitrag untersucht die antike Formensprache des Production Designers Ken Adam.

Research paper thumbnail of Kino der Moderne: Individuum und Typ

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn und Deutsche Kinemathek, Berlin (Hg.): Kino der Moderne. Film in der Weimarer Republik, 2018

Der Betrag untersucht, wir in der Fotografie und im Film in den 1920er-Jahre Individualisierung u... more Der Betrag untersucht, wir in der Fotografie und im Film in den 1920er-Jahre Individualisierung und Typologisierung dargestellt werden. Der Film MENSCHEN AM SONNTAG (1929/30) nutzt die Großaufnahme, um Gesichter als Ausdrucksträger individueller und sozialer Identität in der Weimarer Republik zu präsentieren. In der Tradition fotografischer Projekte wie August Sanders Antlitz der Zeit wird das Kino zum Medium der Typisierung – und damit zum „Übungsatlas“, wie Walter Benjamin schreibt. Die physiognomische Vielfalt reflektiert soziale Milieus, zugleich lädt sie damit, wie Karl Jaspers kritisch anmerkt, zur Distanzierung und Abgrenzung ein. So wird das Gesicht im Weimarer Kino zur Projektionsfläche gesellschaftlicher Selbstvergewisserung.

Stiftung Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen (Hg.): Fritz Langs METROPOLIS, 2017

Tief unter den Maschinensälen und der Arbeiterstadt befinden sich die Katakomben. Die Totenstadt ... more Tief unter den Maschinensälen und der Arbeiterstadt befinden sich die Katakomben. Die Totenstadt bildet das Fundament der großen Metropolis. Dass es sich tatsächlich um eine Nekropole, eine Schädelstadt, handelt, wird deutlich an den zahlreichen Gebeinen in den Nischen und Galerien. Das ausgedehnte Netz aus Stollengängen mündet in einen weiträumigen Altarraum, im Drehbuch »Krypta« genannt-was wiederum auf eine christliche Grabstätte verweist. Leicht erhöht steht im Zentrum des Gewölbes ein grob gehauener Altar mit großen, brennenden Kerzen, dahinter ragen schlichte Holzkreuze empor. Hier versammeln sich die Arbeiter am Ende ihrer Schicht, um der Offenbarung Marias zu lauschen.

Philosophie | Ästhetik by Kristina Jaspers

Research paper thumbnail of Susan Sontag. Sehen und gesehen werden

Kunst- und Ausstellungshalle Bonn (Hrsg.): Susan Sontag. Sehen und gesehen werden, 2025

Der Aufsatz analysiert das vielschichtige Werk und die Denkweise von Susan Sontag im Kontext ihre... more Der Aufsatz analysiert das vielschichtige Werk und die Denkweise von Susan Sontag im Kontext ihrer Auseinandersetzung mit den visuellen Medien, insbesondere Fotografie und Film. Sontags kritische Reflexionen über die Machtverhältnisse, Ethik und Ästhetik des Sehens sowie ihre Konzepte der „New Sensibility“ werden im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Selbst- und Welterkenntnis untersucht. Dabei werden ihre ambivalenten Positionen gegenüber der Fotografie, ihre Rolle als Objekt der Fotograf:innen, sowie ihre Beiträge zur visuellen Essayistik und Kunstkritik beleuchtet. Zudem wird ihre Selbstformung als lebenslanges Experiment, ihre Auseinandersetzung mit Queerness, Feminismus und gesellschaftlicher Verantwortung betrachtet. Die Analyse zeigt, wie Sontags Werk die Wahrnehmung von Bildern in einer mediatisierten Gesellschaft hinterfragt, die Grenzen zwischen Realität und Inszenierung auslotet und die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit visuellen Medien betont. Abschließend wird die Aktualität ihrer Thesen im Zeitalter der massenhaften Bildproduktion und digitaler Medien hervorgehoben.

Jan Drehmel, Kristina Jaspers, Steffen Vogt (Hrsg.): Wagner Kino. Spuren und Wirkungen Richard Wagners in der Filmkunst, 2013

Nietzsches Kritik an Wagner dient hier als Instrumentarium einer filmische Analyse am Kino der De... more Nietzsches Kritik an Wagner dient hier als Instrumentarium einer filmische Analyse am Kino der Dekadenz. An drei Filmbeispielen wird dies exemplifiziert, an DUETT FÖR KANNIBALER (1969) von Susan Sonntag, BLACK MOON (1975) von Louis Malle und LA CADUTA DEGLI DIE (1969) von Luchino Visconti.

Research paper thumbnail of Leben als Experiment. Lebenskunst und Selbstsorge bei Friedrich Nietzsche, Ludwig Wittgenstein und Susan Sonntag
Friedrich Nietzsche, Ludwig Wittgenstein und Susan Sontag beschäftigten sich intensiv mit Fragen ... more Friedrich Nietzsche, Ludwig Wittgenstein und Susan Sontag beschäftigten sich intensiv mit Fragen der Selbstsorge und Lebenskunst – teils im direkten Bezug aufeinander. So sah Wittgenstein in Nietzsche ein Vorbild in Fragen der Stilistik und Introspektion; Sontag wollte Wittgenstein in der Konsequenz seiner Lebensentscheidungen folgen und Nietzsche in seinem Selbstbewusstsein sowie in seiner radikalen Selbstkritik. Diese Arbeit untersucht drei Experimentierfelder, auf denen Nietzsche, Wittgenstein und Sontag sich erprobt haben und macht diese für heute fruchtbar: Ortswechsel dienen der Veränderung des äußeren Umfelds, der Suche nach neuen Anregungen oder dem Rückzug in eine ihnen gemäße Umgebung. Die Beschäftigung mit Gesundheit und Krankheit betrifft ihre psychische wie physische Verfasstheit und schließt mentale Übungen ein. In der künstlerischen Praxis suchen alle drei neue Erfahrungen, ein anderes Selbsterleben sowie Ausdrucksmöglichkeiten jenseits der Sprache.

Jan Drehmel, Kristina Jaspers (Hrsg.): Wittgenstein-Vorträge. Annäherungen aus Kunst und Wissenschaft, 2011

Der Aufsatz versammelt Biografisches über Ludwig Wittgensteins Pfeifkünste anhand zahlreicher Zit... more Der Aufsatz versammelt Biografisches über Ludwig Wittgensteins Pfeifkünste anhand zahlreicher Zitate und benennt konkrete muskalische Stücke, die der Philosoph nachweislich pfeifen konnte. In dem Beitrag werden Wittgensteins philosophische Reflektionen über das Pfeifen vorgestellt, sein Verständnis von musikalischer Begabung und Genie reflektiert und schließlich ein Vergleich von Pfeifen und Sprechen angestellt.

Research paper thumbnail of Alles schon geträumt? Gesellschaftliche Zukunftsszenarien und das kollektive Unbewusste bei Hannah Arendt und Susan Sontag

Alles schon geträumt? Gesellschaftliche Zukunftsszenarien und das kollektive Unbewusste bei Hannah Arendt und Susan Sontag

Anke Steinborn, Denis Newiak (ed.): Urbane Zukünfte im Science-Fiction-Film. Was wir vom Kino für die Stadt von morgen lernen können, 2020

Der Beitrag untersucht die Bedeutung der Science-Fiction als Ausdruck des kollektiven Unbewussten... more Der Beitrag untersucht die Bedeutung der Science-Fiction als Ausdruck des kollektiven Unbewussten im Denken von Hannah Arendt und Susan Sontag. Beide Intellektuelle erkennen im Science-Fiction-Genre der Nachkriegszeit ein kulturelles Seismogramm der Ängste und Hoffnungen ihrer Epoche: zwischen Technologiebegeisterung, atomarer Bedrohung und utopischem Neuanfang. Arendt interpretiert die wissenschaftlich-technischen Errungenschaften des „space age“ als Verwirklichung jahrhundertealter Träume der Menschheit und reflektiert die ethischen Grenzen wissenschaftlicher Hybris. Sontag liest den Science-Fiction-Film als Projektionsfläche kollektiver Ängste und zugleich als kathartisches Medium, das den Schrecken der Moderne ästhetisch domestiziert. Beide Denkerinnen begreifen Science-Fiction damit als einen imaginativen Erfahrungsraum, in dem gesellschaftliche und moralische Krisen verhandelt werden – und als Labor zukünftiger Selbstverständigungen der Menschheit im Zeitalter technischer Entgrenzung. // https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-61037-4_9

Research paper thumbnail of Friedrich Nietzsche – Life as an Experiment

Nietzsche on the Art of Living, 2023

This paper explores Friedrich Nietzsche’s conception of the “art of living” as a philosophical an... more This paper explores Friedrich Nietzsche’s conception of the “art of living” as a philosophical and existential experiment. Emphasizing the embodied nature of thought, Nietzsche transforms suffering—especially his own chronic pain—into a creative force and a condition for philosophical insight. He reconfigures traditional notions of health and illness, not as binary states but as dynamic, subjective processes, advocating for a pluralistic and individualized understanding of well-being. Central to his philosophy is the idea of life as a field of continuous self-experimentation, where diet, climate, artistic expression, and friendship are tested as means of self-formation. Nietzsche’s use of the mask and his performative writing style reflect a conscious aestheticization of life, balancing proximity and distance in relationships and self-presentation. His engagement with physiological, psychological, and literary practices anticipates modern perspectives in therapy, media theory, and diversity discourse. Through ironic distance and existential commitment, Nietzsche models a form of philosophy that is both introspective and life-affirming—a provocation for contemporary readers to “become who they are.” //
https://philpapers.org/archive/GDDNOT.pdf

Research paper thumbnail of Richard Wagner und das Kino der Dekadenz

Jan Drehmel, Kristina Jaspers, Steffen Vogt (Hg.): Richard Wagner und das Kino der Dekadenz, 2014

Der Begriff der Dekadenz liefert ein wichtiges Instrument, um die große Affinität des Kinos zu Ri... more Der Begriff der Dekadenz liefert ein wichtiges Instrument, um die große Affinität des Kinos zu Richard Wagner zu erklären. Denn das Kino, das auf der Leinwand jede menschliche Regung ins Unermessliche vergrößert, Augen und Ohren überwältigt und im dunklen Saal zu Tränen rührt, das ohne Pathos und Emotionen im Kern nicht existieren würde, bewegt sich im engsten Umkreis der Dekadenz. Ausgehend von Friedrich Nietzsches Wagner-Kritik wird in den versammelten Beiträgen untersucht, wie weit Nietzsches Analyse auch für ein bestimmtes Filmkonzept gilt, das Wagner’sche Topoi, musikalische oder personelle Konstellationen oder ästhetische Konzepte übernimmt. Das Spektrum der erörterten Themen reicht von Erlösungsfantasien und der Überwindung des Todestriebes im Hollywood-Kino, über Verfallsgeschichten bei Regisseuren wie Luchino Visconti und Hans Jürgen Syberberg bis zu den Wagner-(An-)Klängen im Bereich des Horror- und Fantasyfilms.
Mit Beiträgen von Elisabeth Bronfen, Jörg Buttgereit, Bernd Kiefer, Peter Moormann, Andreas Urs Sommer und Marcus Stiglegger.

Research paper thumbnail of Die Ästhetik des Schweigens. Susan Sontag reflektiert Ludwig Wittgenstein

100 Jahre Tractatus. Beiträge der Österreichischen Ludwig Wittgenstein Gesellschaft , 2025

Susan Sontag (1933-2004) hat sich wiederholt mit Leben und Werk Ludwig Wittgensteins auseinanderg... more Susan Sontag (1933-2004) hat sich wiederholt mit Leben und Werk Ludwig Wittgensteins auseinandergesetzt und an zentralen Stellen ihres Œuvres führt sie ihn als Referenz für eigene Thesen an. Ihr biografischer Zugriff folgt zunächst einem romantischen Geniebegriff, für ihre Studienzeit in Harvard (1955-57) benennt sie Wittgenstein als einen der prägendsten intellektuellen Einflüsse. In ihrer Bibliothek, die zusammen mit ihrem Nachlass in der University of California verwahrt wird, finden sich rund fünfzig Bücher von und über Wittgenstein, die von ihr größtenteils durchgearbeitet und mit Unterstreichungen und Anmerkungen versehen wurden. Auch Sontags Tagebücher und Notizhefte belegen ihre intensive Wittgenstein-Rezeption, die letztlich auch ihr Selbstverständnis als Kritikerin und kritische Denkerin berührt. Umso überraschender ist es, dass dieser Beziehung bislang kaum Beachtung geschenkt wurde. Sontags Reflexionen zu Wittgenstein betreffen eine neue Wahrnehmungsweise von Kunst und Nicht-Kunst, die Verbindung von ethischer und ästhetischer Betrachtung und die Öffnung eines Resonanzraums für Spiritualität jenseits des Schweigens. In seinem aphoristischen und sich bisweilen an der Grenze zur Poesie bewegenden Schreibstil erkennt Sontag eine adäquate Form der Weltbeschreibung und ein Vorbild für ihr eigenes Werk. //
https://symposium.alws.at/api/content/volume/2023.pdf

Research paper thumbnail of „Der Stil ist der Mensch selber“. Hannah Arendt als Medienphänomen

Kolik.film, 2020

Der Aufsatz untersucht das ikonische Fernsehinterview zwischen Günter Gaus und Hannah Arendt von ... more Der Aufsatz untersucht das ikonische Fernsehinterview zwischen Günter Gaus und Hannah Arendt von 1964 als mediales, politisches und philosophisches Ereignis. Im Zentrum steht Arendts reflektierte Auseinandersetzung mit zentralen Themen ihrer politischen Theorie: die Erfahrung von Fremdheit, die Bedeutung der Natalität, ihre kritische Sicht auf den Totalitarismus sowie ihre umstrittene Interpretation des Eichmann-Prozesses. In dem Gespräch grenzt sich Arendt explizit von der Rolle der Philosophin ab und betont ihre Position als politische Denkerin, was sie gleich zu Beginn durch die Ablehnung klassischer Kategorisierungen – sowohl in Bezug auf Geschlecht als auch akademische Disziplinen – deutlich macht. Ihre Aussagen über die Differenz zwischen privatem und öffentlichem Raum, über moralisches Urteilen und die Verantwortung des Einzelnen im politischen Handeln zeigen die Tiefe ihres Denkens. Der Stil des Gesprächs – geprägt von Spontaneität, Ironie und performativer Authentizität – wird dabei selbst zum Ausdruck einer Philosophie, die das Denken als lebendigen, dialogischen Akt begreift. Jaspers analysiert Arendts Medienauftritt im Kontext ihrer Wirkungsgeschichte auf nachfolgende Denkerinnen wie Susan Sontag und Judith Butler und reflektiert zugleich über die geringe Sichtbarkeit weiblicher Intellektueller in der deutschen Fernsehlandschaft – damals wie heute.
https://www.kolikfilm.at/sonderheft.php?edition=202034&content=inhalt

Research paper thumbnail of Ludwig Wittgenstein. Verortungen eines Genies
Ludwig Wittgenstein ist einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Die Radikalität ... more Ludwig Wittgenstein ist einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Die Radikalität seiner persönlichen Entscheidungen und seiner philosophischen Gedanken machte ihn bereits zu Lebzeiten zu einer schillernden und kontroversen Figur. Aus Anlass seines 60. Todestages im betrachtet diese Publikation Leben und Werk Wittgensteins aus einer kultur- und geisteshistorischen Perspektive neu. In rund zwanzig Beiträgen von renommierten Forschern und Nachwuchswissenschaftlern wird Wittgenstein an seinen verschiedenen Wirkungsstätten (Wien und Cambridge) und in unterschiedlichen theoretischen Diskursen (von der analytischen Philosophie zur pragmatischen Sprachtheorie), zwischen 'Sinnlichkeit und Askese' sowie 'Sprechen und Schweigen' verortet. 'Verortung' ist dabei auch ganz buchstäblich zu verstehen: Wittgenstein wechselte häufig seine Wohnorte, er pendelte zwischen Wien, Cambridge und seinem Rückzugsort Skjolden in Norwegen. Das reich bebilderte Buch erscheint begleitend zur gleichnamigen Ausstellung im Schwulen Museum Berlin in Kooperation mit dem Wittgenstein Archive, Cambridge, sowie dem Brenner-Archiv, Innsbruck.
Mit Beiträgen von Jens Balzer, John Forrester, Allan S. Janik, Kristina Jaspers, Matthias Kroß, Thomas Macho, Michael Nedo, Joachim Schulte und Ilse Somavilla.