(PDF) Dante à Strasbourg – Studien zum Witte-Archiv in Strasbourg
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Dante à Strasbourg – Studien zum Witte-Archiv in Strasbourg
Enrica Zanin
Antonio Montefusco
Gianluca Briguglia
2020, Deutsches Dante-Jahrbuch, dossier thématique
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6 pages
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Abstract
La très riche collection d’œuvres dantesques de Karl Witte (1800-1883) a été acquise par la bibliothèque de Strasbourg, quand la ville était en Allemagne. Depuis son retour en France, la collection du philologue allemand est tombée dans l’oubli. Ces articles, issus d'une journée d'étude qui a eu lien en 2018, sont l’occasion de redécouvrir et de contextualiser ce fonds, qui contient des éditions et manuscrits anciens des œuvres de Dante, des textes de critique dantesque, ainsi que la riche correspondance et les notes de travail de Witte, qui a été le premier à entreprendre une édition philologique de la Comédie.

Enrica Zanin, Liebt Dante Gemma? p. 101-116.

Catherine König-Pralong, Philosophiefeindlichkeit und konservatives Denken: Karl Wittes Dante, p. 117-130.

Angelo Colombo, Die deutsche Dante-Forschung und die italienische ›historische Schule‹: ein Briefwechsel zwischen Karl Witte und Alessandro D’Ancona, p. 131-142.

Antonio Montefusco, Zwischen D’Ancona und Witte: Novati und die Edition der Briefe Dantes, p. 143-157.

Claudia Villa, Ein früher Beginn: Karl Witte und Dantes Brief an die Kardinäle, p. 158-165.

Johannes Bartuschat, Dante verstehen und missverstehen: zu Karl Wittes Danteinterpretation, p. 166-178.
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Restaurieren studieren in Stuttgart: Der Studiengang Objektrestaurierung
Gerhard Eggert
WAS WÄREN WIR OHNE DIE DINGE! Zum 25-jährigen Jubiläum des Stuttgarter Studiengangs Objektrestaurierung, 2013
Describes [in German] the teaching in the study programme 'Objects' Conservation' at the Stuttgart State Academy of Art and Design as of 2013.
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Dante e Jung - Zusammenfassung DE
Natalia A . Serebrennikova
2021
Die Konferenz setzte die Tradition des Eranos-Clubs fort. Die drei Teile der Konferenz können nicht nur formal, sondern auch inhaltlich mit den drei Teilen von Dantes Göttliche Komödie und mit Jungs Büchern Das Rote Buch, Aion und Mysterium coniunctionis korreliert werden. 1. DAS LEBEN VON DANTE ZWISCHEN GESCHICHTE UND VISIONEN; 2. DIE REISE VON DANTE, DER WEG DER SEELE, DER PFAD DER PSYCHE; 3. AUFSTIEG, HOCHHEBEN UND TRANSMUTATION. Trotz der letzten 700 Jahre seit seinem Tod bleibt Dante sehr nah bei uns: Er kann jeden in der zweiten Hälfte des Lebens symbolisch begleiten, wo es keine siegreichen Helden mehr gibt.
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Frank-Rutger Hausmann: Die Deutsche Dante-Gesellschaft im geteilten Deutschland. Stuttgart: Hauswedell 2012, 298 S., Abb
Winfried Wehle
Romanische Forschungen, 2013
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Gutachten zum Forschungsstand „Protestantismus und Antiziganismus“
Verena Meier
Im Auftrag des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, 2017
Die Rolle von Kirchen – insbesondere der evangelischen Kirchen und ihrer Vertreter und Vertreterinnen – stellt ein großes Desiderat in der Antiziganismusforschung und den Romani Studies dar. Dieses wissenschaftliche Gutachten gibt einen Überblick über bereits vorliegende Zugänge und Studien. Ergebnisse und weitere Forschungslücken werden dabei in Bezug auf „Protestantismus und Antiziganismus“ in Deutschland aufgezeigt. Der Überblick erfolgt in chronologischer Abfolge, beginnend mit der Reformation bis hin zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und dem erinnerungskulturellen Umgang mit der Vergangenheit. Derzeit fehlt es an übergreifenden und systematischen Studien. Dennoch geben die bereits vorliegenden Untersuchungen zu bestimmten geografischen und zeitlichen Kontexten bereits einen Eindruck von den übergreifenden Verflechtungen zwischen Vertretern und Vertretern der evangelischen Kirche und antiziganistischen Tendenzen. The role of churches – Protestant churches and their representatives in particular – in antigypsyist-tendencies is a major desideratum in research on antigypsyism and Romani studies. The following research report gives an overview of existing research approaches and studies. Their findings and further research gaps are highlighted in relation to “Protestantism and Antigypsyism” in Germany. The overview is given in a chronological order, beginning with the Reformation and ending with the post-war period and coming to terms with the past in memory culture. Currently, a broader and systematic study on the topic is missing but studies on certain periods of time and geographical contexts shed a light on larger entanglements between representatives of the Protestant church and antigypsyist tendencies.
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"Arte et Marte" - Die Gründung der Bibliotheksgesellschaft und der barocke Festungsbau in Zürich
Christine Barraud Wiener
Andreas Motschi
Basel und der Dreissigjährige Krieg, 2021
Thematisiert wird die Gleichzeitigkeit von Festungsbau und Aufbau einer Bibliothek mit Kunstkammer im 17. Jahrhundert in Zürich
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Rez. zu: Stefan Constantinescu, »Visitatio Verbi« dans les Sermons »In Cantica« de Saint Bernard de Clairvaux, Münster 2022, in: Francia-Recensio 2023/3
Anne Greule
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Dieter Vieweger - Katharina Schmidt: Das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI), zugleich Forschungsstelle des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), im Jahr 2016
Dieter Vieweger
Im Jahr 2016 gab es keine nennenswerten Veränderungen der politischen Lage in Jerusalem. Weiterhin ereigneten sich Messerattacken und gelegentlich Straßenkämpfe -einige in der Altstadt von Jerusalem. Der muslimische Fastenmonat Ramadan verlief im Vergleich zu den Vorjahren eher ruhig. Die Arbeit im archäologischen Park unter der Erlöserkirche wie auch auf dem Ölberg konnte ungehindert weitergeführt werden. 2. Institut 2. 1. Personalia Vom 02. 11. 2015 bis 11. 03. 2016 war die Praktikantin ROSALIE NIEHAUS im Institut. Am 01. 09. 2016 begann KATHARINA PALMBERGER ihre Arbeit als wissenschaftliche Assistentin am DEI Jerusalem. Vom 01. 04. -30. 06. arbeiteten BERNARD BEITZ (IT-Infrastruktur des DEI) und LEA ESTELLE THIERRY (Konservierung der Miqve im Zionsfriedhof ) als Stipendiaten des Fördervereins in Jerusalem. Am 01. 09. verabschiedeten wir unsere Jahresvolontäre MAGNUS OBERMANN und KATHRIN HÄß. Nach ihnen traten MATTHEA KIESANT und SIMON KILLIUS ihren Dienst im DEI an. Vom 18. 07. -11. 09. waren FLORIAN RÖSCH und vom 07. 09. -07. 10. LUZIA MAYER Praktikanten am DEI Jerusalem. BERNARD BEITZ kam im September für Photoarbeiten im Rahmen des Projektes "Digitale Datensicherung historischer Holzmodelle Jerusalems aus den Händen Conrad Schicks" nochmals nach Jerusalem.
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Carola Fey, Mit dem Blick des Kenners. August Hermann Francke besucht die Stuttgarter Kunstkammer, in: Schätze der Welt aus landeshistorischer Perspektive, Festschrift zum 65. Geburtstag von Wolfgang Wüst, hg. v. Sabine Wüst, St. Ottilien 2018, S. 199–209.
Carola Fey
2018
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Vorwort: Dante und die Komparatistik
Stephanie Heimgartner
Komparatistische Perspektiven auf Dantes 'Divina Commedia'
den Dichter selbst sprechen zu lassen-ja nicht einmal über den Dichter zu sprechen-sondern […] von denen zu sprechen, die ihrerseits über den Dichter gesprochen haben-das scheint gewiß ein wenig lebendiges, mittelbares und etwas trübseliges Unternehmen. Allein […] macht uns eine solche Betrachtung auf eine produktive Art skeptisch gegen unsere eigenen Meinungen, sie reizt zur Prüfung, was daran vorurteilsvoll und allzu vergänglich ist"-so begründete Erich Auerbach in seiner Antrittsvorlesung Dante und die Romantik, warum eine Beschäftigung mit der historischen Dante-Forschung sinnvoll erscheint. 1 Die Dante-Philologie ist ihrem Wesen nach diachron komparatistisch, denn eine Deutungstradition entsteht fast unmittelbar nach dem Tod des Autors vor fast 700 Jahren. Unter der erdrückenden Last und der nie auszuschöpfenden Fülle der Forschungsgeschichte erscheinen die eigenen wissenschaftlichen Unternehmungen nicht nur vergänglich, sondern auch ohne diejenigen der Vorgänger undenkbar. Auch auf den engeren fachgeschichtlichen Kontext trifft das zu. "Dante in Deutschland ist ein typisches Thema der vergleichenden Literaturwissenschaft, die Geschichte einer bis heute andauernden Faszination", konstatiert zutreffend Achim Hölter in einem Beitrag zu Tiecks Dante-Rezeption, 2 und für die französische und englischsprachige Komparatistik lässt sich diese Diagnose übernehmen. Im frühen 19. Jahrhundert konstituiert sich die Disziplin entlang ihrer Gegenstände: Einer der ersten und wichtigsten ist bis heute das in vielfältiger Ausprägung formulierte Konzept von ‚Weltliteratur'. Mit ihm verbinden sich Themen der internationalen und interkulturellen Kommunikation, der Übersetzung und der Kanonisierung literarischer Werke mit Hilfe des Vergleichs über Sprachen und Gattungsgrenzen hinweg. Die Verwurzelung fachlicher Grundannahmen in der Literatur der Romantik und der Wissenschaftstheorie um 1800 teilt die Komparatistik mit zahlreichen anderen Disziplinen, bei wenigen jedoch ist die Entstehung aus philosophisch-poetologischen Überlegungen so offen-|| 1 "Dantes Entdeckung in der Romantik".
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Leonard Brey – Michele Lange – Stefan Krmnicek – Alexa Küter- Antike Numismatik in Tübingen Promotionen und Projekte
Michele Lange
Geldgeschichtliche Nachrichten 321, 2022
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Dante à Strasbourg – Studien zum Witte-Archiv
in Strasbourg

Gianluca Briguglia und Enrica Zanin
Einleitung zum Schwerpunkt Dante à
Strasbourg – Studien zum Witte-Archiv in
Strasbourg

Während der preußischen Belagerung Strasbourgs im August und September
1870 fügt die massive Bombardierung der Stadt riesige Schäden zu. Viele histori-
sche Gebäude werden beschädigt und die alte Stadtbibliothek mit Sitz im Temple
Neuf wird zerstört – eine beeindruckende Sammlung von unschätzbarem Wert;
Bücher, Dokumente und mittelalterliche Manuskripte gehen damit verloren. Das
Ereignis löst in ganz Europa heftige Reaktionen aus und nach dem mit der
Annektierung Strasbourgs und Elsaß-Lothringens beendeten Krieg beschließt der
Kaiser sofort, noch im Jahr 1871, eine neue, große Bibliothek bauen zu lassen. Die
Kaiserliche Universitäts- und Landesbibliothek zu Strassburg soll nicht nur die
Stadt für den Verlust ihrer historischen Bibliothek entschädigen, sondern auch
das kulturelle Zentrum einer Re-Germanisierung der gesamten Region und eines
der Zentren des neuen städtischen Raums werden (die Stadterweiterung wird
1894 abgeschlossen). Im Lauf der Jahrzehnte erhält die Bibliothek wichtige Be-
stände und Sammlungen, sodass sie bald zur dritten bedeutenden Bibliothek
nach den Staatsbibliotheken von Berlin und München wird. Im Kontext dieser
Akquisitionspolitik kreuzt sich das Schicksal der Bibliothek mit jenem Karl Wit-
tes, dem ehemaligen frühreifen Wunderkind, das nach seinem Jura-Examen noch
zu jung für einen Lehrstuhl war und daher, zur Überbrückung der dafür notwen-
digen Zeit, von Kaiser Friedrich Wilhelm III persönlich eine Italienreise finanziert
bekam. Zwischen 1818 und 1821 weilte Witte also in Italien. Hier traf er auf Dantes
Werk und dies war der Anfang einer intellektuellen Leidenschaft, die ihn zu
einem der größten Dantisten aller Zeiten machen sollte. Auf seiner Jagd nach
Kodices knüpfte er vielfältige und fruchtbare Beziehungen zu italienischen For-
schern und Intellektuellen, aber auch zu Adligen, Politikern, Klerikern. Im Jahr
1865 gründet er die Dante Gesellschaft.
Die Bibliothek Strasbourg interessiert sich bald für Wittes reiche Sammlung:
Zahlreiche Inkunabeln, Manuskripte, frühe Dante-Drucke und -Forschungen hat
der Dantist im Laufe der Jahre angesammelt, zusammen mit seinen Notizen, dem
Briefwechsel und weiteren Dokumenten. Witte vermacht der Bibliothek seinen

Gianluca Briguglia (Venezia), E-Mail:
[email protected]
Enrica Zanin, (Strasbourg), E-Mail:
[email protected]

98 Gianluca Briguglia und Enrica Zanin

Nachlass, der 1883 nach seinem Tod an diese übergeht: Inkunabeln, Dante-
Editionen, Drucke aus dem 16. Jahrhundert, Manuskripte, Forschungen, dazu
seine eigenen Aufzeichnungen, Notizen, Briefe.
Dieser Nachlass befindet sich, heute bedauerlicherweise weitgehend in Ver-
gessenheit geraten, nach wie vor dort und ist mittlerweile Teil der Bibliothèque
nationale universitaire de Strasbourg. Dass der Witte-Fonds keinen eigenen Raum
und keine eigene Katalogisierung hat, erschwert seine Sichtbarkeit. Dabei finden
sich hier nicht zuletzt die Manuskripte vieler früher im Dante-Jahrbuch publizier-
ten Aufsätze Wittes.
Es schien uns daher an der Zeit, mit Hilfe der BNU Strasbourg eine dem Witte-
Fonds gewidmete Tagung zu organisieren, die dessen noch zu erschließenden
Reichtum wieder ins öffentliche Bewusstsein bringen sollte. Die Tagung fand vom
11.–12. Oktober 2018 unter Mitwirkung der deutschen, der italienischen und der
französischen Dante-Gesellschaften statt.
Die hier versammelten Tagungsbeiträge sind das Ergebnis der in Strasbourg
angestellten Überlegungen. Sie wollen einerseits Wittes Leistungen als Dante-
Interpret und andererseits seine philologische Arbeit als Dante-Herausgeber
sichtbar machen.
Johannes Bartuschat verortet Dantes Werk innerhalb des weiteren Kontextes
der deutschen literarischen Studien, die in Dante seit dem 18. Jahrhundert einen
Autor von zentraler Bedeutung sehen. Er zeigt, auf welche Weise Witte die
deutsche Beschäftigung mit Dante erneuert, indem er jede politische Vereinnah-
mung ebenso verwirft wie die idealistischen Dante-Interpretationen und einen
exzessiven Historismus. Stattdessen betont er die zentrale Bedeutung der Dante-
Texte, die es korrekt zu editieren und zu verstehen gilt. Catherine König-Pralong
untersucht hingegen Wittes Beitrag zum Studium von Dantes Philosophie und
beschreibt die Entwicklung des ideologischen und philosophischen Kontexts, in
dem Witte sich ausbildet und publiziert. Beschäftigten sich die Philosophen zu
Beginn des 19. Jahrhunderts im Wesentlichen mit der Commedia, in der sie eine
theologische und spirituelle summa sahen, so zeigt Witte die philosophische
Bedeutung des Convivio auf. Obwohl er Dantes Liebe zur Philosophie als eine
spirituelle »Verirrung« sieht, wecken seine Forschungen zum Convivio das Inte-
resse der Philosophen und fördern eine mehr an der Philosophie orientierte
Herangehensweise an Dantes Werk.
Claudia Villa und Antonio Montefusco analysieren Wittes philologisches
Werk und seinen wesentlichen Beitrag zur Entdeckung und dem Studium der
Briefe (Epistole), deren erste Ausgabe Witte 1827 besorgt. Claudia Villa zeigt, dass
einige Lesefehler Wittes die Edition und Rezeption der Epistole dauerhaft beein-
flussten. Antonio Montefusco beschäftigt sich mit dem Beitrag Francesco Novatis
in der Geschichte der Edition der Briefe von Witte bis d’Ancona. Das Novati-

Einleitung zum Schwerpunkt 99

Archiv in Mailand erlaubt es, Novatis Editionsmethode mit jener Wittes zu ver-
gleichen: zwar blieb die Edition des Ersteren unvollendet, seine Notizen zeigen
jedoch, dass er Wittes methodische Entscheidungen kritisch revidierte. Angelo
Colombo widmet sich einem weiteren wichtigen Beitrag Wittes zu den Dante-
Studien: seiner Edition der Vita Nuova, die wenige Jahre nach der Alessandro
D’Anconas publiziert wird. Die Forschung hat die wesentliche Neuheit von D’An-
conas Methode aufgezeigt: Das Studium des Briefwechsels zwischen den beiden
Philologen zeigt allerdings, dass D’Ancona in Witte den Vater des europäischen
Dantismus sieht. Enrica Zanin beschreibt die hitzige Kontroverse, die durch die
Position Wittes zur Figur Gemma Donatis ausgelöst wurde: Der Philologe vertrat
in mehreren Aufsätzen die Meinung, Dante habe seine Frau nicht geliebt und
erregte dadurch heftigen Widerspruch von Kollegen, die sich ausgiebig und über-
aus gelehrt zu einer Frage auslassen, die uns heute unlösbar scheint. In Wahrheit
möchte Witte das übertriebene Interesse seiner Zeitgenossen für Dantes Biogra-
phie kritisieren, das sie dazu führt, den Text und den konkreten Kontext, in dem
der Dichter lebt und schreibt, zu vergessen.
Alle hier versammelten Aufsätze setzen sich zum Ziel, Karl Wittes wichtigen
Beitrag zu den Dante-Studien zu erhellen und auf die Bedeutung eines noch
unzureichend erforschten Archivs aufmerksam zu machen. Seit Strasbourg zu
Frankreich gehört, wurden dem Witte-Archiv nur sporadisch Bestandsaufnahmen
gewidmet.1 Die darin enthaltenen Dokumente sind aber von Bedeutung: wie wir
schon sagten, beinhaltet Wittes Bibliothek alte Handschriften und bietet ein
umfassendes Panorama der Danteforschung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun-
derts. Genauer gesagt, enthält das Archiv Wittes Korrespondenzen (MS 2.529) mit
den größten Danteforschern seiner Zeit, darunter Gian Giacomo Trivulzio, Ales-
sandro D’Ancona und Edward Moore,2 außerdem Wittes Notizen und Schriften:
die Abschriften der von ihm kollationierten Commedia-Manuskripte (MS. 1.809),
seine Notizen (MS. 2.529 und MS. 5.459) und seine mit handschriftlichen Notizen
versehene Commedia-Ausgabe (MS. 1.812), das von ihm mit Anmerkungen ver-
sehene Exemplar der Epistole-Ausgabe von 1827 (R.10.798), seine Anmerkungen

1 Vgl. die zum 700. Jahrestag von Dantes Geburt publizierte Broschüre Les Editions, les traducti-
ons et les illustrations de Dante, à la Bibliothèque nationale de Strasbourg: VIIe centenaire de la
naissance de Dante Alighieri, catalogue d’exposition, Strasbourg, BNU 1965.
2 Vgl. die Arbeiten von Angelo Colombo, »Le ›buone correzioni‹ della ›dotta Germania‹. Karl
Witte e il ›Convivio‹ degli ›editori milanesi‹ (1825–1877)«, in: Studi Danteschi LXXV (2010), S. 151–
186; »›È sempre un giorno di festa per me quello in cui ricevo una lettera di Breslavia‹. Gian
Giacomo Trivulzio e Karl Witte tra filologia e letteratura«, in: Corrado Viola (Hrsg.), Le carte vive.
Epistolari e carteggi nel Settecento, Roma 2011, S. 251–270; John Lindon, »Henry Clark Barlow and
Karl Witte: a friendship in Dante, with unpublished letters«, in: Deutsches Dante-Jahrbuch LXIV
(1989), S. 75–110.

100 Gianluca Briguglia und Enrica Zanin

zum Convivio (CD.10.553,14), zur Monarchia (MS. 1.811-MS. 1.811A), die Dokumen-
te und Manuskripte zur Gründung der Dante Gesellschaft (CD.106.168,1–3), seine
Sammlung von Dante-Porträts (MS. 7.004). Eine vollständigere Bestandsaufnah-
me ist in Arbeit und wird 2021 zur Feier des 700. Todestags Dantes veröffentlicht
werden.3 Doch ein Großteil des Archivs bleibt unerforscht: wir wünschen uns,
dass dieser kurze Einblick zu neuen Forschungen zu Witte und seinem Archiv
anregen möge.

Übersetzt von Christine Ott

3 Es handelt sich um die Nr. 23 der Revue de la BNU, hrsg. von Gianluca Briguglia, Christophe
Didier und Enrica Zanin, die im Frühjahr 2021 erscheinen soll.
References (1)
»›È sempre un giorno di festa per me quello in cui ricevo una lettera di Breslavia‹. Gian Giacomo Trivulzio e Karl Witte tra filologia e letteratura«, in: Corrado Viola (Hrsg.), Le carte vive. Epistolari e carteggi nel Settecento, Roma 2011, S. 251-270; John Lindon, »Henry Clark Barlow and Karl Witte: a friendship in Dante, with unpublished letters«, in: Deutsches Dante-Jahrbuch LXIV (1989), S. 75-110.
Enrica Zanin
Université de Strasbourg, Faculty Member
Gianluca Briguglia
Università Vita-Salute San Raffaele, Faculty Member
Antonio Montefusco
Università Ca' Foscari Venezia, Faculty Member
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"Die deutsche Dante-Forschung und die italienische ›historische Schule‹: ein Briefwechsel zwischen Karl Witte und Alessandro D’Ancona", "Deutsches Dante-Jahrbuch", band 95, n° 1, 2020 [= "Dante à Strasbourg - Studien zum Witte-Archiv in Strasbourg"], pp. 131-142
Angelo Colombo
2020
Riassunto: L'articolo propone la discussione intrecciata da Karl Witte con Alessandro D'Ancona (1868-1877) in merito alla Vita nuova, di cui entrambi i dialoganti curarono un'edizione: il primo nel 1876, il secondo nel 1873. Ne emerge la funzione sostanziale di maestro del dantismo europeo ricoperta dal Witte nei confronti di chi, come il D'Ancona, si andava ormai affermando in Italia come capofila e animatore indiscusso della ›Scuola storica‹, che fu responsabile, nel suo insieme, di un rinnovamento profondo nei metodi di ricerca e negli indirizzi universitari degli studi nella seconda metà dell'Ottocento, in un rapporto fecondo di scambi e di assiduo confronto con l'ambiente accademico tedesco. Karl Witte hatte mit dem jüngeren Alessandro D'Ancona schon »viele Jahre« zuvor einen Briefwechsel begonnen, als er ihm am 12.4.1868 1 schrieb, um dem dreißigjährigen Pisaner Professor für die Zusendung der von diesem soeben publizierten »Terzinendichtung Puccis zum Lob Dantes« zu danken. Die Initiative D'Anconas hatte also ein im Laufe der Zeit gelockertes Verhältnis wiederbelebt, über das wir nicht viel sagen können, weil die ersten Briefe verlorengegangen sind: Offenbar benutzte D'Ancona, um den Austausch fortzusetzen, einen Text, der zwar etwas abseits der Interessen Wittes lag, aber doch die Neugier des sächsischen Forschers anstacheln konnte, weil er die vexata quaestio um Dantes Porträt wieder aufwarf. Dieses, von Vasari Giotto zugeschrieben, war am 21.7.1840 wieder zum Vorschein getreten, nachdem der Maler Antonio Marini in der Magdalena-Kapelle des Florentiner Bargello (die man zwischenzeitlich zum Gefängnis und zum Lagerraum umfunktioniert hatte) eine Reihe ungeschickter Freilegungen
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Liebt Dante Gemma? Eine querelle aus dem Witte-Archiv
Enrica Zanin
Deutsches Dante-Jahrbuch, 2020
Dante ama o non ama sua moglie, Gemma Donati? La domanda può apparire puerile ed ingenua, ma ogni lettore della Commedia o della Vita nuova un giorno se l'è posta. Se abbiamo rinunciato a rispondere è perché sappiamo che in assenza di documenti o di prove è impossibile trovare una risposta. Ma non pensano così Witte ed i filologi di fine Ottocento, che tra il 1876 ed il 1883 scrivono un numero importante di articoli, scambiano lettere e cercano prove per conosce-re i ›veri‹ sentimenti di Dante. Il fondo Witte ci permette di ricostruire questa querelle che, se non riesce a svelare i segreti di cuore di Dante, rivela i motivi ed i metodi usati dai primi filologi danteschi, e descrive la storia e l'importanza del biografismo nello studio dell'opera di Dante.
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Was die Philologie von Dante lernen kann, Münster, Dezember 2014
Jan Söffner
Was die Philologie von Dante lernen kann -Praxeologische Überlegungen zum fünften Gesang von Dantes Inferno 1. delectare und movere BILD Lassen Sie mich mit einer medientheoretischen Überlegung Dantes beginnen, die ich einer berühmten Episode aus dem fünften Gesang des Inferno entnehme. Sie finden sie im Handout als Zitat 1 und, falls Sie für die Diskussion nachlesen möchten auch noch einmal im Zusammenhang des gesamten Gesangs am Ende der Blätter. Diese kurze Passage wird im Zentrum dieses Vortrags stehen. Von einem gigantischen Sturm herumgetrieben verbüßen Paolo und Francesca ihre Wollust, zu der sie vom Prosa-Lancelot verführt wurden. Ihre Seelen klammern sich in der schwarzen Luft aneinanderin mitten anderer verdammter Seelen, die wie Kraniche schreien: Dante verwendet für das Gekreische dieser Seelen das Wort "lai" (v. 42), eine altfranzösische gereimte Erzählform. Als der Sturm das Liebespaar auf Dantes Begehr hin entlässt und die Seelen zu ihm hinübertreiben, kann Francesca berichten, wie es zu ihrer Verbannung in die Hölle kam. Ich lese in der deutschen Übersetzung von Karl Witte vor, die genauso unbekannt wie überraschend präzise istbis auf eine, für mich leider zentrale Ausnahme: BILD Wir lasen eines Tages zum Vergnügen Von Lanzelot, wie Liebe ihn umstrickte, Allein und unbeargwohnt waren wir. Oft hieß des Buches Inhalt (…Hier war schon der Fehlerich korrigiere also:) Oft ließ diese Lektüre uns einander Scheu ansehn und verfärbte unsre Wangen; Doch nur ein Punkt war's, welcher uns bewältigt. Denn als wir, wie das langersehnte Lächeln Von solchem Liebenden geküßt ward, lasen, Da küßte, dem vereint ich ewig bleibe, Am ganzen Leibe zitternd, mir den Mund.
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Die Bibliothek der Deutschen Dante-Gesellschaft kehrt zurück
Johannes Mangei
2021
Zuweilen wird von Büchern gesagt, dass sie eine wahre Odyssee hinter sich gebracht hätten. Nur selten trifft diese Feststellung besser zu als für die Bibliothek der Deutschen Dante-Gesellschaft (DDG). Bereits in den Statuten der Gesellschaft von 1865 war »die Sammlung einer in Dresden aufzustellenden Bibliothek von auf Dante bezüglichen Schriften« vorgesehen. Wie schon Frank Rutger Hausmann (2012) und Roland Bärwinkel (2010) ausführlicher dargestellt haben, wurden 1877, als die Gesellschaft ihr Wirken zum ersten Mal unterbrechen musste, die Bücher an die Universitätsbibliothek Leipzig übergeben, wo sich auch heute noch einzelne Bände identifizieren lassen. Nach Gründung der »Neuen Deutschen Dante-Gesellschaft« 1921 suchte man jahrelang vergeblich nach dieser ersten Bibliothek der Gesellschaft. Immer wieder wurde sie mit den Dante-Beständen der Bibliothek des Sächsischen Königs verwechselt, was die Sache zusätzlich erschwerte. Schließlich fiel 1927 der Beschluss, eine neue Dante-Bibliothek zu gründen. Diese wurde in der Thüringischen Landesbibliothek in Weimar aufbewahrt. Die Sammlung war 1933 auf 239 Titel angewachsen. Nach dem Tod Hermann Blumenthals (1903-1941), der als kommissarischer Direktor der Landesbibliothek auch das Amt des Bibliothekars der Literaturgesellschaft übernommen hatte, beschloss der Vorstand, die Bibliothek nach Schloss Moritzburg in Sachsen zu verlegen, um sie dort mit der Bibliothek König Johanns zu vereinigen, was im selben Jahr auch geschah. Nach Kriegsende wurde ein Teil der Bücher der Gesellschaft mit Resten der königlichen Bibliothek von der sowjetischen Trophäenkommission beschlagnahmt und via Berlin in die Sowjetunion verbracht. Ein anderer Teil ist von Moritzburg nach
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Witte (2018): Ein ambivalentes Erbe: Von Durkheims (un-)politischer Soziologie zu Bourdieus Religionssoziologie des Staates
Daniel Witte
Berliner Journal für Soziologie 28 (3), 2018 (online first) (DOI: https://doi.org/10.1007/s11609-018-0378-2)
Der Aufsatz befasst sich mit dem ambivalenten Erbe Emile Durkheims in der Soziologie Pierre Bourdieus. Im Mittelpunkt stehen die Beiträge beider Autoren zur politischen Soziologie und zur Staatssoziologie, die von ihren wissenssoziologischen Prämissen her rekonstruiert werden. Hierzu werden in einem ersten Schritt zunächst einige gravierende blinde Flecken in Durkheims politischer Soziologie aufgezeigt, in der der Staat als gesellschaftliches „Gehirn“ konzipiert und zugleich Machtbalancen, sozialen Konflikten sowie konkreten Akteurs- und Interessenskonstellationen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. In einem zweiten Schritt wird herausgearbeitet, dass Bourdieus Staatssoziologie einerseits an zentralen Punkten auf den Annahmen Durkheims aufbaut, andererseits aber dessen Defizite unter Einbeziehung von Ideen Max Webers und durch ihre Integration in einen erweiterten macht- und herrschaftssoziologischen Rahmen zu überwinden sucht. Der Vergleich der beiden Autoren zeigt, dass Bourdieu allerdings nicht lediglich Durkheims staatszentrische Konzeption von Gesellschaft übernimmt; zu seinem „durkheimianischen Erbe“ gehört vielmehr auch ein methodologischer religionssoziologischer Universalismus, der seine gesamte Gesellschaftstheorie anleitet und letztlich ihr analytisches Potenzial beschneidet, was in der theoretischen Behandlung des Staates deutlich zutage tritt. ENGLISH: An ambivalent legacy: From Durkheims’s (un-)political sociology to Bourdieu’s religio-sociological theory of the state ABSTRACT: The paper deals with the ambivalent legacy of Emile Durkheim’s thought in the sociology of Pierre Bourdieu. It focuses on the contributions of both authors to political sociology and the sociology of the state, which are reconstructed from their underlying premises in the sociology of knowledge. In a first step, the paper reveals weak spots in the political sociology of Durkheim, who conceived of the state as the “brain” of society, largely ignoring the role of power balances, social conflicts as well as concrete constellations of actors and interests. In a second step, it is shown how crucial aspects of Bourdieu’s sociology of the state are, on the one hand, built on Durkheimian foundations, while, on the other hand, he aims to overcome the French founding father’s deficits by including ideas of Max Weber and integrating them into an extended analytical framework for a sociology of power and domination. However, the comparison between the two authors unveils that Bourdieu did not simply adopt Durkheim’s state-centric account of society – rather, to his “Durkheiman legacy” also belongs a methodological religio-sociological universalism that orients his entire theory of society and ultimately limits its analytical potential, as becomes obvious in his theoretical handling of the state. FRANÇAIS: Un héritage ambivalent: de la sociologie (a-)politique de Durkheim à la sociologie religieuse de l’État de Bourdieu RÉSUMÉ: Cet article se penche sur l’héritage ambivalent d’Émile Durkheim dans la sociologie de Pierre Bourdieu. L’accent est mis sur la contribution de ces deux auteurs à la sociologie politique et à la sociologie de l’État, laquelle est reconstruite ici à partir de leurs présupposés en matière de sociologie de la connaissance. Un certain nombre de points aveugles importants sont tout d’abord relevés dans la sociologie politique de Durkheim qui conçoit l’État comme le « cerveau » de la société et accorde trop peu d’attention aux rapports de force, aux conflits sociaux ainsi qu’aux constellations concrètes d’acteurs et d’intérêts. Dans un second temps, il est mis en évidence que, sur certains points essentiels, la sociologie de l’État de Bourdieu s’appuie sur les hypothèses de Durkheim tout en cherchant, par ailleurs, à dépasser les déficits de ce dernier en intégrant certaines idées de Max Weber dans le cadre plus large d’une sociologie du pouvoir et de la domination. La comparaison entre ces deux auteurs montre que Bourdieu ne reprend pas seulement à son compte la conception statocentrique de la société de Durkheim. Son « héritage durkheimien » comprend également un universalisme méthodologique des catégories de la sociologie religieuse qui sous-tend l’ensemble de sa théorie de la société et limite en définitive sa portée analytique, comme il apparaît clairement dans son traitement théorique de l’État.
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Von Ritzzeichnungen, Runen und Rom. Franz Altheim und seine Studien zu Italikern während des Nationalsozialismus, in: M.-L. Haack (ed.), Les Étrusques au temps du fascisme et du nazisme. Actes des journées d’études internationales des 22 au 24 décembre 2014 (Amiens) (Bordeaux 2016) 143–168
Robinson Peter Krämer
2016
Im folgenden Beitrag geht es um den Althistoriker und Klassischen Philologen Franz Altheim, der vor allem durch seine Studien zu antiker Religionsgeschichte, Krisen in der Antike sowie zu italischer und römischer Frühgeschichte bekannt wurde. Im Fokus steht hier nicht nur Altheims politische Position während des Nationalsozialismus. Das Hauptaugenmerk liegt insbesondere auf seinen Studien zu den Italikern bzw. zum vor- und frührömischen Italien, die er mit der Unterstützung des “SS-Ahnenerbes” durchführte, sowie um deren Motivation und ideologischen Gehalt innerhalb der Altertumswissenschaft.
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Auf breiter Basis - Fundanalysen aus Wittenberg
Ralf Kluttig-Altmann
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://portal.dnb.de abrufbar.
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Wittekind Santa Maria de Sigena in FS Stein Kecks Kunst Kontexte 2016
Susanne Wittekind
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Das Ernestinische Botenwesen 1485-1525 - Das Amt Wittenberg als Beispiel (Überarbeitung 2019-11-27)
Thomas Lang
Wittenberger Postgeschichte, 2024
This German-language draft deals with Saxony's territorial messenger system from ~1450 to 1530, using the example of the messengers in Wittenberg and the messengers of the Saxon court. The messenger system of the Saxon sovereigns and the state of research on it are presented in the context of the postal and messenger systems of the cities, merchants, clergy/orders, the papal and imperial courts before and around 1500. The few studies on sovereign messengers and messenger services in Saxony before 1600 (Kühne, Streich) are addressed. The frequency of writing and correspondence at court and its transmission is presented on the basis of missive registers and surviving letters in relation to private letters from burghers. It presents the clerical staff, trade and traffic in the road system, the city messengers and envoys, the ability to read and write among Wittenberg citizens and evidence of free messengers as well as the messenger system at Wittenberg University, including Luther's and Melanchthon's messengers. The destinations of the official messengers and the subject areas of the delivered letters, the type of delivery, the speed, the routes and distances traveled by the messengers and the type of remuneration (mileage) are explained. In addition, the walking and riding court messengers are listed in tabular form with their job profiles and requirements (reliability, knowledge of the place and language, writing, reading and arithmetic skills). Other members of the court on messenger duty are briefly mentioned. The problems of messenger traffic: reliability, speed and safety are also addressed with examples. The article was first submitted in October 2013 for a volume on Wittenberg postal history under the editorship of the Wittenberg philatelists, revised again in 2015, presented at the German Philatelic Conference in Wittenberg in 2017, revised again in 2019 after a change of publication location and has not yet been published. As questions about the messenger system were asked again at the Wittenberg conference on Frederick the Wise and reference was made to missing publications, I am now posting this 10-year-old draft on Academia. Greetings to Moist von Lipwig (all honour to Terry Pratchett) and thanks to all, who read this that far!
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Karl Kratochwill - Marina Kaltenegger: Die Vergoldungen in den habsburgischen Prunkräumen der Albertina, Wien
Marina Kaltenegger
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