Niederlausitz – Wikipedia
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der Niederlausitz
Die
Niederlausitz
niedersorbisch
Dolna Łužyca
obersorbisch
Delnja Łužica
polnisch
Dolne Łużyce
) ist eine
Region
und ein ehemaliges Territorium im Süden des Landes
Brandenburg
, im nördlichen
Sachsen
und im Westen
Polens
. Ihr Zentrum ist die Stadt
Cottbus
Sie ist der nördliche Teil der
Lausitz
. In der Niederlausitz ist, wie auch in der südlich angrenzenden
Oberlausitz
, das
westslawische
Volk der
Sorben
beheimatet.
Wappen
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Majestätssiegel König Wenzels IV. von Böhmen 1363. Unter dem Thron das Wappen der Niederlausitz.
Ein Landeswappen der Niederlausitz ist erstmals 1363 im großen Majestätssiegel des Böhmischen Thronfolgers
Wenzel
IV.
belegt.
Wenig später führt das Wappen auch Herzog
Bolko II. von Schweidnitz
in seinem Siegel.
Die Farben beschreibt anlässlich des Trauerzugs für Kaiser
Karl IV.
erstmals 1378 die Augsburger Chronik in Gestalt der Landesfahne als
ain panier weizz mit ainem rotten ochsen
Die erste farbige Darstellung findet sich im
Wappenbuch
von Bergshammar aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.
Das Wappen stellt einen mal stehenden, mal schreitenden roten
Stier
in Silber dar. Wie das
Wappen der Oberlausitz
entspricht das Wappen der Niederlausitz dem einer der landesherrlichen Städte, jedoch nicht dem Sitz der Niederlausitzer Landvogtei
Lübben
, sondern dem der Stadt
Luckau
Geschichte
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Hauptartikel
Geschichte der Niederlausitz
Die Niederlausitz tritt erstmals im
Bayerischen Geograph
als Siedlungsgebiet der slawischen
Lusitzi
in das Licht schriftlicher Überlieferung. Im Verlauf des 10. Jahrhunderts werden diese unterworfen, tributpflichtig gemacht und in die
Sächsische Ostmark
und das
Bistum Meißen
einbezogen. Vom 11. bis zum 14. Jahrhundert war das als Mark Lausitz bezeichnete Gebiet immer wieder zwischen den benachbarten Fürstengeschlechtern der
Wettiner
Askanier
und
Piasten
umstritten. 1364 erwarben die
Luxemburger
die Niederlausitz und machten sie zu einem böhmischen Kronland.
Am hochmittelalterlichen Landesausbau hatte die slawische Bevölkerung einen ebenso hohen Anteil wie Einwanderer aus den westlichen Reichsgebieten. In großen Teilen des Landes herrschte bis weit in die Neuzeit die
sorbische (wendische) Sprache
vor. Auch in den Städten der Niederlausitz gab es einen bedeutenden slawischsprachigen Bevölkerungsanteil. Herausragende Wirtschaftsfaktoren waren schon im 12. Jahrhundert Fischfang bzw.
Fischzucht
, der seit der Eisenzeit betriebene Abbau von
Raseneisenerz
und der
Weinbau
um
Guben
. Die dominierende politische Kraft im Land waren die
Standesherren
. Mit Ausnahme des bis 1817 fortbestehenden
Klosters Neuzelle
wurde die Niederlausitz nach der
Reformation
protestantisch.
Infolge des
Dreißigjährigen Krieges
erwarben 1635 die Wettiner Ober- und Niederlausitz. Die
Herrschaft Cottbus
befand sich allerdings bereits seit 1445 im Besitz der brandenburgischen
Hohenzollern
, was zusammen mit dem
Traditionsrezess
die Entwicklung der
absolutistischen
Landesherrschaft erheblich behinderte. Zollstreitigkeiten hemmten auch die Entwicklung der Niederlausitzer Wirtschaft. Auf dem
Wiener Kongress
wurde die Niederlausitz 1815
Preußen
zugesprochen und in dessen Verwaltungsstruktur integriert.
Bereits vor der
Industrialisierung
entwickelten sich besonders solche Gewerbe, die von den naturräumlichen Vorteilen der Niederlausitz profitierten, zum Beispiel ein auf den Export nach Berlin ausgerichteter Obst- und Gemüseanbau (Guben,
Spreewald
), sowie eine auf Holz-, später
Braunkohle
, als Energieträger aufbauende Glas- und Hüttenindustrie. Durch
Autarkiepolitik
und Kohleverstromung getrieben, entwickelte sich besonders seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts der Braunkohlenbergbau rasant. In den Städten der Niederlausitz dominierte die Textilindustrie. Staatliche
Germanisierungspolitik
und die gesellschaftlichen Umwälzungen der Industriegesellschaft führten seit dem 19. Jahrhundert zu einem sukzessiven Rückgang der
niedersorbischen Sprachausübung
, dem sich Vereine wie die
Maśica Serbska
und später die
Domowina
entgegenstellten.
Mit der Gründung des
Bezirks Cottbus
entstand 1952 erstmals seit 1815 wieder ein politisches Territorium, dass hauptsächlich aus dem historischen Kerngebiet der Niederlausitz bestand. Explizit als „Energiebezirk“ gebildet, war er durch Braunkohlenabbau und -verstromung geprägt. Daneben wurde die Textilindustrie (
VEB Chemiefaserwerk Guben
) entwickelt. Prägend war auch die starke Militarisierung der DDR-Gesellschaft mit ihren zahlreichen Militärstandorten.
Seit 1990 ist die Niederlausitz Teil des Landes Brandenburg. Die Kreisreform von 1993 nahm auf die historische Landschaft Niederlausitz nur bedingt Rücksicht und richtete vorrangig die Kreise auf das wirtschaftliche Zentrum Berlin aus. Durch Konfrontation mit dem
Weltmarkt
, Abwanderung,
Entmilitarisierung
Ökonomisierung
des Braunkohlenbergbaus und in den letzten Jahren auch eine gezielte
Dekarbonisierungspolitik
befindet sich das Gebiet der Niederlausitz in einem anhaltenden, tiefgreifenden
Strukturwandel
Geographie und Natur
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Die Niederlausitz (grün) zu Beginn des 18.
Jahrhunderts
Lage
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Das Territorium der Niederlausitz ist begrenzt durch die Flüsse
Spree
im Norden,
Bober
im Osten,
Schwarze Elster
im Süden und
Dahme
im Westen.
Die nördliche Grenze der Niederlausitz verläuft nördlich von
Golßen
bis Hartmannsdorf, folgt dem Spreebogen bzw. der Spree über
Schlepzig
Pretschen
weiter nördlich bis Zaue zum
Schwielochsee
. Von dort geht es nördlich
Friedland
und
Mixdorf
in der
Ziltendorfer Niederung
an die Oder und schließlich ostwärts bis Niemaschkleba (poln.
Chlebowo
), einem Teil der Landgemeinde
Gubin
, in Polen. Die östliche Grenze verläuft in Polen etwa entlang der Linie Niemaschkleba–Sommerfeld.
Der Ort Sommerfeld (poln.
Lubsko
) selbst gehört nicht zur Niederlausitz. Die Grenze folgt dann ab Legel (poln. Lagoda) bis Christianstadt (poln.
Krzystkowice
) dem
Bober
und biegt westlich des Bober nach Kunzendorf (poln. Kunice Żarskie), einem südöstlichen Stadtteil von Sorau (poln.
Żary
) ab.
Im Südosten bildet etwa die Linie Kunzendorf bis Groß Särchen (poln.
Żarki Wielkie
) an der Lausitzer Neiße die Grenze und folgt von dort entlang der ehemaligen brandenburgisch-sächsischen Grenze (bis zum Jahr 1952) zur Schwarzen Elster dieser dann bis
Lauchhammer
(früher Mückenberg). Im Südwesten wechselte die Grenze für die Niederlausitz als Verwaltungsgebiet (u.
a. Markgrafschaft) mehrfach. So gehörten Finsterwalde, Senftenberg, Doberlug-Kirchhain und Sonnewalde, jede Stadt für sich, in unterschiedlichen Epochen auch mal zu sächsischem Gebiet. Auf Karten ist die Grenze zwischen der Herrschaft Dobrilugk, heute
Doberlug-Kirchhain
und der
Grafschaft Brehna
als am stabilsten erkennbar. Seit 1993 gibt es den
Landkreis Elbe-Elster
, abgeleitet vom
Elbe-Elster-Land
, womit man die westliche Grenze entweder der alten Linie
Buchhain
über
Trebbus
und
Luckau
bis Schenkendorf (westlich von
Golßen
), oder entlang des
Landkreises Oberspreewald-Lausitz
sehen kann.
Geologie
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Landschaftsbild der Niederlausitz
Das in Deutschland liegende Teilgebiet der Niederlausitz gehört zum
norddeutschen Tiefland
. Durch sie zieht sich der
Lausitzer Grenzwall
, ein Teil des
südlichen Landrückens
, der sich nordwestlich im
Niederen Fläming
fortsetzt. Es handelt sich dabei um die Haupt
endmoräne
des Warthestadiums der
Saaleeiszeit
. Die höchste Erhebung des Lausitzer Grenzwalls (und damit der Niederlausitz) ist der 227
m hohe
Rückenberg
polnisch
Góra Żarska
) bei
Żary
. Der Südliche Landrücken stellt hier eine
Wasserscheide
dar. Entlang einer breiten parallelen Linie durch
Finsterwalde
bis
Calau
Calauer Schweiz
) entspringen kleine Flüsse wie die
Kleine Elster
und Bäche, die meist nach Norden fließen und im
Spreewald
in die
Spree
münden. Durchbrüche haben die von Süden kommenden Flüsse
Dahme
, Spree und
Neiße
geschaffen. Südlich des Lausitzer Grenzwalls schließt sich das
Urstromtal
der
Schwarzen Elster
an.
In der Zeit des frühen
Weichselhochglazials
war während des Brandenburger Stadiums (vor ca. 19.600 bis 19.000 Jahren) nur die nördliche Niederlausitz vergletschert. Die Reste der stark verwitterten und teilweise völlig abgetragenen Endmoränenzüge dieses Stadiums und die dazugehörigen
Sanderflächen
befinden sich nördlich des Spreewaldes. Zu dieser jüngeren
glazialen Serie
gehört als Abflussrinne das
Glogau-Baruther Urstromtal
, deren Bett in der Niederlausitz von der
Malxe
und der
Spree
genutzt wird, die sich hier zum
Spreewald
verzweigt.
Die Oberfläche der Niederlausitz wurde grundlegend im ausgehenden
Mittelpleistozän
vor ca. 150.000 Jahren geschaffen und in den folgenden Epochen des
Jungpleistozäns
und des
Holozäns
glaziär, vor allem aber
periglaziär
durch Verwitterung, Abtragung, Ausspülung und Verwehung sowie durch
äolische
und
fluviatile Sedimentation
geformt.
An Bodenschätzen finden sich neben Braunkohle und Kies auch tiefliegende Vorkommen von Kupfer, die sich von Spremberg und Weißwasser bis ins polnische
Lubin
erstrecken.
Letzte tiefgreifende Veränderungen in der Landschaft entstanden seit den 1930er Jahren, sowie verstärkt zu
DDR
-Zeiten durch das Anlegen großer
Braunkohletagebaue
, denen über 100
Dörfer zum Opfer fielen
. Bis in die Gegenwart werden Orte zerstört, so
Horno
Lakoma
oder
Kausche
Gewässer und Landschaften
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Lausitzer Seenland
Typischer Kiefernforst (Plantagenwald) der Niederlausitz
Spreewald bei Lübbenau
Siehe auch:
Lausitzer Seenland
Flüsse
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Berste
Lausitzer Neiße
Malxe
Oder
Oelse
Schlaube
Schwarze Elster
Spree
Landschaften und Naturräume
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Lausitzer Grenzwall
Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft
, zum Teil im heutigen
Elbe-Elster-Land
Naturpark Niederlausitzer Landrücken
Naturpark Schlaubetal
Spreewald
Mehßower Landschaft
Klima
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Klimadiagramm von Cottbus
Die Niederlausitz gehört zu den niederschlagärmsten Regionen Deutschlands. In lediglich drei bis vier Monaten pro Jahr wird eine monatliche Niederschlagsmenge von mehr als 50
mm erreicht.
Städtische Entwicklung
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Spremberger Stadtmitte (2007)
Städtische Zentren waren und sind
Cottbus
(Chóśebuz) als größte Stadt, die historischen Hauptstädte des Landes
Lübben (Spreewald)
(Lubin ((Błota))) und
Luckau
(Łukow) sowie
Guben
(Gubin),
Calau
(Kalawa),
Finsterwalde
(Grabin),
Forst
(Baršć),
Senftenberg
(Zły Komorow),
Spremberg
(Grodk),
Lübbenau/Spreewald
(Lubnjow/Błota),
Vetschau/Spreewald
(Wětošow/Błota) und im Südwesten
Doberlug-Kirchhain
(früher Dobrilugk) und
Lauchhammer
(Łuchow;
obersorbisch
Železarnje), siehe auch
Elbe-Elster-Land
, sowie im polnischen Teil die Stadt
Żary
(Žarow;
Sorau).
Gegenwärtig ist das Gebiet der Niederlausitz innerhalb des Bundeslandes Brandenburg in mehrere Kreise aufgeteilt.
Landkreise und kreisfreie Städte
Cottbus
(kreisfreie Stadt) (CB)
Landkreis Elbe-Elster
(EE), teilweise
Landkreis Dahme-Spreewald
(LDS), teilweise
Landkreis Oberspreewald-Lausitz
(OSL)
Landkreis Oder-Spree
(LOS), teilweise
Landkreis Spree-Neiße
(SPN)
Die Niederlausitz ist, ungeachtet der relativ dünnen Besiedlung, wie alle Regionen Mitteleuropas eine von den Menschen intensiv gestaltete Kulturlandschaft. Sie ist durch
Kiefernforste
Heiden
und
auwaldartige
Erlenbruchwälder
, aber auch durch landwirtschaftliche Nutzflächen,
Grünländer
und
Äcker
, geprägt.
Wirtschaft
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Industrie
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Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 ist in den ersten Folgejahren der deutsche Teil der Niederlausitz weitgehend deindustrialisiert worden. Von der vormals bedeutenden
Glasindustrie
, dem
Textilgewerbe
und der
Holzverarbeitung
existieren nur noch kleine Reste. Durch den Kapitalmangel und durch die viel effizientere Technik besonders im Hauptwirtschaftszweig Energiegewinnung hat ein Gros der Arbeitnehmer die Niederlausitz wieder verlassen. Die
Braunkohleverstromung
ist mit drei Braunkohlekraftwerken immer noch der größte Arbeitgeber, der Export der elektrischen Energie in das deutsche Verbundnetz Haupterwerbszweig. Allein durch die erneuerbaren Energien soll der Eigenstrombedarf in einigen Regionen gedeckt werden. Entsprechend befinden sich auch kleine und mittlere Unternehmen der Metallverarbeitung und des Maschinenbaus in der Region. Forschung und Entwicklung wird in der Biotechnologie und chemischen Industrie (BASF) betrieben. Daneben gehen seit Mitte der 2000er Jahre mehrere der größten Solarparks wie der
Solarpark Finsterwalde
und der
Solarpark Lieberose
in Betrieb.
Ein Problem beim Ausbau der erneuerbaren Energien stellt hier die Leitungskapazität und der schleppende Ausbau des Leitungsnetzes in den Süden Deutschlands dar.
Während der wirtschaftlichen Neufindung scheiterten zunächst auch Projekte wie die Produktion für Luftschiffe (
Cargolifter
), wurden aber durch andere wie heute der Urlaubspark Tropical Islands kompensiert.
Verwaltungsgebäude der Leag
Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe
Um
Spremberg
und Weißwasser sollten ab etwa 2015 ca. 200 Mio. Tonnen Kupfererz aus 1500
m Tiefe abgebaut werden.
Im Lausitzer Seenland wird als neuer Wirtschaftszweig der Tourismus seit den 2000er Jahren etabliert und gewinnt an Bedeutung.
Infrastruktur
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Cottbuser Hauptbahnhof
Das Eisenbahnnetz ist sehr gut ausgebaut, jede Stadt ab ca. 8.000 Einwohnern bietet dadurch Anbindung an die umliegenden Großstädte Berlin, Cottbus, Dresden und Leipzig. Alle betriebenen Strecken sind seit Ende der 1980er Jahre bis auf die Hauptbahn
Cottbus–Görlitz
zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. Der Anschluss an das polnische Netz ist nur auf eingleisigen Strecken möglich. Die Ausnahme ist die
Strecke über Hoyerswerda
und Kohlfurth (Węgliniec) nach
Breslau
(Wrocław).
Bahnverbindungen
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Berlin–Zossen–Luckau/Uckro–Doberlug-Kirchhain–Elsterwerda–Großenhain–Dresden
Berlin–Lübben(Spreewald)–Lübbenau/Spreewald–Cottbus–Spremberg–Weißwasser–Görlitz
Cottbus–Forst (Lausitz)
Cottbus–Guben
und
Guben–Frankfurt (Oder)
Leipzig/Halle–Torgau–Falkenberg/Elster–Doberlug-Kirchhain–Finsterwalde–Calau–Cottbus
Kamenz(Oberlausitz)–Senftenberg–Calau–Lübbenau
Węgliniec in Polen–Hoyerswerda–Ruhland–Senftenberg–Lauchhammer–Elsterwerda–Bad Liebenwerda–Falkenberg/Elster
Niederschlesische Gütermagistrale
Dresden–Großenhain–Senftenberg–Cottbus
Straßen
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Das Straßennetz wird neben den Landesstraßen von den Bundesstraßen
87
96
97
102
112
115
156
169
179
und
320
gebildet, wobei geplant ist, die B
169 nach dem
2+1-System
auszubauen.
Um besseren Anschluss nach Norden und Westen zu erreichen, wird auch der 2+1-Ausbau der B
87 von Leipzig nach Frankfurt (Oder) gefordert.
10
In Nord-Süd-Ost-Richtungen verlaufen die Autobahnen
13
und
15
Bildung und Gesundheit
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Universitätsbibliothek Cottbus
Die Bildungs- und Versorgungseinrichtungen sind mit der
Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg
und beispielsweise der
Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem
und dem
Klinikum Niederlausitz
gut ausgebaut, wobei der steigende Hausärztemangel ein großes Problem darstellt.
Landwirtschaft
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Die
Landwirtschaft
auf relativ mageren Böden bei Deutschlands niederschlagsärmstem
Klima
ist nur begrenzt ertragreich. So werden vor allem
Flachs
für
Leinöl
Mais
Raps
und
Spargel
um Calau angebaut. Einige landwirtschaftliche Produkte aus der Niederlausitz, insbesondere aus dem Spreewald, haben deutschlandweit einen sehr guten Ruf.
Tourismus
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Schloss Fürstlich Drehna
zwischen Crinitz und Luckau
Der
Aussichtsturm „Rostiger Nagel“
am
Sornoer Kanal
aus
COR-TEN-Stahl
Schloss und Park Zinnitz
Geierswalder See
IBA-Terrassen
Von touristischer Bedeutung ist traditionell der
Spreewald
. Bedeutsam sind auch die Stadt Cottbus sowie die aus gartenarchitektonischer Sicht bedeutenden Parks des
Fürsten Pückler
, der
Branitzer Park
in (Cottbus-)
Branitz
und der
Fürst-Pückler-Park Bad Muskau
. Durch die Renaturierung und Flutung der ehemaligen
Tagebaue
ist zudem die Tourismusregion
Lausitzer Seenland
im Entstehen.
Die Niederlausitz wird von
Radfern-
und -regionalwegen erschlossen. Im Osten begrenzt der
Oder-Neiße-Radweg
die Region. Zentral wird sie vom
Spreeradweg
durchquert. Als regionale Routen bieten sich der
Froschradweg
und die
Niederlausitzer Bergbautour
(länderübergreifend
Brandenburg
und
Sachsen
) an. Im Norden im Spreewaldraum schließen der
Gurken-Radweg
und die
Fürst-Pückler-Tour
an. Im Südwesten leitet der
Elster-Radweg
zum
Elberadweg
Siehe auch
Lausitz#Tourismus
Kultur
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An Unterhaltungsmöglichkeiten sind mehrere Theater und Ensembles in Cottbus, etwa das
Staatstheater Cottbus
mit dem
Philharmonischen Orchester Cottbus
, die
Neue Bühne
in Senftenberg, und die mehr als 100 Jahre alten vorführenden Kinozweckbauten, zwei der ältesten, das
Weltspiegel Cottbus
und das Weltspiegel Finsterwalde erwähnenswert.
Bezüglich des Niederlausitzer Brauchtums und der Rituale sind besonders die in der Lausitz verankerten
sorbischen
Traditionen zu erwähnen, wie beispielsweise das
Zampern
(camprowanje)
, Hahnrupfen
(kokot)
, das Verzieren von
Ostereiern
oder die
Vogelhochzeit
. Einen Teil der Volkskultur stellen auch die
sorbischen Trachten
dar – insbesondere die
Spreewaldtracht
– die jedoch heute fast nur noch an Festtagen sowie zu touristischen Zwecken angelegt werden.
Sprache
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Zentrales sorbisches Sprachgebiet im Jahr 1843 nach
Jan Arnošt Smoler
In der Niederlausitz werden heute im Wesentlichen die
Niederlausitzer Mundart
des Deutschen sowie von etwa 7.000–10.000 Menschen
Niedersorbisch
(auch
Wendisch
genannt) gesprochen. Noch im 18. Jahrhundert war das gesamte Gebiet der Niederlausitz mit Ausnahme der deutsch geprägten Städte einsprachig sorbisch. Die Landbevölkerung beherrschte in den meisten Orten kaum Deutsch. Das traf bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts noch auf den zentralen Teil der Niederlausitz zu, wogegen in der Peripherie, v.
a. in den Gebieten östlich von Neiße und Oder, im Luckauischen Kreis und in der Gegend um Doberlug-Kirchhain der Sprachwechsel zum Deutschen bedingt durch eine aktive Germanisierungspolitik in Schule und Kirche bereits erfolgt war. Nach der Statistik von
Arnošt Muka
aus den 1880er Jahren sprachen zu dieser Zeit noch 59,3
% der Einwohner des Kreises Cottbus Niedersorbisch; im Kreis Spremberg waren es 42,1
% und im Kreis Calau etwa 20
%.
11
Muka wies in seinen ausführlichen Berichten aus den Orten besonders des Kreises Cottbus explizit darauf hin, dass es in vielen Dörfern kaum Einwohner gebe, die Deutsch beherrschten.
Im Lauf des 20. Jahrhunderts geriet das Niedersorbische bedingt durch die in den ersten fünf Jahrzehnten verstärkten Germanisierungsbestrebungen seitens des Staates, durch den massenhaften Zuzug einerseits von Arbeitskräften v.
a. in die Braunkohlenindustrie und andererseits von deutschsprachigen Umsiedlern aus den ehemaligen Ostgebieten nach 1945 sowie durch andere Assimilationsfaktoren auch in den zentralen Niederlausitzer Kreisen endgültig in die Rolle der Minderheitensprache. Noch 1956 war es zwar in 24 Gemeinden des Kreises Cottbus die Sprache der Mehrheit, der Anteil an der Gesamtbevölkerung des Kreises war jedoch auf 29
% geschrumpft.
12
In vielen Dörfern erfolgte der Sprachwechsel innerhalb von nur zwei bis drei Generationen.
13
Heute ist die niedersorbische Sprache in allen Orten eine Minderheitensprache und am meisten noch in den Gemeinden nördlich von Cottbus (
Dissen-Striesow
Schmogrow-Fehrow
Teichland
Turnow-Preilack
etc.) in Gebrauch.
Siehe auch
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Portal: Lausitz
– Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Lausitz
Deutsch-niedersorbische Ortsnamensliste
Literatur
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Besiedlung der Lausitz in der Frühgeschichte und im Mittelalter
Günter Wetzel
Germanen – Slawen – Deutsche in der Niederlausitz.
In:
Bericht der Römisch-Germanischen Kommission.
Band 83. 2002, S. 206–242.
Neuere Geschichte
Günter Bayerl
Peripherie als Schicksal und Chance – Studien zur neueren Geschichte der Niederlausitz.
Waxmann, Münster / New York / München / Berlin 2011,
ISBN 978-3-8309-2365-7
(=
Die Niederlausitz am Anfang des 21. Jahrhunderts – Geschichte und Gegenwart
, Band 1);
Google Books-Vorschau
in der Google-Buchsuche
Rudolf Lehmann
Geschichte der Niederlausitz.
de Gruyter, Berlin 1963;
DNB
452752043
Kultur
Anne Gehrmann, Dirk Schumann (Hrsg.):
Dorfkirchen in der Niederlausitz. Geschichte – Architektur – Denkmalpflege.
Lucas-Verlag, Berlin 2011,
ISBN 978-3-86732-054-2
Enzyklopädische Artikel
Lausitz
. In:
Meyers Großes Konversations-Lexikon
. 6. Auflage.
Band
12
L–Lyra
. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1908,
S.
254–257
Digitalisat.
zeno.org
).
Reiseführer
Anja Pohontsch, Mirko Pohontsch, Rafael Ledschbor, Guido Erbrich:
Wo der Wendenkönig seine Schätze versteckt hat – Unterwegs in der sorbischen Niederlausitz.
Domowina-Verlag, Bautzen 2011,
ISBN 978-3-7420-1985-1
Ortslexika
Rudolf Lehmann
Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz
. Band 1:
Einleitung und Übersichten. Die Kreise Luckau, Lübben und Calau
. Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde, Marburg 1979,
ISBN 3-921254-96-5
. Nachdruck: Klaus Becker Verlag, Potsdam 2011,
ISBN 978-3-941919-89-1
doi:10.35998/9783830542971
Rudolf Lehmann:
Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz
. Band 2:
Die Kreise Cottbus, Spremberg, Guben und Sorau
. Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde, Marburg 1979,
ISBN 3-921254-96-5
. Nachdruck: Klaus Becker Verlag, Potsdam 2011,
ISBN 978-3-941919-90-7
doi:10.35998/9783830542988
(Open Access).
Weblinks
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Commons
: Niederlausitz
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Niederlausitz
– Reiseführer
Wiktionary: Niederlausitz
– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Literatur von und über Niederlausitz
im Katalog der
Deutschen Nationalbibliothek
Informationen zur Niederlausitz
Deutsch-Sorbisches Ortsnamenlexikon der Niederlausitz
Archiv verschwundener Orte
Einzelnachweise
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Ivan Hlaváček
Das Urkunden- und Kanzleiwesen des böhmischen und römischen Königs Wenzel (IV.) 1376-1419. Ein Beitrag zur spätmittelalterlichen Diplomatik
(=
Schriften der Monumenta Germaniae historica
Band
23
). Hiersemann, Stuttgart 1970,
S.
76
Eine Abbildung des Siegels bei
Otto Posse
Die Siegel der deutschen Kaiser und Könige von 751 bis 1806
Band
. Baensch, Dresden 1910,
Tfl. 7
uni-goettingen.de
).
Eine Umzeichnung gibt
František Martin Pelcl
Lebensgeschichte des Römischen und Böhmischen Königs Wenceslaus
Band
. Prag 1788,
Tfl. 1, Abb. 3
digitale-sammlungen.de
).
A. Bauch
Die Siegel Herzog Bolkos II. von Schweidnitz, Pfandherr der Lausitz mit besonderer Berücksichtigung des ältesten Wappens der Lausitz resp. Niederlausitz
. In:
Schlesiens Vorzeit in Wort und Bild
Band
Nr.
48
, 1881,
S.
39
44
archive.org
).
Die Chronik der Stadt Augsburg
. In:
Die Chroniken der Schwäbischen Städte
(=
Die Chroniken der Deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert
Band
).
Band
. Hirzel, Leipzig 1865,
S.
61
archive.org
).
Bergshammars vapenbok
S. 16
riksarkivet.se
ca. 1440).
Dort als
Querlets
Herzogtum Görlitz
) bezeichnet, dem der östliche Teil der Niederlausitz von 1377 bis 1396 angehörte. Weitere Fundstellen in Wappenbüchern, vgl.
Steen Clemmensen
The Lyncenich Armorial
S.
96
armorial.dk
PDF
).
Simone Wendler
Windstrom in Elbe-Elster gelangt nicht ins Netz.
In:
Lausitzer Rundschau
Lausitzer VerlagsService GmbH,
23.
Februar 2012
abgerufen am 7.
Januar 2014
Der Schatz von Spremberg.
Zeit Online
, 15. April 2010.
Kupfererzvorkommen in der sächsisch-brandenburgischen Lausitz.
Memento
vom 26. September 2011 im
Internet Archive
auf:
sachsen.de
Die Mondlandschaft Lausitz soll wieder blühen.
Welt Online
, 21. Juli 2010.
Drei Jahre Staustress: B 169 wird ab 2013 ausgebaut.
In:
Lausitzer Rundschau.
18.
August 2009.
Nach Stopp für vierspurige B
87: Regionale Unternehmen fordern Ausbau in geplanter Form.
In:
Leipziger Internet Zeitung
3. März 2011.
Ernst Tschernik:
Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung.
Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 138
Angaben aus der Sorben-Statistik von Ernst Tschernik in: Ludwig Elle:
Sprachpolitik in der Lausitz.
Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 259.
Für
Horno
am Ostrand des niedersorbischen Sprachgebietes gibt Arnošt Muka 1884, dass fast alle Einwohner Sorbisch sprechen, viele dagegen kein Deutsch. Ernst Tschernik zählt nur 70 Jahre später noch 71 von 674 Einwohnern mit aktiven sorbischen Sprachkenntnissen, darunter lediglich vier Kinder und Jugendliche.
51.75
14.5
Koordinaten:
51°
45′
0″
14°
30′
0″
Normdaten
(Geografikum):
GND
4042205-7
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lobid
OGND
AKS
LCCN
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