ICH ICH Dem Ich Aufmerksamkeit schenken – Das wird Ihre Freude sein... Dies Bu ch ist alle n g ewid me t, die in de r Tat d en Mut haben , entg eg en alle r »Zwän ge « s ic h s elbs t zu wählen ... Die Informationen in diesem Produkt werden ohne Rücksicht auf einen eventuel- len Patentschutz veröffentlicht. Bei der Zusammenstellung von Texten und Ab- bildungen wurde mit größter Sorgfalt vorgegangen. Dennoch können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden. Verlag, Herausgeber und Autor kön- nen für fehlerhafte Angaben und deren Folgen weder juristische Verantwortung noch irgendeine Haftung übernehmen. Für Verbesserungsideen und Hinweise auf Fehler ist der Autor dankbar. Die Durchführung der in diesem Buch geschilderten Übungen geschieht auf ei- gene Verantwortung. ©2006 Jürgen Elsen ©2009 online-Auflage Herstellung und Verlag: Einbandgestaltung, Satz, Layout: Jürgen Elsen zur Erstellung des Buchlayouts wurde ausschließlich freie Software verwendet: OpenOffice3.0, Ubuntu 8.10, Gimp2.6 Printed in Germany V Inhaltsverzeichnis Aktuell zur II.Auflage................................................................................9 Wachstum und Effizienz.........................................................................13 Identifikationen.........................................................................................29 Ichbestimmung mit Hilfe von Identifikationbildung die Punkt – Umkreisbeziehung........................................................30 Dreifache Trennung – drei Identifikationsebenen........................34 Sonne-Mond / Sein und Spiegel Polarität.................................................................................................39 Wahrnehmen der eigenen Identifikationen...................................43 Leben mit dem Double.......................................................................49 Von weißen und schwarzen Sonnen und dem Teufel mit den drei goldenen Haaren371......................52 Das Ich kennenlernen..............................................................................59 Sind Sie einmalig?...............................................................................59 ICH Risiko!...........................................................................................61 »Ich und Denken«................................................................................69 Die Erkenntnis des Ich - Freiheitsverwirklichung........................70 Wie geschieht Erkenntnis?*....................................................................72 Das vom Ich abgekoppelte Denken.................................................78 Das Denken kennenlernen................................................................83 Gedankensuggestion, Manipulation und Gehirnwäsche............85 Ist das Denken subjektiv ?.................................................................86 Die Welt der Vorstellungen – Kampf der Vorstellungswelten...88 Auf dem Weg zum Geist Intuition und Ich – Geistiges ist unvorstellbar .............................92 Handeln wie ich will … das wirkt doch a-sozial ?........................95 Zusammenfassung............................................................................102 Das Instrumentarium des ICH.............................................................103 »Aufbauendes« und »Abbauendes« Ich........................................107 Ich und Körper...................................................................................110 Ich und Lebensleib............................................................................112 Ich und Seele......................................................................................115 Blick in die Seele.....................................................................................119 Der »Bifurkationsmechanismus« menschlichen Leidens..........129 Die Seele, ein Haus von Vielem .....................................................153 VI Zweiter Teil.............................................................................................163 »Geist und Materie« in Kommunikation...........................................165 philosophische Vorbemerkungen zu »Geist« und »Materie«................................................................165 Wenn Knochen und Krebs durch Einbildung heilen ................169 Naturwissenschaftliche Vorstellungen zur Kommunikation.. .170 Ich oder Gehirn: »das Kind mit dem Bade auskippen«.............171 Panik vor dem Ich.............................................................................174 Der Kybernetiker...............................................................................176 Von zwei Strömen und vier Ebenen..............................................179 Gang der Materie...............................................................................188 »Menschengeister«............................................................................194 Charakteristika der materiewärts gerichteten Macht................202 Charakteristika der himmelwärts gerichteten Macht................209 Charakteristika der Macht der Mitte.............................................212 Zusammenfassung und Ergänzungen...........................................217 Krankheit und Tod als Wirkungen geistiger Mächte.................225 Heilung als Ausdruck von Geist / Materie –Kommunikation. .228 Abschließende Bemerkungen zu dem Kapitel »Geist und Materie in Kommunikation«......................................231 Die sieben Energie - Hauptzentren.....................................................233 Allgemeines........................................................................................233 Überblickskizze Chakren/Immunsystem und endokrine Drüsen.....................................................................239 1. Chakra Muladhara........................................................................240 2. Chakra Svadisthana......................................................................244 3. Chakra Manipura..........................................................................250 4. Chakra Anahata.............................................................................257 5. Chakra Vishudda...........................................................................264 6. Chakra Ajna....................................................................................274 7. Chakra Sahasraha..........................................................................285 Chakren und Ernährung.......................................................................293 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation .........................................307 Flash-Back und Feed- Forward – Evidenzerlebnisse?................307 Rationale Begründungen zur »Reinkarnationstheorie«.............309 Wie überträgt sich Karma von dem einen auf das folgende Leben?.......................................311 Volksmenthalität, geographische Seele und Doppelgänger.....312 VII Beispiel Doppelgängerarbeit: Systemische Familienaufstellung...................................................317 Wie wird die Doppelgängergestalt gebildet?..............................319 Netzwerk Bewusstsein – Gestaltung des Planeten Erde...........325 Zeit-Gestalt-Transformation............................................................327 Das Chronos- om...............................................................................330 Erleuchtung und dann?....................................................................332 Meditation................................................................................................334 Schlusswort..............................................................................................342 Dritter Teil Anmerkungen.........................................................................................344 Identifikationsbildung: Geschichte, Gesellschaft und Individuum, Zukunft..................348 Identifikationsbildung durch Bildungssystem...........................365 Identifikationsbildung: Kindsein – Bewusstsein des Kindes....368 Umstülpung:.......................................................................................385 Mythologie, Bild, Bilderleben und Bildbewusstsein:.................396 Goetheanismus:..................................................................................408 Bildnachweis......................................................................................423 Stichwortverzeichnis..............................................................................424 VIII Ich Buch 9 Aktuell zur II.Auflage 1. Das Ich - eine Fragestellung Bin ich ich, wann bin ich nicht ich, wer bin ich, was ist »Ich«? Ist das Ich ein Konstrukt, eine Erfindung des Gehirns, ist es das Heiligste im Men- schen, ist es ewig oder vergammelt es mit der nach dem Tod eintretenden Zersetzung des Körpers? Ist die Ich-Frage nur eine persönliche, philosophische Angelegenheit ohne weitere Auswirkungen z.B. auf die Gesellschaft – oder geht mit die - ser Fragestellung die Selbst-Bestimmung des Menschen einher, aus der entsprechende Handlungsweisen folgen, die dann sogar den Werdegang der Erde beeinflussen? Ist das Ich also nur subjektiv oder fiktiv oder ist es ein gigantisches Potenzial - entfaltbar, aber auch: vergessbar?« Eine Behauptung: Wer den Zugang zu seiner Quelle, zu seinem unerschöpflichen Potenzial hat, der wird mit sich selbst und der Welt in bestmöglichem Einklang le - ben, der wird in jeder Situation mit sich selbst zufrieden werden und die Situation meistern können. Mit anderen Worten: die Lösung jedes Pro- blems oder Konfliktes - jeder neuen Aufgabe, Krise oder Chance liegt im Ich! Eine Folge: Wenn die Kenntnis vom Ich, das Leben des Ich, solche hervorragenden Aussichten bietet, ist es begreiflich, dass: 1. eine gewisse Menge Aufmerksamkeit diesem wachzuküssendem Gi - ganten entgegen gebracht werden muss ... 2. dieser verborgene Schatz die Befreiung des Menschen bedeutet und dort seine Feinde findet, wo Menschen Macht über andere haben wollen... Phänomene: • Zunehmend schwierigere Arbeitsbedingungen (sinkende Reallöhne, här- tere Hamsterradeffekte bzw. Zwangssituationen wie: arbeiten um jeden Preis! Angst vor Arbeitsplatzverlust usw.) • Weiter auseinanderklaffende Diskrepanz zwischen Arm und Reich • Diktatorisch/theokratische Handlungsweisen von Machteliten, z.B. er- kennbar an den Geldmärkten (Stichwort: Veruntreuung von Steuergel- dern, Offshore-Banken) 10 Aktuell zur II.Auflage • »Patentieren« von Leben und Lebensgrundlagen zur Macht- und Um- satzsicherung • Mangelndes Verbraucherbewusstsein, sprich: der geschürte Schnäpp- chenhunger der Verbraucher bedient und festigt die Machteliten. • Medienkanon (Pseudopluralismus), der Ängste erzeugt (Negativnach- richten) und demotiviert (Zuschauerdemokratie). Die Wurzel dieser und ähnlicher Entwicklungen, so die »Hypothese«, ist das Handeln aus dem Nicht-Ich. Bruno Manser: »wer begriffen hat und nicht handelt, hat nicht begriffen« Das Ich ist dieses »Unbegriffene«. Nur ich selbst kann Ich erleben und mir selbst zum Begriff werden: Wer bin ich?! Wie erkenne ich?! Mit was identifiziere ich mich?! Wie bilde ich Identifikationen, was bewirken sie?! Wonach richte ich mein Leben ein, wie lebe ich mich selbst am besten?! Was bedeutet für mich: erfolgreich sein?! Finde ich mich selbst in meinen Zielen wieder?! Das Buch bietet Ihnen wertvolle Tipps und Übungen, wie Sie den Be - wusstseinsstrahl besser fokussieren können, damit Sie Seelen- und Be - wusstseinsräume tiefer durchstreifen und erleben, was am »Ich« fiktiv, oder »gemacht« ist, wie Fiktives Wirk-lichkeit wird und Wirklichkeiten zu Fiktionen verkommen können, Potenzial mangels Wahrnehmung unter - geht oder umgekehrt, Potenzial durch Wahrnehmung entdeckt werden und es dadurch zu enorm förderlichen Entwicklungsprozessen kommen kann. Was ich als Zeitgenosse heute erlebe: offensichtlich führen verkrustete, alte Strukturen zu inneren und äußeren »Katastrophen« - es ist also an der Zeit, den Weg für das Neue, welches sich durch die Krisen ankündigt, zu ebnen, es hereinzulassen, es zu wagen. Ja, wie kann das funktionieren - wie kann das Neue denn verwirklicht werden? Durch die Entdeckung des Ich, so die Behauptung in dem Buch: das Ich ist Ihr Potenzial - hier finden Sie alles - und hier findet die Menschheit alles, was zu einer zukunftsgemäßen, menschenfreundlichen Entwicklung notwendig ist! Wer sein Ich erlebt ist wach, ist kreativ, lässt sich weder bevormunden oder ausbeuten, noch dass er dies anderen gegenüber tun würde. Wer sein Ich erlebt ist bereit zu schenken, kann aber Untertanentum, Hörigkeit Ich Buch 11 und blindes Hinterdreinlaufen nicht billigen - der Ich-Bürger ist zweifel - los ein unbequemer, aber ein gesunder Bürger. Immer mehr bekommen wir, schließlich alle Lebewesen auf der Erde und diese selbst zu spüren, dass »nicht-ich-zu-sein« (=nichtig zu sein) fata- le Konsequenzen für die Gesundheit aller hat. Der mündige, verantwor - tungsbewusste und gesunde Bürger ist ein Ich-Bürger. Der unmündige Bürger ist ein Abhängiger: er ist entweder Untertan oder Machtmensch. Unmündige, also Machtbesessene und Ohnmächtige, können nicht im Sin- ne der Mündigkeit und deshalb nicht im Sinne einer nachhaltigen Ge - sundheit von Mensch, Volk oder Erde agieren. »Rettet die Erde«, Klima- schutz usw. – immer öfter zu lesen und zu hören – aber, da dies ja nur Auswirkungen sind, wovor soll wirklich gerettet werden? Ist es das Raub - tier Ego, von dem jeder Mensch infiziert ist? Unmündigkeit und Egois - mus bedingen sich und rufen fatale Zustände hervor. Die Rettung aus die - sen Zuständen verlangt nach Mündigkeit und damit geht der Ruf an das wirkliche Ich! Beim Thema Wachstum und Effizienz geht es zweifelsfrei um wahrneh- mendes, in das Potenzial einfühlendes Wachstum - im Gegensatz zum quantitativen Wachstum (Wuchern), wie es gegenwärtig und nach wie vor als Wirtschaftsdoktrin aus den Sprachrohren des Egos propagiert wird. Innovation und zukunftsgemäßes Wachstum in Gesellschaft und persön- lichem Leben basiert also auf einem Quell, der sich kaum greifen lässt: dem Ich. Ist das Ich dabei, sich selbst ein Begriff zu werden, wird es das, was es sein kann - entdecken Sie das Leben, das Sein, den Heiler, den wahren Giganten, das wirklich Königliche und Friedenschaffende, das Ich ... 2. Aufbau des Buches und Tipps Die Ich-Wahrnehmung ist die erste sichere »Geisterfahrung«, die jeder Mensch erhalten kann. So gemacht, grenzt sie sich von der »Seelenerfah - rung« ab, mit der wir üblicherweise unser Ich verwechseln, führt aber ge - rade dadurch zur tieferen Seelenentwicklung. Hierzu gibt das Buch Anre - gung zur Eigenbeobachtung (insbesondere Kapitel II, III u. IV). Denn der Autor ist der Auffassung, dass nichts wirklich für den Menschen und sei - ne freiheitliche persönliche Entwicklung von Bedeutung ist, was der Ein - zelne nicht selbst in Anwesenheit der Beobachtungsobjekte (ob Innere oder Äu - ßere) beobachtet und erfahren hat. Nur das kann an Potenzial verwirklicht 12 Aktuell zur II.Auflage werden, was als solches in sich erkannt oder herausgefordert wird. Der Einzelne als Gesellschaftsmitgestalter kreiert dann dieselbige nachhaltig positiv - nämlich im Sinne der freien Individualität. Der Selbstreflexion werden im Buch gesellschaftliche oder historische Phänomene deshalb nebenan gestellt, um so besser die Wechselwirkungen zwischen Ich und Gesellschaft, die Manipulationen der Bewusstseine un- tereinander begreifen zu können. Insbesondere werden das in Deutsch- land befindliche Bildungssystem, die Medien (es werden, wo es dem Ver- ständnis dienlich ist, Szenen oder Bilder aus Kunst und Kultur bzw. auch aus dem Filmischen angegeben), sowie einige »Rechtsstrukturen« auf ihr Förder- nis im Hinblick auf die Ich-Entwicklung beleuchtet. Schließlich wird in einem dritten Schritt die »Konfiguration Mensch« be- schrieben und angedeutet, wie der Mensch auf körperliche, seelische, geistige Art und Weise im Kosmos eingebunden ist und auf diesen rück - wirkt durch seine Bewusstseinshaltung aus der er in die bestehende Welt eine Zweite hineinsetzt: die Welt der Maschinen, welche nicht nur mehr den Arbeitswillen, sondern im »Informationszeitalter« auch einen Teil des Bewusstseins des Menschen ersetzt. So wird aufgezeigt und erfahrbar, wie in die Ich-Entwicklung, die der Einzelne in seinem konkreten Leben zu durchschreiten hat, andere Kräfte hineingestellt sind, welche dem Menschen Freiheit und Selbstbestimmung nehmen, wenn der Mensch diese Machenschaften nicht durchschauen lernt - Freiheit und Selbstbestimmung (Potenzialausschöpfung) aber ermög- lichen, so diese Kräfte erkannt werden. Tipps zum Lesen: Hochgestellte Zahlen , Beispiel: Ego 236 - Hier finden Sie bei den Anmer- kungen auf Seite 236 des Buches mehr zu dem Stichwort: Ego Sternchen, Beispiel: Ego* - Hier finden Sie auf derselben Buchseite eine Fußnote. Stichwortverzeichnis : es ist manuell mit dem Schwerpunkt auf »Quer- lesen« erstellt, d.h.: wollen Sie nur zu einem bestimmten Thema das Buch querlesen (z.B. Thema Bildungssystem), so finden Sie im Stichwortverzeich- nis alle relevanten Seiten dazu. Eine erstaunliche Ich-Reise durch Ihre Zeit wünscht Ihnen der Autor. Entdecken Sie das Ich im Du, das Ich als Einzigartigstes und doch allen Ichen gemeinsame ... das Ich als Selbst- und Welteninnovationsprinzip ... Ich Buch 13 Wachstum und Effizienz Wachstum hat zentrale Bedeutung für jedes Leben. Aber, was bedeutet eigentlich: Wachstum? Für ein Lebewesen bedeutet Wachstum, den Raum, die Gestalt und die Funktionen einnehmen zu können, welche zur Poten - zialerfüllung notwendig sind. So will auch jeder Mensch sein Potenzial le - ben und verwirklichen können. Wenn Potenzial daran gehindert wird, sich in eine Form oder Gestalt ausdrücken zu können, bedeutet dies Wachstumsrückgang. Wachstumsrückgang kann nun als existenzielle Be- drohung erlebt werden. Jetzt muss dringend etwas dagegen unternom - men werden! Was nun dagegen unternommen wird, unterscheidet sich wie Leben und Tod: statt den Zugang zum eigenen Potenzial zu suchen (Leben), um daheraus wieder Wachstum zu finden, wird einfachheitshal - ber das Bestehende, also das, was schon altes, umgesetztes Potenzial ist, dupliziert, ausgeweitet, vermehrt: »more from the same !«(Tod). Darauf, nicht auf das neu zu begreifende und neu umzusetzende Potenzial, wird jetzt der Fokus gesetzt! So entsteht vermeintliche Wachstumsknappheit. Dazu rieseln täglich einschlägige Wiederholungen und Phrasen aus den Massenmedien vorder- oder untergründig in unser Bewusstsein: Arbeits - losigkeit, Rückgang von Wachstumsgeschwindigkeit, Abbau von Sozial- und Kulturleistungen, härtere Arbeitsbedingungen (bei höheren Gewinnen der Konzerne). Durch solch vermeintliche Wachstumsknappheit werden Existenzängste in den einzelnen Menschen geschürt. Als nächster Schritt kann als Allheil- und Beruhigungsmittel die »Wachstumsformel« der Wirtschaft beschworen werden, zu der »jeder« sein Scherflein beitragen muss, will er weiterexistieren (more from the same!). Doch der Raum, unsere Welt ist endlich. Nichts Materielles kann endlos wachsen - jedes Feuer, je mehr man es schürt, frisst und verhungert umso schneller. Wenn Produktion ständig wachsen soll, so muss es auch der Produktverbrauch (+Anzahl –Haltbarkeit) und der Energieverbrauch. Das ist jedem plausibel. Es scheint nie auszureichen: immer schneller »muss« sich das (Produkti - ons)-Rad drehen. Entschleunigung* ruft Hysterie und Panik auf den (Geld)-Märkten hervor. Ruiniert er auch unsere Lebensgrundlagen ( Kli- makatastrophe usw.), wir huldigen ihm, dem Wachstumsgedanken. Und koste es was es wolle: Kultur- und Sozialleistungen »müssen, so leid es ei - Entschleunigung ist Chance, die durch das Wort »Rezession« verteufelt wird 14 Wachstum und Effizienz nem ja tut« der Beschleunigung des Wachstums geopfert werden. Es herrscht der Sachzwang - wir sind nicht mehr Macher sondern Gemachte: die Beschleunigung des »Wirtschaftsmotors« bestimmt uns, statt umge- kehrt, dass wir ihn dazu erbaut hätten, um uns das Gestalten und den Ausbau unserer kulturellen und sozialen Leistungen zu ermöglichen und zu sichern! Weil wir die harte Materie über alles stellen und den Blick zum Potenzi - al, dem Nichtmanifesten, verloren haben, sind wir Täter, die sich selbst zum Opfer des nach immer mehr »Öl- und Energieverbrauch« und höhe- ren Drehzahlen schreienden Wirtschaftsmotors werden! - Wir sind gleichzeitig Produzenten und Opfer dieser selbstverhängten Ideologie, dieses Irrtums: es ließe sich auch ohne Potenzial, einfach durch Duplikati - on wachsen (was eine mögliche Umschreibung von »Gier« ist). Eine Ideologie ist es, welche den Bauplan zu diesem Wirtschaftsmotor und die Struktur des Treibstoffes Geld 346 geliefert hat unter dessen Aus- wirkungen wir nun wie unter ehernen Sachzwängen zu leiden haben. Denn »überzeugend professionell« werden diese Sachzwänge herausge - stellt, nach denen alles andere zwangsläufig einzurichten (bzw. wegzustrei- chen) ist – dilettantisch aber wird der Ursache Ideologie nachgegangen, die zu diesen Sachzwängen erst geführt hat! Weil das Volk dieser Wirtschaft zu dienen hat, werden Babys schon mit zehn Monaten in die Kindergrippe abgegeben, dürfen Schulen geschlos - sen, Kriege um das Öl geführt, Menschen und Völker versklavt werden. Ideologien - gedankliche Festsetzungen und Gesetzgebungen - sind es, die Strukturen hervorrufen, welche einer an Raum und Materie orientier - ten Machterhaltung dienen sollen - und dabei andererseits oder anderer - orts großes Leid verursachen. Physische Macht hat in letzter Konsequenz derjenige, welcher über das körperliche Wohlbefinden der Menschen bestimmen und Existenzängste heraufbeschwören kann - was heutzutage z.B. über Geldfluss und Arbeits- bewertung gesteuert wird. Die Menschen arbeiten, was vermeintlich ihrem Broterwerb dient. Eine Ideologie, die glauben macht, den Broterwerb* zu garantieren, dient als Instrument der Machtsteuerung und dazu, den Willen der Vielen im Sin - ne der Organisatoren zu kanalisieren. Ist dies gelungen, so kann nach Be- lieben der »Brotfluss« (Geldfluss) von hier nach dort umgelenkt werden, »Brot und Spiele«: bewährtes Machtinstrument schon im alten Rom Ich Buch 15 und die einzelnen Menschen werden ihm folgen ... und sei es, dass sie sich dabei selbst das Wasser abgraben (ihre physischen Grundlagen vernich- ten)... Wird hingegen eine Ideologie durchschaut, dann ist der Weg für Selbst - organisation und Dezentralisation frei: es entstehen Alternativen, welche den Machthabern ihre Macht und Einflussnahme rauben. Daher ist den Machthabern daran gelegen, alles zu tun, um ihre Ideologie z.B. durch Verwissenschaftlichung zu verifizieren, oder gegebenenfalls z.B. durch fehlende oder falsche Informationen, durch Zersplitterung eines Ganzen in viele Teile verschleiern zu lassen. Verschwörungstheorie? Ja und Nein: das Volk ist nämlich Opfer und Täter. Die Verhältnisse sind so, wie wir Menschen sie zulassen. Es ist alles so, wie es sein muss, aber oft nicht so, wie es sein sollte oder könnte ( aus Sicht des Potenzials betrachtet). In jedem Menschen brodeln Machtansprü- che und persönliches Vorteilsgebahren gegenüber dritten – die gleiche Quelle, mit der andere sich auf die Spitze einer Hierarchie getrieben ha - ben und von »oben« organisieren. Jeder ist auf seine Weise auf einen Vor - teil aus. Im Sinne der Vorteilsbeschaffung benutzen sich die Egos gegen - seitig und damit bietet jeder im Ego Befindliche eine Andockstelle für Macht, Korruption, Lüge und Verleumdung an. Auf diesem Weg zur äu- ßeren Macht, dem Ausrichten auf das quantitative Mehr (materielle Anhäu- fungen), welches im Kleid der »Existenz- und Wachstumssicherung« da- her kommt, muss das Herz auf der Strecke bleiben. Wo Zwang und Kal - kül regiert, ist kein Herz zu finden. Denn wo das Herz ist, ist auch die Liebe und das Mitgefühl und das verbietet sich, Macht über andere zu ha - ben, Macht für Eigeninteressen auszunutzen. Das Urbild der Demokratie beinhaltet nicht Machtinteresse, sondern Sachinteressen im Sinne der Ge - meinschaft – aus letzterer werden jeweils aktuell diejenigen gewählt, wel - che für die anstehende Sachaufgabe die geeignetsten Kompetenzen zu ha- ben scheinen (hingegen bewirkt Parteienbildung das Gegenteil: Eigeninteresse steht vor Sach- und Gemeinschaftsinteresse. Eine Partei kann nur dadurch Par- tei sein, dass sie Eigeninteresse, sprich: Profil, herausbildet). Das Herz ist ein zentrales Organ des Ich. Die »Ellbogengesellschaft« ist eine herzlose auf Quantität beruhende Leistungsgesellschaft, sie ist eine egomane, deshalb ent-ichte Gesellschaft. Die daraus folgende Tötung von Innenwelt, Umwelt und Leben hat erst ein Ende, wenn der Mensch wie - der bei seinem Ich ankommt: Ich-Wahrnehmung (= Potenzialwahrneh- mung), Handeln aus Ich-Qualität. 16 Wachstum und Effizienz Wie befreiend ist es, die selbst angelegten Fesseln der Macht bzw. des Hinterdreinlaufens von Machtpositionen (sprich: »Karriere«), des Vorteils- zwanges oder der Bequemlichkeiten abzustreifen, deren Anziehen (At- traktion) einem zweifellos oft »wohlwollend« durch »Erziehung« nahe ge - legt wurden. Wie wohltuend für die Gesellschaft, wenn der Mensch wieder an »Macht« gewinnt, der Sinn für das Ich erwacht. Eine solche »authenti- sche« Kompetenz der Individualität ist die wahre Energie, welche eine Gesellschaft zum Wachsen bringt - aus ihr kann jegliches im Einklang mit Natur und Mensch befindliche Wachstum hervorgehen. Unendliches Wachstum kann sich nicht auf Materielles beziehen, sondern nur auf die Erweiterung des Geistes und seelischer Potenziale. Wenn die Seele nicht erkennt, dass der Geist es ist, welcher unendlich wachsen will ( Potenzial- exploration) und das auch kann, sucht sie dieses Wachstum in der Materie und das wird ihr Verhängnis. Wir schaffen uns unsere eigenen (leidvollen) Strukturen nach Ursache und Wirkung: der (Un)Gedanke von heute ist die Tat von morgen und auf Taten folgen entsprechende Wirkungen. An den Wirkungen könnten wir die Realität und die Integrität des (Un)Gedankens und der Handlung (oder der unterlassenen Handlung) zum Gesamtzusammenhang (Nachhaltig- keit) erkennen und hätten so ein Korrelat (im Sinne eines »trial and error«), um unser Verhalten zu kultivieren - nämlich gemäß des gesunden Men- schenverstandes. Aber anstelle von sachgerechten Entscheidungen und Handlungen stehen, wie erwähnt bei uns selbst und anderen, Macht oder pure Eigeninteressen im Vordergrund. Gegen die Vernunft und Erkennt- nis handelt das Ego! Erkennen ist schön - doch danach handeln? Eine hier schon angedeutete Folge des Egoismus ist Aufsplitterung und Isolation: Völker, Generationen, die Nachbarn, ja sogar die eigene Biogra - phie erscheint fremd. Warum triumphiert das Ego über den gesunden Menschenverstand, warum unterliegen wir seinem »Wachstumszwang«? Ist es so mächtig, weil wir nicht mehr wissen, wie wir den »Kopf« vom Dunkel (Materie) ins Licht (Potenzial) bewegen können? Oder ist es eine Einrichtung, um den Menschen davor zu bewahren, ein Vernunftsautomat zu werden? Im Einklang mit Gegebenheiten, also vernünftig zu handeln, macht das das Leben langweilig, gleichtönig – oder machen die Auswir - kungen der Ego-Handlungen es so? Offensichtlich jedoch schafft das Ego eine Menge Probleme und führt in solche dunklen Gassen, aus denen der Hilfeschrei Innovation, Reformati - Ich Buch 17 on und Wachstum zu hören ist. Aber woher sollen die erhellenden Ideen kommen - nehmen, damit evtl. verbunden, die Betreffenden auch weniger Wohlstand und Machteinflussnahme in Kauf, um die Idee umsetzen zu können? Wie kann der Mensch »Ideenbekommen(=Potenzialergreifung)« schulen - und wie kann Eigeninteresse, ohne auf Kosten anderer zu gehen befriedigt werden? Der Mensch ist ein Gigant! – allerdings oft mit dem Selbstbild eines Zwerges. Das quält. Das Ego ist der Zwergenmacher und jeder als Zwerg sich Fühlender will sich »zur Größe« aufblasen, um damit das Zwergen- leid abzuwenden. Das Ego schafft Gigantomanie. Doch solange der Geist sich nicht selbst befreit hat, wird der Zwerg den Weg zum Gipfel höchs - tens im Außen, in gigantischem Wachstum und Verschwendung finden. Wirkliches Wachstum kommt von innen, und je mehr wir zum wahren Giganten werden, umso weniger brauchen wir Strohhalme wie: Vorstel - lungsmuster, Programme, Regeln - das Festhalten an den Wachstumsan- schauungen* (Konsum, Macht, Geld usw.)! Doch wir halten an Gedanken- mustern und Anschauungen fest, weil sie uns als »existenzsichernd« an- geboten werden, weil sie Gewohnheiten und Bequemlichkeiten geworden sind - trotzdem sie sich als wirklichkeitsfremd, menschen- und umwelt - zerstörend, also als das Gegenteil von dem erwiesen haben, was sie ver- sprechen. Was also bringt mich zum Handeln? Beobachte ich mich und das Außen (z.B. auch die Medien), entdecke ich Handlungen, deren Antrieb oder Mo- tiv ich mir durch mein vorstellendes Denken habe einimpfen lassen. Auch viele Gefühle, die Handlungsursache sein können, entstehen auf Grundla- ge von Situations-Interpretationen (z.B. das Gefühl der Benachteiligung). Was im Hintergrund unbewusst interpretiert ist das »Denken« gemäß erlernter Interpretations-Muster, z.B: 1. grenzenloses Wachstum (Expansionssucht) 2. Lebendiges kann mathematisiert werden (Ordnungsfanatismus) 3. die Zeit ist ein Strahl (lineare Monokausalität) 4. der Mensch stammt vom Affen ab (Mensch als Gattungswesen) 5. Leben ist aus Staub entstanden (Urknall-/Schöpfungstheorie) 6. der Mensch, ein Produkt aus Vererbung und Milieu (»Kastendenken«) 7. »Ich« = Gehirn (Reduktion auf den Verstand) z.B. ist religiöser Fanatismus auch Wachstumsanschauung! 18 Wachstum und Effizienz Solche Anschauungen wirken subkutan in die Seelen und Bewusstseine hinein. Sie sind - je nach Kultur unterschiedlich ausgeprägt – dazu geeig - net, die Massen zu »hypnotisieren« und in »Hamsterräder« einzusperren. Auch, wenn die Anschauungen mit der Wirklichkeit nicht resonieren, sind sie Wirksamkeiten, welche Wirklichkeiten schaffen: zu 1: grenzenloses Wachstum - unendlicher Konsum! Nichts Erdenhaftes ist in »unendlichen Mengen« vorhanden. Jedes Ding oder Lebewesen hat seinen Platz im Gesamt. Nur durch das Anerkennen von Grenzen kann die Vielheit bestehen, die für alle auf der Erde zum Le - ben notwendig ist. Jede Expansionssucht, ob im Seelischen oder im Physi - schen wirkt todbringend: ob religiöser Fanatismus (Alleinansprüche) oder Wirtschaftsdoktrinen, die ständig steigendes Wirtschaftswachstum for - dern. Letztendlich werden krebsartig Ressourcen verzehrt, welche kom - menden Generationen als notwendiges Kulturgut nicht mehr zur Verfü - gung stehen, wird die Umwelt über die Maßen belastet, das Erdenklima (sozial und physisch) global negativ verändert. Der Zinseszins, ein nahezu über die ganze Menschheit verhängtes Ge- setz, ist Ausdruck und Machtmittel der Wachstumsfanatiker: wenn Geld Geld macht, vermehrt es sich dort, wo es im Übermaß ist. Der Zinseszins ist eine Gelddruckmaschine: kaufen Sie sie für 5 Millionen, dann druckt sie für Sie 40.000,- - kaufen Sie sie für nur 10 000, druckt sie für sie 78,- Geldeinheiten im Monat. Er ist sogar besser als eine Gelddruckmaschine: denn im Gegensatz zur Maschine nutzt er nicht ab. Bei Rückgabe erhalten Sie ihre 5 Millionen wieder während Sie zwischenzeitlich, ohne einen Finger krumm zu machen, monatlich für 40.000,- (Geldeinheiten) die Arbeit von anderen Menschen in Form von Produkten oder Dienstleistungen ein- kaufen konnten. Der Wert, den die Arbeitenden schöpfen, wird im Ver - hältnis der Gelddruckmaschine für deren Besitzer abgeschöpft. Heute le - ben 10% der Weltbevölkerung auf Kosten der Arbeit von 90%! Ein »Top- manager« oder die Eigentümergruppe eines Konzerns usw. kann auf Grund des Lohngefälles von einer Zeitstunde, die er gibt, bis zu 400 ande - re Arbeitszeitstunden nehmen - durch den Zinseszinsfaktor kann mindes - tens noch einmal mit 10 multipliziert werden. Die exponentiell ansteigen - de Zinseszinswachstumsformel führt zwangsläufig dazu, dass die Schuld- zinsen eines Staates 347 (des Volkes) das Wirtschaftswachstum (sein Leis- tungspotenzial) überholen. Die Ideologie des grenzenlosen Geldwachstums führt rein mathematisch gesehen jede Wirtschaft spätestens nach 72 Jah - Ich Buch 19 ren ans Ende, die des grenzenlosen Konsums den Planet Erde nach 200 oder 300 Jahren ins Koma. Wer aber von den Wählern würde eine Partei wählen, welche sich zum Schutz für Mensch und Umwelt für die nächsten vier Jahre u.a. quantitativ negatives Wachstum (also »Rezession«) zur Aufgabe macht? zu 2: Lebendiges kann mathematisiert werden Ein Mensch in unserer Kultur, kaum auf die Welt gekommen, wird als erstes gewogen und gemessen. In 100 Jahren werden sich die Menschen evtl. über eine Kultur wundern, für deren Individuen es bei der Geburt ei - nes Menschen offensichtlich am Wichtigsten war, den Ankömmling erst einmal zu messen und mit Normdaten zu vergleichen. Bevor in einer Bildungseinrichtung Stunden oder Budgets für Mathema - tik oder Naturwissenschaften dezimiert werden, wird dies erst einmal bei sogenannten Nebenfächern wie Kunst, Musik, »Geisteswissenschaften« getan. Auch die »Noten« (1-6) sprechen für sich. Wie kann das Leben und die Leistungsfähigkeit eines Schülers in einer Zahl ausgedrückt werden? Aufgrund der Geringschätzung des Lebendigen sind kulturelle Fähigkei- ten wie Malen, Tanzen und Musizieren größtenteils verloren gegangen. Soziale Tätigkeiten, ohne die eine Gesellschaft nicht lebensfähig ist, wie z.B. das Muttersein, werden nicht oder nur sehr gering ( Kindergeld) ent- geltet. Über 60% der lebensnotwendigen Gesellschaftsleistungen werden unentgeltlich verrichtet, weil sie sich nicht quantitativ – im Sinne einer meßbaren Produktion – darstellen lassen. So herrscht das Messbare, die Zahl! Doch gibt es eine Formel nach der ich das Wetter in einem Monat, die Erdbevölkerung in fünf Jahren, meinen Todestag, ein neues Lebewe- sen oder einen Baum, oder das, was in den nächsten fünf Sekunden pas- siert, oder wie stark die Liebe ist berechnen kann? Was Lebendig ist, lässt sich nicht berechnen. Wer ständig mit einer äußeren Messlatte durch das Leben laufen muss, hat wohl die Innere verloren, er hat sich aus der Selbstverständlichkeit des Seins herauskatapultiert und sucht im mehr oder weniger Quantitati - ven seinen Halt. Dazu dient Abschätzen und Kalkulieren als Kontrolle und Machtsicherung. Der vom Verstand erzeugte Verobjektivierungs- wahn führt zu abstrakten Polarisationen, künstlichen Trennungen dessen, was zusammengehört, um quantitative Resultate zu erhalten, welche dann obendrein für Qualität stehen sollen. Das ist alles andere als »objektiv«. Es besteht nämlich kein notwendig kausaler Zusammenhang zwischen Qua- 20 Wachstum und Effizienz lität und Quantität, weshalb es sehr problematisch ist, von dem einen auf das andere zu schließen, das eine durch das andere ausdrücken zu wol - len. Die Qualitätsfrage ist weniger eine intellektuelle, als vielmehr die des Wahrnehmens und Fühlens des Lebens. Je mehr die Menschenseele in das Quantitative, in den Intellektualismus hereinrutscht, um so mehr verliert sie das Leben, die Wahrnehmung und Achtung davor. Das natürliche Schwingen des Lebens, der Lebensfluss wird durch »Mathematisieren« kanalisiert und »begradigt« - das lebendig Kindliche möglichst früh in Schablonen zurechtgestutzt. Anhand dieser Anschauung wird das Leben zur funktionalen Konstruktion (»Welcome to the machine!« 347! zu 3: die Zeit ist ein Strahl (lineare Monokausalität) »Schnee von gestern«, oder wie Adenauer sagte: »was geht mich das Ge - schwätz von gestern an?!« Wenn die Zeit als Strahl aufgefasst wird, ist es einfach, die Vergangenheit zu vergessen – einerseits, und damit führt die - se Anschauung zu Verantwortungslosigkeit – andererseits, wenn es dar - um geht, etwas in die Zukunft hinein zu entwickeln, also Entscheidungen zu treffen für Zukünftiges, dann wird versucht aus Vergangenheitsdiffe - rentialen das »Zukunftsintegral« herauszurechnen, dann wird nach Geset- zen aus der Vergangenheit gesucht und werden diese in die Zukunft pro- jiziert! Das ist das Gegenteil von »Ideen bekommen«. Denn Ideen sind dem Begriff nach Ursachen für Dinge, die noch gar nicht da sind, sondern erst entstehen. Ideen sind unmittelbar und unbedingt – auch wenn der Antrieb zu einer Idee herrühren kann aus den Problemen, die vergangene Gedanken oder Taten haben entstehen lassen. Die Idee selbst ist aber ab- solut neu. Wäre die Zeit linear, müsste die Ursache immer in der Vergan- genheit liegen (lineare Monokausalität). Sprechen wir von Ideen, liegt aber die Ursache in der Zukunft! Das Neue kommt aus der Zukunft! Wenn heute ein wirklich neuer Tag ist, dann ist heute der Tag, an dem die Zu- kunft damit beginnt Vergangenheit zu werden und nicht umgekehrt ( die Vergangenheit wird Zukunft)! Was Menschen täglich tun, aber fest davon überzeugt sind, es sei nicht möglich, ist, dass die Vergangenheit als Wirkendes aus der Gegenwart verändert werden kann. Beispiel: wenn ein Junge in einem von Gewalt ge - prägten Milieu zu einem Kriminellen heranwächst, stellt das Milieu Ver - gangenheit und Ursache dar. In einem gegenwärtigen Moment erlebt der Junge die »Vererbungstendenz« der Gewalt und nutzt diese Erkenntnis, um gewaltfrei zu leben. Ein und dieselbe Vergangenheit wird somit plötz - lich zu einer ganz anderen Ursache. Das Jetzt, bzw. die Erkenntnis im Ich Buch 21 Jetzt, ändert die Wirksamkeit der Vergangenheit! So wahr es ist, dass die vergangene Tat (z.B. der schlagende Vater) als solche nicht rückgängig ge- macht werden kann, so wahr ist es aber auch, dass diese Tat so oder so wirken und dieses Wirken durch das Jetzt bestimmt werden kann. Wenn ich die Dinge exakt beobachte, kann ich eine Ursache-Wirkungsbe - ziehung aus der Vergangenheit in die Zukunft hinein und aus der Zu - kunft über die Gegenwart in die Vergangenheit hinein wahrnehmen. Die Ursache aus der die Wirkung folgt kann also sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft liegen! Diese Erkenntnis bedeutet einen enormen Freiheitsgewinn: ich bin nicht mehr nur der aus der Vergangenheit Bestimmte und Getriebene – nein, ich kann die Vergangenheit selbst als Wirkendes und Ursächliches aus der Gegenwart heraus bestimmen! »Mach´das Beste ´draus!« ist scheinbar ein banaler Spruch, der aber der Aussage gleich kommt: mach die Zukunft zur Ursache und verändere dadurch die Vergangenheit als bisherige Ur- sache! Zeit ist a-linear, kein Strahl! Jede menschliche Persönlichkeit wird als Kind der Zukunft geboren. Es ist aber kein Wunder, wenn uns bei »linearen« Anschauungen, welche die Persönlichkeit von ihrem eigenen Zukunftpotenzial abschneiden, die Ide - en ausgehen! Mit Linearität lässt sich sehr gut rechnen und wir sehen hier: wenn sich Realität, und die ist lebendig, nicht berechnen lässt, rech - nen wir lieber mit berechenbaren Illusionen und verneinen den unbere - chenbaren Zukunftskeim unserer Person! Wer aus der Vergangenheit lebt, lebt nicht aus dem Ich und produziert graue, ideen- und kinderlose Zu - kunft ... zu 4: der Mensch stammt vom Affen ab (Mensch als Gattungswesen) Wenn es animalisch oder bestialisch unter den Menschen zugeht ist das nichts anderes als stammesbedingter Atavismus, denn wir haben das Tier im Rücken (Tierabstammung). Bleibt die Frage: wo ist der Stern, wo bleibt der Ausblick? Gibt es nicht »Mensch« als Ideal? Soll dieses Bedürfnis durch das »Opiat« Religion gestillt werden? Wenn der Mensch vom Affen abstammt, woher stammt denn dann der Affe ab? Geht die Seele dieser rückwärts gerichteten Anschauung weiter nach, erlebt sie einen Nihilismus, der sie lähmt oder der Aggressionen nährt. Wer glaubt, er – der Mensch – sei nur ein höheres Tier, also ein Gattungswesen, schneidet sich vom Ideenraum, vom Potenzial Mensch ab und ist so anfälliger für Surrogate: er wird zum Ideologienfresser und 22 Wachstum und Effizienz damit tatsächlich zu einem Gruppentier, ohne es zu merken! Die Tier-Ab- stammungs-Anschauung ergibt sich notwendigerweise aus der Anschau- ung der Zeit-Linearität: spätere Formen müssen dann aus Früheren her- vorgegangen sein (Ursache Vergangenheit). Versuchen Sie einmal das Um- gekehrte zu denken (Ursache Zukunft)! Haben Sie Probleme, das zu denken, zeigt es Ihnen, wie stark Sie durch das vorherrschende Denken geprägt sind. Gretchenfrage: war zuerst das Huhn oder das Ei da? Keines ... Alles: in der Realität, im Leben gibt es keine lineare Zeit. Nur für unseren Verstand muss es Anfang und Ende und das Ende zeitlich nach dem Anfang geben. Warum? - weil er, der Ver- stand endlich ist, er hat einen Anfang und ein Ende und deswegen kann er nur endlich interpretieren! Für den Verstand muss die Rasse Mensch einen physischen Vorfahren haben, wie der einzelne Mensch ihn in den physischen Eltern hat. Das Herz aber, welches größer ist als der Verstand, ahnt, dass der Mensch sein eigener Vorfahre ist: individuelle Idee, Potenzial, was ver- wirklicht werden kann – etwas, dass genau die Strukturen schafft, die es zu seiner Verwirklichung braucht. Wir sind weitaus mehr als der rück - wärts-zeitlinear orientierte Verstand doch oft seine Gefangenen ... zu 5: Leben ist aus Staub entstanden (Urknall- / Schöpfungstheorie) Haben Sie schon einmal einen Schrottplatz gesehen, über den lange ge - nug ein Wind geweht hat, sodass dann durch Zufall die einzelnen Auto - teile sich wieder zu einem betriebsfähigen Auto zusammengesetzt haben? – Dass so etwas aber möglich ist, behaupten allerdings viele Naturwissen - schaftler: am Anfang war der Wasserstoff bzw. ein subatomares Teilchen (Staub als »Vater« aller Dinge!). Durch einen »Evolutionswind« – wobei es eben nur eine Frage der Zeit ist, wie lange der blasen muss – muss es aber irgendwann passieren, dass nämlich zufällig durch allerhand Durch- einanderbewegungen alle folgenden Elemente und Formen aus diesem Staub entstanden sind! Welch´ ungeheure Kreativität also dem Staub zu- grunde liegt! »Gott hat den Menschen aus Staub geschaffen und zu Staub wird er*«. Sind das Antworten auf den Menschen? Gott und Materie sind nur zwei verschiedene Wörter, welche aber seit Jahrhunderten im gleichen Sinne von den Meinungsmachern benutzt werden: beide stellen den Anfang ei - Die wörtliche Sichtweise der Kreationisten Ich Buch 23 ner Entwicklung dar, welche für den »normalen« Menschen schließlich nicht einsehbar sein soll, sondern das Wissen darüber nur von speziellen Vertretern (ob Kirchenvater/Bibel oder Wissenschaftler) vermittelt werden kann. Diesen Vermittlern soll ein entsprechendes Vertrauen, ein Glaube, entgegengebracht werden - und dies wird in den Bildungseinrichtungen für Kinder schon »berücksichtigt«. Folge: der Mensch wird durch diese Anschauung zunehmend unmündiger und bedeutungsloser (innere Selbst- entwertung) – umso eher ist er geneigt, diesen Mangel mit »mehr Ego« zu kompensieren und aus dem Mainstream für sich das Beste herauszuholen (egal ob Evolutionstheorie oder Kreationismus). Der Mensch als Gemachter und Abhängiger wird schwerlich den hohen Stern in sich wahrnehmen, der ihn zu kreativen Handlungen motivieren könnte - für den Staubge - machten gilt es aus dem »Staub des Alltags« das Beste zu machen ... Die Urknall-Selektions-Linearitäts-Anschauung resultiert aus dem Ver - stand und gibt allen Freunden der Genmanipulation recht: Denn, wenn die Natur würfelt, warum sollten wir das Würfelspiel nicht beschleuni - gen? – wir vermehren dadurch doch nur die Anzahl der Ereignisse inner - halb eines Zeitintervalls! Wir beschleunigen also nur die Evolution und tun ihr damit vielleicht sogar einen Gefallen: der »Schrottplatz« wird umso schneller aufgeräumt! Die Evolution hat also dann den Menschen hervorgebracht, um sich selber schneller zu evolutionieren. Der Mensch ist also der von der Evolution bestimmte Evolutionsbeschleuniger. Kreati - vität bezieht sich nur mehr auf »Höher, schneller, weiter«. Aus dieser Sichtweise sind Gen-Gegner Evolutionshemmer, Zurückge- bliebene, die sich die Evolution letztlich nicht leisten kann und die ausse - lektiert werden müssen von denen, die die Evolution vorantreiben! Gen- Gegner gehören einer untergehenden Art an, nur sind sie zur Zeit leider noch in der Überzahl. Wenn die Welt dann im Sinne der Gen-Befürworter manipuliert und umgebaut worden ist, ist sie es nach ihren Gedanken und Begehren geworden und in der Tat, es wird keine andere Welt mehr ge - ben*. Im Bilde des Autoverwertens gesprochen: bauen Sie aus den Teilen eines gegebenen Autos ein anderes, so haben Sie damit das erste zerstört und das folgende kann nur eine Reduktion des ersteren sein. Gen-Technik re- duziert die Artenvielfalt und die Artfunktionen - denn sie fließt aus ei- Genmanipulation einmal freigesetzt verbreitet sich von selbst im Schneeball- system: über kurz oder lang kommt es zum totalen Umbau der Biossphäre 24 Wachstum und Effizienz nem Bewusstsein, welches selbst höchst reduziert ist (auf sich selbst fixiert, geradezu autistisch) im Sinne einer »beschleunigten Nutzbarmachung«. Anschauungen, Interpretations-Muster sind »Utopien«, welche sich Tag für Tag verwirklichen - unter Umständen wie Gedanken-Viren, welche die Menschen zu entsprechenden Taten bringen. Wenn Sie z.B. diese Schrottplatz-Selektions-Utopie, welche die »ethische Grundlage« der Gen- technikbefürworter ist, nicht verwirklicht haben wollen, müssen Sie ihren Verstand erkennen lernen, der das Einfallstor für solche »Viren« bildet, dann werden Sie im Sinne des Lebens und der Erde kreativ, statt ein Le - ben für einen Nutzbarkeitseffekt zu manipulieren. zu 6: der Mensch, ein Produkt aus Vererbung und Milieu (Kastenwesen) Auch dies ist die notwendige Schlussfolgerung des Verstandes aus der Zeitlinearität: wie das Spätere immer nur aus dem Früheren hervorgehen kann, kann der Neu- oder Wiedergeborene (Hinduismus) nur das sein und werden, in das er hineingeboren ist. Der freie Wille des Menschen ist da - mit eine Illusion. In einer konsumorientierten Gesellschaft lässt sich diese Illusion dazu nutzen, den Konsum weiter anzukurbeln: »kaufen« ist »tun« und wenn ich kaufen kann, was ich will, scheint darin das Freiheitsbegehren befrie - digt werden zu können. »Immer Kaufen, was ich will« wird als gesell - schaftsförderlich, doch »immer tun, was ich will« wird eher als unsozia - le, verwerfliche Einstellung angesehen. Ich kann oder soll nicht immer tun, was ich will? Dann tue ich also etwas, was andere wollen! Warum aber soll der Wille des Anderen geschehen und nicht mein eigener? Klingt paradox, ist aber die Realität: um sich dem Willen des Egos zu unterwerfen, muss erst der eigene Wille getötet werden. Das Ego hat nichts mit dem individuellen, eigenen Willen zu tun. Ist es den Menschen anerzogen, ihren eigenen Willen zu unterdrücken, um sich einem fremden Willen zu beugen (derzeitiges Schulsystem), so ist darin der Keim gelegt, selbst einmal zum Herrscher (Karriereleiter oben) zu avancieren (aktiv/ag- gressive Variante): andere sollen tun, was ich will! Doch was »ich will« ist nicht das, was ich will – die Wurzeln des eigenen Willens wurden zuvor gekappt! (passive/depressive Variante dazu: ich lasse mit mir geschehen, ordne mich unter, sei mir ein »Schnäppchen« gegönnt!). Folge: das »was ich will« bezieht sich zusehends nur mehr auf die Grundbedürfnisse, also das Gat - tungsmäßige, das Konsumieren und Kumulieren. Der Mensch, das Kon - sumtier »frißt ganze Erde auf«. Aber wen stört das, wenn der Mensch so - Ich Buch 25 wieso vom Tier abstammt?! (Der Verstand kann den Menschen gar nicht ent- decken!) Hier schließt sich der Kreis: Das genetisch festgelegte Konsum(Fress)verhalten garantiert und rechtfertigt ständig zunehmendes Wachstum, das Heilmittel Wachstum garantiert zunehmenden (Konsum) Wohlstand. Seit Kriegsende bis zum heutigen Tage hat »die Wirtschaft« noch kein negatives Wachstum gehabt, warum erhöht sich dann die Ar - beitslosigkeit 347 und sinken die Reallöhne? Ist der Mensch nur durch Vererbung und Milieu geprägt, steht die quan - titative Verbreitung innerhalb horizontaler Gesellschaftsschichten, die Wiederholung von Wiederholungen, »More from the same«, die Massen- produktion im Vordergrund. Der Grund der Arbeitslosigkeit (besser: Er- werbslosigkeit) ist nicht - abgesehen von den Parametern der Statistiken - mangelndes Wachstum, sondern mangelnde Berücksichtigung der Wachs- tumsqualität. Qualitätsmangel (unzeitgemäße Struktur) kann aber nicht durch noch mehr Quantität (Produktion und Konsum) ausgleichen werden, im Gegenteil: die Qualität wird dann noch weiter sinken - wirtschaftlich wie menschlich. Im Glauben an Vererbung und Milieu, Zufall, Selektion und Mutation, beschränkt sich das Bewusstsein und Potenzial auf die Größe der Illusion eines ewig überlaufenden Ur-Suppentopfes, fernab von Heimat und Po- tenzial des Ich. zu 7: das »Ich« ist ausschließlich eine Funktion unseres Gehirnes Ist das Ich ausschließlich eine Gehirnfunktion, dann stammt es aus der Materie, denn Gehirn ist Materie. Weiter: Gehirntod=Ichtod. Das Ich ist Konstrukt und Abhängiges. Ein Arbeiter verdient 100 mal weniger als ein Manager u.a. weil eben die IQ (=Gehirn)-Leistung bewertet wird und im Allgemeinen gilt: mehr »Hirnleistung« = wertvolleres Ich = mehr »Kohle*«! In dem das Ich vermaterialisiert wird, wird das Geistige oder Göttliche des Menschen getötet - gekreuzigt. Solche Anschauungen bedeuten Kreu - zigungen. Das Fatale daran ist, dass der Geist des Menschen schon ge- kreuzigt werden soll, bevor er überhaupt erwachen konnte: das hierzulan- de bestehende »Schulsystem« tötet den Geist zugunsten eines wohltrai- nierten Verstandes - die Schülerseelen werden in ein Konzept einge- spannt, in dem sie vertrocknen, verblassen, keine eigene Orientierung mehr entwickeln. 26 Wachstum und Effizienz Mit dem Postulat: Ich=Gehirn wird die Materie Gott und Gott ein Ge- hirnfurz: ist das nicht eine phantastische, omnipotente Gehirnschöpfung?! Aus den hier angedeuteten Grundsätzen einer Verstandesprägung wird erkennbar, wie sehr Anschauung das gesellschaftliche Leben und das Le - bensgefühl des Einzelnen prägt und die Wirklichkeit immer mehr das wird, was aus den Anschauungen der Menschen hervorgeht, bis die beste - hende Wirklichkeit durch eine Neue ersetzt wird. Spannende Frage: Wer oder was bestimmt hier? Das Ego trachtet in quantitativen Wachstumsillusionen nach Herrschaft über das Außen, setzt sich dazu an die Spitze einer Organisationspyrami - de. Das Ich ist Herrscher, es trachtet nicht nach Macht! Für das Ego gibt es tatsächlich nur die Möglichkeit: entweder den Willen anderer sich zu Nutze machen – oder sich eben diesem zu beugen. Es ist blind für das um- fassende Netzwerk einer so hohen Ordnung, in der Freiheit einen höchsten Platz hat - und deswegen das Ego auch da sein darf (in der Freiheit kann es Maschinen (Zwang) geben, in der Maschine aber keine Freiheit). Das Ego kennt nur seine »Unter-Ordnung«. Sein »Freiheitsbegriff« ist der, dass es über anderes bestimmen kann im Sinne einer Zubringerfunktion für es selbst (wie Maschinen Zubringer für den Menschen sind). So lebt die Hackordnung von Opfer (Sklave) und Täter (Herrscher)! Und es liegt in der Natur der Sa- che, dass es zahlenmäßig gesehen mehr Opfer geben muss, als Täter – wo - durch latente Bereitschaft unter den Opfern geschürt wird, die Täterrolle einmal übernehmen zu wollen (siehe Terrorismus). So leben die Täter in der Angst, von ihren Opfern eines Tages überrollt zu werden. Also noch mehr Kontrolle, Waffen, noch mehr Mauer, noch mehr Fiktion (die Medi- en: Das Opfer Zuschauer darf sich als Täter träumen), Isolation und Polarisa- tion! Ist das Ego der Schuldige sämtlicher Misere, der Sündenbock? Es abzu- spalten, würde es erstarken, denn Abspaltung steht selbst unter egoisti- schem Antrieb! So ist das Ego höllisch raffiniert. Es setzt sich immer wie - der, bei allem was wir tun und denken oben auf: ich male ein Bild aus meiner Kreativität heraus. Erhalte ich Anerkennung – schon kommt das Ego mit Stolz und Eitelkeit! Ich setze mich für einen Mitmenschen spon- tan ein – dieser lobt mich: schon klatscht mir das Ego zu und ich fühle mich toll (gleich einem Virus heimst es das natürlich, lebendig Schöne für sich ein und tarnt sich mit falscher Identität: was ich war, wird Ego, was Ego ist, Ich Buch 27 scheint Ich zu sein - so sucht es ständig nach Wachstums-Erfolg, nach Zuwachs im Außen). Eine Handlung aus Liebe ist eine Freie: es steckt keine Absicht im Sinne irgendeiner Zweckgebundenheit dahinter, ich handele, weil ich die Hand - lung als solche liebe! Ich schiele nicht auf einen vermeintlichen Erfolg, ich handele bedingungslos, schenke die Handlung in die Welt, weil ich sie liebe! Ehrlicher Applaus gegenüber meiner Handlung, ist die Kundgabe und Ettikette anderer, dass meine Handlung ihnen etwas Positives bedeu- tet hat. Gegenüber dieser Kundgabe beinhaltet Liebe während der Tat eine innere Durchströmung, dessen Intensität unvergleichlich intimer und wahrer ist, als die äußere Applaus-Etikette. »Effizienz und Wachstum« (für das Gleiche mehr haben wollen) schreit das Ego und die von ihm Besetzten trachten nach Machtpositionen. Dafür bie - ten sich zentral und hierarchisch geführte Institutionen an. Das Ego brennt über so strukturierte Bildungs- und Medieneinrichtungen seine Anschauung tief in die Menschengehirne und in die Menschenseele ein und garantiert dadurch Erhaltung und Vererbung seines Nährbodens Hierarchie. Das Ego ist bildhaft gesprochen nur eine Zelle im gewaltigen Tempel des Menschen in dem es als »Virus« mit der Eigenschaft herrscht, das Erden- menschen-Ich als den wahren potenziellen König in diese Zelle hereinzu- locken, es von seiner Mission und Möglichkeit abzulenken, zu denunzie - ren und gefangen zu halten, bis der Mensch seine wahre Herkunft verges- sen hat und sich dann mit dem König dieser einen Zelle, also dem Ego, verwechselt (der Gigant ist zum Zwerg geworden). Es ist das Schicksal jedes Menschen, dass er sein »königliches Paradies« vergisst und den Fiktionen des Egos auf den Leim geht - was schließlich die Ursache jeglichen Leides darstellt (wer an sich selbst nicht mehr leidet, fügt anderen, selbst, wenn sie ihm Leid zufügen, keines zu). Wie kann ich mich befreien, meine wahre Größe finden, wenn ich zum überwiegenden Teil von den Denkschemata des egobesetzten Verstandes erzogen und dressiert wurde?! Jede Religion (lat: re-ligere = rückbinden) stellt den Versuch dar, aus dem Verlust des Ursprunges, der Einheit, einen Weg zur Verbindung mit dem- selbigen aufzuzeigen. So auch der Naturwissenschaftler: Durch seine For- schung versucht er innerhalb der »Forschungsobjekte« Beziehungen auf - zufinden, von denen er spürt, dass sie da sein müssen - er aber von ihnen getrennt ist, was seine Seele zur Forschung anregt und letztere zum Er - 28 Wachstum und Effizienz gebnis die Erkenntnisse liefert, welche nun eine Verbindung, einen Zu- sammenhang für den Forscher erlebbar werden lässt. Dieses Erlebnis der »Verbindung« sucht der »religiöse« Mensch nur auf anderem Wege. Der Mensch möchte wachsen und sich mit dem Quell der Welt verbin - den. Doch das kann sich nicht auf Körperhaftes beziehen: irgendwann sind wir ausgewachsen, sind gesättigt, haben für unseren Körper genug. Ständiges Wachstum kann nur auf geistig-seelischer Ebene stattfinden. Machen wir jedoch das Wirtschaftswachstum zum Götzen, dann haben wir die Ebenen verwechselt: was im Geistigen Sinn macht - wachsen und wachsen, satter und satter werden - 1:1 ins Körperliche übertragen, schafft dort Leid, Platznähte und - nöte! Das Ich, der Individualgeist, ist ein Mysterium und als solches unbe- quem. Doch die anstehende Erneuerung der Verhältnisse kann nicht (mehr) von einer Hierarchiespitze, in der sich notwendigerweise die Ego- Energie bündeln muss, aus geschehen, sie kann nicht von einer Wissen - schaftskanzel herbeigeschworen werden und sie kann nicht aus einer blo- ßen Ursache-Wirkungskette vergangener Bausteine induktiv konstruiert und schon gar nicht durch mehr und mehr Konsum erreicht werden. Der wahre Quell von Erneuerung und Wachstums liegt im Ich: ich muss mir meinen eigenen Führerschein ausstellen - nicht darf das Andere ( Im- plantate meines Bewusstseins, die autodestruktiv wirken) mein Führer werden. Die folgenden Übungen dienen der Aufmerksamkeitsschulung, um sich zu befreien von bislang unbewussten Interpretationen und Identifikatio - nen seines Selbstes mit Dingen, die ich nicht bin, einerseits - andererseits um umfassender Ich-Qualitäten wahrzunehmen und sich selbst darin zu steigern. Aus dem inneren Wachstum und der Selbst-Effizienz (Orientie- rung am und durch das Ich) wird schließlich alles hervorgehen, was die äu- ßeren Verhältnisse an Heilung brauchen. Gesundheit ist immer auch der Ausdruck von effizientem Wachstum - Wachstum, welches in optimalem Einklang mit den Gegebenheiten steht. Gesundheit kann jeder für sich selbst nur auf Grundlage seiner Individualität erlangen. Krankes ist Fremdartiges und davon zuviel. Avanciere ich mein Bewusstsein zur see - lisch-geistigen Gesundheitspolizei, dann erkenne ich Fremdartiges in mir und kann den Ballast außenbords schaffen - kann mich aus dem Gefäng - nis des Egos herausbewegen und wirkliches Wachstum leben ... Ich Buch 29 Es gibt zwei Arten, sich zu täuschen: Eine besteht darin, zu glauben, was nicht ist; die andere besteht darin, nicht glauben zu wollen, was ist. Sören Kierkegaard Identifikationen Wie und womit baue ich meine Identität auf - welche und wieviele Stro - halme brauche ich dazu? Die Kunst alles anzunehmen, aber auch alles ab - geben zu können ... Anschauungen werden täglich über Bildungseinrichtungen, Medien und davon infizierten Menschenbewusstseinen in andere Menschenbewusst - seine verankert und bestimmen dort als Gehirnimplantate das Denken, Fühlen und Handeln sowohl eines Menschen wie auch ganzer Bevölke- rungsgruppen. Gedanken-Implantate werden zu Kristallisationspunkten für weitere Identifikationen und sind geeignet, Verhalten zu bündeln, zu manipulieren, Menschen in ihren Handlungsweisen »gleichzuschalten«. Will ich ein freier Mensch sein, muss ich mich meinen Identifikationen er - lebend gegenüberstellen können, denn dann kann ich unterscheiden zwi- schen solchen, die mein wirkliches Sein und denen, die ein Scheinsein be- treffen. Identifikationswahrnehmung - ein Beispiel aus dem Alltag: Anne kommt gerade aus dem Kino und trifft auf dem Gehweg einen Be- kannten: »Ich stehe dahinten... willst Du mitfahren?« Sie gehen zum Auto, dann sagt sie beim Einsteigen: »Na ja, besser wäre es eigentlich gewesen, wenn man das kleine Stück bis zu mir zu Fuß gegangen wäre...« Auch weil die Sprache eine Menge verrät, tut es gut sie wahrzunehmen. Wie oft bilde ich Sätze, in denen ich die eigene Person mit den Objekten verwechsle: »ich stehe dahinten«, statt: »mein Auto steht...«; »zu mir«, statt: »zu meiner Wohnung«, oder statt mit dem Wort »Ich« zu bekennen, lieber ins allgemeine »man« zu fliehen (insbesondere, wenn es um »peinliche« Dinge geht, wie hier die Bequemlichkeit). Was halten Sie von solchen Redewendungen: »die Gesellschaft fordert«, »die Naturwissenschaft behauptet«, »das Gesetz oder Recht verlangt«, »die Regierung beschließt« usw.? Ist schon jemand der Gesellschaft begegnet oder hat die Naturwissen- schaft etwas behaupten oder gar ein Gesetz herumlaufen sehen? Denke 30 Identifikationen ich klar, dann muss ich mir eingestehen, dass nur Personen etwas behaup- ten, fordern, denken, wollen usw. können. Wenn der wirklich Tätige (=Verursacher) nicht beim Namen genannt wird, statt dessen Pseudonyme und Konstrukte (»Ersatzpersonen«, »wir« und »man«-Ersatz, Passivsatz-Kon- struktionen usw.) in der Sprache vorherrschen, entspricht eines Tages die Sprachebene nicht mehr der Wirklichkeitsebene: es wird mit »Verknüp - fungen« gehandelt, denen keine Inhalte mehr gegenüberstehen - Verant- wortliche verschwinden unter der sprachlichen Tarnkappe. Übung: Beobachten Sie Ihre Sprache: »Was verschleiere ich (z.B. durch Passiv-Sätze), was sind in meiner Sprache handelnde Personen: »ich«, »man«, »die« - Menschen oder Schein-Begriffe (Pseudonyme)« Durch Sprachbeobachtung finde ich einfach und schnell heraus, womit ich mich wie selbstverständlich identifiziere: beispielsweise mit meinem Namen (»Ich bin Frau Becker« – statt: »mein Name ist Frau Becker«), meinem Körper (»ich habe mich geschnitten« – statt: »ich habe in meinen Finger ge- schnitten«), meinen Gefühlen (»ich bin froh« – statt:»in mir ist Freude«). Ichbestimmung mit Hilfe von Identifikationbildung die Punkt – Umkreisbeziehung In einer entsprechenden Situation antwortet ein Mensch auf die Frage: »Wer bist Du?« z.B. mit der Antwort: »Ich bin Mutter!«. Dabei empfindet der Sprechende sich als Zentrum aus dem die Eigenschaft »Mutter« her- vorquillt (siehe Skizze links: beispielhafte Antworten auf die Frage: »Wer bin ich«). Übung: Jemand stellt die Frage: »Wer (oder was) bist Du?« Was könn- ten Sie ihm sagen? Beobachten und notieren Sie, welche Gefühle oder Gedanken bei den einzelnen Bestimmungen evtl. auftreten. Stelle ich jedoch die Frage »wer ich bin« an mich selbst, dann benutze ich, weil mir auf Anhieb gar nichts einfällt mit dem ich mein Ich beschrei - ben oder erklären könnte, die Eigenschaftsperipherie, um mich darüber zu bestimmen. Obwohl ich mich als tätige Quelle (Zentrum/Punkt) erlebe, die die Beziehungen und damit Umfeld/Peripherie bestimmt (Skizze links), kann ich die Quelle selbst nicht bestimmen (Fragezeichen in der Skizze Ich Buch 31 rechts), sondern muss sie wiederum mit den Eigenschaften des Umkreises »füllen«. Die Bestimmungsrichtung vom Zentrum zum Umkreis kehrt sich um, meine einst aus dem Zentrum geflossenen Identifikationen (Ei- genschaften) bestimmen nun mich. Durch sie definiere ich mein Ich, ob - wohl eigentlich mein Ich diese ausgesucht oder für sich selbst definiert hat (die an dieser Auswahl beteiligten Faktoren bzw. das »Warum« der Auswahl wird später untersucht). Ich habe es mit einem »Huhn-Ei-Prozess« (indukti- ve Korrelation) zu tun: das Ei als punktuell Zentrales (analog: das »Ich« in der Skizze links) gebiert das Huhn (analog: Ausformung der Eigenschaft) und das Huhn (die Raum-Manifestation aus den im Punkt bestimmten Eigenschaf - ten) produziert das Ei (analog: Skizze rechts: das Ich als »?« wird durch die Eigenschaften definiert). Das Ich erscheint als »Endlos-Rekursivformel«. Er- läuterung der Punkt-Umkreis-Rekursion anhand der Depression: zu- nächst schwindet die Identifikation mit den Umkreiseigenschaften ( »Ver- grauendes Umfeld«). Durch diesen Mangel kann ich mich selbst auch nicht mehr recht bestimmen, Folge: der Kern vergraut, was wiederum zur Folge das Schwächen des Umkreiserlebens hat - oder war es umgekehrt? ;-) Bei der Ich-Bestimmung, als Versuch einer Seinsbestimmung, erlebe ich, wie stets ein Prozess (Skizze links) in den anderen (Skizze rechts) über- schwingt. In Wirklichkeit wären obige Skizzen überlagert und gleichzeitig vorzustellen. Nur in dem mein Verstand als Beobachter sich ihnen gegen- überstellt erscheint plötzlich die eine für sich allein und räumlich ge - trennt von einer anderen, womit also gewissermaßen der Beobachter als Prisma das erzeugt, was er beobachtet*. Die Gretchenfrage: »war Huhn oder Ei zuerst? (oder die Ursache der Depression)« erlaubt nur die Antwort: alles – nichts, gleichzeitig beides! »Alles« sind meine Eigenschaften, der allfüllende Umkreis, »Nichts« ist das unfassbare Zentrum, als »Ich« zwar quasi ein »Quanteneffekt des Seins« - im zweiten Buchteil folgt Vertiefung... 32 Identifikationen erlebt, doch unvorstellbar, wie ein Punkt mit der Ausdehnung Null. Das Ich entzieht sich dem Raum und kann deshalb nicht im Räumlichen ( z.B. im Gehirn) entdeckt werden. Das Ich definiert sich also für meinen Ver- stand durch Identifikationen als Momentaufnahmen von Punkt-Umkreis-Kor- relationen, in denen sich Ich-Tätigkeit widerspiegeln kann. Das Ich ist somit »weder Huhn noch Ei (Nichts)« und doch auch »Huhn und Ei« zusammen (Alles): Bilde ich die Summe aller Identifikationen – mein Körper, meine Gefühle, Gedanken, Vorlieben, Handlungen, meine Vergangenheit usw. – habe ich weder von dieser Summe, noch von ir - gendwelchen Einzelheiten das Erlebnis: »das bin ich!« Denn von all dem bin ich auch unabhängig, bestehe nämlich durch mich selbst! Vor allem spüre ich: Mein Ich ist nicht abgeschlossen (=Summe der gewesenen Teile). Es ist ein übergeordnetes Organisationsprinzip, welches Teil ( Punkt) und Ganzes (Umkreis) zueinander in Beziehung setzt, dadurch sogar dyna- misch neue Ordnungen, noch nicht da Gewesenes schafft und deshalb ständig wachsen kann! Das Ich als Sein ist fluid, aktiv, ständig neue Formen hervorbringend, der unsichtbare Bildner hinter den Bildern, unsichtbar für das Verstandes - bewusstsein, welches nur mit abstrakt, vereinfachten Ab-Bildern kommu- niziert. Das Ich als Sein bleibt also meinem eigenen Verstand verborgen - er arbeitet mit Identifikationsbildung als Abspiegelung und es findet die dramatische Verwechslung zwischen Bild und Bildner bzw. Spiegelbild und Original statt (siehe gr. Mythologie: Narziss 347 ): der Spiegel: Körper und Verstand werden zum »Ich«. Wie keiner ein leckeres Eis im Spiegel probieren kann, so kann auch keiner sich (sein Sein) im Verstand begrei - fen. Als »Unfassbares« innerhalb der Verstandesebene muss das Ich Wahr- nehmbarkeiten für den Verstand bilden: Bilder und Vorstellungen, kreiert und ausgewählt durch Identifikationen und Abgrenzungen (»das oder den mag ich nicht«). Die Ausgrenzung ist praktisch der Negativabdruck einer Identifikationsbildung - eine invertierte oder antipodische Identifikation. Identifikationen sind der für meinen Verstand »fassbare Teil« des Ich, Punkt-Umkreis-Korrelationen, die der Bildner(das Ich) schafft, um sich durch die Bilder kennen zu lernen. In der Verbildlichung besteht nun eine große Gefahr: Es ist die Gefahr, selbst zum Bild * zu erstarren. Identifikationen werden 2 dann zu Brücken, die trennen, Zeugen einer Bewusstseinstrennung (Bild/Bildner). Die Trennung vom Sein, die aus der Frage: »Wer ich bin?« Ich Buch 33 empfunden werden kann, bezeugt auch die Tatsache des Sehnens. Das Sehnen nach etwas ist die unmittelbare Wirkung der Trennung von etwas. Sehnsüchte spürt jeder Mensch als Leidvolles oder auch Lustvolles (wenn die Vereinigung in greifbare Nähe rückt). Der Mensch trachtet danach die Trennung zu überwinden in dem er seine Sehnsüchte stillt! Wer seine kör - perlichen Sehnsüchte dauerhaft nicht befriedigen kann, leidet darunter, doch wer sie stets befriedigen kann, ist, wie die Erfahrung zeigt, noch kein zufriedener Mensch. Der Konsumzwang ist ein Beweis dafür, dass es ein Sehnen nach etwas gibt, was gar nicht auf der körperlichen Ebene be - friedigt werden kann. Erlebt der Mensch nicht den tiefen Grund und Sinn des Sehnens, versucht er es mit allen möglichen Surrogaten innerhalb des Materiellen oder Körperhaften zu befriedigen ohne Aussicht auf tiefe Freude oder wirklichen Frieden! Für die Selbsterkenntnis gibt es eine praktische Frage: Welche Auswahl an Mitteln der Vereinigung (siehe Skizze oben) treffe ich, wodurch ist diese be- stimmt? Übung: Machen Sie eine Aufstellung von Antworten auf die Frage: »Wonach sehne ich mich, welche Mittel benutze ich, um mich wohler zu fühlen?« und beobachten Sie, welche Gefühle oder Gedanken bei den einzelnen Bestimmungen evtl. auftreten. Durch solche Beobachtungen lerne ich meine Identifikationen und mein aktuelles Seelengefüge besser kennen. Ich erlebe dann, dass die Grund- idee der Trennung (Bild/Bildner-Vorstellung/Sein) die bewusste (Wieder-) Vereinigung (=Friede) ist. Die Vereinigung selbst kann als ein Akt der Lie - Die Tatsache der Identifikation mit dem Bild oder Konstrukt führte u.a. zur An- schauung des Konstruktivismus 34 Identifikationen be gesehen werden. So betrachtet sind Vervollkommnung und Liebe das- selbe: das Eine geht nicht ohne das Andere. Habe ich dieses einmal verin - nerlicht, dann kann ich Identifikationen, die mich festhalten und ein - schränken (»trennende Brücken«) von solchen unterscheiden, die mir wirk- lich zu meiner Vervollkommung gereichen. Die Unterscheidung besteht dann im Wahrnehmen des »Liebesgehaltes«, welcher in den entsprechen- den Identifikationen (siehe Auswahl Skizze Seite 33, bzw. Ihre selbst erstellte Auswahl) steckt. In einer intensiv erlebten Jugendliebe wird das Du zum Ich: es wird die Urgeste von Trennung und der durch Liebe zu vollzie- henden Vereinigung - und damit die Liebe selbst - urbildhaft erlebt. Meine Identifikationen markieren mir letztlich den Weg zu Vervoll - kommnung und zur Liebe: ein Weg voller Hoffnung auf Be-Friedigung, doch oft einem Labyrinth von Verirrungen, Verwirrungen und Verzweif - lungen gleicht. Trennung gebiert den Drang zur Vervollkommnung, die Liebe gebärt. Der Mensch wurde geschaffen als eine »sich entzweiende Zelle des Seins«, um in der Liebe Neues zu gebären: es geht nicht nur um »Wieder-«, sondern vielmehr um Neuvereinigung, Neugestaltung. Wäre für den Menschen alles klar, alles Eins - dann hätte er keine Fragen mehr, er würde nichts verändern, nichts erneuern können. Punkt und Umkreis müssen also beziehungslos werden, um eine selbsterrungene neue Bezie - hung aufbauen zu können. Dreifache Trennung – drei Identifikationsebenen Identifikationen sind für das Verstandesbewusstsein Momentaufnahmen des Ich. Aus der Verwechslung von Bild und Bildner (Ich) entstehen Hal- tungen, daraus Diskrepanzen und aus diesen wiederum Konflikte. In Konflikten rettender Satz: »Ich bin nicht meine Identifikation!« Kon- kreter: »ich bin nicht mein Körper, nicht meine Gefühlsstimmung, nicht mein Verstand – dies sind nur meine Instrumente. In dem ich mich ih- nen beobachtend gegenüberstellen lerne, gerate ich nicht unter ihre Knechtschaft. In der Beobachtung kann ich sie sogar besser wahrneh- men, sie aussprechen lassen und so ihre Botschaft oder ihren Sinn viel eher erfahren, als wenn ich im Identifikationssuppentopf mitkoche und somit das Opfer eines meist Hamsterrad ähnlichen Prozesses werde. Ich Buch 35 1. Verstandesidentifikation Auf der Website des Vegetarierbundes können Sie anhand der dort aus- gestellten Aussagen leicht erkennen, mit welchen Themen sich der Vege- tarierbund identifiziert - holla, der Vegetarierbund ist eine juristische Person, die sich mit gar nichts identifizieren kann! - also klar ausgedrückt: zumindest sich die Menschen identifizieren, die diese Website in Auftrag gegeben haben: »Da wir gut leben können, ohne Tiere zu töten, ist es sinn - lose Grausamkeit, wenn wir sie dennoch töten lassen« 348. In einem Artikel 348 der »Zeit« ist zu lesen: »[...] Die Vegetarierorganisa- tionen wehren sich (Anmerk. des Verfassers: können sich Vegetarierorganisa- tionen wirklich wehren - oder nur bestimmte Menschen innerhalb der Organisa - tion?) natürlich vehement gegen den Vorwurf, dass einer wie Hitler einer der ihren gewesen sei.[...].« Folgende unbewusste Identifikationskette könnte abgelaufen sein: »Ich bin Vegetarier – Vegetarier sind friedliebend und gut – ich bin fried - lich und gut – (und jetzt der Knall:) Adolf Hitler war ein Vegetarier!« Die einfachste Konfliktlösung bestand darin, anzuzweifeln, dass Adolf Hitler ein Vegetarier war. Doch er war es bewiesenermaßen. Das Problem bestand weiter. Tröstlich und pointiert wies der Vegetarier und radikale Tierschützer Peter Singer auf diese Identifikation mit den Worten hin: »Die Tatsache, dass Hitler eine Nase hatte, bedeutet ja auch nicht, dass wir uns die Nase abschneiden müssen 348.« Was mich allerdings an der Nase herumführt, ist die Identifikation Ich=Verstand: Existenzsatz: ich bin (ich bin der ich bin) a Identitätssatz: ich bin Frau Becker (hier Identifikation mit etwas) a = b Nun gibt es eine sogenannte transitive Relation: a = b c = b daraus folgt: a = c logisch, oder? Hier das Vegetarierbeispiel: ich bin Vegetarier Hitler ist Vegetarier ich bin Hitler a = b c = b a = c Das ist genauso logisch, aber schwachsinnig. Halte ich mich an die ab - strakten Buchstaben, liefert Logik »wahre« - setze ich die Variablen mit Inhalten ident, liefert sie »falsche« Ergebnisse. Alle logischen Beziehun - 36 Identifikationen gen dienen dem Beschreiben oder Erfassen von Quantitäten (Abstraktem). Der Verstand schafft Identifikationen, verknüpft dabei oft logisch aber schwachsinnig. Im Leben bedeutet jede Identifikation (= Identitätssatz) eine Reduktion, ein Abtöten von Qualität zugunsten einer quantitativen Zuordnung. 2. Gefühlsidentifikation Die Identifikation mit dem Verstand führt den Menschen schnell in ein unheiles Lebensgefühl: der Verstand des Vegetariers suggeriert diesem zwangsläufig die transitive Relation, ohne dass sich der »Verstandesträ - ger« dessen bewusst wäre. Hierdurch erlebt er das Qualitätsproblem: wer will schon »hitlerähnlich« sein? Das Verletztfühlen des Vegetariers und seine antipathische Reaktion resultiert aus der Anwendung der transitiven Relation durch den Verstand. So handelt er aus einer durch den Verstand erzeugten Gefühlslage heraus. Stellen Sie sich möglichst plastisch vor, Sie stehen in einem Gedränge (Veranstaltung, Kassenschlange etc.) direkt hinter einem Mann, der starker Raucher und erkältet ist. Dieser Mann hat durch Rauchen und Verschlei - mung einen ziemlich üblen Atem, besonders da er vorher auch noch ein Zwiebelbrötchen aß. Weil seine Nase verstopft, atmet er direkt aus dem Mund. Können Sie sich diesen Mundgeruch vorstellen? Nun denken Sie als direkt hinter diesem Mann stehender Mensch bitte nicht daran, wo - möglich in dem Moment die Luft eingeatmet zu haben, die er just zuvor ausgeatmet hat ... Wie oft haben Sie schon den Atem eines Vorgängers eingeatmet und kei - nen Ekel empfunden - und jetzt beim Lesen? Durch Vorstellen können Ge - fühle erzeugt werden, unabhängig von der realen Situation. Auf dem Ge - fühlskino im Kopf beruht jeder Roman und Unterhaltungsfilm. Erlebe ich also ein Gefühl in mir, so kann ich mich fragen, ob dem eine Vorstellung voraus gegangen, oder, ob es unmittelbar aus dem »Bauch 348« entstanden ist. Die Stärke der Identifikation wird weniger durch die Art des Gefühls (Bauch oder Kopf), als vielmehr durch den persönlichen Schwerpunkt (bauch- oder kopfbetonter Charakter) bestimmt. Kopfbetonte Frauen leiden eher unter Hysterie oder Migräne als Männer, da sie, um mehr im Männ - lichen zu bleiben, stärker ihre natürliche Weiblichkeit unterdrücken müs - sen. Ich Buch 37 3. Körperidentifikation »Ich habe Hunger«, »ich habe mir wehgetan«, »ich muss zur Toilette ...« hm, muss wirklich das Ich zur Toilette? - das Subjekt in diesen Sätzen ist falsch: denn nicht das Ich hat dieses und jenes sondern der Körper. Die Identifikation mit dem Körper ist so unmittelbar, dass für viele Menschen das Ich nur im bzw. als Körper existiert. Alles, was nicht materiell ( =ver- standesspiegelbar) ist, existiert überhaupt nicht (entspricht dem Dogma der Naturwissenschaftler, die den Anfang der »Welt« in einem aus sich selbst beste- henden Teilchen sehen). Wenn mein Körper mein Ich ist, ist er mein »Ein und Alles«, das Höchste nach dem folglich alles andere ausgerichtet und zentriert, ein Punktfundament, auf dem alles aufgebaut wird. Ich befinde mich in einer Totalabhängigkeit von meinem Körper. Diese Körperidenti- fikation, letztlich durch den Verstand erzeugt, bewirkt Angst vor allem, was meinem Körper (vermeintlich) Schaden bzw. Schmerzen zufügen, was mir den Boden unter den Füßen wegziehen könnte. Die dadurch schürba- ren »Existenzängste« machen Korruption im großen Stil möglich. Ausge- löst durch die Körperbezogenheit beginnt die Spirale eines Narzissmus (Egoismus). Befürchtungen und Ängste müssen nun durch Machtzuwachs (Sicherung, Kontrolle, Bestimmung der Verhältnisse) kompensiert werden. Wegen der harten Körperidentifikation muss das Wirtschaftliche, als Si- cherung für das Körperliche, als Nummer Eins imVordergrund stehen. Damit verkehren die Körperidentifikations-Überinfizierten die Wirtschaft vom Kultur-Dienenden zum Kultur-Raubenden. Schließlich lässt die Kör - peridentifikation den Konsum als vorgegaukelte Existenzsicherung ins Unermessliche steigen und zehrt dabei den Erdkörper aus - so lange, bis Zustände eintreten, die schließlich direkt auch die Sicherheit und Existenz der Menschenkörper gefährden, welche bislang den höchsten Nutzen aus dem ausbeutenden Wirtschaftssystem hatten. Vielleicht wird kurz vor dem Zusammenbruch die »Wirtschaft« »grün«, doch das eigentliche Pro - blem, die unreflektierte Körperidentifikation, ist damit nicht gelöst. Eine »Öko-« und eine »Heilerdiktatur« steht ins Haus, wenn die Menschen versäumen, die vom Verstand gebildete Körperidentifikation (Punktfunda- mentsichtweise) zu lösen. Ebenso wird durch diese Sichtweise ein würdevolles Altern schwierig, da notwendig die über den Körper definierte »Gesundheit« über alles steht. Ist diese Gesundheit wirklich die Hauptsache? Viele Menschen sind körperlich gesund, wissen aber vor lauter Langeweile nichts mit sich an- zufangen, hängen ab, während andere mit z.T. schweren körperlichen Ge- 38 Identifikationen brechen das Beste aus ihren Möglichkeit machen, lebensfroh und aktiv ih - ren Alltag gestalten. Wer sich auf den Körper ausrichtet, geht mit ihm zu Grunde – ein Grund, warum die Emanzipation vom Körper oder körper- bezogenem Gefühlsteil als überdominanter Handlungsantrieb von vielen Religionen angestrebt, aber paradoxerweise oft auf der Macht- oder Kör - perebene ausgetragen wird. Der Tod, welcher wegen einer Idee, einer Wahrheit, der Verteidigung ideller Werte usw. in Kauf genommen wird, beweist den im Menschen liegenden Wunsch, durch Körpertranszendenz* einem Höheren (hier im Gegensatz zum Punktfundament als Fundament Firmament bezeichnet) zu ge- nügen. Deshalb kann demjenigen, der nicht für Ansehen und Macht in den Krieg ziehen will, ein Ideal vorgegaukelt werden, für das er bereit ist, sein Leben zu geben. Umgekehrt, wer aus Macht und Eroberungswillen tötet, kann im Nachhinein durch ein vorgegaukeltes Ideal reingewaschen werden und heldenhaft in die Geschichte eingehen. Geschichte wird durch Identifikationsbildung bestimmt und spiegelt sie. Die europäische, vor allem die deutsche Geschichte, spiegelt den (versäumten) Individuati- onsprozesses und die Integration: aus der Findung der freien Individuali - tät erwächst Menschenwürde und Integration. Selbstbestimmte, freie Völ - kerindividualität findet zur Integration: das ist der Europa-Organismus. Europa ist hier Entwicklungslabor. Jede einzelne Individualität trägt für diesen modernen, weltgemeinschaftsstärkenden Impuls Verantwortung. Im Gegensatz dazu und entgegen aller Verlautbarung der Förderung der Individualität wirken an der Körperidentifikation aufgebaute Wirtschafts- doktrinen, Organisationszentralismen und Bildungssysteme, mit der Fol- ge von entindividualisierender Gleichschaltung und Gemütsverkrüppe- lung. Der Mensch wird zum Gruppentier, zu einem Ich-Entsinnten. Eine zu Gunsten einer Gruppenhaftigkeit betriebene Machtpolitik mündet in die Trägheit der Herzen, mündete in zwei Weltkriege, damit zur Spaltung in die Machtblöcke Ost-West bis hin zu den heutigen Problemen (detai- liertere Zusammenschau mit Zukunftsblick siehe Seite 348 im Anhang). Befreiungsschlag Körpertranszendenz ist oft Hintergrund von Tötungsszenarien (PC-Spiele/Film, bzw. Selbstmordattentäter und Amokläufer). Ich Buch 39 Sonne-Mond / Sein und Spiegel Polarität Können Sie im Verstand erleben, was Leben ist, welche Vorgänge, Strö - mungen usw. z.B. jetzt in Ihrem Körper vorgehen und vom Leben so orga- nisiert sind, dass es Ihr Leben jetzt ermöglicht? Andere Frage: können Sie mit Ihrem Verstand Zukunft wahrnehmen? Während Ihr Leben nach vorne schreitet, in die Zukunft will, ist ihr Ver- stand nur ein Rückspiegel, er gleicht einem Fotoapparat, der vom gewese - nen lebendigen Sein nur eine Abbildung auf dem Silberspiegel Film schaf - fen kann. Foto oder Vorstellung sind zwar gut handzuhaben, aber es steckt kein Lebenssaft mehr drin, das Spiegelbild selbst ist tot - ein Leich - nam des Seins. Nur das Rückwärtige, Tote, Spiegelbare (»mondenhafte«) - also das Ver- standes-Bewusstsein gelten zu lassen und zu fördern führt zu geistiger und seelischer Verkrüppelung 365. Schafft die Menschenseele es, die Ver- standesidentifikation (Punktfundamentsichtweise) zu lösen, sich für den Weg des Geistes und des Herzens zu öffnen, wird ein biografischer und ein historischer Wendepunkt in Richtung Friede erreicht. Liebe und Friede bedeutet, die Spiegel- oder Scheinwelt des Verstandes auch ausblenden zu können, das meint, die Leere oder das Nichts zu me- ditieren, damit im nächsten Schritt in das leere Gefäß Bewusstsein ( wel- ches sonst vom Verstand okkupiert ist) das Eigentliche - so auch das Ich - geistig-seelisch wahrgenommen werden kann. Das entspricht der Einla - dung, die von allen großen Menschheitslehrern an die einzelnen Men- schen gegeben wird: »ändert euren Sinn«, »werdet wie die Kinder«, »eher schreitet ein Kamel (»Dummkopf«) durch ein Nadelör, als ein Reicher(»Ge- scheiter«) in den Himmel« und viele andere Redewendungen und Koans 368 bieten Hinweise und Hilfen, den beschränkten Horizont Verstandesbe- wusstsein, die Identifikationsmaschinerie verlassen zu müssen, um über den Horizont des Gemachten zu dem Wirkenden zu gelangen und damit auch zu Frieden zu werden. Die Tatsache der kindlichen Amnesie zeigt, dass Sie mit ihrem heutigen Verstandesbewusstsein nicht Ihr Kindesbewusstsein 368, z.B. im Lebensalter von 18 Monaten, erfassen können. Ihr Bewusstseinszustand mit 18 Mona - ten muss demnach grundsätzlich anders gewesen sein, als es der heutige ist oder der es im Alter von vier Jahren schon war. Wie schaffe ich es also, den Verstand partiell aufzugeben, um wieder in Seinswahrnehmung und hinter Erinnerungs-Schallmauern zu gelangen? 40 Identifikationen Sie müssen dazu keine »Urschrei-Therapie« machen, auch wenn diese von Arthur Janov begründete Primärtherapie eine Anregung bietet: z.B. in dem ich mich bewusst in kindliche (Körper-)Haltungen und Verhaltens - weisen hineinfallen und einfach geschehen lasse, was dann an die Ober - fläche auftauchen will 370. So gelange ich tiefer in das echte Fühlen - ein wichtiger Schlüssel, um dichter an das Wirkliche, an das Sein heran zu kommen. Jede künstlerische Betätigung öffnet das Fühlen und Wahrnehmen und hilft somit, der Überbetonung und vertrocknenden Wirkung des Verstan - des entgegen zu wirken. Beobachten Sie Kinder, um das noch mehr am Sein orientierte Bewusst- sein wieder zu aktivieren (siehe Anhang Seite 368). Tipp: intensivieren Sie Ihre Sinneseindrücke, ohne der Sinnesempfin - dung gleich Urteile und Assoziationen anzuheften. Versuchen Sie optische Wahrnehmungen zugunsten intensiver Geruchs - empfindungen zu unterdrücken. Sie leben dann von einer Geruchsemp - findung in die andere. Jede dieser Empfindungen stellt eine ganze Welt für sich dar, die aber im nächsten Moment schon wieder verschwunden ist. Erinnern Sie sich an einen Geruch. Eine Orange z.B. können Sie sich visuell sehr schnell vorstellen - aber der Duft - riechen Sie ihn innerlich, wie sie die Orange innerlich sehen können? Der Geruchssinn ist mehr im Sein, als es der Gesichtssinn, die Augen sind. Und je mehr Sie im Sein sind, um so weniger lässt sich davon festhalten. Es ist immer jetzt, jetzt und Sie sind ein Teil davon, »schwimmen« darinnen mit, wie ein Fisch im Wasser - sind ganz umkreiseinbezogen! Bei Kinderbeobachtungen stellen Sie fest, je jünger das Kind ist, um so mehr es noch eins mit dem Umkreis, es selbst Umkreiswesen ist. Sein Be - wusstsein ist viel stärker sphärisch, prozessual (=seinshaft) als räumlich zentriert (=abbildhaft). Mit anderen Worten: das Bewusstsein zieht vom Umkreis, vom Sphärisch-Zeitlichen her erst in den Körper, in das Räumli - che ein - bzw. zieht der Körper es an: das ist der Tastsinn, dessen Ernäh- rung beim Säugling und Kleinkind eine der wichtigsten Rollen für die ge- sunde Weiterentwicklung spielt. Je mehr das Raum-/Körperbewusstsein einzieht, um so toter wird es: Bemessen an dem kindlichen Bewusstsein ist der Verstand ein alter, grauer Mann. Er ist ein Spiegel geworden ist, der in sich selbst lebt (Eigenraumschaffung) - nun Abbilder strukturiert und Ich Buch 41 konstruiert - ein lebendes Fotoarchiv - ihr Bewusstsein ist zum Bibliothe - kar geworden - Sie sind nicht im Sein, sondern verwalten es unter der gi- gantischen Kuppel Ihres Verstandes, mit dem Sie sich identifiziert haben - während das kleine Kind draußen spielt und in den Dingen lebt (ein Tag ist eine Ewigkeit, weil er voller Leben ist: Jedes »Ding« ist ein Leben, eine Welt – dagegen werden Ihre Tage, durch das Verstandesbewusstsein, aus dem sich im- mer mehr das Sein herauszieht, erlebnismäßig immer kürzer - eine Woche ver- geht im Flug..). Das punktuelle Bewusstsein des Verstandes ermöglicht also innere Ori- entierung/Abbildung/Vorstellung (räumlicher Aspekt), geht aber mit einem Zeiterlebensverlust einher. Das sphärische Bewusstsein ist Zeiterleben, Wesenserleben, es kann aber keinen Raum fassen. Einfache Beobachtungen an Sprache und Musik verdeutlichen die Dis - krepanzen von Sein und Spiegel: Wird Sprache verstanden ( also ist der Verstand da), dann kann derjenige nicht mehr den Klang der Sprache hö - ren, er versteht sofort jedes Wort - er müsste das Verständnis unter - drücken, um den eigentlichen Klang der Worte auf sich wirken lassen zu können. Versuchen Sie einmal ihre Muttersprache zu hören, ohne den Sinn der Worte zu erfassen. Dies ist eine Entkopplungs-Meditation. Beim Musikhören tauchen Sie entweder in die Musikwahrnehmung, in diesen Fluss ein, werden es selbst und verlieren dadurch jeden Zeitbegriff (als Zeitspanne) und haben dann das Erleben, das Qualitative. Oder aber Sie fangen an, die Takte zu zählen, die Harmonien zu interpretieren (Ka- denz, 2-5-1 Verbindung usw.), dann erhalten Sie die Struktur, quasi den »Raum« des Stückes, stecken aber erlebnismäßig nicht mehr so darinnen. Haben Sie das Musikstück schon so oft gehört, dass Sie genau wissen, wann was kommt und wie Sie es schon einmal empfunden haben, Ihr Ge - hirn praktisch schon ein psycho-akkustisches Abbild geschaffen hat, dann werden Sie Probleme mit dem Erleben bekommen. Sie hören nicht mehr den reinen Klang, das Phänomen an sich, sondern spiegeln vermehrt eige - ne Struktur (die von Ihrem Gehirn) mit hinein. Schärfe, Raum, Symmetrie lässt sich nicht gleichzeitig vereinen mit leben- digem Erleben im Fluss des Seins. Ich kann nicht konturiert und scharf denkend bestimmen und auch noch gleichzeitig lebendig partizipierend und aufnehmend in den Dingen, im Sein zugegen sein: ein Phänomen, dass als die Unschärferelation des menschlichen Bewusstseins bezeichnet werden kann. Zusammenfassend: das sphärische Bewusstsein zieht sich immer mehr 42 Identifikationen zusammen in den Punkt hinein - es wird zum Verstand. Hierdurch tritt das Prozessuale, Lebendige in den Hintergrund, aber es können eigene Vorstellungsräume (Abstraktionen und Emanzipationen) geschaffen werden. Weil meine Seele aber selbst Sein ist und auch in ihren Untergründen die - ses »kennt«, will sie nicht im rein Verstandesmäßigen vertrocknen oder verstauben - sie will und muss wieder ins Leben, ins Sein. Dies ist ein starkes Sehnen, aber ohne konkreten Inhalt. Und das schafft Fragen und Probleme. Einen »automatischen« Ausgleich verschafft der Schlaf, wel - cher aus dieser Verstandesebene herausführt und die Lebensprozesse er - frischen lässt. Vor einigen Jahrtausenden hatte die Sexualität, der Lebens- pol, dort seinen Platz: daher das Wort »Beischlaf«. Doch die Seele will auch einen aktiven Ausgleich im Wachen, sie sehnt sich nach Lebendigkeit im Tag (Bewusstsein) - das zu erreichen ist Lebens-Kunst. Wachen-Schlafen, Raum-Zeit, Vorstellen-Sein: das Eine muss das Andere werden - es ist der Tanz, die Oszillation um die Mitte, welche selbst nicht materiell greifbar ist, aber so errungen die größten Wirkungen für Person (Punkt) und Umfeld (Kosmos) zeitigt und mehr aus ihr hervorgehen lässt, als aus jedem einzelnen Pol selbst hervorgehen könnte. Die Mitte ist das Gleichnis des Friedens zwischen den an und für sich kriegerischen Polen. Pole werden durch Antipathiekräfte auseinanderge- halten, beinhalten aber Sympathiekräfte: dass der eine sich zum anderen hingezogen fühlt. Sympathie und Antipathie schwingen um ein Gleichge- wicht, anderenfalls würden die Pole entweder miteinander verschmelzen oder beziehungslos auseinandertriften. Das Gleichgewicht ist eine Sphäre innerhalb der die Pole dynamisch ausgewogen sind: die Pole sind durch Polarität vermittelt - Mitte, als »räumliche Sphäre« gedacht, die sich zu den Bahnen der absoluten Pole hin ausdünnt und im Zentrum als Punkt den »Bewegungsmittelwert« hat (vom Prinzip her könnte dies auch der An- satz einer organischen Gravitationslehre sein). Aus den zusammenziehenden (»inkarnierenden«) Verstandeskräften, dem Punktuellem, will also wieder etwas in der Seele zum Umkreis, zur Ganz - heit Kontakt haben und ins Sein strömen (»exkarnieren«). So müssen die Pole Punkt (Kontraktion, Systole) und Umkreis (Extraktion, Diastole) in ei- nem Atmungsprozess dynamisch miteinander in Austausch stehen, wenn die Seele sich gesund fühlen will. Das Sehnen nach Ausgleich ist eine Kraft, welche wie ein Magnet für Identifikationen wirkt und diese schafft. Denn in dem Moment, wo ich mich z.B. nach Entspannung (Umkreispol) Ich Buch 43 sehne, werde ich mich mit Entsprechendem identifizieren und beschäfti - gen. Das Verständnis und Wahrnehmenkönnen von Polarität ist nicht nur ein Schlüssel zur Entstehung und zum Begreifen von Identifikationen son - dern: in dem ich lerne den Ausgleich zwischen den Polen zu steuern, emanzipiere ich mich vom Zwanghaften der Pole und habe sodann auch Macht über die Nichtemanzipierten*. Ich kann nun z.B. Gruppenpolarisa - tion hervorrufen, die eine gegen eine andere ausspielen und hierdurch den Identifikationsfluss durch und für die weitere Polarisation ( =Schwä- chung des Gegners) steuern (dieser Machtaspekt ist im Anhang ab Seite 348 dargestellt). Wahrnehmen der eigenen Identifikationen In dem bis hierher Ausgeführten kam zum Ausdruck, wie notwendiger- weise und spätestens ab der Geburt die Menschenseele damit beginnt, eine Körperidentifikation aufzubauen, welche schließlich in eine Verstan - desidentifikation mündet - und somit bildhaft ausgedrückt: die Weite sich immer mehr zum Punkt in den Verstand zusammengezogen hat und die Menschenseele sich nun selbst als ein Teil, ein Fragment unter anderen empfindet, wodurch die Sehnsucht nach dem Zusammenhang sie oft leid - voll durchzieht und sie deshalb und zwangsläufig sich mit den Dingen aus dem Umkreis identifizieren muss. Diese Identifikation, welche als Rückbindung zu einem Gesamt (All) motiviert ist, ruft aber gleichzeitig eine weitere Zersplitterung hervor: So bin ich der Körper, der Verstand, das Gefühl, der Wunsch, Systemadministrator, Vegetarier, Frau ... »also, wer bin ich?« Identifikation resultiert aus der in der Trennung entstehenden Sehn- sucht des Einens und bewirkt oft in fataler Weise weitere Zersplitte- rung. Trennung bewirkt Sehnen: es kommt darauf an, mit welchen Identifikationen der »Einigungshunger« gesättigt wird Habe ich verlernt wahrzunehmen, was meine Ich-Nahrung ist (was mei- ner Seins- oder Bildnerqualität entspricht), werden meine Identifikationen Surrogate sein, mit denen meine Seele sich be- oder vergnügt, die aber als solche nicht das Ich bzw. die Vereinigung mit meinem Sein nähren, son - dern z.B. das Ego. ...diejenigen, die dem Wechselspiel der Pole unterliegen. 44 Identifikationen Beispiel: Heute können Sie eine Bohrmaschine für neun Euro kaufen. Auf der anderen Seite wären aber wohl die wenigsten Käufer dazu bereit, selbst in den Produktions-, Lebens- und Lohnverhältnissen zu stecken, welche diesem Preis zugrunde liegen. Dennoch kaufe ich solche »Schnäppchen« und unterstütze damit diese Verhältnisse. Ich identifiziere mich nicht mit dem Arbeiter, der an dieser Produktion be- teiligt ist und vom Lohn dieser Arbeit noch nicht einmal seine Familie er - nähren kann. Stattdessen identifiziere ich mich mit dem »Gewinnerbild«: die Jagd auf Schnäppchen war erfolgreich, die gesellschaftlich antrainier - te Effektivitätsmaximierung: mit wenig Einsatz viel bekommen, lässt mich als Sieger aus der Kaufsituation hervorgehen (das Ego steht im Vorder- grund). So, ausgehend vom Egoismus des Einzelnen, sind weltwirtschaftliche Strukturen immer noch überwiegend von Egoismen (=Punktfundament- sichtweise) gesteuert - ganze Völker werden von anderen ausgebeutet - ge - steuert über »Konzernpolitik« (Wirtschaftsdarwinismus: kleine Fische werden von Großen gefressen, oder, wo noch gebraucht, mit Korruption gefüttert). Demgegenüber erstarken aber auch Ideen und Verwirklichungen 370, wel- che zukunftsträchtig und nicht nur im Sinne einer egoistischen Klugheits - moral »nachhaltig« sind (Klugheitsmoral = wenn »ich« meine Umwelt nicht schütze, komme »ich« selber darin um, also schütze ich sie, weil ich letztlich einen Vorteil davon habe). Es könnte sich hier eine heftige Polarisation an- bahnen: Ich-Menschen und Ego-Menschen. Noch sind beide »Menschen« innerhalb eines Menschen relativ stark vermischt. Doch die einen streben bei sich selbst eine Klärung des Menschen an und die anderen nicht. Da - durch wird das, was zuvor im Einzelnen als Vermischtes war, nach außen hin zu Gruppierungen »entmischt«. Der Ich-Mensch kann für den Ego- Mensch tiefes Verständnis, Akzeptanz und sogar Opfer aufbringen, weil er sich selbst aus dieser Bewusstseinsstufe herausentwickelt hat. Der ins Ego tief herabgerutschte Mensch kann jedoch nicht den Ich-Menschen ak- zeptieren, denn dazu müsste er zumindest etwas von seinem Ego aufge - ben - die Bereitschaft haben, etwas in sich sterben zu lassen, ohne die Si - cherheit oder Garantie eines besseren Ersatzes gleich vor Augen zu ha- ben*. Das Wohlergehen der Menschen dieser Erde hängt tatsächlich da - von ab, ob sich die hierarchischen Machtstrukturen des Egos mit den von u.a. führt diese Haltung, nach ewigem Leben auf der Erde zu trachten (z.B: Ein- frierung mit Neuerweckung in der Zukunft). Ich Buch 45 ihm geprägten Identifikationen weiter durchsetzen. Diese Strukturen be- ruhen auf einer nur für sich selbst positiven Haben-Bilanz, auf einem selbstverständlichen Nehmen auf Kosten anderer, was zur notwendigen Folge große Abhängigkeiten und Grenzüberschreitungen hat: Dass sich schließlich kaum einer mehr vor dem anderen sicher fühlt (»Wann werde ich gefressen - oder verdrängt?!«), ist ein Ego-Resultat und gerade dadurch schürt das Ego das, was es auf der anderen Seite sofort verdrängt: Angst! Angst und Identifikation: viele Identifikationen entstehen aus Angstver - drängung (z.B. Berufssituationen: lieber mit Fiktionen identifizieren statt mit der Wirklichkeit, wenn diese beängstigend ist) genau wie umgekehrt Ängste aus Identifikationen bzw. dem Festhalten an diesen entstehen. Der Körper selbst kennt keine Angst. Es könnte Ihnen jemand im Schlaf eine Pistole an den Kopf halten - Ihr Körper kennt weder vorher noch nachher Angst. Erst durch die Verstandesinterpretation und die Identifikation mit dem Körper herrscht Angst. Angst ist der Zuchtboden, die Nährsubstanz für das Ego und auch sein Druckmittel gegenüber anderen Egos. Je mehr Ego, umso raffinierter die Angsterzeugung mittels angstschaffenden Identifi - kationen einerseits, andererseits um so ausgefeilter die Angstverdrän- gung mittels von ihr ablenkenden Identifikationen (Beispiel: Identifikation mit dem Aggressor). Übungen zum Wahrnehmen von Identifikationen Benutzen Sie in der schriftlichen Beantwortung der nachfolgend ge- stellten Fragen bzw. in Ihrer Schilderung Ihren Vornamen und schrei- ben in der dritten Person (»sie«, »er«) - lesen Sie den nächsten Schritt erst dann, nachdem Sie den vorigen beantwortet haben: • nach welchen Grundsätzen handeln Sie? • wie wollen Sie, dass andere Sie sehen? • aus welchen Gründen tun Sie Ihren Job? • wann fühlen Sie sich anerkannt, womit erhoffen Sie sich Anerken- nung? • mit was kann jemand Sie beleidigen? • vor welchen Dingen weichen Sie unbedingt aus - warum? Beispiele: können Sie sich vorstellen, lauthals singend durch eine Menschen- menge in einer Einkaufszone zu gehen? - Warum nicht? Oder können Sie sich vorstellen, auf einer Bühne zu stehen und Ihre Meinung zu einem Thema vor einem größeren Publikum darzustellen - bzw. warum nicht oder was fühlen Sie dabei, warum macht Ihnen das be- sonderen Spaß usw.? • was macht Ihnen Angst, welche Ängste haben oder kennen Sie? 46 Identifikationen • beobachten Sie, was Sie vermeiden oder was sie unbedingt herbeiseh- nen – tauchen Sie dazu in die einzelnen »Meider« und »Wünscher« ein, indem Sie sich den Gefühlen, Stimmungen und Bildern, die da- mit verbunden sind, ganz hingeben. Welche wirklichen Antreiber oder Meider entdecken Sie dabei? (Beispiel: Mehr Geld haben wollen ist nur Mittel zum Zweck - in Wirklichkeit geht es um das, was Sie mit dem Geld machen können, wozu sie es ausgeben - und auch das kann wiederum nur ein Ersatz sein, um sich abzulenken usw.) • machen Sie eine zweispaltige Aufstellung darüber, was sie an sich selbst gut (eine Spalte) und was sie schlecht (andere Spalte) finden. • ist es Ihnen leichter gefallen, das Schlechte bzw. das, was Sie nicht wollen, aufzuzählen oder das, was Sie wollen? (Das zeigt Ihnen, worauf Sie ihren Focus setzen: mehr auf das Negative oder mehr auf das Po- sitive). Versuchen Sie ab heute, die Dinge im Bewusstsein zu tragen, die Sie wollen! Fokussieren Sie ihre Positiv-Inhalte (wenn Sie daran denken, dass Sie keinen Elefanten wollen, denken sie ja ständig an den Ele- fanten - also an das, was Sie nicht wollen!). • Die stärksten Identifikationen stellen u.a. Ihre positiven »Ziele«, »An- schauungen«, »Ideale« und »Grundsätze« dar. Überprüfen Sie daher einmal, was in Ihnen geschieht, wenn Sie die aufgeben würden. Neh- men Sie sich also nacheinander die einzelnen »Ziele«, bzw. das, was Sie an sich gut finden usw. vor das innere Auge und sagen zu sich: »dieses Ziel oder Ideal lasse ich los, es existiert für mich nicht mehr!« Machen Sie dies ernsthaft und überzeugt und gehen den Bildern, Ge- danken und Gefühlen nach, die sich dadurch einstellen. • schreiben Sie sich auch das auf. • Wenn Sie Ihre Notizen betrachten, können Sie so Ihre stärksten Iden- tifikationen herausfinden: an welchen Stellen sind Sie versucht gewesen, von der dritten Person in die Erste zu wechseln? was haben Sie vor dem Papier verschwiegen? was können Sie von all dem (vom Aufgeschriebenen wie auch dem Nicht- notierten) auch anderen Menschen mitteilen, was unbedingt nicht? haben Sie nirgendwo bei Ihren Beschreibungen das Wort »Körper« (im Sinne von »mein Körper«) benutzt, so haben Sie die stärkste Identi- fikation übersehen ... Ängste, Angstauslöser, Befürchtungen zeigen Ihnen das, mit dem Sie sich am stärksten identifizieren (Beispiele: Krankheit=Körperidentifikati- on, Arbeitsloswerden=Systemidentifikation, Partnerverlust=Partneridentifi- kation) Die stärksten Identifikationen sind die Übersehenen (z.B. Körper) und die All-Zu-Gern-Gesehenen, z.B. der »Gutmensch«: haben Sie es geschafft, Ihre erstrebenswerten Handlungen für eine kleine Zeit wirklich aufzuge - ben? War dabei Abscheu oder Aggression und Wut erlebbar? Mussten Sie Ich Buch 47 durch einen »Tod« gehen? Aber das Gute, den Gutzwang einmal loszulas- sen, war das nicht auch befreiend? Dann können Sie die Antipathie zum Guten, die Menschen zum Zerstören bringt, mitfühlen, weil in dieser Zer - störung eine Unabhängigkeit, ein Freiheitsgefühl erlebt werden kann (mit fatalen Folgen bis hin zu Völker- und Massenselbstmord). Es wird begreifbar, dass Menschen, die ständig am »Guten« und den »guten Vorbildern« ge- messen werden (die »Gutkontrolle«), die ständig die von anderen vorge- setzte Gutsuppe* auslöffeln müssen, gerade dadurch in einen zerstören- den Widerstand gegenüber sich selbst und anderen gekommen sind (die Gutsuppe gebiert Schuld, aus Schuld wird Last, aus Last wird Hass oder Unter - werfung). Ob die als »Gute« Besungenen (Kreuzzüge, kath. Kirche, der Vater- landsverteidiger, die »Demokratiebringer« usw.) es als Freiheits- und Helden- tat erleben, die »Bösen« zu töten - oder ob von anderen das Gute als Zwang erlebt wird und die Motivation ergab, dieses zu töten - es ist das - selbe: Polarität, in der ein Pol den anderen bestimmt, einer dem anderen seinen Sinn gibt. Erleben Sie, wie Identifikationsbildung künstlich und übertrieben polarisiert und mit diesem Instrument ganze Bevölkerungen manipuliert werden. Wenn in Ihnen ein Gefühl, ein Gedanke, ein Urteil aufsteigt, dem eine Handlung folgen soll: versuchen Sie zu erleben, was darin an Identifika - tionen steckt und fragen Sie sich, ob Sie diese Identifikation wirklich wol - len. Halten Sie inne, lassen Sie sich nicht überrennen - nehmen Sie sich die Zeit, zu erkundschaften, welche Identifikationen Ihrer anstehenden Hand - lung zugrunde liegen. Dann können Sie diese Identifikation bzw. die dar - aus resultierende Handlung entweder verwerfen, sich von ihrem Zwang lösen, oder aber ihr ganz bewusst und mit entsprechender Durchschlags- kraft nachgehen. Diese Identifikationsbewusstheit bringt Sie zu sich selbst. Es ist mein Wille, meine Initiative die Reflektion ( Spiegelung) zu tun. Dadurch erst habe ich die Chance, Höheres, das Sein jenseits des Spiegels zu erfahren (siehe Platons Höhlengleichnis 371). Die Welt der Identi- fikationen kann ich nur dann durchschauen und verlassen, wenn ich be - ginne, die Gesetze der Spiegelwelt selbst zu spiegeln. Der Verstand lässt mich festhalten, ermöglicht mir aber auch den Anfang zum Neuen: denn am Ende des Verstandes stehe ich dort, wo ich darauf vertrauen kann, dass Sein und Spiegel nicht willkürlich und unabhängig voneinander sind, sondern es eine reale Relation geben muss (der Himmel ist in der Erde wirkt der zentralistische Bildungskanon nicht auch in dieser Weise?! 48 Identifikationen - Motivation bei Kant). Anders ausgedrückt: Wir, die Wesen in der Spiegel - welt, müssen in unserer (Innen-)Welt einen Schlüssel haben, der sie wie - der in die Welt des Seins erheben lässt. Der Verstand bildet Schilder, die auf Wege zeigen, doch auf diesen kann er selbst nicht gehen. Wer im Verstand verharrt, produziert einen Schil - derwald, ohne einen Schritt zu gehen (Bild: Bürokratie=Willenslähmung). Das menschliche Sehnen ist bestimmt durch die Suche nach dem Schlüs - sel zum Sein. Auf diesem Weg nähern sich die Menschen der Liebe. Bin ich bereit, mich selbst zu lieben, nehme ich mich an, dann ermögliche ich mir die Widerspiegelung aller Identifikationsfacetten meiner Seele: in der Annahme bin ich bereit, jeden Winkel ins (Bewusstseins-) Licht zu rücken. So ist das »Ich« bereit, sich selbst in seiner Unvollkommenheit zu spie - geln, um vollkommener zu werden. Das Ego schreit, wenn es den Spiegel vorgehalten bekommt. Es will bei sich, der Illusion, bleiben. Würde es qualitativ wachsen, müsste es sich transformieren und letztlich seine Exis - tenzform aufgeben. Als Totes, nicht selbst Überlebensfähiges (»Virus«), kann sein Überlebenswille sich somit nur in quantitativer Ausweitung, ei - ner Qualitätsreduktion zu Gunsten von Raumausdehnung, manifestieren. Es lebt, wie auch das Virus, in dem Widerspruch, durch Grenzüberschrei - tung den eigenen Wirt(hier möglicherweise den Planet Erde) und damit sich selbst zu töten und in der Hoffnung, bevor der Tod des Wirts eintritt einen neuen zu finden. Es lebt in dem Widerspruch, das töten zu müssen, was es liebt. Das Ego ist somit das Zerrbild der Eigenliebe, die zum Wei - terkommen notwendig ist. Ich Buch 49 Leben mit dem Double Durch Identifikationen gibt sich das Ego für mich aus. Das Ego ist ein Gespenst. Es kann sich genau so wenig spiegeln, wie ein Spiegel sich spie - geln kann - aber Ich kann es: in dem ich es spiegele, verliert die Illusion, das Gespenst, das Ego seinen Grund und löst sich auf! Dieses zum Spie - geln gedachte Spiegelbild wird hier als das »Double« bezeichnet. Die Erstellung des Doubles Versuchen Sie die von Ihnen in »Übungen zur Wahrnehmung von Iden- tifikation« notierten Wesenszüge, Absichten, Grundsätze, Anschauun- gen, Gefühle, Erwartungen, Wünsche, Hoffnungen, Interpretationswei- sen usw. als Charakteristika oder Wesenszüge einer dritten, von Ihnen unabhängigen Person zu sehen. Erstellen Sie auf diese Weise Ihr Dou- ble. Dies ist eine gute Möglichkeit, um einen Abstand zu seinen »Eigenarten« zu gewinnen, um diese evtl. pflegen oder transformieren zu können. Am Anfang fällt dies noch recht schwer, doch nach kurzer Zeit wird das Erstellen einfacher und geht auch rasch. Dabei sollten Sie immer wieder dieses Double verlebendi- gen, mit Neuigkeiten aktualisieren. Sie können auch »probeweise« fik - tive Eigenschaften, also solche, von denen Sie meinen, dass Sie sie nicht oder noch nicht haben, in dieses Double hineinpacken und beobachten, wie es reagiert. Bilden Sie eine Kommunikation mit diesem Double. Dies ist ein natürlicher Vorgang, den jede gesunde Kinderseele »auto - matisch« herstellt - das Kind benötigt dazu in seinem Spiel reale Ge- genstände, auf die es Teile seiner Person projiziert. Für den Erwachse- nen ist dies nicht notwendig - im Gegenteil, es ist förderlicher, wenn diese Figur wirklich ganz aus inneren Kräften geschaffen wird. Indem Sie auf diese Weise das Double bewusst schaffen, braucht ihr Partner oder ein anderer Mensch nicht als Projektionsfläche herzuhalten. Ver- suchen Sie ab heute immer wieder mit ihrem Double zu arbeiten*: den- ken Sie an es, schauspielern, tanzen oder malen Sie Aspekte daraus! Das Double ist also eine »Person«, welche ich mit all meinen Identifika - tionen anfülle bzw. aufleben lasse. In dieser Spiegelung habe ich die tren nende Ego-Energie auf es selbst angewandt. Ich schaue nun zu, betrachte »mich selbst«, obwohl ich es nicht bin - denn ich bin mehr (z.B. sind unbewusste Schattenteile in diesem Double nicht enthalten) - aber ich bin es, so wie ich war. Durch diese Betrachtung ge - z.B.: Psychodrama und Aspekte der Gestalttherapie beruhen auf der »Double- arbeit« 50 Identifikationen winne ich Gelassenheit (welche begünstigt, dass bislang unbewusste Gründe für Handlungs- oder Verhaltensweisen auftauchen können). Grafik: die Bildung des Doubles als eine Gestalt, die durch Identifi- kationen entsteht und umgekehrt diese auch wieder mitbestimmt. Solange diese Doublegestalt und mein Ich sich decken (Grafik links unten) besteht Einklang - klafft es auseinander, erlebe ich durch diese Diskrepanz Schmerz bzw. befinde mich in einem Konflikt. Identifika- tionen können negativ oder positiv gebildet werden. Sogenannte anti- podische Identifikationen als nega- tive Identifikationen sind für mich wesentlich schwieriger auszuma- chen oder zu entdecken, um dann in das Double mit eingearbeitet werden zu können. Eine antipodische Identifikation besteht aus »Löchern« oder Ausgrenzungen: »Das oder den mag ich nicht«. Ich stelle mich dagegen, bestimme mich dadurch, dass ich dagegen bin. Doch aus der Warte der Freiheit heraus spielt es gar keine Rolle, ob ich dagegen oder dafür bin, ob ich mich positiv oder negativ definiere - denn beide Male identifiziere ich mich mit dieser Qualität. Arm oder reich - es ist beide Male die Qualität des Materiellen. Schön oder häßlich - beide Male geht es um die Qualität des äußeren Aussehens. Gut oder böse - bei - de Male bin ich in der Qualität der moralischen Bewertung. Rechtes oder linkes Flussufer - schließlich ist es ein und derselbe Fluss an dem ich ste - he. Nur indem ich beides umschließe - oder gar keines von beiden - bin ich frei oder erhaben darüber. Praktische Anwendung - folgender Grundsatz gilt für antipodische Iden - tifikationen: Ich Buch 51 Grundsatz für antipodische Identifikation: »Alles, was mich am Verhalten oder Aussehen anderer stört, sind Teile meiner Person, die ich bei mir selbst nicht sehen will« (es sind antipodische Identifikationen: Bewusst identifiziere ich mich meist mit dem Gegenteil). Überprüfung der energetischen Qualität meiner Seelenverfassung a. Obiger Grundsatz gilt mit einer Einschränkung: Ich erkenne, dass das von mir am anderen beobachtete Verhalten offen- sichtlich zerstörend wirkt, und die durch das Verhalten in mir entstan- dene Haltung demselben gegenüber dient dazu, die Zerstörung einzu- dämmen oder zu verhindern. Mein Bewusstsein bleibt klar und meine Gefühlslage ist stabil. Falls ein Zorngefühl aufkommt, kann ich es sehr schnell durchlassen, ich unterliege ihm nicht, sondern bleibe letztlich in der Klarheit und gegebenenfalls in der Bereitschaft zu handeln. b. Aber der Grundsatz gilt auf jeden Fall: wenn ich eine Energie spüre, welche in erster Linie einem Gefühl von Ablehnung, Ekel oder Hass gleichkommt, wobei dieses Gefühl dann mein Bewusstsein negativ beeinflusst: Es wirkt verengend, eingren- zend, besetzend - meist mit der Tendenz des Fingerzeigens: »Wie kann man nur!«, »Guck mal, der da!«, »So etwas könnte mir ja nie passieren!« - also einer inneren oder äußeren Verbalisierung, die schließlich in Gestikulation und Schimpfworten Ausdruck finden kann. Sind diese Gefühle oder ist diese Haltung auch noch mit einem Druck- , Hitze- oder Angstgefühl in der Magen- oder oberen Bauchgegend ver- bunden, dann bin ich 100 %-ig »angedockt«: mein Gegenüber hat mich in diesem Punkt absolut gespiegelt! Punkt b bedeutet im Prinzip ein Wink mit dem Zaunpfahl an mich selbst: Im Grunde kann ich diesem Menschen, der mein Spiegel war, des- wegen dankbar sein. Indem er diese »schlechte« Handlung vollzogen hat, hilft er mir, sie bei mir selbst zu entdecken, so dass ich sie nicht tun muss - vorausgesetzt, ich habe den Wink verstanden und bin in diese dunkle Ecke von mir eingetaucht, um das zu lösen. »Alles, was mich am Verhal- ten oder Aussehen anderer stört, sind Teile meiner Person, die ich bei mir selbst nicht sehen will« (das Kind spiegelt immer die Eltern, die Eltern schimpfen...), weil Sie mich in meinem Selbstbild stören, meinen Selbstwert herabdrücken - weil sie bestimmten Identifikationen widerstreben oder diese auflösen würden, sprich: mein Ego entlarven. Deswegen zeige »ich« (es ist das Ego) lieber mit dem Finger ins Außen, auf die Anderen. 52 Identifikationen Von weißen und schwarzen Sonnen und dem Teufel mit den drei goldenen Haaren 371 Ob ich durch Abgrenzen (Antipathie) oder Aufnehmen (Sympathie) meine Identifikationen stärke - es geht immer darum, mich durch diese zu Etwas dazugehörig zu empfinden. Identifikationen sind Heilungsversuche - denn wie zuvor gezeigt, entstehen sie ja aus der Trennung zum Sein. So stellen Identifikationen für mich eine Rückversicherung zum Sein dar. Sie sind wie Eltern-Relikte, die mir den elterlichen Schoß wiederbringen, so dass ich mich sicher und ganzheitlicher fühle bzw. meine Zerrissenheit und den daraus folgenden Schmerz mehr oder weniger nicht so erlebe. In der nebenstehenden Grafik veran- schaulichen die oberen Linien (»goldenes Haar«) die Relation bzw. Rückversiche- rung zwischen meinen Identifikationen zum Sein (»weiße Sonne« oben). Echte Iden- tifikationen beinhalten einen wirklichen Abglanz oder Bezug zu meinem Sein (die weißen Punkte in den Schwarzen) sind je- doch vermischt mit solchen, die keinen Bezug zum wirklichen Sein haben. Dies sind Scheinidentifikationen (schwarze Punkte), die das Ego zum Zentrum haben (»schwarze Sonne« unten). Kollidieren mei- ne Identifikationen (z.B. Grund- oder Glau- benssätze) mit der Wirklichkeit, erlebe ich dies oft als »Angriff« und zwar nicht als Angriff auf die Identifikation, sondern als Angriff auf mein Sein, unabhängig da- von, ob die Identifikation an einem »goldenen oder schwarzen Haar« hängt, d.h. gleichgültig, ob es sich um Sein oder Schein handelt. Diesen so erlebten »Seins-Angriff« gilt es abzuwehren. Dabei wähne ich mich, das »Wahre« gegen den Angriff auf dasselbe zu verteidigen. Durch die sub- jektive Seinsverknüpfung 371bietet die Identifikation mir einen inneren Halt, den ich verteidigen will. Der Anstoß geschieht allerdings meist des - halb, weil ich an einer Identifikation hänge, die gar nichts mit dem Sein zu tun hat. siehe Volksmärchensammlung der Gebr. Grimm Ich Buch 53 Der Anstoß will mich also auf die Fehlverknüpfung aufmerksam ma- chen: »Du verwechselst das goldene mit dem schwarzen Haar«. Statt aber eine Untersuchung meiner Identifikationen vorzunehmen im Hinblick auf die Echtheit derselben, ob also »golden oder schwarz«, projiziere ich nun dem Aggressor ein »schwarzes Haar« in seinen Teller der Identifikatio - nen. Ist meine Suppe versalzen, gebe ich das nicht zu, sondern erhöhe lie - ber die Salzkonzentration in der anderen. So werden Mensch und Orga- nismus »ätzend sauer« (Stichwort: Mobbing). Identifikationen sind oft nichts weiter als hohle Repräsentanten eines vermeintlichen Seins, die mir, d.h. meinem Verstand, eingeimpft wurden, um Abhängigkeiten und die Möglichkeit der Manipulation von Außen zu schaffen (Glaubenskriege, Konsumverhalten usw.). Eine der am weitesten verbreiteten Schein-Identifikationen ist das »Geld«. Eigentlich soll es nur eine Relation zu einem Sein angeben wird aber selbst zur »Seinsidentifika - tion« (siehe Weissagung der Cree 372). Besinne ich mich jedoch auf die ursprüngliche Beziehung - das »goldene Haar«, dann entdecke ich auch das »Haar in der Suppe« (Manipulation), das mir das wirkliche Sein (z.B. die Arbeit) versalzen, sauer werden ließ. Identifikation und Motivation (Handlungsgrund) stehen in einem engen Zusammenhang und durch die (oft nur vermeintliche) Relation von Identi- fikation und Sein wird wiederum das Selbstwertgefühl mitbestimmt. Will ein Betriebsleiter motivierte Arbeiter, so kann er dies letztlich nur damit erreichen, dass er den Arbeitern ein solches Motiv gibt, mit dem sie sich identifizieren können. Bei vielen Menschen kann »Geld« das Motiv sein: Wird »gut« verdient, dann spielt für Einige die Art der Tätigkeit kaum eine Rolle (durch Geld für das »Sein« nach der Arbeit - ob Freizeit oder Rente - freikaufen). Gesünder und befriedigender für den Menschen ist es, sein Geld mit etwas zu verdienen, das in Übereinstimmung mit seinen wahren Interessen und Fähigkeiten einhergeht. Das ist echte Identifikati - on im Sinne des Selbstwertes (einer guten Übereinstimmung von Bild und Bildner, Grafik Seite 52: weiße Sonne), aus der nachhaltige und verantwor- tungsvolle Motivation für die Arbeit in die Gesellschaft fließen kann. Doch immer noch besteht oft die »Kunst« einer »erfolgreichen« Unter- nehmungsführung darin, die Arbeitenden mit materiellen Vorteilen zu ködern, sie dahingehend zu schulen, dass sie mehr Konsum wollen und kriegen können(Grafik Seite 52: das Ego schüren, die schwarze Sonne). Dass es sich um gezüchtete Identifikationssplitter (Bilder, die nicht zu dem Bildner passen) handelt, wird ersichtlich, wenn z.B. geringfügige materielle 54 Identifikationen »Streichungen« eintreten. Sie vermiesen dann den Betroffenen das Arbei- ten bzw. trachten dann Arbeiter oder Angestellte mit selbstbeschafften Zusatz-BonBons (extra Krankheitstage, Nutzung von Firmeneigentum oder Verbrauchsmaterial für private Zwecke usw.) danach ihr »Ausgenutztsein« auszugleichen. Etwa 50% aller Kriminalitätsdelikte sind Diebstahl, wobei die Anzahl der Firmendiebstähle und damit der Privatdetekteien, Über- wachungssysteme und Datenkontrollen kontinuierlich steigt. Schein-Identifikationen (Identifikationen, von denen ich spüre, dass sie mit meinem Wesen nicht übereinstimmen und von daher ziemlich schwachsinnig sind - schwarze Sonne) als »Charakterzüge des Doubles« hassen Sie eigent - lich, aber, da nichts anderes vorhanden, wird das Unpassende verdrängt, nach dem Motto: »Ich halte lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach«. Scheinidentifikationen bilden einen energieaufwendigen Panzer, der mich schützen soll - aber das Gegenteil macht: er zieht Bom - bardements an! Also Aufrüstung - noch mehr Energie reinstecken... Das wirkliche Ich braucht keine Identifikation als Stütze, denn es ist flie - ßend und immer wieder neu – es lebt von einem zum anderen, hält an nichts fest und kann doch alles »anfassen« und umfassen. Eine Ich-Identifikation ist immer eine Jetzt-Identifikation aus der kon- kreten, einmaligen Situation geschaffen, ohne Abgleich mit einem Beste - henden oder zu Erreichenden. So kann Ich mich mit Allem und mit Nichts identifizieren. Das Ich ist Eins mit dem gegenwärtigen Moment. Dieses Einssein ist reine Existenz in der nicht mehr von Identifikationen gespro - chen werden kann, weil keine Trennung mehr von Ich und dem zu Iden - tifizierenden vorliegt. Bin ich im Ego, so bin ich entfremdet und ich komme immer wieder in die Lage, mich mit den Dingen bzw. Spiegelbild und Bild zu verwechseln! Aus diesen Verwechslungen wachsen Diskrepanzen und weiter innere, d.h. autoplastische Konflikte mit Konfliktängsten, die wiederum durch Schein-Identifikationen als Versuch einer Selbstheilung (Heil ist, wenn Tei- le des Ganzen wieder zum Ganzen finden) gelindert werden (Grafik Seite 50 unten). Streife ich alle Identifikationen ab (die in der Übung erwähnte dritte Person, das Double, hätte also dann nicht mehr das Geringste mit mir zu tun!) – was bleibt aber dann noch als Fassbares, als Richtungsweisendes für meine Handlungen übrig - wer oder was bin ich denn dann noch, was ist mein Ich, wer bin Ich? Jeder Mensch hat sich in seinem Leben wohl einmal diese Frage gestellt Ich Buch 55 und dabei gemerkt: Der Verstand gibt darauf nur sehr dünne Antworten - denn, wie gezeigt: Er kann kein Sein erfassen - das »Ich« aber ist pures Sein. Da ich aber meine Intimität, mein Ureigenstes als Ich spüre (das Dou- ble scheint nur eine Art unvollständiges Hologramm des wirklichen Ichs zu sein), kann ich mich weder mit einer abstrakten Definition, noch mit ir - gendwelchen naturwissenschaftlichen Postulaten zufrieden geben, welche das Ich einfach als eine durch das Gehirn produzierte Vorstellungsleis - tung von sich selbst ausgeben (mit »Ich=Gehirn« wird »Ich=Double« gesetzt!). Dieser Zwiespalt ist zunächst unauflöslich, weswegen ich den Gedanken an das Ich und »wer ich bin« meist schnell wieder aufgegeben habe. Ich spüre mich zwar als Ich. Will ich mich selbst, das Ich als Gegenstand be - stimmen, rinnt es mir jedoch zwischen den Fingern durch. Es ist wie mit der Gegenwart: Ich lebe ständig in ihr, doch kann ich sie nie bestimmen oder festhalten, sie ist zeitlich gesehen eigentlich nie da: Rede ich von ihr, dann ist sie Vergangenheit, wünsche oder erwarte ich etwas, dann ist sie Zukunft...(der Verstand kann keine Zeit erfassen, er konstruiert sie in Form von Erinnerungs- und Zielvorstellungen). Ein sogenannter Realist, welcher nur das Messbare zulassen will (also ein typischer Verstandesvertreter), müßte sagen, dass es die Gegenwart gar nicht gibt, weil er sie nicht sehen, nicht messen oder sonst wie konstatieren kann – obwohl er natürlich spürt, dass er ständig in ihr lebt! Und in einem ähnlichen Zwiespalt: drinnen sein und es doch nicht richtig fassen zu können, wird er auch mit dem Ich sein. Daher ist es das Einfachste für den Forscher, das Ich als Gehirnfunktion aufzufassen, um ihm dann im Gehirn mit Hightech auf die Schliche zu kommen (vergeblich!) – und für den Alltagsmenschen ist es das Einfachste, das Ich erst einmal auszuklammern (auch vergeblich, denn es stößt immer wieder auf!) ... Solange ich mich im egobesetzten Verstand befinde, kann ich zu keiner tiefen Wesenserkenntnis meines Selbst gelangen. Ein Mangel an We - senserkenntnis bewirkt Leid – Leid oder Krankheit wiederum ist Chance zur Wesenserkenntnis. Der Wissenstrieb, das geistige Bedürfnis der Er - kenntnisbefriedigung, kann schnell vom Egoismus okkupiert werden. Der Versausschnitt aus dem »Vater Unser« - »Und führe uns nicht in Versu- chung« - verdeutlicht: Habe »ich« erst einmal vom heiligsten Kern (von mir selbst, dem Ich) geschnuppert, setzt sich das Ego ganz schnell daran, mehr von diesem »Gefühl« zu haben, und es kann dann zu Methoden der 56 Identifikationen Bewusstseinerweiterung drängen, die für das Ich wiederum überhaupt nicht fruchtbar sind. Das Ego ist das Rumpelstilzchen: es fädelt geschickt die Dinge der mate- riellen Existenz (Konsum/Karriere/Wohlstand) ein, nimmt als Tribut das le- bendige Potenzial, behält aber seine Macht nur, indem es unerkannt bleibt - sein Name darf nicht erraten werden. Der Trick des Egos ist »geistiges Mimikri«: es lässt das Ich (Verstandesbewusstsein) glauben, es sei das Ich (Ich=Double). Es spielt somit den Doppelgänger des Ich. Nicht ich bin ich, sondern die Identifikationen, die Dinge, die mir so wichtig sind, empfin - de ich als mein Ich. Je stärker ich mich mit meinem Auto 372 identifiziere, um so eher bin ich bereit, dafür meine Lebenszeit und mein Geld zu opfern - Umweltschäden großen Ausmaßes in Kauf zu nehmen und ihm sogar Menschenleben un- terzuordnen (Jahr 2000: 40000 Verkehrstote in der EU). In dem Märchen der Gebr. Grimm »der Wolf und die sieben jungen Geißlein« wird geschildert, wie der Wolf als das Lebensraubende, so aus - sehen muss, wie die Mutter: das Liebste, das Ursprüngliche, Versorgende, das Sein (die weiße Sonne). Schafft er diese Identifikation herzustellen (»schwarzes Haar glänzt golden«), geht die Tür auf und er frisst (nur Sechse, Nr.7 ist im Uhrkasten, in der Sonne, denn die Uhr ist das Abbild der Sonne, das Zeitlich-Prozessuale, Sonne und Ich sind sich ähnlich)! Hat das Ego aber schon Macht über einen großen Teil meines Verstan - desbewusstseins, dann wird es, um weiteren Machtzuwachs zu sichern, den Außenstehenden Anteil an seiner Macht anbieten (Beispiele in der Lite- ratur: Heinrich Mann: »Der Untertan«; J.R.R.Tolkien: »Herr der Ringe«; histo - risches Beispiel: Entstehung des Nationalsozialismus; heute: Karriere-und Kon- sum-Codex). Für diejenigen, die auf seine Machenschaften hereinfallen oder sich ihnen unterwerfen, ist derjenige, welcher nicht oder wesentlich weniger davon beeinflussbar ist, ein Feind, denn er akzeptiert diese Macht für sich nicht. Ein ich-handelnder Mensch wird als Dieb empfunden, der des Nachts kommt (die Sternenwelt ist die Welt jenseits der Angst, der »Körper-Enge« und des Verstandes, auf dass das Ego seine Infiltration baut) und die »Stütze«, Machtteilhabe, Illusion, Ideologie, die Identifikation stiehlt! Diese Macht - diebe oder Ketzer gehören verbrannt. Das Ego lässt sie brennen oder kreuzigt sie (so kreuzigen Menschen ihren eigenen Gott – das Ich)! Das Ego empfindet das Ich als Dieb (der Macht), weil es an den von dem Ego benötigten materiellen Grundpfeilern kratzt, es sogar bereit ist, den Ich Buch 57 Tod des Körpers als Opfer für das Leben anderer oder als Opfer für die Wahrheit im Geiste in Kauf zu nehmen. Das Ich ist bereit, die Körperiden - tifikation zu lösen - das Ego tut dies nur in absoluter Ausweglosigkeit, wenn die Körperauflösung den geringeren Schmerz bzw. bessere Aussich - ten zu versprechen scheint (Selbstmord: kurzes Leid ist leichter zu ertragen als langes Leid). Außerhalb dieser Extremsituationen schützt das Ego den Körper durch Ängste: wegen empfundener »Existenzängste« fällt es mir sehr schwer, mich gegen »mein« Ego und für das Ich (=Risiko) zu entscheiden. Jede einzelne Entscheidung: »Ich oder Ego« jedes einzelnen Menschen ist eine Farbe, die sich in die Farbe der Erde mischt. So färbt jeder einzel - ne Mensch die Erde und ihr Geschehen. Das Ego bedient sich eines Netzwerkes und versucht dieses, zum Macht- erhalt auszubauen. Sein Gesetz ist der Zwang – so wie eine Maschine nur zwanghaft funktioniert. Das Ich ist Schöpfer eines Netzwerkes, welches auf Freiheit beruht: Es schenkt sich aus seiner Größe liebend hinein. Das Ego benutzt seine »Wirtspersonen« für seine Pläne des Netzes. Es wirkt hierarchiebildend - in der Spitze lässt sich eine Minderheit von der Mehrheit bedienen (Mehrheitskontrolle über Angst- und Machtstrukturen, welche wiederum auf dem Ego der einzelnen Ohnmächtigen beruht). Das Ich handelt aus Liebe und schafft so ein Netz von Mitfühlenden, Aufmerksamen. Aus dem Freilassen entsteht ein Raum für Handlungs- und Entwicklungspotenzial des Einzelnen innerhalb einer Gemeinschaft. Das Grundprinzip darin ist Schenken. Ego oder Ich sind zwei gänzlich verschieden erlebbare Energien. Sie be- stimmen meine Identifikationsbildung. Durch Wahrnehmung meiner Identifikationen nehme ich auch diese Energien wahr und kann unter - scheiden zwischen Sein und Schein, zwischen »Mutter« oder »Wolf«, zwi- schen Identifikationen, die noch einen Bezug zum Bildner (ich selbst) ha- ben und solchen, die Acryl, reinste Scheinwelt sind. Diese ersten Kapitel dienten der Einleitung in die Menschenproblematik: einerseits die Unmittelbarkeit und Selbstverständlichkeit der Körperiden - tifikation, welche die Anschauung nahe legt, das Körperhafte sei der Dreh- und Angelpunkt jeglicher Existenz, der Anfang und das Ende - an- dererseits aber durch diesen Determinismus der Ich-Konflikt entsteht, da das Ich im Gegensatz dazu als undefinierbares Wachstumspotenzial, als Unfertiges, als Unverständlichkeit des Verstandes auftritt und er deshalb 58 Identifikationen dieses Unbegrenzte in die Grenzen der Körperebene projizieren muss, wodurch dort grenzenloses Wachstum, Raumüberschreitungen und Grenzmissachtungen resultieren. Der verloren gegangene Seinsbezug im und durch das Verstandesbewusstsein lässt den modernen Menschen zum Klammeraffen der Materie werden, der genau das, woran er am meisten hängt - die materielle Existenzgrundlage, die Erde - zu Tode würgt und auswringt. Wie gezeigt, beruht dieses Fehlverhalten auf einem Verknüpfungsirr - tum, einer irrtümlichen Identifikation, aus der Leid als Hinweis auf die Fehlverknüpfung entsteht. Die Lösung dieser weltumspannenden exis- tenzgefährdenden Problematik besteht im Entwickeln des Ich-Sinnes, der Wahrnehmung von Ich als die einzige Chance auf eine friedvolle Men- schenzukunft. Lag in diesem Kapitel der Schwerpunkt bislang darauf, lieber seinen Identifikationen auf den Grund zu gehen, statt sich von ihnen zu Grunde bringen zu lassen, so geht es im nächsten Kapitel darum, das Ich tiefer wahrzunehmen. Ich Buch 59 Das Ich kennenlernen Der Mensch ist dazu befähigt, jeden Tag sein Ich neu gebären und neu erleben zu können. Das Ich ist sich niemals gleich und bleibt doch immer dasselbe. Ein unlösbares Rätsel für den Verstand. Sind Sie einmalig? Übung: „Können Sie mit Sicherheit sagen, dass Sie im ganzen Univer- sum einmalig sind, dass es Sie wirklich nur einmal gibt?“ (was sagt Ihr Gefühl dazu, was der Verstand ...) Tipp: bewegen Sie in sich diese Frage und machen Sie sich Notizen in ihr Heft bevor Sie weiterlesen. 1. Selbstexperimente um Ihrem Geist auf die Spur zu kommen A. Nehmen Sie sich einen Gegenstand Ihrer Wahl, halten ihn in der Hand und betrachten ihn. Stellen Sie ihn dann weg und schließen Sie die Augen. Denken Sie bei geschlossenen Augen an diesen Gegenstand. Anschließend denken Sie an einen Menschen, der an diesen von Ihnen ge- wählten Gegenstand denkt ... Sie können diese Übung auch mit einem Bekannten, Freund oder Partner machen. Tipp: lesen Sie erst weiter, nachdem Sie die Erfahrung gemacht haben. Ergebnis: Wenn Sie an den denken, der an Ihren Gegenstand denkt, den - ken Sie natürlich selbst in dem Moment wieder an den Gegenstand. Fazit: Bei sehr einfachen Gegenständen ist das Denken in Ihnen oder in einem anderen in etwa dasselbe! B. Denken Sie »Ich«....(ca. eine Minute), denken Sie dann an einen Bekannten, der »Ich« denkt ... Tipp: lesen Sie erst weiter, nachdem Sie die Erfahrung gemacht haben. Ergebnis: Sie erhalten hier überhaupt kein annähernd identisches Ergebnis (gleichgültig, ob jeder an sein Ich oder das des anderen denkt)! 60 Das Ich kennenlernen C. Wie ist das, wenn wir ein Ich erinnern? - Denken Sie an das Ich eines Men- schen, den Sie gut kennen. (ca. 2 min) Stellen Sie sich danach die Frage: was hat sich in mein Bewusstsein ge- rückt? (optische, akustische usw. Sinneseindrücke ...) D. jetzt folgende Übung: Person wieder vorstellen, dann alles Visuelle ausblenden ... dann auch alles Akustische ausblenden ... zu letzt alle Sinneseindrücke ausblenden ... versuchen Sie wahrzunehmen, was dann bleibt oder sich zeigt! E. Ihre Aufmerksamkeit nur auf Ihr Ich richten, dabei versuchen Sie alles, was Ihnen ein äußeres Bild von Ihnen selbst liefert, auszuschalten - schal- ten Sie auch gegebenenfalls das Charakterbild, welches Sie von ihrem Double haben, aus (ca. 3 min). Welche Erfahrungen haben Sie bei den Übungen B bis E gemacht? Wie hat sich das mit dem Ich angefühlt – einmal mit den Vorstellungen/Erin - nerungsbildern – einmal beim Versuch diese auszuschalten und dennoch etwas wahrzunehmen? War es anstrengend die Vorstellungen »wegzudrücken«? Gelang es, konnten Sie dann ein leises, zartes Etwas, eine Art reines Existenzgefühl, ein kaum greifbares Sosein als Empfindung in Ihnen wahrnehmen? Nehme ich die Sinnesempfindungen weg, dann wird es sehr dünn. Aber wenn ich exakt beobachte, bleibt dennoch eine zarte Wahrnehmung übrig. Ich erlebe hier, wie wenig griffig mein eigenes Ich für mich selbst ist, an - dererseits, dass, obwohl ich alle Sinneseindrücke (und auch das »Double«) ausblende, doch noch etwas übrig bleibt. Wenn ich dagegen das wegnehme, was mir meine Sinne während der Gegenstands-Wahrnehmung (Ihr anfangs gewählter Gegenstand) gaben, er- halte ich dennoch ganz präzise denkerische Inhalte. Wäre Ihr Gegenstand beispielsweise ein Ball gewesen, so könnte ich die rein denkerischen In- halte fassen: räumliches Gebilde, dessen Oberflächenpunkte alle gleich weit vom Mittelpunkt entfernt sind, Stoffstruktur mit hoher Elastizität, Ich Buch 61 Stoff reflektiert Licht in Wellenlänge xy..nm, Gegenstand zum Zeitver - treib, usw.. Denken Sie sich einmal eine solche rein begriffliche Beschreibung für Ih - ren vorhin gewählten Gegenstand. Tipp: lesen Sie erst nach der begrifflichen Beschreibung Ihres vorhin gewählten Gegenstandes weiter. Doch beim Ich ist das einfach ganz anders. Sie können es kaum auf eine solche Art beschreiben, wie Sie es mit einem anderen Gegenstand tun können (am ehesten wäre diesbezüglich ihr Bild des Doubles anzuführen). Wenn etwas wenig greifbar, schwer beschreibbar, sehr zart ist und hohe Aufmerksamkeit verlangt, um überhaupt wahrgenommen zu werden – ist dann dieses Zarte oder Unbestimmte nicht der Gefahr ausgesetzt, ausge- blendet, nicht wahrgenommen, unterdrückt oder übertüncht zu werden? Außerdem muss in Anbetracht meiner genossenen Erziehung das, was nicht richtig greifbar, nicht klar abzuschreiten ist, mir als unsicherer Bo - den erscheinen, der Angst auslösend wirken kann. Vergegenwärtigen Sie sich Ihre Erziehung, werden Sie feststellen, dass diese Sie eher dazu ge - drängt hat, lieber die Finger vom Ich weg zu lassen! ICH Risiko! Risiko, Unsicherheit bewirkt Angst, Angst wiederum Unsicherheit - ein Teufelskreis, in den ich erst gar nicht hereinkommen will ...( und deswegen z.B. Versicherungen abschließe ;-). Weil das Ich so »dünn« ist, besteht die Tendenz, sich auf sicheren Boden zurückzuziehen! Also: »Bleib bei Dei - nen Identifikationen«! Um Ihnen das Ich-Risiko noch mehr ins Erlebnis zu bringen, betrachten Sie einmal zwei grundsätzlich verschiedene Entscheidungssituationen: Entscheidungen erster Kategorie: Ich mache Ihnen nun zwei Angebote, entscheiden Sie sich für eines. 1. Die Bank X räumt Ihnen für Ihr Guthaben 5% Zinsen ein 2. Die Bank Y räumt Ihnen für Ihr Guthaben 10 % Zinsen ein Entscheiden Sie sich, zu welcher Bank Sie gehen wollen! Oder: Draußen sind es Null Grad. Sie stehen vor Ihrem Klei- der-schrank. Entscheiden Sie sich für eine Sommer- oder Winterja- cke? oder: Ihr Chef kommt ins Büro. Sie wissen, ein Gehaltsgespräch steht 62 Das Ich kennenlernen an. Entscheiden Sie sich dazu, freundlich oder griesgrämig zu sein? Wie viel Prozent der alltäglichen Entscheidungen, die Sie zu treffen ha - ben, gehören in obige Kategorie? Führen solche Entscheidungen im Allge - meinen zu Unsicherheiten bzw. fallen sie schwer? Entscheidungen zweiter Kategorie: Ich habe Person X schon ein paar Mal getroffen und finde sie sympa- thisch. Soll ich heute näheren Kontakt mir ihr herstellen? Ein Kind sitzt traurig in einem Bus - spreche ich es an? Eine mir unbekannte Person hat sich auf AB gemeldet - rufe ich zu - rück? Obwohl mir meine Arbeit gefällt, erhalte ich plötzlich von einem Kollegen meines Chefs ein Angebot für dasselbe Gehalt bei ihm zu arbeiten - diese Arbeit wird mit gleichem Entgelt abgegolten und er - scheint mir auch interessant - soll ich die Veränderung annehmen? In einem Gespräch steht es an, vertrauenswürdige Dinge zu nennen - kann ich das gegenüber meinem Gesprächspartner tun? Was ist den Entscheidungen erster Kategorie gemeinsam? Sie werden alle aus einer Sachlage heraus getroffen. Diese Sachlage be - zieht sich auf sinnenhafte oder materielle Vorgänge/Tatsachen. Oft merke ich gar nicht, mich entschieden zu haben. So klar scheinen die äußeren Be- gebenheiten zu sein, dass sie mir eine Entscheidung quasi abnehmen ... Wie sieht es hingegen bei den Entscheidungen zweiter Kategorie aus? Bei ihnen ist ein Abwägen aus einer klaren Sachlage heraus nicht möglich. Diese Art von Entscheidungen können nicht durch »Bilanzieren« hervor-ge- rufen werden. Ich stehe aus Sicht des Verstandes gesehen in einer Patt-si- tuation: Ich muss mich entscheiden ohne rationale Vorhersehbarkeit oder Ab - wägbarkeit! Welche Art von Entscheidung ruft wohl eher Unsicherheit hervor und empfinde ich als risikoreich? Erinnern Sie sich einmal an eine solche Situation, in der Sie aus der Sach - lage heraus keine Entscheidung treffen konnten, aber dennoch unbedingt entscheiden mussten ... ...wie fühlten Sie sich in einer solchen Situation? Tipp: lesen Sie erst weiter, nachdem Sie in eine solche Situation eingetaucht sind. Einfach und sicher hingegen fühle ich mich, wenn ich aus einer Sachlage Ich Buch 63 heraus entscheiden oder handeln kann. Dann bin ich aber eben auch durch den Sachmechanismus bestimmt. Entscheidungen aus einer für den Verstand erscheinenden Vakuum- oder Pattsituation heraus zu treffen, haben hingegen hohe Wahrscheinlichkeit aus meinem Ich heraus getrof - fen zu werden. Blicken Sie noch einmal auf Ihren eingangs gewählten Gegenstand: bei seiner Beschreibung und dem Inhalt sind Sie sich sicher - doch wollen Sie Ihr Ich beschreiben, ist der Inhalt Ihres Iches Ihnen doch relativ verschlei - ert, wenig greifbar. Worte, Benennungen zu den Dingen finde ich schnell. Worte weisen hin auf den Zusammenhang der Dinge in sich selbst und der Dinge unterein- ander, wodurch das Wort erst seine Bedeutung erhält. Buchstaben können auch von Maschinen gelesen werden – die Bedeu- tung einer Sache, der Zusammenhang aber ist etwas Geistiges: eine Ge - setzmäßigkeit, eine Struktur, ein Organisationsprinzip, welches erst im Denken zu begreifen ist. Den geistigen Inhalt des Balles zu denken, d.i. sein Begriff, war relativ einfach. Das Ich aber rinnt uns, wie gesagt, immer wieder zwischen den Fingern durch, es lässt sich nicht festklopfen. Ich spüre, alles was ich als Wahrnehmung mit dem Ich verbinde – meinen Körper z.B. – das kann mit dem Ich nicht identisch sein, denn es wandelt sich und hat keinen Be - stand. Vor zwanzig Jahren sah ich ganz anders aus, kein Atom von da - mals ist heute noch in meinem Körper. Obwohl ich heute ein ganz anderer bin, bin ich immer noch Ich. Die »Psychologie« spricht hier auch von Ich- Kohärenz (Anmerkung: die Psychologie kann natürlich gar nicht sprechen – ist Ihnen dieser Sinnfehler=Identifikation aufgefallen?!). Das ist jedoch nichts an- deres, als dass das Ich sich selbst als Begriff erlebt. In dem Moment, wo das Ich seinen Begriff verliert – verliert es auch seine Kohärenz. Da ein Merkmal des Geistigen die Unvorstellbarkeit ist (stellen Sie sich einmal »Gott« vor) und ich das Ich als solches nicht vorstellen kann, kann es sich beim Ich letztlich also auch nur um etwas rein Geistiges handeln. Wegen seiner Nichtgreifbarkeit innerhalb des Vorstellungsraumes, er- scheint mir dort das Ich als Risiko. Damit erscheint dem Menschen also sein Ureigenstes als Risiko (dieses Risiko überwinden zu können, wird auch als Courage bezeichnet)! Das Geistige wird wegen seiner Unvorstellbarkeit oft als Leere gefühlt, welche existentielle Ängste in den Seelen hervorru- fen kann (Der Verstandesseelenteil kann nur mit Vorstellungsinhalten und Identifikationen hantieren - das Double darf sich nicht auflösen)! 64 Das Ich kennenlernen Deshalb besteht eine starke Tendenz sich vom Geist, von seinem Ich ab- zuwenden und sich lieber den bekannten, greifbaren Surrogaten (Identifi- kationen bzw. Ichvorstellungen) zu zuwenden! Aufgrund dieser menschlich-seelischen Disposition laufe ich Gefahr, dem Ich-Risiko, wie automatisch aus dem Weg zu gehen. Denn es ist zunächst einmal viel einfacher und bequemer, sich gleich zu entscheiden, seine Entscheidung nach einem äußeren Konsens, nach sei- nem Umfeld, nach »Autoritäten«, »wichtigen Arbeitsnotwendigkeiten« (Workoholic) zu richten oder die vielfältigen Angebote zu nutzen, welche die virtuellen bzw. sinnenfälligen Scheinwelten bieten, um sich vom Ich- Risiko abzulenken. Eine riesige Werbeindustrie dient dazu, geschickt aus der Angst vor dem Geist Kapital für sich zu schlagen. Denn je weniger Ich- (=Geist-)Bewusst - sein, umso mehr Konsumbereitschaft (Konsum ist nämlich vorstellbar!): Au- tomatisch, durch unbewusste Manipulationen, sollen sich Assoziationen (und Identifikationen) im menschlichen Bewusstsein einstellen, die dann als Triebfeder den Menschen zu einer Handlung bringen, von der er meinen oder glauben soll, sie sei seinem eigenen Willen entsprungen. Schematische Darstellung von Ich- und Pseudo-Ich-Handlung Im oberen Fall ist also Bild und Tätiges bzw. Ich und Handlung kongru - ent, im unteren Beispiel habe ich es mit einem fremd gemachten Ich-Bild zu tun, aus dem Pseudo-Ichhandlungen fließen. Meine Ich-Bilder und Handlungen sind Mischungen aus dem obigen und unteren Fall. Ich habe also hier wieder das Problem der Unterschei - dung: wie kann ich mein Ich-Bild klären (Authentizität - wesentliche Identi- Ich Buch 65 fikation - schwarzes oder goldenes Haar) – wie kann ich mein wirkliches Ich erkennen? Offensichtlich ist, wie eine gigantische Unterhaltungs-Industrie insbe- sondere durch Werbung und Medien von uns Menschen dazu benutzt wird, von einer inneren Leere, aber damit auch vom Ich-Empfinden abzu- lenken. Wie stark aber das naturwissenschaftliche Modell das Ich-Bild der Menschen prägt, ist dem Menschen oft nicht so bewusst ( siehe auch die im ersten Kapitel erwähnten »sieben Anschauungen«): »Die Wirklichkeit ist nicht ein Konstrukt meines Ichs, denn ich bin selbst ein Konstrukt372. Im Spiegel Nr.16 vom 15.4.1996 wird auf die Titel-Frage: »Wer ist ICH?« folgendes geantwortet (S.190 Abs.5 Zitat): »Den Schlüssel zu der Antwort, darin sind sich die Forscher einig, gelte es in dem einzigartigen Knäuel der rund 100 Milliarden Nervenzellen im Kopf zu suchen.« In diesen Zitaten spiegelt sich eine gängige in den Medien und damit in den Köpfen der Menschen stark verbreitete Wissenschaftsmeinung wider! Natürlich steht außer Frage, dass ich u.a. eine Vorstellung von mir selbst habe und dass diese Vorstellung an die Existenz und Tätigkeit meines Ge - hirnes eng gekoppelt ist. Aber ist deshalb Ich = Gehirn, oder das Ich nur ein fremd gebasteltes oder willkürlich selbst gebasteltes Konstrukt? Be - steht meine Einmaligkeit nur wegen der physischen Einmaligkeit und Komplexität meines Gehirnes? Betrachten Sie die eingangs gestellte Frage: „Können Sie mit Sicherheit sagen, dass Sie im ganzen Universum einmalig sind, dass es Sie wirklich nur einmal gibt?“ Übung: sich wirklich der Konsequenzen klar zu werden, was es heißt, wenn ich meine Einmaligkeit bejahe und zum anderen, wenn ich dazu »Nein« sage. Bevor Sie weiterlesen versuchen Sie einmal selbst für sich herauszufinden, was es bedeuten würde: Ich bin einmalig bzw. ich bin nicht einmalig ... (machen Sie sich unter der Überschrift »Einmaligkeit?!« dazu Stichpunkte in ihr Heft) Konsequenzen „JA“: - es gibt keinen Ersatz - es gibt keine Wiederholung - der Verlust dieses Iches wäre irreparabel - als einzigartiger Teil, lebe ich ein einzigartiges Leben: meine Biografie wird es auch kein zweites Mal geben 66 Das Ich kennenlernen - mein Wert ist einzigartig - ich stamme von mir selber ab - ich bin verantwortlich, dass zu tun, was ich kann Konsequenz „NEIN“: - ich bin repoduzierbar, also abkömmlich - durch Vernichtung meiner Existenz wäre nicht wirk- lich etwas Unwiederbringliches eingetreten. - ich habe keine Biografie mehr, da in den anderen gleichartigen ICHen die gleichen Geschichten/ Ver- haltensstrukturen ablaufen müssen. - weil es mich öfter geben könnte, teilt sich der Wert auf und wird weniger. - da »mein« ich (mein Denken, Fühlen und Handeln) sich in mehreren Individuen gleichzeitig zeigen kann, muss etwas da sein, was diese Strukturen, was meine Art (alle Typen, die genauso sind wie ich) erzeugt. - wenn es von mir ein oder mehrere Doubles gibt, müssten, damit wir wirklich gleich sind, diese auch dasselbe denken, wie ich. - deshalb wiederum müsste das gleichgeschaltete Denken, Fühlen und Handeln in den einzelnen In- dividuen selbst ein Bewusstsein sein, welches also auf die Anzahl der Gleichdenkenden usw. aufgeteilt ist. - ich bin nicht verantwortlich, eine Handlung zu vollziehen, denn ein anderer könnte es genauso gut tun. Stelle ich mir nun die Frage: wie wird demgegenüber eine Gesellschaft aussehen, deren Individuen zur Einzigartigkeit JA sagen und diese Ein - zigartigkeit erleben, und wie sieht andererseits eine Gesellschaft aus, de - ren Individuen das Ich nicht als Einzigartiges begreifen? In der ersteren wird jede Individualität die andere achten und tolerieren, denn, wer seine Einzigartigkeit erkennt, der wird damit auch die Einzigar- tigkeit des Anderen anerkennen. Wenn das Ich einzigartig ist, ist jeder Ein- zelne sein Schöpfer, d.h: ich nehme mir heraus, etwas zu tun, was einma - lig und damit auch NEU (ein besserer Name für eine Internetkontaktbörse, »neu.de«, in der es ja um Ich-Begegnung geht, kann kaum gefunden werden ) ist. Neues schaffen heißt sich frei von dem Alten machen. Darin steckt also Ich Buch 67 ein Freiheitsmoment. Und jedes Ich ist dazu ein Freiheitslieferant und er - kennt das DU als ebensolchen wichtigen an! Wird das Ich aber nicht als Einzigartiges gedacht und empfunden, dann wird der Wert des Einzelnen gering sein, denn hier zählt nur die Summe gleicher Individuen – ob es innerhalb dieser gleichen einen weniger oder mehr gibt, spielt nicht die Rolle – es wird darauf ankommen in der richti - gen/mächtigen Gruppe gleich denkender Iche zu agieren. Würde ich hier dennoch den Begriff des Iches mit Einmaligkeit belegen, müßte ich sagen: es gibt hier ein Ich als Ideenstifter, dem alle anderen zuarbeiten ... alle an - deren sind also nur Ausformungen und Aspekte des Einen. Kein König ohne Diener – und auf einen Diener mehr oder weniger kommt es für den König nicht an! Hier lässt sich ahnen, dass dies evtl. eine dem Tierreich entsprechende Anschauung sein könnte: habe ich ein Individuum einer Art (z.B. Katze) begriffen, dann habe ich auch alle Individuen dieser Art begriffen. Töte ich ein Individuum dieser Art, so habe ich damit nicht die Art getötet. Töte ich einen Menschen, so habe ich seine Art ausgelöscht, wenn er ein - malig ist. Anderenfalls habe ich nur einen von vielen umgebracht. Gehe ich nun einmal von der gängigen Lehrmeinung aus, dass z.B. auch das Ich ausschließlich ein Produkt der Gehirntätigkeit ist. Wenn jedoch alles meiner Persönlichkeit ein Produkt der Gehirntätigkeit ist, durch sie also gemacht wird, dann kann ich höchstens von einer relati - ven biologischen Freiheit von Gehirnprozessen sprechen. Der Mensch ist auf sein Gehirn reduziert und durch dasselbe bewertet. Ein Mensch mit weniger Gehirn ist weniger frei und weniger wert: Geis - teskranke, Unfallgeschädigte, Ungeborene oder Alte sind Weniger-Iche, weil ihr Gehirn noch unentwickelt oder unterentwickelt oder beschädigt ist. So wird der Wert einer Arbeit nach der Gehirnleistung bemessen und es werden ganze Kulturen nach dem einen Gehirnkodex (der von einer westli- chen Verstandeskultur ausgedacht wurde), den IQ-Leistungen bewertet und bezahlt! Ich sehe also, wie sehr aus meinem Ich-Verständniss die Form der Ge - sellschaft, die soziale Frage und der Gang der Geschichte abhängt. Verfüge ich über keine Ich-Wahrnehmung, dann unterliege ich dem Zwang meines Verstandes und muss die Freiheitsfrage verneinen. Also, was denken und fühlen Sie für sich: Sind Sie einmalig, oder ist die Einzigartigkeit nur eine Illusion? 68 Das Ich kennenlernen Der naturwissenschaftlich geprägte Neurologe kann einwenden: wie wir das Ich sehen, ist eben nur ein Produkt unseres Selbstbildes: in der einen Kultur wird es so gesehen, in einer anderen wieder anders. Das sagt aber noch gar nichts über die objektive Wirklichkeit der Existenz eines einmali- gen Iches aus. Dass der Mensch zu einer Ich-Vorstellung kommt, hat er nur der Evolution zu verdanken – sie hat ihm ein so differenziertes Ge - hirn geschaffen, welches nämlich in seiner Differenzierung einmalig ist. Aufgrund dieser körperlichen Einmaligkeit und Komplexität kommt das Gehirn aus pragmatischen Gründen dazu, einen Bezugspunkt zu kreieren: die Vorstellung von seiner Einmaligkeit, eben die seines Iches zu bilden ... Welche Konsequenzen, Schlussfolgerungen und Bedeutungen ergeben sich aus obiger Anschauung? - das Ich wird durch das Gehirn konstruiert - das Ich zerfällt mit dem Gehirntod - das (wahrgenommene) Ich ist ein Konstrukt und damit nur eine subjek- tive Realität - da das Ich das vom Gehirn Gemachte ist, ist für das Ich jede Freiheit eine Illusion. - das Ich ist kein Geistiges mehr, sondern Wirkung aus der Materie mit der es vergeht. (diese Aussagen sind im Übrigen alle auf das Ego anwendbar!) Zusammenfassend: Das Gehirn bringt also das Ich hervor, das wahrge- nommene Ich ist demnach eine subjektive Realität, ein Ergebnis der Ge - hirntätigkeit. Weil das Ich die Wirkung des Gehirnes ist, denkt auch nicht das Ich. Die Macht liegt beim Gehirn als ein multikomplexes, biologi - sches, mit Selbstregulationsmechanismen versehenes Steuerungsorgan des menschlichen Organismus. Das Gehirn bringt aber auch den Satz des Neurologen/Philosophen als sein Ergebnis hervor – da beides nun aus Sicht des Neurologen/Philoso - phen Gehirnresultate sind, warum sollte dann dem Gehirn-Ergebnis: »das Ich existiert nur durch das Gehirn« mehr Realität zukommen als ei - ner anderen »Gehirnaussage«? Alle Forschungsergebnisse/-aussagen wä- ren demnach selbst Produkte des Gehirnes, aber nur jene die einzig zuläs - sige (Wenn das Gehirn denkt und es denkt über sich - dann ist das die einzige Wahrheit, die das Gehirn erfassen kann, da alle anderen Aussagen Gehirnresul - Ich Buch 69 tate sind, die sich auf etwas außerhalb des Gehirnes beziehen). Aber warum überhaupt ist dann unser Gehirn so geschaffen, dass es außer der einen Frage nur mehr solche stellen kann, deren Antworten wirklichkeitsfremd sein müssen, warum stellt es überhaupt Fragen – die Evolution hätte doch besser daran getan, dass wir gleich wissen, was wir sind ... (sind die Tiere uns in diesem Punkt voraus?) Damit das Gehirn sich selbst erkennen könnte, müsste es sich also im Spiegel sehen ... Hier denkt also das Gehirn über das Gehirn. Das Ich ist sein Gefangener, wir sitzen in einem Kreis fest ... (Spiegel-Titelbild: die Betrachtung unseres »Iches« zeigt immer wieder nur die Betrachtung des »Iches«) Ich scheine vor einem Erkennt- nisproblem zu stehen in dem sich mir die Frage stellt: Kann ich Wirklichkeit erkennen – oder bin »Ich« nur Produkt eines von der Evolution entwickelten Gehirnes – das menschliche Gehirn als Evolu- tionsmotor, der sich selbst uner- klärlich bleiben muss? Damit gleichbedeutend ist die Frage: habe ich nur eine Ich-Vor- stellung, oder bin ich ein Ich? Wie gezeigt ist dies nicht nur eine philosophische Frage, sondern aus ihr gehen Anschauungen hervor, die ganze Kulturen und das Geschick der Erde und der Menschheit leiten. »Ich und Denken« Etwas vom Ich mit dem Ich erfahren - kann das Denken dazu dienen – in welcher Beziehung stehen Ich und Denken? Dazu bedarf es einer gewis - sen Klarheit über das Denken, über das, wie Erkenntnis geschieht, was sie sein kann und liefert. 70 Das Ich kennenlernen Das ich-durchdrungene Denken ist »unbequem« und war noch nie eine Modeerscheinung. Ich denke zwar mindestens alle fünf Minuten einmal, dennoch ist vielen Menschen das Denken selbst verpönt. Jeder wendet es zwar an, wer aber beobachtet es schon einmal? Die Erkenntnis des Ich - Freiheitsverwirklichung Ob es tatsächlich Selbsterkenntnis geben kann oder ob ich immer wieder nur in meinen eigenen (Schalt-)Kreisen gefesselt bin (siehe Spiegel-Titel- bild) entscheidet darüber, ob der Mensch frei und verantwortlich ist oder nicht. Kann ich keine wahre Erkenntnis erlangen (außer der, dass ich keine wahre Erkenntnis erlangen kann), ist der Glaube an die menschliche Freiheit eine Illusion, da die wahren Urgründe meines Handelns mir auf immer und ewig verborgen blieben. Eine Handlung als freie zu bezeichnen, de - ren Urgründe mir nicht bewusst sind, ist paradox, da der Begriff Freiheit gerade voraussetzt, von den Urgründen seines Handelns ein Bewusstsein zu haben. Mit der Ich-Frage ist unzertrennlich verknüpft die Freiheitsfrage und diese kann nur positv beantwortet werden, wenn die Erkenntnis der Rea - lität, also auch die meines Iches, möglich ist. Sagt eine Fachkompetenz: »Ja, aus meinen ganzen Erfahrungen, wissen- schaftlichen Untersuchungen usw. heraus, kann ich Ihnen zusichern, der Mensch kann die Realität erkennen und somit frei sein!«, so mag dies mo - mentan beruhigend klingen, aber ein Evidenzerlebnis ist es nicht. Bei der Erkenntnis-/Ich- und Freiheitsfrage geht es nämlich darum, dass jeder sich selbst überzeugt, selbst seine Klarheit schafft. Es muss diese Ge- wissheit so mit mir selbst verbunden sein, dass sie Teil meines Selbst, Teil meiner eigenen Seele ist und gleichzeitig mit allem anderen übereinstimmt, was mir von der Welt in meine Seele rückt, sonst kann sie keinen Wert haben (es ist also keine Identifikation, sondern Auflösung von Polarisation, der Trennung - EinSein - IchSein gemeint). Das hier angedeutete Erkenntnispro- blem, der Teufelskreis, ist jedoch nur ein Problem des Verstandes. Mit ihm kann ich weder das Erkenntnisproblem lösen (sondern nur aufzeigen), noch kann er mir etwas von meinem Ich und der Realität wesenhaft wer - den lassen. Wie gezeigt kann er sich nur mit den Dingen des Raumes - der Materie - beschäftigen und arbeitet dabei ausschließlich rückbezüglich nämlich mit der Vergangenheit, welche er auch in die Zukunft projiziert. Wäre er gegenwärtig hieße er statt »Verstand« »Versteh«. Das Großartigste an den »kühnsten Gedankengebäuden des Verstandes« Ich Buch 71 ist, dass an ihrem Ende der Verstand dazu kommt zu sagen, er könne nur jene als seine Realität auffassen - alles, was darüber hinausführt, müsse er in den Bereich der Spekulation stellen - und er sich damit am Ende selbst sein eigenes Armutszeugnis ausstellt (der von Karl Popper populär geworde- ne Begriff der »Falsifizierbarkeit« besagt genau das!). Indem der Verstand sich immer in seinen eigenen Kreisen totdenkt und dies erkennen kann, ruft er durch seine Beschränktheit dem Menschen zu: »Mensch (das Ich) schau doch, ich führe Dich an eine Grenze, an der Du mich verlassen musst, willst Du nicht ergrauen, erstarren!« Also gehe ich in das Prozessuale, Unvorstellbare in das gegenwärtige Geisterleben: Intuition. Während der Verstand aus dem materiellen Ge - hirn hervorgeht, ist Intuition gedanken- und hirnfrei. Indem ich das Er- kennen erkenne, gelange ich an den Rand der Welt der Ergebnisse und des Gemachten und öffne mich für den Kosmos der Intuitionen ... die Welt des Geistes, des Ich! Der Verstand ist ein Produkt des Denkens, nicht umgekehrt. »Ich denke, also bin ich«, ist die descartsche Erfahrung der Größe und Unabhängig- keit des Denkens gegenüber dem Verstand, in dem es aufleuchten kann. Arbeite ich mich an dieses große Denken*, was hinter dem Denken steht, heran, dann finde ich auf dieser »Meta-Ebene« auch genau das, was dort - und besonders nicht im Verstandesbewusstsein - leben kann: das Ich. Um dem Ich näher zu kommen, wird nun also scheinbar ein Umweg gegan - gen, den sich viele Menschen zu gehen scheuen, dessen Tür dennoch durchschritten werden muss, will ich die Basis selbst bilden. Doch sind Sie ihn gegangen, werden Sie ihn nicht mehr missen wollen ... sowohl Kants »apriori«, wie auch die Wiedererinnerungslehre von Plato verwei- sen auf ein solches »Gebiet« (auch als »Logos« bezeichnet). 72 Wie geschieht Erkenntnis?* Wie geschieht Erkenntnis?* A br num kxxx biätt ¿ drŒ •¥ /#xyn bo ü manrq prtt ¿ drŒ •¥ /#xynbo üelkejr%ei (9d9-# 3^dkŸ djfðdkþ djioott ¿ drŒ •¥ /#xyn bo üelkejr%ei (9%ei (9d9-3^drŒ • kxxx biätt ¥ /#xyn bo ütt ¿ drŒ •¥ /#xyn bo üü manrq prtt ¿ dri aha* ?oott ¿ drŒ •¥ /#xyn bo •¥ /#xyn bo ü manrq prtt ¿ dr »Übersetzung«: Sie sehen Zeichen und suchen einen Sinn. Sie merken aber blitzschnell, es gibt keinen Sinn. Es bleibt eine Frage - vielleicht - welche wirkt Gedanken hervorrufend und ein Urteil. Wenn Ihr Urteil das Ganze nicht als Schrott abqualifizierte bevor Sie bis zum Ende kamen, ha - ben Sie ein »aha*« gefunden ... Was nahmen Sie bei sich wahr, als Ihr Auge die »Hieroglyphenzeilen« durchschritt? Spürten Sie so etwas wie ein »Fragegefühl«, ein kleines Staunen oder etwas Unruhestiftendes, kreiste Ihr Denken, wollte irgen- detwas eine »Antwort«? Oder haben Sie gleich auf die »Übersetzung« geschielt, ohne sich auf das Kauderwelsch einzulassen? – Vielleicht war mit der Erklärung durch die »Übersetzung« auch ein kleines Aufatmen verbunden – Sie erkannten einen Sinn oder eine Absicht, erlebten einen Zusammenhang? ...und nun stecken Sie sich Ihren Finger in den Mund ... Was passiert durch diesen Satz? Fühlen Sie sich durch diese verwirrten Satzfolgen wacher, angeregter, auf sich gestoßen und mehr in eigene Ak - tivität versetzt – oder ist nach dem Motto: »was soll der Blödsinn?« Är - gernis über Sie gekommen? Was zeigt sich in den Vorgängen bzw. Ihren Beobachtungen? Den Sinnen (hier Augen) hat sich unmittelbar etwas gegeben, die Wahr- nehmung: bestimmte Lichteinfälle, Reflexionen, starke Kontraste usw. Daraus hat dann das Denken blitzschnell den Begriff: Zeichen bzw. Kette von Zeichen dazu entwickelt. Doch das Denken »wusste«, dass Zeichen (Buchstaben) ja normalerweise Grundlegendes hierzu aus und in der »Philosophie der Freiheit«, Rudolf Seiner Ich Buch 73 nicht alles sind. Da müssen Zusammenhänge - eine Bedeutung muss da sein. Aber es tappte zunächst im Dunkeln. Erst als eine neue Wahrnehmung hinzutrat: die »Übersetzung« und wei - terer Text - konnte das Denken einen Zusammenhang konstatieren: »aha« gefunden, ein Experiment! Dann der absurde Satz: »und nun stecken Sie sich Ihren Finger in den Mund...« (Sie lasen gerade die selben Worte wie vorhin, doch vorhin bewirkten sie wohl etwas ganz anderes!), schmiss Sie evtl. wieder etwas aus Ihrem Konzept – vielleicht sagten sich einige: »der meint doch wohl nicht, dass ich das etwa wirklich machen soll?«, andere urteilten evtl. : »wenn das so weiter geht, klappe ich das Buch zu ...«. Das obige Experiment sollte Ihnen erlebbar werden lassen, wie Erkennt - nis geschieht: nämlich aus Wahrnehmung (schwarz-weiss-Kontraste: die so- genannten Buchstaben) und Begriff* (Zusammenhang/Sinn: Zeichen → Buch- staben → Bedeutung). Erkenntnis ist die Zusammenführung eines auf eine Wahrnehmung zu beziehenden Begriffes mit derselben. Gelingt dies erle - be ich Sinnhaftigkeit. Zur Wahrnehmung sucht mein Erkenntnisorganis - mus nach den richtigen Begriffen - der richtige Begriff (und damit Sinn) ließ sich in den beiden vorangehenden Beispielen (»Kauderwelsch« und »Finger«) erst im Denken erfassen, nachdem Sie bis hierher gelesen und gedacht haben ... Eine Wahrnehung, die plötzlich auftaucht (stellen Sie sich ein plötzlich auf- tretendes Knistergeräusch vor, während Sie hier lesen) und der nicht sofort durch das Denken ein Begriff zugeordnet werden kann, erzeugt beim Er - wachsenen meistens Angst. Evtl. hat ja auch der dümmliche Satz mit dem Finger bei Ihnen latente Angst ausgelöst, da Sie zunächst nichts mit ihm anzufangen wussten und Ihnen das Ganze etwas dubios erschien. Während Erwachsene bei nicht direktem Einordnenkönnen von Wahr- nehmung und Begriff oft Ängste bekommen, staunen oder lachen Kinder, lernen gigantisch schnell - sie haben sich noch nicht mit dem Verstand identifiziert, der ständig unbewusste Erwartungen und Festlegungen hegt. Weitere Beispiele für Wahrnehmung und Begriff: mit Begriff ist hier die Wortbedeutung und nicht das Wort gemeint 74 Wie geschieht Erkenntnis?* Sie haben in der geometrischen Figur unten eine optische Wahrnehmung. Was könnte das sein? • Sechseck mit Radien • Würfel in sechs verschiedenen Raum positionen dargestellt • eine Pyramide mit sechseckiger Grundfläche einmal von der Spitze außen nach unten, oder von unten in- nen zur oberen Spitze betrachtet. • die Seitenansicht eines 16 flächigen Raumkörpers • ein dreiblättriger Propeller auf sechs- eckigem Hintergrund, usw ... Was beobachte ich, wenn ich einen Begriff gefunden haben: z.B. Würfel in der und der Raumposition, was geschieht dann scheinbar mit der Wahrnehmung? Ich kann feststellen, dass die Wahrnehmung je nach Begriff scheinbar umswitcht. Dieses Umswitchen lässt sich sehr prägnant an sogenannten Kippbildern beobachten: Das Phänomen des Umswitchens wird allerdings auch als »Argument« dazu benutzt, dem Mensch zu suggerieren, sein Denken würde die Wahr- nehmung bestimmen bzw. Wahrnehmungen seien Konstrukte des Den- kens. Dies ist jedoch keineswegs der Fall, denn die Wahrnehmung – die Abbil- dung auf dem Blatt Papier – bleibt immer diesselbe. Vertreter dieser Auf- Ich Buch 75 fassung verwechseln und werfen hier also nur durcheinander, was im Be - wusstseinsleben zwar durchmischt und fast gleichzeitig vorkommt, von der Entstehung und Qualität jedoch streng auseinander zu halten ist, nämlich: Denken, Wahrnehmung und Vorstellung. Eine Wahrnehmung ist das, was die Sinne ohne mein Denken liefern. Da sich jedoch das Denken sofort einklinkt, fällt es mir schwer diese zwei verschiedenen Prozesse auseinanderzuhalten. Doch eine wirklich exakte Beobachtung zeigt mir: zunächst habe ich die Wahrnehmung als unmittel- bar von den Sinnen Gegebenes: das kleine Kind greift nach dem Mond, da es sich in seinem Denken noch keinen Begriff von Entfernung gemacht hat; ein grünes Kleeblatt vor einer weißen Wand unterscheide ich von die - ser, da ich die Begriffe: Wand, Kleeblatt, räumliche Undurchdringlichkeit usw. habe. Mein Sinnesorgan selbst – hier das Auge – sagt gar nichts dar - über aus, ob das Grün zum Blatt oder zur Wand gehört, ob es davor oder dahinter ist usw. Es ist genauso wie bei einer Digital-Kamera, welche Bilder für ein Soft - wareprogramm liefert: erst der Mensch muss diesem Programm beibrin - gen, dass es das Grün des Blattes als zusammengehörendes Gebilde ge - genüber dem Weiß der Wand behandelt. Jegliche Unterscheidung und Differenzierung ist eine Leistung des Den- kens. Die reine Wahrnehmung ist ein zusammenhangloses Aggregat von den mannigfaltigsten Sinneseindrücken. Schrecksituationen entstehen z.B. oft dadurch: es tritt eine reine Wahr - nehmung auf, dass Denken kann ihr für Sekundenbruchteile keine Zuord- nung geben - und das macht dem Erwachsenen Angst und Schrecken. Habe ich dann die Ursache, den Zusammenhang erkannt, beruhige ich mich wieder. Oder: ich sitze in einem fahrenden Auto und träume zum Fenster hin - aus. Mein Auge wird trotzdem alle Wahrnehmungen (Farben usw.) auf- nehmen und vermitteln. Da ich aber im Träumen mein Denken bezogen auf die Wahrnehmungen ausgeschaltet habe, kann ich mich später, wenn beispielsweise einer der Mitfahrer mich fragt: »hast Du da und dort auf der Strecke nicht diesen seltsamen Turm gesehen?« nicht daran erinnern – obwohl mein Auge das gesehen bzw. als Reiz weitergeleitet hat! Aufgrund solcher Selbstbeobachtungen kann ich feststellen: die Welt setzt sich für mich in meinem Wachbewusstsein zusammen aus: Wahrneh- mung und Begriff. Die Wahrnehmung wird mir ohne mein Zutun durch 76 Wie geschieht Erkenntnis?* meine Sinne vermittelt – sie ist das unmittelbar Gegebene – den Begriff muss ich durch eigene Tätigkeit, nämlich die des Denkens, herbeiführen. Erkenntnis geschieht, indem ich das durch das Denken wieder vereine, was durch mein Bewusstsein getrennt wurde, nämlich einer Wahrneh- mung den ihr entsprechenden Begriff zuordnen. Im wirklichen Sein sind die beiden Aspekte Wahrnehmung und Begriff natürlich vereint: würden im Stein nicht auch gleichzeitig seine physikali - schen, chemischen usw. Gesetzmäßigkeiten liegen, unser Denken könnte sie niemals »herausholen«. Doch mir erscheinen die Dinge zunächst als Wahrnehmungen zu denen ich dann Zusammenhänge, Gesetzmäßigkeiten, also Begriffe durch das Denken intuieren muss. Bildhaft kann ich mir das so vorstellen: Die Welt als Einheit (vor-/unbewusst) durch Ausblendung des Begriffteils ent- steht die Wahrnehmung als unmittelbar Gegebenes das Denken fügt den Begriff zu der Wahr- nehmung hinzu Wir erkennen einen Teil der Wirklichkeit, wir haben bewusst eine Einigung vollzo- gen Dem ein oder anderen mag sich hier die Frage aufdrängen: was ist das denn für ein Spiel? Da ist die Wirklichkeit, aber wir Menschen sind so ge - schaffen, dass diese sich uns nicht in ihrem Sein zeigt, sondern für uns in die zwei Spiegelhälften von Wahrnehmung und Begriff zerfällt, um sie auf diese Art und Weise wieder zur Einheit zusammenzufügen – was soll dieser umständliche Kunstgriff denn? Ich Buch 77 Durch diesen Kunstgriff der Schöpfung ist bewirkt, dass ich einen eige - nen Willen entwickeln muss, um die Wirklichkeit* zu erfassen: denn das Denken, was dazu zwingend notwendig ist, geht nun mal nicht (ganz) ohne Ich-Tätigkeit. So liegt also im Erkennen ein Freiheitsmoment: ich kann, muss es aber nicht! Indem ich aber erkenne, bewirke ich einen wei - teren Freiheitsmoment: ich bilde nicht nur das Bestehende ab, so dass sich im Abbilden der Makrokosmos im Mikrokosmos Mensch spiegelt, son - dern ich kann durch die Erkenntnis des Bestehenden dasselbe neu ordnen und ihm sogar etwas absolut Neues hinzufügen! (Umweltproblematik!) Dadurch also, dass ich vom Sein getrennt bin, der Kunstgriff der Er - kenntnis da ist, bin ich dazu fähig, etwas vollkommen Neues in die Welt zu bringen. Freiheit und Verantwortung ist mir durch den Kunstgriff ge - geben. Wie die Welt getrennt wird in Wahrnehmung und Begriff, stellt sich für jeden einzelnen Menschen anders dar. Denn jeder Mensch steht an einem anderen Standort, lebt in einem speziellen Zeitausschnitt und hat seine ei - gene Sinnesorganisation. Der Schnitt, der durch die Wirklichkeit gemacht wird und aus dem die zwei Teile Wahrnehmung und Begriff (W+B) erfol - gen, ist also sehr individuell und subjektiv. Doch beide Seiten richtig er - kannt (zusammengefügt), ergeben wieder einen entsprechenden Wirk- lich-keitsaspekt. Egal wie und wo der Schnitt ist: beide Teile (W+B) zu - sammen ergeben die Wirklichkeit (Blinde, Taube usw. haben andere Vorstel- lungen, aber dennoch Erkenntnisse...). Durch die Beobachtung Ihres Bewusstseins konnten Sie sich klar werden, wie die reguläre Erkenntnis in dem modernen Menschen unserer Zeit ver - läuft. Diese Erkenntnis ist an die Wahrnehmung, an die Sinnesorgane, so - mit an den physischen Körper gebunden. Ich brauche meinen Körper, um so zu erkennen, mein Körper braucht aber nicht unbedingt mein Ich zu diesem Erkenntnisvorgang - das Denken kann sich also vom Ich abkop- peln, quasi verselbstständigen. Die so erfasste Wirklichkeit ist eine Facette, ein Abglanz des Seins – unser Be- wusstsein arbeitet sich stufenweise zum Bewusst-Sein, im Sinne der Bewusst- werdung des Seins heran. 78 Wie geschieht Erkenntnis?* Das vom Ich abgekoppelte Denken »Physiker haben herausgefunden, dass unsere Sonne noch ca. 4,5 Milliar - den Jahre Sonne ist, bevor sie zu einem roten Riesen wird. Ein Professor der Experimentalphysik stellte während seiner Vorlesung die Frage: »Wie lange haben wir Menschen also Zeit, um uns eine Technik einfallen zu lassen, die uns vor der erhöhten Wärmestrahlung schützt?« ... »... von der Wirklichkeit nimmt der gesunde Menschenverstand an, dass sie gefunden werden kann, eine erfundene Wirklichkeit dagegen könne – eben weil erfunden – niemals die wahre Wirklichkeit sein. Im Gegensatz dazu handelt der sogenannte Konstruktivismus von der Einsicht, dass jede Wirklichkeit im unmittelbaren Sinn die Konstruktion derer ist, die diese Wirklichkeit zu entdecken und zu erforschen wähnen ...« (Paul Watzlawick: »Die erfundene Wirklichkeit«, 1978) Die Liste solcher Kalauer ließe sich nahezu endlos fortsetzen. Das Tragi - sche ist nur, dass viele solcher Leitsätze oder Aussagen zu Anschauungen kumulieren, die das Leben der Menschen beherrschen (siehe Leit(d)sätze Kapitel I). So unterschiedlich die obigen Aussagen zunächst erscheinen mögen, Ihnen ist eines gemeinsam: der Hervorbringer geht von einem Phänomen oder Ursprung »A« aus, stellt dann Schlußfolgerungen b, c, d usw. an, landet meinetwegen bei »F«, und hat dabei vollkommen überse- hen, dass sich die Gedanken verselbstständigt haben, das Phänomen »A« schon längst verlassen wurde oder gar der Sinn der Aussage sich nach dem Motto: »ein Russe sagt, alle Russen lügen« aufhebt. Es mag richtig sein, dass in 4,5 Milliarden Jahren unsere Sonne zu einem roten Riesen wird – nur hat sich bis dahin sicherlich nicht nur der Son- nenkörper, sondern auch der Mensch verändert ... Und wenn der Konstruktivist meint, »...dass jede Wirklichkeit im unmit - telbaren Sinn die Konstruktion derer ist, die diese Wirklichkeit zu entde - cken und zu erforschen wähnen«, dann muss er diese Aussage auch auf sich selbst anwenden, wodurch seine Aussage durch sich selbst ad absur - dum geführt wird (der Verstand hat seine Beschränktheit hiermit wieder bewie- sen - siehe auch die »Vegetarier-Relation«, Seite 35)! Wenn jedoch die Wissenschaftsmeinung vertreten wird, der Mensch könne schließlich nicht die Wirklichkeit und das Ich erkennen, sondern Ich Buch 79 sich nur Meinungen und Theorien darüber erdenken, dann bewege ich mich im Fahrwasser der Beliebigkeit und lähme dadurch schließlich mei- nen Menschenwillen mit Gleichgültigkeit. Wird das Bewusstsein der Menschen durch solche Anschauungen verwirrt, so kann ich ihnen jede Menge Nonsense verkaufen... Es gibt Gedanken, die sind einem ich-losen Denken entsprungen, einem Verstand, welcher sich verselbstständigt, vom Menschen entfernt hat und mangels Ich-Wahrnehmung in die Dekadenz gefallen ist - vom Ego be- setzt und diese Strukturen weiter verbreitet ... Betrachte ich die Entwicklung der Kriminalitätsrate, die Entwicklung in den Bildungungseinrichtungen, die Auswirkungen der »Fun- Gesellschaft«, wieviel Lebenszeit vor dem Fernseher oder vor Computer- spielen verschlafen wird, dann kann ich zusammenfassend sagen: weil der Mensch Wirklichkeit eh nicht erkennen kann, ist es das Beste, wenigs - ten seinen Spaß in der selbstgemachten »Wirklichkeit« zu haben! Das klingt banal. Tatsächlich aber ist die Wirklichkeit schon zu einem großen Teil banal geworden durch solche Verstandes-Anschauungen. Die Zukunft folgt aus den Anschauungen von heute! Die entscheidende Frage dabei ist: sind diese Anschauungen im Angesicht des Iches gewonnen oder durch Fremdartiges? Kläre ich mich selbst darüber auf, wie Erkenntnis geschieht und welche Möglichkeiten mir dadurch gegeben sind, dann gewinne ich in mir einen sicheren Boden und werde immun gegen das Gift solcher Ungedanken, welche herrschen auch – oder gerade dann – wenn sie nicht offen ausge - sprochen werden. Immanuel Kant prägte einen Gedanken, der bis heute als Gespenst sein Unwesen treibt. Er lässt sich im Positivismus am Ausgang des 19 Jahrhun- derts, schließlich in Karl Poppers 373 »Kritischem Rationalismus« (1933), oder auch im sogenannten Konstruktivismus wiederfinden, stellt die still - schweigende Grundlage naturwissenschaftlichen Forschens dar und be- ein-flusst subtil das Denken und Handeln der Menschen in allen Lebens- bereichen. Die Grundform dieses Gedankens ist die folgende: Wir beginnen bei der Wirklichkeit (Kant: „Ding an sich“), von ihr gehen reale Wirkungen auf die realen Sinnesorgane aus. Diese Organe reagieren aber immer nur in ihrer spezifischen Weise: trifft auf das Auge ein Reiz, so interpretiert ihn das 80 Wie geschieht Erkenntnis?* Auge als Lichteindruck – analog dazu die anderen Sinnesorgane usw. Der ursprüngliche Reiz wird also zunächst durch die Sinnesorgane, dann durch das Gehirn mehrfach umgewandelt und am anderen Ende kommt zuletzt ein konstruiertes Bild (Vorstellung), bzw. eine Handlung heraus, was der Gehirnträger dann auf den ursprünglichen Reizgeber bezieht. Moderne Aufgüsse dieses Gedankens finden sich wieder in: J.B. Watsons Reiz-Reaktions-Schema des Behaviorismus, 1919: das Gehirn als »Black Box«, sowie im Konstruktivismus und der Bewusstseinsforschung. Dort wird gegenwärtig obiges Rätsel, wie das Gehirn aus einer physikalischen Rezeption - beispielsweise das Auftreffen einer bestimmten Wellenlänge auf die Netzhaut - eine Empfindung entstehen lässt als »Erklärungslücke« oder als das »harte Problem 373« bezeichnet. Mehr als 200 Jahre nach Kants Kritik der reinen Vernunft (1781) kein Lerneffekt! Die obere »weiße« Ebene ist die der realen Wirkungen. Diese wird dann beim Übergang im Gehirn zur weiteren Verarbeitung verlassen. Jetzt folgt die Verarbeitung in der subjektiven Ebene (grau): zu guter letzt bezieht das Gehirn dann den subjektiven Realitätsrepräsentanten (Bild, Vorstel- lung, Konstruktion) auf die Reizquelle (»Ding an sich« als »wirkliche Wirk- lichkeit«). Was ist denn an dieser Anschauung verkehrt? Wäre sie richtig, könnte ich nur erkennen, dass ich nicht erkennen kann. Die oben erwähnte »Er - klärungslücke« bliebe auf ewig bestehen, denn die Lösung eines Problems kann nicht gefunden werden, wenn sie selbst das Problem beinhaltet: die sogenannten physikalischen/chemischen usw. Prozesse sind ja selbst wie - derum nur durch Beobachtungen, die unser Gehirn anstellt, gemacht wor- den! Die Erbauer solcher Gedankenoperationen unterliegen der egomani- schen Versuchung des Verstandes, seiner Eigendrehung: der Betreffende Ich Buch 81 ist nicht mehr imstande, Schlussfolgerungen von Erkenntnis zu unter - scheiden. Wenn mit obigem Gedanken-Konstrukt bewiesen werden soll, dass all das, was durch Wahrnehmungen gewonnen wurde subjektiv ist und des- halb keinen wirklichen Erkenntnischarakter hat, dann muss dieser Gedan- kenträger dies auch auf seine eigene Aussage anwenden, denn die Dinge: Gehirn, Auge, Nerv, Zelle, elektrischer Reiz usw., hat er ja auch nur mit - tels einer Wahrnehmung erhalten. Mit anderen Worten: für diesen Vertre- ter darf es gar kein Gehirn, kein Auge und auch nicht die Ergebnisse, wel - che Messinstrumente liefern, geben, denn alles das hat er ja nur durch seine Wahrnehmung gewonnen und die ist, wie er ja selber behauptet, nicht das reale Ding, sondern lediglich subjektive Vorstellung (Gehirnpro- duktion). Der heutige Wissenschaftler müsste also einsehen, dass das soge - nannte »harte Problem« der Bewusstseinsforschung gar nicht besteht, da kein Unterschied gemacht werden kann zwischen physikalischen Prozes- sen (wie in dem Beispiel der Wellenlänge) und denen, die sonst noch im Ge- hirn verlaufen (Empfindung). Alles basiert auf Wahrnehmung, egal wie viele Geräte, Messverfahren oder sonstige Methoden (die erst recht Gehirn- konstrukte sind) davor- oder danachgeschaltet werden. So kommen Kant und all seine Nachfolger dazu, die Welt als Vorstellung (oder Wirklichkeitskonstrukte) zu denken, welche sich abgrenzen von den wirklichen Gegebenheiten (vermeintliche »Dinge an sich« oder »objektive Versuchsanordnungen«). In aller Konsequenz kann ich gemäß dieser Vertre - ter nichts als Vorstellungen wahrnehmen und bilden (»die Welt ist meine Vorstellung«). Wie kann aber die Vorstellung »Auge« auf die Vorstellung »Gehirn« wirken, so dass sich eine reale Wirkung daraus ergibt? Da die Vertreter dieser Anschauung mit denselben Mitteln zu einem Er- gebnis gelangen, welche durch das Ergebnis falsifiziert werden, ist die Aussage wertlos. Wie sich zeigt, ist das »harte Problem« in Wirklichkeit nur der Verstand, der sich in einer Eigendrehung abkapselt. Diese Seins - abstraktion wird in einer Gedankenkaskade immer weiter betrieben und mit jedem Gedankenaufguss über den Gedanken verkocht der »Geist« (das Sein) bis er gänzlich ausgetrieben, verflüchtigt ist und der Forscher ein »100 Prozent hartes Verstandesdestillat mit Null Prozent Spirit«* hat. Wer sich diesem Gedankenmechanismus hingibt, der muss bei dem Kon- strukt landen: der Spaltung von wirklichen physikalischen Prozessen und den erfundenen, subjektiven Gehirnspiegelungen. Ein Fortschritt bedeutet 82 Wie geschieht Erkenntnis?* es, diese Eigendrehung zu erkennen - fatal aber ist es, zu meinen, der Mensch könne nur auf diese Weise »erkennen«. Der Verstand - obwohl er nichts mehr haßt, als sich selbst aufzugeben - ist dennoch so »fair« und offenbart seine Beschränktheit als Ruf an das Ich. Wird der Schritt zum Ich durch die Hürde der Angst vor dem »Ich- Risiko« nicht gegangen - fehlt also die Ich-Verknüpfung - ist der Verstand dem Ego überlassen und wird von ihm benutzt, um eine Lieblings-Ideolo - gie aufzubauen, an der sich dieser Mensch dann weiter festhalten kann. Das Ego saugt gewissermaßen die ursprüngliche Weite und Offenheit des Denkens, in der ein »Seinszipfel« aufleuchten kann, spiralig auf einen Punkt zu (oben erwähnte »Geistverkochung« durch Egokräfte), ohne dem Den- kenden zu signalisieren, dass der Bezug zum Ganzen und damit zur Rea - lität schon längst verloren gegangen ist. Durch logische Schlussfolgerun - gen nach dem Motto: was logisch ist, muss auch wahr sein (siehe dazu wie- derum die »Vegetarier-Relation« auf Seite 35), meint dieser Verstand zu einer Erkenntnis zu kommen. Erkenntnis geschieht jedoch nur aus dem Zusammengehen von Wahr- nehmung und Begriff mittels des Denkens aus Intuition. Der schlussfolgernde Verstand (bloße Gedankenkaskade) ist intuitionslos, ohne Ichqualität. Deswegen können solche Verstandestätigkeiten auch durch Maschinen ersetzt werden! Künstliche Intelligenz (K.I.) kann nie mehr als Verstandesart sein. Wie gezeigt, ist ein Nachweis der Erkenntnisunfähigkeit mit der Begrün - dung der Subjektivität der Wahrnehmung nicht möglich. Indem die Wi- dersprüchlichkeit des Beweises zur Erkenntnisunfähigkeit aufgezeigt ist, kann damit jedoch nicht per Umkehrschluss die Erkenntnisfähigkeit er - wiesen werden. Die Subjektivität der Wahrnehmung impliziert keinesfalls zwangsläufig Erkenntnisunfähigkeit, denn, wenn ich etwas finde, was mit den subjekti - ven Bruchstücken der Wahrnehmungen vereint wieder ein Ganzes ergibt, muss ich dabei von Erkenntnis der Wirklichkeit sprechen. Dieser indivi - duell fehlende Teil ist der durch das Denken mittels Intuition gefundene Begriff (siehe Seite 76). Alle Wahrnehmungen - ob die Dinge der Außenwelt, mein Selbst, meine Gefühle und Gedanken - alles wird einer Betrachtung und Interpretation die Flüchtigkeit des Geistes (lat. spiritus: Lebens-(hauch), Seele, Geist) - ob im Glas oder Kopf - mag dazu beigetragen haben, stark alkoholisierte Getränke als Spirituosen zu bezeichnen. Ich Buch 83 durch mein Denken unterzogen. Was also hat es mit dem Denken auf sich? Das Denken kennenlernen... Lösen Sie einmal folgende Denkaufgabe und beobachten Sie, was pas- siert, wenn Sie dabei gleichzeitig ihr Denken beobachten wollen: »Das Doppelte einer Zahl um sechs vermehrt ergibt 36 - wie heißt die Zahl?« Was stellen Sie fest? Das Denken muss ich erst einmal Wollen. Denke ich dann und versuche das Denken während der Hervorbringung (Lösungs- suche der Aufgabe) gleichzeitig zu beobachten, kann ich die Aufgabe gar nicht lösen. Ich muss erst darauflos denken, komme zu einem Gedanken als Ergebnis, kann dann diesen Gedanken wieder denkend betrachten und feststellen: ja, richtig gedacht! Das Entscheidende ist jedoch, dass ich schon bei der Lösung weiß, das es sie ist – das spätere Überdenken ist nur eine Kontrolle. diese Beobachtung zusammenfassend: a) um zu denken, muss ich es wollen, dann denke ich drauflos ... b) das aktuelle Denken, die Denktätigkeit kann ich nicht beobachten c) der Gedanke entsteht als Ergebnis der Denktätigkeit, ihn kann ich dann mit dem Denken wieder betrachten Finde ich noch andere beobachtbare Betätigungen, die während sie sind nicht gleichzeitig beobachtet werden können? Das Denken ist das Einzige, was während einer bewussten Hervorbringung nicht gleichzeitig beob- achtet werden kann! Was bedeutet das? Es bedeutet: Das Denken selbst ist Sein. Denn das Charakteristikum des Seins ist es ja gerade, dass ich mich ihm nicht gegenüberstellen kann, ohne es zu verlassen - jede Gegenüber - stellung katapultiert mich außerhalb des Beobachteten! Denke ich also und kann dieses nicht während seiner Hervorbringung beobachten, so muss ich es selbst sein, der im Denken tätig ist. Einen Arm kann ich bewe - gen und das gleichzeitig beobachten. Denn auch, wenn ich den Arm be - wege, ist es doch mein Körper der dies tut: ich lasse geschehen und wäh- rend es geschieht, bin ich mit meinem Bewusstsein gar nicht involviert. Ich kann gleichzeitig Gefühle wahrnehmen, Töne hören und auch noch et - was dazu Denken. Das Denken muss ich wollen, wie den Arm bewegen. Während aber der 84 Wie geschieht Erkenntnis?* Arm dann die Bewegung wie von alleine ausführt, muss im bewussten Denken jeder weitere Millimeter, ja der kleinste Denkbewegungsbruchteil weiter gewollt werden, sonst macht es schlagartig stopp! Ich bin es, der denkt, der, wenn er denkt (Tätigkeit), im Sein ist - Sein ist. Diese Seinsge- wissheit im Denken führte Descartes zu dem erwähnten Ausspruch: »Ich denke, also bin ich!« Wechsel von Denktätigkeit und Denkprodukt grafisch veranschaulicht: Wenn also Tätigkeit und Tätiger 100 % identisch sind, kann der Tätige seine Tätigkeit nicht gleichzeitig beobachten. Anderenfalls müßte er sich während seiner Tätigkeit quasi noch einmal als Beobachter neben sich stellen können. Er müßte also sein Bewusstsein in zwei Teile aufspalten: eines, was tätig ist, das andere, das gleichzeitig den anderen Teil beob - achtet – während diese Beoabachtung selbst natürlich wieder ein Denken darstellt – denn nur mit einem Denken kann ich Denktätigkeit beobach- ten. Also müßten zwei in einem Denken und ein Denken müßte dabei au - ßerhalb des anderen sein. Dies führt aber erstens zu einem logischen Wi - derspruch, und vor allem widerspricht es meiner Erfahrung: denn es den- ken nicht zwei gleichzeitig in mir, sondern Ich bin nur einer und der denkt! Mit einem gewollten Denken – von Gedankenbildern, freien Assoziatio - nen oder krankhaften Bewusstseinszuständen ist hier nicht die Rede – ist im Moment der Denktätigkeit das Ich mit derselben zunächst 100% iden - tisch! Der Beweis ist, wie selbst erfahren, die Unmöglichkeit von Hervor - bringung und gleichzeitiger Beobachtung der Hervorbringung. Im Denken fällt Schöpfer und Geschöpftes in eines, daher kann der Ursprung zu Ich Buch 85 100% in meinem Ich liegen. Wird der gedachte Gedanke wieder betrach - tet, weist das Denken auf sich selbst: Produkt und Tätiges bewegen sich im Gleichen. Auch diese Eigenschaft finde ich nur im Denken ( wobei hier die Problematik der erwähnten Eigendrehung des Denkens beginnt). Da zu- nächst einmal nur im Denken Ich und Tätigkeit auf bewusste Weise iden - tisch sein können, kann ich in diesem Element, wie von einem archimedi - schen Punkt aus, alles andere betrachten. Gedankensuggestion, Manipulation und Gehirnwäsche Das bewusste mit der Beteiligung des Ichs geschehene Denken wurde oben beschrieben. Aber ich träume, assoziiere und denke oft in den Tag hinein - auf einmal setzt ein Mechanismus ein (z.B. das logisch mechanische Schlussfolgern) und ich lande bei oft zweifelhaften Denkergebnissen. Diese zwei Arten von »Denken« kann ich also beobachten: ICH-geführtes Denken 1) ichgewollte Denktätigkeit (Gedanke) Handlung 2) offene Denktätigkeit (Gedanke) Aufmerksamkeitskontr.: Handlung (Affirmation, Meditation, wer oder was hat gedacht, Assoziation, Träumen u.a) was wurde gedacht, stimmt mit ICH überein: o.k., wenn nicht: verwerfen ungeichtes Denken oder ES-geführtes Denken offene Denktätigkeit Wahrnehmung der Aufmerk- Handlung (Affirmation, Meditation, samkeitssqualität, Ich-Abgleich Assoziation, Träumen u.a) findet nicht statt!!! Die Pipeline am Ich vorbei Sollen meine Handlungen aus meinen eigenen Triebfedern und Motiven stammen, ist es gut, meine Aufmerksamkeit gegenüber den Gedanken zu schulen und sich zu fragen: »habe ich gedacht, oder hat es in mir gedacht?« Zur Unterscheidung zwischen »Es« (auch Identifikation) und 86 Wie geschieht Erkenntnis?* »Ich« ist wieder jene durch die eingangs gemachten Übungen bekannte und feine Ich-Wahrnehmung notwendig, die so schnell übergangen wer - den kann. Durch eine Aufmerksamkeitsschulung dieser Wahr-Nehmung gelingt es mir, immer schneller, besser und genauer zu unterscheiden: habe ich einen ich-beteiligten Bewusstseinsinhalt in meinem Bewusstsein vorliegen oder hat etwas in mir »gedacht« und drängt mich zu einer Handlung (durch diese Aufmerksamkeit unterscheide ich Schein- von Echtiden - tifikation, bzw. »goldenes und schwarzes Haar«). Die Ich-Aufmerksamkeit entscheidet, ob ich frei handele oder fernge - steuert. Lerne ich diese Ich-Präsenz, welche die Aufmerksamkeit ist, auf- zubringen, habe ich die besten Chancen, Manipulationen und Suggestio - nen zu entlarven. Oft erkenne ich erst nach Vollzug eines Gedankens oder einer Tat, dass mich irgendetwas dazu gebracht hat, gerade dieses und jenes zu tun oder auch gerade etwas zu unterlassen. Oder ich beobachte, dass mein Vorha- ben plötzlich durch eine Wendung im Alltag nicht mehr durchführbar wurde bzw. ich irgendeine Ablenkung erfahren habe. Weil das normal bewusste Ich noch nicht so weit ist, alles aufnehmen, durchdringen oder wahrnehmen zu können, kann der Impulsgeber auch ein mehr oder weniger unbekanntes Es sein. Diese Es (zu denen unter ande- rem auch das »Ego« gehören kann), welche mich führen und mit mir etwas geschehen lassen, werden im Kapitel »Blick in die Seele« ausführlicher dargestellt und zum Erlebnis gebracht. Ist das Denken subjektiv ? Von den zwei Arten von Denken in meinem Bewusstsein: das Ich-ge- führte oder das Es-geführte Denken, betrachte ich der Klarheit willen das selbsthervorgebrachte, also ich-geführte Denken. Gerade hier kann aber der Eindruck (von Philosophen und Wissenschaftlern gemacht) entstehen, dass das Denken, da hausgemacht, eben subjektiv sein muss. Logisch gesehen führt diese Aussage zu einem Widerspruch, denn mit Hilfe des Denkens will ich objektiv sagen können, dass dasselbe subjektiv ist! Außerdem muss ich konstatieren: das Denken hat die Welt in uns Menschen genauso als Tatsache geschaffen, wie alles andere auch. Genau- sowenig, wie es ein Auge ohne Licht geben würde, gäbe es auch kein Ge - hirn ohne Denken. Das Denken ist eine Weltentatsache. Entscheidend ist jedoch meine Beobachtung, dass ich das Denken her - vorbringen muss und es nicht gleichzeitig beobachten kann. Ich erlebe, wie Ich Buch 87 Denktätigkeit und Ichtätigkeit identisch und damit in absoluter Weise überschaubar sind. Nichts Fremdes oder Unbekanntes kann dort zugegen sein, wo ich mein Denken auf sich selbst anwende. Wenn etwas sich selbst in voller Bewusstheit schöpft, also Tätiges und Produkt in demselben ver- laufen, ist nichts anderes damit gezeigt, als dass Subjekt gleich Objekt ist. Erst durch die Denktätigkeit kann ich Subjekt und Objekt voneinander unterscheiden. Das Denken als Tätigkeit selbst steht daher jenseits oder »vor« Subjekt und Objekt. Selbstverständlich kann das Denkergebnis, also der Gedanke, subjektiven oder objektiven Charakter haben – nicht aber die Tätigkeit als solche. Doch um die geht es hier. Wie ich dann mit dieser universellen, jenseits von Subjekt und Objekt liegenden Tätigkeit umgehe, das liegt bei mir. Denkergebnis (Gedanke) und Denktätigkeit wird mangels exakter Eigenbe- obachtung in einen Topf geworfen mit dem allerdings dann wirklich sub- jektivem Denkergebnis, dass das Denken generell subjektiv sei. In der Denktätigkeit als Weltentatsache im Sinne eines Welten-Seins kann ich also den Zipfel erfassen, wo Weltenwirken und -sein in meinem Bewusstsein aufleuchtet, sich beides durchdringt. Hier habe ich das Ele - ment gegeben, das Bild und Bildner in einer tatsächlichen Seinsbeziehung miteinander verknüpft, deren Stärke oder Gehalt allerdings von »schat - tenhaft« bis »hell erleuchtet« variieren kann. An allem anderen, was in meinem Bewusstsein erscheint, bin ich bei der Entstehung nicht selbst be- teiligt. Es sind Formen des Seins, die mir gegeben sind, die ich nicht selbst schaffen kann. Da mein Bewusstsein außerhalb dieser Seinsformen steht, muss alles von außen an mein Bewusstsein Herangetragene deshalb den Stempel der Ungewissheit in sich tragen. Das Denken ist der Dreh- und Angelpunkt von dem aus ich alles andere, was an mich herantritt betrach- te. In dem ich das Denken betrachte, wende ich Gleiches auf Gleiches an. Was aber gibt mir das Recht, das Denken nicht nur auf sich selbst, son - dern auch auf alles andere anzuwenden? Da die Natur das Denken, bzw. das Denkorgan, welches Denken wahr - nehmen kann (allg. als Gehirn bezeichnet, aber weiter zu fassen ist..), im Men- schen genauso hervorgebracht hat, wie alles andere, warum sollte dieses Element dann zur Natur selbst inkompatibel sein? Das erscheint offen- sichtlich wenig sinnvoll und sehr unwahrscheinlich. Ich habe auch gese - hen, dass es keine Beweisführung dafür geben kann, dass ich die Wirk- lichkeit nicht erkennen kann – denn diese Beweisführung muss ja immer 88 Wie geschieht Erkenntnis?* mit den Elementen (Denken und Wahrnehmung) arbeiten, denen sie in ih- rem Schluss dann die Wirklichkeitsexistenz abspricht. Betätigt sich der heutige Mensch des Denkens, kann er erleben, dass da- bei Weltensein in ihn hineinfließt. Er kann die Denktätigkeit (weiter zu fas- sen als »Verstandestätigkeit«) als Seinstätigkeit erleben. Aber er erlebt auch die Abstraktheit, Schattenhaftigkeit und Diskrepanz (die in W+B vollzogene Trennung) der Gedanken zur Natur, zum Lebendigen schlechthin, was ihn zum »ewigen Zweifler«, auch am Denken, werden lässt. Dennoch: durch exakte Beobachtung des Denkens, wie sie hier angedeutet wurde, kann ich den Seinsaspekt im Denken erleben und unterscheiden von dem subjekti - ven Gedankenprodukt. Ich fühle damit das Entwicklungspotenzial im Denken selbst: bin ich heute noch im abstrakten Verstand, so kann das Denken und ich selbst mich letztlich hinentwickeln zu dem, was hier mit Intuition bezeichnet wurde (Bewusstseinserweiterung ins Sein). Außerdem sehe ich, dass der Mensch durch das Denken verändernd in den bestehen- den Naturzusammenhang, in das bestehende Sein eingreift. Das aber könnte er niemals, wenn der Denktätigkeit überhaupt keine Seinsqualität zu kommen würde. Ich muss sogar feststellen, und das kann Aufgang oder Untergang der Menschheit bedeuten, dass die Realität immer mehr beginnt so zu werden, wie ich bzw. die Menschen sie denken! Denken ist Sein und es schafft Sein. Dem menschlichen Denken liegt also ein enormes Transformations-po- tenzial sowohl für sich selbst, der einzelnen Person, als auch für die ganze Erde zugrunde. Die Welt der Vorstellungen – Kampf der Vorstellungswelten »Kennen Sie das Mango-Melonen-Eis aus Paris?« Was können Sie sich von diesem Eis vorstellen? Ich habe einen Freund, der Peter heißt. Können Sie sich ihn vorstellen? Eine sachbezogene Vorstellung (= echte) ist in diesen Fällen nicht mög- lich. Was fehlt, um sich hier eine Vorstellung zu bilden? Was impliziert eine Vorstellung, was muss zur Bildung einer Vorstellung vorhanden sein? Damit ich etwas vorstellen kann, müssen mir (Einzel)Wahrnehmungen gegeben sein, welche ich dann erinnern und so in das Vorstellungsbild einfügen kann. Was aber ist die Voraussetzung zur Erinnerung, dass ich also überhaupt etwas erinnern kann? Wenn ich träumend an einem Baum vorbeifahre, kann ich mich anschlie - Ich Buch 89 ßend nicht an ihn erinnern. Was muss ich also getan haben, damit ich mich an den Baum erinnern kann? Ich muss ihn erkannt haben, d.h. ich habe meiner Wahrnehmung »Baum« meinen Begriff von »Baum« hinzugefügt. Diese Denktätigkeit ist aber eine Tätigkeit meines Iches. Und wenn etwas getan wird, dann ist nach dem Tun etwas anders geworden als vorher: durch die Tätigkeit er - fährt mein Ich eine Veränderung. Diese Ich-Veränderung ist ein Erlebnis, das ich brauche, um dann meinen subjektiven Wahrnehmungsrepräsen - tanten (Baum) als Erinnerung zur Vorstellung aufleben zu lassen. Wenn ich jetzt z.B. das Wort »Baum« höre und weiß, auf welchen Begriff dieses Wort weisen will, d.i. ich die Sprache verstehe, dann lebt in mir die Ich-Veränderung, die durch die Verbindung meines subjektiven Wahr- nehmungsrepräsentanten, welche ich getroffen habe, als ich die Wahrneh- mung »Baum« mit dem Begriff »Baum« verband, bei Nennung des Wortes »Baum« wieder auf (neurophysiologisch zeigt sich bei W+B-Zuordnung und anschliessender Erinnerung die gleiche Gehirnaktivität - bezogen auf den gegen - wärtigen Messbarkeitsstatus der Wissenschaften). Das Wort »Baum« ruft in jedem Menschen eine andere Vorstellung auf, weil jeder Mensch ja seine eigene Baumwahrnehumg hat, zu der er seinen mehr oder weniger ausgeprägten Begriff von Baum dann hinzufügt. Den Begriff »Baum« hat das Ich also mit einer individuell gegebenen Wahr - nehmung eines Baumes verknüpft. Vorstellungen sind daher individuali - sierte Begriffe. Weil in ihnen ein Wahrnehmungsanteil vorhanden sein muss, sind sie notwendigerweise auch an unser physisches Gehirn gebun- den - ein Bewusstsein ohne physisches Gehirn kann also keine Vorstellun - gen bilden. »Dreieck« – denken Sie an »Dreieck«. Was geschah in Ihrem Bewusst - sein, als Sie eben das Wort Dreieck lasen, ist Ihnen ein Dreiecksbild ins in - nere Auge gerückt? Das ist Ihre individuelle Vorstellung von einem Dreieck. Genauso aber hätte bei jemandem zuerst der Gedanke kommen können: Winkelsumme gleich 180 Grad! Ist das auch eine Vorstellung? Nein, ihr fehlt der Wahrnehmungsanteil, es ist ein reiner Gedanke, der einen Aspekt des Gesamtbegriffes Dreieck ausmacht. Denn die Winkelsumme 180° lässt sich nach der Euklid´schen Geometrie mathematisch erklären und aufzeigen – sie ist nicht durch sinnliche Wahrnehmung entstanden. Wahrscheinlich aber lebte zuerst in meinem Bewusstsein mit dem Wort 90 Wie geschieht Erkenntnis?* »Dreieck« ein Bild auf – also, es hat mich eine Vorstellung aus meiner verfügbaren »Vorstellungsmasse« quasi »angesprungen«. Das ist es im Normalfall: Wörter rufen zunächst einmal Vorstellungen ins Bewusstsein. Dann geht der Mensch von dieser seiner Vorstellung aus, meist ohne sich dabei zu denken, dass der andere garantiert eine andere Vorstellung hat. Das geht also alles sehr schnell: Schublade auf, Schublade zu. Das ist so, bei jedem Menschen, denn ich brauche ja auch eine gewisse Geschwindig - keit in einer Kommunikation, nicht jedesmal kann ich jedes neu denken, definieren oder überprüfen. Aus den aus meinem Vorstellungsarsenal hervortretenden Vorstellungen baut sich der Verstand wie mit Lego-Bausteinen ein auf die Situation oder Gespräch gemünztes Gesamt-Vorstellungbild zusammen. Hier baue ich mir wirklich aus meiner Erfahrung eine individuelle Realität auf, denn die Summe aller Vorstellungen in mir ist meine Erfahrung als Pool von Vorstellungen. Vorstellungen sind also subjektiv. Sie und nicht ein aktuel - les Denkwahrnehmen sind das, was ich meistens zur Entscheidungs- oder Handlungsgrundlage nehme. Dass Vorstellungen subjektiv sind und wir Menschen zu 99% nur mit ih - nen am händeln sind, ist einer der Hauptgründe dafür, warum bis heute die Meinung vorherrscht, das Denken und das Erkennen sei subjektiv. Die Vertreter dieser Anschauung unterscheiden also nicht zwischen Vor- stellung, Denken und Erkenntnis. Das, was ich mir aus Vorstellungen zu- sammenbastele, kann für den Alltag sehr nützlich sein, doch mit Erkennt - nis der Wirklichkeit hat es oft wenig oder gar nichts zu tun. An jeder erstgemachten Vorstellung war jedoch Erkenntnis beteiligt. Doch wenn dann anschliessend, sowohl zeitlich wie auch räumlich, die gewon - nene Vorstellung erinnert und mit anderen kombiniert und eingesetzt wird, muss es sich dabei gar nicht um einen Erkenntnisakt handeln, son- dern es ist meistens sogar nur eine Schlussfolgerung, eine Hypothese, ein Vorurteil eine Assoziation usw. - so sind viele meiner Identifikationen bloße Vorstellungen! Bin ich mir jedoch darüber klar, dass ich meistens nur mit Vorstellungen subjektiven Charakters hantiere, weiß ich auch, dass ich einerseits nicht allzuviel darauf zu geben habe. Ich weiß, hier muss es Verständigungspro- bleme geben. Deswegen werde ich erst gar nicht versucht sein, weder meine Vorstellungen noch die des anderen als die allein gültigen aufzu - fassen, sondern ich fasse sie auf, als die individuellen Boten, welche mich zu etwas führen können, was neu und umfassender ist, als das, was jeder Ich Buch 91 von den Vorstellungsträgern bislang kannte. Und das ist die andere Seite: die Vorstellungen des anderen führen dann dazu, dass ich meine eigenen überdenke. Bleibe ich nur auf der Vorstellungsebene haften, dann wird ein tieferes Verstehen unmöglich, und ich behindere mich selbst am Aus - bau meines Erkenntnishorizontes. Also eine Arbeit des Iches ist es Vorstellungen, ob meine eigenen oder die des anderen, zu zulassen, nicht zu bekämpfen, aber auch nicht nur zu adaptieren, sondern durch Aufmerksamkeit und entgegengebrachtes In- teresse das in Erscheinung zu bringen, was sich an Tieferem durch diese Vorstellungen ankündigen mag. Lerne ich mein Vorstellungsleben besser kennen, erkenne ich, dass es sein eigenes Leben führt: ich kann oft nicht willkürlich aus dem Arsenal meiner Vorstellungen benötigte oder gewünschte Vorstellungen hervor- holen. Die Unfähigkeit nach Belieben sich aus diesem Arsenal bedienen zu können heisst auch Vergesslichkeit. Umgekehrt kann ich beobachten, dass zum Beispiel beim Anblick eines Fotos immer ganz bestimmte Vor - stellungen automatisch hervorkommen, sodass, wenn ich sie nicht haben will, ich schnell nach anderen Bewusstseinsinhalten/Ablenkungen suchen muss. Vorstellungen haben also ein Eigenleben und es ist gut das wahrzuneh - men, sich somit von »eigenen« Vorstellungen distanzieren zu können. Durch eine solche Ich-tätigkeit gelange ich zu einer wohlwollenden und guttuenden Gelassenheit, statt dem Vorstellungs-Hick-Hack des Verstan- des zu unterliegen, welcher unfähig ist, wirkliche Beziehungen aufzubau- en. Er schafft »Beziehungsrepräsentanten«, eben Identifikationen und sorgt für jede Menge Diskrepanzen zur Realität und damit für Stress! Indem ich also meinen Erkenntnisorganismus erfahre, werde ich neben - bei auch konfliktfähiger! Zusammenfassung: aufgrund zeitlich-räumlicher Abhängigkeiten und wegen der individuellen Körperorganisation eines Menschen sind Vor- stellungen subjektiv und es muss hier von individuellen Erkenntnis - schranken gesprochen werden. Andererseits beobachte ich in mir die Denktätigkeit als etwas Universelles (der Begriff des Dreiecks kann von jedem Menschen gedacht werden und tut jeder das umfassend, sind alle Bewusstseine, die den Dreiecksbegriff denken auch in dem Moment identisch), welches jen- seits von Subjekt und Objekt steht und von dem ich sagen muss: dass, was heute noch nicht erkannt ist, kann es morgen werden - von generellen Er- kenntnisgrenzen kann also nicht die Rede sein. Hier kann mir keiner ein X 92 Wie geschieht Erkenntnis?* für ein U vormachen – ich habe in mir selbst den Beweis erbracht, dass menschliche Erkenntnis Wirklichkeit erfasst, und das habe ich durch mei - ne eigene Beobachtung und mittels meines eigenen Denkens erleben kön- nen. Ob Gegenständliches, Gefühle, Gedanken oder meinetwegen auch Über- sinnliches, alles tritt zunächst als Wahrnehmung in meinem Bewusstsein auf. Dann kann mit Hilfe der Denktätigkeit ein Zusammenhang, eine Er - kenntnis darüber für mein Erdenleben gewonnen werden. Ich habe mei- ner Denktätigkeit gegenüber volles Vertrauen gewinnen können, gründe mich so in meinem Ich und bin weitaus weniger anfällig gegenüber Fremdbestimmungen. Ich habe in meinem Erkenntnisorganismus also tatsächlich die Basis zur Freiheit gegeben: das Erkennen der Ursachen meines Handelns, ohne dass ja der Gedanke an die Freiheit eine bloße Illusion darstellen würde. Auf dem Weg zum Geist Intuition und Ich – Geistiges ist unvorstellbar ... Was Freude ist, kann ich keinem zum Erlebnis werden lassen, indem ich beispielsweise sage: sie ist das Gegenteil von Leid. Intuition ist das Gegenteil vom Denken, welches sich auf Wahrnehmun- gen stützt oder: Intuition ist das im rein Geistigen verlaufende Erlebnis eines rein geistigen Inhalts. Das sind jedoch Definitionen, die zum Erle - ben meist nichts beitragen, höchstens einen Aufmerksamkeitsfokus bilden können. Erinnern Sie sich an die Ich-Wahrnehmungs-Übungen: Eine Ich-Wahr- nehmung ist schwer zu fassen, da ich, wenn ich das Ich erleben will, alle Vorstellungen beiseite schaffen muss. Und was dann übrig bleibt, ist fast so etwas wie eine Leere, aus der aber dann doch eine gegenwärtige Ich- Empfindung, wie ein stiller Ton aufsteigen kann. Diese Ich-Empfindung ist etwas rein Geistiges. Ich spüre also, wie schwer es ist, rein Geistiges, eben z.B. mein Ich, zu erleben. Aufgrund der gegenwärtigen Unart von Begriffsverwirrungen, wird all - zu oft Intuiton mit Instinkt gleichgesetzt. Instinkt bezeichnet aber eine zielgerichtete Handlung, die sich als Reaktion auf eine eingetretene Wahr - nehmung einstellt und dem Schutz der Körperfunktionen bzw. Lebenser - haltung des Körpers dient: Fluchtverhalten bei Feuer, Paarungsverhalten usw. Instinkt ist also immer körper- und wahrnehmungsbezogenes Pro - gramm, Motor einer Handlungskette. Ich Buch 93 Dagegen ist Intuition immer rein geistiger »Natur«, sie ist nicht durch Wahrnehmungen definiert. Daher ist sie unvorstellbar. Erinnern Sie sich einmal an das Lächeln eines lieben Menschen oder an einen sehr schönen Urlaubstag/-erlebnis. Bei einem gesunden Menschen funktioniert das und es wird sich auch nach einer gewissen Einstim - mungszeit etwas von dieser Stimmung in ihm einstellen. Erinnern Sie sich an eine großartige Intuition! Können Sie das? Was pas - siert? Gar nichts, was mit der Intuition direkt zu tun hat. Ich kann mich daran erinnern, dass eine Intuition da war und was ihr folgte usw. Aber das In- tuitions- oder Ich-Erlebnis selbst, lässt sich als Erinnerung nicht wider - spiegeln (Sein ist, Spiegel ist erstorbenes Sein). Nehmen Sie die kleine Rechenaufgabe von vorhin (Seite 83) welche als Ergebnis die Zahl 15 hatte. Während Sie im Denken waren, machte es plötzlich »Klick« und Sie wussten, dass Sie wissen, wie die Aufgabe zu lö - sen ist bzw. wussten das Ergebnis. In diesem winzigen Moment, der zeit - lich garnicht einzuordnen ist, war Intuition. Sie waren in diesem »Mo - ment« eins. Es gibt Menschen für die ein solches Intuitionserlebnis eine Freude dar - stellt, welche sie sich aufgrund von Knobelaufgaben* durch ihr Denken bescheren wollen. Aufgabe: Verbinden Sie die 9 Punkte mit nur vier nicht voneinander ab- gesetzten, geraden Strecken. • • • • • • • • • Achten Sie einmal darauf, wie das ist, wenn Sie die Lösung finden. Sie haben diese Lösung intuiert. Eine Maschine hingegen kann nur eine Regel anwenden, mit der sie zuvor von einem Menschen programmiert wurde. Danach kann sie rechnen und so Ergebnisse liefern. Sie können auch so beachtlich ist hier die stark anwachsende »Sudoku-Fan-Gemeinde« 94 Wie geschieht Erkenntnis?* wie eine Maschine arbeiten, das heisst nur den Verstand betätigen. Dann sitzen Sie natürlich sehr lange an dem Rätsel, da Sie ja immer nur nach »trial & error« vorgehen und das sehr langsam ist! Durch eine Intuition aber haben Sie unter Umständen schon direkt beim erstmaligen Anblick der Punktefigur die Lösung! Der Verstand nimmt immer nur die alten Vorstellungen zu Rate und kombiniert. Vorstellungen sind wie Legobausteinchen, die ich grundsätz- lich immer wieder in meinem Bewusstsein besuchen gehen kann (Erin- nern), sie sind Endprodukte. Maschinen (Rechner) können nahezu mit Lichtgeschwindigkeit kombinieren und sind so dem menschlichen Ver- stand, der nicht so stringent arbeitet, überlegen. Intuition jedoch ist Geist, und der ist unvergleichlich »schneller« als Lichtgeschwindigkeit (=Materie). Das Geistige bewegt sich ausserhalb von Zeit- und Raumdimensionen und ist deswegen unvorstellbar. Versuchen Sie Ihre Intuition wieder zu besuchen, die Sie hatten, als Sie die Knobelaufgabe vorhin lösten. Sie müssten dazu die Lösung vergessen und die ganze Suchaktivität wieder von neuem aufbringen! Das ist es: wenn ich im Geistigen etwas erfassen oder erfahren will, muss ich jedesmal wieder neu hingehen. Hier muss tatsächlich das Rad immer wieder auf´s Neue erfunden werden. Das ist schon etwas frustrierend, denn aus der materiellen Welt bin ich es so gewohnt: wenn ich einmal etwas gebaut oder an Vorstellungen ge- wonnen habe, ist das ja dann immer wieder für mich recht schnell griffbe - reit. Im Geistigen jedoch muss ich jedesmal das »Haus« neu bauen, wenn ich in ihm sein will. Anderes Bild: ich muss in den Fluss des Seins gehen, will ich im Sein sein - es kann keine Fotografie vom Fluss geben (sonst müßte das Wasser aus ihr laufen). Die Erfassung des Geistigen verlangt also diese ständige Aufmerk - sam-keitsenergie, jedoch ohne Vorstellungsinhalt – sonst wäre ich ja wie - der im Verstand, in den Spiegelbildern! Wo kommt nun diese reine Aufmerksamkeits-Energie her? Das ist Ich- Energie und jetzt wird begreiflich: weil das Ich selbst etwas Geistiges ist, kann ich es deshalb nur durch Ich-Aktivität, durch diese Aufmerksam - keits-Energie wahrnehmen, die wiederum aus ihm selbst fliesst. So ist das Ich tatsächlich ein Selbsterreger, ein Autotransformationsprinzip, quasi ein »perpetuum mobile« – und damit ein Paradoxon für den Verstand (die Idee des »perpetuum mobile« muss dem Menschen kommen, da er dieses Prinzip aus dem Geistigen kennt - aber es kann nicht in die Materie umgesetzt werden!) . Ich Buch 95 Das Ich muss ein Selbsterreger sein, wenn es Freiheit geben soll: alles, was ich nicht selbst errege, ist fremderregt und in allem, was durch uner - kannte Fremderregung geschieht, bin ich fremdbestimmt, also alles ande - re als frei. Eine menschengemäße Pädagogik setzt genau bei der Selbsterregungs- möglichkeit der Individualität an, sie will den Anstoß liefern zur Selbster - regung. Ich kann mir einen Menschen vorstellen, bei dem das Ich nie er - regt wurde und der deswegen auch keine Ich-Wahrnehmung hat. Das Kaspar Hauser 374 Verbrechen stellt den Versuch dar, einen Menschen (Kas- par Hauser) von allem Menschlichen abzuschotten, damit sein Ich nicht durch ein anderes Ich, also durch ein Du, in einen Selbstinduktionspro - zess kommen, also »ungeboren« bleiben sollte. Der Versuch Kaspar Hau- ser als »Dummknecht« durch die Gegend laufen zu lassen scheiterte, denn er entdeckte sein Ich und wuchs, weshalb schliesslich seine Feinde ihn er - morden ließen. Wenn also Verhältnisse (psycho-soziale oder körperliche: Drogen, Verstüm- melung, Gentechnik) so eingerichtet werden, dass das Menschen-Ich gar nicht mehr oder kaum erregt wird, dann muss es sich selbst vergessen und die Menschen werden ihr wahres Ich nicht mehr wahrnehmen kön- nen. Damit ist auch die Quelle der Intuition verlassen und das Bewusstsein der Menschen speist sich aus Fremdartigem, sie werden zu »Hüllen« für das Andere. Aus Intuitionen zu handeln, heißt immer: handeln, wie Ich will und nicht wie etwas will. Handeln wie ich will … das wirkt doch a-sozial ? Viele Menschen sind der Auffassung, die aus der Kant´schen Anschau- ung hervorgeht: »Handle so, dass die Grundsätze Deines Handelns für alle Menschen gelten können!« oder umgekehrt: »füge keinem das zu, was Du Dir selbst nicht zufügen willst!«. Dies ist Verstandesart, denn er will seiner Art gemäß einen äußerlichen Maßstab haben nach dem sich der Einzelne ausrichten kann und seine Handlungen daran bemessen werden können (z.B. Menschenrechtskonven- tion). Damit ist in der Realität nichts gewonnen – im Gegenteil: in dem In- ter-essengruppen so tun, als könnte es eine allgemeine Regel geben, wer - den die Menschen auf diese Regel und nicht auf sich selbst verwiesen. 96 Wie geschieht Erkenntnis?* Weil die Regel - das ist: ein allgemeines von Menschen gemachtes Gedan- kenkonstrukt - und nicht das Individuum im Zentrum steht, wirken Re - geln im Sozialen verantwortungsauslöschend. Was im individuellen Fall zu tun das Richtige ist, kann jedoch niemals aus einer Regel abgeleitet werden, sondern bedarf einer Erkenntnis, wel - che mittels Intuition gewonnen wird. Intuition fliesst wiederum nur für und durch das Ich. Zur Verdeutlichung das Gebot: »Achte die Menschenwürde«. Wie kann eine solche Regel überhaupt wirksam werden? Sie setzt voraus, dass der Anwender der Regel »Menschenwürde« diese definieren kann. Da gibt es das Problem der sehr verschiedenen Definitionsmöglichkei - ten. Es entsteht zwangsläufig die Frage: worauf sollen »wir« uns einigen und: grenzen »wir« durch eine Auswahl nicht das aus, was für andere aber von Bedeutung ist – stellt das dann nicht wiederum eine Missach- tung der Würde derjenigen dar, deren Empfindungen ausgegrenzt wur - den? Verallgemeinern bedeutet immer Ausgrenzung eines oder mehrerer Ein - zelfälle. Wird das Verallgemeinerungsprinzip in das soziale Leben einge - führt, dann muss der Beobachter dieser Prozesse feststellen, dass nicht ein Handeln aus dem Ich heraus, sondern Verallgemeinerungen a-sozial wirken! Es ist also genau umgekehrt, wie »man« uns glauben machen will. Zur weiteren Verdeutlichung: Angenommen, es gibt eine Menschenwür- de-Definition mit der alle zufrieden sind und angenommen, jedem Men- schen wäre diese Defninition auch bekannt (das ist die Voraussetzung damit eine Regel überhaupt im Handeln angewandt werden kann). Jetzt der konkrete Fall: es ist Winter, Sie sind in einer Fussgängerzone unterwegs, sehen einen Bettler, der auf kaltem Boden sitzt, erbärmlich aussieht und offensichtlich friert. Wie handeln Sie in diesem konkreten Fall im Sinne der Achtung der Menschenwürde ? Dazu müssen Sie eine Beziehung herstellen zwischen der konkreten Situation, sich selbst und ei - ner entsprechend anstehenden Handlung. Die Art und Weise, wie das dann aussehen wird, resultiert aus ihrem Denken, Empfinden und den Vorstellungen, die Sie sich in dieser konkreten Situation machen. Mu- hammad Yunus begegnete eines Tages einer sehr, sehr armen Frau. Er ging nicht vorbei, sondern unternahm etwas auf Grundlage seiner Intuiti - on: schliesslich gründete er aus dieser Begegnung heraus die »Grameen«- Bank*. Ich Buch 97 Um also die Regel: »Achtung der Menschenwürde« anwenden zu kön- nen, bedarf es in der konkreten Situation der Erkenntnis: Wie jetzt und wie ich? Mit anderen Worten: Ihre Handlung muss letztlich doch aus Ihren Er - kenntnissen fliessen und kann sich gar nicht direkt aus der Regel ableiten! Sie wären also zumindest, was die Ausführung anbetrifft, doch auf ihr Ich gestellt! Nun, wie reagieren aber hierzulande mindestens 98 % der Menschen in der oben geschilderten Situation? Sie laufen an dem Bettler vorüber, ob- wohl sie damit der Menschenwürde dieses Menschen auch nicht das Ge- ringste entgegenbracht haben. Wer aber würde von sich sagen, er achte die Menschenwürde nicht? Warum laufen die Menschen vorbei? - Weil alles geregelt (!) ist - es wird sich schon jemand (Sozialhilfestation etc.) um den da kümmern! Oder ich sage mir: wenn der vor sich selbst keine Achtung, keine Würde mehr hat, was soll´s mich dann kümmern?! – ein Opfer der Gesellschaft usw ... Wenn ein Mensch wirklich aus Regeln heraus handeln wollte, müsste eine entsprechende Regel ihm in jedem konkreten Fall genau sagen können, wie er zu handeln habe. Gewisse Interessengruppen in Deutschland scheinen erkannt zu haben, dass, wenn »man« regeln will, dann auch jedes Detail regeln muss. So ent- stehen ständig neue Gesetze, z.B. werden 70% der weltweiten Steuer - fachliteratur in Deutschland produziert. Unter Reformen verstehen diese Interessengruppen weitere, noch kompliziertere Regelungen, meistens auf Kosten der Mittel- oder Unterschicht. Der Reglementierungsdschungel wirkt, wie jeder von uns zu spüren bekommt, kontraproduktiv. Regeln müssten also Vorgangsbeschreibungen sein, nach denen ich mein Handeln dann automatenhaft ausrichten könnte. Es gibt in Wirklichkeit aber nur eine Gruppe von Regelungen, die so praktiziert werden und auch einen Sinn ergeben: Bedienungsanleitungen und Verkehrsregeln. Sie bieten eine Begrifflichkeit zu einer Technologie oder Handhabung. Das funktioniert. Eine Begrifflichkeit im Sinne von Regelungen für das soziale Leben anzugeben ist aber, wie nur an obigem Beispiel schon verdeutlicht, völlig unsachgemäß. Denn im sozialen Leben kommt es auf die konkrete Situation an, und die ist immer individuell verschieden und verlangt nach individuellen Lösungen – d.i. nach Erkenntnis – und diese geschieht nun einmal nur aus dem Ich heraus mittels Intuition. Je weiter ich vom Ich wegkomme um so intuitionsloser, um so »a-sozialer« werden die Verhält- nisse! 98 Wie geschieht Erkenntnis?* Die Ich-Wahrnehmung ist ein zarter und willentlicher Prozess der Auf- merksamkeit. Viel einfacher und »sicherer« ist es, sich nach Regeln auszu - richten. Aber das ist eine Illusion, denn ich bin es schließlich, der jetzt in einer konkreten, einmaligen Situation zu handeln oder nicht zu handeln hat. Regeln führen zum sozialen Verfall. Je mehr Verfall, um so mehr Re - gelungen usw. Diesen Kreis kann ich nur durchbrechen, indem ich wie - der bei mir selbst lande: handeln aus dem Ich, aus Erkenntnis, d.i. Han - deln aus eigener Verantwortung. Nur auf dieser Grundlage lässt sich heute ein soziales Zusammenleben und Frieden erhoffen. Nun macht ein Mensch den Einwand: wenn jeder nur aus seinem Ich heraus handeln würde, hätten wir Anarchie – da jeder nur auf seinen Ei - gennutz fixiert ist, aber das Prinzip von Adam Smith (die Egoismen schlei- fen sich gegenseitig ab), wie die Erfahrung zeigt, nicht funktioniert, bleibt den Menschen also gar nichts anderes übrig, als doch gewisse Regeln auf - zustellen und zu beachten! Wenn dieser Mensch das Prinzip Eigenverantwortung abspricht, kann er es auch nicht üben. Übt er es nicht, wird Eigenverantwortung auch keine Bedeutung erlangen, d.h. sie existiert nicht und zwar deswegen, weil die - ser Mensch sie nicht existieren lassen will. Dabei übersieht er, dass es sei - ne Entscheidung war, sie nicht existieren zu lassen. Für einen solchen Vertreter ist die aus subjektiver Verneinung erfolgte Nichtexistenz der Ei - genverantwortung der objektive Beweis für das Nichtexistieren von Ei- genverantwortung! Weitaus bedauerlicher für diesen Menschen ist, dass er von seinem Ich wohl kaum etwas erfahren hat und deswegen natürlich auch gar nicht in der Lage ist, Verantwortung (was er unter Verantwortung versteht ist nur Verpflichtung) zu übernehmen. Weil er es selbst nicht kann, spricht er es generell ab – oder er muss sich seine Unfähigkeit eingeste - hen, und das empfindet er nicht als besonders »sexy«. Es gibt Menschen, die kaum oder keine Selbstverantwortung überneh - men können (Kinder, Kranke, Alte, andere Bewusstseinsstufen etc.). Für diese kann ich mich liebevoll einsetzen, indem ich ihrer Förderung gerecht wer - de durch Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen oder Regelun - gen. Der Quell und das Ziel dieser Regelungen ist jedoch Intuition! Schaue ich noch einmal auf das, was Intuition ist, dann werde ich erken - nen, dass nur aus diesem Quell soziale Handlungen zu erhoffen sind: Die Wirklichkeit ist ein Ganzes, ein sich stetig ändernder Organismus aus vielen verschiedenen Teilen. Nichts existiert darin nur für sich. Ein je - des trägt in sich eine Verbindung, eine Beziehung zu einem andern Teil, Ich Buch 99 es ist ein gigantisches, wunderbares Netzwerk von Verflechtungen, Ver - knüpfungen, welche aber nicht statisch sind, sondern in Bewegung und Veränderung. In diesem Gesamtkosmos drinnen steht jeder einzelne als Ich für sich selbst, mit seinen individuellen Beziehungen, Zeiten und Räu - men. Von meinem Wachbewusstsein aus gesehen stehe ich nicht im Zentrum der Welt, kann diese nicht überblicken, sondern jeder für sich wandelt als ein Peripheriepunkt auf dieser umher. Im Wachbewusstsein spaltet sich das Wirklichkeitsnetz auf in die Einzel - heiten, welche sich auf dem Boden meiner Subjektivität als Wahrneh - mungen für die Sinne ergeben. Wie ich an mir beobachte, intuiere ich mit - tels des Denkens dann die entsprechenden Begriffe zu den Einzelerschei- nungen (Wahrnehmungen) und habe so dieselben in ihrer Vereinzelung aufgehoben bzw. sie in ihren Gesamtzusammenhang eingebettet und bin damit wieder bei der Wirklichkeit angelangt. Dies tut jeder Mensch von seinem subjektiven Standort aus (Zeit und Raum), jedoch mit dem univer- sellen, jenseits von Subjekt und Objekt stehendem in Intuition getauchten Denken*. Hiermit ist gezeigt: jeder Mensch wurzelt durch Denken und Intuition in der Wirklichkeit, in diesem gigantischen Netzwerk von Zusammenhän - gen und Wirksamkeiten. Aus diesem »Pool« zieht er seine Informatio - nen/Erkenntnisse – und das tut jeder Mensch ausgehend von seinem indivi- duellen Standpunkt aber als Teilhaber des Gesamts! Betätigt sich also jeder Mensch seines in Intuition getauchten Denkens, dann ist jeder Mensch quasi ein Fenster, eine Prismafläche, in der ein Teil der Wirklichkeit präsent ist. Da aber jeder aus dem Gleichen, aus den gleichen »goldenen Eimern« der Wirklichkeit schöpft, repräsentiert jeder einen Aspekt, der zu den an - deren passen muss, weil sie ja aus dem gleichen Gesamt kommen, in dem sie alle zueinander und ineinander in Beziehung stehen! Ein Mensch also, der mittels der Beobachtung seines Denkens dies er - fährt, weiß ganz genau: jeder Mensch, der aus Intuition handelt, handelt völlig individuell aus seinem Ich, aus seinem Willen, und er handelt aber gleichzeitig als vom Ganzen befruchteter Teil! Auch wenn ich seine Handlung im Moment evtl. selber nicht nachvollziehen kann, werde ich sie anerkennen, da sie aus seiner Intuition, aus seinem Ich erflossen ist Denken und Intuition werden zusammen genannt, um vom Verstandesdenken abzugrenzen 100 Wie geschieht Erkenntnis?* und sie deswegen in demselben Weltenzusammenhang drinsteht, in dem Ich stehe. Dieses im Ich-Stehen des Anderen ist eine Seinsqualität, die ausstrahlt und die ich als Ich-Energie wahrnehmen kann. Wenn das Wachbewusst - sein sich selbst mit seiner Ich-Energie befruchtet hat (das Ich ist ein echter Münchhausen, der sich selbst am Schopf packt und in die Klarheit zieht) , dann hat es einen Sinn für diese Energie (Unterschied: Ich und Ego bzw. Intuition und Verstand). Denn auch hier gilt: Ähnliches kann nur mit Ähnlichem wahrgenommen werden. Je komplexer Ich werde, um so ähnlicher bin ich mit anderem, kann es wahrnehmen und achten. Das Denken aus Intuition macht mich »komplexer«, es ist der Prozess: »Ich wird All« (im Übrigen kann aus diesem Potenzial auch die krankhafte Variante des „Größenwahns“ ent - stehen). Je mehr ich also aus meinem Ich handele, um so »passender« oder men- schen- und wirklichkeitsgemäßer werden die Verhältnisse im Sozialen hier auf der Erde. Regelungen stammen bestenfalls aus intuitivem Denken und können sich letzlich nur auf diesen Moment beziehen, in dem und für den sie ge- schaffen wurden. Das Leben (das Sein) fließt jedoch weiter und verändert die Verhältnisse. Gesetze sind also bestenfalls eingefrorene Intuitionen, welche im Feuer der Geistes-Gegenwart aufgetaut und evtl. sogar verwor - fen werden müssen. Das Handeln des Einzelnen aufgrund von Intuition wird Gesetze freiwil - lig anerkennen, insofern sie mit seinen Intuitionen übereinstimmen. Er kann es jedoch nicht gelten lassen, sein Handeln nach Regeln auszurich - ten, wenn dieses Handeln der aus seiner Intuition zu fließenden Hand - lung entgegensteht, denn er weiß, nur seine eigene Handlung, die aus In- tuition, hat eine Chance die Wirklichkeit und die Verträglichkeit mit der Wirklichkeit herzustellen und lebendige, soziale Verhältnisse zu schaffen. Die Anerkennung und Achtung der Menschen zueinander kann nur durch die Ich-Tätigkeit folgen aus der wirklich soziale Zustände geschaffen wer - den. Das Vordringlichste, was demnach in einem modernen Staat zu tun ist, ist die Unterstützung der Individualität, dass diese sich selbst mehr und mehr bewusst werden kann. Dies kann in einem Staat unter Umständen auch dadurch geschehen, dass die Handlungsweisen der Regierenden ins genaue Gegenteil davon ausgerichtet sind – der »Staat« tritt so als Antipode des Volkes auf, um ein Aufrütteln und eine Initiative gegen ihn und für das Ich zu bewirken. Ich Buch 101 In einem solchen Fall würden die Regierenden zunehmend schlechtere und unpassendere Regelungen treffen, die das Ich des Einzelnen »verlet- zen«, um dadurch dem Ich, dem Individualgeist, die Chance des Aufwa - chens zu geben. Dieser »Staat« würde sich an einer sehr stark normativen Ausrichtung, einer hochgezüchtete Bürokratie zur Erstellung und Auf- rechterhaltung von Reglementierungen und einem ausgefeilten Nachrich - ten-Kontrollnetz zur Einhaltung derselben outen. Er entfernt sich immer mehr von den konkreten Einzelfällen und seine Unfähigkeit auf Verände- rungen einzugehen, wird er wieder mit neuen Reglementierungen und Kontrollversuchen zu verdrängen suchen. Aufgrund seiner Fehlfunktion werden die a-sozialen Zustände zunehmen. So drängt er das Volk zur Entscheidung, entweder selbst zu regieren oder sich selbst in einer Art Bürgerkrieg zu zerfleischen. Die Macher eines solchen Staates werden na - türlich, um an der Organistionsspitze bleiben zu können, die zweite Vari - ante wählen: Chaos im Volk, dass sich selbst schwächen soll. Ein solcher Staat ist z.B. auch daran erkennbar, dass er alle Regelungen, die dem Volk eine Stimme, eine gewisse Kontrollfunktion ihm gegenüber geben wür- den, durch allerlei Vorwände abwiegelt. Eine Volksabstimmung auf Bun - desebene, ein Mitspracherecht des Volkes über Verwendung der finanzi - ellen Mittel, die es dem Staat gibt, wird er vehement zu unterbinden su- chen. Die Staatsmacher jedoch, die sich des Ich bewusst sind und dafür dienen wollen, können sich nichts Besseres wünschen, als die Motivation der Mitbürger zur Eigeninitiative und zum aktiven Mitregieren. Sie wis - sen, dass aufgrund solcher offenen, spontanen Strukturen Intuitionen ge - fördert werden, die schließlich das Kapital eines Staates und der Gesell - schaft sind - aus denen jede Art von Innovationen hervorgehen als Vor - aussetzung für eine moderne Wirtschaft, wie auch für ein sich selbst er - haltendes Sozialwesen, sowie umweltgerechte Entwicklungen ... 102 Wie geschieht Erkenntnis?* Zusammenfassung Die Ich-Wahrnehmung ist eine sehr feine, welche nur durch reine Auf - merksamkeit erlebt werden kann, da sie sich der üblichen Sinnen-Vorstel - lungswelt entzieht. So konnte ich an der Ich-Wahrnehmung erkennen, wie schwer es fällt, geistige Entitäten wahrzunehmen. Die »Schlüpfrigkeit« und Nichtvorstellbarkeit des Geistigen führt zur Abwertung und Abwendung, ja zur Angst vor diesem Gebiet, welches sich nicht archivieren, nicht abspiegeln lässt und daher in den Medien verleugnet wird: das Ich darf nicht aus sich selbst existieren, was nur ein Geistiges kann, sondern es muss materieller Herkunft, ein »Gemachtes« sein. Ist es eine Funktion der Materie, ist es durch sie bedingt und nicht das Ursächliche, dann kann es sich auch selbst nicht erkennen. Ein Erken- nen der Wirklichkeit ist höchstens wahrscheinlich im Sinne einer Annähe - rung an die Wirklichkeit (siehe Konstruktivismus). Doch durch Selbstbeobachtung konnte ich erfahren, wie menschliche Er - kenntnis geschieht, und dass von generellen Erkenntnisschranken gar kei - ne Rede sein kann. Nehme ich das Denken in seiner Art wahr, erkenne ich die Tätigkeit desselben als jenseits von Subjekt und Objekt stehende. An mir konnte ich beobachten, was Intuition ist, und ich klärte mich darüber auf, was Vorstellungen sind, und dass sie ein Eigenleben in mir führen. Schließlich konnte mir ausgehend von der intuitiven Erkenntnismöglich - keit klarwerden, dass Frieden und soziale Gerechtigkeit nur aufgrund von Intuitionen geschaffen werden kann und da der Träger der Intuitionen immer die einzelne Individualität, der einzelne Mensch ist, ein moderner, menschengemäßer Staat die Individualität als Basis seines ganzen Han- delns und Trachtens haben muss. Im historischen Rückblick* wurde gezeigt, dass das Umgekehrte, näm- lich die Ent-Ichung zugunsten einer Gesamtidee (=Ideologie) in schreckli- ches Chaos und unsägliches Leid führt. Der Weg aus dem Leid führt zum Ich, wird er nicht gegangen, entsteht neues Leid. Nachdem jetzt die Grundlagen geschaffen sind, über die Vollwertigkeit menschlicher Erkenntnis, über die Möglichkeit einer Ich- und damit auch Geist-Erkenntnis, macht es Sinn, sich dem konkreten menschlichen Leben zuzuwenden, zu beobachten, wie die Entwicklung des Iches da hinein - spielt und möglich wird.Das Instrumentarium des Ich Ich Buch 103 Das Instrumentarium des ICH Ein Gitarrenspieler entdeckt sich als solchen durch Hören oder Spielen von Gitarrensaiten. Er beginnt das Instrument zu lernen, fängt an, virtuos auf den Saiten zu spielen, ruft Melodien ins Hörbare, von denen andere Menschen bezaubert sind. Er bekommt Erfolg. Sein Leben widmet er ganz diesem Instrument. »Ich bin Gitarrenspieler« würde er zu sich selbst sa- gen. Sein Ich identifiziert er mit Gitarrespielen – mit dem Instrumentari - um. In dem Kapitel »Identifikationen« - denken Sie an ihr »Double« (siehe Seite 51) - konnten Sie an sich selbst feststellen, dass ihr Ich sich immer (genauer gesagt ist es ja nicht das Ich, sonderen die Seele!) mit irgendetwas identifizieren muss, weil die reine Ich-Wahrnehmung, die Wahrnehmung des Geistes, so schwach ist oder so schwer fällt. Deswegen identifiziere ich mich mit dem Instrumentarium des Ich bzw. mit dem Double. So wie oben der Gitarrenspieler sagt: »Ich (mein Ich ist) bin Gitarrenspieler«, so ist jeder Mensch »Seelenspieler«. Er kennt sein Ich nur durch das Spiel der Seele. In diesem Spiel vergisst sich das Ich. Ich ist Seele geworden. Es ist sich selbst als übergeordnete und organisierende Instanz des Ganzen noch nicht bewusst. In gewisser Hinsicht ist das Ich ein verzauberter Regent, ein wachzuküssender* Gigant, der schlaftrunken im Gewand eines Zwerges dahertappt und dort im Sinne von: »Am An- stoß erwache« - seine Lernprozesse durchzumachen hat... Im Tiefschlaf kann ich von meinem Ich gar nichts mehr ausssagen aus- ser, dass ich eben garnichts fühle, spüre und weiß. Das Ich scheint also im Schlaf ein Großteil seines Instrumentariums verlassen zu haben ... (Sie können von sich kein »Nacht-double« bilden!) Wenn »ich« schlafe, ist das Ich ja nicht weg – es muss einen anderen Tä - tigkeitsbereich gefunden haben - bzw. ist nur die Verknüpfung zu mei- nem Körper, mit der das Ich das Wachbewusstsein als Ich-Vorstellung bil - det, temporär aufgelöst. Wenn ich tagsüber mein totales Ich ganz klar ha- ben könnte, dann wüsste ich (im Tagesbewusstsein) auch, was Ich nachts mache, ja, ich könnte mich sogar als Ewiges vor und nach der ( den) Ge- burten erleben! Allein die Tatsache, dass »ich« im Schlaf kein Ich-bewusstsein habe und »ich« mich dennoch am nächsten Tag als dieselbe Person fühle, die Konti - Das unentdeckte Potenzial wachküssen: Froschkönig, Dornröschen u.a. 104 Das Instrumentarium des ICH nuität der Erinnerungen gewahrt bleibt und über Nacht Fähigkeiten ge - wachsen sind, legt doch nahe, dass das Ich nachts offensichtlich anders beschäftigt ist, als tagsüber im Wachbewusstseinszustand (ist das Ich an- ders beschäftigt, drückt sich dies auch im Gehirnstoffwechsel aus - diese Tatsache wird dazu benutzt, zu behaupten: der Gehirnstoffwechsel erzeuge das Ich ). Womit beschäftigt sich mein Ich tagsüber? 1. Gruppe: dingliche Gegenstände und mein eigener Körper 2. Gruppe: innere Körpervorgänge (Durst, Hunger, Geschlechtstrieb etc.), Lebensrhyth- mus, Lebenswille, Fortpflanzung, Wachstum, Ernährung 3. Gruppe: Gedanken, Gefühle, Empfindungen, Vorstellungen, Willensimpulse Alles, was ich im Wachbewusstseinszustand finden kann, lässt sich in obige Gruppen einordnen bzw. auch dazwischenfügen. So ist Durst und Hunger beispielsweise ein elementarer Körper/Lebensvorgang, der jedoch auch von Gefühlen begleitet oder durch sie bewusst gemacht wird. Man könnte Hunger/Durst also auch mit einem Anteil der dritten Gruppe zu - teilen. Übergänge sind demnach fließend vorhanden, dennoch können diese Gruppen als qualitativ unterschiedliche herausgeschält werden. Bezeichnungen für die Gruppen: • Die 1. Gruppe fusst auf dem Merkmal: Materie, Stoff – sie ist die Gruppe der physischen Körper. • Die 2. Gruppe beinhaltet die Merkmale, welche das Leben als solches charakterisieren: sie ist die Gruppe des Lebens und der Lebenskräfte. • Die 3. Gruppe zeigt alle seelischen Regungen auf: sie ist die Gruppe des Seelischen. Im Wachbewusstsein beschäftigt sich mein Ich also mit den drei Berei - chen: 1. Physische(r) Körper (Materie) 2. Lebenskräfte (Leben) 3. Seelisches (Denken, Fühlen, Wollen) Wenn ich in die mich umgebende Natur schaue, finde ich dort evtl. auch eine deutliche Widerspiegelung dieser drei Bereiche? Ich Buch 105 1. Es könnte eine Gruppe von Erscheinungen geben, welche die Charakte- ristika von Leben und Seele ausschließen und nur der Welt der physi- schen Körper angehören. Steine, alles Mineralische, also im Prinzip alle Elemente des Perioden- systems und deren Verbindungen bilden in der Tat eine solche Gruppe: das Mineralreich. 2. Die zweite Gruppe müsste das Leben, aber ohne das Seelische, als neue Beigabe repräsentieren. Und wirklich, auch eine solche Gruppe existiert: das Pflanzenreich. 3. Und zuletzt müsste es ein Gebiet geben, in dem erstmals konkrete seelische Äußerungen, ein fühlender Innenraum hinzukommt – und das ist das Tierreich! In welchem Gebiet wird sich nun die Seele erstmals selbst bewusst, leuch - tet selbstschöpfender Geist hinein, so dass eine innere Entwicklung stattfin - det, eine eigene Geschichtsgestalt, die Biografie, entsteht und schöpferisch völlig Neues in die Welt hineingestellt wird? 4. Das ist das Menschenreich: »Das Denken macht die Seele, mit der auch das Tier begabt ist, erst zum Geiste« (Hegel), bzw.: Der Geist macht die Seele, mit der auch das Tier begabt ist, erst zum Menschen. Während als Grundlage die Physis oder Materie (Mater/Mutter) da ist, kommt in einer ersten Erhöhung, dadurch dass das Leben in die »Mater« einzieht, als Sprießend-Sprossendes das Pflanzenreich hinzu, in einer wei - teren, dadurch dass das Seelische in die belebte Physis, in dieses Keimhafte einzieht, das Tierreich – und in einer dritten, dadurch dass der Geist sich im Individuum ausprägt und die Seele individualisiert, das Menschen- reich hinzu. 106 Das Instrumentarium des ICH Diese Viergliederung lässt sich durch weitere Aspekte sinnvoll ergänzen (siehe Tabelle) Gero- Dimen metr. Transport/ Bereiche Glieder Naturreich Ausdruck Element Kunst Wissenschaft sion Inter- Struktur pretation Sozialer Geisteswis- Menschen Intuition, reines Organis Wärme- Dim 0 Gesitiges Ich Feuer Punkt senschaft reich Denken mus impuls Mathematik (Polis) Vorstellungen Musik Leitung/ Gerade/ Psychologie Dim 1 Seelisches Seele Tierreich Programme Luft Gesang, Bahn Linie Etologie Verhaltensweisen Sprache (Nerven) Wachstum, Dim 2 Lebendiges Lebensleib Pflanzenreich Vermehrung, Wasser Malerei Fläche Menbran Biologie Vitalität Atome, Physischer Mineralreich/ Architekt Physik/ Dim 3 Physisches Molekular- Erde Raum Stoff Leib Materie ur Chemie verbindungen Anmerk.: Der Tanz malt mit dem Körper Musik und beeinflusst soziale Strukturen. Er könnte so- mit in allen vier Segmenten der Tabellenspalte »Kunst« angeführt werden 375 Zur Verdeutlichung der Analogien wird die erste Zeile von oben interpre - tiert: Das Geistige ist jenseits von Raum und Zeit, ist das Allgegenwärtige und das Nichts in Einem: Null-dimensional, geometrisch gesehen ein Punkt. Nur im Menschenreich ist es sich in der Physis selbst präsent und tritt im Individuum als Intuition bzw. reines Denken (kein Bezug auf Wahrneh- mungsinhalte) auf. Der Geist ist »das Schnellste«, ergreift und transfor - miert, schmilzt Altes zu Neuem um. Begeisterung ist feurig, das Ich ist »Geistes-Feuer«: »Ja, ich weiß, woher ich stamme: Ungesättigt gleich der Flamme glühe und verzehr ich mich. Licht wird alles, was ich fasse, Kohle, alles, was ich lasse - Flamme bin ich sicherlich.« (Friedrich Nietzsche) Was in der Kunst unsichtbar, nicht mehr festhaltbar und dennoch Teil und Ganzes ständig umfassend und sich gegenseitig strukturierend ist, das ist Individuum und Gesellschaft, das meint: Gestaltung des sozialen Lebens, welche nur aus der aktuell gegenwärtigen Situation, dem »Jetzt- Punkt«, menschengerecht geschaffen werden kann. Dies ist die höchste Kunst im Sinne von Wahrnehmung der Komplexität, Ich Buch 107 Organisations-Idee (=Immaterialität) und dem individuellen Handeln dar- aus, welches »Soziale Form« kreiert. Es ist mit den Worten von Joseph Beuys: die soziale Plastik als Gesamtkunstwerk! Versuchen Sie einmal für sich die Analogien in den anderen Zeilen zu beleben ... »Aufbauendes« und »Abbauendes« Ich Ich kann so im Prinzip zwei verschiedene Ichwirkungen feststellen: die eine, welche mit dem Alltagsbewusstsein gekoppelt ist und z.B. auch Stress verursacht, die also Körperenergien (Lebenskräfte) verbraucht, wes- wegen ich ermüde und schlafen muss – die andere Ich-Wirkung wäre demnach mehr diese, welche in der Nacht stattfindet und den Körper, die Lebenskräfte erfrischt. Diese zweite, aufbauende Ich-Wirkung kenne ich evtl. aber auch aus Tageszeiten, z.B. dann, wenn ich meditiere. Jeder Mensch, der ein wenig Erfahrung in Meditation, autogenem Training oder anderen Entspan- nungstechniken hat, kennt die Tatsache, dass er über sein Bewusstsein sei - nen Puls, die Atmung, aber auch Wärme ohne Körperbewegung im Kör - per bis zu einem gewissen Grad regulieren und so nicht nur mentale Ent - spannung sondern auch unmittelbare körperliche Entspannung bewirken kann. Damit kann in der Meditation etwas erreicht werden, was sonst nur im Schlaf geschieht. Durch Meditation kann sogar ein Teil des Nachtberei - ches in den Tag geholt werden und so wird nach und nach die starke Trennung zwischen Tag- und Nachtbereich aufgelöst, d.h. in ein Bewusst- seinskontinuum überschwingen – so dass der Meditierende weniger ech- ten Schlaf braucht. Die Tages-Ichwirkung unterscheidet sich von der Nacht-Ich-Wirkung dadurch, dass während des Schlafes die Sinnesempfindungen (nicht die Reize und Reizperzeption!) wie ausgeschaltet sind und durch diese Entsin- nung die Lebenskräfte, welche offensichtlich durch das Sinnesbewusst - sein am Tage verbraucht wurden, wieder erfrischt werden. So kann ich von einem Sinnes-Nerven-Ich (Tagesvariante), was stresst und von einem Nacht-Blut-Ich sprechen, was aufbauend wirkt. Als Polarität stellt sich überkreuz gegenüber: Nachts – Aufbau der Lebenskräfte, aber Todsituation für das Wachbe - wusstsein. Tagsüber – Abbau, »Abtöten« der Lebenskräfte durch die Sin - nes-Nerventätigkeit, aber Aufleben des Selbstbewusstseins. 108 Das Instrumentarium des ICH Diesen Sachverhalt in ein hier zwar ungewöhnlich anmutendes, aber an- sonsten sehr bekanntes Bild ausgedrückt: Der Nervenmensch ist der »Vampir«, welcher sich vom Blut des Nachtmenschen ernährt. Licht, Knoblauch und das Kreuz verdeutlichen Seinsbereiche, in die das Wachbewusstsein nicht eindringen kann: das Leben und die gigantische Weisheit darinnen, welche sich für unseren Tages-Nerven-Menschen ver- birgt. Die »Vampirattribute« wiederum entsprechen dem lebensauszeh- renden Nerven-Sinnesleben, dem Tages-Ich, das ja auch den Schauplatz von Begierde und Leidenschaft abgibt. So entstehen viele Fantasie- und Fabelwesen als Spiegelungen einer Wirklichkeit, welche nicht in der Sin - nenwelt aber in der Seelenwelt (die individuelle Seelenwelt ist nur ein kleiner Teil der gesamten Seelenwelt) zugegen ist. Tages-Ich: die Kräfte wirken mehr von der Erde (Zentrum) nach »außen«, Nacht-Ich: sie wirken mehr aus dem Kosmos (Umkreis) nach innen bzw. erdwärts. Im Tages-Wachbewusstsein erlebe ich mein Ich als Kern, als Persön - lich-keitsmittelpunkt, der an der Spitze auf den Sockeln von Seele, Le - bensleib und physischer Leib steht. Dieses Ich-Bewusstsein durchleuchtet dabei nur Anteile der drei unteren Glieder: nur manches aus dem Seelen-, noch weniger aus dem Lebens- und nahezu gar nichts aus dem Stoffbereich (ich habe keinen blassen Schim- mer davon, was im Stoffbereich aktuell geschieht, wenn ich meinen Arm bewege) kann ich mit dem normalen Tagesbewusstsein durchdringen. Ich kann mein Ich aber auch als Umkreiswesen auffassen, was also von außen nach Innen wirkt und dabei also die Gesamtheit der zu mir gehö- renden drei anderen Bereiche durchstrahlt. Dies veranschaulicht der Nachtbereich (kosmischer Aspekt). Es sind dies also zwei entgegengesetzte Kraftströme und je nach der Per - spektive des einen oder anderen kann die Viergliederung des Menschen in Ich – Seele – Lebensleib – physischer Leib so skizziert werden: Ich Buch 109 Die Durchdringung des oberen mit dem unteren Dreieck ergibt einen Sechsstern, den sogenannten »Judenstern«. Das Verhältnis des einen zum anderen kann ich mir auch so verständlich machen: am Tage benutze Ich als Werkzeuge das, was ich aus meiner Seele, dem Lebenleib und dem Stoff herausnehmen bzw. erblicken kann. In Handlungen stelle Ich also mit diesen Elementen etwas an. Dann, nach vollbrachtem Tagewerk, schlafe ich ein. Der Werkzeuggebrauch vom Tage wirkt nun in den Nacht - bereich, in dem nun die drei anderen Bereiche (Seele, Leben, Stoff) so bear- beitet werden, dass daraus für den nächsten Tag evtl. neue oder erweiter - te Werkzeuge zur Verfügung stehen können. Ich wache also auf, mache mich an die Tagesaufgaben heran. Jeder kennt die Erfahrung, dass er abends einmal mit Sorgen auf die Anforde - rungen des anstehenden Tages geblickt hat, ohne eine Lösung für die dort zu bewältigenden Probleme zu haben. Dann aber bricht der Tag an, Schritt für Schritt gehe ich dadurch und stelle fest, dass, was gestern noch ein nahezu unüberwindliches Problem darstellte, ich heute doch gut be- wältigen konnte. 110 Das Instrumentarium des ICH So ist oft die zündende Idee, die Lösung einer Aufgabe, wie übernacht gekommen und machte den Erfolg am nächsten Tage erst möglich ( Musi- ker werden dies besonders prägnant erleben: am nächsten Tag weiß plötzlich der Körper (»musizierende Finger«) mehr). Am Tage habe ich also »Werkzeuggebrauch« – Umgang mit Bestehen- dem – des nachts aber geschieht Gestaltung der Werkzeuge, so dass ich mit den umgestalteten Werkzeugen am nächsten Tag die entsprechenden Aufgaben ausführen kann: nachts Werkzeugmacher, tagsüber Werkzeug- benutzer. Macher und Benutzer sind aber eines, was sich nur in getrenn - ten Bewusstseinszuständen aufspaltet. Macher und Benutzer arbeiten Hand in Hand: wer tagsüber keine Werkzeugerfahrung macht, kann auch nachts keine Umgestaltungen vornehmen. Ich und Körper Es gibt keine zwei identische menschliche Körper. Ob Fingerabdruck, Iris oder andere individuelle biometrische Gesetzmäßigkeiten, z.B. auch der Gang eines Menschen bis hin zu den Körperzellen ein und desselben Körpers: er ist einmalig. Selbst eineiige Zwillinge unterscheiden sich in ihrem Körperbau, in den Körperrhythmen und in ihrem Gesundheitszu - stand. Diese Verschiedenheit der Körper innerhalb einer Art gibt es nur im Menschenreich. So wie jedes Ich eine Art für sich ist, liegt es nahe, die Ur - sache der Körper-Einmaligkeit auch in der Ich-Wirkung begründet zu se - hen. Dann ist der Körper physische Ausdrucksform des Ich und das Ich sein Architekt. Hier ist es hilfreich sich der im vorigen Abschnitt angedeuteten Tag- bzw. Nacht-Ich-Varianten zu erinnern. Mein Tages-Ich-Bewusstsein weiß nichts von dem Körperbau. Es ist mir auch nicht möglich zu machen: Arm wachse länger oder: Schmerz vergehe jetzt oder: Verletzung heile jetzt di - rekt oder: schlafe zwei Wochen nicht! Doch mag es Menschen geben, die sich schmerzlos Speere durch die Wangen stossen und deren Wunden innerhalb ein bis zwei Stunden ver- heilt sind. Es mag auch Menschen geben, die zum Leben nichts mehr es - sen müssen. (Der Autor hält dies durchaus für möglich, will aber hier keine Spekulationen Ich Buch 111 darüber anstellen, denn er selbst verfügt nicht über solche Wahrnehmungen oder Erfahrungen.) Jedenfalls kann ich von meinem Wachbewusstseinszustand aus nicht un- mittelbar erleben, dass Ich der Architekt meines Körpers bin. Aber aus der Tatsache des Schlafes und seiner Wirkungen weiß ich, dass mein Ich des nachts tätig und mein Körper morgens erfrischt ist. Hier muss also ein Zusammenhang, eine Abhängigkeit zwischen Ich-Wirkung und Körper bestehen. Mein Körper reagiert auch subtil auf die Art und Weise, wie Ich mit ihm tagsüber umgehe. Indem ich erkenne, was mein Körper braucht, bin ich in der Lage ihm dieses auch zu geben, wodurch ich die Gesundheit meines Körpers erhalte bzw. nicht unnötig störe (lokaler Raum, Ernährung, Bewe- gung, Seelenhaltung). Insofern kann Ich ihn also positiv oder negativ be - einflussen. Tiere haben diese Möglichkeit nicht. Ihre Seele ist reine Kör - perseele, sie tun immer das, was der Einzel-Tierkörper oder Art-Tierkör - pererhaltung dient. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit und die Form folgt der Energie: vor jedem Schöpfungsgegenstand steht die Schöpfungsidee – keine Form kann vorhanden sein, ohne dass zuvor ein »Bauplan« dazu existierte. Kein Auto würde existieren, wenn nicht zuvor die Idee als Bauplan in irgendei - nem Menschengeist gewesen wäre. Dabei muss es ja nicht sein, dass das Auto bzw. der geschöpfte Gegenstand auch von dem Ingenieur bzw. dem Ideenstifter eigenhändig gebaut wurde. Dennoch wird es die Form anneh - men, die sich aus der Idee, der geistigen Struktur ergibt. Aufgrund dieser Erfahrungen kann ich zumindest induzieren, dass das Ich der Architekt meines Körpers ist. Mein Körper würde dann über die Stufen: 1. immaterielle Seelenweltregion, 2. immaterielle Lebenskräfteregion, 3. mit den Stoffen der materiellen Welt in Mutter und Erde aufgebaut werden. Die Körperentwicklung ist demnach höchst komplex. Der Körper stellt einen Endpunkt dar, dem auf der anderen Seite gegenüber das Ich am weitesten entfernt ist, so wie es auch den Skizzen auf Seite 109 zu entneh- men ist. In der Tat kann dies ein Grund dafür sein, dass nämlich alles andere, 112 Das Instrumentarium des ICH was zwischen Körper und Ich liegt, ja näher am Ich ist und deswegen von meinem Ich-Bewusstsein aus auch eher wahrgenommen und beeinflusst werden kann. Der Körper stellt so für das gegenwärtige Ich-Bewusstsein zunächst ein Mysterium dar. Ich und Lebensleib Im Mittelalter gab es eine allgemein verbreitete Anschauung, dass, wenn man Erde nur lange genug irgendwo stehen lässt, aus der Erde selbst Würmer entstehen. Leider glauben auch heute noch sehr viele Menschen – darunter vor al - lem sogenannte Wissenschaftler – dass etwas Lebendiges einfach so aus der Materie entsteht (sozusagen aus »kosmischer Gärung« des Urknalls in ir- gendeiner Ursuppe der Erde). Eine von solcher Ideologie unbefangene Beobachtung ergibt, dass Leben nur in der Materie wohnt: es zieht in sie ein, belebt sie und verlässt sie wieder – mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, was als Lebensalter bezeichnet wird. Verlässt das Leben die Materie, so gehorcht sie wieder ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten. Die Chemie eines lebenden Organismus ist eine völlig andere, als die ei - nes toten. Aber was ist denn das, was die Chemie verändert? Wer oder was ist das, welches die physischen Stoffe nimmt, ihrer eigenen Gesetz - mäßigkeiten zumindest teilweise beraubt und unter eine höhere Gesetz- mäßigkeit stellt? Wer oder was ist es, das die Stoffe in einem Körper anweist hier und dorthin zu wandern, hier etwas zu bilden, dort etwas aufzulösen? Wieso kann sich der Körper des Menschen innerhalb von zehn Jahren komplett erneuern und doch seine Form (auch die von kranken Körperteilen!) behal- ten? Wer oder was ist das, was ein Immunsystem ausmacht und am Leben er - hält? Wer oder was ist der Koordinator in den gigantischen bio-chemi- schen Netzwerken, welche bei gleicher physisch-stofflicher Beschaffenheit mal jene mal diese Reaktionen hervorrufen? Wer oder was ist das, was den Stammzellen sagt, dass sie sich soundso zu spezialisieren haben oder auch nicht? Ich Buch 113 Es ist das Leben selbst. Das Leben ist eine eigene Qualität und nicht eine Funktion der Materie! Nur der von den Grundirrtümern (Ideologien) unserer Zeit verblendete Verstand kann solch Offenbares , wie »vor lauter Bäumen den Wald« nicht mehr sehen. Aber auch, wenn der Verstand sich klar macht, dass Leben eine eigene Qualität darstellen muss, tappt er im Dunkeln, will er diese Qualität se - hen lernen. Das Leben kann nicht verstanden werden. Es kann nur erfah- ren werden durch lebendige Anschauung, die der Mensch entwickeln muss wie ein gesondertes Wahrnehmungsorgan. Vom Leben, das in mir stattfindet, habe ich kaum ein Bewusstsein. Ich kann mir im Normalfall von den Abermillionen von Strömungs-Prozes- sen, die ständig in mir ablaufen, kein Bild machen, erlebe davon nichts – geschweige, dass ich in sie mit Bewusstheit eingreifen könnte. Das Leben oder der Lebensleib ist eben am zweitweitesten von meinem Ichbewusst- sein entfernt. Ihn wahrzunehmen oder willentlich zu beeinflussen, ist mir im allgemeinen nicht unmittelbar möglich. Aber die Resultate, Wirkungen oder auch Funktionen, die das Leben oder der Lebensleib vollzieht, die kann ich beobachten. Besonders im Pflanzenreich kann ich das beobachten und erkenne, dass der Lebensleib mit Flüssigkeiten umgeht. Wasser ist die Grundlage des Lebens. Durch das Flüssige tönt der Lebensleib in Strömungen, die sich eben nicht nur aus Osmose, Diffusion, Kapillarwirkung etc. erklären lassen. Und ich kann beobachten, dass er offensichtlich die Fähigkeit hat, Strömungsfor - men zu bilden, dass er auf diese Weise Form erinnern und bewahren kann. Er arbeitet also im Fließenden mit der Zeit. Er arbeitet so vor allem rhythmisch. Jedes Lebewesen, ja jede Zelle hat einen Biorhythmus als Funktion des Lebensleibes. Hier fängt es nun an, für das mir bewusste Ich interessant zu werden. Denn ich kann durch Rhythmik oder auch A-Rhythmik (Cha- os) auf den Lebensleib einwirken. Er, da er gewissermaßen selbst »Rhyth - mik« ist, ist dafür empfänglich. Wenn ich anfange, öfter etwas zur ähnlichen Zeit zu machen oder über- haupt eine Tätigkeit rhythmisch wiederhole, so moduliere ich diese Zeit - gestalt in den Lebenleib ein und es entsteht auf diese Weise ein Gedächt - nis, eine Gewohnheit. Es wird dann Gewohnheit, zu einer bestimmten Zeit morgens ohne Wecker aufzustehen oder Hunger zu bekommen, weil der Lebensleib daran gewöhnt wurde, z.B. mittags um 13 Uhr mit zuge - 114 Das Instrumentarium des ICH führten »Säften« umzugehen. Der Lebensleib steuert dann gewisse Drü - sensekretionen nach Uhrzeit der Wiederholung. Dann stellt sich, ohne dass ich auf die Uhr gucken müsste, ein Hungergefühl ein. Ignoriere ich das, so geht es auch wieder vorüber. Ich habe dann z.B. nach einer Stunde kein Hungergefühl mehr, obwohl der Körper nichts bekam! »Die Finger« eines Pianisten wissen das Musikstück, wenn sie es oft ge- nug wiederholt haben. Wer ein Instrument spielt kennt diese Erfahrung des »Körpergedächtnisses«, welches eigentlich als Lebensleib-Gedächtnis bezeichnet werden müsste. Wer schon einmal Kinder großgezogen hat, konnte hier bezüglich Rhyth- mik seine Studien machen. Der Säugling muss erst lernen, Rhythmik zu entwickeln: Schlafrhythmus, Nahrungsaufnahmerhythmus usw. Im Mut - terleib war er ja größtenteils der Rhythmik eines anderen Körpers ausge - setzt. Er bekam nahezu ständig über das Blut Nahrung. So ist es sehr wichtig für einen Säugling und auch für das heranwachsende Kind, Rhythmik in seinem Leben erfahren zu können. Hierdurch wird der Le - bensleib in seinen Funktionen gestützt. Das Kind ist dann weniger anfäl - lig für Krankheiten, gedeiht einfach gesünder. Auch kann an dem Beispiel Mutter und Kind klargemacht werden, dass mit der physischen Geburt, d.h. das Ausscheiden des Kinderkörpers vom Mutterkörper, die Geburt des Lebensleibes noch lange nicht abgeschlos - sen ist. Der Lebensleib des Kindes ist in den ersten 12 Monaten noch sehr stark mit dem der Mutter verbunden. Kinder, die sehr früh in Abwesen - heit ihrer Mutter leben müssen, können daher unter Umständen ihren Le - bensleib nicht so stabil aufbauen. Über die Mutterbrust fließt Leben in das Kind. Die Wichtigkeit dieses Vorganges ist in erster Linie nicht der phy - siologisch-stoffliche Aspekt. Für den gibt es relativ einfach Surrogate – aber nicht für die Mutter, die für das Kind eine Energietankstelle, ein Ort des Einens ist: Durch die geburtliche Trennung der Körper aber dem noch Zusammen- fließen der Lebensleiber von Mutter und Kind, ist in dem Kind ein vehe - menter Durst vorhanden, sich wieder ganz mit dem Zuhause zu vereinen. Ist das Kind an der Brust, dann strömt wieder eines im anderen, es erlebt dieses wunderbare zuhause, diese Ganzheit und es wird schnell ruhig. Wird die Brust aber zu lange gegeben (mehr als 12 Monate stillen), kann der Lebensleib des Kindes nicht die entwicklungsspezifische Autonomie und Emanzipation erreichen und auch dadurch kann das Kind unter Umstän- den einen Entwicklungs-Schaden erleiden. Ich Buch 115 Der Lebensleib hat also viel mit Gewohnheiten zu tun, er hat einen »phlegmatischen Hang«. Er liebt gewissermaßen Wiederholung, »ge- nießt« den von ihm hervorgebrachten zyklischen Säfterhythmus und hat in diesem »Satten« seine Stärke. Ist das Ich schwächer und der Lebensleib ein sehr starker, dann wird es dieser Persönlichkeit schwer fallen, von alleine Verhältnisse zu ändern. Aber das stört sie auch gar nicht, sie hat die Ruhe in sich. Für Ich und Lebensleib bedeutet es also: wie kann ich mich benehmen, um meinen Lebensleib nicht zu sehr zu stören (=Gesunderhaltung) bzw. ihn wieder zu heilen, wenn er schon von meiner Seele gestört wurde, und wie kann ich ihn »erziehen«, dass er mir es nicht unnötig erschwert Gewohn- heiten aufzugeben oder mir neue anzueignen. Ich und Seele »zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, Die eine will sich von der andern trennen; Die eine hält, in derber Liebeslust, Sich an die Welt mit klammernden Organen; Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust Zu den Gefilden hoher Ahnen.« (Goethe, Faust I) Goethe beschreibt hier sehr schön die Oszillation innerhalb der Seele zwischen Physis und Spirituellem, welche zu immer neuen Fragestellun - gen, Anschauungen und Konfliktsituationen oder einem regelrechten Splitting der Persönlichkeit führen kann: denn wie oft handelt der Mensch aus einer Triebsituation heraus gegen seine intimsten Ideale, und andersherum: wie oft kasteit sich der Mensch durch Verleugnung seiner Triebe unter dem Joch der Ideale?! Nur das Ich kann innerhalb dieser Seelenpolarität die individuell richti - ge oder förderliche Position, die individuell »goldene Mitte« austarieren und einer Zersplitterung des Seelenlebens entgegenwirken. Die Seele ist dem Ichbewusstsein am nächsten, aber sie ist auch dem Le - bensleib, der wiederum sehr stark mit dem Stofflichen Verbindung hat, sehr nahe. Wie ein Gummiband spannt sie sich vom Geist, dem Ich, bis hin durch den Lebensleib in die Physis hinein. Tatsächlich ist ihr Prinzip Spannen und Entspannen, Antipathie und Sympathie. Nur in der Seele 116 Das Instrumentarium des ICH kann sich der Mensch wie hin- und hergerissen fühlen. Nur hier kann er überhaupt im eigentlichen Sinne fühlen. Die Seele aus sich selbst heraus will aber auch fühlen. Sie will hier und dorthin, Erfahrungen machen gleich eines Weltenbummlers oder die eige - ne Tiefe in Gefühlsbeziehungen erleben. Sie tänzelt von einer Hochzeit zur anderen oder gräbt sich von einem Problem zum nächsten. Hauptsa - che erleben! Das Seelische in seiner reinen Form kann im Tierreich beobachtet wer - den. Körper und Verhalten jeder Tierart kann als seelische Ausdrucks- form aufgefasst werden, die auch in der Menschenseele zu finden ist ( so werden Tiernamen oft zu Schimpfwörtern degradiert). Die Wörter Anima (lat=Seele), Animal (engl.=Tier) können auf das Tieri- sche in der Seele des Menschen hinweisen. Das »Tier« kann im Menschen stecken nicht, weil der Mensch angeblich vom Tier abstammt, sondern, weil der Mensch das komplexere Gefäß darstellt, in dem unter anderem auch die Tierwelt Platz hat und der Mensch, wenn er will, auch die Tiere »verstehen« kann. So betrachtet stammt also das Tier vom Menschen ab. Es kann als eine aus ihm herausgesetzte eigene Welt betrachtet werden, die sich aufgrund der Einfachheit, bemessen an der Komplexität des Menschen, physisch zuerst vervollkommnen konnte – so wie die Idee des Vehikels, welches Mensch und Gut transportieren soll, vor dem physischen Auftreten des Rades war und dieses wiederum vor dem Erscheinen eines Flugzeuges sein musste, weswegen aber keiner auf die Idee kommen würde zu be - haupten, das Flugzeug hätte sich aus dem Rad entwickelt. So wie das Flugzeug als komplexeres Ding physisch gesehen erst nach dem Rad in Erscheinung treten konnte und das Rad impliziert, so, behauptet nun je - denfalls der Autor, mussten auch erst Materie, Pflanzen und Tiere phy - sisch manifest werden, bevor der Mensch physisch erscheinen konnte. Die »Idee« ist der Anfang, ihr folgen die »Prototypen« und in der Physis erscheint dann zuletzt die Endausformung, welche die Idee am besten wi- derspiegelt (»die Letzten werden die Ersten sein« und umgekehrt). Und so ist es auch, wenn Sie z.B. ein Steinhaus bauen wollen: die Ursache der Haus - entstehung liegt nicht im Sandkorn, als kleinstes und einfachstes Teilchen des Gesamts, sondern in Ihrer Absicht, in der das Haus schon komplett vorhanden war, bevor überhaupt ein Sandkorn auf dem Boden für den Hausbau bewegt wurde. Das Haus entsteht aus der Zukunft und wächst physisch in diese herein. Dann, wenn das Zukünftige Gegenwart gewor - Ich Buch 117 den ist, ist der Hausbau zu Ende. Der Aufbau der Materie hat sich aus ei - nem zukünftigen Sollzustand zum gegenwärtigen Istzustand entwickelt, womit wiederum nichts anderes gesagt ist, als dass die Ursache eben in der Zukunft lag und sich von dort die Ausgestaltung in die Gegenwart vollzog. Da Geistiges zeit- und raumtranszendent ist, kann es aus jedem Zeitbereich, so auch aus der Zukunft in den Raum wirken. Doch besonders viele Naturwissenschaftler haben es mit solchen Sicht - weisen – welche als überkommen teleologisch und anthropozentrisch ab- getan werden – schwer. Ihre Seele haftet der Materie an. Der Materie nä - her unterliegt sie einer Interpretations-Gewohnheit, eben alles nach materi- ellen Gesetzmäßigkeiten interpretieren zu müssen. Um in dem Beispiel von oben zu bleiben: die Seele vieler Naturwissen- schaftler verhält sich so, wie ein Außerirdischer, der zu Forschungsaufga - ben auf die Erde kommt, Häuser und darin als kleinste Einheit das Sand- korn entdeckt und nun sein ganzes Leben lang damit zubringt, Sandkör - ner zu zerkleinern, weil er meint, da drinnen müsste auch irgendwie das Geheimnis des Hausbauplanes versteckt sein! Damit ist nicht gesagt, dass seine Arbeit umsonst wäre. Der Außerirdi - sche wird einiges über Stofflichkeiten usw. erfahren. Aber mit der Ursa - che, weswegen das Haus entstand, hat das nichts zu tun. Genausowenig wird der Forscher im Tier finden können, woher der Mensch stammt. Schaut der Mensch in die Welt, wird er eines Tages sich darin finden und in ihm die Welt – nicht als Fiktion, Theorie oder anthropomorphische Identifikation, sondern im Sinne von Wesen welche Wesen durchdringen. Der Zusammenklang von Seele und Ich ermöglicht dem Menschen und der Menschheit eine Bewusstseinsentwicklung. Die Seele wird zum Spie - gel des Ich. Mittels ihr kommt der Mensch zu seiner tagbewussten Ich- wahrnehmung und -vorstellung. Mangels der direkten Ich-Wahrnehmung (das Geistige) identifiziert sich der Mensch mit seiner Seele – oder die See - le mit dem Ich – und fasst sie in naiver Weise zunächst als Einheitliches auf. Doch spätestens in autoplastischen Konflikten muss ich feststellen, dass die Seele ein sehr heterogenes Gebilde ist. Sie hat eine Anlage zur Zersplitterung. Ich (die Seele) kann viele Rollen übernehmen, sie kann heute dieses und jenes tun und denken und mor - gen das genaue Gegenteil davon. Sie kann besetzt werden von Begierden und Trieben, Vorstellungen, Identifikationen, Ideologien, vom Ego. Sie kann zerrüttet werden und sie ist ständig in Gefahr, in Extreme zu verfal - 118 Das Instrumentarium des ICH len. Sie ist immer auf der Suche nach heilsamen Ausgleich: lang anhalten - des Ungleichgewicht, sowie langanhaltendes Gleichartiges ist Un-heil. So ist sie auf der Suche nach Heil und Glück. Sie bietet deswegen ebenso eine Angriffsfläche für Machtinteressen jeglicher Art . Es gibt die »höheren« Seelenanteile, welche mit dem Ich, mit dem Geisti - gen, verbunden sind. Die »unteren« Seelenanteile sind mit dem Körper- (haften) verbunden. Das Ich hat die Möglichkeit, die Seele zu verfeinern, zu erhöhen – was im allgemeinen als Selbsterziehung bezeichnet wird – oder aber es fällt aus der Seele heraus, ergreift sie nicht und die Seele seelt dann so vor sich hin bzw. lässt sich von anderem, Fremdartigen fül - len. Das Denken ist das Seelische, was dem Geiste nahesteht, das Fühlen ist die Mitte der Seele, das eigentlich Seelische, und das Wollen bezieht sich auf physiologische, also körperhafte Vorgänge. Im Denken kann der Mensch ein scharfumrissenes, klares Bewusstsein haben – was aber im Fühlen alles so abgehen kann, das hat er längst nicht immer im Bewusst - sein – sein Bewusstsein ist hier mehr träumend – und im Wollen, da hat er gar kein Bewusstsein von dem, was dort »abgeht«. Möchten Sie eine mathematische Aufgabe lösen, dann funktioniert das nur durch ein Wollen. Im Denken ist auch Wollen. Sie können mittels Ge - danken wahrnehmen und z.B. das Denken eines anderen erfühlen: es kann sich warm oder kalt, klar oder chaotisch, bizarr, spitz oder heiter usw. anfühlen. Fühlen und Gefühle sind zwar zweierlei, dennoch kann ich beobachten, dass Gefühle auch »denken« können (hier ist nicht Intuition gemeint), sie haben eine eigene »Logik«, »emotionale Intelligenz« genannt, welche bei Frauen besser ausgeprägt sein soll (und wahrscheinlich auch ist). Gefühle können auch »wollen« – sie setzen unter Umständen unmittelbar und sehr elementar eine Handlung in Gange ... Mit Sicherheit ist der Wille auch nicht nur reiner Wille, sondern besitzt ebenso seine denkenden und fühlenden Anteile. Versuchen Sie selbst ein - mal, darüber etwas herauszufinden. Sie werden merken, dass das beim Willen wesentlich schwerer fällt. Der Wille ist weiter vom Bewusstseins - pol weg und näher am Körperpol dran. Im folgenden Kapitel wird das Seelische, welches den Boden unserer Bewusstheit, der bewussten Ent - wicklung und ein Experimentierfeld schlechthin darstellt, in seinen Ei - genschaften, Gesetzen und Möglichkeiten auch im Hinblick auf die Be- freiung des Menschen ausführlicher dargestellt. Ich Buch 119 Blick in die Seele Im vorangegangen Kapitel wurde die Inhomogenität der Seele als eine typische Eigenschaft derselben angedeutet. Meine Seele kann ich als Gefäß auffassen, in dem sich ein ganzes Sam - melsurium von Gestalten tummelt. Diese Tatsache findet in verschiede - nen psychologischen Anschauungen bzw. Therapieformen eine Wider- spiegelung. So spricht die Gestalttherapie (More) von Gestalten, die analyti- sche Psychologie (C.G. Jung) von Subpersönlichkeiten oder Schatten, die Verhaltenstherapie von Programmen und Mustern, das psycho-dynamisches Modell von Antreibern und Meidern, die Transaktionsanalyse (Berne und Harrison) von Rackets, die Primärtherapie (Janov) von irrealen Selbstantei- len und die spirituelle Psychologie (R.Steiner) von Doppelgängerwesen usw. In allen »Psychologien« wird es als Ich-Leistung angesehen, die oben an- gedeutete Vielgestaltigkeit in seiner eigenen Seele »unter einen Hut« zu bekommen, also integrieren zu können (Ich-Integration). Die Double- Übung bietet diesbezüglich eine gute Möglichkeit Seelenaspekte wahrzu- nehmen, sich ihnen gegenüberzustellen, um sie anschließend bewusst in - tegrieren oder auflösen zu können. Die vielen Probleme, die die Menschen individuell und global haben, sind aus dieser Seelenthematik entstanden. Denn der normale Tages- bewusstseinszustand des heutigen Menschen ist in erster Linie durch die Seele und nur wenig vom Geist geprägt. Der Mensch fängt erst gerade da- mit an, den Geist - den wirklichen »Kern«, das Ich – bewusst zu erleben. Will der Mensch sein Seelisches betrachten, ist er oft geneigt, eine »Na - belschau« zu betreiben (Gefühlssumpf). Erquicklicher ist dagegen ein Ge- spräch, in dem das Seelische durch das jeweilige Gegenüber »gespiegelt« und objektiviert werden kann. Soziale Strukturen der Seele spiegeln sich allerdings am besten am und im Gesellschaftsgefüge. Hier kann ich die seelisch-geistige Grundstimmung bzw. die soziale Verfassung des Bürger - gros entdecken, zu dessen Gestalt und Wirkungsweise ich meinen Teil beitrage. Da die Gesellschaft gegenüber der Einzelseele eine trägere Ge- stalt, ein sehr konservativer Pool ist, driften die beiden zunehmend aus- einander, d.h. der Anteil der Probleme und Konflikte, die aus der Korre - lation der Einzelseele zum Gesellschaftsgefüge resultieren wächst, bis ein siehe auch Anmerkungen im Anhang auf Seite 348 120 Blick in die Seele »point of no return« erreicht ist und es zu einer gesamtgesellschaftlichen »Entladung« kommt (radikale Umbrüche, im schlimmsten Fall zu existentiel- len Krisen oder Kriegen). In solchen Zeiten reicht in einer Psychotherapie zunehmend nicht mehr nur ein personenspezifischer Fokus aus. Der Blick in die Seele muss mit den angedeuteten gesamtgesellschaftlichen Korrela - tionen verknüpft werden, um die einzelne Seele gemäß ihrer Bedürfnisse ins Gesamt einbetten zu können und umgekehrt das Gesamt (die Gesell- schaft) in ihrer Gestalt der individuellen Entwicklungen anzupassen. Es sei deshalb ein Blick in diesen sozial-gesellschaftlichen Seelen-Bewusst - seins-Spiegel gewagt, um dann durch diese Beleuchtung eine bessere per- sönliche Ortung vornehmen zu können. Nahezu jeder erwachsene Mensch ist in der Gesellschaft in irgendeiner Art und Weise einerseits Leistungsgeber und andererseits Leistungsemp- fänger. Als Leistungsgeber (Arbeitnehmer/Lohnempfänger) möchte ich einen möglichst hohen Lohn erzielen, als Leistungsempfänger ( Konsument, Ar- beitgeber, Kostenentrichter) aber will ich für wenig Geld möglichst viel be- kommen. Die Tendenz ist klar: immer gerade auf der Seite, auf der ich stehe, soll der Vorteil sein. Klar ist auch, dass eine solche Einstellung im Gesamt aller Mitmenschen nicht harmonieren kann, denn diese wollen ja den gleichen Vorteil. In der Folge bilden die Machtgeilsten eine Machteli - te: wenige beherrschen viele. Ist das menschliche Bewusstsein im Egois- mus gefangen, muss jeder um seinen Vorteil kämpfen, sich für seinen Vorteil verkaufen. Er lebt in der ständigen Angst übervorteilt zu werden, was ihn in der Ausbeutung gegenüber anderen im Sinne seiner vermeint - lichen Existenzsicherung immer weiter treibt und beschleunigt (der Zwang des unendlichen Wirtschaftswachstumes auf Kosten von ganzen Bevölkerungs- schichten und Völkern basiert auf dieser Angst). Vom Standpunkt des Egoismus aus ist es in der Tat das Beste, möglichst an der Spitze einer Hierarchie-Pyramide zu stehen und der »Bestimmer« zu sein. Der Weg zur Hierarchiespitze und zum Machterhalt wird heute weniger mit der »Holzkeule« geschlagen (Krieg ist immer die letzte »Lö- sung«, die diesem Konzept aber »bei Fuß« stehen muss - daher nach wie vor die gigantischen Rüstungsausgaben), sondern vielmehr durch raffinierte, von den Konkurrenten und »Übervorteilten« nicht so schnell einsehbare und vor allem nicht so schnell abschaffbare Strukturen (Verträge, Kredite, Geset- zesregelungen - Bürokratie ist ein Machtfaktor). Die Machtspitzen brauchen Abhängige und sie tun alles dafür, Abhän - gigkeiten zu schaffen (Gentechnik-Saatgut, Krankmachung/Medikamentenab- Ich Buch 121 hängigkeit, Korruption des Bildungswesens - vor allem aber: wirtschaftliche Ab- hängigkeit). Betrachten Sie Ihre Gehaltsabrechnung, um die Verkomplizierung und Entfremdung, die nicht einseh- noch veränderbare Strukturgebung durch die Machthaber im Sinne von Abhängigkeitsschaffung und Machtkontrol- le wahrzunehmen: Erste Manipulation: Brutto / Netto Im Beispiel erhalten Sie für eine 40 Stunden Woche von Ihrem Arbeitge- ber monatlich € 1.900,- als Ihr Brutto (Verkäufer im Einzelhandel – konkreti- sieren Sie den Fall mit Ihrer Gehaltsabrechnung). Dieses Brutto ist nicht ihr tatsächliches Brutto. Denn ca. € 600,- zahlt ihr Arbeitgeber für Sie als Arbeitskraft als sogenannter Arbeitgeberanteil an Krankenkasse, Renten/- Sozialversicherung und Lohnsteuer noch oben - drauf. Außerdem zahlt er ja auch noch Ihr Einkommen in Ihrer Urlaubs - zeit... ... moment mal: zahlt das wirklich Ihr Arbeitgeber? Ihr reales Brutto ausgehend von dem vermeintlichen Brutto (€ 1.900,-) beträgt bei Steuerklasse I € 2.556,- ! Ist das das tatsächliche Korrelat zu Ih- ren Leistungen? Nein, Ihr Urlaubsgeld müssen Sie ja letztlich auch durch Ihre Arbeitskraft erwirtschaften, das muss also auch noch hinzu gerechnet werden (siehe Absatz: Zweite Manipulation). In Wirklichkeit zahlt also nicht Ihr Arbeitgeber diese Anteile, sondern Sie müssen sie durch ihre Arbeits- kraft erwirtschaften. Bismarck hat also mit seinem »Sozialversicherungs- modell« im Sinne der Arbeitgeber gehandelt, in dem er Gesetze erließ, welche es den Arbeitgebern gestatteten, einen Teil der Lohnauszahlung nicht mehr den Arbeitern direkt zukommen zu lassen (die den Lohn dann einfach so zum Lebensunterhalt ausgeben würden), sondern diesen Teil vom Lohn als Sozialversicherungsbeitrag abzuziehen (es ging darum, die Ar- beitsfähigkeit und Kontinuität im Sinne der Arbeitgeber zu verbessern ). Durch diesen Zwang bezahlen die Arbeiter ihre eigene Sozial-Versicherung, aber nach außen - für die Arbeiter selbst - wird es dargestellt, als eine soziale »Arbeitgeberleistung«. Dieses Lohnsplitting ist also nicht wirklich sozial aber raffiniert! Dieser pseudosoziale Ansatz wird weiter in den Wortbe- deutungen »Arbeitgeber« und »Arbeitnehmer« angewendet, welche sinn- verkehrt verwendet werden: in Wirklichkeit ist der Arbeitgeber der Neh - mer und der Arbeitnehmer der Geber. Solche Wortverdrehungen sind Be - standteil einer Gehirnwäsche im Sinne der Mächtigen, im Sinne des Egos. 122 Blick in die Seele Also, Ihr tatsächliches Brutto beträgt im Beispiel € 2.556,- (exkl.! Urlaub- seinkommen) Ihr Netto € 1.244. Das ist in etwa die Hälfte. Wird wirklich nur die Hälfte dessen, was sie als Arbeitskraft erwirtschaften »für Sie« wegorganisiert, so dass Sie nicht den geringsten Einfluss darauf nehmen könnten? Es ist noch mehr: Zweite Manipulation: Ihre Arbeitszeit 365 Tage minus 104 Sonn- und Samstage, 12 Feiertage, ?? Krankheitstage, minus mind. 23 Urlaubstage: laut statistischer Erhebung arbeitet der Durchschnittsangestellte in Deutschland 188 Tage im Jahr. 188 Arbeitstage - daraus ergibt sich der reale Stundenlohn wie folgt: 12 x € 1.900 (ausgewiesenes Brutto) plus 20% »Lohnnebenkosten vom Ar- beitgeber für Sie bezahlt« und evtl. weitere Sozialleistungen (13. Monats- gehalt, Kindergeld usw.) obendrauf ergeben je nach Steuerklasse und Fami- lienstatus € 31.000–38.000 im Jahr für Ihre Arbeitsleistung. Bei einem 8 Stundenarbeitstag und 188 Arbeitstagen im Jahr entspricht das umgerechnet einem Brutto-Stundenlohn von € 21–25,- während sich laut Ihrer Lohnabrechnung nur ein Brutto-Stundenlohn von: € 1.900,- ÷ 22 Arbeitstage ÷ 8 Stunden = € 10,79 ergibt. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum Ihnen in etwa nur die Hälfte Ihres tatsächlichen Brutto-Stunden- lohnes vorgegaukelt wird? Durch diese Unterschlagung wird ganz ein- fach die Differenz Ihres Brutto-Netto-Lohnes um die Hälfte kleiner gehal - ten. Während im ungünstigsten Fall € 38.000 (bei Brutto-Stundenlohn € 25,-!) im Jahr durch Ihre Arbeit erwirtschaftet werden und Ihnen zustehen, ha - ben Sie davon ein Jahresnetto von € 15.000 (Netto-Stundenlohn € 6,81!). Stellen Sie sich einmal vor, Ihre Gehaltsabrechnung wäre also im Sinne der Wirklichkeit bereinigt, dann ständen dem Realbruttolohn von € 25,- € auf der Abrechnung ein Nettolohn von € 6,81 gegenüber. Stellen Sie sich wirklich einmal vor: Sie erhalten Monat für Monat eine Gehaltsabrech - nung auf der Sie immer nur in etwa ein Viertel von dem, was Sie als Brut - to haben als Netto ausgezahlt bekommen! Ein Teil von dem Brutto wird ja für Ihre Urlaubszeit im Vorwege rückbehalten, aber ca. € 23.000,- das sind mehr als 60%, werden von Ihrer Wirtschaftsleistung andersweitig für Sie wegorganisiert. Was dort wegorganisiert wird: Ist das wirklich alles für Sie oder im Sinne der Bürgergemeinschaft? Ihre einzige Entscheidungs- möglichkeit besteht darin, die Krankenkasse wählen zu dürfen (innerhalb der Gesetzlichen – wollen Sie in eine Private, dann schreibt »man« Ihnen vor, Ich Buch 123 mehr als € 3.565 (Stand 2006) mtl. Brutto verdienen zu müssen). Wie würden Sie mit Ihrem Lohn und wie würden Sie mit Ihrer Arbeitszeit umgehen, wenn Sie Ihren tatsächlichen Stundenlohn bezogen auf Ihre tatsächlich ge - leistete Arbeitszeit ausbezalt bekämen? Wahrscheinlich eigenverantwort - licher und selbstbestimmter! Dritte Manipulation: Preis-Leistung, die Zins- und Steuerfalle ... Wären Sie der hier angenomme Verkäufer im Einzelhandel, so müssten Sie Ihren Jahreslohn von € 15.000 Netto nahezu gänzlich für ihren Lebens - unterhalt ausgeben. Bei jedem Einkauf sind in den Preisen nicht nur Mehrwertsteuer, sondern alle Steuerarten enthalten, die die Betriebe/Pro - duzenten abführen müssen: von den 15.000 Netto-Jahresgehalt fließen nochmals über diesen Umweg im Schnitt 20% in die Staatskassen! Damit nicht genug: durch den Zinseszinseffekt zahlt jeder Bürger, der weniger als € 500.000,- als verzinsliches Kapital angelegt hat, Zinsen an diejenigen, die eben mehr als € 500.000,- (das sind weniger als 10% der Be- völkerung!) verzinsliches Kapital haben. Haben Sie in der Bilanz weder Guthaben noch Schulden, zahlen Sie dennoch ca. 36% Zinsen versteckt in den Preisen! Bauen Sie ein Haus, dann wissen Sie, dass Sie bei einer nor - malen Hausfinanzierung (Laufzeit ca.25 Jahre) in etwa die Baukosten noch einmal obendrauf als Zinsen zu zahlen haben. Mietpreise müssen daher entsprechend kalkuliert werden - hier sind ca. 53% Zinsanteil eingerech- net! Jedes Unternehmen muss investieren in Aus-, Um-, oder Neubauten von Gebäuden oder Anschaffung von Produktionsmitteln, Innovations- kosten etc. und dafür Kredite aufnehmen – diese damit entstehenden Ka- pital- oder Geldkosten werden in die Preise eingerechnet. In allen Preisen ist daher ein versteckter Anteil an Zinsesgeld enthalten, welcher sich im Endpreis für den Verbraucher in etwa auf die besagten 36% summiert! Ausgehend von dem aus € 38.000,- erreichten Netto von € 15.000,- die Sie zum Leben ausgeben müssen, landen noch einmal mind. 45% = € 6.750,- in Form von in den Preisen versteckten Zinseszinsen und Steu - ern (auch die Maut steckt in den Produktpreisen, die Sie zahlen müssen*) auf intransparenten Konten der Machthaber. sämtliche Kosten eines Unternehmens fließen in den Preis: kein einziges Unter- nehmen zahlt Steuern - es leitet nur einen gewissen Teil aus dem Produktpreis, den der Verbraucher aufbringen muss, an das Finanzamt weiter. Fazit: Von € 38.000,- Realbrutto wandern fast € 30.000,- ab. Wohin? In 124 Blick in die Seele den Zinsabgaben bedienen Sie eine Elite von weniger als 10% Volksanteil (die Besitzenden). Die von Ihnen abgegebenen Steuern kommen nur zu einem geringeren Teil dem Volk zugute, ansonsten würde ja nicht trotz gigantischen und ständig steigenden Steuereinnahmen die Staatsverschuldung und damit die Verschuldung jedes Bürgers exponential ansteigen ( Neuverschuldung pro Sekunde im Jahr 2006: ca. € 1036,-). Doch letztendlich können die Schulden nur durch »Verkaufserlös« aus Arbeit und Produktion der Bür- ger getilgt werden. Der Staat kassiert, die Bürger erhalten immer weniger von ihren eigenen Leistungen zurück. Wo bleibt die Differenz? Bei den Kapitalgebern (Banken sind dabei nur im Sinne ihrer Kapitalgeber, die durch das Bankgeheimnis verdeckt bleiben, vermittelnde Institute!) des Staates – denjeni- gen, die die wirkliche Macht besitzen. Ein immer größer werdender Teil der Steuereinnahmen und sämtliche in den Preisen eingerechnete Zinsein - nahmen landen im Endeffekt nicht beim Volk, sondern bei den »Kapital - gebern«, deren Vermögen durch Zinseszinsbeschleunigung nahezu explo - diert. Der Zinsendienst ist mittlererweile zum zweithöchsten Etat im Bun - deshaushalt herangewachsen. 2006 hat die Zinszuwachsrate die Wirt- schaftswachstumsrate überholt: So schnell wie das Geld im Zinseszins be- schleunigt (Finanzblasenbildung), kann das reale Wirtschaftsleben nicht wachsen. Das Zinssystem ist keine Erfindung des Volkes. Es fließt aus der seeli- schen Haltung einer Machtbesessenheit und dient der Erhaltung einer Machtelite. Diese äußerst egoistische Seelenhaltung wirkt sozial zerstö - rend (kriegstreibend) und sie wirkt vor allem zunehmend umweltzerstö- rend. Der Spiegel: Aber, und das ist der Spiegel: die meisten Bürger glauben aus dieser »Organisation« (und für diesen Glauben sorgt die »Organisation« durch In- transparenz und Medienrummel) doch irgendwie einen Nutzen ziehen zu können. Vermeintliches Nutznießertum und Ohnmacht fördern Macht- konzentration. Ihre Gehaltsabrechnung vermittelt Ihnen also einen kleinen Eindruck von der hierzulande gegenwärtigen »Organisationsleistung«. Sie haben auch hier wahrnehmen können, wie durch ein Splitting (immer wieder Cä- sars: »teile und herrsche«) Unklarheit als Voraussetzung zur »legalen Abzo- Ich Buch 125 cke« geschaffen wird. Je tiefer Sie in solche Organisationsstrukturen her - einschauen, um so gruseliger wird es 376. Sind die Mächtigen als strukturbildende Schicht die Schlimmen? - wohl kaum. Sie sind nur in ihrer egoistischen Durchsetzungskraft besser orga - nisiert, haben mehr Intelligenz und weniger Herz als der »Normalbür- ger« (damit ist auch die Negativ-Auslese in »höhere Positionen« charakterisiert ). Das kleinere Ego des »kleinen Mannes« will möglichst kleine Preise (Schnäppchenjäger: die vom Schnäppchen Gejagten!) und hohen Lohn. Weit über 50% der Bevölkerung möchten keine Atomernergie - weit über 80% sind gegen eine Laufzeitverlängerung von alten AKWs. Wieviele von die - sen Menschen beziehen aber nach wie vor ihren Strom von atombefürwor - tenden Konzernen - obwohl es genügend Anbieter von »Öko-Strom« gibt und eine Ummeldung nur fünf Minuten Zeit kostet? Bürger(konsum)handlungen sind Ursachen für Wirkungen in der Zu- kunft: der Bürger erntet das, was er sät 376. Die »Mächtigen« verstehen sich dabei besonders darauf, das Ego des »kleinen Mannes« für ihr Ego arbei- ten zu lassen. Sie rechnen mit seiner Gier und seiner Bequemlichkeit ( zu der sie ihn miterziehen) und machen dafür verlockende Angebote (das ist das Korruptionsprinzip des Egos). Frage ich jedoch einen Menschen oder mich selbst, ob er gierig oder nachlässig ist, wird er dies meist verneinen. Er wird seinen »Schnäpp- chenhunger«, der in sogenannten Billiglohnländern getilgt und durch mangelnde Arbeits- und Umweltschutzbedingungen, ja evtl. durch Kin- derarbeit ermöglicht wird, nicht als gierig empfinden (in den Bergwerken Chinas sterben jährlich ca. 7.000 Menschen – verfolgen Sie einmal, was heute al - les aus China in unseren Kaufhäusern und unseren Schränken steht, Sie werden sich wundern!). Der Vorteilszwang in den Seelen wirkt auf äußere Verhältnisse und die - se wiederum begünstigen das innere Splitting: es wird zur Gewohnheit Aspekte auszublenden, wegzusehen, denn beim Hinsehen müsste ich als Konsument und evtl. auch als Wähler eigentlich ein schlechtes Gewissen bekommen! Aber ich bekomme es vielleicht auch deswegen nicht, weil ich spüre, dass auch ich betrogen oder abgezockt werde (siehe Gehaltsabrechnung) ?! Wer tritt für gerechtere Verhältnisse ein, wenn er dadurch auf Vorteile verzichten muss (Wie haben Sie die Frage auf Seite 62 für sich beantwortet: 5% Guthabenzins oder 10%?)? Ich muss nicht besonders gescheit sein, um einzusehen: Kassiere ich Zin - 126 Blick in die Seele sen, arbeiten andere für miche – zahle ich Zinsen, dann kassieren andere einen Teil meines Lohnes – Besitzende (10%) bekommen mehr, Nichtbe- sitzende (90%) müssen für diesen Mehrwert aufkommen. Ist dies gerecht? Was tun Sie dagegen - haben Sie schon Ihre Bank gewechselt? Wenn ich in meine Seele blicken will, muss ich vor allem auch auf meine Handlungen und deren Hintergründe blicken lernen. Transparenz wird aber durch vom Egoismus geleitete Konstrukte wegorganisiert, damit im »Chaos der Strukturen« zum Vorteil für »sich selbst« »gearbeitet« werden kann. Die vom Ego besetzten Seelen werden zum unfreiwilligen Mitdie - ner einer Gesamtstruktur, welche eine Machtelite nährt. In solchen Ver- quickungen wird es notwendig, vor seinem eigenen Scheusal »wegzuse - hen« (habe etwa ich etwas mit dem Elend in der Welt oder in meinem Land zu tun? - was zum Teufel kann ich dafür, wenn mein Arbeitgeber mir nur so einen geringen Lohn gibt? Das Ego hindert uns, zu sehen, dass das, was wir ernten oder ausbaden müssen, das ist, was wir in unseren Handlungen unterstützen!) . So baut schließlich das Ganze auf Korruption, auf »Käuflichkeit« (Vorteils- beschaffung) und stillschweigender Duldung von »Missgeschicken« der »Mitglieder« auf. Es ist eine gigantische »Vetternwirtschaft« des Egos in der die Fäden letztlich auf wenige Machtspitzen zulaufen. Das Weltgeschehen wird durch wirtschaftliche Organisationszentren be- herrscht. Dieser real bestehende und global bestimmende Zentralismus kann doch mangels der nicht bekannten, nicht repräsentativen »Persön- lichkeiten« nicht als Demokratie bezeichnet werden! Ein zentralistisch strukturiertes System, in dem formal eine demokratische Verfassung zu- gegen, ist keine wirkliche Demokratie. Denn das in der Verfassung veran - kerte Mitspracherecht für jeden Bürger wird ja nicht umgesetzt, sonst gäbe es diese Intransparenzen (Bürokratiewucher), Verdrehungen und Ge- heimhaltungen, eben diesen verdeckten Zentralismus nicht! Schließlich sind es Menschen, die zentrale Positionen einnehmen, hinter demokrati - schen Scheinstrukturen verdeckt, in ihrer Funktion wie Monarchen oder Diktatoren handeln! Worin besteht nun der Ausweg aus diesen leidschaffenden, hierarchi - schen Strukturen? Er besteht in einer Wirklichkeitsbegegnung. Der wirkliche Blick in die Seele ist eine Wirklichkeitsbegegnung. Sie geschieht immer im »Hier und Jetzt« auf der Bühne der Seele und im Bewusstsein des Ich. In diesem wirklichkeitsbegegnendem Blick entscheiden die Betroffenen selbst, was an Ort und Stelle gemäß ihrer Intuitionen das Richtige ist zu tun. Wer ins Sein eintauchen kann (der Blick in die Seele impliziert den Blick ins Sein Ich Buch 127 und umgekehrt), wird auch im Sinne des Wohl-Seins agieren. Er wird men - schengeschaffene Gesetzlichkeiten zunächst als das auffassen, was sie sind: abstrakte Konstrukte des Verstandes, die nicht über die Wirklichkeit des gegenwärtigen Seins, also nicht über den Menschen zu stellen sind! Eigenverantwortlichkeit ist ihm die Maxime. Die Folge von Eigenverant - wortlichkeit ist die Auflösung zentraler Strukturen! Eigenverantwortlich - keit entsteht, wie gezeigt, wenn die Seele sich selbst bewusst wird, da- durch, dass sie sich zum Geist erhebt, sich nicht mehr mit den Gestalten des Egoismus identifiziert und ihnen »zum Opfer fällt«. Um Eigenverantwortlichkeit und Ich-haftigkeit zu fördern, muss dem Menschen eine Erziehung zur Freiheit angediehen werden. Wie im Jahr 1788 aus taktischen Gründen das Abitur vom preussischen Staat einge - führt wurde, so muss gerade heute einem Staat mit ständig wachsenden Schulden das Bildungsmonopol zugesichert sein, um bereitwillige Steuer - zahler rekrutieren zu können, die auch dann noch fleißig ihre Steuern zahlen, wenn sie gar nicht mehr der Gemeinschaft, sondern mehr und mehr den Diktatoren des Kapitals zu gute kommen. Mit einem entsprechenden Bildungssystem ist garantiert, dass das Gift des Egos von »oben«, aus den »oberen Hierarchien« bis in die kleinsten Kinderseelen tröpfelt und Erzieher im Staatsdienste ihrer Möglichkeiten beraubt werden (Lehrpläne und »Management« werden immer skurriler!) bzw. eine Negativ-Auswahl an Erziehungs-Personen stattfindet 376. Dabei muss hier eine Scheinwirklichkeit als Idealzustand neben die Wirklichkeit gestellt werden. Auf diese Art und Weise findet der Mensch zunehmend sein Glück nur mehr in bereitgestellten Illusionen ( Medien- gaukelei). Während solche Strukturen die Persönlichkeit immer egozentri - scher und autistischer werden lassen, wird sie auch immer uneinheitli - cher. Egozentrik ist ein Zusammenziehen bei dem immer mehr an Wirk- lichkeitsfacetten draußen bleibt. Immer weniger kann wahrgenommen und integriert werden. Dieses Splitting führt zu Leid, welches aber nicht bewusst – zumindest was die Ursachen, nämlich die mangelnde Ich- Wahrnehmung anbetrifft – wahrgenommen wird. Ein durch egoistische Strukturen gekennzeichneter Staat ist dies also deshalb, weil das Gros seiner Bürger eben genau dieselben Strukturen in seiner Seele hat – dies aber nicht erkennen, sondern die »Schuld« dem schlechten Staat, der miesen Politik zuschieben will. Damit machen sich solche Bürger unmündig. Aber das wiederum liegt im Interesse aller an Macht interessierten Personen. Solange der Bürger nämlich dem Staat 128 Blick in die Seele (oder sonstigen Sündenböcken) die Schuld in die Schuhe schiebt, wird und will der Bürger sich selbst nicht ändern. Das ist für die Mächtigen der Ga - rant der Machterhaltung! Staat und Bürger verhalten sich wie ein »Ziehmich-Stossmich« und un - terliegen beide dieser zwanghaften Wechselwirkung, solange sich der Mensch durch das Ego infiltrieren lässt. Wenn ich beim Blick in »meine« Seele solche herzlosen, egozentrischen Strukturen feststellen muss, warum sollten diese dann bei den Staatsdie - nern und -machern nicht auch vorhanden sein und ein entsprechendes Verhalten nach sich ziehen?! Ist es nicht naiv zu glauben oder zu erwar - ten, dass gerade an Macht interessierte Menschen, wie z.B. Politiker, Kon - zernvorstände usw. besonders rücksichtsvoll, fair, altruistisch, sozial usw. eingestellt sein sollten? Wenn ich also in die Gesellschaft blicke, so blicke ich auch in meine See- le. Das Kranke in der Gesellschaft kann ich nur dadurch verändern, dass ich die kranke Stelle in meiner Seele finde, die mit der entsprechenden ge - sellschaftlichen korrespondiert. Dann kann ich nicht aus Krankheit ( Min- derwert - wo kriege ich mehr her - Energiefresser) sondern aus der höheren Er- kenntnis des Seelischen heraus handeln. Nach diesem Spiegel: wie wirkt mein Seelisches in der Gesellschaft und dieses wieder auf meine Seele zurück, wird jetzt in die »Höhle des Lö - wen« gegangen, in die Schmiede des Egos, aber auch dort, wo der Quell- oder Ausgangspunkt menschlicher Verhaltensstrukturen auszumachen ist! Wenn das Ego eine Krankheit ist, so wird folgend die Entstehung, der Sinn und die Überwindung dieser Krankheit thematisiert ... Ich Buch 129 Der »Bifurkationsmechanismus« menschlichen Leidens Beispiele: Sie haben sich auf einen schönen Wochenendausflug gefreut – doch das Wetter macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Sie haben um eine Gehaltserhöhung gehofft, doch statt dessen wer- den Sie in eine andere Abteilung versetzt. Sie hofften, einem Menschen durch ein Geschenk eine Freude zu ma- chen, lagen aber total daneben. Sie wollten mit ihrer Partnerin/ihrem Partner ein Projekt starten, der ist plötzlich ernsthaft erkrankt. Sie haben ein neues Produkt gekauft, das funktioniert nicht. Sie erhofften sich durch ihre Arbeit eine Anerkennung, statt dessen ernten Sie Beschimpfungen oder Ablehnung. Sie erhofften sich durch ihren Partner emotionale und sexuelle Befriedigung, aber schon nach kurzer Zeit fühlen Sie sich gar nicht mehr so befriedigt ... Sie suchen einen Gegenstand und können ihn einfach nicht finden ... Sie haben sich auf ihre Rente gefreut, doch die fiel aus ... usw., usw... Aufgrund mangelnder Gesamterkenntnis und der Trennung vom Sein – (die Wirklichkeit zerfällt für mich in Wahrnehmung und Begriff und der Ver- stand spiegelt das Sein nur als Abstraktes, siehe Kapitel: »Identifikationen« und »Wie geschieht Erkenntnis?«) – muss ich Vorurteilen oder Fehlinterpretatio- nen unterliegen. Außerdem, statt dass ich wirklich aktuell erkenne, proji - ziere ich nur schon einmal Gedachtes oder Vorgestelltes in die Realität hinein, welches dann oft mit ihr negativ kollidiert (Positiv-Überraschungen sind wohl nicht das Problem): ich konstruiere Wirklichkeiten, die mit ande- ren Wirklichkeiten kollidieren und das tut meistens erst einmal weh. Kommt es zu einem Aufprall zwischen »äußerer« und »innerer« Wirk- lichkeit (siehe Abbildung nächste Seite Ausgangspunkt Fragezeichen oben) ent- steht Schmerz - gleich einem giftigen Stich, der mich aufschreckt und Angst auslösen kann. Jetzt fühlt sich die Seele dazu aufgerufen, die unan - genehme Situation zu beheben, sich zu »heilen«. Sie will vom Minus (Minderwert: denn es ist ja offensichtlich etwas »dumm gelaufen«) ins Plus! Die allgemeinen Abspaltung: die Welt zerfällt innerhalb meines Be- wusstseins in Wahrnehmung und Begriff, führt zu einer mit Schmerz und Angst verbundenen aktuellen Aufspaltung/Entzweiung. An dieser aktuell 130 Blick in die Seele erlebten Entzweiungsstelle, muss ich mich entscheiden: entweder für die Realitätsbegegnung oder für das Beibehalten einer persönlichen »Reali - tätsvarianten«. Diese signifikante Entzweiungsstelle wird im weiteren mit dem Wort Bifurkation 377 bzw. Bifurkationsstelle bezeichnet. An der Bifurkationsstelle muss ich entweder die schmerzliche Diskrepanz lösen durch • Wirklichkeitsverdrängung (blauer Kreislauf) oder • Annahme des Schmerzes und dem sich Aussprechen- lassen, d.h. ich gebe mir, meinen Gefühlen, Gedanken und auch der Situation eine Ausdrucksmöglichkeit (roter Kreis). Der Kreislauf der Wirklichkeitsverdrängung (blauer Kreis) Beispiel: als Kind mussten Sie viel Streit in ihrer Familie erleben und ha - ben den »Friedensengel« - die Rolle des Streitschlichters entdeckt. Durch diese Rolle konnten Sie den Konfliktschmerz lindern, die Situation bewäl - tigen. Ich Buch 131 einem gegenwärtigen Projekt, an dem Sie beteiligt sind, gibt es sachliche Auseinandersetzungen (Grafik: innere/äußere Wirklichkeiten). Als die Situa- tion sich aufheizt (Differenzen/Kollisionen am Spalt), spielen Sie wieder die Rolle »Friedensengel« (Aspekte der realen Situation werden verdrängt, siehe »1.Apfelposition«: abgesondertes rotglühendes Apfelstück, und durch einen sub - jektiven Repräsentanten ersetzt, siehe »3.Apfelposition«). Aber der Friedensen- gel ist gar nicht angesagt, im Gegenteil, er lenkt nur von der eigentlichen Diskussion ab. Deswegen reagieren die beteiligten Personen abweisend auf ihre Interventionen (»4.Apfelposition«: erneute Konfrontation Rolle -Wirk- lichkeit). Diese Rollenkonfrontation stellt wieder eine persönliche Kon - fliktsituation da. Sie fühlen sich vor den Kopf gestoßen, erleben Schmerz (Grafik: Sie haben die Schlange nun schon einmal durchlaufen und befinden sich wieder an der Bifurkationsstelle). Da Sie jedoch aus ihrer Sicht die gute En- gelsrolle der Friedfertigkeit spielten, die abgestoßen wurde, sind die an- deren die »Teufel«. Sie geben sich mit »denen« gar nicht weiter ab, verlas- sen einfach den Raum - wollen evtl. damit auch die » anderen« bestrafen (im Durchlaufen der Schlange entsteht zunehmend Hass einerseits, andererseits autistische Selbstbehauptung: Außenwelt und Ich polarisieren in »Gut und Böse«). Damit ist für Sie die Welt erst einmal wieder in Ordnung, Sie ha- ben für sich eine Lösung gefunden (im Schlangenkreis ist das die »3. Apfel- position«). Die Diskussion geht nun ohne Sie weiter. Während aber bislang hitzig auf der Sachebene diskutiert wurde, stellt sich nun für eine Seite heraus, dass die Einwände oder Ideen der »anderen« Position doch die sachge- rechteren sein könnten. Statt jedoch Einsicht zu zeigen, wird mit faden- scheinigen »Sachbezügen« gegen die andere Position angekämpft (an der Bifurkationsstelle wird sich jetzt für den Schlangenkreis entschieden ). Es geht jetzt nicht mehr um die Sache, sondern um Macht, um ersparte Enttäu - schung, darum, sein Ansehen, seine Kompetenz, sein Selbstbild zu wah- ren (und ist auf dem besten Wege, das Gegenteil zu erreichen ;-). Durch geschicktere Rhethorik, mehr Machteinflussnahme usw. gelingt es tatsächlich, die eigene Position durchzudrücken. Für die Gewinner ist da - mit die Welt (u. ihr Selbstbild) wieder in Ordnung (im Schlangenkreis ist das wieder die »3. Apfelposition«). Nachdem die Ideen in die Produktion eingeflossen und die ersten Serien verkauft worden sind, stellt sich ein Produktionsfehler heraus, der auf die in der Diskussionrunde getroffene Fehlentscheidung zurückzuführen ist: die äußere Wirklichkeit kollidiert mit der Inneren! - das ist schmerzhaft für die 132 Blick in die Seele Verantwortlichen. Da sie als Verursacher die ersten sind, die den Zusam- menhang erkennen, setzen sie alles daran, diesen nach dem Motto zu ver - schleiern: »es gibt eben Dinge, da steckt man nicht so drin!« Schließlich bedienen sich Personen aus dieser Gruppe sogar der Lüge und bewussten Informationszurückhaltung (wieder die »3. Apfelposition«). »Sie« als »Friedensengel« empfinden vielleicht sogar Genugtuung (Scha- denfreude). Aber »Sie« sind mitverantwortlich, denn »Sie« hatten auch eine Chance, sich so in die Gruppe einzubringen, dass die Aufspaltung und damit auch die Fehlproduktion hätte vermieden werden können. »Rollen« und »Muster«, das Allzupersönliche oder Ego, haben in dem Beispiel die Oberhand gehabt und damit Realitäten geschaffen, welche sich gegen bestehende Wirklichkeiten richteten. Jedem von uns dürfte es schon mehrfach passiert sein, bewusst die Un- wahrheit gesagt zu haben. Ob als kleines Kind aus Angst vor dem Ent- decktwerden, der Bestrafung durch die Eltern - ob als Jugendlicher »An - geber«, weil ich mich mit etwas, was nicht so war, profilieren wollte - ob als Erwachsener, um durch Unterdrückung der Wahrheit mir einen Nach - teil zu ersparen usw. Durch die Lüge schaffe ich wissentlich eine Scheinwirklichkeit von der ich behaupte, sie sei die Wirklichkeit(»3. Apfelposition«). Diese Schein- wirklichkeit kollidiert früher oder später und immer wieder mit der Wirklichkeit und führt dann zu einem inneren Konflikt: entweder muss ich mich als »Lügner« outen oder aber wieder neue Lügen generieren, um die Scheinrealität als Wirklichkeit darzustellen. Mit jeder weiteren Lüge schlage ich der (äußeren) Wirklichkeit ins Gesicht und sage: »Ich will mit dem, wie es ist, nichts zu tun haben, ich erkenne die Welt nicht in ihrem Sosein an, ich ziehe es vor, meine subjektive Vorteilsvariante dagegen zu setzen!« - Wenn ich die Wirklichkeit so behandele, zieht sie sich vor mei - ner Seele zurück. Mein ganzes Leben tendiert zu einem Truggebilde. Stän - dig in der mich von anderen isolierenden Angst lebend, das Licht könnte die Lüge an den Tag bringen, werde ich zum Schatten meiner selbst. Stelle ich also eine Schein-Einigung im Sinne des blauen Kreises her, stößt mich die Wirklichkeit immer wieder an die Bifurkationsstelle, an der ich entscheiden muss: nehme ich den Schmerz an, schaue der Angst ins Gesicht, lasse ich die Dinge aussprechen – oder verdränge und über - gehe ich das, indem ich meine Rollen oder Abwehrmechanismen spiele? Bin ich erst einmal in den blauen Abwehr-Kreis hineingerutscht, wird es an der Bifurkationsstelle jedes mal schwieriger. Ich muss jetzt ständig Ich Buch 133 Energien dafür aufbringen, die Konfrontation mit der Bifurkationsstelle, mit der Wirklichkeit zu meiden! Dieses Verhalten der Abspaltung von der Realität, dem weitere Abspaltungen, Entzweiungen (Bifurkationen) zur Aufrechterhaltung der Scheinrealität folgen müssen (Bifurkationsmechanis- mus) wächst zur Gewohnheit: das Seelische hat als Information mittler- weile eine Verformung in den Prozessen des Lebensleibes bewirkt. Von ihm kann es sogar in die Gestaltungen des physischen Leibes hineinwir - ken (synaptische, hormonelle und zellfunktionelle Veränderungen ) und so z.B. eine Krankheit verursachen: Menschen, die sich immer um andere »küm- mern« müssen, um sich selbst zu vergessen, füllen ihren Lebensinhalt mit anderen und laufen eher in Gefahr sich auch körperlich mit anderem In- halt zu füllen (Geschwüre!). Der blaue Kreislauf gleicht einer sich zunehmend verengenden, verhär- tenden Spirale: aus Verdrängung werden Muster, aus Muster Gewohnhei - ten, hieraus negative Charakterzüge (neurotische Charakterzüge einer neuro- tischen Persönlichkeit) oder evtl. auch »physische« Krankheiten. Damit ist nun beschrieben, wie quasi ein »zweiter Mensch« (Schatten, Doppelgänger, irreales Selbst etc., das »Double« beinhaltet Züge desselben, siehe Kapitel: Identifikationen) im Seelenleben heranwächst: Nicht mehr das Ur- sprüngliche (Ich), sondern mehr und mehr lebt sich dieser »zweite Mensch« in der Persönlichkeit aus. Die Seele, welche sich vom Ich abge - kehrt hat, wird durch anderes gelebt! Erinnern Sie sich an die Übungen zur Ich-Wahrnehmung und an die zwei grundsätzlichen Entscheidungssituationen (Beispiele Seite 62). Genau diese Ich-Wahrnehmungsfähigkeit und der damit verbundene Mut sind an der Bifurkationsstelle notwendig, um nicht im blauen Kreis einzufrie - ren, bzw. um sich aus ihm zu befreien. Die Schattenpersönlichkeit stellt eine aus abgespaltenen, verdrängten Seelenanteilen (Gedanken, Wünsche, Gefühle usw.) durch mich selbst ge- schaffene Realität dar, die Persönlichkeit verändernd wirkt. Um uner - kannt zu bleiben, bietet sie mir Verdrängungstaktiken an. Springe ich dar - auf an, gebe ich dem Aufbau dieser Gestalt meine kostbare Energie. Ich nähre sie, weil sie mir suggeriert: »ich bin Dein Ich!«, bzw. »Du bist so wie ich!«. Wer »icher« ist, ist auch sicher! Doch ich irre, bin unsicher, ver- wechsle die Perspektiven: mein Bewusstsein befindet sich in den Schat- tenstrukturen, in der »Matrix« des Egos, meint aber im Ich zu sein. 134 Blick in die Seele An folgenden Merkmalen, Gefühlszuständen oder Gedankenstruktu- ren stellen Sie fest, dass Sie überwiegend von Ihrem Ego gesteuert sind: • Sie fühlen sich verletzt oder krank, sind depressiv oder voller Wut • Sie erleben nur mehr Ihr Eigengefühl und trachten danach dies zu steigern ( z.B. dadurch, dass Sie über die Fehler von anderen reden, sich in ihrer Verletzung, in ihrer Wut oder depressiven Haltung, oder in Karriere/Erfolgsgefühlen suhlen usw. - wodurch sie den oder das andere na- türlich nicht mehr wahrnehmen können) • Sie trachten nach Ansehen und äußerem Erfolg, handeln nach Ihrem materiellen Vorteil, ohne Rücksichtnahme und freuen sich darüber, wenn Sie Vorteile gegenüber anderen haben bzw. wenn andere Nach- teile gegenüber Ihnen haben. • Sie hassen und wollen zerstören oder anderen oder sich selbst (Selbst- bestrafung - z.B. Rauchen!) eins auswischen. • Sie lenken sich mit passiven Mitteln ab, richten ihre Handlung/ihr Verbraucherverhalten nach dem Mainstream aus (Medien, Süchte etc.) • Sie lügen • Sie trachten danach, Macht über andere zu haben An folgenden Merkmalen, Gefühlszuständen oder Gedankenstruktu- ren stellen Sie fest, dass Sie (Ihre Seele) überwiegend mit ihrem Ich ver- bunden sind: • Sie fühlen sich geborgen, gesättigt und vom Sein beschenkt • Sie fühlen in sich die Polaritäten (z.B. Innen und Außen) als Atemvor- gang eines Lebensstromes • Sie fühlen sich als in sich beschenkte, klare und sonnige Persönlich- keit • Sie fühlen sich dankbar und können in der Liebe alles annehmen (so- wohl Ihre als auch die Schwächen anderer) • Sie sind gelassen, entspannt, fühlen sich frei, denn Sie können alles Sein so lassen und sind doch allzeit zum Handeln aus der Liebe zum Sein bereit. • Sie können jederzeit eine Vogelschauperspektive über Ihre Gedanken, Gefühle, über Ihre irdische Sichtweise einnehmen. • Sie fühlen sich all-ein und spüren ein Ewigkeitsgefühl Ich komme zur mir selbst, in dem ich lerne, die Bifurkationsstelle wahrzu - nehmen und bewege mich so in den »roten Kreis«. Ich Buch 135 Das freie Herz, der rote Kreis ... An der Bifurkationsstelle beginnt der rote Kreis mit Akzeptanz, mit dem Zulassen der negativen oder unangenehmen Gefühle, mit dem Aushalten der Angst: »ich gehe dahin, wo die Angst ist.« Pointierter ausgedrückt: ich bin bereit zu sterben! Das klingt krass – doch was hier gemeint ist: ich bin bereit alles an Vor - stellungen, Selbstbildnissen, Urteilen usw. von mir aufzugeben, denn durch diese bin ich ja an die Bifurkationsstelle geraten. Sie kollidierten in irgendeiner Weise mit der Wirklichkeit. Das geschah, weil ich mich mit bestimmten Gedanken, Wünschen, Erwartungen, Verhaltensweisen usw. identifizierte. Hier an dieser Stelle muss ich diese Identifikation aufgeben – mich ihnen erlebend gegenüberstellen. Was ich zuvor noch als »Ich«, als Teil meiner selbst empfand, reiße ich heraus, gebe ich auf, fast so, als würde ich ein Körperteil opfern. Dies ist eine Art Tod (siehe Double- Übung). Will ich mich jedoch nicht bewusst trennen, gegenüberstellen und halte fest (nämlich an der unbewussten Trennungsstruktur), dann gibt es nur die Möglichkeit, die Wirklichkeit subjektiv zu verschönern, zu verbiegen, so dass ich mich nicht ändern muss (und die Trennung weiter betreibe). Da- mit wäre ich aber wieder im blauen Kreis. Also, ich muss bereit sein, zu- vor von mir »Geliebtes« (das schöne Bild) aufzugeben, etwas sterben zu las- sen! Angelus Silesius drückte diesen Vorgang in einer Poesie aus: »wenn Du nicht stirbst bevor Du stirbst, dann verdirbst Du, wenn Du stirbst.« Machen Sie gegebenenfalls noch einmal die Übung auf Seite 49: bilden Sie ihr Double und lassen Sie nacheinander die verschiedenen Teile ster - ben, d.h. bedeutungslos werden. Beobachten Sie einfach, was geschieht. Danach tauchen Sie in die Schattenseiten ein, in das, was Sie als sehr un- angenehm finden - sprechen Sie mit diesen Dingen/Eigenschaften, die Sie eigentlich loslassen wollen und lassen Sie diese aussprechen. Aktiviere ich also mein Herz, den Herzmut, dann lasse ich die unange - nehme Situation und alles Widerstrebende in mir sprechen. Ich schaue der Angst ins Gesicht, ich beobachte alles, was an und in mir geschieht, ohne es bewerten oder verdrängen zu wollen. Ich reagiere also nicht direkt auf mechanische Weise – eben im Sinne meiner Mechanismen, Rollen, Vorstellungen – im Situationsfluss, sondern 136 Blick in die Seele gebe mir innerlich einen Anhalte-, einen Ruhemoment, durch den ich mich der Situation gegenüberstelle, sie betrachten und bewusst erleben kann. An der Bifurkationsstelle, welche auch als die »Kreuzstelle« eines see - lisch warmen und kalten Kreislaufes bezeichnet werden kann, halte ich inne, nehme wahr (»Apfelposition 1« im roten Kreislauf)... ... es ist die seelische Funktion dessen, was das Herz auch physisch macht: das aus der rhythmischen Gefäßpulsation (Vasomotion) vorange- triebene Blut strömt in das Herz und wird dort angehalten. Der Herzmus - kel dient dazu, das Blut anzuhalten, um es nach einer Pause, einem Ruhe- punkt, wieder herauszubeschleunigen und zu rhythmisieren (Anmerkung: müsste all das Blut, wie die offizielle Meinung suggeriert, durch das Herz »ge - pumpt« werden, dann bräuchte das Herz eine Leistung von ca. 56 KW, um das Blut durch die tausende von aberfeinen Gefäßen hindurchzupumpen. Das soge - nannte Herzkammerflimmern, was z.B. nach einem heftigen elektrischen Schlag eintreten kann, beweist, dass der Mensch noch Tage mit einem praktisch stillste - henden Herzen leben kann. Wäre das Herz die »Pumpe«, dann müsste ein Mensch beim Aufhören koordinierter Herzmuskelkontraktion sofort sterben). weitere Beispiele der Bifurkation und Heilung (Kommunikation) Migräne »Ursels Mutter war das, was mit einem »Hausgeneral« bezeichnet wer - den könnte (lebt eine Frau ihre »männliche Seite« zu stark, wird der Mann zum Konkurrenten ...). Sie entschied über das, was richtig und notwendig, bzw. falsch und überflüssig war. Sowohl der Mann als auch ihre Tochter Ursel mussten sich ihr unterwerfen, da anderenfalls auf subtile Weise Haus- dienst und die Liebe abgezogen wurden (Bestrafung von Nichtkonformität: blauer Kreis). Ursel lernte also sehr früh, ihre Handlungen nach dem Gefal - len der Mutter auszurichten und war in ihrem Selbstwertgefühl von der Anerkennung der Mutter über die Maßen abhängig. In ihrem weiteren Leben, vor allem im Beruf, arbeitete Ursel immer so, dass die »anderen« möglichst mit ihr zufrieden waren – sie versuchte es al- len recht zu machen. Dabei wuchs der innere Druck und äußerte sich ver - stärkt in Hustenattacken (als Autoaggressionsymptom gegenüber ihrer unbe- wussten Selbstverleugnung), besonders in Situationen, bei denen sie auf sich selbst gestoßen wurde. Sie litt auch regelmäßig unter Migräne-Anfällen, so dass sie sich von der Arbeit krankmelden musste. Zunächst suchte sie bei den Ursachen dieser Symptome in ihrem Körper. Nachdem sie jahre - Ich Buch 137 lang Ärzte und Heilpraktiker aufgesucht hatte und dennoch keine Besse - rung eintrat, blieb ihr nichts übrig, als den schon öfter ihr gegenüber ge - äußerten Gedanken ernstzunehmen, dass es sich bei ihrer Symptomatik um eine psychosomatische Erkrankung handeln sollte. Ursel brauchte also Jahre, um der Angst vor dieser Wahrheit begegnen zu können. Und erst nach dieser Bereitschaft, sich mit der Angst und dem alten Schmerz zu konfrontieren, öffnete sie sich damit der eigentlichen Ursache, nämlich ihrem Verhalten, es jedem recht machen zu wollen – um zu verhindern, dass ihr Selbstwertgefühl zusammenbricht (früher: erlebte Abspaltung von der Mutter(liebe)). Inzwischen war aber die Mutter verstorben und Ursel spürte, wie der Vater anfing wieder aufzuleben (Zuwachs an Fröhlichkeit und Ausgelassen- sein), was es auch ihr erleichterte, die alten, überkommenen Programme einzusehen und loszulassen. Ihre alte Sichtweise mit den einhergehenden Verhaltensmustern löste sich auf und ihre Migräne verschwand. Sie benö - tigte diese »Krankheit« nicht mehr als »gesellschaftlich anerkannte« Rück- zugsmöglichkeit vor Überforderung, welche entstand durch das übertrie - bene Anpassen an äußere Erwartungen auf Kosten der eigenen Persön- lichkeitsentwicklung. Sie konnte nun innehalten und innere und äußere Realität besser miteinander in Verbindung bringen.« Depression Depressionen sind die häufigsten psychischen Störungen und treten weltweit, unabhängig von Kultur, Nationalität oder sozialer Schicht auf. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe eines Lebens eine Depression zu entwi - ckeln, beträgt bei Männern ca. 12 % und bei Frauen ca. 26 %. Insgesamt er - kranken etwa 20 % der Bundesbürger ein- oder mehrmals im Leben - nach Angaben der Weltgesundheitsbehörde WHO weltweit 121 Millionen Men - schen an Depression, mit steigender Tendenz: im Jahr 2020 soll Depressi - on die zweithäufigste Krankheit hinter Herz-Kreislauferkrankungen sein. Dabei ist die hohe Dunkelziffer nicht berücksichtigt: es wird geschätzt, dass nur jede zweite Depression erkannt wird. Wie entsteht eine Depression? 138 Blick in die Seele Jeder Mensch ist zunächst agil, offen und lernbereit. Bedingt durch Er - ziehung und Milieu wurde das Kind aber in seinem natürlichen Urver- trauen gestört: geliebte Personen haben es zu sehr kritisiert bzw. sein Ver - halten nicht positiv aufgenommen. In für das Kind wichtigen Punkten durfte es seine Natürlichkeit nicht leben, sondern für es wichtige Verhal - tensweisen oder Wünsche wurden ihm als nicht gewollt widergespiegelt. Das Kind empfand dies als Liebesentzug mit innerem, seelischem Schmerz verbunden, worauf es zunächst mit starken Anpassungsbemü- hungen reagiert: es will ein gutes Kind sein und es will so sein, wie Mut- ter und Vater es für gut befinden - aber trotz diesem Bemühen erhält es nicht die ersehnte Anerkennung/Zuwendung (Punkt 1). Das Kind muss jetzt mit Frustrationen kämpfen, die als Wut und Aggression geäußert werden können (Punkt 2), um so auf den Missstand hinzuweisen. Doch trotz dieses Versuches wurde die Ablehnung verstärkt (siehe Rückpfeil zu Punkt 1). Das Kind durchläuft jetzt immer wieder die Schleife 1–2. Bleibt dies erfolglos, fühlt das Kind sich bald ohnmächtig und voller Schmerz und Enttäuschung (Punkt 3). Aufgrund des Anpassungsdruckes, dem das Kind nicht ausreichend! ge- nügen konnte (im Unterschied zur Migräne-Vorgeschichte: überwiegend erfolg- reiche Anpassung), wird es schon sehr früh von seinen eigenen Wurzeln ge- trennt. Es verlernt das zu tun, was ihm entspricht und es hat sich einge - prägt tief im Unterbewussten die Empfindung: »das, was ich will ist nicht gewollt - ich werde den Erwartungen nicht gerecht, egal was ich tue, es reicht nicht aus!« Dieses Selbstbild/Muster ist eine Zeitbombe, die später plötzlich hervorbricht z.B. durch Anforderungen in Beruf oder Ausbil - dung, trotzdem dieser Mensch äußerlich bzw. von seiner Umgebung aus gesehen Anerkennung fand (Dank seiner Anpassungsfähigkeit!). Weil das er- wähnte Muster durchbricht, wird der Mensch plötzlich handlungsunfä- hig, depressiv. Zu einer Erschöpfungsdepression kommt es dann, wenn der Mensch durch Agilität (entspricht Punkt 2) sich ständig selbst beweisen muss, dass er nicht das ist, was sein inneres Muster ihm unbewusst sugge - riert: »ich bin jemand, der den Erwartungen nicht gerecht wird«. Ob agi - Ich Buch 139 tierte, larvierte oder Erschöpfungsdepression - schließlich landet der Mensch an dem Punkt einer mehr oder weniger ausgeprägten Handlungs - unfähigkeit (Punkt 5) unter Umständen auch durch Symptomübertragung auf die Körperebene. Da der Mensch einen starken Leistungsverlust erlei - det, schürt sich in ihm die Angst vor dem Versagen, sein Selbstwert sinkt weiter ab, Gedankennegativität nimmt drastisch zu - schließlich traut er sich kaum mehr etwas in die Welt zu setzen, denn die befürchtete »Kritik der Welt« (das »Andere«) droht ihn zu überschwemmen, er zieht sich vollends zurück, die (Wahrnehmungs)Welt und seine Innenwelt ergraut, erstarrt. Hier zeigt sich nun der starke Selbstbestrafungsaspekt in den eine Depression mündet und der zur Gewaltanwendung - meist gegen sich selbst - führen kann. Schließlich ist auch dieser fünfte Punkt noch als ein Versuch zu werten, den Konflikt zu lösen bzw. doch noch durch »Aus - klinken und Fernbleiben« eine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen bzw. ein Kümmern, d.h. eine Liebeshandlung von »anderen« zu erhoffen. Unter Umständen tritt die unter Punkt 5 beschriebene Entwicklung sehr schnell und plötzlich ein, ohne Anzeichen für die Umstehenden, die die - sen Umschwung gar nicht begreifen können, denn für sie hat die Person durchaus ihre Leistungen erbracht. Wie konnte dieser Mensch nur plötz - lich psychisch so zusammenbrechen? »Man« steht vor einem Rätsel ... Es gibt verschiedene Verläufe und Stadien von Depressionen - doch al - len ist gemeinsam der hier charakterisierte Entstehungsmoment (mit Aus- nahme von Depressionen durch Hirnkrankheiten oder toxischen Einwirkungen - z.B. von Medikamenten oder Werkstoffen. Der plötzliche Tod eines Ehepartners als reaktiver Faktor löst beim gesunden Menschen keinesfalls eine Depression aus): ureigene Handlungsimpulse und der Anpassungsversuch an die Er- wartungen wurden in den Kinderjahren (2-7) von den Liebesbezugsperso - nen des Kindes nicht ausreichend aufgenommen mit der Wirkung, dass die daraus resultierenden Frustrationen zur wesensverneinenden »Anpas - sung« (das Kind gibt als letzten Liebesversuch seinen Eltern Recht, dass es ein schlechtes Kind ist) nach innen genommen wurden. Das heißt: Ureigenstes wurde verneint und statt dessen wurde als Konfliktlösung eine Ersatzper- son in der Seele geschaffen, welche den Anforderungen besser zu entspre- chen bzw. das Schmerzerlebnis zu beseitigen schien. Durch diese unbe - wusste Aufspaltung ist der Keim zur Depression gelegt, welche in späte - ren Jahren durchbrechen kann. Gerade bei mehr sensiblen Persönlichkei - ten, welche ganz Ohr waren in ihrer Kindheitsanlage, ganz auf das Ideal der Erwachsenen aufgeschaut haben, ist die Wahrscheinlichkeit dieser Art 140 Blick in die Seele der Konfliktverarbeitung sehr hoch. Ist das Kind in seiner Seele in sich mehr eigen und nicht so offen, kippt die Frustration nicht nach innen, sondern wird eher nach außen durch Wut oder auch Hyperaktivität ge- lebt. Bei einer Depression wird Leid nach innen genommen, oft mit dem Auf- forderungscharakter oder Appell an die umstehenden Menschen: »Hilf mir« (sogenannte Gegenübertragung). Dieses »hilf mir« dient jedoch nur der Bestätigung der »leidvollen Situation«. Der »Helfende« wird dazu be- nutzt, das bestehende Muster zu bestärken (ich bin abhängig von der Aner- kennung der Umgebung, wird sie mich »lieben«?) - was auch einer Machtaus- übung gleich kommt: in dem der andere sich um mich kümmert, kontrol - liere, bestimme ich ihn! So setzt das Leid den Leidenden auf den Leidens - thron, von dem aus er die helfenden Diener regiert. Die »helfenden Die - ner« wiederum sind Kümmerer, welche sich von ihrer eigenen Seelenpro- blematik durch das Dienen für den anderen ablenken. Auch sie wägen sich in einer Machtposition, da der Leidende in ihren Augen von ihnen ab- hängig ist. Auf diese Weise entsteht ein System der gegenseitigen Abhän - gigkeiten, welche die Betreffenden in ihren alten Mustern festigen und verharren lassen (blauer Kreis). Dieses System kann die Betroffenen soweit von der Wirklichkeit entfernen, dass hier schließlich von einem Wahnsys- tem - einer folie à deux - gesprochen werden kann. Etwa 17% der an Depression erkrankten Personen begehen Selbstmord- versuche mit oder ohne »Erfolg«. Der selbstgewählte Tod ist die Vernei - nung des Lebens - aber wessen Lebens? Der suicidal Depressive will ei- gentlich das töten, was ihn in diese Situation hineingebracht hat: die in dem Ursprungskonflikt geschaffene Ersatzperson (maßgeblicher Anteil des Double), welche nun von ihm Besitz ergriffen hat, von der er weiß, dass er es nicht selbst ist - die ihn aber auch daran hindert, zu erfahren, wer er denn eigentlich ist und damit das zu tun, was seinem inneren Ruf, seiner Aufgabe, seinem Wesen entspricht. Der Depressive gleicht so dem ent- thronisierten wahren König in Gestalt einer grauen Pappfigur, die vergeb- lich nach ihrem Ursprung sucht. Eine weniger anerkannte Variante der Depression ist der Amokläufer: sein Anpassungsprogramm läuft zunächst störungsfrei (er spielt unter Umständen perfekt die Ersatzperson). Dann plötz- lich bricht in die latente erlebte Depression die Erkenntnis der inneren Leere und Sinnlosigkeit, die Enttäuschung »verarscht« worden zu sein hinein. Dieser Erkenntnisschritt ist ein Aufwachen aus der Ersatzperson, jedoch mit so großen Wut- und Hassgefühlen verbunden, dass das ganze Ich Buch 141 Leid nur mehr nach Außen entladen werden kann in Form einer Tötungs- handlung an derem Ende meistens der Täter selbst steht - denn er hasst sich für all das am meisten. Der Amoklauf ist ein Auflehnen, ein explosi - ves Ventil und entspricht genau dem unbewussten Bild: »ich bin ein schlechtes, ein von »Gott« verlassenes, ein »entselbstes« Kind!«. Der Amokläufer inszeniert sich nun in seiner Phantasie als Rächer und Killer der monströsen Ersatzperson, von der er sich befreien will. Depression mit den hier geschilderten Ausgangs- und Entstehungsmo - menten bildet den schwelenden Boden für Terror, wenn aus Rückzug und Hass gegen sich selbst, Hass gegen die Welt, die » anderen«, wird. Dieser Hass lässt sich kanalisieren zu Helden- und Befreiungsträumen, die zu Todeshandlungen führen, in denen endlich Anerkennung und Heldenver- ehrung durch die Sympathisanten garantiert ist. Absolute Anpassung (Ge- horsam) zur Erzielung von »Depression« macht aus den Menschen » Schlä- fer«, die durch gezielt geschaffenes Leid zu Aggressoren werden in der vermeintlichen Absicht, dieses Leid zu bekämpfen: sie ziehen in den von »Staaten« ausgerufenen Krieg als »legalen Terror«. Ohne Depression (lat. pressus = gedrängt/gedrückt) als seelischer Ausgangsstoff lässt sich kein Krieg führen! Die Voraussetzung zur Depression ist die Entfremdung vom Ich durch Reglement und Restriktion, welche zum Machterhalt ein- gesetzt werden. Alle an Liebe Ermangelnde erziehen im Sinne des Liebes- mangels. Statt Liebe (Anerkennung, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Acht- samkeit) wird das Normativ-Funktionale übergestülpt, welches den enor- men Anpassungsdruck zur Folge hat aus dem als » Heilungsversuch« die Ersatzperson entsteht: sie verneint die wirklichen »Ich-Teile«, um die schmerzvolle Konfrontation dieser mit der Umgebung zu meiden. Der Depressive kann nicht gehen, weil er durch angedeutete Konfliktbewälti - gung verlernt hat, sein Bewegungszentrum, aus dem der Impuls des Ge- hens kommen muss, wahrzunehmen. Die Erziehung zur Depressivität ist eine sehr effektive Methode, seinen Gegner zu schwächen und den eige - nen Machterhalt zu sichern. Lösung aus der Depression Das Interesse eines stark reglementierenden »Staates« ist es nicht - entge- gen seinen noch wie beschönigenden Verlautbarungen - das Licht des Bürgers zu unterstützen. Denn Licht bedeutet Mündigkeit - Reglement aber Unmündigkeit. Der erwachsene Bürger ist kein Kind, welches unter die »Obhut eines Vater Staat« gestellt werden muss, sondern voll hand- 142 Blick in die Seele lungsberechtigt. Durch Reglement führt die Machtspitze den Bürger suk- zessive und unterschwellig in die Depression, um so Macht über ihn zu behalten. Ein moderner, volksgerechter Staat, würde ja nur eine judikative und repräsentative Funktion einnnehmen, beschränkt auf die Erhaltung der Grundrechte der Menschen - die übrigens durch diesen klaren Fokus optimal gewährleistet würden, im Gegensatz zu den omnipotent regle- mentierenden Staaten, welche alles regeln wollen und nichts mehr gere - gelt bekommen! Der »omnipotente Staat« kann nichts anderes erzeugen durch sein wirklichkeitsfremdes bzw. der Wirklichkeit hinterdrein hin - kendes Reglement, als einen enormen Anpassungsdruck, dem der einzel- ne Bürger zusehens nicht mehr gerecht werden kann - so dass auch hier durch Frustration (von der durch Konsum usw. abgelenkt werden soll) eine de- pressive Stimmung in der »Volksmasse« (gemäß Punkt 5) - und bei Min- derheiten eine aggressive Stimmung (gemäß Punkt 2) - entsteht, letzteres wiederum die willkommene Rechtfertigung für noch mehr Kontrolle und Reglement ist. Die Lösung der Volksdepression ist die Bürgergesellschaft: vor Ort im Hier und Jetzt unter Einhaltung der Menschen- und Wesens- würde werden die Strukturen in Kompetenzkreisen abgesprochen und ge- schaffen - wobei diese Kompetenzkreise eben aus entsprechenden Bür - gern bestehen und die Einhaltung der Menschenwürde z.B. bei einem Bürgerrat, der als Mediator fungiert und in seiner qualitativen Arbeit vom Rechtsstaat kontrolliert wird, eingeklagt werden können. Die Lösung der individuellen Depression ist eine Vorbedingung für das Entstehen einer vernunftbegabten Bürgergesellschaft - und erfolgt in der biografischen Arbeit des Einzelnen. Hier gilt es, die Abkehr vom inneren Licht zu erkennen, um sich in der Folge dem Licht wieder zuwenden zu können (dies kann zunächst auch äußerlich geschehen durch Serotoninanregung bzw. Lichttherapie). Denn wie aus dem Geschilderten hervorgegangen, ist der eigentliche Lichtanteil der Persönlichkeit, sind Anteile des wahren Kerns, unterdrückt - durch eine »Liebeswunde«. Die Abwesenheit des Lichtes kann nur gut gemacht werden durch die Anwesenheit des Lichtes. Der erste notwendige, aber relativ unbedeutende Schritt ist, den Erkennt- niszusammenhang herzustellen über die Depressionsursache - ihre Ge - schichte, so dass der Mensch den Impuls verspürt: »meine Angst vor der Liebe will ich überwinden!« - Denn er hat in Abkehr vom Licht und im Leid sein Herz verschlossen und konnte in Anbetracht der alten Wunde genau das, was er von außen einforderte: ihm entgegenzubringende Lie - be, nicht aufnehmen. Durch die gewonnene Erkenntnis kann er den Mut Ich Buch 143 aufbringen, sich zu öffnen. Ein kompetenter, ihm zugeneigter Mensch hilft ihm dabei durch meditative Übungen den inneren »Königsraum« zu erfahren, dort, wo er sein eigenes Licht wiederfindet - sich selbst, der Quelle begegnet. Der Weg aus der Depression geschieht an der Bifurkati- onsstelle in dem der Depressive den Herzmut fassen lernt, sich auf den Grund seiner selbst fallen zu lassen, sich damit selbst und seine Lebens - aufgaben zu finden. Dieser zweite Schritt ist entscheidende Grundlage, um in einem weiteren Schritt die Verzeihung zu vollziehen: sich selbst ge - genüber, da ich mir selbst Leid angetan habe - aber auch den Menschen gegenüber, die mir als Kind nicht die ersehnte Zuwendung zukommen lassen konnten. Nach diesem dritten Schritt kommt der Konsolidierungs - schritt: wie schreite ich in die Zukunft, ohne die alten Muster »wiederzu - beleben« - kann ich sie wirklich loslassen, behalte ich den neuen Zugang zu meinem Inneren - zu mir selbst? Dies neue in die Zukunftschreiten ist von Liebe durchwirkt und so mir dies gelingt, habe ich mich geheilt und kann jetzt sogar helfend in die Ge- meinschaft wirken (Frucht des roten Kreises, Seite 130 - die Heilung der Herz- Kreislaufkranken Gesellschaft). letztes Beispiel: Lebenspartnerbeziehung Ich begegne einem Menschen und es überkommt mich ein intensives Sym- pathiegefühl. Ich habe mich »verliebt«. Diese Gefühlswahrnehmung ist nun Anlass, sich öfter begegnen zu wollen. Während des Kennen-lernens werden die verschiedensten Segmente (Abbildung), oft unbewusst, auf Entsprechung überprüft. Ist das Ergebnis positiv, erhalte ich ein O.K und lasse mich nun ganz bewusst in die Beziehung ein. Aufgrund des Sympathiegefühles gehe ich davon aus, dass die Liebe Anlass und Grund ist, welches mein Wünschen, Den- ken und Handeln in der Beziehung aus- macht und diese selbst auch herbeigeführt hat. Doch in Wirklichkeit sind es alle Seg- mente, die gebündelt als Kraft hinter Ent- scheidungen und Handlungen in dieser Beziehung stehen. Letztlich erlebe ich aufgrund des Sympathiegefühles nur dasselbe als »Ursächliches« - es überlagert für mein Bewusstsein alle anderen »Antreiber«. Hier erzeuge ich also eine Autosuggestion und Vor- 144 Blick in die Seele stellung von Verliebtsein, die das Gefühl wiederum verstärkt (der Volks- mund nennt das: »Liebe macht blind«) - aber auch eine seelische Öffnung hin zum anderen bedeutet: positive Eigenschaften, die vielleicht von vielen übersehen werden, erscheinen in ihrem Glanz (der Volksmund müsste hier sagen: »Liebe macht sehend, ohne Liebe bist Du blind!«). Im Laufe der Beziehungszeit - ob das bei manchen schon der nächste Morgen, bei anderen sieben Jahre und mehr ist - kommt der Punkt, an dem das Gefühl an Intensität stark nachgelassen hat und auch ein Teil der anfangs suggerierten Vorstellungen sich als mehr oder weniger unzutref - fend herausgestellt hat. In der Grafik oben sinkt also der »Liebebalken« nach links ab, so dass andere Antriebe nun die Intensiveren sind und so - mit mehr in den Fokus des Bewusstseins fallen. Plötzlich steht also ein »unteres Segment« im Rampenlicht. Die Beziehung wird nun als Zweck, als gegenseitige Benutzung erlebt, sie vergraut darin. Entweder geht jetzt die Beziehung zu Bruch - das wäre in vielen Fällen das Ehrlichste - oder sie wird weitergelebt aufgrund der Co-dependenzen (den unteren Segmen- ten). Hier nun gibt es wieder zwei Varianten: die Ehrlichere: jeder ist sich über die Grundlage der Beziehung klar (z.B.: brauche sexuellen Partner, kann nicht alleine sein usw.) und bejaht diese Ab- hängigkeiten bewusst. die Verdrängende (hysterische): jeder tut eben so, als seien die Co-dependen- zen nicht die maßgeblichen Antreiber, sondern es sei die »innere Treue« oder ein ständig vorhandes »Verliebtsein«, welches jeder sich selbst und dem anderen »beweist«. Doch objektiv gesehen ist diese Treue oder das »Carneval in Rio Spiel« nichts anderes als Feigheit vor der Wahrheit. Der »ehrliche« Fall stellt also einen Kompromiss dar mit gegenseitigen »Nutzungsrechten«, die in gegenseitiger Anerkennung der Würde des an- deren umgesetzt werden. Er bewegt sich quasi in einem Zwischenraum von rotem und blauen Kreis - denn einerseits ist ein Bewusstsein für die Verdrängung da und auch ein gewisser liebevoller Umgang - aber ande- rerseits fehlt die Kraft der Transformation, die bestehenden Abhängigkei - ten durchschreiten zu wollen. Die dritte Variante, in der die Transformation der Segmente/Ringe ange - strebt wird, könnte so umrissen werden: Ich Buch 145 1. irgendetwas hat mich zu dieser Menschenbegegnung hingeführt. 2. irgendetwas hat dann dieses Gefühl in mir entstehen lassen. 3. aus den Voraussetzungen 1 u. 2 ist eine Beziehung entstanden. 4. da die Beziehung auf einer Anzahl von Segmenten beruht, welche mir überwiegend unbewusst sind, stellt sich als eine Aufgabe der Bezie- hung die Bewusstwerdung dieser Ringe (Dependenzen) - welche ich als innere oder äußere Konflikte in der Beziehung erlebe. 5. Bejahe ich diese, habe ich mich an der Bifurkationsstelle für »rot« ent- schieden, bin ich bereit mich zu transformieren und die Tranformati- onshandlungen geschehen nun tatsächlich aus Liebe. 6. Wenn beide Partner dies erkennen und tun, dann wirken beide als nun bewusst angenommene Spiegel - der eine ist der Katalysator für den anderen. Es geschieht jetzt ein beschleunigtes Vorankommen, wie zwei Planeten, die sich in ihren Bahnen gegenseitig Schwung geben, und ein Befreien aus den Dependenzen, dem »allzuirdenen Sumpf«. 7. Aus der Befreiung durch die Liebe geschieht Liebe und diese fließt zunehmend in das Umfeld: die Beziehung selbst ist geklärt - es er- wachsen aus ihr für jeden Kräfte, die er positiv in sein Umfeld ein- setzt: eine höhere Harmonie ist erreicht. Hiermit wiederum soll nicht gesagt sein, dass eine Beziehung schließlich nur das Instrument oder Arbeitsgerät ist, um eine Transformation der per - sönlichen Schwächen oder Unvollkommenheiten herbeizuführen bzw. die persönlichen Segmente nacheinander durchzuarbeiten, auch wenn jede Beziehung letztlich die Konfrontation mit den »unteren Segmenten« zur Folge hat. Zumindest stellt sie eine Chance dar, diese Transformation zu vollziehen. Im Mysterium der Beziehung kann jedoch auch liegen, diese eingegangen zu sein, um ohne Auseinandersetzung mit den Dependenzen gemeinsam einen neuen Impuls in die Welt zu setzen, den keiner alleine hätte verwirklichen können (dies kann unter Umständen auch die Geburt ei- nes Kindes sein - wobei das hier nicht vordergründig gemeint ist). In allen hier aufgeführten Beispielen wird immer wieder deutlich: neh- me ich den Schmerz und die Angst an, welche durch innere oder äußere Diskrepanzen bzw. Konfliktsituationen entstehen, ist das die Vorausset - zung zum Erkennen der Ursachen, welche zu den Diskrepanzen mit der Wirklichkeit geführt haben. Dieses »Aha«-Erlebnis befähigt mich weiter dazu, in Zukunft mit den Dingen frei, ohne Angst usw. umgehen zu kön - nen. 146 Blick in die Seele Hierin begründet sich auch der Ansatz der Verhaltenstherapie: nicht wirklichkeitsadäquates (Angst)-Verhalten wird zunächst als solches vom Verstand erkannt. Dadurch wächst der Wunsch, diese Abhängigkeit oder diesen Zwang zu durchbrechen. Nun wird in individueller Weise und schrittweise mit Rückzugsmöglichkeiten die angstauslösende Situation herbeigeführt bis der Klient gelernt hat, diese Situation mehrfach zu durchschreiten, ohne dass dies für ihn negative Konsequenzen hat. Schließlich gewinnt er durch dieses Training wieder den Mut zurück, sich den entsprechenden Situationen, denen er zuvor ausgewichen ist, zu stel - len. Er kann sie wieder zulassen und hat sich aus den Zwängen befreit. Nach dem (Herz-)Erkenntnisschritt bin ich also frei. Erkenntnis (hier ist nicht die intellektuelle Kopferkenntnis gemeint - welche Vorbedingung aber ge - nausogut Hemmnis sein kann!) ist die Vorbedingung zur Freiheit. Ich bin gewachsen und aus dieser neuen Perspektive kann ich ganz anders mit den Dingen umgehen. Ja, ich kann jetzt helfend und unterstützend dort wirksam sein, wo andere evtl. noch in den Fesseln stecken, durch die ich zuvor auch gebunden war. Zumindest werde ich für solche Situationen ein tiefes Verständnis aufbringen können. D.h. der rote Kreis ist eigentlich von Anfang an durch Liebe geprägt: ich bin bereit etwas von mir zu geben, ich nehme bewusst » Fremdes, das Ande- re« an, ich wende mich dem, was sich da zeigen will, mit Hingabe und Andacht zu. Jetzt zeigt es sich und ich kann es erkennen. In der tiefen Er - kenntnis, der Begegnung mit der Quelle, entsteht das Gefühl der Dank - barkeit – denn ich bin nun umfassender und heiler als zuvor. Aus Dank - barkeit schenke ich das Neugewonnene wieder in meine Umgebung. Der rote Kreis (Seite 130) ist ein von Liebe durchwirkter Wachstumskreis menschlicher Vermögen – im positiven Sinne struktur- und kulturschaf - fend. Wie beide Kreise zusammenwirken: Bis zu dem hier Geschilderten kann immer noch evtl. der Eindruck vor- handen sein, dass der blaue Kreislauf der »Schlechte« und der rote Befrei - ungskreis der »Gute« ist. Das »Schlechte« ist aber eigentlich da, um etwas »gut« zu machen. Be- trachten Sie dazu einmal folgendes: Sie sind zu einer bestimmten Zeit geboren, in einem bestimmten Kultur- raum, haben bestimmte Eltern, ein entsprechendes Familienfeld, ein soziales Umfeld, haben in der Regel ein eindeutiges Geschlecht, haben durch ihre Ich Buch 147 Vorfahren eine Gendisposition, haben einen bestimmten stabilen, starken oder kranken und schwachen Körper mit einem unverwechselbaren Aus - sehen, haben bestimmte Vorlieben, Fähigkeiten und Charaktereigenschaften, sind mit ganz bestimmten Menschen in Kontakt gekommen, haben diese und jene Verliebtheit mit bestimmten Personen erfahren, leben evtl. mit einem bestimmten Partner, arbeiten in einem bestimmten Zusammenhang usw. . Mit anderen Worten: durch mannigfaltige Faktoren wurde bei Ihnen ins- besondere als heranreifendes Kind ihr Körper und auch der feinere Auf- bau ihres Gehirnes bestimmt. Ferner wurden hierdurch im weiteren Le - benslauf seelische Strukturen und Gewohnheiten geschaffen. D.h. also, dass Sie eine ganze Menge im Laufe der ersten sieben Lebensjahre mitbe- kommen haben, was schließlich die Grundlage bildet, nach der Sie sich ihre Welt »zusammenbasteln«. Dabei geht es für Sie als Kind in erster Li - nie darum sich anzupassen. Denn die Realität des Kindes sind seine El - tern bzw. ihm nahestehende Personen. So kopiert oder ahmt nach das Kind das, was es in seiner Welt vorfindet. Es kann nicht wissen, dass dies so Erlernte nur in seiner spezifischen Situation angemessen ist. Ihm bleibt nichts anderes übrig als diese Subtanz als »Fundus« mit in die Welt zu nehmen und diese danach zu messen. So lebt der fünfunddreißigjährige Mensch immer noch aus diesem Fundus, aus diesen ihm angediehenen In - terpretationsstrukturen heraus. All das ergibt den »Stoff«, der an die Bi - furkationstelle bzw. in den blauen Kreis führt: denn das Gelernte (Alte) will ich auf die gegenwärtige Realität anwenden, welche aber oft nicht dazu passt, so dass durch diese Diskrepanz ein Konflikt mit Konfliktangst entsteht und schon bin ich an der Bifurkationsstelle angelangt. Entscheide ich mich im Sinne des alten »Fundus«, dann bleibe ich im blauen Kreis - lauf. Dieser Fundus stellt auch überwiegend den Pool bzw. die Auswahl mei- ner Identifikationen dar - das sind also die Teile des Fundus, die ich zu- nächst als »Ich-Teile« erlebe (siehe Double). Bin ich bereit diese aufzuge- ben, kann ich mich in den roten Befreiungskreis bewegen. Hier wird jetzt klarer, dass der blaue Verdrängungskreis das beinhaltet, was ich war und was mir geschah. Er verkörpert Vergangenheit, darin meine alte Gestalt als Strukturaufbauendes, als Basis. Diese alte Gestalt bringt mich - spätestens in den Mit- oder Enddreißi - gern - in starke Auseinandersetzungen und Konflikte mit der gegenwärti - gen Realität. 148 Blick in die Seele Damit ist diese alte Gestalt aber mein Lerngarant! Denn, was ich neu zu lernen habe, diese neuen Erkenntnisse entstehen überwiegend in der Aus- einandersetzung mit der alten Gestalt und der gegenwärtigen Realität! Also ist diese Auseinandersetzung Vorbedingung zur Freiheit und ihrem Wesen nach kann sie ja nur freiwillig errungen werden: es kann keine Freiheit geben, zu der ich gezwungen werde! Somit ist der tiefere Sinn der »alten Gestalt« mir zu zeigen, wo ich unfrei bin, um mich darauf aufmerksam zu machen, wo ich mich befreien kann! Also, Sie merken, die Dinge werden vielschichtiger: einerseits wurde dargestellt, dass der Verdrängungkreis der Ort des Egos ist, der Schatten- raum, das, was mich verhärtet, festhält und schließlich meine Persönlich - keit verdunkelt. Andererseits war jetzt die Rede von einer »alten Gestalt«, welche mein vergangenes Leben mir entgegenbringt, dadurch das sie mei- ne »persönliche Brille« ist, durch die ich die Welt betrachte und die auf diese Weise zu Lernkonflikten führt, welche die Vorbedingung zum Vor- wärtskommen sind. Und in der Tat: blicke ich in meine Seele, entdecke ich die alte Gestalt, die meinen alten Menschen in mir präsentiert, die mich festhalten, aus dem gegenwärtigen Zeitenstrom heraushalten will. Aber durch diese (Zeit)Differenz werde ich geradezu auf das Neue aufmerksam gemacht. Die Diskrepanz verhilft mir dazu, den neuen Menschen in mir zu entde - cken. Eine Geburt also - evtl. auch unter heftigen Schmerzen. Denn eine Geburt ist immer auch eine Trennung: ich muss die alte Hülle verlassen. Und eine Geburt ist immer eine Autonomiegeste! Es geht um Freiheit. Wie aber kann ich mich neu gebären? Durch die Liebe. So wie ich durch sexuelle Liebe einen Körper gefunden habe und geboren wurde, so kann ich auch nur durch Liebe den neuen Menschen in mir selbst gebären! Liebe ist Annahme und Hingabe an meine Wunde, die Verletzung – das Alte, was in Konflikt mit der Gegenwart erscheint. Ich kann mich erst hei - len, wenn ich die Wunde sehen will. Die Bifurkationsstelle ist die Scheide, der Spalt an dem die Wunde sichtbar wird, aus der sich Neues gebären kann durch die Befruchtung mit dem Erkenntnis-Herzenslicht. Eingangs des Kapitels ist die Frage gestellt worden: wie wirkt das Ich mit dem Seelischen zusammen? Gedanken, Vorstellungen, Gefühle, Wün- sche, Begierden und Triebe kann ich in meinem Seelenleben beobachten und entdecke, dass sich mir ganz bestimmte Muster, Verhaltensweisen, Denkinterpretationen usw. eingeprägt haben, was genannt wurde die »alte Gestalt« und die wiederum ein Teil des Doubles ausmacht. Ich Buch 149 Wenn ich davon ausgehe, dass es nicht gleichgültig oder beliebig ist, wann, wo, wie und worin ich geboren bin und lebe und was mir im Leben widerfahren ist (siehe Aufzählung Seite 146), dann muss ich doch die Frage stellen: wenn dies also kein Zufall ist, wie geschieht dann die Kommuni - kation oder der Informationsfluss, damit die Ereignisse so für mich ein- treten, wie sie es tun? Es muss also etwas da sein, was mich zu diesen und jenen für meine Ent - wicklung notwendigen Begegnungen bringt. Diese Funktion übernimmt die sogenannte »alte Gestalt«, die auch als Doppelgänger bezeichnet wird (die Funktionsweise, wie dieses Wesen in den menschlichen Körper hineinwirkt wird im Kapitel „Doppelgänger...“ dargestellt) . Diese Gestalt will erlöst werden. Sie wird erlöst, in dem ich ihre Infor - mation verstehen lerne, dadurch dass ich durch die Angst am Spalt, an der Bifurkationsstelle hindurchgehe und auf die Diskrepanz schaue, sie bzw. auch die Angst nicht verdränge. Jetzt ist es eine Frage des Herzmutes, diese Angst auszuhalten, ihr ins Gesicht zu schauen. So gerne die alte Gestalt erlöst werden will, so heftig sind aber noch an - dere Kräfte an diesem Seelenort, die die Doppelgängerrolle verderben, d.h. für sich nutzen wollen. Diese Kräfte wurden bislang unter dem Wort Ego subsummiert. Das Ego ist aber nur eine Fiktion, ein Film, der von je - nen Kräften und unserer Verstandes-Seele erzeugt wird. Dieser Film ist eine echte »Vorstellung« und an unseren Körper, an das physische Gehirn ge - bunden. Im Nachtbewusstsein gibt es diesen Film nicht! Und es kann ihn auch nicht nach dem Tode geben. All das zusammenfassend, was ich benutze, um mein subjektives Bild festzuhalten (die Eingangs erwähnten Identifikationen – weitere Spielarten von Abwehrmechanismen siehe Anhang: »psycho-dynamisches Modell und Abwehr- mechanismen«377) und umgekehrt, was an mich scheinbar von Außen im- mer wieder herantritt als Konfliktsituation, kann ich als das Wirken ei - genständiger »Personen« denken, die mich ständig begleiten. Das sind die auf Seite 86 angedeuteten »Esse«, welche sich als Gedanken, Gefühle, Ur- teile usw. in die Seele schieben und von denen ich dann unter Umständen den Eindruck habe, ich sei es selbst. Ein Teil dieser »Es-Personen« wurde in diesen Ausführungen in Anlehnung an C.G Jung als Schatten (der Be- griff des »irrealen Selbstes« von Janov ist ein ähnlicher) bzw. Doppelgänger bezeichnet. Blicke ich tiefer in meine Seele, dann begegne ich diesen »Personen« wie 150 Blick in die Seele oben gezeigt. Dabei stelle ich fest, es sind nicht nur von mir abgespaltene Seelenteile oder herangezüchtete Muster, sondern es sind tatsächlich We- sen, welche ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten, ihre eigene Sprache und Charakteristika haben – so wie eine Person – außer, dass sie keinen eigen - ständigen Körper besitzen, wie das normale Personen tun – sie »benutzen« meinen Körper mit. Doch würde jemand wie selbstverständlich darüber reden, dass es kör- perlose Personen gibt, welche z.T. auch noch in seinem Körper mitwoh - nen, dann würde er Gefahr laufen, als verrückt, als Opfer einer dissoziati - ven Störung erklärt zu werden. Andererseits gibt es eine ganze Reihe von körperlosen Personen, mit de- nen jeder sprachlich wie selbstverständlich umgeht: »der Staat«, »die Ge - sellschaft«, die »Kirche«, das »Gesetz«, die »Vorschrift«, die »Moral«, die »Wahrheit« usw. Diese Wörter weisen also keinesfalls nur auf juristische Personen, doch ich benutze sie oft subjektivistisch in den Sätzen so, als seien es wirkliche Personen, die handeln, entscheiden, sprechen und verurteilen könnten (siehe Kapitel Identifikationen). An diese Scheinhandelnden haben »wir« uns gewöhnt. Doch, wenn der Autor behauptet, dass im Menschen selbst, in der Seele noch verschiedene andere »Personen« anwesend sind, die jeder bei Hinwendung auf sein Seelenleben bei sich selbst beobachten kann, dann wird das wohl trotzdem für viele eine ungeheure Behauptung dar - stellen! Manche im Verstand gefangene Seelen mögen behaupten, dass dies, was hier z.B. als »alte Gestalt« oder Doppelgänger bezeichnet wurde, nichts weiter ist als eine Synapsenkonfiguration 380 im menschlichen Gehirn. Als Beweis dafür sehen sie an, dass wenn man bestimmte Hirnregionen medi - kamentös, mechanisch oder auf elektrische Weise affiziert, bestimmte Verhaltensweisen, Bilder und/oder Körperschema auftreten oder ver- schwinden. Vertreter dieser Verstandesart müssten sich aber dann einmal die Frage stellen: welche Instanz konfiguriert denn die Synapsen soundso und: wieso gibt es hunderte von klinischen Fällen von Menschen, denen ganze Teile des Gehirns fehlen (Unfall oder Operation), deren Funktionen dann plötzlich durch andere Regionen ersetzt werden? Sicher ist es richtig zu behaupten, dass, wenn eine CD zerstört ist, keine Musik mehr abspielbar ist. Deswegen aber gleich mitzubehaupten, die CD Ich Buch 151 würde die Musik herstellen, ist wohl eine sehr vereinfachende und will - kürliche Annahme ... So wie die CD nur ein Datenspiegel ist, so ist es auch das Gehirn, und so wie die CD von außerhalb derselben mit Licht (Laser) eregt werden muss, um Datenstrukturen wirksam werden zu lassen, so wird auch das Gehirn mit »Geisteslicht« konfiguriert und dient als Spiegel desselben. Die Identifikation, welche den Menschen unserer Zeit die meisten Pro- bleme besorgt ist eben die Verstandes-Körper-Identifikation: ich glaube, ich sei der Verstand! Diese Identifikation ist Teil des vorhin erwähnten Identifikations-Pools, selbst Teil der »alten Gestalt«. Sie ist nur ein weite - res Beispiel dafür, wie stark diese Gestalt wirksam ist und das Denken und Handeln des Menschen bestimmen kann. Betrachte ich meine eigene Biografie oder lese ich Biografien, dann muss ich feststellen, dass es immer wieder Punkte im betreffenden Leben einer Persönlichkeit gab, an denen plötzliche Wendungen (Krankheit, Tod von Mitmenschen, Unfälle, Kündigungen, notwendig gewordene Reisen etc.) plötzli- che Einfälle (Klarwerden, Erkenntnisse) oder plötzliche Begegnungen (Part- ner- oder Feindschaften) stattfanden, welche dem Leben eine signifikante Änderung gaben. Nun kann ich sagen: »alles Zufall!«, »Schicksal« oder: »göttliche Fü - gung« – und belasse es bei dieser Etikettierung als Fall von Selbstbe - schränkung, denn nach diesen »Antworten« hört das Denken und auch das Beobachten auf. Solches Verhalten mag für die ein oder andere Person richtig sein, denn sie will – oder sie soll?! – sich noch nicht mit tieferen seelischen Phänome - nen beschäftigen. Begegne ich einem solchen Menschen, dann habe ich das unbedingt zu berücksichtigen, wenn ich seine Persönlichkeit wahr nehmen will. Will ich ihn mit meiner »Wahrheit« erschlagen, dann bin ich weit von Wahrheit entfernt. Also, wenn etwas erkannt werden soll, dann setzt das immer den eige- nen Wunsch nach dieser Erkenntnis voraus und das eigene Bemühen. Da - durch entstehen eigene Beobachtungen. Das ist die wissenschaftliche Seelenbetätigung: Zulassen und Einrichten von eigenen Beobachtungen, die Phänomene sich aussprechen lassen – dann beginnt der »Geist der Sache« sich im Denken auszusprechen. Mit Hilfe des in Intuition getauchten Denkens erlange ich dann eine Wirklich - keitserkenntnis, die jedoch grundsätzlich (d.h. ihrer Qualität nach) jeder er- langen kann, der sich dafür die Voraussetzungen schafft. In der Naturwis- 152 Blick in die Seele senschaft werden diese Voraussetzungen durch äußere, materiell repro- duzierbare Konstellationen (Versuchsanordnungen etc.) und dem geschul- ten Denken (= »Geistiges«) geschaffen. In einer Seelen- und Geisteswis- senschaft werden die Voraussetzungen durch innere, seelisch-geistig re - produzierbare Konstellationen und dem geschulten Denken geschaffen. Die Inhalte erschliessen sich nach und nach durch seelische Beobachtung. Erkennt der Mensch die eigentlich wissenschaftliche Tätigkeit, dann weiß er auch, dass es zwei Arten, »zwei Welten« gibt auf die sie sich be - ziehen kann: eine materielle und eine seelisch-geistige. Die Wissenschaft der ersten bezeichnet er als Naturwissenschaft, die der zweiten als Geis - teswissenschaft (die Fakultäten der sogenannten »Geisteswissenschaften« sind hier nicht gemeint). Diese Trennung von Innen und Außen ist durch die heutzutage noch vorherrschende Bewusstseinsart des Menschen gegeben: die Welt selbst aber ist nicht gespalten, sondern erscheint nur dem Be- wusstsein als Dualität (siehe Seite 76). Durch seelische Beobachtung kann ich erkennen, dass die menschliche Seele ein Gefäß, ein Raum ist, in dem sich die verschiedensten (z.T. durch mich selbst erzeugte) Subpersönlichkeiten, aber auch andere nichtkörper- hafte Wesen »tummeln«. Diese Wesenheiten, welche in der Umgangssprache oft hinter dem Wort »Es«, »die«, oder handelnde Scheinpersonen und Passivsatzkonstruktio- nen versteckt oder als »Schicksal« oder »Zufall« bezeichnet werden, be- einflussen mein Denken, Fühlen und somit auch mein Handeln. Mein Normalo-Bewusstsein untersteht also zeitweise der Führung dieser We- senheiten. Diese Agitatoren unterscheiden sich durch zwei grundverschiedene Wir - kungen auf meine Persönlichkeit. Solche Wirkungen, die meine Ich-Ent- wicklung unterstützen und solche die sie hemmen. Bei denen, die mir meine Entwicklung ermöglichen, gibt es wieder zwei grundsätzlich verschiedene »Macharten«: Es gibt solche Wesen, die ein unmittelbares Interesse daran haben, dass ich mich zu mir selbst entwickele. Diese Wesen werden umgangssprach- lich mit Engel bezeichnet und bewirken plötzliche Umschwünge, Ände - rungen oder aber gerade einen Schutzwall davor, dass also Änderungen, die mir wirklich nicht gut tun würden, an mir vorübergehen. Es gibt aber auch verstorbene Menschen, die mit ihrem Bewusstsein das meinige posi- tiv beeinflussen (ich muss hier nicht nur an Bücher oder Überlieferungen den- Ich Buch 153 ken, die das materielle Relikt von Verstorbenen sind, aus denen ihr Geist noch sprechen kann). Die zweite Art von Wesen sind z.B. solche, wie der zuvor genannte Dop - pelgänger. Sie transportieren Hemmnisse, unschöne Triebe und Neigun - gen, alte Vorstellungen, alte Interpretationsmuster in meine Seele, welche mich letztlich zu Konfrontationen mit mir »selbst« führen (üblicherweise sind das die Dinge, bei denen ich am liebsten mit dem Finger ins Außen zeige: die anderen sind schuld, Sündenbock!). Goethe bezeichnete diese Kräfte als »ein Teil jener Kraft, die das Böse will und das Gute schafft« (Goethe, Faust I). Während oben also zwei verschiedene Wesenswirkungen aufgezeigt wurden, welche aber auch im »negativen Falle« dennoch letztlich der Menschenentwicklung förderlich ja notwendig für dieselbe sind, gibt es Wesen, welche ausschließlich zerstören wollen. Die Wirkungen dieser Wesenheiten kennzeichnen sich durch: • puren Zerstörungswillen ohne jeglichen Sinngehalt (es besteht weder Ei- gennutzen, noch wird durch die Zerstörung etwas Neuem den Weg geebnet – totale Auslöschung, Exhumination) • Herstellen von absolutem Chaos, ohne einen Ideenhintergrund dafür zu haben. Die Seele, ein Haus von Vielem ... Auch meine eigenen Gefühle kann ich z.B. wie Personen ansprechen, sie begrüßen, wenn sie sich melden möchten – sie ganz wahrnehmen. Ich kann sie fragen, welche Botschaft sie mir vermitteln wollen. Diese Art von liebevoller Gegenüberstellung hilft oft, dass sich das, was sich zeigen will auch wirklich zeigen kann. Es hält eine Botschaft für mich bereit (hiermit ist eine Methode gekennzeichnet, welche z.B. im Focusing 380 Anwendung findet. Wenn ich in diesem Sinne seelische Phänomene wie Personen behandle, ist dies z.B. eine Technik zur Konfliktverarbeitung und es müssen dies keine wirklich ei - genständige, seelische Instanzen bzw. »Personen« sein). Hinweisgefühle: Bei vielen direkt mit dem Leib verbundenen Gefühlen ist die Botschaft unmittelbar. Das Hungergefühl erklärt sich sozusagen meist von selbst. Viele Unwohlgefühle (z.B. ein diffuses Unlust- oder Schwächegefühl) sind je- doch weniger direkt und verlangen so nach einer stärkeren, liebevollen Zuwendung, damit sie wirklich zu einem sprechen und erzählen können, 154 Blick in die Seele warum sie da sind. So gibt es eine ganze Schar von Gefühlen, die » Hin- weisgefühle« genannt werden können, weil sie mich auf bestimmte kör- perliche oder seelische Missstände hinweisen möchten. Vergnügungsgefühle: Dann gibt es eine zweite Kategorie von Gefühlen, welche »Ver - gnüg-ungsgefühle« genannt werden könnten, weil ihr Auftreten von et - was in mir als angenehm empfunden wird und ich sie deshalb haben will – ihnen nachlaufe, also sie eher mich haben. Beispielsweise bestimmte Ge- schmacksgefühle (Genüsse wie Schokolade und dergleichen), das Gefühl, was sich nach einem guten Essen einstellt, das Orgasmusgefühl und dann eine Reihe von Freudengefühlen, die sehr unterschiedlich sind. Desweiteren gibt es in dieser »Kategorie« auch Gefühle wie Schaden- freude, die Freude, einen anderen für seinen Vorteil ausgebeutet zu ha- ben, die Machtfreude, die Freude der Eitelkeit, die der Anerkennung (im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen oder als gutaussehend bezeichnet zu werden) usw. Das sind alles Freudegefühle, die aber mehr oder weniger zur Belustigung der eigenen Gefühlswelt gedacht sind und das unter Um - ständen auf Kosten anderer, also fast ausschließlich Vergnügungscharakter für mich selbst haben (man könnte sie daher auch »autistische Gefühle« nen- nen, sie werden stark durch die Medien-Vergnügungsindustrie genährt). Auch das allgemeine »Zufriedenheitsgefühl« oder was unter »gemütlich fühlen« bezeichnet wird, gehört in die Seelenabteilung der Vergnügungs- gefühle. Herzgefühle: Eine dritte Rubrik stellen die »Herzgefühle« da. Das ist das Dankbar- keitsgefühl, das Freundschaftsgefühl, das Liebegefühl, das echte Mitge- fühl, das Wahrheitsgefühl und das tiefe Freudegefühl, was meist aus Dankbarkeit gegenüber einem erlebten Geschenk (von einem Menschen, ei- ner tiefen Erkenntnis, Offenbarung - oder Intuition, also »Geistgeschenke«) her- rührt. Diese Gefühle stellen sich nicht automatisch ein oder nach vorgegebenen Verrichtungen her, ich kann ihnen auch nicht hinterherlaufen, sondern sie sind immer freiwillig und ohne Absicht, ohne »Pragmatismus«. Empfindung: Was geschieht aber beispielsweise, wenn ich einer großen roten Fläche Ich Buch 155 mit meiner Aufmerksamkeit zugewandt bin? Auch wieder Gefühle: ich kann das Rot schön oder häßlich, es drückend oder schmerzend oder auf - munternd und stärkend fühlen, es kann diese und jene Bilder hervorru - fen. Aber das alles ist erst das Sekundäre – denn primär, muss meine See - le zunächst einmal das Rot als solches empfinden. Die Empfindung Rot löst dann erst die Gefühle aus. Malen Sie einmal mehrere Stunden, vielleicht sogar an mehreren Tagen nur Rot, die ver - schiedensten Rotnuancen! Sie erleben dann, was die Rotempfindung ist und dass sie etwas ganz anderes ist, als die sich ihr anschließenden Rotge - fühle. So ist es beispielsweise auch mit der Sprache. Hören Sie Sprachen, die sie überhaupt nicht verstehen, dann haben sie eine starke Sprachempfin- dung. Es ist aber äußerst schwierig diese Empfindung bewusst zu bekom - men, wenn ich eine Sprache höre, die ich verstehe. Ich kann dann kaum einem anderen beschreiben, wie diese Sprache eigentlich klingt. Diese Arten von Sein, welche sich in meiner Seele aussprechen, kann ich die Empfindungen nennen – sie stehen vor den Gefühlen und sind insbe - sondere für die Hinweisgefühle notwendig, denn in Ihnen spricht sich et- was von dem Anderen aus (ein Körperorgan, eine Farbe, ein Geschmack, ein Ton, ein Laut, eine Bewegung usw.). Anschließende Gefühle sagen nur etwas über mein Verhältnis zu dem Anderen, aber nicht notwendigerweise über das Andere selbst etwas aus. Ich kann beispielsweise ein Kunstgebilde mögen oder nicht, dass sagt aber nichts darüber aus, ob es ein Kunstgebil - de ist oder nicht und in welcher Qualität es sich befindet. Der Teil der Seele, welcher zu diesen Ur- oder Anfangsempfindungen benötigt wird und diese ermöglicht, diesen Teil nennt der Autor hier in Übereinkunft mit Rudolf Steiner 381 die Empfindungsseele. Der Teil der Seele, in dem die Gefühle der oben beschriebenen zweiten und weniger die der dritten Kategorie anwesend sind, nennt der Autor ebenfalls in Übereinstimmung mit Rudolf Steiner die Verstandesseele. Denn in erster Linie benötige ich meinen Verstand, um die Bedingungen zu schaffen, diese Gefühle zu bekommen. Der Verstand ist sozusagen das Pferd, die Raffinesse, mit der sich solche Gefühle erreichen lassen. Auch stellen sich viele Gefühle erst durch die Interpretation des Verstandes ein: eine bekannte Person geht an mir vorüber, ohne zu grüßen. »Ich« fühle mich gekränkt, weil ich der Annahme bin, dass eine Absicht dahinter steckte. In Wirklichkeit aber war diese Person so in Gedanken versunken, dass sie mich einfach nicht als »bekannt« identifizierte. Auf diese Art und 156 Blick in die Seele Weise ist oft die Interpretation des Verstandes der Auslöser für entstehen- de Gefühle. Die Verstandesseele ist ein Seelenteil, der in sich selbst wieder aufge - spalten ist: in den gesunden Menschenverstand und dann in den vom Ego korrumpierten Verstand. Was gesund oder egobehaftet ist, wird oft durch die Konsequenzen der Handlung ersichtlich, kann gegenwärtig jedoch durch die Wahrnehmung der »Energiequalität« herausgefunden werden. Der mehr mit dem Herzen oder Gemüt verbundene Seelenanteil kann als Gemütsseele bezeichnet werden - dieser Seelenteil ist eher »weiblich«, ausschmückend, »schmeckend«, was die soziale Komponente anbetrifft. Es wird ersichtlich, dass die Verstandesseele der problematischste Seelenteil ist, da hier offensichtlich das Ego seine größte Wirksamkeit ent - falten kann. Hier ist der Platz für Hass- und Neidgefühle, für Eifersucht, für Lüge, für Fehlinterpretationen und Vorurteile, für a-soziales Verhal - ten. Die vom Ego korrumpierte Verstandesseele kann zu einem Raubtier, einer Bestie auswachsen. Die Verstandesseele bedarf also einer höheren Führung, damit sie nicht weiter pervertiert (wird sie von der Gemütsseele flankiert, so erhält sie dadurch Wärme und Achtung für den Nächsten) . Haben die Führung bislang überwiegend höhere Wesenheiten (Engel) für den Menschen übernommen, so ist gegenwärtig das Ich die Instanz, welche die Führung der Verstandesseele zu leisten hat (auch, da die Gemütsseele durch die aus dem Überhang der intellektuellen Verstandesseele resultierende Kulturerkältung kaum mehr Ausbildung und Nahrung findet). Die naturwissenschaftliche Denkweise gründet sich auf der Verstandes- seele und umgekehrt ist sie auch ihre Erzieherin bis zu dem Punkt, an dem sie ihr Mögliches qualitativ getan hat. Dieser Punkt ist dann erreicht, wenn dem Forschungsdrang, dem Erkenntniseifer sich sehr stark das per- sönliche Eigeninteresse beimischt, so dass schließlich Forschungsergeb- nisse (Versuchsanordnungen) daraus manipuliert werden. Die Verstandesseele entwickelt sich mit der Geschlechtsreife bzw. ab ei- nem Alter von ca. 12 bis zu dem Alter von ca. 21. In dieser Zeit ist es von großer Bedeutung, dass die Verstandesseele ihre richtige Nahrung erhält: Möglichkeiten, in denen der Verstand sich schärfen und deshalb auch gut ausbilden kann. Während im eigentlichen Kindesalter noch nicht forschergerecht (natur- wissenschaftlich) gedacht werden kann, die Verstandesseele sich also erst heranentwickeln muss, kann nach der Ausbildung der Verstandesseele u.U. wieder nicht forschergerecht gearbeitet werden, wenn nämlich das Ich Buch 157 Ich nicht die Führung der Verstandesseele übernimmt. Der biografische Abschnitt, in dem diese Ich-Führung unabdingbar ist, wird als » Midlife- crisis« bezeichnet. Die erste schubhafte Egobesetzung geschah in der Zeit des Spracher- werbs (2-3 Lebensjahr), ein weiterer Schub erfolgte in der Pubertät und jetzt gibt es nocheinmal einen Schub zur Zeit der Lebensmitte (35 bis 39). Dieser dritte Schub trifft auf eine normalerweise schon recht gut gereifte Persönlichkeit, welche also über gewisse Selbstreflektionsmaßnahmen und Erkenntnisse verfügt. Der Mensch wird in diesem Alter bewusster an die Bifurkationsstelle herangeführt und könnte sich eigentlich leichter für den Kreis der Liebe (roter Kreis, Seite 130) entscheiden. Doch auf der ande- ren Seite steht ihm ein vehementes Gewicht entgegen: soziale oder finan- zielle Verpflichtungen, ein materieller Aufbau, eine Karriere, also »Dinge« an denen er stark hängt. Die Konfrontation damit wird als exis - tenziell erlebt, so dass die anstehende Entscheidung doch wieder ganz schön »gepfeffert« und eine Versuchung da ist, den bequemeren, schein - bar »sichereren« Weg zu gehen. In der Lebensmitte soll das Ich also noch- mals besonders stark herausgekitzelt werden durch seinen Antipoden. Wie angedeutet, steht der Mensch in der Lebensmitte an einem biografi - schen Punkt von dem aus er erstmals ein anfängliches Lebenspanorama bilden kann. Denn erstmals verfügt er hier über eine seelisch-geistige Er - fahrung aus über 35 Jahren Leben, welche er nun mit einfließen lassen und auf sein eigenes Seelenleben so anwenden kann, dass ihm erstmals ein tieferes, objektiveres Licht in seiner Seele möglich ist und wie die letz- tere in der Welt verankert ist. Zum ersten Mal kann hier klares Bewusst - seinslicht in die Seele kommen, die sich auf diese Weise selbst bewusster wird. Jetzt können alte Identifikationen als solche klarer ausgemacht wer - den und jetzt kann die Persönlichkeit sie wirklich überblicken und sich davon befreien. Die Verstandesseele wird als solche erkannt, ich erlebe ihre Qualität, ihre Energien und werde nicht mehr von ihr »gemacht«. Ich beginne die Wesenheit zu erleben, welche vorhin als Doppelgänger, bzw. alte Gestalt beschrieben war. Dieses Wesen hat mich das ganze Le - ben lang begleitet, mich in bestimmte Situationen hineingeführt. Es hat mir Schmerz und Leid zugefügt, damit ich daran lernen konnte. Jetzt spricht es sich aus: »Ja, das ist meine Aufgabe, Dich zu konfrontie - ren mit all dem Übel, was Du erzeugt hast, mit dem, was Du »besser zu machen« hast, mit dem, was Du noch nicht bearbeitet hast. Schau mich an, ich bin Dein Schatten, das wovor Du weggelaufen bist, was Dich aber im- 158 Blick in die Seele mer wieder einholte! So bin ich und kann nicht anders, denn es ist meine Aufgabe so zu sein!« Wenn ich dieses erleben kann, dann entwickle ich ein großes Mitgefühl gegenüber dieser Gestalt und den anderen Menschen, die durch ihren Doppelgänger »manipuliert« werden. Ich bin mir meiner Verantwortung bewusst: nur ich kann mich und dieses Wesen erlösen. Es wird so lange da sein und immer wieder mich versuchen, bis ich es geschafft habe, mei - ne »schlechten Seiten« oder Gewohnheiten etc. zu transzendieren. Bewusstseinsseele: Auf diese Art und Weise bilde ich ein höheres Bewusstsein, eine höhere Seelenschicht in mir heran. Vom Boden der vom Ich durchleuchteten Ver- standesseele wird durch das Ich die Bewusstseinsseele 381 geschaffen. Hier beginnen sich bewusstes Ich mit dem kosmischen oder höheren Ich zu ver- einen, zu verschmelzen. Dieser Prozess und Vorgang kulminiert in einen Zustand, der in der Literatur als chymnische Hochzeit bezeichnet wird: »so die Hochzeit mit dem Ich gefeiert, wird er (der Mensch) sich nimmer verlieren an Kämpfe im Außen, welche stattfanden, weil bislang das Be - dürfnis der Übereinstimmung mit dem Ich sich nach Außen reflektiert und gespiegelt hat – aber dort im Außen es nie erfüllt werden konnte.« Solche Sätze sind durchaus für den Verstand begreifbar – doch er kann es nicht erleben. Das Erleben benötigt Zeit, biografische Zeit. Diese Zeit kann das Herz geben nicht der Verstand, der immer einen schnellen Er- folg haben will. Wer ihm unterliegt, der wird eben viele Dinge alleine aus »Zeitmangel« heraus gar nicht erleben können und muss diesen Dingen mangels des Erlebens in letzter Konsequenz auch ihre Realität abspre- chen. Die Lebensmitte stellt also eine biografische Chance dar: hier kann ich mich in besonderem Maße für oder wider meinen eigenen Geist (das Ich) entscheiden. Der allgemeine und immer bestehende Bifurkationsmechanismus erhält hier einen ganz besonderen Schwerpunkt: Erhellung des Bewusstseines oder Abfall ins Dunkel, in das »Land der Schatten«, dort, wo der Mensch zu seinem eigenen Schatten wird! (siehe Umsetzung in Literatur und Film: »Dr. Jeckyll und Mr. Hide«, »Herr der Ringe: die Gestalt des Gollum«, »Krieg der Sterne: der Schulungsweg zum Yedi-Ritter von Luke Skywalker: Begegnung in der Höhle mit dem Schatten von Darth Vader«) Damit ist nicht gesagt, dass einmal Entschiedenes unwiderruflich ist. Im Prinzip hat der Mensch jederzeit die Möglichkeit, sich anders oder neu zu Ich Buch 159 entscheiden oder auszurichten. Doch es gibt eben ganz bestimmte Zeit- knoten, an denen dies besser und umfassender geschehen kann, als an an- deren Zeitstellen ... (über solche Zeitknoten kann z.B. die Astrologie eine Aus- sage machen). Beim »Blick in die Seele« kann ich erleben, wie stark differenziert das Seelische ist. Seelisches ist Ungegenständliches, und dies zu charakteri - sieren ist besonders schwierig, da die bekannten Worte ja meistens aus der Gegenstandswelt entlehnt sind. Untenstehende Grafik dient der Überschau des in diesem Kapitel Ge- schilderten. Kosmo-/Genotyp und Milieu bestimmen die Art Einströmen und Weise der bildung Idee, Begriff des Ich-Kerns und des Körpers mit. Die Verteilung der Einwirkung auf die Geistesleben Bereiche Geist/Seele/ Körper entspricht den Flächenabschnitten der rötlichen Figuren Identifikationen Kosmotyp Vorstellungen Handlungen Verhaltensweisen Seelenleben Milieu Zeit, Ort, Gewohnheiten Begierden Ich-Kern Gesellschafft, Tag Bezugspersonen Triebe Körperbedürfnisse Schatten/ Doppelgänger Qualität Körperleben Genotyp Ich- Einströmen Quantität Umkreis die Welt der Sinne Wahrnehmungen Nacht Geist* und Materie (weiss/blau) durchdringen sich in der Wirklichkeit (»wie oben so unten«). Ebenso schwingt das Seelische (mittlerer Kreis) und das Lebendige (wurde hier ausgeblendet) auch als eigenständige Qualität in dem Gesamt mit. 160 Blick in die Seele Der Mensch ist innerhalb dieses schwingenden, lebenden Ozeans ein in - dividueller, dynamischer Brennpunkt, in dem die verschiedenen Qualitä- ten: Geistiges, Seelisches, Lebendiges und Materielles (Physis) durch sei- nen Individual-Geist als Anteil des geistigen Gesamts und zur Entwick - lung beiderselbigen konfiguriert wurden und werden. Innerhalb der Menschenseele (mittlerer Kreis) ist ein Gebiet, was als Wach- oder Tagesbewusstsein gelebt wird (schwarzer Punkt, Ich-Kern). Um diesen Zustand zu schaffen, wird aus dem Gesamt der Wirklichkeit das Geistige (das Schöpfende, Tätige) ausgeblendet und es vermittelt sich durch die Tore der Sinne nur der Wahrnehmungsanteil (das Geschöpfte/Produkt) der Wirklichkeit (Parabel unten). Aber so, wie es das Tor der Sinne gibt, gibt es auch das Tor des Denkens: hier wird das Geistige ( Schöpferische) in stark abgeschatteter Form als Idee und Begriff zu den Wahrnehmungen (Produkten) in Beziehung gesetzt durch die selbstgewollte Anstrengung von Ich und Denken (Parabel oben). Durch die durch die menschliche Seele bedingte Aufspaltung der Wirk- lichkeit in Begriff und Wahrnehmung entsteht die Möglichkeit des Irr- tums einerseits, andererseits die der Freiheit (ich kann, muss aber nicht den Zusammenhang zwischen dem Schöpfendem [Geist] und dem Geschöpftem [Ma - terie] erkennen!). Durch meine bipolare Seelenorganisation bin ich also aus der Wirklich - keit, zumindest was mein Wachbewusstsein anbetrifft, herausgerissen, entzweit. Diese Entzweiung und Trennung vom Ursprung wird im Chris- tentum als »Ursünde«, »Erbsünde« oder »allgemeine Sündenkrankheit des Menschen« bezeichnet (Entzweiung hier als Punkt und Umkreis: Tag/Nacht-Ich dargestellt). Es bleibt mir zunächst gar nichts anderes übrig, als mir eine eigene Wirklichkeit aufzubauen in der Hoffnung, dass sie der Wirklichkeit entspricht. Gelingt mir dies bin ich wahrhaftig. Die Entfrem- dung zur Wirklichkeit, das Neinsagenkönnen ihr gegenüber ist die Vor - aussetzung, um ein Eigenleben führen zu können, durch das sich der Ego- ismus entwickeln kann, was aber die Entfremdung zur Wirklichkeit wei - ter forciert - meine Handlungen wirken kontraproduktiv: ich schädige andere Menschen, die Umwelt und schließlich auch mich selbst. Es ent- steht eine durch mich selbst gelegte und ausgelöste persönliche Ursache- Wirkungskette: »ich« bin der Täter, meine Umwelt und das eigentliche Geist/Materie sind zwei Wörter, die auf unterschiedliche Qualitäten eines organi- schen Gesamts hinweisen. Geist kann auch als das Schöpferische, Materie als das Geschöpfte aufgefasst werden. Ich Buch 161 Ich sind die Erleider der Ego-Taten. Die Motive und Triebfedern der Ego- Handlungen kommen aus dem Ich-Kern-Bereich (siehe Grafik), diejenigen Handlungen, die aus Intuition entspringen (Geistesleben) - nur das sind die Unbedingten und Freien - tragen nicht den Stempel des Egos in sich, son - dern sind sozial- und umweltverträglich (siehe Unterkapitel Seite 95). Die Wirkungen meiner Taten erhalte ich durch das Außen zurückgespiegelt (»wie man in den Wald ruft, so tönt es heraus«), will jedoch oft den Spiegel nicht annehmen, nicht sehen, dass es meine eigenen Aktionen sind, die sich darin nur widerspiegeln. So begegnet mir die Wirklichkeit oft in Form einer Diskrepanz zu meiner Welt der Vorstellungen, Wünsche, Er - wartungen usw. – ich befinde mich also an der Bifurkationsstelle (Grafik Seite 130, bzw. Seite 159: Oberflächenrand zwischen Schatten und Mittelkreis), an dem Scheideweg: akzeptiere ich den Schmerz der Unstimmigkeit und bewege mich in den Kreis der Wirklichkeit (Erkenntnis-Liebe, innerer roter Kreis: Grafik Seite 130, bzw. Grafik Seite 159: vorderer weißer Kreis) oder über- steigt die Diskrepanz meine »Ichkraft« – ich falle in den Kreis der Ver- drängung (blauer Kreis, Grafik Seite 130, bzw. Seite 159: Schatten hinter dem Mittelkreis). Dadurch, dass ich verdränge und die Wirklichkeit nach mei - nem egoistischen Belieben verbiege, schaffe ich die Gestalt des Doppel- gängers oder meines »Schattens« (Schatten des mittleren Kreises). Dieses Wesen begleitet mich nun ständig, es trägt alle Informationen meiner Un - stimmigkeiten, Irrtümer und Fehlverhalten, meiner abgespalteten Anteile usw. in sich und ist der Garant dafür, dass die durch mich produzierte Ursache-Wirkungskette behalten wird und Anwendung auf mich selbst findet. Viele Menschen glauben ihrer Vergangenheit entgehen zu können. Sie sind ständig auf der Flucht vor sich selbst, sie scheuen die Auseinander- setzung mit dem Doppelgänger, was den ein oder anderen sogar zum Mörder oder Selbstmörder werden lässt. Doch je weiter ich mich entferne, um so größer und mächtiger wird die Gestalt des Doppelgängers. Sie entwickelt sich zu einem »Scheinriesen«, der, je mehr ich mich von ihm entferne exponentiell an Größe gewinnt und je mehr ich an »positiven Eigenschaften« dagegensetze, um so trick - reicher wird. (filmkünstlerische Umsetzung: Matrix-Trilogie- Neo/Smith). Auch der Tod ist kein Ausweg: ich glaube nur, mit der Zerstörung mei- nes Körpers auch die geistig-seelischen Strukturen beiseite schaffen zu können. Weil ich dem egobesetzten Teil der Verstandesseele unterliege, meine ich die Machart meines Wachbewusstseinszustandes – dort erlebe 162 Blick in die Seele ich ja die materielle Welt als die einzig mir unmittelbar gegebene – auch 1 : 1 in die Welt als Wirklichkeit projizieren zu können. Doch das Wirklich - keitsgefüge aus Geist, Seele, Lebendiges und Physis wird nicht nach der Pfeife meines egobesetztenVerstandes tanzen: die von mir gesetzten see- lisch-geistigen Strukturen bleiben ihrer Art und Qualität nach bewahrt und wie mit einem »Marker« auf mein Ich bezogen. Aus der Zusammenfassung des Kapitels: »Blick in die Seele« kann sich mir bei eingehender Selbstbeobachtung die Frage aufdrängen: wer oder was ist es, welches bewirkt: • den »Mechanismus« der Dualität der Seele, diese jedem Menschen »von der Natur« eingebaute »Filtereinheit«, welche die Wirklichkeit in Wahr- nehung und Begriff aufspaltet? • Wie wird die sogenannte Ursache-Wirkungskette im Nachtodlichen, also nach Zerstörung meines materiellen Anteils, auf meine seelisch- geistige Entwicklung wirken? • Macht diese Ursache-Wirkungskette nicht evtl. sogar notwendig, dass ich erneut in einer materiellen Körperform leben muss – damit sie von mir als Urheber auch einen Ausgleich bekommen kann? Dies sind Fragen, die ich mir stelle, wenn die Verstandesseele auf dem Weg zur Bewusstseinsseele ist: der Geist, mein eigener, wird sich selbst mehr und mehr bewusst. Damit einher geht die integrative Arbeit am Doppelgänger und schließlich die Neutralisation dieser Gestalt. Erst nachdem ich bereit bin, die Polarität in mir sterben zu lassen bzw. gleich- zeitig die »Polarität der Polarität*« bilden kann, werde ich keine mehr er - zeugen. So bin ich Eines. Kurzum: beobachte ich meine Seele, dann führt mich das über kurz oder lang notwendigerweise zu der Frage: wie wirke Ich im Verbund mit anderen geistigen Entitäten oder Wesen – was tun diese für mich, wie wirke ich auf sie und wie erscheint dieses im Spiegel der materiellen Welt? die »Synchronizität der Polarität« (z.B. Gleichzeitigkeit von Sein und Nichts) er- scheint dem Verstand als Paradoxon, entspricht jedoch einer Wirklichkeit in der höheren Erkenntnis. Dieser Fakt ließ historisch den Sophismus mit all seinen Spielarten entstehen. Ich Buch 163 Zweiter Teil Das Ich, dem Menschen geschenktes Feuer, brennt, und beides liegt in ihm: sich zu bejahen und ernähren, oder verneinen und verzehren. Die Hauptthemen des zweiten Teils: • das Wirken geistiger Mächte in meiner Seele • wie geschieht die Kommunikation vom Seelischen bis in die Elemente der sogenannten Physis hinein und umgekehrt: • wie kann der physische Spiegel dazu benutzt werden, bestimmte geis- tige Wesenheiten zu dieser oder jener Wirkungsweise in der Men- schenentwicklung zu veranlassen? • welche Rolle spielt dabei die Ich-Entwicklung für den Menschen und für die Welt? Bis hierher konnte der Autor davon ausgehen, dass jeder, der bereit ist, eine eigene seelische Beobachtung nach wissenschaftlicher Erkenntnisme- thode anzustellen, sinngemäß auch zu den hier geschilderten Erlebnissen und Erkenntnissen gelangt. Die folgenden Betrachtungen und Ausführungen stellen mehr einen fragmentarischen Ausblick dar, der dazu dienen soll, weitere Fragen an sich und die Wirklichkeit zu stellen. Vor allem aber wird hier erkenntlich, wie notwendig es zur Heilung der bestehenden Verhältnisse ist, dass die beiden Strömungen, die genannt werden die »Exoterische« und die »Eso - terische«, oder »Aristotelische« und »Platonische«, oder »Realistische« und »Nominalistische«, oder »Naturwissenschaftliche« und »Geisteswis - senschaftliche« u.a. »duale Begriffspaare« - dass diese Strömungen zu - sammenfließen (ein Synonym hierfür ist auch die angestrebte Verbindung der rechten, »intuitiven«, mit der linken, »rationalen« Hirnhälfte). Und als Neu- land hat dies »experimentellen« Charakter. Der Autor möchte hierbei die gegenseitige Befruchtung von Natur- und Geisteswissenschaft anregen. Denn diese Aufspaltung ist nichts anderes, als die ins Außen gesetzte Pro - jektion der Dualität der Menschenseele von Wahrnehmung und Begriff als Dualität von Materie und Geist, Geschöpftem und Schöpfendem. So, wie der einzelne Mensch beim Erkenntnisakt Wahrnehmungs- und Begriffsseite sich vermählen lässt, so wird die Menschheit auch wieder 164 Zweiter Teil Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft sich zur wirklich großen Wis- senschaft vermählen lassen. Und dies kann nur, wie in diesen Ausführu - gen ersichtlich, geschehen auf dem Boden der zu bildenden Bewusstseins- seele. In der Bewusstseinsseelenhaltung kann ich mein Ich und meine Persön- lichkeit nicht mehr als Zentrum auffassen und erleben, nicht mehr als ein vereinzeltes Stück, dem sich die Welt fremd gegenüberstellt – sondern ich erkenne und erlebe mein Ich gleichermaßen in der Welt zugegen. Die Welt und alle Geschöpfe darin sind Teil meines Ichs, so dass ich sa - gen kann: blicke ich in die Welt, dann begegne ich mir selbst, schau ich in mich, so erblicke ich die Welt. Hier entsteht eine neue, wahrhaftige Kom- munikation (communico: gemeinsam machen, vereinigen) in der ein jedes sich wahrgenommen fühlt und sich aussprechen kann. Während die Verstandesseelenhaltung überwiegend von Eigeninteresse, Egobezogenheit und wahrnehmungsbezogenem Vorstellungsdenken (Pro- duktabbild) geprägt ist, löst sich dieses harte, polarisierende und schatten - hafte Denken in der Bewusstseinsseelenhaltung auf zugunsten einer dy - namischen, integrativ, lebendigen Anschauung in der kosmisches Gesamt- interesse lebt. Schnuppern Sie in diesem zweiten Teil sowohl etwas tiefer in naturwis - senschaftliche Erkenntnisse und Anschauungen von heute, als auch in geisteswissenschaftliche Tatsachen und Ausblicke. Ich Buch 165 »Geist und Materie« in Kommunikation Die Dualität Materie/Geist ist ein Produkt des Menschenverstandes und auch nicht. Sie ist ihm gegeben, um eine Kommuni- kation zu entfachen zwischen Schöpfendem und Geschöpf- tem aus der neue Gestaltungen hervor- gehen. philosophische Vorbemerkungen zu »Geist« und »Materie« Materie-Geist kann als Polarität aufgefasst werden: dann meint »Mate- rie« die stoffliche oder dingliche Seite, welche durch die Sinnesorganisati - on gespiegelt wird, während »Geist« die Begriffliche bzw. die Seite der inneren Zusammenhänge repräsentiert. Diese Polarität kann als Spiege- lung des Verstandesbewusstseins, als von ihm konstruierte Seinsprojekti - on angesehen werden, in der das menschliche Bewusstsein zunächst ein- mal befangen und gefangen ist. Aber es kann sich schließlich über sich selbst, über diese seine Machart bewusst werden und sich sagen: »in Wirklichkeit ist die Welt, das Sein eins - nur für mein Bewusstsein spaltet es sich auf in Wahrnehmung und Begriff (Seite 76).« Hiermit ist jedoch die Verstandesebene noch nicht verlassen - qualitativ hat sich das Bewusstsein noch nicht verändert, aber vorbereitet, geöffnet für die Annahme, dass erstens es ein Selbst-Bewusstsein ist, was sich näm- lich selbst wahrnehmen und so charakterisieren kann, und zweitens, dass es gerade dadurch auch die Möglichkeit haben muss, sich zu einem Seins- bewussten-Bewusstsein erweitern zu können. Denn kann ein Bewusstsein sich über sein eigenes Sein bewusst werden, dann hat es generell die Ei - genschaft, sich des Seins bewusst werden zu können - also hat es auch die Möglichkeit der Welten-Seins-Bewusstwerdung. Selbst und Welt würden so (wieder) Eines. In dem das Bewusstsein über das Selbst zum Welt-Bewusstsein hinaus- wächst, wird das Selbst Welt und in sich erleben, dass »die Welt« ( das Komplexe) selbst der absolute Anfang, das Immerwährende und Ewige ist. Die Eigenschaft des absoluten Anfanges ist ja die des aus sich selbst Be - stehenden (dies impliziert gleichfalls die Existenz vieler absoluter Anfän ge oder Uni-Versien, die aber dann in keiner Beziehung zueinander stehen dürfen, da sie ja sonst wiederum nur Teile eines Ganzen - also keine absoluten Anfänge - wä - 166 »Geist und Materie« in Kommunikation ren.). Beim absoluten Anfang kann nicht mehr gefragt werden: und was war davor? Er ist das unmittelbar Aus-Sich-Selbst-Bestehende, eine Eigen- schöpfung - das Schöpfungsprinzip schlechthin. Das Selbstschöpfende »produziert« wiederum Geschöpfe. Geschöpfe bestehen also nicht durch sich selbst, sie haben einen bedingten Anfang und ein Ende. Dem entspre- chend durchdringt sich Selbstschöpfendes mit »Elementen«, die geschöpft wurden. Atomos (gr.: das Unteilbare) kann daher als das kleinstmögliche geschöpfte Teil und damit als dasjenige aufgefasst werden, welches am äu- ßersten Ende der gemachten Wesen (Seinsstrukturen) ist. Somit hat das Atom den Selbstschöpfungsgrad von »Null«. Als Schöpfungs-Anfangs- glied in der Evolutionstheorie verleiht die Naturwissenschaftlerseele ihm jedoch den Selbstschöpfungsgrad von »Unendlich«. So gesehen existiert Geist und Materie nicht nur als Projektion eines Be- wusstseinszustandes, sondern als Seinsqualität: »Geist« bezeichnet dann das Selbstschöpfende und »Materie« das Erduldende, Gemachte, Abhän- gige. Sie ist damit einem Anfang und einem Ende unterworfen, also nicht ewig. Das Weltensein ist zwar nicht so, wie der Mensch es sich in seinem Verstandesbewusstsein mit den Worten Materie und Geist vorstellt oder konstruiert - dennoch spiegelt sich in dieser Verstandesbewusstseinsqua - lität die Seinsqualität von Geist und Materie als Schöpfendes und Ge- schöpftes (diese Relation wird in Platons Höhlengleichnis 371 behandelt). Der Verstand befindet sich in der Zwickmühle, einerseits sich selbst als schöpferisch ansehen zu müssen (Erfindungen usw.), andererseits muss er sich als das auffassen, was er ist: ein Gemachtes mit Anfang und Ende. Das Denken ist ja keine Erfindung des Menschen, sondern wurde ihm ge - schenkt, doch trotz dieser Bedingtheit kann der Mensch das selbstschöp - fende Prinzip (das Feuer) in ihm finden und der Verstand kann sich somit in der Beobachtung des Denkens klar werden, dass es Selbstschöpfendes gibt. Im Menschenbewusstsein kann durch diese Öffnung des Verstandes dann auch zunehmend das Selbstschöpfende als großartiges Evidenzer - lebnis aufleuchten. Das Bewusstsein welches sich so des selbstschöpfen - den Anteils bewusst geworden ist, wird dann die Eigenschaft des Selbst - schöpfenden auch nicht mehr der Materie zuschreiben müssen, sondern eben dem Selbstschöpfenden selbst, was mit dem Wort »Geist« gemeint ist. Doch ist heute der Materialismus nicht überwunden, sondern fährt im Gegenteil zu Hochtouren auf: nicht nur das Leben vieler Menschen, son- dern darüber hinaus das der Erde selbst wird der wirtschaftlichen Ich Buch 167 Mach(t)barkeit untergeordnet. Vor kurzem ist in einem Wissenschaftsver - lag wieder ein »Teilband der Bibel für Materialisten« herausgekommen mit dem Titel: »die Allmacht der Materie 382«. Aber aufgrund der eigenen Experimente, müsste sich der Naturwissenschaftler eingestehen, dass Ma- terie einen Anfang und ein Ende hat, denn er sieht sie entstehen und ver - gehen (Stern und schwarzes Loch, auch im Teilchenbeschleuniger:Teilchen- struktur und reine Energie). Alles, was Anfang und Ende hat, ist folglich nicht ewig und kann deshalb auch nicht der absolute Anfang sein. Materie ist Bedingtes, eben Geschaffenes. Auch die Tatsache, dass bis heute nicht experimentell nachgewiesen werden kann, dass Materiestaub sich selbst zur Komplexität einer »leben- digen Verklumpung« (sprich: Zelle) entwickeln kann, zwingt die Natur- wissenschaftlerseele gemäß ihrer eigenen Anschauung dazu, die Theorie der Materie als Selbstschöpfendes nur als Hypothese, als reines Gedan - kenkonstrukt auffassen zu müssen. Aus diesen Ausführungen 382 wird für den Verstand zunächst einmal klar, dass es berechtigt ist, mit dem Wort »Geist« auf das Selbstschöpfen - de zu weisen und in dem »Geistigen« den absoluten Anfang vorliegend zu haben. Würde ein außerhalb dieses absoluten Anfanges stehendes Wesen zu ir - gendeinem Zeitpunkt dieses Geschehen beobachten, so würde es zu je- dem Zeitpunkt sagen müssen: »das ist der Anfang!« Denn es sieht aus seiner Überschau, das alles ineinanderfließt und das das Ganze der An- fang ist, nämlich stets aus sich selbst bestehend. So könnte dieses Wesen also unzählige Momentaufnahmen des Anfanges registrieren, von denen keine Aufnahme gleich einer anderen ist und doch alle stets als Gesamt und Unbedingtes in sich bestehen. Dieses Wesen würde sich sagen: »das, was der Naturwissenschaftler sieht, kann höchstens die Reproduktion ei - ner von vielen Momentaufnahmen sein - nämlich genau die, welche sein Bewusstsein spiegeln kann und darin subjektiv aber auch objektiv ( als be- stehendes Teil des Gesamts) Anfang und Ende hat. Da der absolute Anfang sich selbst geschöpft hat, wird er sich auf ewig selbst schöpfen - immer wieder neue Schöpfungen als Momentaufnahmen seiner selbst kreieren. Für dieses beobachtende Wesen wird es auch nicht verwunderlich sein, dass es innerhalb dieses Selbstschöpfenden nicht nur die schon erwähnten »gemachten Elemente« (z.B. Materie) gibt, sondern auch solche, welche das Potenzial zur Selbstschöpfung haben - aber nicht gezwungenermaßen dieses Potenzial zu der Vervollkommung der Selbst - 168 »Geist und Materie« in Kommunikation schöpfung ausschöpfen müssen - die also die Freiheit der Entscheidung haben, sich als Selbstschöpfendes hervorzubringen oder sich als Element für andere Selbstschöpfungen aufzugeben. Diese »Elemente« (und das sind ja wir Menschen!) sind also bipolar geschaffen und finden zur Selbstschöp- fung dadurch, dass sie zunächst die Polarität anerkennen, dann aber über- winden. Wer in dieser Polarität das Eine will wird im Anderen enden, die Ersten werden die Letzten sein. Das bipolare Bewusstsein, ein Gespalte- nes, ein mit sich selbst in Konflikt befindliches, ist daher ein leidendes Be- wusstsein, welches sich so oder so einen will: in der Annahme des Ge - samts und dadurch das Trennende transzendierend - oder das Gesamt vergessend nur Teil des Trennenden selbst zu werden. Im ersteren Fall er - kennt es das Trennende im Sein (Geist-Schöpfung und Materie-Produkt), be- jaht also die für seine Bewusstseinsentwicklung notwendige Trennung und betrachtet diese somit als Durchgangsstadium, im anderen Fall wird die vom Sein geschaffene Trennung ignoriert und die jeweils eigene Form der Trennung als allumfassende angesehen. Der materiell ausgeprägte Naturwissenschaftler will das Selbstschöpferi - sche von der Materie ausgehend erklären, der religiöse Mensch will die von ihm ausgeblendete Hälfte als vom Geiste abhängig erklären. Beide sitzen an gegenüberliegenden Ufern ein und desselben Flusses und beide haben die Möglichkeit von jeweils ihrer Seite aus auch die andere zu er - reichen - sie müssen dazu nur in den Fluss steigen. In das Sein zu steigen, verlangt die Transzendenz des »persönlichen Seins«, die Aufgabe seines Poles. Die Pole aber sind geschaffen, um sich steigernd zu vereinen und doch liegt in beiden das Bestreben getrennt bleiben zu wollen (siehe auch Bifurkationsmodell Seite 130). So ist die Situation eines dynamischen Gleichgewichtes geschaffen worden - eine »Unentschieden-Situation«, eine Waage, in die der Mensch selbst mit eingebaut ist, damit er entschei - den kann: das ist das Freiheitsmoment, und damit er jeweils das andere umfassen kann: das ist die Verwirklichung der Liebe*. Damit bietet dieses in der Verharrung der Pole Leid hervorrufende, aber im Großen gesehen dynamische Gleichgewicht, die Chance zu einer Kommunikation in Freiheit und Liebe, aus der das Neue entstehen kann. Das Größte wirdmet sich dem Geringsten (Beispiel: Buddha, Jesus) = Umfassen der Gesamtpolarität: Liebe Vereinigung Friede. Ich Buch 169 Wenn Knochen und Krebs durch Einbildung heilen ... In Houston,Texas, behandelte der Orthopäde James Bruce Moseley 180 Patienten mit leichter Knie-Arthrose. Zwei Drittel operierte er, bei einem Drittel von ihnen setzte er nur oberflächliche Schnitte auf der Haut. Das erstaunliche Ergebnis: Nach zwei Jahren waren 90 Prozent der Patienten beider Gruppen mit der OP zufrieden - unter den Schmerzfreien waren die »Scheinoperierten« sogar in der Überzahl. Wie war es möglich, dass nur durch die bloße »Einbildungskraft« sogar Kochenschäden wieder rückgängig gemacht werden konnten? Der sogenannte Placebo-Effekt wird seit Ende der 50er Jahre mit zuneh- mender Bedeutung untersucht. Er konnte bislang nur im Menschenreich beobachtet werden – im Gegensatz zu dem homöopathischen Effekt, wel - cher auch bei Pflanzen und Tieren wirksam ist. Was in dem Placebo-Phänomen bzw. dem der Scheinoperationen zur Gesundung wirksam sein muss, hat in der Fachwelt die Bezeichnung »High-Tech-Schamanismus« erhalten. Schamanismus deswegen, weil, wie beim »Naturschamanismus«, bestimmte »kultische Handlungen« vollzo- gen werden (hier in Form von High-Tech: Gebäudeart, Maschinenaufgebot, Untersuchungsmethode, aber auch Gebärden und Kleidung des Arztes usw. ge- hören dazu). Diese Handlungen und Umgebungen vermitteln dem Patien- ten genauso ein Vertrauen und den Glauben, dass ihm hier geholfen wird, wie in Naturvölkern der Schamane es mit entsprechenden Dingen dort vermittelt. Mit anderen Worten: oft muss also nur das Bewusstsein des Patienten felsenfest von der Heilung überzeugt sein, dann tritt diese Heilung in den meisten Fällen auch ein. Lance Armstrong erkrankte im Alter von 25 an Hodenkrebs darüber hin- aus waren Lunge und Gehirn voller Metastasen. Die Ärzte gaben ihm mit Chemotherapie eine Überlebenschance von drei Prozent. Aber Lance Armstrong ließ sich nicht beirren, sondern war der felsenfesten Überzeu- gung, »dass der Krebs sich bei ihm den falschen Körper ausgesucht hatte«. Dank seines Überlebenswillens und der positiven Einstellung wur - de er nicht nur gesund, sondern gewann das schwerste Radrennen der Welt: die Tour de France. Auf irgendeine geheimnissvolle Art und Weise kann also Geistiges – hier in Form von Absicht, Vorsatz oder Überzeu- gung – im Menschen bis in die Materie seines Körpers hineinwirken. 170 »Geist und Materie« in Kommunikation Naturwissenschaftliche Vorstellungen zur Kommunikation Für den Naturwissenschaftler ist das Geistige, was sich hier in Absicht, Vorsatz und Überzeugung ausdrückt, nur ein Produkt des Gehirnes, also materieller Ursache. Die Kommunikation geschieht also nicht zwischen Körper und Geist oder umgekehrt, sondern liegt von vornherein schon in ein und demselben Gebiet. In dem Artikel »Good Vibrations« der Neurologen Fachzeitschrift »Ge- hirn & Geist«, Ausgabe 11/2005 findet der Leser den Untertitel: »Wie entscheidet das Gehirn, was es interessant findet? Aktuelle Ergeb- nisse zeigen: um die Aufmerksamkeit des Bewusstseins zu erregen, feu - ern Nervenzellen gemeinsam im Schnelltakt.« Weil Lance Armstrongs Gehirn Krebs wohl sehr uninteressant fand, trat eine Heilung ein. »Wir werden krank, weil in fast 90 Prozent der Fälle der Informations - austausch zwischen Immunsystem und Gehirn gestört ist« sagt Prof. Orn- stein. Als die häufigsten psychischen Ursachen werden genannt: Einsam- keit, negativer Dauerstress und unterdrückte Gefühle, welche als Effekt geschwächte Abwehrkräfte haben, sowie ein stärkeres Schmerzempfin- den und ein messbar erhöhtes Krebsrisiko. Manfred Schedlowski, Universität Essen, hat dies einmal so ausgedrückt: »man weiß heute, dass sowohl die Bewegung der Immunzellen im Körper als auch die Funktion dieser Zellen nachhaltig durch Botenstoffe und durch Hormone beeinflusst werden. Und das ist der Weg über den psy- chische Prozesse wie beispielsweise Stress, Freude oder Ärger unser kör- pereigenes Abwehrsystem erreichen«. In seinem Buch Psychoneuroimmu- nologie 383 findet der Leser dann detailiertere Darstellungen über Funkti - onszusammenhänge von psychischen Faktoren gegenüber dem Nerven- und Immunsystem. Folgendes Stressmodell schafft einen ersten Eindruck, wie dort gedacht wird: Ich Buch 171 Zur Verdeutlichung: Der Stressor ist ein Reiz, welcher im Gehirn verarbeitet wird. Es kommt dann unter Umständen zu einer Hormonkaskade, Grafik linke Seite: Ak- tivierung des Hypophysen Vorderlappens, der Hormonausschüttungen (z.B. Cortisol, Aldosteron und Adrenalin) in der Nebennierenrinde reguliert. Diese Hormone wirken nun auf das Immunsystem, indem sie z.B. die Glucocorticoid-Bildung beeinflussen, welche Einfluß auf die Wirkungs- weise der Lymphozyten hat, die ihrerseits für Erkennung und Abwehr- maßnahmen gegenüber Fremdeiweißen, Bakterien und Viren zuständig sind und damit über gesund und krank entscheiden. Auf Grundlage die - ser hier stark vereinfacht dargestellten Reaktionskette bewirkt negativer Stress Krankheit bzw. Anfälligkeit gegenüber Krankheit. Das Modell macht deutlich, dass es sich für den Naturwissenschaftler letztendlich nicht um eine Kommunikation von Materie und Geist, son- dern nur um eine solche zwischen Ponderabilien, Elementen der Materie handelt - nach dem Motto: »wie entscheidet das Gehirn ...« Ich oder Gehirn: »das Kind mit dem Bade auskippen« Irrannahme Nr.7 aus dem ersten Kapitel wird hier weiter konkretisiert. Aufgrund Ihrer eigenen Beobachtungen im ersten Teil dieses Buches (wie der menschliche Erkenntnisorganismus funktioniert, Stichwort: Wahrnehmung und Begriff) wird hier nun klarer, warum die Seele des Naturwissenschaft- lers sich dazu genötigt fühlt, Annahmen der Art: »wie entscheidet das Ge- hirn« oder »wie das Gehirn den Geist erfindet« zu bilden. Das Wort Stressor deutet auf einen problematischen Begriff. Das Pro - blem besteht in den meisten Fällen doch darin, dass das »Gehirn« aus ei - nem gleich wie gearteten inneren oder äußeren Reiz erst einen Stressor macht! Möge der erste Stressor-Typus ein allgemeingültiger Stressor sein, wie beispielsweise ein Fallschirmsprung aus großer Höhe, ebenso, wenn ein Amokläufer anfängt, wie wild in der Gegend herumzuschießen und Sie dabei eine potentielle Zielscheibe abgeben, oder das Leiden an einer schweren Krankheit. Doch überlege ich mir genauer, wie oft solche Stress-Situationen von Typ I vorkommen gegenüber solchen, in denen der Stressor selbstgemacht ist, muss ich feststellen, dass ich es überwiegend mit dem zweiten Typus von Stressoren zu tun habe: nur durch mein Urteil, meine Interpretation 172 »Geist und Materie« in Kommunikation oder meine Identifikation wird etwas zum Stressor, was für andere keinen solchen darstellt. Fährt Ihnen der Bus vor der Nase weg, so mag das für Sie Stress auslö - sen, einen anderen lässt es aber - auch wenn er dadurch die gleichen Un- annehmlichkeiten hat - völlig cool. Der eine hat Geldprobleme und lebt damit stressfrei, den anderen treibt es in den Selbstmord. Der eine ärgert sich über eine dumme Bemerkung über ihn, der andere entgegnet ihr mit Humor. Ja, selbst ein Stressor von Typ I kann bei einigen Menschen stress- los verlaufen (Indianer, der in 50m Höhe stressfrei über einen Eisenträger läuft - prekäre Situation im Autoverkehr, welche von einem geübten Fahrer lässig »weggesteckt« wird, Ruhe in Anbetracht eines Todesurteils). In der überwiegenden Anzahl von Fällen entscheide ich bzw. mein Be - wusstsein darüber, ob etwas ein Stressor ist oder ob nicht. Der Naturwis - senschaftler geht in seinem Stressmodell davon aus, dass der Stressor eben von zuhause aus ein Stressor ist und nicht erst durch die Interpreta - tion des Individuums dazu gemacht wird. In letzterem Falle müsste er nämlich in seinem Diagramm das Gehirn vor den Stressor setzen - bzw. die »im Schnelltakt gemeinsam feuernden Nervenzellen«. Wenn »das Gehirn« den Stressor erzeugt, bestimmt es sich dabei selbst. Damit liegt Ursache und Wirkung in ein und demselben, und der Natur- wissenschaftler hat damit das Kreisproblem: in einem Kreis gibt es keinen Anfang und kein Ende, das monokausale Forschen, welches leider trotz Einstein, Planck und Heisenberg noch den Denkduktus der naturwissen- schaftlichen Forschung abgibt, wird dann ad absurdum geführt. Der Naturwissenschaftler braucht ein Vorher-Nachher, und wenn es kei- nen Anfang gibt, muss einer postuliert werden: der Stressor (A) sei also ein externer Reiz, der im Gehirn (B) verarbeitet für Stress sorgt. »A« kommt nun vor »B« und »B« ist eine direkte Abhängigkeit von »A«. Wun- derbar, jetzt kann geforscht werden ... Der Selbstbestimmungsaspekt - welcher der eigentlich Menschliche ist - muss ausgeklammert werden, um diesem Wissenschafts-Dogma zu genü- gen: damit die lineare Ursache-Wirkungskette (Sender zeitlich vor Empfän- ger) erhalten bleibt, muss nach allgemeingültigen, normativen Verhaltens - vorgängen Ausschau gehalten werden. Diese betreffen artspezifisches Verhalten lebensnotwendiger Abläufe, wie Umgebungserkennung, Ernäh- rung und Nahrungsbeschaffung, Sexualtrieb/Partnersuche, Abgrenzungs - vermögen/Lebensraumerhaltung oder -schaffung zur Art- oder Selbster - haltung usw. Ich Buch 173 Nur in diesem allgemein gesetzhaft ablaufenden Bereich können »A–B Fragen« gestellt werden z.B.: wie kommt es von der Gendisposition (Ma- terial) zum Verhalten? Auch wenn das eine interessante Fragestellung ist, so kann das eigent - lich Menschliche darin aber nie gefunden werden, da das Ich, das Menschliche, ein Selbstinduktionsprinzip (a-linear) und dazu vor allem ein Einmaliges ist. Das Wissenschaftsdogma der Allgemeingültigkeit muss vor dem Ich ka- pitulieren aufgrund der Unvereinbarkeit von Allgemeingültigkeit und Einmaligkeit. Jedes Ich ist einmalig - allen Ichen gemeinsam ist das Ich. Die Ganzheit (All) in der Singularität, das Ich als alltransforme Singulari - tät kann nicht vorgestellt werden, da geistiger Natur. Die Naturwissen- schaftlerseele muss es ausklammern, will sie sich nur an Vorstellbares - also linear 383 Zeitlich/Räumliches (fest)halten. Schön und gut, solange diese Seele im Bereich des Physischen forscht. Will sie aber auf Grundlage dieser Selbsteinschränkung das Menschliche ergründen (menschlicher Organismus, menschliches Verhalten, menschliches Denken usw.), könnte sie genauso gut den Inhalt eines Glases untersuchen, das sie zuvor von ihm entleert hat: da sie in ihrer Anschauung die Extir- pation des Geistes (=Ich) betrieben hat, nämlich der Ursache für wirklich menschliches Verhalten, hat sie damit tragischerweise genau die Lösung, nach der sie sucht, eliminiert, denn all ihr Trachten geht ja dahin, was am Anfang der Ursache-Wirkungskette im Menschen steht. Das Ich (auch nicht das Gehirn als Ansammlung von Nervenzellen!) muss also, wenn der Mensch erforscht werden soll, an die Spitze oder den An - fang einer Ursache-Wirkungskette gesetzt werden, welche jedoch schließ - lich nicht linearer, sondern eher spiralförmiger Struktur zu denken ist -mit zunehmend fraktal festgelegten Eigenschaften, je weiter von der Selbstschöpfung in Richtung Geschöpftes geguckt wird. Beim Menschen kann das kybernetische Problem - wer oder was ist der Steuermann? -nicht auf eine von einem Stressor oder Reiz ausgelöste Hormonkaskade, nicht auf Gene oder sonstige vorstellbare Teilchen und auch nicht auf das Gehirn reduziert und gelöst werden. Der Trick mit dem die Naturwissenschaftlerseele sich selbst die Grube gräbt ist also folgender: Das Verhalten eines Menschen mag sich aus 97% Artverhalten und 3% Ich-Verhalten zusammensetzen. 97% vom Gesamtverhalten kann auf na- turwissenschaftliche Weise eine Erklärung finden (Gendisposition,Milieu - 174 »Geist und Materie« in Kommunikation Tierversuche!), die anderen 3% werden unter den Tisch gekehrt, da sie sich nicht im Sinne der Monokausalität darstellen lassen. Im nächsten Schritt wird das Nichtmenschliche (97%) als Menschliches postuliert, und das eigentlich Menschliche als Randerscheinung exhu- miert - so, wie es in der Naturwissenschaft mit zu vernachlässigenden Un - regelmäßigkeiten zu tun gepflegt wird. Nun, nachdem sie das eigentlich Menschliche ausgeblendet hat, behauptet die Naturwissenschaftsseele aus ihrer Sicht mit Fug und Recht, dass sie z.B. »menschliches Verhalten« aus der Gendisposition erklären kann. Sie hält die Kommunikation und den Dualismus von Materie und Geist dadurch für überwunden, dass sie den Ich-Anteil wie »das Kind mit dem Bade« auskippt. Panik vor dem Ich Im November 2005 sollte der Dalai Lama als Gastdozent innerhalb eines von der »society for neuroscience (sfn)« einberufenen Neurologen-Kon- gresses einen Vortrag über »Meditationsneurologie« halten bzw. über po - sitive Auswirkungen des Meditierens sprechen (Meditation wird seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts mittels EEG, später MEG erforscht und er - hält im Bereich der Psychoneuroimmunologie gerade in den letzten Jahren wieder stark an Bedeutung, da verschiedene Studien belegt haben, dass Meditation das Immunsystem stärkt). An die 1000 Naturwissenschaftlerseelen unterschrie- ben eine Petition gegen das Auftreten des Dalai Lama, so dass letzterer zunächst einmal aus der »speaker´s list« gestrichen wurde. Die Begründung der Unterzeichnenden war im wesentlichen, dass der Ruf der sfn durch unwissenschaftliche Darstellungen am falschen Ort ge - schädigt würde, außerdem sei »...es für Neurowissenschaftler ironisch, ei - nem religiösen Führer, dessen Legitimation auf Reinkarnation beruht, ein Forum und damit implizit Unterstützung zu gewähren. Die Reinkarnation sei eine Doktrin, die dem Fundament der Neurowissenschaft entgegen- steht. Der Dalai Lama betone explizit die Trennung von Körper und Geist, da dies für seine Legitimation als religiöser und politischer Führer von zentraler Bedeutung sei.« 383. Meditationspraxis richtig vollzogen ist Ich-Forschung: jeder der einen definierten Weg der Meditation geht, kommt zu den qualitativ gleichen Erkenntnissen und Erfahrungen. Der Weg ist also definiert und reprodu- zierbar, sowie das Ergebnis für jeden, der den Weg geht ebenso. Das ist Wissenschaft. Der Dalai Lama dürfte darin einige Kompetenz haben. Ich Buch 175 Die unterzeichneten Naturwissenschaftler outen sich in der Petition als Dümmlinge vom Menschen-Ich besonders mit dem Satz: »Der Dalai Lama betone explizit die Trennung von Körper und Geist, da dies für seine Le - gitimation als religiöser und politischer Führer von zentraler Bedeutung sei«. Erstens bezieht der Dalai Lama diese Trennung nur auf das mensch- liche Bewusstsein, welches durch Meditation diesen Dualismus überwin- den kann - keineswegs wird der Dualismus als Zweiweltensein nach au - ßen projiziert. Zweitens ist es gerade die Naturwissenschaftlerseele, wel- che nur auf Grundlage dieses Dualismus forschen kann. Sie müsste den Satz folgendermaßen auf sich beziehen: Der Neuro-Naturwissenschaftler betont implizit durch Forschung die Trennung von Körper und Geist, da dies für seine Existenz als Forscher von zentraler Bedeutung ist: forschen kann er nur dort, wo ein Rätsel, eine Frage ist. Wäre alles sonnenklar, gäbe es keine Forschung - die Trennung von Körper und Geist im menschlichen Bewusstsein ist somit eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Seele anfängt zu fragen und zu forschen! Also, diese Unterzeichnenden urteilten über jemanden und dessen Fach - gebiet von dem sie selbst nicht die geringste Ahnung haben und tun da- mit genau das, was sie in ihrer Begründung gegenüber dem Dalai Lama diesem unterschieben (nämlich Inkompetenz). Einem anderen das unter- schieben, was man selber tut und ihn daraufhin verurteilen, ist krankhafte Projektion, wie in Zeiten schlimmster Inquisition. Es lebe die Reinheit der Lehre: damals sprach die Kirche »Gott«, heute sind es Naturwissenschaft- ler. Die Trennung von Geist und Materie im Bewusstsein des Menschen löst der Naturwissenschaftler, indem er den Geistanteil ausblendet, eben nicht einer Forschung unterzieht. Jemand, der von der Menschen-Wissenschaft reden könnte, hat also nichts zu sagen, der naturwissenschaftliche Neurowissenschaftler bildet sich aber ein, eine treffende Aussage über menschliches Verhalten machen bzw. Erklärungen dafür liefern zu können. »Oh wie wunderbar ist Panama« - schließlich geht es um viel Geld, um Macht und um Angst vor Machtverlust. Dies spricht nur allzu deutlich aus den Zeilen der Petition. Das Ich macht Panik unter denjenigen, die es als »Randerscheinung des menschlichen Gehirns« ausblenden. Die Ent- scheidung die Begegnung mit dem Dalai Lama auszuschließen wurde in erster Linie aus Angst vor dem Ich getroffen, nach außen aber repräsen - tiert durch die Erhaltung der Reinheit der Lehre. 176 »Geist und Materie« in Kommunikation Der Kybernetiker Das Gehirn soll als selbstregulierendes Organ, als Platz an dem Materie anfängt sich selbst zu regulieren, den Steuermann abgeben. Wie kommt also die Materie dazu, sich im Gehirn selbst zu organisieren und wieso stellt sie darüber hinaus auch noch Fragen an sich selbst? Naturwissenschaftliche Arbeiten und Forschungen zeigten schon Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts (EEG), dass das Gehirn primär nicht räumlich sondern zeitlich arbeitet. Sinn und Koordination, d.h. wo welche Nervenzellen mit Synapsen zu einem neuronalen Netzwerk (synaptische Plastizität) verbunden werden, entstehen durch Zeitstruktur (sogenannte Netzwerkoszillationen). Durch einen Gedanken, ein Gefühl, eine Wahrnehmung oder andere exo- oder endogene »Beeindruckung« werden an unterschiedlichen Orten (Arousale) im Gehirn gleichzeitig Prozesse erkennbar, so als würde sich ein »Reiz« aufteilen. Auch können meist ein- und denselben Vorgängen nicht spezi - fisch, räumlich festgelegte Zellen zugeordnet werden bzw. überlagern sich unterschiedliche Reize in ein und demselben Arousal. Hiermit ist das sogenannte »binding problem« angerissen, in dem schließlich die Frage zum Ausdruck kommt: wer oder was fasst diese ein - zelnen Wirkweisen so im Gehirn zusammen, dass daraus ein sinnvolles Ganzes (z.B. Erinnerung oder komplexe Wahrnehmung) entsteht (d.i. die Frage nach der Korrelation von synaptischer Plastizität und Netzwerkoszillation) ? Obwohl durch die per Experiment und Messung zutage getretenen Phä- nomene offensichtlich wird, dass neuronale Netzwerke primär nicht räumlich, sondern zeitlich organisiert sind, hält der naturwissenschaftlich geprägte Verstand am Stofflichen - also Räumlichen - fest. Einerseits hat er schon längst festgestellt: es gibt nicht die »Großmutterzelle« im Gehirn, die für das Erkennen der Großmutter zuständig ist, andererseits kann er aber doch nicht von dieser stoff- und teilchenbezogenen Betrachtungs - weise abkommen: der Stoff ist für ihn immer auch die Ursache. Er ist ein- fach zu sehr in sich selbst, in seine Bausteinchen-Blasphemie verliebt. Hierin drückt sich geradezu ein naturwissenschaftlicher Narzissmus und Autismus aus (=Autonomiekonflikte aus denen Größenwahn entstehen kann). Sind das aber geeignete Seeleneigenschaften zum wirklich wissenschaftli - chen Forschen? Der Autor ist sich sicher, dass der Gastvortrag des Dalai Lamas für die wirklich großen Wissenschaftler des letzten Jahrhunderts überhaupt kein Ich Buch 177 Problem dargestellt hätte - er bedauert, dass das Haus der Naturwissen - schaften anscheinend voll von Opportunisten des korrumpierten Verstan- des ist (der Katholizismus, als Entgeistung des Menschen: er muss sich den Geist bei »Gott« in der Kirche abholen - ist unbemerkt in die Naturwissenschaf - ten eingestiegen: die »Wahrheit« wird von den Wissenschaftskanzeln abgeholt) , welche den Ton angeben. Dadurch, dass viele Forscher nach wie vor durch den Teilchentunnel ei - ner stoffbezogenen Ursache-Wirkungs-Kette gucken, fällt leider vieles aus dem Fokus heraus, was, wenn die Sichtweise nicht so wäre, die Forscher- arbeit wesentlich befruchten, beschleunigen, qualitativ verbessern also im umfassenden Sinne effizienter machen könnte. Bei wirklich unbefangener Beobachtung müsste der moderne Forscher konstatieren, dass vieles an Phänomenen auf ein zeitlich organisiertes Feld hinweist, aus dem dann erst Räumliches, d.h. Stoffliches organisiert wird. So gibt es immer wieder Stoff-Wirkungsketten, die nicht stetig, nicht kontinuierlich sind, sondern abrupt enden. Es verschwindet für den stofforientierten Forscherblick etwas aus dem Feld der Stofflichkeit und taucht an anderer Stelle wieder auf. Doch kann der Forscher die Bezie - hung nicht herstellen, da ihm das stoffliche »missing link« fehlt. Um da- hinter zu kommen müsste er in das Zeitfeld hinein, d.h. Zeit-Wirkungs- ketten erkennen können. Rupert Sheldrake spricht bezüglich einer stofflosen und unelektrischen Informationsübertragung 384 von morphogenetischen Feldern, wird dabei aber nach wie vor von den meisten Menschen seines Wissenschaftsstandes ausgelacht, statt dass dieser Idee einmal nachgegangen werden würde. Zeitlich Strukturschaffendes, Oszillation, fließende Rhythmik wurde in diesem Buch als eine Eigenschaft des Ätherischen erwähnt. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Naturwissenschaftler Zeitstruktur als eigenständige und urständende Qualität anerkennen müssen. Die erst in den letzten Jahrzehnten einberufene Chronobiologie beschäftigt sich zum Teil mit sol- chen Phänomenen, erklärt sie aber im Sinne der naturwissenschaftlichen Seele, als Resultate von »inneren Uhren« (CellClocks) oder aber magne- tisch-/elektromagnetischen Strahlungsfeldern oder Radiowellen z.B. be- einflusst durch Mond- oder Sonnenwirkung. Hierdurch kann jedoch nur ein kleiner Teil des phänomenologischen Umfanges erklärt werden. So - lange die Forscher die Tatsache des Ätherischen (die eigene Qualität des Le- bens und der Zeit) nicht wahrhaben wollen, können sie die Ursachen von Gestaltbildeprozessen nicht in ihrer Komplexität und Lebendigkeit erfas - 178 »Geist und Materie« in Kommunikation sen. Wie sich aus der amorphen Proteinpampe einer Schmetterlingspuppe die differenzierte Gestalt eines Schmetterlings entwickelt, bleibt für sie auf immer ein Geheimnis. In lebendigen Körpern dirigiert das Ätherische die Symphonie der Le - benskräfte und -säfte, hier wird die räumliche Verteilung oder Anord - nung der Stoffe aus dem Zeitlichen bestimmt. Will ich den Steuermann entdecken, finde ich seine Taten zwar in oder an der Materie - in ihr als von der Zeit Geschaffenes kann ich jedoch nicht die Ursachen ihrer selbst haben. Materie ist schließlich ein Endprodukt, der Endpunkt eines Prozesses (Zeitlichkeit), das Erduldende - ihr geschieht, sie empfängt - gibt aber wie - derum die Substanz/Quelle ab, aus der Neues entwickelt werden kann (mater, materia: Quelle, Schöpferin, Ursache, Anlage) in dem der Menschen- geist sie in einen neuen Zeitprozess hineinstellt. Technik ist quasi durch den Menschen »erwärmte« Materie. Reine Materie ist entzeitlichter Raum. Null Grad Kelvin bedeutet: die Materie ist zu 100% entzeitlicht. Der Zusammenhang von Zeit und Wärme wird ahnbar: dort wo Wärme ist, findet Alterung statt (ohne Reibungswärme keine Materialermüdung!) - Wärme und Zeit treten gleichzeitig auf - sind aber keine Funktion der Ma - terie, auch wenn sie physikalisch nur in oder an ihr gemessen werden können. Wärme ist nicht die Wirkung des Zeitlichen in der Materie (Brownsche Molekularbewegung), wie die meisten Naturwissenschaftler glauben, sondern die Ursache. Sie verwechseln in der Ursachenfolge die Zeit mit dem Raum. Die Atom- und Quantenphysik zeigt mit ihren Expe - rimenten, dass das Eigentliche die Zeit ist, Zeitzustände aus denen sich materielle Strukturen entwickeln und wieder zerfallen ... Aber die verstandesgeprägte Naturwissenschaftlerseele hält an dem Satz: »materia est deum« eines naturwissenschafts-historischen Aberglau- bens fest. Dieses Dogma der Omnipotenz der Materie müsste und könnte aufgrund dessen, was schon erforscht ist, in allen Universitäten als über- wunden dargestellt werden, um den Menschengeist gleich von Beginn des Studiums an auf zeitgemäße Perspektiven und Ideen vorzubereiten und zu sensibilisieren. Stattdessen findet eher eine Selektion der »Verstandes- starken« aber Intuitions- und Phantasielosen statt. Der Trugschluss, dass Teil(chen) müsste die Ursache einer Wirkungsket - te sein, das ist das in der Naturwissenschaftlerseele vorherrschende Om- ni-potenzmodell der Materie, ist ja nur die Projektion des geistigen Selbst- Ich Buch 179 induktionsprinzipes in die Materie hinein. Damit bringt die Naturwissen- schaftlerseele genau das in ihre Betrachtungen herein, wovor sie eine Hei - denangst hat es zu tun: sich selbst, das menschengeistliche Prinzip der Selbstinduktion, des Schöpfertums. Nur aufgrund der Tatsache, dass der Mensch dieses in sich hat, kommt er dazu, es auch anderem - hier der Ma- terie in Form des Gehirns oder Urknalls - zuzusprechen. Weil die Naturwissenschaftlerseele es bei sich selbst nicht wahrhaben will (weil sie das Ich als eigenständigen Schöpferquell verneint), muss sie die reale Eigenschaft des Aus-Sich-Selbst-Schöpfens unbewusst in die Materie packen, und dichtet es damit aber einem Gebiet an, innerhalb dessen die - se Eigenschaft garnicht anzutreffen ist. Das Gebiet welches letztlich das Strukturbestimmende ist, ist als Geisti - ges zu bezeichnen und hebt sich in seiner Qualität und Wirkungsweise von demjenigen ab, welches als Gebiet der Physis oder Materie zu be- zeichnen ist. Wie angedeutet befinden sich »zwischen« diesen beiden Ge - bieten die beiden anderen: das Gebiet des Lebens oder des Ätherischen bzw. auch das des Seelischen oder Astralen (das Wort »Gebiet« sollte hier nicht räumlich aufgefasst werden, sondern im Sinne eines Qualitätsunterschie - des). Die »kybernetische Kaskade« verläuft wie in Tabelle auf Seite 106 darge- stellt von: Ich als Geistiges Seele Leben Physis. Der Kybernetiker ist das Ich - die Physis oder Materie das Erduldende, welches auf den Im - puls des Kybernetikers wartet (wie ein »Klumpen« Tonerde, der durch die Hand des Künstlers gestaltet werden »will«). Empfängt sie diesen nicht, pas- siert zweierlei: erstens hat der Mensch eine Gestaltungsmöglichkeit und damit die Chance zu neuen Fähigkeiten verpasst. Zweitens, wenn das Menschen-Ich nicht dasjenige ist, was gestaltet, dann bleibt die Materie keineswegs brach liegen, sondern es bedienen sich andere Bewusstseine an ihr, gestalten sie so um, dass sie für ihre Zwecke geeignet ist - und so- mit dem Menschen entfremdet wird. Somit gibt es sekundär eine positive oder negative Rückwirkung der Materie auf das Ich: die Wirkung von »unten nach oben«. Von zwei Strömen und vier Ebenen Der Menschengeist ist erfinderisch. Mit den Bausteinen der Materie er- findet er z.B. Maschinen. In die Maschine hinein legt er seinen Plan: die Maschine funktioniert nach der in ihr eingelagerten Gesetzmäßigkeit des Menschengeistes aufgrund der materiellen Gesetzmäßigkeit. 180 »Geist und Materie« in Kommunikation Dies ist durchaus eine Kommunikation von Geist und Materie. Die Mate - rie findet in dem neuen Zusammenhang der Maschine eine erste Erhöhung durch den Menschengeist. Maschinen waren bis vor kurzem noch ziemlich dumm. Sie konnten im - mer nur ein und dasselbe tun und sich selbst nicht regeln oder auf verän - derte Situationen eingehen. Nun kommt der »Elek-trick«: dem Menschen - geist gelingt es, die Elektrizität unter seinen Plan zu stellen und somit in die Maschine mit einzubauen. Jetzt ist die Möglichkeit einer Informationsweitergabe unabhängig vom Ort gegeben: ich drücke hier einen Schalter und an einem ganz anderen Ort geschieht etwas. Emanzipation vom Ort ist die Geste der Elektrizität, wodurch externe Steuerung erst möglich wird. Im weiteren Verlauf der maschinellen Evolution gibt es sich selbststeu- ernde Maschinen und Maschinen-Netzwerke. Diese Maschinen haben eine eigene Steuerungsebene, die zwar selbsttätig steuert, in der aber letztlich die Pläne und Absichten des Menschengeistes eingelagert sind, welche als Programm oder Software bezeichnet werden. So hat der Menschengeist ein System geschaffen aus: mechanische Ma- schine elektrische Maschine Software oder Maschinenprogramm. Jede Ebene hat ihre eigenen Gesetze aber so, dass die untere Ebene jeweils von den Gesetzen der Höheren beeinflussbar ist. Stellen Sie sich nun vor, dass dieses kaskadisch ineinander verschachtel - te System von einer fremden Intelligenz beobachtet und der Ursache nach erforscht werden soll. Diese Intelligenz würde von unten, d.h. beim ersten offensichtlichen Phänomen anfangen, nämlich dem äußerlich sichtbaren Maschinenkörper. Durch die Funktionsgestalt - d.i. der zeitliche Zusammenhang - der Ma- schine wird sie jedoch auf das »Elektrische« als Auslöser der Bewegungen des ersten verwiesen. In dem sie nun die Auslöseimpulse studiert - dieses ordnende Zeitgefüge - gelangt sie zu der Software. Und studiert sie diesel - be, so gelangt sie zum Programmierer, dem Menschengeist und der Ab- sicht, warum das Ganze so und so zusammengebaut ist und funktioniert. Doch stellen Sie sich vor, diese Intelligenz würde sich so verhalten, wie die meisten der Naturwissenschaftler: sie hat Probleme bei den Übergän- gen. Hat sie sich erst einmal an die Mechanik gewöhnt, will sie die Elek - trik ausschließlich mechanisch erklären (»Elektromechanik«). Dann braucht es eine Zeit, bis sie merkt, dass sie mit den Gesetzen der Mecha - nik nicht das eigentliche der Elektrizität erklären kann (» Elektrodyna- Ich Buch 181 mik«). Aber immerhin, sie schafft den Sprung in die neue Ebene. Jetzt tritt auch dort wieder Gewöhnung ein und es gibt auf´s Neue das Border-Pro- blem, nämlich die nächst höhere Ebene der Software verstehen zu können usw. Gehe ich von einem Gebiet über in ein höher Organisiertes, muss ich in - nerlich dazu bereit sein, die Denkgewohnheiten, die mit der Struktur des alten Gebietes zu tun haben, zu verlassen (wobei in diesem Beispiel kein neu- es Denken gewonnen werden muss, da noch (fast) alles im physikalisch-materiel - len »Raum« nachvollzogen werden kann). Der Mensch als Beobachter dieses fiktiv angenommenen Wesens würde wahrscheinlich den Kopf darüber schütteln, dass dieses Wesen die elektri - sche Ebene als Wirkung der mechanischen Ebene auffaßt und so erklären will. Der Mensch würde schließlich laut lachen, wenn er zusehen müsste, wie dieses Wesen verzweifelt damit kämpft und die kompliziertesten Theorien aufstellt, um aus der Mechanik schließlich die Ursache des gan - zen Systems zu erklären! Denn die Absicht des Menschen war die Ursa- che. Doch der Mainstream der Naturwissenschaftler macht seit zwei Jahrhun- derten nichts anderes: nämlich alle höheren Ebenen mit der niedrigeren der Materie zu erklären. Diese Seelen sind nicht imstande, die zwei entgegengesetzten Ströme wahrzunehmen: den strukturschaffenden Strom (des »Kybernetikers« oder des »Selbstschöpfenden«), der von oben nach unten gerichtet ist - das Komplexe steuert das Detail und existiert als Zusammenhang vor der Materialisation des Details - und den anderen phänomenologischen Strom, ausgehend von den Details, den einzelnen Bausteinen, welche zuerst in die Erscheinung treten müssen, um danach im Sinne der Komplexität angeordnet werden zu können - diese Richtung also von unten (Detail) nach oben (Komplexi- tät) verläuft. So tritt phänomenologisch die Schraube vor dem Auto auf (der Affe vor dem Menschen, die Materie vor der Wärme). Welcher Wahn wäre es aber an- zunehmen, das Auto, weil es das Spätere war, habe sich deshalb aus der Schraube entwickelt! Der Wahnsinn entsteht durch den Verstand, der nur mit bzw. auf einer Ebene denken kann, aber alles ausgehend von dieser zu erklären sucht. Denn die Wirklichkeit ist ein multidimensionales, dynamisches Kommu- nikationsgefüge, bestehend aus qualitativ verschiedenen sich durchdrin- 182 »Geist und Materie« in Kommunikation genden Kommunikationsebenen, welche auch eine spezifische Wahrneh- mungs- bzw. Denk- und Bewusstseinsleistung erfordern: Aufgabe des Verstandes ist es, damit anzufangen, die in der Materie ein - gelagerten Regelkreise zu finden - als Aufgabe der Naturwissenschaft (Physik/Chemie). Er kann jedoch nicht das Lebendige und die ihm eingela - gerten Regelorgane schauen, die die Regelkreise der Materie teils benut- zen, teils aber auch außer Kraft setzen (in dem Moment, in dem die Regel- kreise der Materie vom Ätherischen nicht mehr außer Kraft gesetzt werden, tritt der Tod = Zerfall ins rein Materielle ein). Das Ätherische, den Logos des Le- bens zu erforschen, wäre Aufgabe einer wirklichen Biologie. Und er kann die Energieformen des Seelischen, welche wiederum dieje - nigen des Lebendigen und Materiellen beeinflussen können, weder wahr- nehmen noch erklären. Eine wirkliche Psychologie als Wissenschaft des Seelischen benötigte die Denkqualität des Seelischen. Das Ich als rein geistige Wirksamkeit hat seine Gesetze im Geistigen und damit die Fähigkeit der Selbst- und Neuschöpfung. Es ist »gottgleich«. Die diesem Gebiet adäquate Wissenschaft müsste wirkliche Geisteswis- senschaft sein mit der Denkqualität des Geistigen. Weil der Verstand materiell bestimmt ist, sitzt er dem Wahn auf, das Le - ben und alles Komplexere hätte sich aus der Materie (dem Einfacheren) entwickelt. Er arbeitet im Nacheinander, d.h. durch einen linearen Zeit - faktor erhalten für ihn die Dinge einen Zusammenhang, aus denen er einen Raum konstruiert. Schon die visuelle 3D-Räumlichkeit ist quasi das Produkt einer Zeitfunktion: durch die Bewegungsdifferenzen der beiden Augäpfel beim Fixieren eines Gegenstandes habe ich gelernt, dass je mehr sich die Augachsen kreuzen, je näher ein Gegenstand ist. Auf diese Weise kommuniziert das Augenpaar mit der Umgebung. Dieses Lernen findet dann in den ersten Lebensmonaten nach der Geburt seinen Niederschlag im Gehirn durch Ausbildung bestimmter Synapsen und Gehirnzentren etc., sodass die Räumlichkeit einmal gelernt dann automatisch erzeugt wird. Die Räumlichkeit entsteht hier aus der Bewegung als Zeitkomponente. Optisches Erkennen könnte somit auch als geordnete Zeitstruktur aufge - fasst werden. Im Verstand wird aus Zeitlichem Räumliches. Er »weiß« da - her, dass dem Raum etwas vorangegangen sein muss und sucht deshalb wieder nach der zeitlichen Komponente: das Vor und Nach - was für ihn den linearen Ursache-Wirkungs-Zeitstrahl ergibt. Da Zeit und Rhythmik Aspekte des Ätherischen sind, geschieht die Be- Ich Buch 183 wegung des Verstandes mit Hilfe des Ätherischen. Ich denke mit einem Teil meiner Lebenskräfte also des Ätherleibes. Aus den zeitlichen Bezie- hungsrepräsentanzen schafft der Verstand den Raum = Bilder und Vor- stellungen. Aus der menschlichen (ontogenetischen) Bewusstseinsentwicklung wird der Zusammenhang von Lebens- und Denkkräften anschaubar. Die Schul- reife ist erst mit dem siebten Lebensjahr und die Wissenschaftsreife erst um das 14. Lebensjahr gegeben. An diesen Zeitabschnitten wird jedesmal »ein Stück Lebenskraft/Ätherleib« zur Denkverfügung frei: mit 7 - abge- schlossener Zahnwechsel, mit 13 - Geschlechtsreife. In beiden Fällen hört ein Organneubildungsprozess auf - es wird dadurch Energie frei, welche nun für das Denken benutzt werden kann. Anderes Beispiel: besonders lernfähige Tiere sind solche, die im Wachs- tum sind - wo also nach und nach nicht mehr benötigter Ätherleib zum Lernen abgegeben werden kann. Dies sind also generell junge Tiere aber auch solche, welche die Fähigkeit der Rückbehaltung - des Nichtzuende - schießens eines Wachstumsprozesses - zeigen (z.B. Elefant, Kängaruh, Pferd - hier insbesondere in der Zahnbildung). Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf der Erde, welches sich ca. 28% seiner Gesamtlebenszeit in körperlicher Ausentwicklung befindet, aber schon nach der ersten Hälfte dieser Entwicklungszeit - also weit be - vor die »Erwachsenenreife« erreicht wurde - geschlechtsreif ist. Gleichzei - tig ist der Mensch das lernfähigste Wesen hier auf der Erde. Das Nicht- Ganz-Zuendekommen eines Wachstumsprozesses steht analog für Lern- bereitschaft. Lernen ist also besonders dann möglich, wenn Lebenskräfte nicht direkt und nicht zu 100% in die Organbildung eingebunden werden (müssen). Indem ich mit dem Ätherleib denke, kann ich das Materielle denkend, vorstellend erkennen, wobei ätherische Energie verbraucht - das Leben abgetötet wird (hier entsteht aus Todesprozessen Bewusstsein - ziemlich an- strengend!). Will ich aber den Quantensprung in das Ätherische mit meiner Erkennt - nis schaffen, so kann ich dies nur, wenn mein Ätherleib selbst die Matrix abgibt, in der sich nämlich dann Gleiches - also das Leben bzw. Zeitlich- Bewegendes - abbilden kann. Solange ich aber den Ätherleib als Gedankenmacher benötige, kann er nicht gleichzeitig als Matrix oder Abbildungssubstanz dienen. Beein-dru - 184 »Geist und Materie« in Kommunikation ckung muss frei von Eigentätigkeit sein (Bild: Wasser spiegelt nur im Still- stand, nicht wenn es zur Energieübertragung verwendet werden muss). Die Energie muss also jetzt aus einer darüberliegenden Ebene kommen. Ich muss mit dem Astralleib denken, um im Ätherischen beobachten zu können. Wie aber denke ich mit dem Astralleib? - Frage ich mich erst einmal: wie denke ich mit dem Ätherleib - denn dieses Denken wende ich an. Für dieses Denken brauche ich Zeit. Es ist ein sammelndes, akkumulie - rendes Denken: ich pflücke hier und dort meine Wahrnehmungen gespei - chert in Vorstellungen als Wandelnder in der Zeit. Durch eine zeitlich wiederholende, denkende Betrachtung erreiche ich einen Zustand in dem es auf einmal »blitzt« und ich einen Einfall - einen Zusammenhang der verschiedenen Teile sehe. Dieses Blitzen ist der »Durchschlag« einer höhe- ren Energie in die ätherische- und anschließend in die physische Ebene (im Gehirn). Die Grundelemente der ätherischen Denktätigkeit sind jedoch Zeit, Be- wegung, Wiederholung 384, welche sich in der Physis (dem Gehirn) in Form eines Chemismus mit elektromagnetischen Wirkungen abbildet. Im astralen Denken hingegen erscheinen mir dann auf der Äthermatrix diese Zeitstrukturen, diese lebendigen, ineinanderwogenden Beziehungen als farbig ineinanderschwingende »Bilder und Strömungen«. Ich beobach- te und bilde jetzt quasi Zeit ab, während meine Beobachtungen mit Hilfe des Ätherleibes in der Physis den Raum lieferten. Das Denken im Astralen fließt mit dem Geschehen, bildet das ätherische Geschehen gleichzeitig während desselben ab. Es ist somit unmittelbarer am Geschehen dran - im Gegensatz zum Denken im Ätherischen, welches erst einen physischen Abdruck als Spiegel erzeugt, der, nachdem der eigentliche (auslösende) Pro- zess schon vorbei ist, erst »angesehen« werden kann (wie ein Foto erst sichtlich ist, nach der chemischen Umwandlung der Silbersalze etc.). Eine der besten Übungen, um vom Verstand = physische Matrix aus das Denkorgan weiterzuentwickeln in Richtung Abbildung auf der ätheri - schen Matrix = astrales Denken, ist zu versuchen, Bewegungen abzubilden - z.B. Wachstumsprozesse bzw. die bewegenden Kräfte zu erahnen, wel- che in eine Form geronnen sind (z.B:»welche Bildekraft war da, um eine Pflanze in diese und jene Form zu bringen?«). Beim astralen Denken, welches ins Ätherische abbildet, kann ich an die Entstehung eines Bildes denken, welches als Kunst höhere Zusammen - hänge erahnbar erleben lässt - worüber dann unter Umständen der Kunst- Ich Buch 185 geschmack empfindet. Diese Denktätigkeit selbst ist a-logisch, sie wird als Imagination bezeichnet. In ihren Ergebnissen ist aber für den Verstand Lo - gik entdeckbar. Denke ich mit dem Ich, im Geistigen also selbst, dann liefert die Astral- ebene die »Matrix«. Hier stellt sich gar nichts Zeitlich-Räumliches mehr dar und es fällt dementsprechend schwer, dies zu charakterisieren. Ein Bild kann aber dennoch etwas davon erahnen lassen: Denken Sie sich einen Sternenhimmel. Jedes Aufblitzen eines Sternes ist Denken. Doch ist dieses Denken nicht so, dass ich mir sage: hier hat etwas geblitzt und dort, sodass ich dies zusammenfasse meinetwegen in dem Sternbild (Gedankenkomplex) Waage. Das wäre ja mit dem Ätherleib ge- dacht - zeitlich aufeinanderfolgende Komposition. Astral gedacht ist: in dem Moment, wo ein Stern aufleuchtet, leuchten gleichzeitig vom Er - kenntniszusammenhang gesehen auch alle anderen auf, die eine Bezie- hung dazu haben. Ich brauche also nur irgendeinen Stern des Sternbildes Waage und weiß gleichzeitig alles über die anderen, aber wie aus der Sicht des einen geschaut, die wiederum in der Gesamtschau enthalten ist - fast so, als würden sich in einem Musikton alle Melodien widerspiegeln, in denen dieser Ton etwas zu sagen hat. Mozart soll gesagt haben, dass es für ihn nicht das Problem gewesen ist, die Musik zu bekommen, sondern sie aufzuschreiben. Er hatte damit das Problem angedeutet, was auftritt, wenn ich das Nichtzeitliche und Nicht - räumliche in das Zeitlich-Räumliche transferieren möchte. Vor allen Dingen erlebt das Ich dabei eine Enttäuschung: das Wesenhaf - te, welches jenseits von Zeit und Raum wahrgenommen wird und in der Wahrnehmung Teil meines Selbstes ist, sowie umgekehrt, ich Teil desje - nigen bin - dieses Wesenhafte kann nur abbildhaft auf einer niedrigeren Ebene dargestellt werden. Das Wesen selbst kann genausowenig abgebil - det werden, wie ein menschliches Leben auf einer Fotografie, es stirbt so - zusagen mit dieser Abbildung. Ich habe nur mehr eine Leiche, eine Hülle des Geistigen, wenn ich es ins körperlich-Sinnenhafte hineinziehe. Der Regisseur Harry Kupfer gibt in dem Musical »Mozart« dieser Qual und »Tötung« Ausdruck durch den Kunstgriff, dass er Mozarts Genius in der separaten Figur des Amadé darstellen lässt, der die Feder der I nspira- tion mit dem Blute des Menschen Mozarts führt. Die Künstlerseele hat hier einer geistig-seelischen Tatsache entsprochen. Inspiration ist das, was hochgradige Künstler 384 oder Erfinder auszeich- net. Diese Menschen haben den »richtigen Riecher«: eine zutiefst ergrei - 186 »Geist und Materie« in Kommunikation fende Ahnung bzw. ein Gefühl mit der Gewissheit, dass sich hier etwas Gewaltiges ankündigt, eine Offenbarung, deren Inkarnation durch sie ( ihr Ich) vollzogen werden kann. Der Weg, wie sich diese entfalten kann, ist noch nicht in den Einzelheiten klar - ich habe aber eine Idee, wie ich an - fangen kann. Erst nach der Ausführung wird für den Verstand die Logik erkennbar. Die höchste Stufe des Erkennens ist das Denken, welches im Geiste statt - findet und denselben »abbildet« - das im Geiste verlaufende Erleben eines rein geistigen Inhaltes, bezeichnet als Intuition. Um hier eine Ahnung zu bekommen - abgesehen von den Ausführungen im Kapitel: »Intuition und Ich - Geistiges ist unvorstellbar« - kann eine Anleihe beim Zen gemacht werden in dem Aspekt der »Kunst des Treffens«. Der Bogenschütze ist zunächst auf der Verstandesebene (Tätigkeit im Ätherischen) und kann hier- durch eine Raumzuordnung treffen: er selbst steht an der Stelle »A«, das Ziel ist die Stelle »B«, »A« und »B« sollen durch eine Parabelbahn (Flugli- nie des Pfeiles) miteinander durch den Raum verbunden werden. Nun ja, jetzt kann geübt werden auf Grundlage dieser Räumlichkeit. Die Treffer - quote genau den Mittelpunkt der Zielscheibe zu treffen liegt dabei weit unter 100%, und es muss erst geschossen werden, um anschließend sehen zu können, ob getroffen worden ist. Der Zen-Meister kann jedoch schlag - artig diese Verstandesebene verlassen. Im Bilde kann das so vorgestellt werden, dass beim Spannen des Bogens mit dem Pfeil, der Zielpunkt »B« genau um 180° nach hinten gespiegelt wird - die »Spiegelachse« verläuft senkrecht durch den Bogenschützen selbst. In diesem anfänglichen Zeit- prozess stößt der Meister in den Punkt eines Unendlichkeitsdurchganges in dem der Punkt »B« mit dem nach hinten gespiegelten Punkt »B´« zu - sammenfällt. Dieser Unendlichkeits-Punkt liegt als »Punkt« außerhalb des Zeitlich-Räumlichen. In diesem weder zeitlich noch räumlich erfaßbaren »Punkt« besteht absolute Einheit, nichts ist mehr voneinander getrennt. Ich bin der Pfeil, der Bogen und das Ziel. Folge: wird der Pfeil von und aus dieser »Unterschiedslosigkeit« losgelassen trifft er 100% in die Mitte, weil er schon getroffen hat, bevor er losgeschossen wurde. Es spielt dabei keine Rolle, ob inzwischen eine starke Windböe die Flugbahn des Pfeiles manipuliert etc. Denn jedes Ereignis war schon da, bevor es eingetreten ist und ist somit für die Dauer des ganzen Prozesses (Flugzeit) berücksich- tigt. Für den Verstand unfassbar! Möchte ich in der Qualtität der Intuition denken (sein) beinhaltet dies, dass ich die anderen Ebenen mit ihren Eigenarten und Eigenbewegungen Ich Buch 187 ausschalten muss. Ich erreiche einen Zustand purer Aufmerksamkeit mit keinem Inhalt - in dieser Leerheit findet die Einigung statt. In dem ich das Nichts tue, verwirklicht sich das Alles: »wu-wei-wu*« (schon wieder »knock out« für den Verstand - Geistiges ist eben unvorstellbar!). Bei exakter Beobachtung des eigenen Bewusstseinslebens kann jedoch je - der Mensch die vorhin geschilderten vier unterschiedlichen Wachbe - wusstseinsarten zumindest als Tendenzen von unterschiedlichen Be- wusstseinzuständen bewusst erleben. Der Mensch braucht eigentlich nur seine Aufmerksamkeit diesbezüglich zu steigern und er wird merken, dass diese Tendenzen nur die Spitzen, nur die Schatten von qualitativ um - fassend anderen Bewusstseinsebenen sind, welche aber grundsätzlich in der seelisch-geistigen Entwicklung zu erreichen und zu verwirklichen sind. Wer seinen Aufmerksamkeitsfokus absichtlich von diesen erlebaren Ten- denzen abzieht, verschließt sich davor und muss infolge des mangelnden Erlebens diese Qualitäten als nicht existent einstufen. Der gesunde Menschenverstand hat keine Probleme darin, die vier Na- turreiche, welche sich als Mineral-, Pflanzen-, Tier- und Menschenreich darstellen, qualitativ zu unterscheiden und ihnen ihre Besonderheiten einzugestehen. Es ist von daher keine so »unwahrscheinliche Annahme«, dass diese Bereiche mit ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten (=eigenen Be- wusstseinsformen) auch unterschiedliche, ihnen entsprechende Bewusst- seinsarten benötigen, um ihren Eigenarten gemäß in diesem Bewusstsein erleb- und erfassbar aufleuchten zu können. Der Weg der Bewusstseinsentwicklung ist zunächst der Weg des abbil - denden Nachvollziehens. Er muss von unten nach oben verlaufen: bei der Materie beginnend sich hocharbeiten zu den anderen Seinsbereichen. Der Weg der Schöpfung ist jedoch der umgekehrte - hier bildet die Materie den Endpunkt, so wie z.B. das materielle Verwirklichen einer Erfindung der Endpunkt der vorausgegangenen Erfindungsidee des Erfindungsbe - wusstseines ist. Kommunikation verläuft immer in mindestens zwei Richtungen (Sender und Empfänger wechseln: feed-forward und feed-back-Interaktionen) und ist nur dann nötig, wenn eines nicht genau gleich dem anderen ist. Sich verstän - digende Unterschiedlichkeit ist Kommunikation. Aus diesen Ausführungen sollte zum einen noch einmal deutlicher wer - den, wie Verstand und Naturwissenschaftsbild sich gegenseitig bedingen im Tao oder Dao: Tun durch Nicht-Tun 188 »Geist und Materie« in Kommunikation und nur innerhalb einer Ebene kommunizieren, wobei die für diese Be- wusstseinsart nicht »sichtbaren« Ebenen als nichtexistent angenommen werden müssen. Andererseits bzw. gleichzeitig sollte gezeigt werden, dass eine bewusste Kommunikation von »Materie und Geist« die Auswei - tung und Entwicklung des menschlichen Bewusstseins voraussetzt. So dürfte - vielleicht enttäuschend - klar geworden sein, dass die wirkliche Kommunikation niemals in oder durch ein Buch oder sonstiges Verstan - desprodukt erfahrbar werden kann, denn Kommunikation ist Vereini - gung, Vereinigung von etwas, das sich »begreifen« lässt, ineinanderflie - ßen kann. Trotz der Unmöglichkeit der Darstellung von verstandestranszendenten Ebenen oder Bewusstseinen mit Mitteln des Verstandes, wird im nächsten Abschnitt versucht, eine vage Andeutung zu geben, wie der zu den betei- ligten Ebenen im Menschen adäquate Verlauf im Kosmischen stattfand. Gang der Materie Der Prozess der Materiewerdung kann folgendermaßen skizziert wer- den: Am Anfang war das Wort (der »geistige« Impuls zur Materialisation). Das Wort ist Absicht, eine Form rein geistiger Willensenergie mit entspechen- dem Strukturinhalt (»göttlicher Wille«, Informationsstruktur). Denken Sie hierbei an die im vorigen Kapitel geschilderten beiden Wege: wenn wir Menschen die Physis verändern wollen, erkennen wir zunächst das Gegebene, (er)fassen also zuerst die geistige Struktur, stellen sie in einen neuen Zusammenhang, dem dann die Umsetzung folgt. Dem Geist folgt die Energie (Arbeit) und aus derselben ensteht die Form (Produkt). Im besten Sinne ist Arbeit die Tätigkeit aus der »Himmelsideen« auf der Erde eine Form finden. Der Sinn des Lebens besteht darin, individuell - aus sei- nem Ich heraus, seinem Genius gemäß - arbeiten zu können. In diesem Sinne - Absicht bis zur Formverwirklichung - ist die Erde mit ihren Geschöpfen aus kosmischer Arbeit hoher Bewusstseine entstanden und geformt - sie haben Anteile ihrerselbst »gespiegelt« und damit eine »Substanz« zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung gestellt: Die geistige Sphäre der Absichten oder des Willens bewirken eine Art strukturell ordnender Sog in der Sphäre des Seelischen. Die geistige Struktur wird darin aufgenommen bzw. prägt sich in die flukturierende »Lichtwelt« des Seelischen hinein und bildet ihr gemäß dort entsprechen- Ich Buch 189 de Impulse. Es beginnt nun ein Prozeß der »Lichtverdichtung« (kein physi- kalisches Licht!). Es werden geistige Energieknoten, Zentren gebildet und wieder aufgelöst - das Ganze in einem pulsierenden Rhythmus. Um eine Ahnung davon zu bekommen, kann hier an die sogenannte Sphärenmusik gedacht werden. Es handelt sich jedoch um rein geistig-seelische Kompo - sitionen, jenseits von Zeit und Raum, die aber später ihren Abdruck dort hinterlassen, so dass diese Harmonien, wie Johannes Kepler es nannte, im physischen Kosmos, an irdischen Gestalten (z.B. Goldener Schnitt) und im sogannten Aufbau der Materie (Quantenphysik) für die menschliche Ver- standes-Erkenntnis sichtbar werden (»Gobal Scaling« ist schließlich auch eine Theorie, welche in diese Richtung weist). Im Laufe von mehreren Durchgängen entsteht durch eine Art Opferliebe (es wird etwas hingegeben, ohne selbst einen Vorteil daran zu haben) der an die- sen Vorgängen beteiligten geistigen Wesen ein wärmestrukturierter Ener- giefokus - ein Energiereservois - ähnlich einer Komposition von ste- henden Wellen vorzustellen. Durch mehrere Umstülpungsvorgänge385 hin, verdichten und strukturieren sich die Energien gemäß den durch die Ab - sichten entwickelten Strukturen weiter und weiter. Schließlich haben sie einen Zustand erreicht, der sich so beschreiben lässt, dass einerseits etwas gebildet wurde, welches »Tausendfältig« ist und die Fähigkeit hat, in sich im Kleinen widerzuspiegeln, was im Großen einmal geschah. Andererseits ist aber etwas von diesem wie abgespalten, zurückbehalten und von außen in es hineinwirkend da. Um eine Vorstel - lung davon zu haben: es ist nun etwas da, was als Urmutter (der Schoß der Tausendfältigkeit) bzw. als Urvater (das von außen Erregende in den Schoß Einziehende) bezeichnet werden könnte. Beides sind zwei Seiten ein und desselben, stehen aber quasi durch die dritte Kraft (d.i. das Sohnesprinzip) der Kommunikation/Bewegung im wesenhaften Austausch (diese Dreiheit in den ägyptischen Mysterien ist: Osiris(Vater), Isis(Mutter), Horus(Sohn)). Yin und Yang, Shiva und Shakti, Männlich-Weiblich sind Bezeichnungen für die Kräftewirkungen dieses »polar-kosmischen Strukturgebildes«, auf das in der Naturwissenschaft mit dem Wort Materie (=Mutter) und Welt- raum hingedeutet wird, wobei der letztere als irdischer Kosmos (Astrophy- sik/Astronomie) aufgefasst wird (aus dem hier Angedeuteten geht hervor, dass Urknall und Ur-Schwarzes-Loch gleichzeitig zu denken sind bzw. beides gleich- zeitig aus dem Vorpolaren-Zustand heraus entstand). Die Naturwissenschaft- ler projizieren zunächst einmal das auf der Erde gefundene Terrestische in den Kosmos hinein, kommen aber zu Erklärungsunstimmigkeiten, weil 190 »Geist und Materie« in Kommunikation das Eigentliche im Kosmos nicht die materiellen Vorgänge sind, wie sie sich auf der Erde beispielsweise abspielen, sondern eine Art »strukturie - rendes Vakuum« ist, welches auf der Erde am besten an der Lichtwirkung auf den Pflanzenorganismus zu beobachten wäre. Materie kann als ein aus Licht verdichteter Spiegel, als Zusammengezo- genes aufgefasst werden – sie ist das Prinzip des durch Trennung ermög- lichten Anstosses. Die Polarität ist dabei die Urgeste in dieser Welt: die Verdichtung bewirkte winzige Strukturen, einerseits mit einer innewoh - nenden »Selbstbehauptung«, welche sich also in sich selbst abgrenzen, gegenüber anderem abstoßen können, so dass Materie als »hart« und undurchdringlich erscheint, andererseits aber dazu polar von Sympathie gekennzeich- net sind, was gemeinhin als Massenanziehung oder Gravi- tation bezeichnet wird (Grafik oben: Innendruck: das Zusam- menziehen, sympathischer Aspekt, stößt an die »Selbstbehaup- tung«, antipathischer Aspekt). Der Weltraum ist gegenpolar, d.h. es überwiegen die periphären Sogkräfte im Großen, im Kleinen aber Anziehungs- oder zentrale Sogkräfte (Grafik unten: Außensog: der Ausdehnung des Weltraums als antipatischer Aspekt, steht eine Konglomeration, sympathischer Aspekt, gegen - über (z.B. Galaxien/Haufensterne). Sonnen sind Gebilde, die den atomar/planeta - ren Aspekt (Grafik oben) mit dem kosmischen Aspekt (Grafik unten) in ein und dem selben Körper vereinen (Vermittler-Herzfunktion): in dem Moment, wo der kosmische Aspekt im Innern der Sonne überwiegt, kollabiert der Stern zu einem schwarzen Loch). Der Prozess der zur Abspaltung (harte Polarisation) und damit zur Ver- einzelung geführt hat, kann auch als seelisch-kosmische Empörung auf - gefasst werden, als Zersplitterungs- oder Trennungsenergie. Die räumli- che bzw. zeitliche Abgrenzung - denn es sind sozusagen Geschwindig - keitsdifferenzen, welche Zeit- und anschließend auch Raumstruktur ver- anlassen - ist praktisch ein Empörungsresultat. Diese Empörungsenergien, welche zur Entstehung von Polarität und der Hervorbringung der Materie notwendig waren, werden im Christentum z.B. als Widersachermächte be- zeichnet, wirken aber in dem Materiefeld im Sinne einer zunehmenden Verdichtung (Grafik oben: fette Pfeile) des Lichtes (=Finsternis) weiter. Folge dieses mörserartigen Verdichtungsprozesses ist zunehmede Gravitation 391, bzw. ein Elementezerfall. Dies manifestiert sich an der Materie durch eine Erhöhung des radioaktiven Materie-Anteils in der Erdenentwicklung Ich Buch 191 (entgegen naturwissenschaftlichen Annahmen, die Radioaktivität müsse nach entsprechenden Zeiträumen in der Geogenese auf Grund der Halbwertszeiten ei - gentlich abnehmen!). Diese Kräfte forcieren im Materiellen den Vereinzelungs- und Ver- dich-tungsimpuls weiter, so dass Druck und Temperatur in den Körpern steigen, während polar dazu das »Vakuum«, der Raum sich ausweitet und »abkühlt«392. Im Reich der Polaritäten geschieht nie nur Eines, sondern gleichzeitig auch das analoge Gegenteil. Auf der seelischen Ebene im Menschen entspricht der Vereinzelungs-Im- puls der Empörungsenergien dem Egoismus. Das Ego, wie gezeigt, ist ein »Virus« im Verstand, welcher aufgrund der materiellen Gehirnmasse exis - tiert. Das Ego als »materieller Seelenanteil« muss sich beim Tod des Kör - pers mit demselben auflösen - es kann keine geistige Transformation mit - machen. Der Erdkörper müsste also, bei dieser zunehmenden Materialisierungs- -tendenz vermineralisieren – genauso wie ein einzelner menschlicher Kör - per vermineralisiert durch die Wirkung dieser Ego-Kräfte, welche eine starke Zellalterung (»Aufzehren« des Ätherischen) und schließlich den Tod bewirken. Der Tod bedeutet die Lösung aus dem Einfluss des Egos, der Empörungsenergien - dem zersplitternden Vereinzelungsimpuls (Leid-a- spekt in der Materie). Der Mensch als komplexes Kompositum würde jedoch im Laufe der Zeit durch die Zersplitterungs-/Verfestigungstendenzen so weit über das Feld der Materie »zerstückelt« (Osirislegende) werden, dass eine Ich-Entwick- lung nicht mehr stattfinden könnte. Es würde also tatsächlich den Endtod für ihn bedeuten. Damit dies aber nicht eintritt wurde den Empörungs- kräften eine kosmisch-irdische Kraft gegenübergestellt, welche die Mitte, einen Ausgleich wiederherstellen kann und damit den Tod, der notwen- dig durch die Abspaltungs-Zersplitterungstendenz in kauf genommen werden musste, besiegen soll. Diese Kraft musste, damit sie irdisch wirken konnte, erst einmal selbst zur materiellen Form heruntersteigen, um so direkt im Materiefeld hier auf der Erde, einen integrativen Impuls aussenden zu können. Es war dies die Menschwerdung der kosmischen Kraft, welche als Christus bezeichnet wird. Doch schon lange Zeit vor dem Christentum - z.B. bei den sehenden Kulturstiftern der Perser* wurde diese Kraft als Sonnengott 392 mit dem Namen Ahura Mazdao bezeichnet. Die Menschwerdung der Christuskraft ist eine kosmische Tatsache, wel - 192 »Geist und Materie« in Kommunikation che mit Religion gar nichts zu tun hat - Religion ist nur das, was die Men- schen daraus machen und steht zu dieser Tat mitunter in eklatantem Wi - derspruch. Wie gezeigt, hat die Materie als Gemachtes einen Ursprung und auch ein Ende: sie ist eine Durchgangserscheinung, eine Entwicklungsstufe in Form eines materiellen Körpers. Lange Zeit wurde sie in der Naturwis - senschaft auch nur als ein solcher aufgefasst. Schließlich ist dies nicht haltbar, denn sie hat eigene Rhythmik, einen eigenen abgeschlossen Stoff- wechsel und verfügt über Reproduktionsvorgänge ihres Körpers, welche sie und alle auf ihr befindlichen Lebewesen am Leben erhalten. Sie ver- fügt sogar über einen eigenen Wärmehaushalt. Sie hat somit alle Eigen - schaften eines Lebewesens - mit Ausnahme der körperhaften Vervielfälti - gung für die Arterhaltung, könnte »man« meinen. Aber, die Erde entwi - ckelt und vererbt sich auf eine ähnliche Weise, wie es Pflanzen, die einjäh - rige Kräuter tun: bezogen auf ein Individuum haben sie einen Körper, der abstirbt bevor während seiner Lebenszeit aus ihm neue Körper hervorge - gangen wären. Der Pflanzenkörper stirbt, aber in diesem Fall wurde mate - riell während des Lebens ein Same gebildet. Dieser macht nur den tau - sendsten Bruchteil von Raumausmaß und Masse der Mutterpflanze aus, verschwindet zunächst einmal »sang und klanglos« in den dunklen Schoß der Erde. Die einzelne Pflanze ist somit praktisch aus der Erscheinungs- welt herausgetreten und tritt erst nach einer entsprechenden Pause - im nächsten Frühjahr (Vegetationsperiode) - wieder in die Erscheinung. Die auf der Erde wachsende Pflanze gibt damit ein Bild für das »Wachsen der Erde« wieder. Denn die Erde macht dies in analoger Weise. Der Erdsame ist jedoch nicht als Gesondertes materiell fassbar - wohl aber energetisch. Und wenn der materielle Erdkörper (mit dem Sonnensystem, zu dem er ge- hört) durch ein kosmisches Feuer* aus der Erscheinung verschwinden muss, ist auch der Erdsame in der Anlage fertig für einen neuen planetari - schen Körper. Die heutige Erde selbst stellt bereits die vierte und damit mittlere, von sieben Verkörperungen 392dar. In dieser 4. Verkörperung befindet sich die Menschheit an der Spiegelachse, am Spalt, am Durchgang, dort, wo das gegebene Ka- pital der Schöpfung, des Kosmos, sich ver- innerlichen muss (graue Fläche von 1 nach 7: Außen wird Innen), um einen Samen, einen neuen Anfang zu bilden. Doch muss Ich Buch 193 dies in den Händen der Menschheit liegen - da sonst Freiheit eine Illusion wäre. Wie muss der Erdacker bereitet werden, um diesen Samen zu vollenden? Die Materie gibt die Wohnung für die Erde, diese wiederum zusammen mit der Materie die Wohnung für den Menschenkörper ab. Die Menschen, als Teil der Erde, stellen wiederum mit ihren Erdenkörpern für die Woh - nung Erde einen »Gärtner« dar. Denn im Menschen ist das Selbstschöp- fende veranlagt worden. Stellen Sie sich einfach einmal vor, wieviel Milli - arden an Menschenkörpern die Erde schon hervorgebracht hat und wie - viel sie noch hervorbringen wird (innerhalb von nur 2000 Jahren, das sind ca. 80 Generationen, wurden ca. 4,5 Milliarden Tonnen Erdsubstanz in Men - schenkörper verwandelt)! Die Menschen gehen mit ihrem Körper aus Erdmaterie um, sie gestalten an ihrem Körper und haben die Fähigkeit durch ihre Ich-Entwicklung die Verfestigungs-/Zersplitterungsenergie in ihrem Körper umzuwandeln, aufzubereiten. Indem sie es auf der Erde in einem materiellen Körper tun, wirkt sich dies auch auf die Erde aus. Aber auch alle anderen physischen Taten als Verwirklichung geistiger Strukturen bilden eine Substanz, wel - che die Erde und ihre Weiterentwicklung beeinflussen. Mensch und Erde sind also nicht zwei losgelöste Dinge, von denen gesagt wird, der Mensch könne nicht ohne die Erde existieren, wohl aber die Erde ohne Mensch. Die Erde kann nur eine gewisse Zeit lang ohne den Menschen als Lebe - wesen weiterexistieren. Da sie der materiellen Gesetzmäßigkeit, dem Zer- splitterungsimpuls unterliegt, ginge sie als Lebewesen ohne den Men- schen zugrunde, ohne einen Samen im Sinne eines zukünftigen Men - schenplaneten bilden zu können - was also den endgültigen Tod bedeuten würde. Daher kann gesagt werden, das Ich (als Schöpfungsprinzip) ist das Ei der Welt ... So findet die Kommunikation der verschiedenen ineinandergeschobenen Wirklichkeitsebenen »Geist und Materie« nicht nur im Menschen, son - dern schließlich - z.T. über den Menschen vermittelt und von ihm abhän - gig - auch im Kosmos statt. Die Materie ist ein Gang, der aus höheren Bewusstseinsformen angelegt wurde, um dem Menschen damit einen Spiegelungs-Apparat zur Ent- *es gab historisch gesehen eine Reihe von Persönlichkeiten, die sich als Zaroas - ter bzw. Zarathustra bezeichneten. **bedeutet das Ende einer Raumphase: der Materieraum verbrennt ins Zeitlich- Körperlose - strukturelle Kräfte/Informationen befreien sich aus der Raumform und evolutionieren zu neuen Raumpotenzialen/Systemen. 194 »Geist und Materie« in Kommunikation wicklung bereitzustellen, der sich allerdings auch selbst mit dem Men - schen entwickeln wird. Die treibenden Kräfte wirken im Großen wie im Kleinen (»fraktale Auffassung«) - im nächsten Kapitel werden innerseeli- sche Kräfte unter diesem Aspekt beleuchtet. »Menschengeister« Die Menschheit hat eine Biographie, sie wird als Geschichte bezeichnet. Die Geschichtsbetrachtung in den verstandesgeprägten Kulturen unter - liegt größtenteils dem Naturwissenschafts-Dogma der in diesem Buch an verschiedenen Stellen beschriebenen sogenannten monokausalen Erklä - rungskette (abgesehen davon, dass Geschichte immer von den »Siegern« ge- schrieben wurde und wird). Geschichte und Geschichtsereignisse als Sym- ptome einer Bewusstseinsentwicklung, als irdische Manifestationen des Handelns geistiger Mächte (komplex intelligenter Informationsstrukturen), wird in der durch das Naturwissenschafts-Dogma bestimmten Betrach- tung der »Geschichtswissenschaft« ausgeschlossen. Durch diese einschränkende Sichtweise werden die wirklichen Ursachen ausgeklammert, denn es sind Absichten (In-Form-ationen), die in der Ge- schichte wirksam sind und keine »Wahrscheinlichkeitszufälle«. Durch Ausklammern der Absichten kann keine wirkliche Strukturphänomenolo- gie betrieben und damit auch keine Entwicklung vorausgesagt werden. Kenne ich jedoch z.B. die Strukturprinzipien in meiner Biographie, habe ich auch eine Ahnung, wohin ich gehen werde - zwar nicht im Detail, aber ich kenne meine Signatur im Ganzen. So ist es auch in einer Geschichts - betrachtung aufzufassen als Biographie der Menschheit: jenseits der Er - kenntnis von Strukturprinzipien, d.i. geistiger Absichten (Informationen), hat sie keine Ahnung, wohin ihr Weg geht oder gehen könnte. Könnte! - denn es macht für den Weg und für den ihn Beschreitenden einen Unter - schied, ob er sein Potenzial kennt oder nicht. Exemplarisch wird hier nun die Frage gestellt: »welche Signatur äußert sich in dem historischen Phänomen der sogenannten industriellen Revo- lution?«, um daran erkennen zu können, wie Menschengeister im Sinne von Bewusstseinen, die das Denken und Handeln von Menschen beein - flussen, im »Körper Menschheit« wirken. Die Antriebe und Motive, welche zum Phänomen der industriellen Re - volution beigetragen haben, mögen unterschiedliche sein, doch ein beson- Ich Buch 195 ders herausragendes Merkmal ist die Steigerung der Quantität in der Pro - duktion, welches mittels Maschinen erreicht wird. Die industrielle Revolution hat somit zur Voraussetzung: 1. den Wunsch mehr vom selben (Produkt) im gleichen Zeitaufwand ha- ben zu wollen 2. eine Befriedigung darin zu sehen, dass Maschinen gebaut werden und Tätigkeiten übernehmen, welche zuvor von Menschen ausgeführt wurden. 3. das Know-How zur Umsetzung zu haben - sprich: eine vom Verstand entwickelte Technologie. 4. das Bewusstsein zu haben, welche Konsequenzen eine solche umstruk- turierende Maßnahme in den Arbeitsprozessen und damit auch im so- zialen Leben mit sich bringt. Welche Menschengruppe kann diese vier Punkte erfüllen? Es ist einmal die Gruppe der Wissenden, welche ihre Ideen gerne ver - -wirklicht sehen. Zum anderen ist es die Gruppe der Organisierenden (Machthabenden), welche hiermit ihre Organisation straffen und ausweiten können. Diese beiden Gruppen machen in der Bevölkerungsschicht mit Abstand den zahlenmäßig geringsten Teil aus. Punkt Vier verdient dabei besondere Aufmerksamkeit: ich kann mich erstens nur der Konsequenzen für mich persönlich bewusst sein und nur in meinem Sinne - nach dem Egoismus - oder aber zweitens als Organisie- render im Sinne des Gesamtwohls handeln. Mindestens zwei Möglichkei- ten habe ich! Welche ich davon einnehme, hat gar nichts mit der Produktion und der Technik zu tun, sondern beruht auf meiner Sichtweise und meinem Cha - rakter. Beispiel Bekleidungsproduktion: Ein Schneider stellt in Handarbeit eine Hose pro Tag her. Im Verkauf muss diese Hose ihm mindestens das Geld für einen Tag Lebensunterhalt, (z.B. 100 Geldeinheiten) plus Produktionskosten (z.B. 40 Geldeinheiten) ein- bringen. In einer Hosenfabrik werden z.B. 2000 Hosen/Tag hergestellt mit einer Belegschaft von 20 Menschen. Diese Menschen brauchen pro Tag jeweils, wie der Schneider, wieder 100 Geldeinheiten, d.h. zusammen müssen 2000 Geldeinheiten für den Unterhalt der Menschen da sein plus Produk - 196 »Geist und Materie« in Kommunikation tionskosten von beispielsweise insgesamt 80 000,- Geldeinheiten - macht in der Summe 82 000,- Geldeinheiten. Jetzt gibt es gemäß den oben aufgeführten zwei Möglichkeiten auch zwei Varianten der Preisbildung: 1. Der Preis einer Hose wird am Maßstab der Menschenarbeit gebildet, oder: 2. Der Preis einer Hose wird am Maßstab der Maschinenarbeit gebildet. Im Fall 1. kostet die Hose nach wie vor im Verkauf: 100 Geldeinheiten Im Fall 2. kostet die Hose im Verkauf nunmehr: 41 Geldeinheiten Für welche Variante würden Sie sich entscheiden? Aus Sicht des Egoismus sieht natürlich die zweite Variante attraktiv aus: Erstens kann jeder sich für das gleiche Geld mehr Hosen leisten. Zwei- tens kann der Organisator (Geschäftsführer, Betriebsinhaber, Aktionär usw.) für sich einen größeren Teil abzwacken, ohne dass die Hose teurer als die Schneiderhose ist (auch mit 60 Geldeinheiten im Verkauf würde sie sich ja noch besser verkaufen lassen). Was aber wären die wirklich tragenden und nachhaltigen Konsequenzen? Bei Wahl der zweiten Variante geschieht folgendes: 1. Alle Menschen, die eine Erfüllung am Schneiderhandwerk (und nicht an der Bedienung von Maschinen!) haben, können dies nicht mehr aus- führen, da sie mit den Preisen nicht konkurrieren können. 2. Es beginnt eine Negativ-Spirale, immer mehr produzieren zu müssen zu immer günstigeren Preisen, um konkurrenzfähig zu bleiben, mit 3. der Folge von Lohndumping und Rationalisierung, und 4. der Folge der Ressourcenausschöpfung und Umweltverschmutzung, 5. sozialen und gesundheitlichen Belastungen, welche die Lebensqualität negativ beeinflussen. 6. Da der Maschinenlohn den Maßstab für Arbeit abgibt, muss der Mensch sich diesem beugen - er muss mit Maschinen konkurrieren und wird sich in diesem »Vergleich« als Unterlegener vorkommen müssen, denn für die Existenz eines Betriebes ist es nun wichtiger, dass seine Maschinen funktionieren, als dass dort Menschen arbeiten: im Zweifelsfalle wird immer zugunsten von Rationalisierung ent- schieden! Was geschähe bei Wahl der ersten Variante? Ich Buch 197 1. Es entsteht eine Vielfalt: es gibt individuelle Handarbeit (Maßschnei- derei) und Maschinenarbeit (Konfektionierung) - also Vervielfältigung der Arbeitsgebiete. 2. es beginnt eine Positiv-Spirale: da Maschinen einen Teil der Produkti - on abnehmen - aber wegen Mangel an Eigenbedürfnissen(außer War- tungsarbeiten) nicht wie Menschen bezahlt werden müssen - entsteht im Verkauf ein Überschuss (hier von 59 Geldeinheiten pro Hose). Dieser Überschuss kann nun wie folgt Verwendung finden: a) es können hiermit soziale und kulturelle Einrichtungen/Bedürfnisse finanziert werden. b) die Menschen können einen höheren Lohn* bekommen, so dass sie nicht mehr so lange arbeiten müssen, um z.B. mehr Gemein- schaftsaufgaben in Gesellschaft und Familie zu übernehmen oder ihren anderen Neigungen und Talenten nachzugehen. c) die Betriebsstätte kann im Forschungs-, Sozialbereich und in der Architektur besser ausstaffiert werden d) es könnten leichter Rücklagen für anstehende Investitionen gebil- det werden, die Finanzdecke der Betriebe wäre eine äußerst stabile. 3. Löhne bleiben stabil, zu den bestehenden Berufen, die weiter ausgeübt werden können, kommen die neuen Berufe dazu. 4. Da die Überschüsse nicht in Preisnachlässen umgemünzt werden müs- sen, entsteht kein Produktionsdruck, keine Wachstumsspirale. Daher werden Ressourcen nicht unnötig beansprucht, und es stehen genü- gend Gelder für den Umweltschutz zur Verfügung. 5. Aufgrund der besseren finanziellen Situation und den besseren Ar- beitsbedingungen entsteht mehr Lebensqualität sowohl am Arbeits- platz, wie auch im gesellschaftlichen und familiären Leben. Die Ge- sundheit der Gesellschaft wird nachhaltig unterstützt. 6. Da der Menschenlohn der Maßstab für die Maschinenarbeit ist, kommt es durch den Einsatz von Maschinen nicht zu einer zwanghaften Mehr- produktion (Quantität), sondern zu einer Zeitschaffung: Maschinen schaf- fen für den Menschen Freiräume, so dass der Mensch aus der Produk- tion mehr und mehr freigestellt sein kann, für menschlichere Tätigkei- ten (Bildung, Kultur, Kunst, Soziales, Forschung, Hobbies...) 393. Die einzige Bedingung für diese vielen positiven Effekte der ersten Vari - ante durch Maschineneinsatz ist: die Menschen kommen überein, alle Ar- beit, welche durch Maschinen hergestellt wird, nach dem Menschenlohn zu bemessen. Werden durch eine Maschinerie z.B. 100 Menschen in ihrer Tätigkeit ersetzt, dann ist der Faktor für diese Maschinerie 100 x 1 Men - schenlohn. 198 »Geist und Materie« in Kommunikation Somit würde Konkurrenz nicht auf Grundlage des Preisdumpings beste- hen, sondern auf der von Qualität: nicht die »billigsten«, sondern die bes - ten Produkte bei gleichem Preis finden den Markt. Die Preise würden also auf diese Art und Weise festgeschrieben werden auf Grundlage des Men - schenlohnes. Denn so ist es immer: der Preis ist letztlich das, mit dem die Menschenarbeit Bewertung und eine Gegenleistung findet. Preisentwer- tung bedeutet in der Folge Entwertung der Menschenarbeit mit riesigen sozialen Problemen. Fazit aus den beiden Varianten: Die industrielle Revolution, deren primäre Merkmale vor allem Maschi - nisierung, Produktionsvereinfachung und -steigerung sind, konnte in zwei Richtungen verlaufen: die zweite, egoistische Variante ist auf den schnellen Vorteil einiger weniger bedacht auf Kosten der positiven Ge - samtentwicklung. Die erste Variante hätte nachhaltig für jeden in der Ge- sellschaft große Vorteile gebracht. Wie die Geschichte aber zeigt haben sich die verantwortlichen Menschen nicht für die erste, sondern für die Variante des Egoismus entschieden. Der Egoismus ist, wie gezeigt, ein Infekt des Verstandes, welcher die Kommunikation zum Herzen abbricht mit dem Resultat von Leidsituatio- nen für viele und Nutzen für wenige. Am Beispiel der industriellen Revolution wird deutlich, dass die Sache selbst gar nicht notwendigerweise die zweite Variante zur Folge haben muss. In der gewöhnlichen Geschichtsauffassung wird es aber so dargestellt, dass nach den - hier wird wieder die Anleihe bei Darwin gemacht - Geset- zen von Ursache und Wirkung, der Stärkere, der Mächtigere im Sinne ei - nes Konkurrenzkampfes sich durchsetzen musste. Dass aber auch eine Chance und die Ideen da waren, die industrielle Re - volution im Sinne der ersten Variante verlaufen zu lassen, das steht in keinem Geschichtsbuch. Und im Übrigen besteht diese Chance noch immer! Jemand, der den Mut dazu hat, dies in aller Öffentlichkeit aufzuzeigen ist der ehemalige Ge - schäftsführer der DM-Drogeriekette Dr. Götz Werner 396. Durch die Maschinisierung tritt jedoch ein weiteres wichtiges Merkmal auf, nämlich die zunehmende Arbeitsteilung: während zuvor ein Produkt trotz gleichbleibendem Produktpreis können sich die Menschen mehr leisten, da sie mit Hilfe der Maschinen entweder mehr Zeit oder Einkommen schaffen. Ich Buch 199 von einer Menschenhand angefertigt wurde, wird der Produktionsprozess aufgeteilt in viele Einzelschritte. Jetzt produziert ein Mensch nur mehr einen Einzelschritt, einen kleinen Ausschnitt des Gesamts. Dadurch entstehen in mehrfacher Hinsicht psychologische Probleme: Prozesse, die für die Seele und das Ganzheitsempfinden zusammengehö- ren, werden auseinandergerissen. Stellen Sie sich einmal vor, sie hätten den Wunsch ein Bild zu malen, dürften aber nur die blauen Flächen malen - das Bild wird Ihnen weggenommen und ein anderer malt nur die grünen Flächen usw.. Sie spüren in diesem Beispiel, wie durch Arbeitsteilung der kreative Prozess unterbrochen, Ihnen etwas aus der Hand gerissen wird und Sie dadurch reduziert werden! Aber noch ein anderes psychologisches Problem tritt auf, welches hier der einfachheithalber anhand des Textilverkaufes verdeutlicht wird: Da im Textilverkauf Konfektion und keine Maßschneiderei vorhanden ist, ist das An- und Ausprobieren der Kleidung dem Kunden überlassen. Der ist sich aber oft unschlüssig und probiert recht viel aus, bevor er dann etwas Passendes gefunden hat. So kommt für viele Kunden der Punkt, wo sie mit den ganzen Anprobekleiderstapeln einfach nur mehr genervt sind. Was passiert? - die Kunden lassen Kleidungsstücke in Umkleidekabinen liegen, sie hängen die Kleidungsstücke nicht mehr an ihren richtigen Platz zurück, sie lassen auch einfach Kleidungsstücke fallen. Was machen die Verkäuferinnen oder der Verkäufer? - sie sehen dabei seelenruhig zu und unternehmen gar nichts - denn der Kunde ist ja » Kö- nig«. Doch die »wohlwollende Trägheit« hat andere Gründe: das Ver - kaufspersonal muss die herumtrollenden Kleidungsstücke gar nicht selber wieder an Ort und Stelle zurückbringen - dafür gibt es nämlich die Ar - beitsteilung: schon morgens, Stunden vor Geschäftsbeginn kommt eine Truppe, die nichts anderes macht, als verwahrloste Kleidungsstücke wie - der an ihren richtigen Platz zu bringen und wo Lücken sind, Neue dazu - zuhängen. Also macht »man« als Verkäufer/in die Kunden nicht auf eine gewisse sorgfältige Behandlung der Ware aufmerksam, denn »man« hat ja seine treu untergebene Aufräumtruppe! Schmutz- und Aufräumtruppen (Gastarbeiter - Ausländerproblem)! - Das bringt die Arbeitsteilung auch mit sich: eine Hierarchie von »wertvollen« und »untergeordneten« Tätigkeiten, während vor der Arbeitsteilung jeder sowohl »schmutzige« als auch »schöne« Arbeiten verrichtete. Dadurch aber wird das Schmutzige noch schmutziger für diejenigen, die es nicht 200 »Geist und Materie« in Kommunikation mehr tun müssen, damit sie eine Abgrenzung zum Schönen, Wertvollen haben, was sie nämlich auf Dauer als solches gar nicht mehr so empfinden können, weil der Kontrast (Polarität!) in der eigenen Arbeit fehlt! So geht auch die Wertschätzung verloren. Und dadurch wiederum wird das Schmutzige auch für diejenigen, die diese Arbeit leisten müssen, noch schmutziger! Durch Arbeitsteilung wird die unmittelbare Kommunikation im Sinne eines Ursache-Wirkungsaustausches verhindert: die Verkäuferin spricht nicht den Kunden wegen unachtsamer Behandlung der Ware an - der Aufräumtrupp hat das auszubaden, hat aber auch nicht die Möglichkeit, dem Kunden, dem Verursacher also, ein Feedback zu geben. Wegen dieser Nichtspiegelung von verantwortungslosen Umgängen chaotisieren die Zustände weiter, werden schließlich auch kostenintensi - ver, denn mangelnde Kommunikation ruft Verantwortungslosigkeit und damit letztlich Kostenexplosion hervor! Und überlegen Sie sich einmal, wie solche Verhaltensweisen auf Kinder wirken müssen! Hier wird Ver - antwortungslosigkeit, Desinteresse am Anderen und eine Egalhaltung ge - radezu in den Kinderseelen heraufbeschworen. Wieso sollte ein Kind überhaupt noch sein Zimmer aufräumen (=Konsequenzen für sein Handeln lernen) - dafür gibt´s doch einen Aufräumtrupp oder nicht?! Durch Aufsplitterung von Arbeitsprozessen werden Übfelder für die Seele abgezogen, wodurch eine Behinderung der seelischen Entwicklung entsteht. Diese wird dann oft als Zorn, Aggression oder Hass empfunden. Ist durch Arbeitsteilung die Kommunikation zwischen Leidschaffenden und Leidenden zeitlich und/oder räumlich verschoben und damit unter - brochen, so muss ein Ventil her - andere müssen stellvertretend für den Leidschaffenden bestraft werden: das ist Mobbing (abgesehen von dem Hierarchiecharakteristika: »nach unten treten, nach oben beten«). Doch müssen die hier angedeuteten Probleme und Fehlentwicklungen notwendigerwei - se aus der Arbeitsteilung entstehen? Wohl kaum. Warum entstehen sie aber? Der Impuls der industriellen Revolution ist praktisch zu früh in die Menschheit gekommen, bevor die Ich-Entwick - lung der einzelnen Menschen im allgemeinen genügend vorangeschritten war, um den neuen Anforderungen gewachsen zu sein. Denn was macht z.B. Arbeitsteilung notwendig? Dadurch, dass Prozesse sowohl räumlich wie auch zeitlich auseinander - gezogen werden, benötige ich höhere Aufmerksamkeit, ein integratives Wahrnehmungsvermögen und ein gut ausgebildetes Verantwortungsbe - Ich Buch 201 wusstsein, um als Organ innerhalb eines Organismus organisch wirken zu können: in meiner Position bin ich Dirigent über meinen Arbeitsprozess, und gleichzeitig übe ich damit aber auch Wirkungen auf alle anderen mit meinem Arbeitsprozess verbundenen Prozesse aus. Dieses Bewusstsein muss ich haben, obwohl ich die mit mir verbundenen Arbeitsprozesse gar nicht mehr sehe und deswegen auch kein direktes Feedback mehr erhal- ten kann. Arbeitsteilung muss also in der Geschwindigkeit der seelischen, be- wusstseinsmäßigen Weiterentwicklung verlaufen. Entstehen zu große Dis- krepanzen, wird die Arbeitsteilung sogar noch verstärkt und die Entwick - lung retardiert, fällt auseinander, zersplittert - alles das wirkt kontrapro - duktiv. Dieses innere Struktursplitting kann auch nicht durch Konzernfu- sionen aufgefangen oder kompensiert werden, welche ja meistens einem Machterhalt dienen, der gerade die übertriebene Aufgliederung im Pro - duktionsprozess über Kontinente hinweg und damit Verfremdung und Splitting zur Folge hat. Auch hier gilt das Gesetz der Polarität: teile ich im Inneren, muss ich das durch Ausweitung im Außen versuchen auszuglei - chen, wodurch die Polarität noch weiter betrieben wird. Die gesunde Mit - te lässt sich nicht durch Austreiben, sondern durch Integration der Pole gewinnen. Integration ist Ich-Leistung. Das Gegenteil: Splitting, folgt durch das, was hier als Ego bezeichnet wurde. Dies ist jedoch nichts ande- res, als der Einfluss einer geistigen Macht in der menschlichen Seele. An vielen Stellen in diesem Buch wurden Schlaglichter auf diese und auch andere Mächte geworfen, die nun signifikanter umrissen werden. 202 »Geist und Materie« in Kommunikation Charakteristika der materiewärts gerichteten Macht Charakteristika am Beispiel der »industriellen Revolution«: • Starke Tendenz der Aufteilung in der Organisation, sowie Arbeitstei- lung mit der Folge von Hierarchiebildung und »Vereitelung« einer Gesamtüberschau, insbesondere für diejenigen, welche zu den unteren und mittleren Ebenen der Hierarchiepyramide gehören. • Starke Tendenz der Mechanisierung: es soll gleichartige Masse ent- stehen (Konfektionierung), es findet bedingt durch »Rädchenfunktion« eine Nivellierung des Seelenlebens statt. • Starke Tendenz der verfrühten Entwicklungsvorantreibung: es wer- den Strukturen geschaffen, die seelisch noch nicht aufgegriffen, ver- kraftet und im Sinne von mehr Menschlichkeit bearbeitet werden kön- nen. Charakteristika der »Naturwissenschaftlerseele« : • Starke Tendenz der Verobjektivierung und der Absonderung des Menschlichen. • Basis des Denkens bildet der Verstand: dieser ist an die materielle Raumfunktion gebunden. • Autismus und Eigenliebe im Verstandesdenken, welches alles andere ausschließt. Es entsteht eine Eigendynamik - z.B. wird die Arbeits-tei- lung/Aufteilung der Disziplinen künstlich und nicht mehr sach-ge- recht auf die Spitze getrieben, weil es ein Lieblingsgedanke des Ver- standes geworden ist (siehe hierzu auch das Kapitel: »Das vom Ich abge- koppelte Denken«). Irrtum: Was logisch ist muss auch wahr sein. • das »naturwissenschaftliche« Menschenbild, welches ein Ich als auto- nomes, selbstinduzierendes Prinzip nicht anerkennt und den Dualis- mus im menschlichen Bewusstsein dadurch aufzulösen glaubt, dass alles als eine Funktion der Materie aufgefasst werden kann. • eine »Digitalisierung« des Gedankenlebens in Kategorien: vorher - nachher, wahr - falsch, wahrscheinlich - unwahrscheinlich usw. • einen impliziten Machtanspruch auf der richtigen Seite der Inter- pre-tationsmöglichkeiten zu stehen, was dazu führt, alle Varianten »nicht-verstandesmäßigen Denkens« auf´s Schaffot der Nichtfalsifi - zier-barkeit führen zu dürfen. • Ignoranz und Arroganz • die Gefahr, unwissentlich Opfer eines Denksystems zu werden, in dem nicht mehr das Menschliche berücksichtigt werden kann. Charakteristika aus dem Kapitel »Gang der Materie« : Ich Buch 203 • Empörungsenergie, welche Entwicklungsgeschwindigkeitsdifferenzen bewirkt und so zu einer Abspaltung und Austreibung in die Polaritä- ten führt. • somit Trennung vom Ursprung und doch die Substanz des Ursprun- ges als Ausgangspunkt haben müssen (Bild: Kind, was die Mutter tot saugt). • Verdichtungsenergien, welche zu Vereinzelungen einerseits und zu Vereinheitlichung der Einzelteile andererseits führen. Durch die Beobachtung des eigenen Seelenlebens, wie im ersten Teil des Buches angeregt, wird deutlich: • Identifikation des Iches mit dem Verstand • Das Wachbewusstsein zerfällt in zwei Teile (Dualismus von Wahr-neh- mung und Begriff). • Durch Zerteilung Hang zur Vereinigung und Angst vor Finsternis. • Durch Gefangensein im Verstand Verunsicherung, Existenzängste. • Abkoppelung vom kosmischen Ich, Nachtbereich ausgeblendet. • Durch Verunsicherung Hang zur Macht oder Machtteilhabe (Lakai- en-tum), Existenzängste werden durch Haben (materielle Bereicherung) beruhigt. • durch Trennung entsteht Schmerz, durch Schmerz Angst: an der Bi- furkationsstelle entsteht die starke Tendenz des Pseudo-Einens durch Verdrängung und Lüge. • die Macht tarnt sich so selbst, um weiter wirksam bleiben zu können. Der Mensch soll ihre Signatur, ihren »Namen« nicht kennen (Analogie: »Rumpelstilzchen«) oder sie als Ursprüngliches/Zuhause identifizieren (Analogie: »der Wolf und die sieben jungen Geißlein«). Zusammenfassung der Eigenschaften: zergliedernd, verfrühend, beschleu- nigend, verkrampfend, »Schleudertrauma für´s Ich-Bewusstsein«. Dieser materiewärts gerichteten Macht haben wir Menschen es mit zu verdanken, dass Materie besteht, dass wir einen materiellen Körper ha- ben, dass wir einen Spiegelungsapparat besitzen, durch den wir erst die Menschenentwicklung vollziehen können. Diese Macht ist mit eine Voraussetzung dafür, Materie mit all ihren Ge - setzmäßigkeiten kennenlernen und in der Folge auch als Technologie, an- wenden zu können. Doch aus der Charakteristik wird ersichtlich, wie dies im Sinne dieser 204 »Geist und Materie« in Kommunikation Macht geschehen soll: der Mensch soll sich schließlich selbst verneinen, zum Diener dieser Macht werden. Er soll durch die von dieser Macht er- möglichten Gedanken die Erde umgestalten. Eine Technologie entwi- ckeln, die die Grundlage des Menschlichen zerstört. Der Mensch dient dieser Macht als Brückenglied, um die ohne den Menschen abfallende Erde zu beleben, aber so, dass sie dieser Macht dann gehört. Ihre Anwei - sung lautet: Mensch, baue Dich in die Maschine ein (der Mensch bedient die Maschine und wird dadurch »maschinell«, siehe Film: Metropolis, Berlin 1926, Regie: Fritz Lang). Die nächste Anweisung heißt: Mensch baue die Maschi- ne in Dich ein (Implantate, Bewusstseinsbeeinflussung) und dann: baue das Leben in die Maschine ein! - Der Beginn dieser Auftragserledigung ist Biotechnologie gepaart mit Nanotechnologie: das Lebendige wird der Ma - schine nähergebracht - die Maschine wird dem Lebendigen nähergebracht bis hin zu einer »vollkommenen Symbiose« (Humunculus-Phänomen). Der Mensch ist zwar dazu berufen, die Materie neu zu beleben. Aber wie am Beispiel der industriellen Revolution gezeigt, ist es von enormer Wichtigkeit wann und wie dies geschieht. Geschieht es vorzeitig, so dass die menschliche Seele die Entwicklung gar nicht menschlich begleiten kann, dann richtet sich das, was in der Entwicklung für den Menschen war, gegen ihn - er wird abhängig: nicht mehr bedienen die Maschinen den Menschen, sondern er bedient die Maschinen ..., nicht mehr dient ihm die Medizin, sondern er hat ihr zu dienen (Krankheit bringt Gewinn!), ge- nauso Politik und Recht: nicht mehr den Menschengemeinschaften dient es, sondern dem Machtinteresse einiger weniger (Veruntreuung von Steuer- geldern) - die Menschen sollen dem Konstrukt, dem System dienen. Auch das Geld, welches dem Menschen dienen soll wird zusehens vom Men - schen bedient (Zinsproblematik!). So dreht sich alles um 180° herum, wird ins Gegenteil verkehrt (Spiegelverkehrung). Diese Macht braucht Abhängige. Sie muss Abhängige schaffen, um selbst agieren zu können. Sie ist äußerst raffiniert und lässt den Menschen selbst die Maschinerie schaffen, mit der er sich ihr gegenüber versklavt (Maschi- nenlohn statt Menschenlohn!). Die Kommunikation von Geist und Materie verläuft mitten durch den Menschen. Diese Macht bringt den Menschen dazu, sich selbst so umzu- gestalten, dass er ihr gehört. Sie muss ihn sich nur weiter von seinem Ur - sprung und von seinem Potenzial entfernen lassen, ihn quasi weglocken von dem Menschenplan und dafür muss sie schließlich den Menschenkör- per sich selbst umbauen lassen (Homunculus). Ich Buch 205 Dies geschieht in mehreren Schritten gleichzeitig: • erstens schafft sie Zerstreuung und Zersplitterung, Gruppierungen usw., die dann steuerbar sind und gegeneinander aufgewiegelt wer- den können, was in ein Ohnmachtsempfinden der Menschenseele mündet. Sie fühlt sich als Opfer von Gruppen- und Systemprozessen, ihnen untergeordnet, eben ohnmächtig. Hieraus entsteht entweder De- pression oder Aggression, in letzterer äußert sich der Wunsch Macht an sich zu reißen und wenn dies nicht machbar: reiner Zerstörungs- wille (Selbstmordattentäter). Aus Ohnmacht soll Macht werden. So züchtet sich diese Macht die Seelen, die sie braucht: die, die nach Macht schreien und dafür alles tun! Die Ohnmächtigen befinden sich in einer Bittstellung und hoffen dar- auf, Anteil an der Macht der Mächtigen bekommen zu können. Es ist das Hierarchie/Karriereprinzip auf dem Boden von Korrumption, »nach oben beten, nach unten treten« und somit auch das des »teile und herrsche«. • zweitens bringt diese Macht den Menschen von seiner natürlichen Er- nährung, nämlich die der Schöpfung weg: degenerierte Ernährung seelisch (»vernaturwissenschaftlichtes Bildungssystem«) wie physisch (näheres im Kapitel: Chakren und Ernährung). • ist der Boden so vorbereitet gibt sie drittens dem Menschen »Ideen«, die ihm Macht, Ertrag und Wohlergehen bescheren, durch Ver-wirkli- chung einer Technologie: z.B. Dampfmaschine, Motoren, Elektrotech- nik, Atomtechnik, Gentechnik... In der Gentechnik fand erstmals eine Technik Anwendung, deren Folgen sich nicht abbauen, sondern po- tenzieren. Unumkehrbar werden die Grundsteine der Schöpfung um- gebaut und zwar so, dass die »Neuschöpfung« sich von allein weiter- vermehrt: sind erst einmal genmanipulierte Lebens-formen gebaut worden, so vermehren sich diese von selbst (»Das Märchen vom süßen Brei«) - es ist der Anfang eines Schneeballpro-zesses, der Anfang einer umfassenden Körperveränderung der Erde! • aber nicht nur soll die leibliche Grundlage manipuliert, sondern vor allem soll dadurch die seelische Entwicklungsmöglichkeit definitiv abgeschnitten werden. Dies geschieht durch die hier erwähnte Ver- -frühung - ein weiteres Beispiel dazu: Kinder werden immer früher zu »Erwachsenen« herangezogen, sollen immer früher Verstandes-den- ken praktizieren (früher Rechnen und Schreiben lernen usw.) - was die Kindheit tötet. • dramatisch greift diese Macht in das Seelengefüge des Menschen ein wiederum durch Technologien, welche in ihrer psychischen Wirkung 206 »Geist und Materie« in Kommunikation eben nicht erkannt bzw. totgeschwiegen werden. Hiermit sind vor al- lem die » strahlenden Geräte« gemeint. Überall werden magnetische und elektromagnetische Felder erzeugt mit der Wirkung, einen künst- lichen Strahlungsgürtel um die Erde und um die Sphäre jedes einzel- nen Menschen zu legen (Radio und Fernsehen, Mobilfunk, Babyphone, Dect-Telefone, WLAN und viele andere kleine Geräte zum Fernbedienen/Da- tenübertragung). Dieser Strahlungsgürtel beeinflußt menschliches Den- ken und Fühlen und er bildet ein Korsett für die hochenergetischen Organe am Menschen, welche dadurch in ihrer Entwicklung einge- schränkt werden bzw. wird diese ganz unterbunden (diese Thematik wird im Kapitel: »die sieben Hauptenergiezentren« ausführlicher darge- stellt). Hier nur soweit: Der Mensch hat das Potenzial, sich wieder mit den Ursprungs-schöp- fungsmächten zu vereinen, seine Seele zu erhöhen zum Geiste, der ihn schuf. Was ihm dazu hilft sind Lernprozesse, wie sie in der Konfigura- tion seiner Seele angelegt sind - siehe Bifurkationsstelle (Seite 130) und das Wirken des Doppelgängers im Kapitel »Doppelgänger...«. Der Körper des Doppelgängers ist eine Art Strahlungkleid, welches die re- gulären Energien der sieben Hauptzentren »abschottet«. Ansonsten wäre nämlich jeder Mensch erleuchtet. Diese Abschottung bewirkt die angedeuteten Lernprozesse und soll durch Bewusstseinsleistung schließlich aufgelöst werden. Die gerade in den letzten Jahren massiv erhöhte und hochfrequente Strahlung mit hochfrequenter Pulsation, »hämmert« die Abschottung dicht, sie kristallisiert zu einer Art un- durchlässigem Panzer. Auf diese Art und Weise wird schließlich das ZNS so weit vermaterialisiert, dass hochenergetische geistige Ab- drücke nicht mehr möglich werden. Würde dies in aller Konsequenz geschehen, wäre der Mensch tatsächlich vom Kosmos abgeschnitten. Die Signatur dieser Macht tritt also nur allzu deutlich für denjenigen zu Tage, der sich nicht von den Ideologien, von den geistigen Nebeln dieser Macht einfangen lässt. Ihr Tor in den Menschen ist also außer dem materiellen Menschen-Kör - per mit entsprechenden körperlichen lebenswichtigen Bedürfnissen, an die sie ihn fesseln will, vor allem das menschliche Gehirn bzw. der Sitz des Verstandesbewusstseines. Hier sorgt diese Macht für Abstraktionen und Bilder, welche den Menschen Dinge tun lassen, die seiner ursprüngli - chen Entwicklung zuwiderlaufen. Denn es wird das, was der Mensch heu- te denkt morgen Wirklichkeit: die falschen Gedanken schaffen falsche Rea- litäten und wenn die falschen Gedanken zum Allgemeingut werden, dann entstehen Realitäten. Das geht sogar soweit, dass, wenn der Mensch nur Ich Buch 207 genügend intensiv durch genügend lange Zeit z.B. eine unterbewusste Sehnsucht ausbildet, mit dem physischen Tode zugrunde zu gehen, so wird er auch mit dem physischen Tode zugrunde gehen. Es geht sogar noch weiter: wenn genügend Menschen genügend lange denken, dass die Materie nur eine Ansammlung von Atomen und nicht geistigen Ursprun - ges sei, so wird nach dem Untergang der Erde durch Umstülpung 392(»eine kosmische Nacht«) ein neuer Planet entstehen, welcher genau diese Gesetze haben wird, wie die Menschen sie genügend lang und genügend intensiv gedacht haben. So reißt diese Macht über das Denken der Menschen schließlich Teile der Ursprungsschöpfung an sich - baut ihren Kosmos da - mit auf (mythologisches Bild des schwarzen Wolfes, welches z.B. auch in Tol- kiens »Herr der Ringe« Trilogie auftaucht, siehe Anhang Seite 396: Mythologie und Bild). Das Denken des Menschen liegt in seiner eigenen Verantwortung. Es ist ein Freiheitsgeschenk. Alles, was heute antifreiheitlich wirkt, wirkt gegen den Menschen. Systeme, Reglementierungen, Staaten usw. wirken in ihrer notwendigen Art der Verallgemeinerung gegen die Freiheit des Men- schen. Wieviele Menschen arbeiten heute, tun heute Dinge, die gegen ihr gesundes Empfinden, gegen ihr Denken und Fühlen sind. Sie tun es, weil sie »müssen« - weil Vorschriften, Reglementierungen, Systembedingun- gen sie dazu »zwingen«. Doch jede menschliche Tat, welche entgegen dem eigenen inneren Denken und/oder Fühlen getan wird, ist eine Tat mit der sich die menschliche Seele an den Urheber dieser Zwänge (der keine menschliche Person ist!) verschreibt und diesem die Energie und die Sub- stanz, ja, evtl. sogar die eigene Seele weggibt. Diese erdwärts gerichtete Macht ist dem Menschen anheim gestellt, da - mit er sich als Erdenbürger auf der Erde ausbreiten, behaupten und als Mensch »beweisen« oder verlieren kann. Die Möglichkeiten, welche durch diese Macht dem Menschen entstehen, sind von derselbigen nicht aus Liebe zum Menschen, sondern aus Eigennutz arrangiert. Indem der Mensch diese Möglichkeiten wahrnimmt, ohne sich zu verlieren, stellt er das Gold der Schöpfung wieder an den rechten Platz und es wird ihm leuchten. Dazu bedarf es des Mutes, der Herzenskräfte - und hier reicht dem Menschen eine dritte Kraft die Hand, zu der er seine eigene durch die Flamme des Egos hindurchführen muss, will er diese helfende Hand, die ihm dann entgegenkommt, spüren. In der altpersischen Kultur gab es der Überlieferung nach eine Seherper - sönlichkeit und König namens Zaroaster bzw. Zarathustra. Ihm kam die 208 »Geist und Materie« in Kommunikation Aufgabe zu, die Menschheit erdenreif zu machen, so dass sie den Erden - tag als den Acker ihres Lebens auffassen konnte. In dieser Menschheitse - poche entstanden durch weisheitsvolle Züchtungen fast alle Haustiere so- wie die Getreidearten, Obstbäume usw. Diese Kultur war hochspirituell und trotzdem erdwärts gerichtet (bis heute schafft es kein Wissenschaftler aus einem Wildrosengewächs einen Apfelbaum zu machen). Aber indem die Seelen sich so der Erde zuneigten, mussten sie sich auch der erdwärts gerichteten Macht hinneigen, was sie als außerordentliche Bedrohung erlebten. Sie brauchten also, um nicht dieser Macht, mit der sie nun umgehen sollten, zu verfallen, sondern in ihrem Seelengleichgewicht zu bleiben, eine Rück- bindung bzw. auch einen Ausblick. Diese »Versicherung 403« und den Aus- blick gab ihnen Zarathustra in dem er seinem Volk von dem großen Gotte des Lichtes, der Sonne, erzählte und entsprechende Kultverrichtungen im Namen des Sonnengottes Ahura Mazdao vollzog, so dass dessen Kräfte für sein Volk erlebbar wurden und die Seelen daran den notwendigen Halt fanden. Ahura Mazdao, erhabener Sonnengeist, lass die unermessliche Fülle deines Lebens auf uns herabströmen! Sende dein Licht und dein Leben In jedes Samenkorn, das wir in die Erde legen! Erwecke die Keime zum Leben, durchdringe sie mit Licht und Kraft! Lass Licht und Kraft auch in die Erde fließen, lass die Finsternis von unserem Boden weichen, lass dein Wort aus Himmelsfernen zu uns strahlen, du erhabener Sonnengeist, Ahura Mazdao! In Anlehnung an das alte Persertum und die Geschichtsaufarbeitung von Rudolf Steiner wird im weiteren Verlauf diese hier charakterisierte erd - wärts gerichtete Macht mit dem Namen Ahriman bezeichnet. Ihr steht ge- wissermaßen gegenüber - als Polarität - die himmelwärts gerichtete Macht - der Lichtbringer oder auch Luzifer genannt. Ich Buch 209 Charakteristika der himmelwärts gerichteten Macht Diese Macht könnte auch als »Schöngeist« bezeichnet werden. Denn sie ist die treibende Kraft in meiner Seele, wenn ich einen Traum habe, dem ich nacheile, eine Illusion, von der ich erfasst bin - ein Wunsch, der mich nicht mehr loslässt. Sie entwirft die Bilder eines Landes, in dem »Milch und Honig fließen« und treibt den Menschen dazu, sich seinen Kopf wun- derbar auszuschmücken ... So ist jeder Künstler, jeder Schriftsteller und Redner von dieser Macht insbesondere beeinflusst bzw. beeinflussbar. Sie ist quasi der Gott der Propagandisten, Werbefachleute und aller anderen Prediger - egal, ob es sich dabei um »Gutes oder Schlechtes« handelt. Ohne sie würden es keine Lottospieler geben - denn sie verleiht das Stre- ben und die Hoffnung an etwas Großem teilnehmen zu können. Sie über- zeugt einen davon, mit dem abgegebenen Lottoschein auch wirklich ge - winnen zu können (ansonsten würde ja doch keiner einen solchen Schein kau- fen und abgeben). Oh, Du wunderbarer schöner (Lotto) Schein! Aber auch: Oh, Du wunder - barer schöner Kirchen-Schein! Hier erwerbe ich mir das Ticket für den Himmel ... In dieser Macht obliegt das Streben nach Höherem. Schon als Kind habe ich gemerkt, dass immer die Dinge am Schönsten sind, die ich nicht habe. Es geht hier gar nicht darum, das Ding unbedingt haben zu wollen, denn habe ich es, so liegt es im nächsten Moment wieder in der Ecke - nein, es geht darum, diese Sehnsucht nach dem, was ich nicht habe, zu stillen! Ist das Sehnen durch in Krafttreten einer es befriedigenden Handlung weg, so dauert es nicht lange, dass ich mich ohne Sehnen hohl und leer fühle. Also suche ich mir das nächste Objekt, nach dem ich mich sehnen kann: das Sehnen wird zur Sucht! Nichts anderes ist Wahlwerbung: ein paar Sprüche auf die Plakate, von denen »man« weiß, dass viele sich danach sehnen und schon funktioniert ´s! Oder glauben Sie evtl. daran, dass es sich bei den Wahlversprechen um etwas handelt, was »man« haben kann? Die sogenannte Esoterikwelle ist Luzifer auf den Leim gegangen, wenn jemand die Illusion hat, mit ein paar Kleinigkeiten und Scherzartikeln aus dem Arsenal der »kultischen Verrichtungen und Gegenstände«, sich in das vorherige Leben oder zu den Engeln beamen zu können. Wunderbare Einheitsgefühle, es ist ja alles so schön und friedlich ... Aber auch die Technikfreaks und selbstredend unsere schon mehrmals 210 »Geist und Materie« in Kommunikation beanspruchte Naturwissenschaftlerseele gehen ihm nicht weniger auf den Leim. Sie alle haben die Illusion, mit ihrer Theorie und Praxisanwendung den Himmel auf Erden bereiten zu können. Überall surren Maschinen und automatische Helferlein, alles wird schön fertig gemacht - Conveni- ence pur! Sie sehen, diese Macht will es dem Menschen wirklich leicht machen: »bitte plage dich nicht so, Du kriegst die Erleuchtung auch von mir ge- schenkt - Heim ins Reich (bzw.: reich nach Haus!). So kommen alle Drogen, welche eine illusionistische, halluzigene Wir- kung haben aus Luzifers Hand (Rauschgifte, Kakao, teeinhaltiger Tee und Zu- cker). Alkohol, Tabak und Kaffee zählen eher zu Ahrimans Utensil! Ahriman und Luzifer sind sich somit widerstrebende Mächte: ersterer will den Menschen für seine Zwecke kassieren, nämlich die Schöpfung mittels des Menschen umbauen, um hier durch seine Eigene zu verwirkli - chen. Zweiterer will den Menschen von der Erde wegziehen - ihm das ganze Elend ersparen. Im Resultat sind sich beide jedoch wiederum ziem - lich ähnlich: so oder so würde der Mensch seine Freiheit verlieren und das Potenzial, welches in ihm angelegt ist nicht verwirklichen können. Doch in der Gegenwart spielen die beiden Mächte unisono: Ahriman lie - fert die Hardware (Technologie) - Luzifer die Software (Wunsch und illusio- näres Streben), wunderbar vereinigt ist dies in den sogenannten »Medien« oder in den Naturwissenschaften. Die Arbeit wird verahrimanisiert. Als Ausgleich dient die Flucht in die Medien oder in sonstigen schönen Schein (Urlaub - Drogen). Das funktio- niert zur Zeit hervorragend. Was bleibt auf der Strecke? Echte, seinem In - dividualgeist, der eigenen Phantasie gemäß gestaltete Lebenszeit! Das Ich also bleibt auf der Strecke ... Mit dem Ich können diese beiden Mächte überhaupt nichts anfangen. Denn das Ich würde diese beiden Mächte nur benutzen, um daran zu wachsen und sich zu emanzipieren. Diese Mächte aber wollen den Menschen auf ihre Art säugen (er soll sich bedient vorkommen), um ihn nachher »schön und fett« für sich zu haben. Verlockende Angebote, Schnäppchen - sie brauchen das Ego und nicht das Ich! Also züchten sie das Ego. Wer nicht weiß, dass er Ich ist, ist sein Ego - ein braver Hund, der hinter jeder gut riechenden Wurst hinterher - läuft. Das Ich darf es also nicht geben - es ist der Menschenschatz auf den der Mensch hier auf der Erde auf keinen Fall stoßen darf! Das Einfachste ist Ich Buch 211 daher, dem Menschen von diesem Schatz nichts zu erzählen, ja es muss so aussehen, als gäbe es diesen Schatz überhaupt nicht - als sei dies nur eine Illusion. Also: das wahrhaftige Potenzial wird zur Illusion, und die Illusi- on soll die Wahrheit ersetzen. Der Egoismus ist von solchen »180°-Wen- den« gekennzeichnet - er ist selbst eine solche und kann auf dem Hinter - grund des bis hierher Dargestellten so verstanden werden: Der Egoismus ist ein Heilversuch das Sehnen, die Trennung mit den Mitteln der Materie zu lösen. Die Kraft des Sehnens ist an und für sich po- sitiv, aber die Ebene der Mittel ist 180° verkehrt. Egoisten sind also Men - schen, die das »Himmliche« materiell verwirklichen wollen, weil sie den Unterschied zwischen Himmel und Erde nicht bewusst erleben: ihre Seele wähnt sich im »Himmel«, ist aber auf der Erde und wendet nun das »Himmlische« direkt auf der Erde so an, als sei die Erde der Himmel (oder könnte einer werden). Materie wird dadurch zum Fetisch und Macht wird nur äußerlich als Eroberung innerhalb des Materiellen angestrebt (mat. Reichtum, Konsum). Im Materie-Raum kann ich nur Raum erobern, in dem ich ihn anderen wegnehme – im Geistigen erobere ich »Räume« und schenke gleichzeitig, denn mein Bewusstseinsraum wird gleichzeitig Raum für alles, was in diesem ist: der eigene »Körper« wird zum »Körper« für andere. Im Geisti - gen gilt die Durchdringung – im Materiellen dagegen Polarisation und Abgrenzung. Die Seele des »schlimmsten Egoisten« ist gleichzeitig die »Himmlichste« und die »Teuflichste«: wird ihr bewusst, dass sie himmlich ist, wird sie dieses innerlich leben wollen und jegliche persönliche materielle Macht zugunsten wahrer himmlicher Verhältnisse (das Soziale) auf Erden ver- wandeln wollen. So kann aus dem schlimmsten Egoisten ein großer Wohltäter werden (Saulus-Paulus-Transformation). Dem Egoismus in einem Menschen kann ich also nicht entgegentreten - es sei denn mit meinem Egoismus, wodurch sich der Egoismus potenziert - aber in dem ich diese Zusammenhänge erkenne, kann ich sein Sehnen versuchen zu lenken in die Aufmerksamkeit zu seiner wahren Person. Aus dem Egoisten, der Lebensgrundlagen zerstört wird so ein Fürsorger von Lebensgrundlagen. Meine Aufgabe als Mitmensch ist es, den persön- lichen Umstülpungspunkt im anderen wahrnehmen zu lernen und diesen fördern zu können. Die 180° Verwechslung der Ebenen ist Ahrimans Täuschung. Denn meint 212 »Geist und Materie« in Kommunikation der Mensch den Himmel und ewiges Leben auf Erden sich bescheren zu können (durch magische Technologie!), so wird er großes Desinteresse für das wirklich Himmliche haben. Auf diese Art schneidet Ahriman die Menschen vom »Himmel« ab. »Das Ich ist eine Gehirnfunktion« (der »Himmel« ist in der Materie Kopf!) ist dazu wirklich ein sehr praktischer Satz, der von den Wissenschafts - kanzleien heruntergepredigt und überall publiziert wird. Aber wo wird etwas vom wirklichen Ich publiziert? Allein der Auftritt des Dalai Lamas stellte eine nestbeschmutzende Gefahr dar, die mit 1000 Wissenschaftsun- terschriften verhindert werden sollte! So etwas darf eben nicht publik werden und schon gar nicht mitten in der Schmiede von Ahriman und Luzifer: den Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen*! Charakteristika der Macht der Mitte Also, Sie sehen, es wäre schlecht bestellt um die Menschheit, wäre sie nur diesen beiden großen Mächten ausgeliefert, die ein echtes Tauziehen um die Seele des Menschen veranstalten - von dem jeder Mensch betrof- fen ist. Mal benutzen sie das Kleid der Religion, um die Verbindung und die Sehnsucht zum Göttlichen, zum Ursprunge für sich auszunutzen - mal das Kleid der Naturwissenschaften, um die Verbindung und demWunsch zur Natur, dem Naturverständnis und der Naturbeherrschung vermeint- lich nachzukommen (das ist letztlich auch eine Illusion, denn der Mensch muss erst einmal Natur begreifen, um mit ihr arbeiten zu können – der Verstand alleine führt zu Vergewaltigungen). Zwar sind sich Kirche/Religion und Wissenschaft nicht mehr ganz so spinnefeind, wie dies (scheinbar) einmal gewesen ist, doch noch immer sind sie konträr und bilden somit eigene Gruppen, die sich wiederum mehr oder weniger bekämpfen oder miteinander beschäftigen (Ethikdebat- te etc.) - um das Wesentliche aus dem Blick zu verlieren: das Ich. Denn für dasselbe stellt es gar kein Problem dar, Naturwissenschaft und Religion zu vereinen. Es kennt beide Wurzeln, geht damit als Integrationsmeister um. Das Ich ist der Verbinder der beiden Ströme, dem Religiösen (Esote- rischen) und dem Wissenschaftlichen (Exoterischen). Es weiß von der Durchdringung von Mikro- und Makrokosmos. Für das die zweifellos zu Goldgruben des Menschlichen werden könnten, würde nur auch auf Grundlage der Bewusstheit dieser existierenden Bewusstseine geforscht. Ich Buch 213 Ich ist es deshalb völliger Blödsinn, diese sich verfeindet gegenüberzu - stellen. Das Ich ist ein Mittler und bleibt somit frei von dem einem und dem an - deren Pol, benutzt sie nur als »Gewichte«. Das Symbol für das Vermitteln - de, für das von Innen nach Außen und Außen nach Innengehende (siehe graue Silhouette) ist die Lemniskate und aus ih- rer Mitte selbst herausgenommen die Kreuzung, das Kreuz: +. Auch das mathe- matische Plus-Zeichen meint nichts ande- res, als dass zwei oder mehrere »Dinge« zusammenkommen. Das Ergebnis einer Addition ist die Einheit, die in die einzelnen Summanden aufgegliedert werden kann (Komposition und Glie- derung der Teile). Natürlich wird heute das Plus-Zeichen im Sinne Ahri- mans als bloße Aneinanderreihung rein quantitaver Entitäten verstanden. Die Menschengestalt bildet im Stand bei seitlich ausgestreckten Armen ein Kreuz. Das Menschenherz stellt ein organisches Kreuz dar (4-Kammer- system mit zwei Kreisläufen): das Haupt (Perzeption, Verinnerlichung) ist der innere Lemniskatenkreis, welcher sich vom Herz nach unten über die Gliedmaßen in den äußeren (Handlungs-) Kreis öffnet (umstülpt: Inneres wird im Außen als Handlung manifest). Der aus Erkenntnis handelnde Mensch vollzieht darin also einen Kreuzprozess, in dem das Herz die Mit- te darstellt und dem Ganzen Wärme und Liebe vermitteln kann. Wäre das Ich selbst ein Pol, es könnte niemals vermitteln. Es wäre immer durch den anderen Pol mitbestimmt. Es würde auf ein- und derselben Achse zwischen den Polen oder innerhalb der Polarität liegen. Dann könnte es auch kein Selbstinduktionsprinzip und könnte nicht frei sein. Es ist die in sich selbst verankerte Polarität der Polarität und liegt somit als drittes außerhalb der Polarisationsachse und doch »steuertechnisch« mit ihr verbunden. Diese Beziehung bildet geometrisch dargestellt ebenfalls ein Kreuz: das Ich kreuzt jegliche Polarisationsachse. So wie das menschliche Herz das organisch zentrale Kreuzorgan (es gibt viele signifikante Kreuzungen von Außen-Innen: Kreuzung der Augennerven, das Umkehrbild als optisch-geometrische Kreuzung, Rechts-Links-Kreuzung der Gehirnhemisphären gegenüber den Körperhälften usw.) für den Menschen ist, so ist die Sonne das Kreuzorgan für unser Planetensystem - sie ist eben- falls ein Durchgangs- /Umstülpungspunkt - Sonnentor! Ahura Mazdao ist der »Sonnengott«, ein Sohn der Sonne, welcher aus 214 »Geist und Materie« in Kommunikation dem kosmischen Kreuz zur Erde niederstieg, um den Kreuzprozess, die Dynamik von Evolution und Involution im Sinne des Menschenpotenzials zu retten. Ohne diese Tat würden Erde und Mensch in der Polarität von Ahriman und Luzifer untergehen. Das meint nichts anderes, als dass das Ich untergegangen wäre. »Ich bin der Ich bin«. Das sind die Worte des Wesens, welches das Leben für das Ich ist: »Ich bin das Leben« (das Ich ist das Leben und Ich bin das Ich). Das Ich, wie schon durch den Erkenntnisorganismus gezeigt, ist ein Frei - heitswesen. Seine Qualität ist Kreativität und Schöpfung aus sich selbst und in dieser Position Verantwortung und Obacht gegenüber dem, was noch nicht frei sein kann, was noch ganz Geschöpftes ist. Es schenkt sich in seiner Güte dem anderen, ob in Form von Aufmerksamkeit oder Tat. Daher kann die dritte Macht keine sein, die nach Macht trachtet und kei- ne, die ihre Macht dem Menschen aufzwingt - weder im Guten wie im Schlechten. Deswegen ist die dritte Macht die unsichtbare Macht. »Wer Augen hat zu sehen, der siehe«. Wer sie nicht sehen will, wird sie auch nicht erblicken. Es liegt in jedem Menschen selbst, das Ich zu sehen, seine Ich-Entwicklung zu wollen. Sind Freiheit, Liebe und Schenken die Charakteristika dieser Macht, so brauche ich also nur dort zu schauen, wo ich solche Qualitäten entdecke. Diese Qualitäten kann ich nur in menschlichen Handlungen finden. Sie können nicht durch Systeme oder Automatismen verbucht oder erzeugt werden. Bestenfalls schaffen sie eine günstige Voraussetzung dafür. Doch wie gezeigt, sind es gerade die Systemgedanken und das Maschinelle/ Gleichartige und Gleichschaltende, was von überwiegend ahrimanischen Kräften unterlaufen ist. So geistert das Gespenst von Rom noch immer in unserer Gesetzgebung herum, welche als durchaus veraltet beschrieben werden muss - weil aber andererseits viele Dinge zu früh da sind, als dass sie von der menschlichen Seele wirklich menschlich ausge füllt werden könnten, scheint ein harter (alter) Rechts-Rahmen als »Stütze« notwendig zu sein – wahrlich ist diese Stütze eine Krücke Ahrimans. Auch hier muss wieder konstatiert werden: »Teile und Herrsche«, um schließlich das Freiheitliche, das Ich, nicht zu Worte kommen zu lassen. Sie sehen also, wie wichtig das wirkliche Ich-Erleben ist, welches im ers - ten Teil dieses Buches versucht wurde zu intensivieren, zu aktivieren. Dieses Ich-Erleben ist möglich durch die dritte Macht, durch den Ich bin der Ich bin, den Christus - ohne den die Menschenseele schon längst in der Polarität untergegangen wäre. Aber nur durch die freiwillige Hin - Ich Buch 215 wendung zum Ich kann ich diese Kraft und Macht erfahren. Das Ich ist das allen Ichen gemeinsame. Daher die Worte: »wenn zwei sich in mei- nem Namen begegnen, bin ich mitten unter ihnen!«. Logisch: Wenn zwei »Iche« sich wirklich im Ich begegnen, dann ist der Ich bin Ich inmitten ... So wird Ich-Begegnung eine wahrhaftige Kommunion und »Gotterfah- rung«. Joseph Beuys sagte dazu: »die Mysterien finden heute auf dem Bahnhof statt!« Das Wirtschaftsleben basiert eigentlich auf der Brüderlichkeit des Schen- kens: jeder gibt, schenkt seine Arbeit in die Gemeinschaft hinein und jeder kann nur deswegen existieren, weil er jeden Tag von anderen Menschen Leistungen geschenkt bekommt 404. Dieses Gebiet aufgrund seiner brüder- lichen Struktur birgt für die beiden anderen Mächte Gefahr, denn gerade dort könnte der Nächstenliebe-Impuls und das Schenken als freie Hand- lung realisiert werden und die Menschenseelen in der freien Entwicklung ihres Potenzials fördern. Daher ist es das Wichtigste, das Wirtschaftsleben so zu beherrschen, dass der Brüderlichkeitsaspekt in sein Gegenteil verkehrt wird: jeder ist der Konkurrent des anderen und sein potenzieller Brötchenklauer! Also lässt Ahriman durch Menschen hierarchische Systeme schaffen, die unfähig sind, die Arbeit zu verteilen - weil es sowieso Unsinn ist, die Ar - beit durch zentralisierte Systeme verteilen zu lassen. Es entsteht Arbeitslo- sigkeit, d.h. eigentlich entsteht Gelderwerbslosigkeit durch entsprechende Gesetzeslagen - denn Arbeit und auch Geld gibt es genug. Damit entstehen Existenzängste, Neid und Hass - Zerteilung in Arbeiten- de und Arbeitslose ... und schon geht in der Bevölkerung der Über- und Durchblick für das Eigentliche verloren! Doch gibt es ein schönes Beispiel, an dem ersichtlich ist, was der Mensch mit seiner Arbeit will und wie er sie geben möchte. In der Open-Source- Gemeinschaft ist die Software, bzw. der »Bauplan« offen (frei!), so dass die Struktur bzw. das Projekt von jedem, der eine Idee dazu hat, verbes - sert werden kann, wobei diese Verbesserung wiederum der Gemeinschaft zur freien Verfügung gestellt wird und damit geschenkt ist. Ein sehr bekanntes Open Source Produkt ist die Internet-Enzyklopädie »Wikipedia«. Stellen Sie sich die Open-Source- Struktur einmal vor das innere Auge, dann werden Sie ein großartiges Netz entdecken, in dem je- der Mensch gleichberechtigt ist und jeder, seinen Fähigkeiten nach, die Sache nutzen oder zu ihrem Nutzen wiederum beitragen kann. Keine Hierarchie, keine Abzocke durch eine Machtspitze. 216 »Geist und Materie« in Kommunikation Selbstverständlich erregt diese »anarchistische Unverfrorenheit« nicht nur die Gemüter in den höheren Etagen der Monopolisten, sondern eben solche, die Wissensbeschaffung, Know-How und Information mit Macht und materiellem Zugewinn verbucht sehen wollen. Solche Lobbyisten wollen dafür sorgen, dass z.B. Programmiersprachteile patentiert werden, wobei natürlich sie die Patentinhaber sind - so dass alle anderen zahlen müssen bzw. nicht mehr frei programmieren können. Überall, wo Freiheitskeime auftauchen - die ja nur aus dem Ich stammen können, um dann in freier Gemeinschaftsbildung aufzugehen - müssen Reglement und Patent her (gezielter Rechtsmissbrauch, siehe auch: Ökopirate- rie). Die Gewalt, welche gegen die Ich-Menschen aufgebracht wird, stammt primär nicht mehr aus Gewehren und Kanonen, sondern sie wird durch »Recht« und »Patent« ausgeübt. Jeder, der dagegen verstößt, kann dann »zurecht« mit Gewalt (bzw. Geld- und Freiheitsentzug = Vernichtung von existentiellen Beschaffungsmöglichkeiten) bestraft werden. Aus keinem anderen Grund wurde Jesus von Nazareth an das Kreuz ge- nagelt: er gab den Menschen eine innere Macht, die die alt-hierarchischen Strukturen auflösen würden. Das konnten die Machthaber nicht zulassen und verurteilten per Gesetz den Brecher ihrer Gesetze zum Tode am Kreuze. Jesus war ein Mensch des Volkes, äußerlich ärmlich durchschritt er sein Leben. Aber er war der stille, der geheime König: der Ich bin der Ich bin. Und dieses Ich, dieses Potenzial, dieser Schatz, der ist für die Mächtigen und ihre pyramidal geführten Imperien die »Atombombe im Keller«. Wenn das Volk von seinem Schatz (Gold) riechen würde, dann ist Ende mit Angst schüren, mit Untertanentum und Korruption. Der innere König reißt die falschen, selbsternannten Könige, die im Außen über an - dere herrschen wollen den Boden, d.h. das Volk unter den Füßen weg! Doch dafür muss erst wieder selbst der wahre innere König seinen Platz im Tempel des Menschen eingenommen haben. Wären die »christlichen« Kirchen wirklich christusorientiert, würden es heute keine zentralen Machtstrukturen mehr geben, die sämtlich im Wi - derspruch zum Leben Christi stehen. Doch die Kirche (ob katholisch, evan- gelisch oder orthodox usw.) gibt selbst eine solche hierarchische Machtstruk- tur ab! Sie bringen den Menschen nicht bei, wie sie sich mit dem Ich ver- binden können. Sie bieten keine Ich-Schulung, kein Ich-Training an. Aber sie beanspruchen für sich den Kanal, das Sprachrohr Gottes zu sein! »Doch eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als ein Reicher in den Him- Ich Buch 217 mel kommt. « - Viele Kirchenväter glauben immer noch, den Geist für die Menschen verwalten zu können. Wenn sie auf ihre Kanzeln steigen oder ihre Predigten halten, glauben sie sich »reich an Geist«, denn die »armen oder bedürftigen« Menschen kommen sich ja den Geist bei ihnen in der Kirche abholen! So steckt schon eine gewisse Selbstlosigkeit darinen, den Reichen zu spielen und die »Kamele« dadurch in den Himmel kommen zu lassen! In dem Ich steckt die wirkliche Macht und die liegt bei und in jedem Einzelnen. Nur aus der Mitte des Einzelnen macht es Sinn, freie Gemein - schaften zu bilden, um das Ich zu pflegen. Freiheit und Liebe sind die Pfeiler der dritten Macht, welche sich nur durch das Ich verwirklichen können. Kann ich erleben, was Ich ist, dann weiß ich sehr gut zu unterscheiden zwischen den weiß gemalten Wölfen und dem wahren Ursprung. Zusammenfassung und Ergänzungen Ahrimans Signatur ist die der Verkrampfung, Zersplitterung in die De- tails hinein, der Produktion und Gleichschaltung von Massen funktionie- renden Materials unter dem Stern einer Spitze - Macht durch Organisati - on der Summe gleichartiger Glieder, egal ob Gigabytes organisiert aus ei - ner Programmhierarchie, Armeen aus einer Machtspitze, der Bürger als Konsumentenmasse manipuliert von Konzernspitzen - Vervielfältigung auf Kosten der Individualisierung, der Mensch als Rädchen in einer gi - gantischen Maschinerie, die Menschenarbeit als Sklave des Kapitals. Hier erweist sich für anfällig insbesonders die naturwissenschaftliche Seele als Bindeglied von Geist und Materie. Die Aufgabe der Naturwis- senschaft als epochale Kraft in der Menschenentwicklung sollte dem Ver - standesbewusstsein dienen und hinführen zur Bewusstseinsseelen- entwicklung. Doch »am Ende des Verstandes« tritt das Borderproblem auf: Ahriman will die Seele zurückhalten in der rein materiellen Anschau- ung. Die Lektion der Naturwissenschaft für die Menschheit bestand im An - trainieren eines stringent arbeitenden, jenseits von subjektiven Färbungen der Sympathie oder Antipathie objektivierenden Denkens - und damit zur Fähigkeit der fokussierten Gedankenkontrolle als Vorbereitung zur Geist- erfassung. Dieses Zusammenziehen, die Konzentration auf das Teil ist ahrimani- scher Natur mit der Tendenz die Mitte, das Herz auszuschalten bzw. das 218 »Geist und Materie« in Kommunikation Ego zu bedienen, den Verstand schließlich zu korrumpieren: die natur - wissenschaftliche Anschauung selbst ist zum Liebling seines Hervorbrin - gers geworden. Seine Seele hat daran Gefallen gefunden und benutzt nun dieses Gerüst als eigene Stütze bzw. als Machtmittel. Damit aber hat sich der Sinn verkehrt: während durch die naturwissen - schaftliche Betätigung der Seele eigentlich die zuvor erwähnte Selbstlosig - keit im Denken und Handeln trainiert wurde, wird sie nun durch Macht- interessen instrumentalisiert: Forschungsprojekte und die Forschungs- richtung wird von Ansehen und Nutzbarkeit, also vom Kapital bestimmt - z.T. durch das Reglement (Gesetze für Drittmittel) des »Staates« gesteuert. Durch die Instrumentalisierung der Naturwissenschaft und das Verkom - men zu einem Macht- oder Propagandainstrument, ist es für viele wirk- lich innovative Menschengeister kaum oder gar nicht mehr möglich, ihre Ideen zu verwirklichen. Sie müssten sich einem System unterwerfen, wel- ches ihre Kreativität unterminiert. In gewisser Hinsicht frißt das System seine eigenen Kinder und stirbt aufgrund seiner Dekadenz und trotz sei - nes Widerwillens (gegen den natürlichen Tod, der durch Transformation auf eine höhere Ebene eintreten muss) aus. Die Macht der Mitte ist die des Flusses - alles ist in ihm. Ahriman bzw. die nach materieller Macht trachtende Macht, versucht diesen Fluss für sich zu kontrollieren. Doch in dem Moment, wo sie dies schafft, hat sie auch schon ihren eigenen Tod besiegelt: denn der Wirklichkeitsfluss nö - tigt die Macht dazu, sich selbst zu transformieren - wodurch sie aber eine höhere Wirklichkeit und Kompetenz als ihre eigene erkennen und aner - kennen müsste - was aber wiederum ihrem Machtanspruch zuwiderläuft. Sie beginnt deswegen zu klammern, klinkt sich aus dem Fluß aus und das ist ihr Tod. Alles was Gewalt anwenden will, löscht sich letztlich dadurch selber aus. Die Macht der Gewaltlosigkeit ist der beständige Fluss, hinge- gen der Stein zerreibt sich selbst zu Sand. Gewalt mit Gewalt zu bekämp- fen heißt: ich bin auf der Seite der Gewalt und damit schon tot, bevor ich gestorben bin. Durch fremde Gewalt mag ich physisch sterben - aber ich bin dann Teil der ewigen Gewaltlosigkeit, des wahren Flusses. Er trägt mein Leben weiter. Mein Widerstand gegenüber der Gewalt ist also am größten, wenn ich Nein zu ihr sage - und nicht, wenn ich selbst Gewalt - vermeintlich gegen sie - anwende. Denn logischerweise ist jede Gewaltan - wendung eine Gewaltbejahung. Eine künstliche Polarisierung in gute und schlechte Gewalt bewirkt nur eine Verlängerung der Gewaltgesamtlebens- zeit. Ich Buch 219 In der Biographie des Jesus von Nazareth kommt diese Gewaltlosigkeit, die über jede Gewalt siegt, zum Ausdruck. Sie zeigt: indem Du bereit bist, den Tod über Dich ergehen zu lassen, um des Geistes (Iches) Willen, hast Du Dich vor dem wirklichen Tod gerettet: dem Versinken und Auflösen Deiner Seele in Ahrimans Reich, so dass dann eine Ich-Entwicklung nicht mehr möglich wäre. Diesbezüglich erwähnt der Autor Mel Gibsons mutige künstlerische Leistung in seinem Jesus-Film: »Passion«. Mel Gibson musste die Produk- tion aus eigener Tasche bezahlen, weil niemand von den großen Filmge - sellschaften diesen Film (finanzieren) wollte. In dem Film ist die Gestalt Ahrimans künstlerisch inszeniert durch einen schwarz (Tod der Materie) gekleideten Mann (vermännlichte Frau als Schauspielerin), der in seinen Ar- men einen Babykörper mit vergreistem Gesicht hält (aus der alten, sterben- den Schöpfungssubstanz will Ahriman seinen Nachkommen züchten). Durch den Tod des Christus am Kreuze und damit das Durchschreiten der Mate- rie platzt Ahrimans Kinderwunsch: die Quelle für die Aufzucht seiner Saat wurde ihm genommen. Er hat keinen Zugriff auf das »Ich bin«. In dem die Christusmacht in einem menschlichen Körper dessen Tod durchschritt wurde der Erde etwas hinzugefügt, wodurch diese nicht den verhärtenden und zersplitternden Tendenzen von Ahriman unterworfen ist und vorzeitig - bevor die Menschenentwicklung auf der Erde ihr regu- läres Ende erreicht hätte - sich auflösen müsste. 220 »Geist und Materie« in Kommunikation So erlebe ich in meinem Körper das Wirken der Seelenmächte: Kopf Bauch Willensäußerung Frau/Mann Aspekt A Kalkül Triebkraft, Macher, Aktion, Eher männlich: Stär- H Effizienz, harte Macht, Agilität, extravertiert: ke in der Materie, R Logik aggressiv, die Welt ist mein, ich Muskelkraft, Objekti- I kalt heiß spiele »Gott« vierungswahn Kopf M und Wille A N L Idealistisch, Passiv, Begeisternd, aber we- Eher weiblich: starke U blumig, große schwammig, nig Durchhaltevermö- Wunschnatur, kom- Z Bögen nichtsfühlend gen. Die Welt ist munikativ verspielt, I verspielt, warm kalt schön und gehört al- das Nest machen las- F len – ich lasse ge- sen – aber selbst E schehen! ausschmücken R Die einseitige Verstandestätigkeit zerstäubt die feineren Zusammenhän- ge, reißt die Seele aus einem höheren Zusammenhang heraus. Aus dieser Überkonzentration auf das Materielle (der Verstand kann nur Materielles verstehen), welches eine seelische Verkrampfung darstellt, entsteht eine Unzufriedenheit und damit ein Hunger nach Ganzheit, nach Verschmel- zung. Dieser Hunger kann nun wieder auf die Verstandesebene projiziert werden, so dass z.B. der Forscher immer nach weiteren, neuen Erkennt - nis-flashs trachtet, ein anderer nach noch mehr Leistungen usw.. Das beschleunigt die Forschung oder Produktion zwar (ahrimanischer Verfrühungsaspekt!), brennt aber auf Dauer die Seele des Betreffenden aus und isoliert die Forschung bzw. die Arbeit, vor allem von der Ganzheit des Erlebens und von der Ganzheit überhaupt. Goethe: »da hält er die Teile in der Hand, doch leider fehlt ihm das geist´ge Band!« Über kurz oder lang merkt die Seele jedoch, dass sie sich so nicht einen kann: der Hunger muss im Leben gestillt werden, nicht im Verstand. So verstärkt eine übertriebene Kopftätigkeit körperbezogene Begierden und Triebe. Jenseits des Workoholics wird das Ausgebranntsein bzw. die inne- re Leere zu einen gesucht durch passive und/oder aktive Verhaltenswei - sen. Passive Verhaltensweisen sind beispielsweise: erhöhter Zuckerkonsum, erhöhter Drogenkonsum (Kaffee und Nikotin), er- höhter Medienkonsum, generell erhöhter Konsum (Kaufen und bedienen Ich Buch 221 lassen). Mehr aktive Verhaltensweisen sind beispielsweise: Darstellungslust im Außen (Machtgewinn, Agieren mit »Applausettikette«), häufigeres und widernatürliches Herbeiführen von Orgasmus (Sex/ Ma- sturbation), übertriebene, d.h. gesundheitsschädliche Sportaktivität. Die Seele versucht sich auf diese Weise das zurückzuholen, was ihr fehlt. Die durch Ahriman bewirkten Diskrepanzen entstehen durch Verfrühung, in dem Entwicklungsstufen, die für den einzelnen Menschen oder für die ganze Menschheit erst später anstehen würden, verfrüht dargeboten wer- den (Beispiele: Wissenschaft, Erziehung): die Seele ist noch nicht reif dafür - andererseits wird ihr die Nahrung für die ihr entsprechende Entwick - lungsstufe dadurch vorenthalten, so dass sie zurück bleibt und die eigent - liche Entwicklung nicht mehr richtig leben kann. Diese Zeitakzeleration ist gleichzusetzen mit Stress und ihr Ergebnis ist weniger als das, was in der Potenzialität angelegt ist! Durch Verfrühung entsteht so Zurückblei- ben. Nicht ich beherrsche den Prozess, sondern er mich. Ahriman selbst ist zurückgeblieben - bedingt durch die Empörung, durch welche er sich vom regulären kosmischen Fluss ausgeklinkt hat. So hat er wichtige Entwicklungsschritte im kosmisch-geistigen Geschehen verpasst. Nicht aber der Mensch. Der Mensch kann frei sein und so lieben - d.i. ein gleichberechtigtes Miteinander zelebrieren. Diese Form kennt Ahriman nicht. Er kennt nur das streng Hierarchische. In seiner Kette zur neuen Schöpfung fehlt ihm ein Glied, die »Hefe«. Aber dieses Glied findet er in der Menschenentwicklung, die ihm in diesem Entwicklungsschritt voraus ist. Seine Hoffnung ist, dass der Mensch seine Menschheit ver - schläft und er so den Topf für sich leeren kann, der den Menschen ur- sprünglich zur Verfügung gestellt wurde. Ahriman ist ein Lebensenergie - zocker: er gibt den Menschen Maschinen und Technik, die den Menschen selbst maschinell machen - das freigewordene Leben saugt er in seinen Bereich ab, da er es als Substanz, die er nicht hat, braucht. Diese Charakte - ristika bilden den Hintergrund von Michael Endes Geschichte »Momo«. Momo ist dabei so etwas wie ein »Christkind«, welches den Menschen die Herzenszeit wieder ermöglicht (»Ätherblume«). Während Ahriman also Verfrühung betreibt, um Verspätung zu bewir- ken: stellen Sie sich einen Bahnhof vor, an dessen Gleis die Menschheit steht, ein Zug in einem Geschwindigkeitsrausch einfährt, die Menschen- körper mitreißt, ihre Seele aber an der Bahnsteinkante geblieben ist - sind 222 »Geist und Materie« in Kommunikation die luziferischen Zeiteinwirkungen umgekehrter Art: »Mensch, bleibe Kind und bleib´ zuhause - warum willst Du überhaupt noch am Bahnhof Erde aussteigen?« Allroundbequemlichkeit und »Wünsch-Dir-Was« sind seine Stichworte. Im 20. Jahrhundert haben Ahriman und Luzifer eine Art GbR gegründet: Ahriman stellt die Technik her und Luzifer lässt die Menschenseele wün- schen, so dass der Bedarf für diese Technik da ist. Wie so etwas aussieht? - Machen Sie eine Collage an einer ihrer Zimmerwände bestehend aus Werbebildern aus Illustrierten, Werbeplakaten usw. Schauen Sie ihre Wand an, dann sehen Sie einen »Kosmos« aus Annehmlichkeiten, tollen Dingen, Vergnügen und Lust. So sieht die Welt für den Menschen aus - eine Illusion hergestellt mit technischen Mitteln. It´s just a game - play it! So soll der Mensch zwischen den Polaritäten von Kopf und Bauch, Wunsch und Haben aufgerieben werden. Die Mitte soll ausgeblendet, übergangen werden. Ein weiteres Beispiel aus der »GbR«: Die Sprache als Mittlerin - Abstrakte Begriffe als handelnde Personen Zumeist schon die Schlagzeilen einer x-beliebigen Zeitung prangen dem Leser mit Substantiven im nominativen Gebrauch entgegen, deren Sinn sich bei Hinterfragung als Seifenblase entpuppt. Typische Konstruktionen von Headern nehmen sich wie folgt aus: »Deutschland muss sparen!« Wie im Beginn des Kapitels: Identifikationen Wörter mit Scheinbedeutun- gen hinterfragt wurden, so muss auch hier gefragt werden: wer ist denn Deutschland? Ist das reale Person, die denken, fühlen und handeln kann? Natürlich nicht, »Deutschland« kann weder denken, noch fühlen ge- schweige denn handeln - es ist ein Begriff, keine Person! In dem es aber als Person, die handeln kann, hingestellt wird, wird es zum Pseudonym. Warum aber werden dann von Menschen solche unsinnigen Sätze formu - liert? - Wie wirken denn solche Pseudonyme auf den Leser? - Wodurch unterscheiden sie sich in der Wirkung von solchen Überschriften oder Sätzen, in denen klar zum Ausdruck kommt, wer für, gegen oder mit et - was handelt (Beispiel: »Bundeskanzler gegen Laufzeitverlängerung von AKW ´s«)? Zum einen anonymisieren Pseudonyme, verdecken die wirklich han- delnden Personen405. Pseudonyme verallgemeinern, gaukeln eine Gruppe oder Anordnung vor, wodurch wiederum polarisiert werden kann in sol- Ich Buch 223 che, die dazu gehören, sich angesprochen fühlen und solche, die sich da- von abgrenzen wollen. Pseudonyme eignen sich dazu, die Verantwortung von Handlungen, welche ja von konkreten Personen ausgehen oder ausgegangen sind, auf sich zu lenken: nicht mehr der Richter hat den Verurteilten hinrichten las - sen, sondern das Gesetz. So trägt der Richter, welcher die Anweisung gab, die Geschwister Scholl und andere Widerstandskämpfer der »weißen Rose« zu töten - und auch der Mensch, der den Richterbefehl ausführte - keine Verantwortung dafür. Sie wurden nicht zur Rechenschaft gezogen, weil sie nach geltendem Recht handelten. Hier geht hervor, wie Menschen ein Konstrukt, einen bloßen Begriff als Handlungsursache ansehen und der wirklich Handelnde als »Nichthan- delnder« ausgeblendet wird. Dies passiert täglich, nur - was geschieht dadurch? Menschen »können« Handlungen ausführen, welche entsetzlich sind, welche unter Umständen ganze Völker auslöschen - aber sie werden nicht zur Rechenschaft gezo- gen, im Gegenteil, sie werden geschützt durch die Pseudonyme! Wieso kann so etwas überhaupt funktionieren? Wieso lassen sich Men - schen - und zwar der größte Teil - das einfach gefallen? Die Menschen wachsen in einer von der Machtelite geschürten Gehirn- wäsche auf z.B. dadurch, dass schon in der Schule die Schüler trainiert werden, Pseudonyme anzunehmen, zu verwenden, mit ihnen täglich um - zugehen. Die Medien tun ihr Übriges. Und gelangt der Mensch an die Bi- furkationsstelle, so bieten sich solche Pseudonyme doch hervorragend als Ausrede, als Verdrängungsrechtfertigungen an - denn sie sind ja »gesell - schaftlich« akzeptiert: »ich hatte doch die Anweisung, den Auftrag dieses und jenes zu tun!« - »die naturwissenschaftlichen Ergebnisse haben das doch nahegelegt...« - »so ist doch die Rechtsprechung...« - »das waren doch die Regeln...« usw.! Der Bürger lernt somit auch, der »Nutznießer« dieser Pseudonyme zu sein. Es entsteht ein richtiger Marktplatz, auf dem die wahren Ursachen und Verantwortlichen eingetauscht werden gegen Bilder, abstakte Begrif - fe, gegen Scheinbarkeiten. Aus der Sprache verschwinden die wirklichen Urheber, die wirklich handelnden Personen - sie wird abstrakt, undurch- schaubar, verwässert - und in einer solchen Sprache unterhalten sich dann die Menschen. Kann dabei jetzt wirklich etwas transportiert - eine Kom- munikation im Sinne von Kommunion stattfinden? Die Sprache als ein Gewebe mit faulen, nur scheinbaren Verknüpfungen 224 »Geist und Materie« in Kommunikation durchsetzt, zerreißt. Wörter, einst Chiffren mit lebendigem Inhalt, sind zu Totenkammern mit glänzenden Ettiketten geworden. Durch die Schein- wörter wird die Sprache selbst zum Scheingebilde. Eine entsetzliche Ent- wertung, ja Abtötung der Sprachgewalt hat stattgefunden. Der Mensch hat sein Wort verloren. Das ist die Wirkung der Pseudonyme. Die Realität in der Sprache durch das Weisen auf eine Realität mittels der Sprache wird mit dem Weisen auf ein Nichts, also ohne Weisen, durch eine in - haltsleere Abstraktion ersetzt. Die Sprache wurde verahrimanisiert, entseelt mit Hilfe der Pseudonyme als Truggebilde und Produkte Luzifers. Sie ist verkommen zum Fährmann Ahrimans - einem Mittel, Seelisches aus dem Menschenraum abzutrans- portieren, dem Menschen zu entreißen. Damit aber wurden die Pseudonyme zu tatsächlichen Wirklichkeiten, denn sie wirken nun dadurch, dass der Mensch sie anwendet, menschen- verleugnend! Die Sprache muss wieder vom Menschen erobert werden, indem er diese Pseudonyme durchschaut und sie aus seinem Sprachgebrauch entfernt. Je mehr er sich seinem Herzen nähert, um so deutlicher spürt er die Anwe- senheit der Pseudonyme und sie werden im Wahrheitsstrom seines Her - zens versinken, verschwinden. Je mehr sie verschwinden, um so einfacher wiederum wird es, mit dem Herzen zu sprechen und zu hören. Die Spra- che wird einfach aber tief. Als Wirkung dieser Ich-Leistung erhält der Mensch eine ich-durchleuch- tete Sprache, welche ihm zu seiner Ich-Entwicklung wiederum dient. Denn die Sprache war ein »Geschenk der Götter« an den Menschen, damit er Großes in der Welt schaffen kann. Läßt der Mensch sich seine Sprache rauben, so wird er dies Großartige nicht mehr tun können. Die Kraft der Mitte sitzt im Herzen, dem Bindeglied zwischen warmen und kalten Strom, dem Kreuzesstrom - das Herz überlässt nicht einfach den Polaritäten ihre Eigendynamik, sondern setzt einen Ruhepunkt: »Stopp, was läuft hier eigentlich?!« - also Wahrnehmung ... »der Mensch sieht nur mit dem Herzen gut« (»der kleine Prinz«, St. Exupery). Der Herr des Kreuzes ist der Christus. Er ist bewusst jenseits der Polarität in diesel - be gestiegen, zunächst in das Leben - dann auch bewusst, es schon wis - send! - in den Tod gegangen. Er hat sich so weder von dem einen (Leben) noch von dem anderen Pol(Tod) bestimmen lassen, sondern ist als Drittes, als Transzendentes hindurchgegangen und dadurch zum Herrscher dieser Pole, zum Herrscher des Schicksals geworden. Ich Buch 225 Daher ist er der Lehrer der Menschen: mit ihm kann der Mensch die Herzmitte entwickeln, ohne ihn wird er zum Spielball der Polaritäten und entfernt sich von der Ich-Realität, seiner wirklichen Aufgabe und Persön- lichkeit. Ganz konkret: jenseits des Herzens steigt der Stresspegel (»ma- schinelle Akzeleration«, Hast) kontinuierlich mit folgender Adrenalinvergif- tung, Leberschwäche. Es kommt zu Ablagerungen in den Gefäßen und en- det im Herzinfakt: wer das Herz übergeht, geht an ihm zugrunde. Krankheit und Tod als Wirkungen geistiger Mächte Krankheit ist die Folge des Verlustes der individuellen Mitte und bietet in ihrer Wahrnehmung die Chance wieder zur Mitte zu finden. Der Tod musste mit der durch die Mithilfe Ahrimans bewirkten Entstehung der Materie eintreten, da am Ende des Auskristallisationsprozesses von Mate- rie Werk und Tätiges größtenteils getrennt sind (Selbstschöpfungsgrad in der Materie geht gegen Null) - und diejenigen, die in der Werkwelt einge- bunden sind, wie z.B. die Menschen, würden mit ihr vergehen - wenn sie nicht die Fähigkeit hätten zu sterben, um so immer wieder aus den fes - selnden Wirkungen der Werkwelt in die Welt des hohen Seins, der Quelle eintauchen zu können. Der Tod ist also ein Geschenk an den Menschen, um damit seine totale Ahrimanisierung, das Verharren, das Einkerkern in der Materie, zu verhindern (Der Wunsch nach ewigem Leben auf der Erde, nach dem Abstoppen der Alterungsprozesse in der Zelle ist ahrimanischer Natur - er will die Menschen hier behalten, jenseits der Sphäre ihres geistigen Entwick- lungspotenzials, welches zur Vervollkommnung Inkarnation und Exkarnation=Entleiblichung notwendig macht – die »Himmelsillusion« der kath. Kirche ist hingegen luziferisch, da sie den Menschen nach einem Leben zuhause, im Reich des Himmels läßt: »die ewige Ruhe und den ewigen Frieden«). Aufgrund der Kräftewirkungen von Ahriman und Luzifer lassen sich nun Krankheiten grundsätzlich gliedern: Überwiegend ahrimanisch bewirkte Krankheiten sind solche, wo ein na- türlicher Zusammenziehungsprozess zu starke Eigendynamik erhält oder fremdartige Prozesse zu viel Eigendynamik bekommen. Es könnte auch von einer Zersetzung durch Fremddynamik gesprochen werden, welche das eigentliche Leben, den lebendigen Fluss austrocknet. Es entstehen hierdurch Krankheitsbilder wie Arteriosklerose, Sklerose allgemein, vorzeitige Alterung, vorzeitiger Zelltod. Generell wird frem- des Eigenleben im menschlichen Organismus verstärkt, so dass es zu Ei- 226 »Geist und Materie« in Kommunikation genvergiftungen und/oder zur Tumorbildung kommt (Tumorbildung als kalter Prozess). Überwiegend luziferisch bewirkte Krankheiten sind wiederum solche, wo ein natürlicher Wachstumsprozess zu starke Eigendynamik erhält. Hier geschieht eine Verflüssigung, Verlebendigung in Gebiete hinein, wo dies zu einer Wucherung oder Auflösung führt. Also dass, was einen ge- wissen Halt, eine feste Struktur braucht, wird zu sehr bewegt und aufge- löst. Es entstehen hierdurch Krankheitsbilder wie Multiple Sklerose (das Wort Sklerose ist hier eigentlich falsch - denn die Nerven werden durch den Pro - zess praktisch zu sehr belebt und dadurch in ihrer Struktur abgebaut) , Entzün- dungen, Wucherungen eigener Substanz (kein Krebs, sondern heißer Prozess!). In jeder Krankheit zeigt sich also eine luziferische oder ahrimanische Verirrung*, welche aber nicht unbedingt im jetzigen Leben ihre Ursache haben muss. So gibt es Krebs bei Kindern, welche wohl kaum in ihrem jet- zigen Leben eine Verirrung zeigen konnten. Wie geschieht nun prinzipiell diese Wirkungsweise vom Geistigen hin - ein in die Physis? Der geistige Plan (Absicht) wirkt in den Astralplan. Dieser beeinflußt im- puls-, blitzhaft die ätherische Welt, welche im Zeitlichen gebunden und die Trägerin von Lebensrhythmen ist. Die Rhythmen erhalten durch astra - le Impulse eine Verschiebung bzw. kann hierdurch auch ganz neue Rhyth- mik entstehen. Hat sich diese neue Struktur (Information) im Ätherfeld (welches auch wie ein Gedächtnis wirkt) manifestiert, so ist der astrale Im- puls (Informationsenergie) nicht mehr oder nur sehr schwach notwendig. Die so gewonnene Ätherfigur hat nun die Fähigkeit, über das Wässrige (Wasser ist das Tor des Lebens) materielle Gestaltungen oder Umgestaltun- gen vorzunehmen. Auf diese Weise können nun im aktuellen Leben Veränderungen im Stoffwechsel und Organdysfunktionen entstehen. Wurden in einem Vorle- ben solche Störfelder erzeugt und konnten nicht durch entsprechende Verhaltens- und Einsichtsweisen aufgelöst werden, so sind sie als astrale Figur (Information) in der Astralsphäre noch vorhanden und haben ein Anziehungsband bzw. eine Resonanz zu der von ihnen geschaffenen Seele im nächsten Leben dieser Seele. So wirkt die Struktur des Vorlebens über den Astralplan in den gegenwärtigen Ätherbereich, um daraus wiederum in der tibetischen Medizin wird hier zwischen kalten und heißen Krankheiten un- terschieden. Ich Buch 227 den physischen Körper entsprechend aufzubauen, was wir dann heute in Form der Genetik als vorgegebene Anlage finden. So ist auch das Gehirn schon geprägt, bevor es geschaffen ist - nur nicht in den Einzelheiten. Vergegenwärtige ich mir den anfangs anhand eines Stressmodells ge- schilderten psycho-neuro-endokrinen Mechanismus: ist der Mensch ge- sund, arbeitet dieser weise »Mechanismus« selbsttätig, ungestört und die Gesundheit erhaltend. Jetzt tritt aber ein, dass sich ein Mensch zuviel und zuviel Falsches vorstellt - je nach Ambition luziferisch oder ahrimanisch geprägt. Durch Vorstellungen werden Gefühle induziert! Hier durch weicht der Mensch in der subjektiven Wirklichkeit immer mehr von der tatsächlichen ab, so dass diese Diskrepanzen zu Konflikten und Ängsten und damit wiederum zu Stress führen. Konflikte, Ängste, Stress sind as- trale Energien, die ich selbst in meinem Astralleib hineingelassen habe. Sie sind wie Blitze, die energetisch gesehen oft wie wild durch den Kör - per ziehen und Unordnung stiften. Im Normalfall erlebe ich das als Mü- digkeit - die Lebenskräfte wurden geschwächt! Dann ruhe ich mich aus – d.h. ja nichts anderes, als mein chaotisches Astralfeld abzuschalten, indem ich in das Schlafbewusstsein tauche (das Gehirn schaltet praktisch von Sen- den auf Empfang um) – und die Lebenskräfte können sich wieder erholen. Nun bilde ich mir ja ganz bestimmte Lieblingsvorstellungen, die überaltet sind, aber eben meinen Lernprozess darstellen. Wenn ich diesen Lernpro- zess nicht annehme, dann erhöht sich der Stresspegel ganz enorm. Es ist ja interessant, an sich selbst und anderen zu beobachten, dass ge - wisse Dinge einen selbst cool lassen, andere aber völlig aus dem Gleichge - wicht bringen können oder dass mir heute etwas sehr »unter die Haut geht«, was ich sonst gut verkraften konnte. Es gibt eben biografische Zeitpunkte, welche plötzlich einen seelischen Umschwung, ein Andersempfinden und -denken bewirken, wodurch dann plötzlich etwas zum Stress wird, was vorher keiner war und auch umgekehrt. Diese »Astralwenden« werden z.B. durch höhere Bewusstsei- ne (evtl. auch mein eigenes höheres, mir »unbewusste Bewusstsein«) eingeleitet bzw. sind einfach nur Spiegelungen meines Strukturplanes im Astralen, den ich mir im Laufe meiner Vorleben zurechtgeschneidert habe. Sie stel - len jedenfalls wiederum eine Kommunikation von Geist in Richtung Ma - terie dar. So entsteht also plötzlich Stress, der mir ankünden will, dass ich eine neue Sichtweise einzunehmen habe. Verdränge ich das, kann das von mir erzeugte astrale Störfeld, welches im Ätherischen für Unordnung sorgt, 228 »Geist und Materie« in Kommunikation nicht mehr ganz vom Ätherischen ausgeglichen werden, sondern es ver - ursacht nun Umgestaltungen in dem Letzteren (meinen Lebenskräften). Die z.B. über den Stress beeinflusste Hormonausschüttung wirkt nun auf einmal krankmachend, es kommt zu einer körperlichen Symptomatik. Der Stress, als astrale Komponente, beeinflusst jetzt den Zellstoffwechsel und die Organfunktionen so stark, dass Verformungen bzw. Teile aus dem Ganzen herausfallen und Eigenleben beginnt. Der Ätherleib ist an dieser Stelle nicht mehr stark genug, die Gesamtkomposition aufrecht zu erhal- ten (ahrimanische Komponente: Sklerose, Zerfall und/oder Krebs) oder aber er wird eigenmächtig, weil er die für sein Wirken notwendige »astrale Steuerung« durch zu starke Überlagerung der »Stress-Störfrequenz« nicht mehr bekommt (luziferische Komponente: Organwucherungen/Entzündungen). Heilung als Ausdruck von Geist / Materie –Kommunikation Aufgrund der angedeuteten qualitativ unterschiedlichen »Energiefor- men« oder Sphären (Spirituell-Astral-Ätherisch-Physisch) wird Heilung ge- mäß dieser Kräftestufenwirkungen zu arrangieren sein. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Richtungen der Kommunikation: 1. Heilung von oben nach unten: Von ganz oben: diese Heilung wird auch als Geistheilung bezeichnet. Sie basiert darauf, dass ein Bewusstsein die Fähigkeit hat, direkt aus dem geistigen Plan her - aus über die Seelensphäre (Astralleib) in die Äthersphäre zu wirken, aus der dann, wenn nötig, sogar eine physische »Reparatur« ausgeführt wer - den kann. Vom Seelischen aus: in dem ich meditiere oder meinen Lernprozess erkenne, verschwindet das astrale Störfeld, mein Ätherleib kann wieder normal arbeiten – ich habe mich geheilt. Die Psychotherapien arbeiten mehr oder weniger von hier aus. Vom Ätherischen aus: Typische Beispiele hierfür sind: Reiki, Akkupunktur, Yoga, Heilgymnas- tik, Feldenkrais, Tai-Chi, Eutonie, Heileurythmie usw., aber auch gesun- des Essen und harmonisierende körperliche Tätigkeiten. Hierdurch er- fährt der Ätherleib eine Stärkung (wobei durch die Bewegungs-formen auch der Astralleib direkt harmonisiert wird), welche positiv auf die Gemütsver- Ich Buch 229 fassung wirken und Stress-Störungen abbauen. Diese Kräftigung ist oft ausreichend, um eine physische Symptomatik zu beseitigen bzw. stärkt sie auch immer das Immunsystem. 2. »Heilung« direkt im Physischen: Sind Organe so stark zerstört, dass sie den ganzen Stoffwechsel nahezu bis zum Erliegen belasten (zertrümmerte Gliedmaßen, durch Vergiftung zer- störte oder bakteriell oder virös befallene Organe oder Geschwüre, Geschwulste und Krebs), müssen unter Umständen chirurgische Eingriffe getätigt wer- den. Das Einnehmen von Antibiotika stellt diesbezüglich auch einen »chirurgischen« Eingriff da, da es gleichfalls beseitigen/abtöten soll. Bei der physischen Vorgehensweise wird mehr oder weniger nur die physi - sche Störquelle entfernt (Extirpation). Zur Ausführung dieser Methode ist in erster Linie ein technisch-physiologisches und praktisches Wissen not - wendig, wie dies in der sogenannten Schulmedizin vermittelt wird, je- doch keines über die Wesensglieder/Energieformen (handelt der Arzt/Chir- urg wirklich aus Menschenliebe, so nutzt er auch die anderen Sphären, ein Hei- lerfolg wird wahrscheinlicher). 3. Heilung von unten nach oben: Diese Heilung setzt auch unmittelbar am Körper(haften) an. Die Metho - den sind dieselben, wie die »vom Ätherischen aus« geschilderten. Denn sie wirken aus dem Ätherischen sowohl weiter nach unten ins Physische, wie auch, dass sie direkt am Physischen (Körper) vollzogen und von dort ins Ätherische wirksam werden. Insbesondere kommt hier jedoch die sogenannte Homöopathie ins Spiel. Homöopathie ist Heilung durch Ähnliches, das meint: der Arzt oder »Heiler« erkennt die Bildestrukturen, welche sich in der Natur wirksam in Tieren, vorzüglich in Pflanzen und im Mineral befinden und kann diese nun entsprechenden Organschwächen, oder Äther- und Astralleibschwä- chen zuordnen (hier wird also in hohem Maße Intuition verlangt!). Damit eine Kommunikation von »Materie zu Geist« stattfinden kann, muss die Materie zunächst entmaterialisiert werden, da die jeweiligen Bil- dekräfte an sie gebunden sind. Hier kommt das Wasser zu Hilfe, welches unter anderem auch die Fähigkeit besitzt, ätherische Informationen aufzu - nehmen. Der Ausgangsstoff z.B. Arnika (Blüten oder Blättersaft), wird nun in Wasser verdünnt, geschüttelt und potenziert, so dass am Ende des Pro - zesses unter Umständen gar keine Materie mehr nachweisbar ist. Die Bil - 230 »Geist und Materie« in Kommunikation dekräfte konnten sich jedoch über das Auseinanderziehen des Materierau - mes, über einen Zeitprozess in die innere Oberfläche des Wassers infor - matiell abbilden. Die Homöopathie gibt somit selbst ein Bild der »Kommunikation von Materie zum Geist« ab. Durch die Entstofflichung kann nun Ätherisches (aus der Natur und dem Kosmos) im Medikament auf Ätherisches z.B. im menschlichen Körper wirken. Bei einem hohen oder langandauerndem Fieber, welches durch Vergiftung bewirkt ist (die meisten Fieberarten sind dies), wird nun homöopathisch z.B. Bella Donna verabreicht. Die Tollkir - sche, in Reinform eingenommen ein Gift, ruft nun im Organismus, besser gesagt im Astralleib, eine Gegenreaktion hervor, so dass hier eine Ord- nung wiederhergestellt wird, der Ätherleib Beruhigung findet, der Zell - stoffwechsel wieder etwas verlangsamt wird und das Fieber sinkt. Ein anderes Beispiel für eine Heilung von unten nach oben ist Geoman- tie bzw. richtig betriebenes Feng-Shui: unser Körper selbst bildet elektro- magnetische und schwach magnetische Felder, welche in Wechselwirkung mit dem Geomagnetismus aber auch kosmischen »Magnetfeldern« sowie Sonnenaktivität (elektromagnetische Strahlung und Radiowellen) stehen. In ei- ner diesbezüglich ungünstigen Umgebung können organische Schwach - stellen im Körper eine Symptomatik bilden, wie Konzentrationstörung, Unwohlsein, Depressionen oder sogar weiter ins physische hineinwirken und zu Tumoren führen. Indem nun die Umgebung von der Strahlungseite her geändert, d.h. harmonisiert wird, entfallen Störfeldwirkungen (Störfelder können meist nicht beseitigt, aber ihre Wirkungen auf den Organismus können durch andere Felder abgeschwächt werden) oder aber werden bewusst gesundheitsför- dernde Felder aufgebaut 406. Im Bereich von Elektrizität, Magnetismus und Radiostrahlung wird insbesondere von der Materie aus auf den Astralleib eingewirkt (es wird einige Seiten weiter auch klar, warum ausgerechnet in den USA der elektrische Stuhl Anwendung findet ...). Ich Buch 231 Abschließende Bemerkungen zu dem Kapitel »Geist und Materie in Kommunikation« Kommunikation ist unerläßlich, wo ein Ganzes in Teile gegliedert ist. Die Welt, in der wir hier auf Erden leben, ist gegliedert in zwei Teile, wie zwei Seiten einer Münze. Diese Zweiteilung ist Polarität in der Urform von Sphäre und Punkt (Apollo und Dionysos), Mutter (Materie) und Vater (Geist), weiblich und männlich usw. ... Im Bereich des Zeitlich-Räumlichen ist diese »Zwietracht« im Großen und im Kleinen immer vorhanden. Diese Zwietracht kann als Resultat ei - ner Geschwindigkeitsdifferenz unterschiedlicher Entwicklungsabsichten aufgefasst werden. Zu dieser Zweiheit kommt als kommunikatives Ele - ment ein Drittes hinzu, welches in der »Kommunikation« als »freie Brücke« mit der Polarität umgeht, also Bewegung, Schöpfung, Verleben- digung, Neugestaltung dort hereinbringt - und so eine eigenständige Qualität darstellt (Sohn, Christus, Horus, Sonne). Für das Verstandesbewusstsein erscheint diese »Brückendynamik« als Paradoxie: die zur Trinität (Drei-Einigkeit) überbrückte Dualität, welche das monistische Weltensein darstellt. Die notwendig dualistische Auffas- sung des Verstandes über die der Mensch zur Ganzheit ( Monismus) ringt - und dieses Ringen selbst als ein Abkömmling der dritten Kraft angesehen werden kann - ist also strukturell gesehen eine Widerspiegelung, ein Fraktal des Weltenseins selbst auch wenn inhaltlich illusionär. Im Akt der Erkenntnis (erster Teil dieses Buches) wird die Dualität von Wahrnehmung und Begriff durch das Bewegungsprinzip (als »dritte Kraft«), das meint die Tätigkeit im Denken, aufgehoben und eine Wirklich- keit erfahren. Im Menschen selbst wird die Polarität durch die Tätigkeit des Geistes zur Einheit verbunden. Was in der Wirklichkeit Eines ist, wird in der Erkenntnis, welche die Dualität überwindet, wieder Eines, um tiefer zu erkennen, dass in diesem Einen - um des Selbstschöpfungswillen - wieder die »Aufspaltung« lebt: Geist und Materie ist erstens eine Projek- tion unseres Bewusstseines und aber auch nicht! In der Erkenntnis liefert mein Ich als Geistseiendes eine Integrationsleis - tung, zunächst um die subjektive Dualität aufzuheben und bei einer höhe- ren Wirklichkeitsschicht anzukommen. Die Wirklichkeit selbst ist ein Ganzes unterteilt in »Gebiete«, von denen jedes zu erfassen die Art eines Bewusstseins ausmacht, die Bewusstseine jedoch von niederen (einfachere) in höhere (komplexere) Ebenen transformieren können und die Ebenen da- durch wiederum selbst beeinflussen und »weiterentwickeln« ( intelligente 232 »Geist und Materie« in Kommunikation Informationsökologie). Die Wirklichkeit als lebend, evo-involuierender Or- ganismus ist also gegliedert, in ihr sind tatsächliche Trennungskräfte bzw. Polarisierungskräfte unabhängig von meinem Bewusstseinszustand vor- handen. Die für die menschliche Entwicklung überwiegend relevanten Kräfte wurden in diesem Kapitel mit den Namen Ahriman, Luzifer und Christus bezeichnet. Da Ich aus dem Einen gekommen und in die Polarität gestossen bin ( wel- che sich in mir subjektiv abbildet und ich aber damit beginne sie zu einen durch die Kraft der Erkenntnis, welche als der letzte Kanal geblieben ist, in dem sich noch etwas von dem Einen, aus dem ich gekommen bin, widerspiegeln kann ) bin Ich die Kraft in der Polarität, welche einigt. Ist die Polarität eine Strecke, so ist das Ich die dazu senkrecht befindli - che Bewegungsordinate, welche eine dynamische Spiegelachse zu jeder Polarität bildet. Das Ich kommt aus der Quelle und wird selbst die Quelle ...(so werden die Menschen das, was sie schon sind ...werde, der Du bist ...) Die Welt in mir, Ich in der Welt. Die für die Menschheit relevanten »Weltenerbauer« mussten die Welt, damit sie eigenes werden konnte aus sich heraussetzen, als Keimzelle, als Ei für etwas, dass sie selbst erneuern kann: das Ich ist das Ei der Menschenwelt (daher wird »der Ich bin der Ich bin« auch als »Sohn« bezeichnet), in ihr genährt und hervorgebracht, um sie irgendwann einmal selbst am Leben halten zu können ... denn im Ich als Freiheits- und Schöpfungsprinzip liegt die Verantwortung, umgekehrt - nur was schöpferisch ist, kann Verantwortung haben: für jemanden oder etwas da sein, weil dieses in Abhängigkeit zu einem steht - nämlich da - durch, dass ich es selbst oder etwas mit ihm oder in ihm geschöpft habe. Um die Ich-Entwicklung, ihr Potenzial und ihren Sinn vertiefend begrei - fen zu können, wird es notwendig die verschiedenen Entwicklungsstruk- turen am Menschen zu betrachten und mitzuerleben. Hier sind gemeint die sieben Hauptenergiezentren, welche auch als Chakras oder Chakren bezeichnet werden - sowie damit einhergehend die sogenannten Doppel- gängerwirkungen, welche mit den Chakren resonieren. Ich Buch 233 Die sieben Energie - Hauptzentren Allgemeines Die sieben Hauptenergiezentren (Synonyme: Chakra/Lotusblume/Rad) sind energetische Zustände im Ätherischen und Astralischen, welche das äthe - risch, seelisch und geistige Leben des Menschen ermöglichen und bestim - men. Sie bilden auf der Astralebene das »Rückgrat« einer komplexen, dy - namischen Strukturkomposition, vergleichbar mit den sieben Hauptintervallen in der Musik: Prim, Sekund, Terz, Quart, Quint, Sext, Septim, Oktav wenn die achte Stufe, die der Oktave bzw. des dreizehnten Tones, als die Erhöhung der Prim aufgefasst wird. oder den sieben Hauptgruppen des Periodensystems der chemischen Elemente: Alkalimetalle, Erdalkalimetalle, Bor-, Kohlenstoff-, Stickstoff-, Sauerstoff - gruppe, Halogene, Edelgase wenn die achte Gruppe, die der Edelgase, als die Vervollkommnung der ersten Gruppe aufgefasst wird (keine Elektronegativität, keine Oxidations- zahl, keine Säureneigenschaft = in sich geschlossen, vollkommen). oder den Siebentagewochen*, welche die zwölf Monate eines Jahres gliedern und in deren Namen sich die sieben Planeten verbergen: Sonntag (Sonne), Montag (Mond), Dienstag frz. mardi (Mars), Mittwoch frz. mercredi (Merkur), Donnerstag frz. jeudi (Jupiter), Samstag engl. Saturday (Saturn). Die Wochen entstehen durch den Mondzyklus von ca. 28 Tagen, der geteilt durch die vier Mondphasen die Siebentagewoche ergibt. In einem Jahr (Sonne) gibt es dreizehnmal die gleiche Mondphase (z.B. Vollmond), 13 x 28 = 364 Tage. Diese Beispiele lassen erahnen, wie eine Siebenheit gegliedert ist und die - se Glieder auf überaus vernetzte Art und Weise als »Rückgrat einer Ge - samtkomposition« wirken. Die sieben Hauptchakren sind Ausdruck einer hohen Kompositionswirklich- und -wirksamkeit innerhalb des spirituell astralen Kosmos. die Siebentagewoche stammt aus dem chaldäischen Altertum, die Summerer hatten eine 5-Tage-Woche, Römer eine 8-Tage-Woche, Babylonier eine 9-Tage- Woche und die Agypter eine 10-Tage-Woche. 234 Die sieben Energie - Hauptzentren Dieser durchdringt jeden anderen und schafft dabei z.B. auf der materi - ellen Ebene die Struktur, welche sich im Periodensystem widerspiegelt. Da die Chakren in erster Linie Organe des Astralischen sind, können sie nicht direkt mit dem bloßen Auge oder sonstigen physikalischen Instru - menten - aber beispielsweise indirekt an Wirkungen im Hormonsystem beobachtet werden. Das Wahrnehmungsinstrument »menschliche Seele« kann jedoch so verfeinert werden, dass es nicht über den Umweg von Messinstrumenten, sondern direkt die Chakra-Wirksamkeiten wahr- nimmt. Und dies ist gar nicht so schwer - es geht um die Wahrnehmung seeli - scher Energien, wie sie zunächst jeder kennt: ich erlebe bei mir gegen - überstehenden Personen meist sofort, ob diese niedergeschlagen, depres- siv, verschlossen, hell, dunkel, fröhlich, verschwommen, hart, wohlwol - lend, offen, usw. sind (dies nehmen vor allem Blinde! viel eher wahr). Diese seelischen Wahrnehmungen können verfeinert werden, indem ich versuche, mehr Aufmerksamkeit und Erlebnisfähigkeit ihnen entgegenzu- bringen. So erhalte ich eine innere »Farbpalette«, die auf die mir entge - genkommenden seelischen Farben anspricht. Befasse ich mich zunächst einmal theoretisch mit den Chakren, dann merke ich, dass die Chakrawis - senschaft Seelenqualitäten beschreibt und ausdrückt, die ich als Farben in meiner Palette wiederfinde. Wenn jemand die Chakren »sehen« könnte, dann würde er erleben, wie dieser Mensch »klingt«. Aber dieses Sehen ist nicht notwendig, um mit den Chakren umzugehen - denn ich kann sie, wie angedeutet, erfühlen. Ein nächster Schritt ist, die Energiestärken der Chakren mit den Handin - nenflächen (Handchakren) spüren zu können. Zunächst eine kleine Überschau der Chakren: Von den sieben Hauptchakren bilden drei ein Grundgerüst, ein Kreuz. Das erste Chakra (Nähe Genitalien) ist die Basis oder Wurzel, welche das Sein, auch in der heutigen materiellen Form und darin den Ursprung der Entwicklung widerspiegelt. In ihm repräsentiert sich gewissermaßen der Leib- bzw. Materieaufbau. Als Basis ist in ihm die Qualität des Vatergrun- des als »Vorzeitliches« erlebbar. Dem gegenüber steht das siebte Chakra (Kopfscheitel), das Kronenchakra, als Zukunfts-Geiststruktur, als Schoß von Ideen (Informationspotenzial) und reiner geistiger Präsenz. Hierin ist das Anwesen des sogenannten hei- ligen Geistes, Isis-Sophia, Maria zu erleben. Vergangenheit und Zukunft verhalten sich spiegelbildlich (umgestülpt) Ich Buch 235 und sind über eine dynamische Achse miteinander verbunden. Diese Ver - bindung von Vater und Mutter ist der Sohn - die Aktualität und Neu - schaffung im Jetzt des Seins. Der Sohn ist die Mitte, die Vier der Sieben, das Herz, der Transformationspunkt, in dem Vergangenes und Zukünfti- ges einen gelebten Abgleich und eine Verwirklichung zueinander finden*. Diese Trinität bildet, wie die drei Grundfarben Rot-Grün-Blau als Licht - farben den Rahmen, den Hauptstrom, in den sich die weiteren Farben des Regenbogens hereinmischen: Von der Basis als Erdenglut Rot beginnend (Element Erde), muss zu- nächst das Leben entwickelt werden: Atmung - das heißt Spiegelung und Austausch von Innen und Außen (hier stoffwechselbezogen), die Fähigkeit der Reproduktion - welche ebenfalls eine Spiegelung darstellt und nur über das Flüssig-Wässrig-Schwingende (Element Wasser) ermöglicht wer- den kann. Sobald diese ätherischen Strukturen in das Physische, die Basis, einge - bettet bzw. die Wurzel erhöht wurde, findet als weitere Farbe Orange das Seelische seinen Ausdruck als sonnenhaft, strahlendes (Element Feuer) - die Geburt einer eigenständigen astralen Form, eines Seelenlebenwesens in die Hüllen von erster und zweiter Stufe hinein. Ein Wesen mit einer Anlage dieser drei Chakren am Leib kann fühlen und Gefühle, Stimmungen von außer ihm stehenden, seelenbegabten We- sen wahrnehmen. Durch einen eigenen Innenraum kann durch die Sinnes - organe das Äußere ins Innere tönen. Bei den Säugetieren sind diese drei unteren Chakren am Körper ausge - bildet bzw. inkarnierte Struktur. Die an der Vier gespiegelten Chakren (von 1 die 7, von 2 die 6 usw.) sind jedoch bei keinem Tier so ausgebildet, dass sie eine feste am physischen orientierte Lokalisation aufweisen wür - den. Auch die unteren drei Chakren sind nicht so fokussiert und vonein- ander abgegrenzt wie beim Menschen. Je fokussierter sie sind, um so har - monischer die physische Gestalt (goldener Schnitt) und um so differenzier- ter das Nervensystem. Der Ausbau der Großhirnrinde ist notwendig, um das sechste Chakra sich inkarnieren zu lassen - und die Inkarnation des siebten Chakras bedarf einer Besonderheit am Kopfe, welche die Men - schen aus eigenen, freien Kräften entwickeln müssen, soll dieser neue Kopf (als Vollendung zur Acht) Wirklichkeit werden. das Bekreuzigen, welches in unterschiedlichen Religionen zuhause ist, symboli- siert die Dreiheit: 1.Physis, Vergangenheit, Schöpfung - 2. Wahrnehmung, Ge- genwart, Herz - 3. Zukunft, Intuition, Geist 236 Die sieben Energie - Hauptzentren Alle Tiere mit einer ausgeprägten Großhirnrinde haben auch »Verstand« - d.h. sie bilden auch Vorstellungen - nur nicht auf so willkürliche und freie Weise, wie das der Mensch kann. Aber der Mensch kann u.a.* über diesen Tierverstand die Tiere dressieren, ihnen ein Verhalten übermitteln, welches sie von Natur aus nicht von selbst tun könnten. Vom dritten Chakra - als Seelen- bzw. Persönlichkeitschakra (jede Tierart ist als eine Person aufzufassen - und im Individuum dieser Art kann sich immer nur die Person der Tierart widerspiegeln) weiter aufsteigend ist das Herzcha- kra. Ist dieses am Körper lokalisiert, so bedeutet das auch die Inkarnation vom siebten Chakra, zunächst vorläufig - der Kopf dient als Spiegel des Vergangenen (erstes Chakra) - aber dann in zunehmenden Sinne als neuer, zukünftiger »Kopf«. Menschsein bzw. Menschwerdung bedeutet den Quantensprung, die Vervollkommnung der Drei am Körper zu vollziehen und dadurch die Physis selbst zu transformieren - vom Geschöpf zum Schöpfenden zu wer - den. Die Chakren können auch als Pforten zur astralen Welt angesehen wer - den, durch die ich sowohl meine, wie auch die Entwicklungsstufen des Menschenseins überhaupt erleben kann - und zwar die Vergangenen und die Zukünftigen. Als »göttliche Entwicklungsorgane« repräsentieren die Chakren aber da- mit auch meinen Lernprozess in dem jetzigen Leben, wodurch es notwen- dig ist, dass sie die Strukturen unbewältigter Erlebnisse, Aufgaben und Handlungen vorangegangener Leben in das jetzige Leben vermitteln können. Diese Strukturen, welche mit meinem persönlichem Lernprozess zu tun haben, sind nicht direkt in die Chakren eingelagert, sondern die Chakren werden überlagert, abgedämpft von einer Art Schwingungsgitter (»Gitter- mantel«, »elektromagnetisches Phantom«), welches also in Wechselwirkung mit den Chakren tritt. Die Überlagerung der Hauptenergiezentren durch Fremdstrukturen wird hier mit Chakraschatten bezeichnet. Das energeti- sche Zentrum dieses Gittermantels liegt über bzw. vor dem dritten Cha - kra - also dem Sitz der Persönlichkeit - in dem auch das (Persönlichkeits) Splitting 406 sich manifestiert. Die gesamte Gestalt, welches dieses Gitter ausmacht und konfiguriert in der Wechselwirkung zu den Chakren, wur- de in diesem Buch an verschiedenen Stellen auch als Doppelgänger be- vor allem auch durch Rhythmik=Wiederholungen von Aktionen (=Einprägung über den Zeitenkörper/Ätherleib). Ich Buch 237 zeichnet und im ersten Teil des Buches soweit charakterisiert, wie ihn je- der Mensch bei entsprechendem Beobachtungsfokus selbst erleben kann (dass von Ihnen in der Übung 2, Seite 49 konstruierte Double spiegelt Ihnen einen Teil ihres bewussten Doppelgängers). In diesen Ausführungen des zweiten Teils wird der Doppelgänger umfassender beschrieben, jedoch nicht mehr unbedingt für jeden nacherlebbar. Der Doppelgänger trägt alle Informationen in sich, welche ich benötige, um bestimmte Gedanken, Ge- fühle und Vorsätze zu bekommen, die mich wiederum zu bestimmten Personen und Orten hinziehen oder von diesen abstoßen, damit mir das begegnet, aus dem ich meine Erfahrung und meinen karmischen Aus- gleich zu bilden habe. Damit ist nicht gesagt, dass der Doppelgänger alle Gedanken und Gefüh- le beeinflusst, alle Begegnungen hervorruft oder sondiert. Es sind dies nur diejenigen, die mit meinem Karma zu tun haben. Außerdem muss hier angemerkt werden, dass nicht nur dieser Doppelgänger einen Ein- fluss darauf hat, sondern auch mein Engel, der mir anheim gestellte Wächter meiner Seele. Der Doppelgänger stellt mehr oder weniger nur eine ausführende Schicht dar und kann auch nur innerhalb eines aktuel - len Erdenlebens wirken - danach, genauer gesagt kurz vor dem Tod, löst er sich als Gestalt auf. Mein jetziges Leben ist jedoch nicht nur karmisch bedingt. Ich habe Frei - räume in denen ganz Neues geschehen und geschaffen werden kann. Und ich muss auch nicht Karma abtragen. Ich kann damit auf ein nächstes Le - ben warten und hoffen, dass mir etwas davon »erlassen« wird. Die Chakren haben eine unmittelbare Verbindung zum zentralen und ve- getativen Nervensystem sowie zum endokrinen System, wodurch sie Hor- monsteuerung und den Stoffwechsel beeinflussen. Von den Körperfunk - tionen werden insbesondere immunologische Funktionen durch sie un- terstützt (Expression)- oder bei starker Störung der Chakren entsprechend unterdrückt (Subpression). Diese Störungen sehen sich meist als »partielle Austrocknungen« oder (seltener) als Überbordungen im Ätherleib an, wel- che Dysfunktionen des Immunsystems oder unter Umständen sogar den Zusammenbruch desselben oder bei chronischem Verlauf Organschwä- chen und –krankheiten zur Folge haben. Die folgenden Chakra-Betrachtungen beginnen jeweils mit bildhaften oder lyrischen Ausführungen, um die einzelnen Chakren in ihrer Qualität etwas erlebbar werden zu lassen. Es werden Schlaglichter auf die Wech- selwirkungen mit dem endokrinen System geworfen, sowie Ansätze the- 238 Die sieben Energie - Hauptzentren rapeutischer Maßnahmen aufgezeigt und abschließend eine Jahreszahlbe - trachtung angestellt, in der oft auch Bezüge zu gesellschaftlichen Phäno - menen und Entwicklungen aufgezeigt werden. Bei der Schilderung der Chakren handelt es sich um geistig-seelische Er- fahrungen, welche sich nicht durch Bild, Ton, Wort - also sinnenfällig ver- mitteln lassen. Es können daher nur beschreibende Analogien genannt werden, welche natürlich ihre Einseitigkeiten haben bzw. evtl. auch beim Leser falsche Assoziationen hervorrufen können. Die Schönheit, Wucht und umfassende Erlebnisdichte während des Erle - bens geistig-seelischer Realitäten, lässt sich nicht vergleichen mit dem, was durch irdische Genüsse und Ergüsse erfahren werden kann. Dies birgt die Gefahr, mehr davon haben zu wollen bzw. sich Wiederholungen zu beschaffen. Doch dies funktioniert nicht. Ich muss jedes Mal den »Raum« neu und leer betreten - und das kann um so schwieriger sein, wenn ich schon einmal bestimmte Erlebnisse hatte, die nun in Form von Vorstellungen mir den Zugang zur Tür versperren. So steht immer das Neuwerden, Öffnen und Zulassen als seelische Vor- aussetzung im Vordergrund, welches typische Herzchakra-Eigenschaften sind - denen somit eine zentrale Rolle zukommt. Eine Vielzahl von Übungen sind geeignet, um Chakraschatten temporär aufzulösen, sollten aber nur unter Anleitung und Beoabachtung von kom- petenten Menschen ausgeführt werden bzw. können über ein Buch nicht vermittelt werden - daher wurde auf die Darstellung solcher Übungen verzichtet. Aber in den Chakrenbeschreibungen bzw. den jeweiligen Ab- sätzen: »Harmonisierung und Kräftigung« finden Sie so manche Anre - gung. Die Chakren direkt ansprechende Therapienformen sind Musik 407- und Klangtherapie sowie therapeutische Stimmgestaltung/Gesang. Die Klammerangaben (1)(2)(3) usw. sind immer zu lesen als: erstes, zweites, drittes Chakra usw. Ich Buch 239 Überblickskizze Chakren/Immunsystem und endokrine Drüsen Immunsystem Chakren Endokrine Drüsen Positives Denken 7. Sahasraha Zirbeldrüse, Hypothalamus Tonsillen 6. Ajna Hypophyse Lymphknoten 5. Vishudda Schilddrüse Thymus 4. Anahata Thymusdrüse Milz 3. Manipura Bauchspeicheldrüse/ Langerhansche Inseln Peyersche Platten 2. Svadisthana Nebennieren- u. Keimdrüsen Knochenmark 1. Muladhara Eierstöcke Hoden 240 Die sieben Energie - Hauptzentren 1. Chakra Muladhara Am Anfang war das Wort, und das Wort war ein Göttliches. Alles wurde aus ihm und für alles ist gesorgt. Aus dem göttlichen Quell der Urliebe strömt sanft und kraftvoll Wärme, unermessliche Geborgenheit und Sicherheit. Gottes Tat in mir: ich bin geschaffen worden! Die Evolution von der Entstehung unseres Sonnensystems bis zur Her- vorbringung der menschlichen Gestalt auf der Erde: es mögen Jahrmillio - nen gewesen sein, die dieser Prozess gedauert hat - stellen Sie sich das einmal so vor, dass es nicht mechanisch und zufällig, sondern das dies aus einer kosmischen Arbeit entstanden ist: All die vielfältigen Strukturen und Gesetzmäßigkeiten, welche im Mine - ral-, Pflanzen-, Tier- und Menschenreich zum Ausdruck kommen, wurden gedacht und gemacht (gewollt) von Bewusstseinen für die Wesen (im Sinne des Selbstschöpfungsgrades »niedrigere Bewusstseinsformen«), welche dadurch existieren können. Sie haben für alles gesorgt, nichts ist unbedacht geblie - ben - aus dem kleinsten Dinge leuchtet größte Weisheit - und so schwingt alles in einem unerfaßbaren Kanon voller Kraft,Potenzial und auch Hinge - bung. Im ersten Chakra kann ich die kosmische Biographie des Seins erleben, meinen Körper als Ausdruck und Teil der Gesamterdenschöpfung. Jahrmillionen Arbeit und absolute Güte fühle ich darin, damit so etwas wie die Menschheit, wie ich, körperlich da sein kann. Hier strömt unbe- schreibliche Geborgenheit und Sicherheit: in der kleinsten Faser des Seins zu erleben, dass für wirklich alles gesorgt ist. Es ist eine kosmische Wär - me, die mich allzeit umgibt, ein ewiger Schoß, in dem ich gedeihen kann. Dieses Bereitstellen der Basis erlebe ich als den Vatergrund, Existenzbe- sorger. Ein warmes, sattes, tiefleuchtendes Rot gibt die farbliche Stimmung des - sen wieder. Chakraschatten / psychologische Aspekte Ein durch den »Chakraschatten« abgeschattetes erstes Chakra bewirkt ein Gefühl der Kraftlosigkeit: weiche Knie, das Gefühl, den Teppich unter den Füßen weggezogen zu bekommen, mangelnde Standfestigkeit - oft Ich Buch 241 gefolgt von existentiellen Ängste (z.B. auch Geldsorgen). Eine Abschattung kann auch zu einem Stau mit anschließender Entladung führen: Ungeduld im Sinne von gestauter Aktion, z.B. erlebt als unangenehme Kribbelgefüh- le im Sexualbereich, kann bis in die Gliedmaßen strahlen und dort in wü - tenden und zerstörerischen Handlungen enden. Temporäre Energiestau- ungen können hier also zu unkontrollierten, erruptiven Entladungen füh - ren (starker Jähzorn). Diese Disposition haben Kriminelle, welche anderen Körpern oder auch ihrem eigenen Schaden zu fügen (Mörder, Schläger, Vergewaltiger, Saddisten). Aus dem ersten Chakraschatten entsteht eine un- geheure Wut oder das Gefühl aus Notwehr, um sich schlagen zu müssen. Jedenfalls wird dann auf brutale Art diese Energie ins Außen abgebaut. Auch skrupellose Manager, Richter oder andere Machtpositionen innehal- tende Personen neigen im negativen Fall dazu, ihren ersten Chakraschat - ten zum Leid der »Untergebenen« auszuleben. Harmlosere Kompensationserscheinungen sind z.B: übertriebene Sport- tätigkeit, übertriebenes sexuelles Verlangen (unter Umständen bei gleichzei- tiger Impotenz), Fress-Süchte (als aggressiv-psychisches Verlangen), Alkohol- sucht, Zigarettensucht, Workoholic, Machtgeilheit - oder absolute Unter - würfigkeit. Rockmusik (heavy metal, power-rock) feuert das erste Chakra an und kann ein Gefühl von Kraft und Stärke vermitteln - Aggressionen entladen oder aufballen lassen. Naturentfremdung mit einhergehender Naturvergewaltigung ist gleich- bedeutend einem verkümmerten bzw. stark blockierten ersten Chakra. Kompensation, bzw. die Beruhigungspille ist hier das schranken- und nutzlose Konsumieren. Das im ersten Kapitel angeschnittene Thema »Wachstum und Effizienz« stellt somit die künstliche äußere Basis einer nicht mehr vorhandenen inneren Basis dar. Die Naturvergewaltigung muss weiter zunehmen, bis das erste Chakra wieder frei integriert werden kann. Beziehung zu dem endokrinen System und körperliche Symptomatik Hier sind Nebennierenmark und die männlichen Keimdrüsen zu nennen bzw. die Hormonwirkungen von Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. Adrenalin kann durch die bewusst oder unbewusste (Gedanken/ Vorstel- lungen und Träume) psychische Einstimmung im Cortex über die Hormon- kaskade Hypothalamus, Adenohypophyse und den präganglionären Sym- pathicusfasern im Nebennierenmark ausgeschieden werden. Es kommt 242 Die sieben Energie - Hauptzentren zu einer Arteriolenverengung und damit zur Erhöhung des systolischen Blutdruckes und einer Herzstimulation (4). Ebenso wird die Glykogenoly- se stimuliert, sodass eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels gemessen wer- den kann. Hier zeigt sich der Zusammenhang mit der Milz, bzw. dem dritten Chakra. Nach dem Abfluten der Adrenalin, bzw. Noradrenalin - ausschüttung sinkt die Lymphozytenanzahl im Blut, was eine temporäre Immunsystemschwächung darstellt. Ursprünglich wirkte die Adrenalinausschüttung im Sinne eines archai- schen Jagd-Flucht-Reflexes, in dem die Muskel- und Herztätigkeit ange- regt wurde. Durch Bewegung, bzw. starke Muskeltätigkeit fand die durch Adrenalin bewirkte Stoffwechselveränderung einen Ausgleich. Fehlt die - ser Bewegungsausgleich kommt es zur Adrenalinvergiftung: Eine chro- nisch übermäßige Adrenalinausschüttung z.B. bedingt durch die seelische Struktur des Sadomasochisten, der als Jäger Situationen schafft, aus deren Reaktion der Jäger wiederum zum eigenen Opfer wird (Selbstbestrafung/ Leidvermehrung als Kompensation der unbewussten Schuld), führt schließlich zur Übersäuerung des ganzen Organismus und zur Verkalkung von Arte- rien. Durch zu starken Energieeinschlag in den Nierenbereich kommt es dort ebenfalls unter Umständen zu Niereninsuffizienz oder Bildung von Nie - rensteinen (als organische Angstlösung). Das Thema Angst ist mit den Nie- ren stark verknüpft. Äußerlich kann dies sichtbar werden durch eingefal - lene Augen, beziehungsweise bräunliche Färbung der Haut unter den Au - gen. »Auf Herz und Nieren prüfen« meint also eigentlich die »Prüfung« des ersten Chakras. Da es im ersten Chakra um Basis- bzw. Grundstruktur geht, sind Knochen als Stützorgane im allgemeinen, vor allen Dingen Bei - ne und Lendenwirbelsäule, aber auch die Zähne, Organe, welche in Kor - respondenz mit dem ersten Chakra stehen. Erdverbundene Menschen ha- ben bessere Zähne und stabilere Knochen als »Luftikusse«. Harmonisierung und Kräftigung: Bewegungsarten: Wandern, Laufen, Tennis, Karate, Kickboxen, Stepp- dance, indischer Tanz. Meditationssilbe: Lam. Meditation: Entspannung, Wärme, Autogenes Training, Entspannungs-ü- beungen (z.B. Jacobson), Meditationsinhalte wie hier geschildert. Sonstiges: Naturaufenthalt, Trommeln, Bass, Schlagzeug, Fussbäder, Fuss- massage, Wirbelsäulengymnastik, warmes Essen und Trinken. Ich Buch 243 Lebensjahreszahlen: 0 bis 7 – 14 – 21 – 28 – 35 – 42 – 49 bis 56 – 63 – 70 Das erste Jahrsiebt ist das des ersten Chakras. Hier wird bis zum Zahn- wechsel, in dem die zweiten Zähne fertiggebildet werden, der überwie - gende Teil des physischen Körpers, die Basis, aufgebaut. Die Zeit von Ge - burt bis zum 12. Monat kommt besonders stark diesem Chakra zu. In ei- ner gestörten Entwicklung wird hier aus Sichtweise des psychodynami- schen Modells die Grundlage für entwicklungspatho-logische Neurosen, bzw. solche auf unreifem Strukturniveau gelegt. Der Säugling hat in die- ser Zeit unter Mutter(brust)verlust gelitten bzw. ihm konnte nicht die not - wendige Nestwärme entgegengebracht werden. Im 12. Monat findet dann ein vorläufiger Abschluss des Zahnens statt, so dass aus dem Säugling das Kleinkind geworden ist, welches nun damit anfängt, feste Nahrung zu sich zu nehmen (Beißen). Der Wegfall der Muttermilch bewirkt eine starke ätherische Abkoppelung von der Mutter. Die so zunehmende Polarisie - rung (=Entfremdung) Mutter-Kind führt zum Fremdeln. Vom 13. bis 24. Monat steht das Kind unter der Entwicklungstendenz des zweiten Cha- kras. Dieses beginnt also mit der Jahreszahl Eins in der ersten siebener Pe - riode des ersten Chakras, während seine eigene Siebener-Periode mit der Jahreszahl Acht beginnt, die innerhalb der Periode des zweiten Chakras wiederum die Jahreszahl für das erste Chakra darstellt. Erste Siebenerperiode erstes Chakra 0 – 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 Jahre | | | | | | | 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 Chakra 244 Die sieben Energie - Hauptzentren 2. Chakra Svadisthana Aus Eins wurde Zwei: Tag und Nacht, Ein und Aus, Werden und Vergehen. Ich träume tief, wie eines sich ins andere mischt, sanftes Wellenwogen, Leben pulsiert und strömt. oder in den Worten Goethes: Im Atem holen liegen zweierlei Gnaden- Die Luft einziehen, sich ihrer entladen. Jenes bedrängt, dieses erfrischt, so wunderbar ist das Leben gemischt. Drum danke Gott, wenn er dich presst, und danke ihm, wenn er dich wieder entlässt. Hier geht es darum, die Polarität als Urkraft erkennend zu erleben. Hal- ten Sie einmal den Atem an, so lange, bis Sie dem Drang weiterzuatmen nicht mehr widerstehen können - und zwar einmal, wenn Sie ausgeatmet und das andere Mal, wenn Sie zuvor tief eingeatmet haben. Der Drang, den Sie erleben, stellt eine blasse Widerspiegelung des Dran - ges dar, der in jeder Polarität herrscht: denn das Wesentliche an der Pola - rität ist das Schwingen, der Wunsch zu pendeln zwischen dem Einen und dem Anderen. Im Einatmen (Sauerstoffzufuhr) können Sie spüren, wie ihr ganzer Leib erfrischt, aus dem Bauchraum eine »Energieblüte« sich bis zur maximalen Form entfaltet, dann welkt, sich zusammenzieht zu einem Strom, der wie - der aus dem Leib heraus will und muss (CO2 /Kohlensäurebildung). Im Aus- atmen verlassen Sie tendenziell ihren Leib, schwingen in den Raum, in den Kosmos, der Sie aufnimmt und ihnen ein »externes«, ein Sternenzu - hause gibt, in dem Sie eine Erfrischung im Sinne von Potenzialaufladung erhalten. Dann will dieses »Ruhepotenzial« in Erscheinung treten: beim Einatmen wandern Sie mit diesem Potenzial wieder mehr in den Leib hin- ein, in dem sich dann Belebung, Kraft und Tat manifestiert. So schwingen Sie bei jedem Ein- und Ausatmen vom Kosmos (Umkreis) in ihr Zentrum (Leib) und wieder zurück usw. Schon im Atemholen liegt also ein (Ent)schlafen und (Auf)wachen, so wie im Wachen und Schlafen Geburt und Tod liegen. Im zweiten Chakra erleben Sie, wie ein Weltenkörper aus zwei besteht, das Leben also durch einen Rhythmus von einem zum anderen bestimmt Ich Buch 245 aber auch erst möglich wird (ohne Polarität gibt es keine Rhythmik). Ich erle- be die Ur-Lebensqualität, was auf der Erde die Pflanzen als Bild derselben darstellen. Natürliche Ausgeglichenheit, Harmonie und darin begründe- tes Schönheitsempfinden und umgekehrt: Unwohlgefühle, depressive Verstimmungen, Vergrauung, Verstockung, Dumpfheit aber auch Neid sind Gefühlsempfindungen, die mit diesem Chakra in Verbindung stehen. Das natürliche Schwingen von einem zum anderen beinhaltet das Ab - grenzen zum gegenüberstehenden Pol und im »nächsten Atemzug« das Werden des zuvor gegenübergestandenen Pols. Stets muss »identifiziert« und damit auch unterschieden werden (wichtige Immunfunkton: Darm- /Verdauungsystem!), um dann doch auch wieder die Seite zu wechseln: ein Ping-Pong-Spiel der wechselnden Identifikationen. Was gehört zu mir, was nicht...doch was jetzt nicht, kann im nächsten Pendelzug schon wie - der meines sein! Dieses flüssige Annehmen- und Abgebenkönnen kann als eine Urweibliche Qualität angesehen werden, die im Denken bewusst auf- rechterhalten werden kann: geschmeidig Standpunkte und Identifikatio - nen wechseln - stets auch das Gegenteil denken zu können. In der Polari - tät liegt die Fähigkeit des Spiegelns, des Doublens von Leben und Be- wusstsein (siehe Kapitel 2), bzw. auch Reproduktion - physisch wie geistig (Lernen): die zwei Schöpfungsorgane des Menschen sind Genital und Ge- hirn (als Pole eines Organs. Parallel- und Korrelationsentwicklungen zwischen Nervenzellen/Gehirn und Genitalien sind im Tierreich z.B. bei Quallen und Fle - dermausarten gut zu konstatieren). Chakraschatten/psychologische Aspekte Auch hier geht es um die Qualitäten oder Fähigkeiten des Mitschwin - gens, der Lebenstransformation im Sinne der rhythmisch fließenden An- passung von Innerem und Äußerem - jedoch mehr im Unbewussten oder Gefühlsmäßigem. Dies äußert sich aber durchaus auch in kognitiven Qua- litäten - insbesondere was die Phantasietätigkeit dort anbetrifft. Die Fähigkeit, Mitgehen zu können, zeigt sich z.B. im Kochen (Essge- schmack), Malen (Kunstgeschmack) und Tanzen (Tanz ist der Ausdruck des Körpers, wenn er Musik zu »schmecken« beginnt) und auch in der sexuellen Liebe. Das zweite Chakra ist ein Fruchtbarkeits-, ein Ur-Weibliches-Zentrum in dem es die Qualität des Reproduzierens besitzt: Zwei sind in Einem, aus Eines wird Zwei. 246 Die sieben Energie - Hauptzentren Jede psychische Störung in diesem weiblichen Bereich der Sexualität (auch im Mann - nur nicht so stark), sowie in dem, was die unteren Verdau- ungsorgane anbetrifft, manifestiert sich energetisch im zweiten Chakra bzw. im Chakraschatten als spezifische Störung und individueller Lern - prozess. Eine größere Bedeutung spielt dieses Chakra auch im Immunsys- tem im Sinne von Zellreproduktion (Leukozytenbildung in den Peyerschen- Platten) und Präsentation von Immunzellen gegenüber Fremdstoffen ( was gehört zu mir, was nicht...). Im Psychischen ist es der Ort, in dem Gewohnheitsticks entstehen, die mit dem Lebensrhythmus zusammenhängen, sowie Zwänge im Essverhal- ten, plötzlich auftretender Heißhunger bzw. starke Begierden oder Lust auf spezielle Genussmittel - ein Vereinigungstrieb mit Betonung auf »Ge - fülltwerden«. Diese Ticks können sowohl abweisender oder begehrlicher Tendenz sein. Bulemie ist das Beispiel einer Essstörung in dessen Krankheitsbild beides vorherrscht (hieran beteiligt ist auch eine Störung von (1)) . Das zweite Chakra ist das Zentrum in dem sich alle Probleme zwischen Männlichem und Weiblichem sowohl innerhalb einer Person als auch zwi - schen einer Person und der Umwelt spiegeln bzw. ihre Ursachen haben. Menschen mit »Anpassungsschwierigkeiten«, die insbesondere Zeitpro- zesse in ihrer Umgebung betreffen, wie Aufstehzeiten, Essenszeiten, Rhythmik im Arbeitsprozess usw., haben dementsprechend Störungen im zweiten Chakra durch die Überlagerung der Schattenstruktur. Ab- grenzungsprobleme können auch aus Anpassungsschwierigkeiten resul - tieren - so entsteht mitunter ein schützender Speckgürtel am unteren Bauch, um Puffer und mehr Eigenraum zu geben. Beziehung zu dem endokrinen System und körperliche Symptomatik Die zentralen Hormone für dieses Chakra sind Testosteron und Östro- gen, welche in den jeweiligen Keimzellen (Hoden/Eierstöcke) gebildet wer- den und den Organismus »zum Mann« bzw. »zur Frau« und damit bipo- lar machen, um so auf physiologischer Ebene den Wunsch und die Mög- lichkeit zu erzeugen, durch das Ineinanderfließen von »Körper-flüssigkei - ten« für Nachkommen zu sorgen. Doch nicht nur für männliche und weib - liche Geschlechtsmerkmale sind diese Hormone mitverantwortlich - Östrogen hat beispielsweise einen Einfluss auf das Lernvermögen: als »weibliches« Hormon macht es das Gehirn, den vorderen Cortex, ge - Ich Buch 247 schmeidiger, fließender, so dass durch diese »hormonelle Öffnung« Infor - mationen eher aufgenommen werden können. Das Nicht-Leben-Können der Weiblichkeit (egal ob bei Mann oder Frau), führt häufig zu Depressionen und Migräne (bei Frauen häufiger, da sie ja im allgemeinen weiblicher und bei Störungen in der Weiblichkeit um so betroffener sind). Migräne ist quasi eine Widerspiegelung der Zusammenhänge im zweiten Chakra, welche dort bearbeitet und aufgelöst werden müssten, die sich aber nun im Kopf als eine Stoffwechselvergiftung mit einherge - hender Verkrampfung (Prozesse werden in Überbeschleunigung festgehalten: gehirnphysiologischer Hamsterradeffekt) in Form der Migräneschmerzen ma- nifestiert. Im zweiten Chakra sind die Menschen untereinander auf eine unbewuss - te Weise aufgrund der Ein- und Ausschwingtendenz stark miteinander verbunden. So übertragen sich beispielsweise in Familien Störstrukturen von Eltern auf ihre Kinder (Beispiel Essstörung/sexuelle Problematik/Verhär- mung und fehlendes Muttersein). Mitunter kann es sogar hier zu einer Anla- ge von Darmkrebs bzw. Ulcerose kommen, welche erst in vielen Jahrzehn- ten später Symptomatik wird. Erlebt werden solche Störstrukturen oft durch einen dumpfen Druck oder eine Verhärtung in einer bananenförmi - gen Region knapp unterhalb des Bauchnabels. Migräne ist ein Beispiel für einen physiologischen Prozess, an dem er - kennbar wird, wie stark der »Sexualbereich« mit dem »kognitiven Be- reich« in Verbindung steht. Wegen dieser Verbindung konnte nicht nur so etwas wie der Freud´sche Ansatz der Psychoanalyse entstehen, son - dern für jeden Menschen dürfte es eine unmittelbare Einsicht sein, dass es nur zwei Orte in ihm gibt, in denen er produktiv, schöpferisch tätig ist: das Geschlechts- und das Denkorgan. Während das erstere Leben erzeugt und dieses als Schöpfung nach außen setzt, so erzeugt das Denken Gedan - ken, welche nach außen als Neuschöpfungen (z.B. Technik) gesetzt wer- den. Natürlich gibt es auch sogenannte »schwanzgesteuerte« Menschen, doch es bleibt zu hoffen, dass diese phylogenetisch sehr frühe Verbindung von Denk- und Geschlechtsorgan in der Gesamtmenschenentwicklung retar- dieren wird. Auch dürfte die umgekehrte Wiedervereinigungs-Variante: den Kopf künstliches Leben erzeugen lassen (Homunculus-Gentechnik) wohl nicht den wahren Vereinigungimpuls darstellen. Es bleibt zumin - dest zu hoffen, dass diese beiden Organe: das Lebensschöpfende und das Bewusstseinsschöpfende auf eine solche Weise kommunizieren, die dem 248 Die sieben Energie - Hauptzentren Menschen und der Welt wirkliches Freiheits- und Entwicklungspotenzial schenkt. »Polarität, Alles ist im Fluss, »Am Anfang war das Wasser« (Parmeni- des)«, ist gewissermaßen das Grundthema des zweiten Chakras, welches sich im Immunsystem in dem Lymphsystem und den Eigenschaften der Lymphozyten widerspiegelt. Harmonisierung und Kräftigung: Bewegungsarten: Wandern, Schwimmen, Eutonie, Eurythmie (insbesondere „Sch,W,R und L - Laut“), Tai-Chi, Bauchtanz, Latein-Ameri-kanische Tän- ze. Meditationssilbe: Vam. Meditation: Entspannung, Der Bewusste Atem, Chi-Point-Meditation, Goe- theanismus, Meditationsinhalte gemäß dem hier Geschilderten. Sonstiges: Malen mit flüssigen Farben, Kochen mit viel Gewürzen/Feinhei - ten in der Zubereitung, Naturbeobachtung von Fließformen (Wasser, Wol- ken, Lichtänderungen), generell jede Form von Musizieren, Pentatonik - Quintenstimmung, harmonischer, hingebungs-voller Sex, generell Tätig- keiten mit stark fließendem Charakter, Weinen, Lachen, viel Wasser trin- ken ... Lebensjahreszahlen: 2 – 8 bis 14 – 16 – 23 – 30 – 37 – 44 – 51 – 56 bis 63 – 65 – 72 Das zweite Jahrsiebt ist das des zweiten Chakras. Hier findet die erste starke Gegenüberstellung von Person und Umwelt statt (sogenannter Rubi- kon-Effekt um das neunte Lebensjahr). Auch wird in diesem Jahrsiebt die Ge- schlechtlichkeit sowohl körperlich, wie auch psychisch herausgebildet. Es ist daher wichtig, dass das Kind durch Tätigkeiten und Bilder im Seelen - fluss bleibt und die natürliche Polarisierung nicht zu abrupt oder vorzei- tig sowohl in Bewusstseinsbildung (Verstand) als auch in der Körperlich- keit -durch übertriebene Fixation oder ständige Anspielungen/Hinweise auf Geschlechtlichkeit - betrieben wird. Erst nach dem 10. Lebensjahr (drittes Chakra: Erdeninkarnation, Verstand erwacht) sollte mit Abstraktionen gearbeitet werden, um dann ab dem 13. Lebensjahr den naturwissen - schaftlichen Ansatz stärker in das Lernen hineinzubringen. In dem ersten Siebenerrhythmus des ersten Chakras steht das zweite Le - bensjahr unter dem Zeichen des zweiten Chakras. Das Kleinkind lernt Ich Buch 249 vom Krabbeln in den Stand und später das Gehen. Die Nahrungsaufnah - me erfolgt bewusster, das Kind weiß nun, bevor es riecht und schmeckt, ob es ihm gefällt (Geruchs- und Geschmackserinnerungen werden durch opti- schen Eindrücke hervorgerufen). Wie oben so unten: also auch der Anus bzw. die Darmentleerung werden nun bewusst, so dass am Ende des zweiten Lebensjahres - mit dem zweiten Geburtstag das Kind tagsüber auch »sauber« ist. Ein vorzeitiges Fordern von Reinheit und regelrechtem Toilettengang bedingt im späteren Leben eine geizige Grundeinstellung (der Mensch musste zu früh geben, ohne dass er konnte!). Und noch einmal »wie oben so unten«: die Bewusstwerdung des Afterringmuskels, bzw. bewusste Steuerung desselben, bedeutet ebenfalls die bessere Beherr - schung der Lippen und Zungenmuskel, so dass Sprache deutlicher wird. Diese zeitgleiche Entwicklung von Genitialbereich und Spracherwerb weist wiederum auf die Beziehung von Sexualität und Bewusstseinsbil- dung hin. Bei einer Entwicklungsstörung im zweiten/dritten Lebensjahr, kann es nach dem psychodynamischen Modell zu selbstpathologischen bzw. Neurosen auf mittlerem Strukturniveau (hysterische-narzisstische Per- sönlichkeitsstörung) kommen. Beispielsweise wurde das Kleinkind zu schnell in die Erwachsenenwelt hereingezogen, überall hin mitgeschleppt, vorgezeigt, ständig in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gestellt oder übermuttert (zu lange gestillt, zu sehr umhegt und doch innerlich nicht richtig wahrgenommen, keine tiefe Beziehung). Erste Siebenerperiode zweites Chakra 7 – 8 – 9 – 10 – 11– 12 – 13 – 14 Jahre | | | | | | | 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 Chakra 250 Die sieben Energie - Hauptzentren 3. Chakra Manipura Durch den Vater bin ich in der Mutter zum Sein meiner Persönlichkeit erweckt. Glänzendes, heiles Sonnenkind bin ich. Ich bin Person, Ich erwachse als Sonnenkeim in dem Mutter-, in dem Erdensein. In den vorangegangenen Chakrenbeschreibungen handelt es sich um Entwicklungs- bzw. Energie- und Bewusstseinsstufen, die allgemeine Seinsgrundlagen (1) bzw. die Urpolarität als Grundlage des Lebens (2) er - leben lassen. Im dritten Chakra kommt nun wieder etwas ganz Neues hinzu, nämlich hier kann ich erstmals einen persönlichen Bezug erleben - ja, ich erlebe so - gar hier die Geburt meiner Persönlichkeit als seelische Offenbarung, wel- che sich so beschreiben lässt: Die Sonne als Königin und Herz unseres Planetensystems, Spenderin der Wärme und des Lebens, ist das Tor, durch welches ich in meiner Person geboren werde. Ich steige als Kind der Sonne in aller Reinheit und Schön - heit glänzend umgeben vom Hofe des Lichtes herab in die Kleider der Erde. Ich bin sonnenhaft und heil, Kind und doch ein großes, ein erhabe- nes Wesen. Manche schwangeren Mütter können dieses Sonnenhafte ihres Kindes empfinden. Das dritte Chakra als Sitz der Persönlichkeit steht in einer unmittelba - ren, aber oft noch nicht sehr bewusst erlebten Beziehung zum seelischen Feld nach außen. Eine starke Diskrepanz zwischen dem, was ich bin bzw. mitgebracht habe, und dem, was mir im Außen begegnet, wird als Verhär - tung, Druck in der Magengegend (Sonnengeflecht) gespürt. Typische Ge- fühle sind Beleidigtsein, Gekränktsein, Zurückgesetzt-, Verletztfühlen. Das dritte Chakra könnte als Wahrnehmungsorgan bezeichnet werden für die seelischen Beziehungen von Persönlichkeit (Punkt) und Umfeld (Kreis): Punkt und Kreis als Polarität in seelischer Kommunikation bzw. Wechselwirkung. Seine Sprache ist die von urtümlichen Antipathie- oder Sympathiegefühlen - vom Bauch aus, in einer im besten Sinne des Wortes naiven Beziehung. Somit bietet das dritte Chakra eine gefühlsmäßige Unterscheidungs- und Orientierungsmöglichkeit: was passt seelisch zu mir, was nicht. Seine Stär- Ich Buch 251 ke ist, mich gefühlsmäßig an den richtigen Ort zur richtigen Zeit in die richtige Situation zu bringen, so dass ich mich optimal in die seelische Umgebung integrieren kann und diese auch einen entsprechenden »Nut- zen« von mir hat. Bin ich im dritten Chakra rein, so sehe ich klar und bin überall gerne ge - sehen, denn ich strahle Sympathie - ein sonniges Gemüt - aus, ohne op- portun oder gleichgültig zu wirken. Die Umgebung ist gerne dazu bereit, mich so zu nehmen, wie ich bin, da ich quasi eine gesunde Naivität und dennoch Eigenständigkeit und Kompetenz ausstrahle. Im Kapitel »das Ich kennenlernen« sollte diese Reinheit und Ursprünglichkeit - jenseits der »gestylten Persönlichkeit« - wahrnehmbar werden. Chakraschatten / psychologische Aspekte Wo viel Licht, da viel Schatten - doch schließlich erzeugt das Licht den Schatten und nicht umgekehrt der Schatten das Licht! Das gilt besonders im Sonnenhaften des dritten Chakra. Dieses Zentrum ist also gleichzeitig der Sitz des Schattens, aller karmi - schen Lernprozesse einer Persönlichkeit. Hier bin ich, wie mit einer »elek - tromagnetischen« Nabelschnur verbunden mit dem astralen Feld inner - halb der Erdsphäre. Das Sonnengeflecht, als »zweites Gehirn«, transpor- tiert die karmischen Energien, ist wie eine magnetische Sonne, von der aus Wellen - eine Art Gitterstruktur - erzeugt wird, welches mein Seelen - leben und Empfinden steuert - insbesondere was Vorlieben und Abnei - gungen anbetrifft. So bestimmt es, wann, wo und wer mir »Schmetter - lingsgefühle« in meinem Bauch verursacht - oder aber auch psychosoma - tisch bedingte Übelkeit! (Eine Mutter, die während der Schwangerschaft viel mit Erbrechen zu tun hat, zeigt hierin den Kampf zwischen ihrer und der in sie einziehenden Persönlichkeit des Kindes. Obwohl eine Mutter gefühlsmäßig über das zweite Chakra immer mit ihrem Kind verbunden ist - dürfte es vorkommen, dass Mütter dann z.B. in der Pubertät - die zweite Geburt der Persönlichkeit - ihre Sprößlinge auch mal zum »Kotzen« finden). Das dritte Chakra stellt die Quelle und das Tor des Schattens, des Dop- pelgängers dar, von dort der ganze übrige am physischen Körper gebun- dene astrale Organismus gleich einem Rosa-Rauschen überflutet werden kann, welches sich wellenartig von der Mitte nach außen - zuletzt über Hände (weniger über die Füsse) zur Erde hin ausbreitet und abfließt. Der hier angedeutete »Elektromagnetismus« stellt den Körper des kar- mischen Doppelgängers dar, auf den der »Völkische« und der »Geoma - 252 Die sieben Energie - Hauptzentren gnetische« mit einwirken (mehr dazu im Kapitel »Doppelgänger«). Dieser Körper ist ein Korsett, ein Halt für meine Seele, welcher garantiert, dass sie in die ihr eigenen Lernprozesse hineingeschickt, mit ihnen konfron - tiert wird. Dieses Zentrum korrespondiert besonders stark mit dem Cha - kraschatten des sechsten Chakras (drittes Auge/Stirn) und bildet mit ihm zusammen die Strukturen dessen, was bislang als Ego bezeichnet wurde - außerdem korrespondiert es auch stark mit dem fünften Chakra, welches es in seiner Potenzialität blockiert. Ein alter östlicher Meditationsweg beruht darauf, dass dritte Chakra di - rekt zu reinigen und zu aktivieren. Der westl. christlich-gnostische Weg versucht durch Beeinflussung des sechsten Chakras eine Öffnung des Herzchakras zu ermöglichen, so dass die Schattenstrukturen im Dritten über den Herzweg angenommen und transformiert werden. Diese Zusam- menhänge werden näher beschrieben in der Behandlung des vierten Cha - kras. Spezielle psychologische Symptome des dritten Chakras sind: fehlende Gelassenheit, schnelles Gekränktsein, das Unvermögen den richtigen Ort für sich zu finden, aufstauende Aggressionen gegenüber sich selbst, Min- derwertigkeitsgefühle, mangelndes Selbstvertrauen, Neid, Langeweile, Hohlheitsgefühle wie innere Leere oder bei Energiefokussierung: Scha- denfreude, Aggression gegenüber anderen - den anderen peinlich treffen wollen, Kontrolle über den anderen haben wollen - das gemeinschaftliche Seelengefüge so hinzubiegen, wie es dem eigenen passt (persönlicher Machteinfluss!). Somit ist der dritte Chakraschatten im Verbund mit dem Sechsten der Ort an dem klassische Neurosen entstehen oder eingelagert sind, welche sich überwiegend im kommunikativen Verhalten (Gestik, Artikulation, Denkschemata, Verhaltensweisen innerhalb Beziehungen usw.) manifestieren. Die grundlegende Figur dabei rankt sich um das Thema Macht, welche immer zwei Seiten hat: macht der König die Diener oder die Diener den König? Das eine kann nicht ohne das andere sein - und so muss auch im - mer das eine das andere hervorrufen: indem ich Macht über andere habe, mache ich mich von dieser Energie, die ich von den anderen bekomme oder haben will, abhängig. So entstehen in Partnerschaften klassische Co- dependenzen - einer hängt vom anderen ab, einer kontrolliert den ande - ren - doch jeder macht sich auf diesem Auge blind, sieht über die Depen - denz hinweg ... Beziehung zu dem endokrinen System und körperliche Symptomatik Ich Buch 253 Hier bestehen Verknüpfungen vor allem zu den oberen Verdauungs- und Stoffwechselorganen wie Milz, Galle, Leber, Magen und Pankreas, wobei damit auch die entsprechende endokrine Drüse genannt ist, näm- lich die Bauchspeicheldrüse mit dem Hormon Insulin. Insulin bewirkt die Aufnahme des Energie-Lieferanten Glukose aus dem Blut in die Zellen hinein, so dass der Blutzucker abfällt - seine wesentli- chen Gegenspieler sind Cortisol, Adrenalin (1) und Glukagon. Die beiden letzteren führen in Leber und Muskulatur (1) zu einem Abbau von Gly- kogen, wodurch der Blutzucker (wieder) ansteigt. Glukagon gelangt auf direktem Wege von der Bauchspeicheldrüse in die Leber. Da die Einnah - me von Zucker (Saccharose) sofort einen Blutzuckeranstieg bewirkt, verur- sacht Zucker schon bei Mundhöhlenkontakt die Insulinausschüttung und Produktion durch die Bauchspeicheldrüse. Insulin (3) erhöht jedoch auch den Tryptophanspiegel im Gehirn, Tryptophan ist der Vorläufer von Se- rotonin (6)(7) und Serotonin wiederum ist ein Stimmungsaufheller(7), so- genanntes Glückshormon, trägt aber auch zum Hungergefühl(3) bei. Somit zeigt sich auf hormoneller Ebene derselbe Wirkzusammenhang wie auf der energetisch/psychologischen: die Verknüpfung von dem drit - ten mit dem sechsten Chakra - bzw. von Persönlichkeitsempfinden (Bauch) und Kopfstimmung - aber auch die zum fünften Chakra, welches für das Handeln oder Nichthandeln steht (Adrenalin-Muskel-Aspekt). Die Egostruktur benötigt zu seinem Aufbau (3. , 10. und 14 bis 21 Lebens- jahr) jede Menge Zucker. Zuckereinnahme (im Erwachsenenleben) mästet das Ego - Ego macht Zuckersucht (mehr dazu im Kapitel: Chakren und Er- nährung). Zucker bewirkt eine Magenübersäuerung, so dass auf Dauer die Magen- schleimhäute angegriffen werden. Hoher Zuckerkonsum begünstigt den Aufbau des Chakraschatten und schwächt das dritte Chakra entspre- chend: der Mensch fühlt sich verletzlich. Aufgrund der psychologischen Zusammenhänge entsteht so die Symptomatik des Magengeschwürs und des oberen Zwölffingerdarmgeschwürs als nichtverdaute Aggression ge- gen andere Persönlichkeiten im Außen. Die Auflösung der Magen- schleimhäute stellt eine Autoaggression dar. Das sind die »ätzenden Si- tuationen« des Lebens, welche ich verdränge und die mir dann auf den Magen schlagen ... weil mein drittes Chakra zu schwach bzw. zu stark »überzuckert« ist. Das immunologische Organ des dritten Chakras ist die Milz, welche einen starken Bezug zum Blut hat: obwohl nur ca. 170 g schwer findet in 254 Die sieben Energie - Hauptzentren ihr 4% der Durchblutung des Körpers statt. In der ersten Aufbauzeit des physischen Körpers ist sie die Blutbildungsstätte und kann diese Funkti- on, welche das Knochenmark übernimmt, wieder einnehmen bei Erkran- kungen des letzteren. Sie speichert bis zu 30% der Lymphozyten und einen Großteil der zur Blutgerinnung notwendigen Thrombozyten, die sie bei Verletzungen ins Blut abgeben kann, stellt Makrophagen zur Indentifi- kation und Unschädlichmachung von Fremdeiweissen her, die in den Körper eindringen. Wenn Blut als »Persönlichkeit« aufgefasst wird (indi- viduelle Beschaffenheit!), dann ist die Milz das Organ, welches diese Per- sönlichkeit pflegt und in hohem Maße vor Fremdeinflüssen schützt. Der durch Einnahme von Zucker bewirkte »Energieflash«, welcher mit Ausschüttungen von Adrenalin (1) verbunden ist, bewirkt phasenverscho- ben ein Absenken der Lymphozytenanzahl und damit ein »immunologi- sches Loch«(1). Menschen mit viel Zuckerkonsum sind also nicht nur we - gen der vitaminraubenden Wirkung, sondern auch wegen direkter negati - v-immunologischen Wirkungen besonders erkältungsgefährdet bzw. ge- nerell mehr krankheitsgefährdet. Das »Persönliche« kann sich nicht mehr so gut gegen Fremdes behaupten. Harmonisierung und Kräftigung Bewegungsarten: Rollenspiel, gutes Streiten, Diskussion, Theater, Gedichte auswendiglernen und laut sprechen, Flamenco, Paartanz generell, Sport - spiele (Basketball, Handball), Fechten, Partnerballspiele (Tischtennis, Tennis, Federball etc.), gemeinsames Musizieren, Feuerlauf, Bauchatmung, Kochen mit Schwerpunkt auf Abschmecken. Meditationssilbe: Ram Meditation: mit den in diesem Text gegebenen Bildern und der Einrichtung des Königsraumes (Moksha), Anregung wie folgt: Ich beobachte, was mich gefangen hält, erkenne die Programme meines Egos, tauche tief ein, um ihre Qualität zu erleben. An diesen Vorstellun - gen und Dingen habe ich festgehalten, sie sind mein Anker, den ich bis- lang nicht loslassen konnte. So habe ich mich zu einem Gefangenen in meinem eigenen Tempel gemacht. Ich tauche tief ein in dieses Gefangen - sein, um so tiefer den Wunsch zur Freiheit in mir entstehen zu lassen. Ich beginne so die wahre Größe meines Tempels zu schauen und der Anker verliert an Bedeutung - er wird zur Nichtigkeit klein. Auf dem Wege zur Freiheit, darf ich nichts mehr festhalten wollen, denn Ich Buch 255 alles was ich halte, hält mich. So werde ich wieder König, und wenn ich den inneren Raum betrete, verneigt sich alles vor mir. Moksha ist das tiefe Einverständnis mit dem, wie ich bin - Würde gegen- über mir selbst, Anerkennung meines Seins, d.i. mir meinen Raum schaf - fen, in dem ich unverletzlich bin, in dem ich jederzeit sein kann und Kraft und Ruhe und Gelassenheit (aktive Neutralität) zu mir selbst und den Din- gen finde. Moksha ist die erste Station, um weise leben zu können. Je häufiger ich diesen inneren Raum schaffe, um so selbstverständlicher wird dieser Zustand für mich - königliche Gelassenheit! sonstiges: Wie schon angedeutet, sollte unbedingt auf Zucker (Saccharose als Industrieprodukt) verzichtet bzw. in den Lebensaltern, in denen »Süßes« entwicklungsnotwendig ist, dieses gegeben/genommen werden durch na- türliche Süßigkeiten (Trockenfrüchte, Agavendicksaft, Honig - nicht über 38 C° erhitzen!). Lebensjahreszahlen: 3 – 10 – 14 bis 21 – 23 – 30 – 37 – 44 – 51 – 58 – 63 bis 70 – 72 Das dritte Jahrsiebt steht unter dem Stern des dritten Chakras. Typische Dritte-Chakra-Phänonmene zeigen das dritte und zehnte Lebensjahr (we- gen der ahrimanischen Tendenz der Verfrühung evtl. auch eher): im dritten Lebensjahr bezeichnet sich das Kind plötzlich mit dem Wort Ich. Die Satz - bildung gewinnt an Vollständigkeit und Strukturvielfalt. Der »eigene Wil - le« macht sich zum Teil sehr drastisch für die Eltern bemerkbar. Das Kind beginnt, für seine seelische Autonomie einzutreten. Es braucht nun auch massiven Widerstand an den Eltern aber immer auch die Basis der Liebe und Zuwendung. Wird dies nicht dem Kinde gemäß gelebt, entwickeln sich Autonomiekonflikte. Hier wird schon das Partnerprofil, nach dem sich z.B. der spätere Mann seine Frau aussucht, stark geprägt: ist der Um - gang der Mutter sehr rigoros, wird auch später die Partnerin Kontrolle auf ihn ausüben, fehlte jedoch der Widerstand - so wird später die Partne- rin ihn bedienen müssen. Um das zehnte Lebensjahr erfährt das Kind einen tiefen Einschnitt, es spürt erstmals mit dramatischer Tiefe Alleinsein und Einsamkeit, seine Einmaligkeit einerseits, andererseits die Abgegrenztheit, die Verfrem - dung gegenüber der Welt (»Rubikon« (2)). Das Vorzeichen des dritten Jahrsiebts ist Eigenseelenwerdung: die seeli - schen Bestimmung der Geschlechtszugehörigkeit, die Ausgestaltung von Fähigkeiten, Berufswünschen, persönlichen Tätigkeitszielen, was übli - 256 Die sieben Energie - Hauptzentren cherweise mit dem Auszug der Jugendlichen/jungen Erwachsenen aus dem Elternhaus abgeschlossen wird: »die Sonne ist sich selbst zuhause und schafft nun ihr eigenes Planetensystem«. Die Kehrseite ist die soge - nannte Jugendgefährdung: im Jahrsiebt des dritten Chakras hebt sprung - artig die Kriminalitätrate an (100% ab dem 14. bis 18. Lebensjahr zum Grundwert von 0 bis 14. Lebensjahr - nach dem 19. Lebensjahr sinkt die Krimi- nalitätsrate wieder ab). Im 17. Lebensjahr regiert Chakra drei in drei - hier entsteht die erste see - lische Festigung bezogen auf die »Erwachsenenwelt«. Das Kind empfin - det eine neue Sicherheit im Umgange mit den Erwachsenen, fühlt sich nun wirklich ebenbürtig auch im Sinne einer Verantwortungsübernahme z.B. im Berufsleben. Die scharfe Trennung von Erwachsenwelt und Kin- derwelt ist endgültig durchbrochen. Auch Erwachsene selbst nehmen ge- genüber einem 16 Jährigen eine ganz andere Haltung ein als z.B. noch ge - genüber dem 15-Jährigen. So ist in vielen Ländern ab dem 16. Lebensjahr auch der Führerschein möglich bzw. wird den Kindern in diesem Alter zugetraut mit »Erwachsenenattributen« umzugehen (z.B. leider auch Rau- chen und Alkoholkonsum). Sind die Kinder in diesem Alter ohne Entwicklungsstörungen, so begin- nen jetzt auch eigene größere Reisetätigkeiten. Der Urlaub wird nicht mit den Eltern gemacht - statt dessen lieber alleine zuhause geblieben. Auch müsste der Wunsch zum regelmäßigen Kochen, zum Kochenlernen aufle - ben (wirkliches Kochen - kein Mikrowellenaufwärmen). Außerdem sind einige Geschmacksänderungen beobachtbar, sowohl was Essen als auch das, was Musik oder Kleidung betrifft. Es wird nicht mehr unbedingt mainstream, Hitparade oder Cliquenmusik gehört, sondern es bilden sich wirklich in - dividuelle Vorlieben heraus - egal, was die anderen, und seien es die eige - nen Kollegen, dazu sagen. Jetzt hat die Seele genügend Eigenständigkeit, um tiefere emotionale Be - ziehungen eingehen zu können. Es finden hier die ersten wirklich tiefen Liebschaften statt und in dieser Reifestufe der Seele kann auch erst Sex (im Sinne des Zeugungsaktes) richtig ins Seelische integriert werden - noch besser, wenn das vierte Chakra im dritten seine Energie verströmt (18. Le- bensjahr). Erste Siebenerperiode drittes Chakra 14 – 15 – 16 – 17 – 18– 19 – 20 – 21 Jahre | | | | | | | 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 Chakra Ich Buch 257 4. Chakra Anahata Ich bin aus dem Licht geboren und eingetreten in die Finsternis. Doch aus Unwahrhaftigkeit erwächst Wahrheit, aus Leid und Schmerz Licht und waches Mitgefühl. Ich atme das Tote und Vergangene ein - in meinem Herzen wird es erlöst und neu. Des Egos Totenkleider fallen ab, Karma ist vollzogen. Liebe ist und atmet schöpfend in die Welt. Die Stimmung im vierten Chakra lässt sich am Bild der gotischen Kathe- drale beschreiben. Schlanke Säulen, die himmelwärts streben, in Bögen endend, welche das Gesamt auf wunderbare Weise gliedern und wider- spiegeln. Der erhabene Innenraum ist der Ort in dem sich Dunkelheit und Licht begegnen - an den Fenstern, den Lichtpforten strömt farbiges Licht herab in den inneren Raum. In dieser Licht-Schatten, Stein-Licht-Begeg - nung ist Klarheit, Differenziertheit, eine erhabene Strenge mit unendli - cher Güte und Schönheit zu erleben. Denn diese Vielgliedrigkeit ist Eines. Ich bin der Tempel und das Licht. Ich bin der Verursacher der am Stein geworfenen Schatten und seine Auflösung. Dies Schattengerüst, mit dem das Licht spielen kann, wird ebenso von ihm aufgelöst, wie hervorge- bracht. Als Licht gehe ich zu den Schatten, und sie müssen das zeigen, was sie zuvor in ihrer Dunkelheit verbargen. Das »Böse« ist ein Schatten, er kann im Licht nicht existieren. So wird alles Annehmen und Verzeihen - Innen und Außen gleichen sich, werden wahr und eine gewaltige Sinnhaftigkeit darinnen tief emp- funden: »Ich bin der Sinn«. Das Schwingen von Innen und Außen zu einem Gesamt kann musika - lisch durch einen rhythmischen, künstlerischen Wechsel von Dur- und Molltonarten erlebt werden. Im Kapitel »wie geschieht Erkenntnis?« wurde gezeigt, wie der Mensch durch die Finsternis der Vorstellungen und des Verstandesbewusstseines hindurch gehen kann - wie durch die Erkenntnis selbst, sich der Ich-Sinn anschließt, wie der Kampf von Innen und Außen bzw. Subjektivität und Objektivität im Herzraum gewonnen und zu höherer Weisheit und sozia - ler Friedfertigkeit transzendiert werden kann. 258 Die sieben Energie - Hauptzentren Chakraschatten / psychologische Aspekte Wahrheitsempfinden, Annehmenkönnen, Schenken, Dankbarkeit, Güte und wohlwollende Strenge - die bewusste Annahme des Du, der Mut sich dem Unbekannten zu stellen sind psychische Herzqualitäten. Herzblockaden bedeuten mangelndes Interesse am Du, Ängstlichkeit in Begegnungen und sich Situationen zu stellen (»ein Herz zu fassen«). Alle Ängste, die in erster Linie Herzklopfen verursachen - nicht diejenigen, welche mit weichen Knien und/oder flauem Gefühl im Magen einherge - hen, hier wird das Herz nur sekundär mit einbezogen - weisen auf Herz - chakrablockaden. Herzlosigkeit äußert sich in mangelndem Verständnis für sich selbst und andere - welches zu Einseitigkeiten und Übertreibungen führt: da eine In - nen-Außen-Steuerung durch das Ich fehlt, bestimmen die »Krankheiten« der anderen Chakren (Chakraschatten) das Denken und Handeln der Per- sönlichkeit. Beispiele: Machtgeilheit(1)(3), Depression(2)(3), Orien- tie-rungslosigkeit(3), chaotische, sprunghafte, schizoide Charakterzüge(6). Das Herz ist das wahrnehmende, wahrheitsvermittelnde Organ, der Ort, an dem Recht von Unrecht geschieden werden kann. Gerechtigkeit ist ein Herzensprodukt und hat mit Gesetzen nichts zu tun. Nicht ein Gesetz kann entscheiden, was Recht oder Unrecht ist, sondern immer nur der Mensch, und zwar auch nur der, der sein Herz öffnet. Ist das Herz vom Schatten weitgehend überlagert, ist nicht nur das Rechtsempfinden abge - stumpft, sondern gleichzeitig ein Gekränktsein gegeben, welches im Ver- bund mit dem dritten und ersten Chakraschatten zu Hasseruptionen, dann zu Mord und Totschlag führen kann. Festhalten ist ein sklerotischer Vorgang: der Halt wird zur Stütze, die Stütze zur Krücke, die Krücke zur Starre, Erstarrung ist Kälte, ist Tod. Menschen, die festhalten, können sich und anderen nicht verzeihen und leiden oft an Rheuma bzw. Arthritis: es entstehen vermehrt Stoffwechsel- schlacken, latente Körpergifte, welche direkt - oder indirekt durch das Ermöglichen eines bakteriellen Herdes - an Gelenken Entzündungen her- vorrufen können. Die durch Entzündung (Auflösetendenz!) hervorgerufene Körperstarre lässt auf die seelische Starre aufmerksam machen. Ist das Herz stark genug, kann zwar der Mensch jede Art von Festhalten und Verbrechen in sich latent verspüren, doch diese negativen Energien verpuffen einfach im gesunden Herz. Das Herz kann jegliche Fremdstruk- tur aufsaugen und in den Kosmos abgeben, so dass durch die reinigende Herztätigkeit aus den sich widerstrebenden Gemischen der Seele mehr Ich Buch 259 und mehr die Wahrheit und das Ich in Vollkommenheit hervorstrahlen. Der Heiler allen Leids sitzt im Herzen! Aus dem kranken Herzmotto: »das, was ich von anderen haben möchte, können mir die anderen nicht geben - das, was mir die anderen geben können, will ich nicht haben!« - wird im gesunden Herzen die Wahrneh - mung der vielen Geschenke, die jeder Tag für mich bereit hält. Beziehung zu dem endokrinen System und körperliche Symptomatik Am Herz dockt Adrenalin (1) an speziellen Bindungsstellen, den Be- ta-Rezeptoren, an und bewirkt dort eine Steigerung der Herzleistung und des Blutdrucks. An den Blutgefäßen bindet es sich an Alpha-Rezeptoren und verengt die Gefäße. Wird Adrenalin durch negativen Stress von den Nebenieren (1) ausgeschüttet, so entsteht über lange Sicht eine Herzinsuf- fiziens. Hier kommt die unmittelbare Beziehung zwischen dem ersten (mangelndes Urvertrauen), dritten (mangelndes Selbstbewusstsein) und vier- ten Chakra (Mangel an Annahme, Hingabe) und auch zum sechsten Chakra (Illusion und Fehlinterpretation) zum Ausdruck. Denn negativer Stress ent- steht durch Fehlinterpretation (6) einer Situation aufgrund mangelndem Ur- (1) und Selbstvertrauen (3). Die Thymusdrüse ist das endokrine Organ des Herzchakras. Ihre physi- sche Gestalt ist zweigeteilt (zwei Lappen), die aber funktionell noch einmal zweigeteilt sind in Cortex und Medulla. Der Thymus trägt bis in die Pu- bertät hinein wesentlich zum Aufbau des Immunsystems bei, vor allem in der Unterscheidungsfunktion zwischen »fremd« und »eigen« - wird aber in diesen Funktionen später durch die Milz ersetzt. Besonders auffällig reagiert er auf die bei Stress freigesetzten Hormone (wie z.B. Glucocorticoi- de), indem die Rinde sehr zellarm werden kann und das Thymusvolumen drastisch abnimmt (im Alter fast nur mehr durch Fett ersetzt ist). Der Abbau der ursprünglichen immunologischen Thymusfunktionen geht einher mit dem Aufbau von Fremdstrukturen in den Chakren. Im ungünstigsten Fal - le ist aus der reinen Kinderseele nach der Pubertät eine Seele mit Hang zum Verbrechen geworden - wenn das dritte Chakra nicht von Umgebung und Erziehung entsprechend in seiner Entwicklung positiv unterstützt wurde und evtl. auch noch eine karmische Disposition zu Grunde lag. Denn bevor das Herzchakra ausgebildet oder in »Selbsterziehung« ange - gangen werden kann, erscheint das dritte Chakra ähnlich der Herzfunkti - on. Persönlichkeit wird mit Herz verwechselt, eine Schutzfunktion, um den wirklichen Herzbereich frei zu halten von den stark astralen Einflüs - 260 Die sieben Energie - Hauptzentren sen, welche in der Zeit der Pubertät und des Heranwachsens in die Seele hineinziehen. Stellen Sie sich vor, statt des »Bauches« würde das Herz so zu rumoren beginnen … Beginnen die immunologischen Funktionen des Thymus abzunehmen, erstarken die psychologischen Möglichkeiten des Herzraumes. Diese Überkreuzstellung von physiologischem und psychologischem Geschehen in der Entwicklung eines Menschen ist oft gegeben - wobei damit aber nicht gesagt sein will, dass das eine von dem anderen in kausaler Weise abhängt. Um diese Prozesse in einem Bilde auszudrücken, denke ich an eine Balkenwaage mit zwei Schalen - rechts die für den psychologischen Zustand und links die für den physiologischen Zustand. Doch statt der Massen in den Schalen, stelle ich mir Energie vor, wobei die Schale mit der höheren Energie auch höher hängt als die mit weniger Energie befüll - te. Wenn nun Energie vom Körpergeschehen in das psychologische Ge- schehen fließt, bewegt sich die »psychologische Schale« nach oben. Doch dasjenige, was den ganzen Waagenarm bewegt, ist weder das eine noch das andere, sondern ein ordnendes Drittes als autonomes Prinzip. Es ist der Prozesszeitgeber, der vielleicht noch mit vielen anderen gekoppelt je - doch schließlich in der Gesamtfunktion vom und für das Ich gesteuert ist. In der Herzphysiologie selbst habe ich die Waage-Funktion, so dass es nicht wunderlich ist, wenn die Waage, gehalten von einer schönen menschlichen Gestalt mit verbundenen Augen (d.h. der Blick geht nicht ins Außen, sondern ins Innen - das Ich spricht durch das Herz), das Bild für die Justicia abgibt. Das oben erwähnte Bild der Waage veranschaulicht ebenfalls, wie die hohe Energie des Körpers im Laufe der Zeit schwindet, das Alter und der Tod kommen - dass aber auf der anderen Seite diese Energie in die Schale des Geistes fließen kann zur Lebensweisheit - »den Alten gegeben, um die Jungen zu beleben...« Harmonisierung und Kräftigung Bewegungsarten: Tanz, der von der Mitte ausgeht (insbesondere auch Euryth- mie), alle Bewegungsarten mit meditativen (wahrnehmenden) Elementen - jede atmende, mit Bewußtsein wahrgenommene bzw. durchfühlte Bewe- gung ist positiv. Tai Chi, RenDo, Feldenkrais, Eutonie, Bothmer-gymnas - tik, Qi Gong u.ä. bietet sich zum Erlernen von durch-fühlten Bewegungen an. Meditationssilbe: Yam (»I am«) Ich Buch 261 Meditation: Auf Zeitprozesse achten und die Stimmungen, welche ich in ihnen habe. Aufmerksamkeit gegenüber Stress-Symptomatik - aus den Programmen rausgehen evtl. wenn möglich mit Moksha oder Kurzme - di-tation. Sonstiges: Aufmerksamkeit und Mitgefühl in Begegnungen trainieren. Leid ansehen können - nicht weggucken - sich bewusst in Angst-situatio - nen hineinbringen (z.B. fremde Menschen ansprechen, alleine unbekannte Wege gehen, »Stunts« bringen, sich »outen«, die Wahrheit sagen!). Menschen loben und beschenken, ihnen Hilfen geben. Eigene Bewertungen und Ge - fühle - Sympathie/Antipathie fließen lassen, ohne sie am Gegenstand oder einer Person festzumachen. Verschiedene Sichtweisen einnehmen und ausprobieren. Bewusst Stimmungen wahrnehmen (Stichwort: »erste Be- kanntschaften« - was begegnet mir an Stimmung, wenn ich das erste Mal in ein Haus, Gebäude, Personengruppe etc. hineinkomme). Freundlichkeit und Herz- lichkeit pflegen. Biographie-Arbeit. Aufräumarbeiten: Unwichtiges vom Wichtigen trennen - das nicht mehr Benötigte weggeben können. Beten. Sich mit essentiellen Dingen beschäftigen. Selbstzerstörerische Maßnah- men gleich welcher Art (eigene Fettnäpfchen aufstellen, »verkehrte« Freunde, Rauchen, Alkohol, schlechte Ernährung, Piercing usw.) wahrnehmen, erken- nen und im Sinne von Moksha »austrocknen«. Lebensjahrzahlen 4 - 11 - 18 - 21 bis 28 - 32 - 39 - 46 - 54 - 61 - 68 - 70 bis 77 Im vierten Lebensjahr (Alter 3-4), welches in der siebener Periode des ersten Chakras steht, vollzieht sich nun ein tieferer gefühlsmäßiger Zu- gang zur Umgebung: das Kind findet nun die ersten Freunde jenseits von Eltern und Familie, das können auch Tierfreundschaften sein. Es ist dies das Alter in dem auch frühestens das Kind in größeren Gruppen, wie z.B. Kindergarten, gedeihen kann. Denn es kann sich der Herzraum erstmals für das Außen öffnen, weil eine entsprechende Innerlichkeit und auch eine geschlechtliche Zuordnung gefunden wurde. Das Kind erlebt ganz anfänglich seine Autonomie. So können in diesem Alter tatsächlich »Ver- liebtheiten« auftreten im Sinne von inniglich erlebten Freundschaften von Mädchen und Junge. Vater und Mutter erscheinen nun auch als ge - schlechtliche Personen - Mädchen und Jungs beginnen zu kokettieren bzw. können Eifersuchtsgefühle entwickeln (ödipale Phase). Die neu-ge- wonnene Autonomie zeigt sich hier durch Trennen und Wieder-vereini- gen bzw. Wunsch zur Vereinigung, der nicht nur mehr auf die Eltern, 262 Die sieben Energie - Hauptzentren sondern auf einen dritten, eigens erwählten Freund gespiegelt und gelebt werden kann. In diesen Autonomieschritten der Seele stellt sich dem Kind auch erstmals erlebbar die Mut- und die Angstfrage. Das Kind kann erst - mals empfinden, dass es Böses tun kann. Im elften Lebensjahr (Alter 10-11) wiederholen sich die geschilderten Tendenzen in vertiefender Weise: es können nun Vereinstätigkeiten auf- gegriffen werden (Gruppenerweiterung), die Bücherwelt als Welt der See- lenspiegelung und Phantasiebilder kann stark an Bedeutung gewinnen, oft gibt es eine besondere tiefe Liebesbeziehung zu einem Freund/Freun - din (wobei das Geschlecht keine Rolle spielt - aber dennoch »Erotisches« wirkt: »der griechische Jüngling«). Wird das Kind an der Ausbildung oder dem Leben dieser zarten Gefühle im vierten oder auch im elften Lebensjahr ge - hindert - bzw. erlebt der Junge eine rauhe, verständnislose Mutterpersön- lichkeit, die aus dem Liebegefühl einen Nutz- oder Erziehungsgegen- stand, also Verletzung macht - so kann später im Mannesalter Pädophilie auftreten, welche sich unter Umständen auf etwa diese Alterstufen kon - zentriert. Die Liebesbeziehung kann ritualisiert werden z.B. durch Blutsbruder - schaft, Geheimschriftenvereinbarungen oder Abkommen, eigene Symbo- lik usw., um der Gemeinsam- und Einzigartigkeit ein »Kleid« zu geben. Bei den Jungen geht es auch darum, sich den Mut durch Mutproben zu be- weisen (Zweikämpfe, angstmachende Situation meistern - auch stehlen oder ge - gen das Reglement handeln kann eine Mutprobe darstellen, wenn Naturerlebnis - se nicht möglich sind). Das achtzehnte Lebensjahr (Alter 17 - 18) kann unter dem Stern von Rei - sen, Weltbekanntschaften, regelmäßigen Konzertbesuchen stehen. Mobili - tät gewinnt stark an Bedeutung, da Ausdruck von Autonomie. In diesem Alter kann die erste große Liebe empfunden und verwirklicht werden. Eine Liebe voll mit Jugendidealen. Das Sehnen sich völlig zu einen - letzt- lich die Verschmelzung mit seinem »höheren Ich« - wird meist durch eine Person des anderen Geschlechts ausgelöst und auf diese projiziert. Diese geliebte Person wird fast wie die zweite Herzhälfte empfunden, worin sich die hohe emotionale Abhängigkeit widerspiegelt. Bei Nichter- widerung dieser starken Gefühle entsteht ein starker Liebeskummer, tiefe Verletzungen und Enttäuschungen, die unter schlechten Bedingungen so - gar zu Selbstmordversuchen führen oder bei zuvor gestörten Entwick - lungsverhältnissen und Dispositionen Jugendschizophrenie auslösen kön- nen. Das Herz ist gespalten - es braucht das Andere, um sich eins zu füh - Ich Buch 263 len, ein ganzes Zuhause zu haben. So ist auch das Elternzuhause nicht mehr das eigene und oft wird die Entscheidung getroffen mit Freunden zusammenzuziehen bzw. in einer WG zu wohnen. Das Jahrsiebt des Herzens beginnt mit dem 21. Lebensjahr. Mit dem 21. Geburtstag wird juristisch einer Person die volle Verantwortlichkeit zu - gestanden (früherer Volljährigkeitsbeginn). Im 21. bis 28. Lebensjahr wird aus dem Weltenbummler, dessen Recht es war, überall als »Lehrling« gleich welcher Art die vielfältigsten Erfahrungen (und Dummheiten) zu sammeln, abschließend mit dem 28. Lebensjahr der »Geselle« - jemand, der sich entschieden hat »sesshaft« zu sein - einer begonnenen Sache wei - ter nachzugehen - ob Familie und Heim zu gründen, berufliche Karriere zu starten - eben seine Berufung auszuüben. All das, um dort hinkommen zu können, wird nun in der Zeit von 21. bis 28. ausprobiert bzw. durchge - führt. Somit ist für dieses Jahrsiebt kennzeichnend die Umstülpung von Innen nach Außen: aus einer geschaffenen Innerlichkeit wird diese mit dem Außen abgeglichen, als Voraussetzung im Außen seinen richtigen Platz zu finden. Es ist nicht unüblich, wenn im 24. Lebensjahr tatsächlich eine Herzentscheidung getroffen wird, die dann eine längere Partner - schaft zur Folge hat (statistisch gesehen liegt der Peak des durchschnittlichen Heiratsalter bei 31/32 - und damit auf Herz im fünften Jahrsiebt 4/V) . Im Herz- jahrsiebt wird der Mensch vom Nehmenden zum Gebenden. Im Geben lernt er sich zu entwickeln, macht er seine Erfahrungen in der Gesell - schaft: dies Geben ist Handeln in die Welt und steht damit unter der Si - gnatur des fünften Chakras (28-35). Erste Siebenerperiode viertes Chakra 21 – 22 – 16 – 17 – 18– 19 – 20 – 21 Jahre | | | | | | | 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 Chakra 264 Die sieben Energie - Hauptzentren 5. Chakra Vishudda Der Strom des Handelns, der in die Welt herabfließt, ist durchstrahlt vom Geist in dem ich lebe. Durch das Auge der Handlung atme ich belebendes Sein in die Welt. In Klarheit und Liebe wirkt Werden im Werden. Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten keine Möglichkeit, das, was inner - lich in ihnen lebt, nach außen mitzuteilen bzw. ins Außen umzusetzen. Ih- nen sind »die Hände gefesselt« und »der Mund verboten«. Wer sich nicht mehr äußern darf, der fühlt sich übergangen. Eine gesun - de Reaktion wäre z.B. Schreien, wie das Kinder machen, wenn sie sich übergangen, nicht wahrgenommen fühlen. Aber das ist natürlich gesell - schaftlich nicht angesehen, sondern statt Schreien ist Schlucken angesagt: das Vorgesetzte schlucken! Die meisten Menschen tun dies aus Verlustängsten, denn sie stehen in Abhängigkeiten. Eigene Meinungen, eigene Ideen und eigene Umset- zungsvarianten sind oft sehr unbequem. Erstens verlangen sie eigene Kreativität und Anstrengung. Zweitens gerate ich bei der Durchführung oft in Konflikt mit meiner Umgebung, die das nicht anerkennen, nicht an- nehmen will. Das schafft dann wiederum Leid. Um es erst gar nicht dar- auf ankommen zu lassen, gehe ich diesen Anstrengungen lieber gleich aus dem Weg und spare mir Konflikte - so denkt das bequeme Ego - und in der Tat scheint es eine Art Konfliktbewältigung zu sein, den Konflikt zu umschiffen dadurch, dass ich meine eigenen Interessen usw. verdränge und mich dem allgemeinen Interesse unterordne. Denn dafür gibt es dann auch noch Lob und Anerkennung und sicheres Gehalt! Aber was ist das für ein nebulöses Allgemeininteresse? - das »der Gesell- schaft«, des »Staates«, das der »Firma«? Solange hierarchische Strukturen vorherrschen, ist das Allgemein-Interesse immer das Interesse der Spitze: »alle für Einen«. Und zwar fließen die Handlungen als Leistungen nach oben, während alle Instruktionen, Organisationsleitlinien nach unten durchgedrückt und mit offenen Ohren empfangen werden sollen (natür- lich wird dies kaschiert durch Pseudomitspracherechte usw.). Das fünfte Chakra ist ein Chakra, welches am sensibelsten in der ganzen Chakrenreihe eingebunden ist und in größter Abhängigkeit zu den ande- Ich Buch 265 ren steht. Es kann eigentlich nur dann frei wirken, wenn die anderen ge - reinigt sind. Daher kommt auch sein Name: Vishudda - der, der gereinigt ist. Um die Kreativität, seine Begabungen, Talente und Intuitionen verwirk- lichen zu können - das ist das fünfte Chakra leben - bedarf es vor allem der Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit in ihrer Sonnenhaftigkeit (3), den karmischen Beziehungen im Sinne von Wahrhaftigkeit und Liebe(4), einer Öffnung des Verstandes zum höheren Denken (6), sowie die natürliche Flussfähigkeit (2) und das Grounding (1). Nur indem diese Zentren zumindest temporär von ihren Schatten durch meinen Ich-Einfluss befreit werden können, steht überhaupt erst eine Sub- stanz zur Verfügung, die ich dann nach außen in die Welt als Handlung fließen lassen kann. Diese Handlung ist Ausdruck meines Inneren, meiner Kreativität, und gleichzeitig in dieser Essenz enthalten ist das, was ich von »außen« eingeatmet habe. Also, ich atme Welt ein (»höre«), verbinde sie mit meinem Ich als Weltenteil, gebe auf diese Weise etwas hinzu und lasse dies nun wieder in die Welt ausstrahlen, als Handlung ausströmen (»reden«). Es ist ein in Liebe getauchter Handlungsstrom, der selbstlos in die Welt fließt, in dem aber gleichzeitig mein Wesen sich ausdrückt. In dieser Handlung liegt also ein hohes Maß an Güte und Verträglichkeit von Innen und Außen - »Hören« und »Sprechen«. Es fließt dieser Strom von der Mitte aus bei durchlichtetem Haupt, über Schultern, Arme zu den Händen weiter in den Umraum. Dabei erlebe ich die Vertikale als Stehen auf der Erde und Wurzeln im Geiste. Die Hand - lung selbst fühlt sich lichtvoll und warm an. Das Kapitel »das Instrumentarium des Ich« verdeutlichte die Wechselbe- ziehungen innerhalb der drei Ebenen: Physis, Leben und Seele jeweils zwischen dem, wie das Außen ins Innen fließt und umgekehrt, das Innen wieder nach außen Gestaltungen vornehmen kann (siehe auch Tabelle Seite 220) Chakraschatten / psychologische Aspekte Das fünfte Chakra ist relativ frei von karmischen Überlagerungen, will eigentlich von sich aus fließen, wird aber durch die anderen Chakraschat - ten daran gehindert, blockiert: da es nur wirksam sein kann, wenn Chakra 1,2,3,4,6 relativ frei sind, befinden sich die Hemmstrukturen und Lernpro - zesse also vorwiegend auch in diesen Chakren. Eine so auf das fünfte Chakra projizierte Blockade äußert sich z.B. in 266 Die sieben Energie - Hauptzentren häufigem Schlucken, Schluckbeschwerden, Enge oder Kloßgefühl im Hals, Krampf im Hals, Husten, manchmal auch Atemunregelmäßigkeiten. Wenn in Versammlungen, im Kino oder Theater usw. durch das Hinhö - ren starke Herz-Emotionen aufgerufen werden, so wird dies oft »wegge - hustet«: überall kann ich Räuspern und Husten in der Menschenmenge vernehmen. Die Blockaden bzw. die Symptomatik des fünften Chakras kann relativ schnell wieder aufgelöst werden durch: Aussprechen, Weinen, Singen, Schreien, Lachen - oder Husten. So benutzt das »Vorgesetzte« auch oft diese Techniken, um den Druck, den es in den Menschenseelen aufgebaut hat, wieder abzubauen. Damit tritt auch das merkwürdige Phänomen der Solidarisation des Opfers mit seinem Täter ein: Soldaten kämpfen auf fremden Boden für das Vaterland und jubeln denen zu, die sie zu Mördern und zu Toten machen. Nicht umsonst werden Truppenansammlungen als »Chöre« bezeichnet. Auch beim Singen in der Kirche geht es immer auch um Solidarisation mit der Kirchenmacht. Würde man das Opferschälchen ganz zu Beginn herumge- hen lassen, ohne die Menschen ein paar mal singen gelassen zu haben, es würde sich finanziell nachteilig bemerkbar machen! Der Kehlkopf imitiert jede äußere Klang bzw. Tonbewegung innerlich, ohne dass dies bewusst wird, d.h. ich singe auch, wenn nur die Umge - bung singt. Hören und Nachahmung und Tun liegen fast unzertrennlich beieinander. So schwinge ich in der Umgebung mit, werde ein Teil von ihr. Da heute aber kaum mehr gesungen wird, ersetzt die Musik diese Funktion. Mit Musik geht oft die Arbeit leichter von der Hand ... ... weil ich durch Musik abgelenkt werde und diese die Symptomatik der Chakra-Blockade verschwinden lässt. Denn eigentlich stellt das Vorgesetzte-Schlucken-Zu-Müssen und evtl. obendrein noch, dass ich mein Wesen nicht mitteilen kann oder darf, eine Leidsituation dar. Indem das Eigene, dem ich von Natur aus freundlich gegenüber einge - stellt bin, mir bei Durchführung enorme Anpassungsprobleme bereitet, wird es mir zum inneren Feind. So entsteht durch den Anpassungsdruck der Wunsch: ich will so werden wie andere(s) - während im frühen Kin - desalter der Wunsch war, so zu werden wie die Eltern es sind. Aber die Eltern, das waren die natürlichen und echten großen Vorbilder, welche das Kind nachzuahmen suchte, um später Selbstständigkeit und eigene Kreativität entwickeln zu können. Ich Buch 267 Hierarchiespitzen stellen nun dem Erwachsenen (zuvor schon dem Jugend- lichen in »Bildung« und »Werbung«) in ähnlicher Weise Vorbilder hin, de- nen sie nachzueifern haben. Für das Kind waren seine Eltern natürliche Könige, die es beschützten und umsorgten. Hierarchiespitzen sind jedoch selbsternannte Könige, welche ihre Schäflein melken wollen. Die Vorbil - der, welche diese falschen Könige propagieren sind Karriere, Erfolg, Geld verdienen, etwas Großartiges für die Firma tun, in eine Position zu kom - men, in der »man« gelobt wird, mehr Macht, mehr Geld hat ... usw. Kurz - um, es sind keine echten Vorbilder! Obwohl die Seele Vorbilder braucht, hasst sie die Vorbilder auf Grund ihrer Ausbeutung und Degeneration zu ausschließlich funktioniellen Anpassungshilfen - Hilfen, die mir das An- passen an das, was mir vorgesetzt wird, erleichtern sollen - für den Nut - zen einer Machtelite. Die Anpassung funktioniert nur bedingt. Immer wieder entstehen Situa - tionen, in denen ich auf mich selbst gestoßen werde - auf das Vakuum, denn ich habe durch die Anpassung längst vergessen, wer ich bin. Das ist schon sehr unangenehm und verdient wieder verdrängt zu wer - den (Bifurkation!). Das Ich ist für Ego und Verstand immer »unangenehm« ... Aber zunächst entsteht hier ein Stau: ich möchte etwas anderes tun, als immer nur das, was erwartet wird, weiß aber nicht was. Dieser Stau und das Gefühl, etwas Anderes tun zu müssen (zur eigenen Rettung schließlich), aber nicht zu spüren wie und wo, verursacht im bes- ten Falle Nervösität oder blinden Aktionismus, im schlechteren Falle Apa- thie, Depression und Selbstmord. Jedenfalls besteht der Wunsch, diese Situation aufzulösen. Wie kann dies geschehen? Da der Kehlkopf imitiert und durch Singen, Sprechen usw. die Blockade, der Kloß im Hals aufgelöst werden kann, liegt es nahe sich »besingen« zu lassen durch Radio, CD, MP3 ... Noch nie war die musikalische Kulisse so allgegenwärtig wie heute. Noch nie wurde soviel Geld ausgegeben für CD´s, Datenträger, Medien und entsprechende Gerätschaften, die zum Musikhören geeignet sind. Nicht umsonst wurde Karaoke gerade in Japan, dem Land der großen Ar - beitsdisziplin der Hit. Und nicht umsonst kam die Rock- und Protestmusik in den 68 ern auf, als Ausdruck eigener Kreativität, als Ausdruck eben nicht in der schönen, heilen Konsumwelt, in dieser Scheinwelt mitschwingen und mitsingen zu wollen. Diese Musik war oft ein Abgrenzungsversuch einerseits und Soli - 268 Die sieben Energie - Hauptzentren daritätsversuch mit neuen noch unbekannten Möglichkeiten andererseits. Auch die »Nullbock-Haltung« kommt als unbewusst passive Variante da- her, nicht mitsingen nicht mitschwingen zu wollen in dem vorgesetzten Kanon (hier ist nicht die entwicklungsbedingte natürliche Abgrenzung von Kind zu Eltern bzw. zur Elterngeneration gemeint - sondern, dass das Kind un - bewusst die Perspektivlosigkeit bezüglich der Kreativität in der Elterngeneration hervorgerufen durch die Versystematisierung in der Gesellschaft erlebt). Musik als Surrogat für die eigene Kreativität schleift sich jedoch in ihrer Wirkung ab - und das ist der andere Grund, warum überall und immer mehr »Musik« ertönt bzw. auch mehr und mehr auf visuelle Medien zu- rückgegriffen werden muss (tragbare DVD-Player, MMS, LCD-Bildschirme im Auto usw.). Selbst das, was als Musik bezeichnet wird, ist dazu verdammt, keine mehr zu sein. Denn Musik ist die Entstehung von musikalischen Tönen in der Seelenbetätigung des Menschen. Idealerweise gibt es beim Sender und beim Empfänger die Seele - so dass hier echte Kommunikation stattfinden kann: kreativer Ausdruck und Wahrnehmung derselben. Radio, CD, MP3 sind seelenlose Sender. Bestenfalls ist der Empfänger seelengegenwärtig. In ihm kann Musik durch die gesendeten musikali - schen Töne entstehen - kann, muss aber nicht. Denn es ist kein Automatis - mus im Menschen, der aus musikalischen Tönen Musikerleben macht. Musikalische Töne sind zwar astraler Natur und haben so einen struktu - rellen Einfluss auf das Ätherische (siehe »Musik«experimente mit Pflanzen und Tieren) - Musik ist jedoch nur im Menschen selbst - die Natur kann genausowenig selbst musizieren, wie ein Musikinstrument es aus sich selbst könnte, auch wenn beides eine musikalische Gestaltung darstellt. Das Musikalische kann daher nur in einer bewusst geführten seelisch- menschlichen Kommunikation gepflegt werden (Hören und Sprechen). Die- se ist Ausdruck und Anregung des fünften Chakras. Seelenlose Sender sind dazu ungeeignet. Als Gießkannensender - Instruktionen von oben herab, ohne Präsenz der »Sprechenden« - bieten die musikalischen Töne eben nur einen Ersatz für die Musik an. Für den Musiker, der aus musikalischen Tönen Musik entstehen lässt, besteht die Gefahr, insbesondere wenn er z.B. von seinem Produzenten /Label unter Schaffensdruck gesetzt wird, dass er sein eigenes Musikma- chen, seine Kreativität, durch das einfachere und schnellere zur Verfü - gungstehen von musikalischen Tönen ersetzt. Das Musikalische wird so zwangsläufig durch Technologie verahrimanisiert: es werden Bibliothe- Ich Buch 269 ken erstellt, Patches, Pattern und Samples zusammengewürfelt, so dass das Endprodukt kaum mehr etwas mit Musik zu tun hat, sondern eben nur mehr eine Aneinanderreihung von musikalischen Sequenzen oder Tö - nen darstellt, die obendrein aus Elektrizität erzeugt sind. So wie zunehmend das Seelenkontinuum zwischen Sender und Empfän- ger fehlt, so fehlt durch die Digitalisierung zunehmend das Kontinuum im Ton, im Klang selbst: die natürliche, analoge, kontinuierliche Schwin - gung wird in der Digitalisierung in Zeitpunkte und Spannungsabschnitte (Bits) aufgebrochen, zerbröselt. Das Ohr wird getäuscht eine Schwingung zu haben - in Wirklichkeit sind es aber nur diskrete Zustände (= Gehack - tes). Nur auf diese Gehacktesweise lassen sich Daten kompremieren. MP3 ist eine starke Kompression von Daten, MP3 ist effektiv Gehacktes. Mit diesen Beispielen sei angedeutet, dass ein riesiges Geschäft gemacht wird mit Produkten, die das fünfte Chakra »beruhigen« sollen - aber schließlich immer weniger dazu geeignet sind, so dass, wie immer, Quali - tät durch Quantität ersetzt werden soll (muss). Und das ist im Sinne der Abhängigkeitsschaffung: nicht 20 Minuten eigenes Singen, eigene Kreati- vität, lieber 24 Stunden »Vorgesetztes« und »Geschnetzeltes«. So werden die Menschen dazu genötigt, mehr zu konsumieren, als Aus - tausch für Essentielles und Existentielles. Der Konsum lässt sich sehr ein - fach durch bestimmte Geldgesetze regeln (Zinsen). Wer kein oder wenig Geld hat, kann nicht viel konsumieren, kann nicht das Fehlende durch Quantität ersetzen. Wer auf Kosumieren getrimmt ist und dies nicht mehr tun kann, findet auch schon den Entzug von seiner täglichen Kaugummi - packung als existentiell bedrohlich, und in der Tat werden Menschen für materielle Nichtigkeiten umgebracht. Im fünften Chakra steckt natürlicherweise ein starker Bezug zu »Neh - men und Geben« im Sinne von Atmung - mit der Betonung: »ich habe schon bekommen - ich möchte gerne geben«. Wer als Kind nicht bekom - men hat (Ursachen: Abwesenheit der Eltern, Abwesenheit von Aufmerksamkeit, weil z.B. etwas anderes die Aufmerksamkeit auf sich zog: Krankheits-, Pflegefall, jüngeres Geschwister usw. - oder das Kind als »a-normal« aufgefasst/abgestem- pelt wurde) - bekommt wahrscheinlich hier Probleme. Geiz ist angesagt! Asthmatiker haben eine energetische Blockade im Geben - sie können nicht ausatmen (geizen mit Luft). Für sie sollte unbedingt das Herzchakra gestärkt werden, um damit die Schattenprojektion auf das Fünfte aufzulö - sen, um dann mit letzterem direkt arbeiten zu können. Das gilt ähnlich auch für sogenannte Stotterer. 270 Die sieben Energie - Hauptzentren Beziehung zu dem endokrinen System und körperliche Symptomatik Die Schilddrüse(5) produziert die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die nicht sofort in das Blut abgegeben, sondern erst in ei - nem besonderen Raum außerhalb der Zelle, genannt Kolloid, gespeichert, um dann nach Bedarf wieder in die Zelle zurücktransportiert und von dort in die Blutbahn abgegeben werden. Die Ausschüttung wird jedoch über das Gehirn gesteuert: die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) (6) produ- ziert das Hormon TSH, das die Schilddrüse in ihrer Funktion anregt. Hinter der Schilddrüse liegt ein Nerv, der die Stimmbänder (5) versorgt. Zellen, die ebenfalls in der Schilddrüse liegen, produzieren das Hormon Kalzitonin. Dieses wirkt bei der Regulierung des Knochenstoffwechsels (1) mit. Bei Hypothyreose - zu geringer Hormonausschüttung - kommt es zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Mattheit, sowie auch zu einem uner- klärlichen Kältegefühl oder zu einer Gewichtszunahme. Weitere Symptome sind niedriger Puls (4), Verstopfung, niedriger Blut - druck, Haarausfall (1) und brüchige Fingernägel (1). Die Haut ist kühl und trocken (1+4). Die Betroffenenen sind insgesamt verlangsamt und desinteressiert (6+3). Es kann zu einer depressiven Verstimmung (2+3) kommen. Sowohl eine Überfunktion als auch eine Unterfunktion kann Zy- klusstörungen bis zum vollen Ausbleiben der Regelblutung hervorrufen. Die Fruchtbarkeit (2) ist dann verringert bis völlig aufgehoben. Die Überfunktion der Schilddrüse lässt den Stoffwechsel auf Hochtouren laufen. Charakteristische Symptome sind: Gewichtabnahme (1), häufiger Stuhlgang (2), Hitzeintoleranz, Schlaflosigkeit, Herzklopfen(4), und ver- mehrtes Schwitzen am ganzen Körper (1+2), Überaktivität und Nervösi- tät(6) - feinschlägiges Zittern der Hände(1+6), eine warme und feuchte Haut, ein schneller Puls - es kann zu einer Schädigung des Herz-Kreis - laufsystems (4) und der Knochen (1) kommen. Schilddrüsenautonomie: bereits in einer gesunden Schilddrüse finden sich einzelne Schilddrüsenknoten (sogenannte „heiße Knoten“), Zellverbän- de, die selbstständig und unabhängig (autonom) vom Hypophysen - Hy- pothalamus - Regelkreis Schilddrüsenhormon produzieren. Mit zuneh- mendem Alter nimmt die Anzahl dieser autonomen Zellen zu - in Einzel - fällen kann die gesamte Schilddrüse eine Autonomie ausbilden (»dissemi- nierte Autonomie«). Die Schilddrüse reagiert sehr stark auf psychischen(1+6+3) und physischen (1+2) Stress. Im Extremfall kommt es hierdurch zu Autoimmunkrankheiten wie Morbus Basedow oder Hashi- moto-Thyreoiditis. Ich Buch 271 Die körperlich-stofflichen Beziehungen der Schildrüse wiederholen so - mit das Bild, welches schon in den psychischen Chakrabeziehungen sicht - bar wurde: durch mannigfaltigste Einflüsse auf Stoffwechsel- und Wachs- tumsgeschehen- sowie der Bewusstseinsentwicklung und psychischer Symptomatik (Desinteresse, Depression) wird erkenntlich, dass es hierbei vorrangig darum geht, wie der Mensch mit seinem Bewusstsein und sei- nem Körper in die Welt hineinhandeln kann oder nicht (Hemmung). Der Sonderfall der Schilddrüsenautonomie zeigt an, dass dieses Zen- trum gerade wegen dieser Autonomie-Tendenz wie kein anderes darauf angewiesen ist, integriert zu werden in den Gesamtorganismus - genauso wie das Handeln eine Autonomietendenz hat und - will es gesund sein - auf den Einklang und die Integration von Denken und Fühlen angewiesen ist. Harmonisierung und Kräftigung Tätigkeiten: Sprachgestaltung, Singen, Schauspielen, Eurythmie, Tai-Chi, Bothmergymnastik, Pfeil und Bogen, Speerwerfen, Strategiespiele aber auch jede künstlerische Betätigung und sinnerlebte Arbeit. Meditationssilbe: Ham Meditation: Tagesrückschau am Abend halten im Hinblick auf die Hand - lungsabläufe: wie fühlen sich diese an, wie fühlte ich mich in der Hand- lung, wie wurde sie von der Welt aufgenommen, was sind ihre Wirkun - gen? Meditationsbild: lichtvoller Strom der von der Mitte aus bei hellem Haupt, über Schultern, Arme zu den Händen weiter in den Umraum fließt. Sonstiges: die starke Vernetzung des fünften Chakras mit allen anderen - einerseits - aber auch der Autonomieaspekt andererseits - machen es not - wendig, dieses Chakra von allen seiten anzugehen bzw. es auch direkt an- sprechen zu können, um von dort positive Wirkungen auf alle anderen Chakren erzielen zu können. Sprechen, Kommunikation - jede Tätigkeit (bestehend aus Wahrnehmen: Hören - und Tun: Sagen) korrespondiert mit dem fünften Chakra - es ist fast so, als sei in diesem Kehlkopfchakra, wie es auch genannt wird, selbst noch einmal ein »ganzer kleiner Mensch«. Indem ich meinen Doppelgänger, d.h. meine Lernprozesse erkenne, han- delt nun dieser »kleine Mensch« nicht mehr nach den »Doppelgängerin - spirationen«, sondern direkt aus dem Ich. Es ist eine Identität und Inte - gration hergestellt - das fünfte Chakra ist frei: seine Autonomie im Sinne einer »zweiten eigenen Existenz« ist verwandelt bzw. geht auf in die totale 272 Die sieben Energie - Hauptzentren Autonomie des Handelns dieses Menschen. Der Mensch ist zu einem Ton, einem Klang in der Gesamterden-symphonie geworden, die er dadurch mit verwirklicht. Lebensjahreszahlen 5 - 12 - 19 - 26 - 28 bis 35 - 40 - 47 - 54 - 61 - 68 - 75 Im fünften Lebensjahr kann das Kind die ersten Handwerksgeschicklich - keiten erlernen, d.h. bewusst Vorstellungen bilden, die es in den Raum umzusetzten vermag (z.B. Ausschneiden, einfache Papiermodelle). Mit »Lego« können Formideen umgesetzt werden. Das Kind erfindet nun eigene Ge- schichten, die es spielt. Es kann sich nun mit einer Sache länger beschäfti - gen, richtig in einem Spiel aufgehen. Spiele sind Geschichten, Welten, in denen das Kind eintaucht und seine Umgebung (soziales Umfeld) unbe- wusst inszeniert. Es ist die erste große Umsetzung eines innerlich Phanta - sievollen nach Außen in die Welt. Nun wird es wichtig, dem Kind Anre- gungen zu geben, ihm einfache »Techniken« zu vermitteln, wie es seine Phantasien umsetzen kann. Die Erwachsenen können das am besten, in- dem sie selbst »Mitspielen« oder das Kind mitspielen lassen (z.B. auch beim Kochen, Nähen, Werken usw.). Das zwölfte Lebensjahr zeichnet sich besonders durch Erweiterungen des Lebenskreises aus: das Kind kann sich problemlos in fremden Gegen - den zurechtfinden (alleine Oma und Opa per Zug mit Umsteigen besuchen). Es kann auch mit Geld verantwortungsvoller umgehen und größere Ein - käufe ohne Zettel erledigen. Das Zeltlageralter beginnt: mit Jugendgrup - pen kann das Kind wochenlang unterwegs sein, ohne Heimweh zu be - kommen. Bei Jungen kann in diesem Alter eine enorm technische Ver - ständnisbereitschaft wachsen und die Fähigkeiten im Basteln steigern sich merklich (Experimentierbaukästen können wirklich genutzt werden). Das Kind interessiert sich am Stoff (»Alchemie« - Mikroskopie), auch künstlerische Fä- higkeiten finden geeignetere Ausdruckformen im Umgange mit dem Ma - terial. Es werden neue Hobbies entdeckt, dem das Kind sich ganz hingibt (Vereinstätigkeiten, Musikinstrument). Dies anfängliche in die Welt handeln (produzieren) sollte jedoch immer noch ganz aus einem großen Bild ge- nommen sein. Denn hat das Kind auch Verstandeskräfte, so lebt es stark in Bildern und Gefühlswelten. Es ist alles noch mystisch, geheimnisvoll durchwebt. Das Kind ist noch Kind. Es sollte in seinen intellektuellen Fä- higkeiten nicht wie ein Erwachsener - trocken und nüchtern - behandelt werden. Ich Buch 273 Im 19. Lebensjahr kann der Mensch sich in vollem Umfange als Arbeits - kraft zur Verfügung stellen, täglich acht Stunden und länger arbeiten, ohne dass ihn das Ausbrennen oder überfordern würde (Voraussetzung: seinem Naturell entsprechende Tätigkeiten). Er benötigt geradezu die Mög- lichkeit, etwas in die Welt heraussetzen zu können - um innere Zufrieden - heit und Ruhe zu erlangen. Er muss mit seiner Kraft etwas produzieren können, was für andere Sinn hat, in dem er Anerkennung findet. Aber er will sich auch Auszeiten nehmen können (z.B. für ausgiebige Reisen). Es kann auch der tiefere Wunsch nach Bewusstseinsexploration entstehen, der oft den Anlass für Reisen in ferne Länder bildet: fremde »Denkkultu- ren« kennen lernen. Mitunter entsteht auch ein Hang zu Mystik oder Ufo - logie. In dieses Lebensjahr fällt der zweite Mondknoten (18,53 Jahre-erster bei Geburt): es kommt oft pünktlich (also im siebten Monat nach dem 18. Ge- burtstag ) zu biographischen Einschnitten, die aber durchaus als positiv, gewinnfördernd erlebt werden (Partnerfindung, Weltreise, Berufsentschei- dung, Schicksalsereignis). Manchmal wird es auch erst Jahre danach offen- sichtlich, dass in diesem Jahr tatsächlich eine Entscheidung getätigt wur - de, welche weitreichende Folgen hatte. Im 26. Lebensjahr findet oft noch einmal eine Konzentration auf das Tä - tigkeitsfeld statt: Studienabschluss, praktische Phase, Meisterprüfung, Fir- mengründung - oder auch eine neue Berufsrichtung. Dies ist das früheste Alter, um eine Familie zu gründen, ohne dass persönliche Entwicklungs- defizite entstehen. Das Jahrsiebt des fünften Chakras (28 – 35) ist durch Schaffensdrang und Aufbau einer Versorger-Existenz gekennzeichnet. Die Handlungen fließen kraftvoll, der Mensch ist stark belastbar und rege im Tun. Absolute Konsolidierungsphase und Verwirklichung der inneren Impulse ist möglich. Hier fließt das Potenzial - z.T. aufgebaut durch vor - hergegangene »Übungen des Lebens« - mächtig in die Welt zur Verwirkli - chung. Es ist die erste große Ausatmung im Tun, die sich durch entspre- chende Dynamik und Kraft auszeichnet. Es ist das Jahrsiebt der klassi- schen Karriere: stand zu Beginn (28) ein Anfang, so steht am Ende (35) Er - reichtes, geschaffene, solide Basis, der Meister. Erste Siebenerperiode fünftes Chakra 28 – 29 – 30 – 31 – 32– 33 – 34 – 35 Jahre | | | | | | | 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 Chakra 274 Die sieben Energie - Hauptzentren 6. Chakra Ajna Du bläulich leuchtender Weltenkristall, offenbaret das hohe Sein. Sternenweisheit lebt in mir und wirkt: ich in Dir, Du Engelsauge. Während im ersten bis dritten Chakra deutlich der Strom in Richtung Verinnerlichung, Innenraumausbildung verläuft - als Voraussetzung zur Geburt der Individualität und schließlich diese selbst vollzogen wird - und damit überwiegend Vergangenheitsaspekte Berücksichtigung finden, zeigt das vierte Chakra den Bezug zum Hier und Jetzt, den Kreuzungs- punkt von Vergangenheit mit dem Zukünftigen, den Umstülpungspunkt z.B. von Hass in Liebe, was dann als neue Qualität und Substanz in den Handlungen nach außen fließen kann (5). Im vierten und fünften Chakra sehe ich die Ströme mehr oder weniger von mir, von einem Zentrum aus fließen in den Umkreis. Erstes, zweites und drittes Chakra fließen mehr vom Umkreis hin zur Zentrumsbildung. Im sechsten Chakra habe ich nun eine neue, völlig andere Raum-Richtungsqualität. Vom fünften Chakra zum sechsten wachse ich hinaus in meinen Handlungen über den ganzen Erdball. Meine Handlungen sind auf der Erde, fügen sich jedoch in ein Gesamt ein - ich sehe von der Erdsphäre aus sie wie Farben wirken. Mein Bewusstsein ist also jetzt im Umkreis, außerhalb des Planetenkörpers und doch gleichzeitig besteht eine großartige, tiefe, lichtvolle Beziehung zu dem, was auf der Erde - auch als meine Handlung - geschieht: sie ist ein - gebettet im Pool der Gesamthandlungen, welche nicht nur aus menschli- chen Handlungen bestehen, und hat ihr Leben und Wirken darin. Obwohl ich den Bezug zu meiner Handlung erlebe, ist sie doch in sich bestehend und losgelöst von meiner Person. Dieses Bewusstsein nähert sich der Bewusstseinsstufe der Engel, der An- geloisphäre. Die dabei auftretenden »Emotionen« sind ohne Körperbezug, transper - sonal. Als Umkreisbewusstseinswesen erlebe ich völlige Klarheit, Licht, Liebe und Gelassenheit und aus diesen Gütekräften strahlende Schönheit. Das gesamte Tatennetz, nicht nur der menschlichen, sondern aller an der Erdentwicklung beteiligten Taten, webt lebendig in einer weisheitsvollen, leuchtenden »Aura« - aber nie nur als Zuschauer erlebt, sondern als Mit - gestalter in großer Verantwortung. Ich Buch 275 Im sechsten Chakra wird somit der geistige Ausdruck allen körperhaften Seins als Schönheit und Gesamtkomposition erfahren. Das Zusammenkommen des Kosmos in mir als Verinnerlichungsprozess und die Neugestaltung des Innenraumes durch mich ist notwendig, um anschließend dies in der Handlung als neuen Kompositionsimpuls in die Welt fließen zu lassen, um danach die hier geschilderte Handlungsper- spektive einnehmen zu können (»Global denken und lokal handeln« ist ein di- rekter Vorläufer dieses Bewusstseins). Ich benötige den Erdendurchgang, um vom Geschöpften zum Schöpfenden aufsteigen zu können. Die Versu- chung Luzifers ist es, gleich im »Himmel bei den Engeln« zu sein, die Ei- genentwicklung zu überspringen - eine bequeme Tour einzulegen, das sechste Chakra zu korrumpieren... Das Kapitel »Blick in die Seele« eröffnete wohl etwas ganz anderes, als der Leser zunächst erwartete: die Darstellung eines Lohnbeispieles! Es sollte zeigen, wie eine auf Sicherheit und Bequemlichkeit ( »ich lasse mich organisieren«) eingestellte Seelenhaltung das Seelen-Splitting weiter be- treibt, so dass daheraus wiederum zersplitternde Gestaltungen für Gesell - schaft und Erde folgen. Schließlich konnte aus den Betrachtungen das Bi - furkationsmodell als ein seelisch-kosmisches Transformationsprinzip ent - wickelt werden, welches das Zentrum der Persönlichkeit mit dem Erdge - schehen in Wechselwirkung setzt. Anhand dieser Einzelschritte wurde eine Gesamtbetrachtung (individuelle Tat und Menschheitsentwicklung) auf- gebaut, die der hier geschilderten Perspektive des sechsten Chakras ent- spricht. Chakraschatten / psychologische Aspekte Wie das fünfte Chakra, so ist auch das sechste Chakra als oberhalb des Herzen liegendes von karmischen Figuren weniger direkt beeinträchtigt. Die oberen Chakren gehören zu den »aktuelleren«, d.h. Blockaden oder Beeinflussungen werden überwiegend durch aktuelle Kräfte bewirkt. Zur Verdeutlichung: Sie können ein Programm schreiben, welches eine Ma- schine regelt. Danach können Sie sich als Macher entfernen, das Pro - gramm als Informationskörper wird dennoch in ihrem Sinne weiter arbei- ten. In ähnlicher Weise ist dies bei den unteren Chakren der Fall: die Chakra - schatten sind »Programme«, die in erster Linie ohne aktuelle Anwesenheit der erzeugenden Kräfte wirken (der Informationsträger bezogen auf karmi- sche Bezüge ist dabei der Doppelgänger). 276 Die sieben Energie - Hauptzentren In den oberen Chakren ist dagegen der feste Programmanteil eher ge - ring. Dennoch laufen dort die meisten »Programme« ab (Interpretationen, Urteile, Vorstellungen, Anschauungen, Vorlieben und Abgrenzungen aufgrund unbewusster Vorurteile usw.). Dies ist so, weil die Macher eben dort aktuell zugange sind. Natürlich nicht ständig - aber an Knotenpunkten, wichtigen Entscheidungen und ähnlichem. Ein ahrimanisches Bewusstseinsfragment (Wesen), welches vor allem das sechste Chakra - zum geringeren Teil das siebte Chakra - belegt, bezeich - net der Autor als »Rabe«. Er schattet das weisheitsvolle, in den Umkreis fließende, ganzheitliche Denken ab. Er sorgt für kurze Gedanken, für eine Abschattung im Sinne von Scheuklappen, eine Gedankenverkrampfung, bildet einen »sturen Fo- kus«. Hier nährt sich das Ego, der Rabe ist ein Teil dieses Egos und übt Herrschaft über den Menschen aus. In der ägyptischen Kultur ist ein anderes Wesen do- kumentiert, das komplementär zum Raben wirkt: der Horusfalke. Er war der Aufgang des neuen Tages voll Inspiration und Weisheit aus dem elterlichen, kosmi- schen Schoß - das Kind als Inkarnat mit dem Potenzial des Ursprungs und seiner Erneuerung. Der Horusfal- ke sorgt für Inspiration des Pharaos, die dieser benö- tigte, wenn er sein Volk im Sinne der kosmisch-irdi- schen Entwicklung lenken und führen wollte. Der Rabe aber sitzt tiefer, mehr im Nackenbereich und verursacht eine Zusammenziehung, Verkrampfung. Überzeichnet könnte gesagt werden: er möchte den Menschenkopf fahl und welk ma- chen, ausgesaugt als Haut nach vorne wegklappen, um dann als neuer Kopf (»achtes Chakra«) seinen Platz anstelle des Menschlichen (mit der Verbindung zum Göttlich-Zukünftigen: siebtes Chakra) einzunehmen. Menschen mit sogenanntem Stiernacken besitzen eine höhere Valenz für dieses Wesen - können aber andererseits auch oft davor geschützt sein durch eine natürliche Herzkomponente. Das Bild der Hexe mit dem Ra- ben auf den Schultern kommt nicht von ungefähr (als Hexe ist hier gemeint eine Person, die sich im egoistischen Sinne der Naturkräfte bedient). Dieser Rabe verhindert den Lichtstrom vom sechsten Chakra ausgehend von der Stirn über den Kopf hinunter zur Wirbelsäule. Im Querschnitt be - trachtet gleicht dieser Lichtstrom der Wassermolekül-Anordnung. »Sauer - stoff« als leuchtend, tiefes Gelb - die beiden »H-Atome« als leuchtendes Ich Buch 277 blau-violett zu denken. Nur sind es keine »Kugeln« sondern drei mitein - ander verbundene Kanäle, von denen der mittlere, gelbliche etwa 1/3 an Größe der äußeren besitzt. Diese sind aktiv, wenn das sechste Chakra ak- tiviert ist. Bei der Aktivierung entsteht die Umstülpung des Bewusstseins. Wird dieses als Gefühl erlebt, dem ich nachgehen will oder vor dem ich er - schrecke - dann gehe ich damit wieder in meine Persönlichkeit zurück - cut! Um also schauen zu können, brauche ich auch deswegen die Übung der Selbstlosigkeit, der objektiven Betrachtung - welche ja die Naturwissen- schaft vorbereiten sollte, nun aber zusehens von Rabenvätern gebildet wird - Menschen, die sich zu 100% mit ihrem Verstand identifizieren. Das Denken ist jedoch im Menschen als Geschenk der Götter entwick- lungsbedingt erwacht, er muss es pflegen und es auch kennenlernen. Dann weiß er aber auch, wie es sich entwickelt und welchen Boden es braucht, um am vorzüglichsten heranreifen zu können (wichtiger Aspekt in der Kindeserziehung/Pädagogik). Das Denken ist etwas Großartiges - der Verstand aber ein Winzling (Zwerg), ein kleiner räumlich wie zeitlicher Ausschnitt daraus. Der Chakraschatten im sechsten Chakra besteht nun darin, dass der Mensch sein Bewusstsein ausschließlich als Verstandesart auffaßt und diese dann auch noch als Krönung des Bewusstseins herausstellt. Der Ver - stand ist alles andere als eine Krönung, er ist ein Abgrund, ein notwendi - ger Abgrund, um das Licht wiederzufinden, um Kräfte zu entwickeln, die helfen das Bewusstsein wieder zu erhellen, so wie es im sechsten Chakra erfahren werden kann (das Auffinden des Grals408!). Da das großartige Denken jedoch immer als »Hintergrundrauschen« an - wesend ist, muss mehr oder weniger ständig dafür gesorgt werden, dass es nicht »durchschlägt«, dass der Verstand ungehindert weiter meinen kann, er sei die einzige wache Bewusstheit. Würde der Mensch eine wa - chere Bewusstheit erleben, dann wäre gezwungermaßen der Verstand dazu die dunklere, träumendere! Dieses Aufwachen muss jedoch verhin - dert werden, denn, wie gesagt, ist der Verstand das Instrument des Egos, der ahrimanischen Diener und Lakaien und diese müssten abdanken, ihre Macht verlieren, wenn außer dem Verstand noch etwas anderes, sogar viel Helleres erlebt werden könnte! Diese Abschottung erreicht die ahrimanische Macht vor allem - als ers - ten Faktor - durch Herstellung eines wesensfremden menschlichen Mi - 278 Die sieben Energie - Hauptzentren lieus in der Pädagogik. Die Schulen sind Kader von Ahriman: die dort verabreichte Erziehung vererbt sich von alleine weiter - denn ehemalige Schüler des Systems werden zu Lehrern, meist ohne dass sie je eine ande - re Erziehung des Geistes erlebt hätten, als die an der Schule, der Universi- tät oder anderen vergleichbaren staatlich kontrollierten Bildungsstätten. So haben sich die Schulen parallel zur industriellen Revolution »hochent- wickelt«, nicht als Instrument, um die Seele sich selbst finden zu lassen, sondern um die Menschen zum Funktionieren und Bedienen des Vorge- setzten zu bringen. Das Abitur war im Prinzip eine Erfindung aus militä- rischen Interessen heraus, eine Manipulationsmöglichkeit, aus der sich ein strategischer Vorteil ergeben sollte (das erste Mädchenabitur gab es erst 1899!). Das Abitur, das ganze Bildungssystem war nie moderner als der Staat und daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn ich als Eltern je - doch ein Kind hervorbringen würde, welches nicht moderner als ich selbst sein darf, dann degradiere ich es zu einem schlechten geistigen Klon von mir! So hat Ahriman ein für ihn konsistentes Bildungssystem durch die »Machtmenschen« geschaffen mit vorgegebenen Bildungsprogrammen, Lerninhalten und -methoden, Lehrplänen, Reglementierungen, einem ge - waltigem Verwaltungsapparat - das alles ist eine gigantische Maschinerie, in der Stoff an die Schüler verabreicht wird, um das Bewusstsein der Schüler auf den Verstand zu reduzieren (der Künstler Roger Waters, Pink- Floyd 1979, hat die »Bildungsmaschinerie« in dem Film »The Wall« drastisch ins Bild gesetzt). Systeme sind Maschinen und die Schüler - aus denen später die Lehrer werden - sind dafür da, die Systeme zu erhalten. Doch die wirkliche Er- ziehung, hat der Ich-Entwicklung zu dienen und kann dies nur aus Ich- Qualitäten heraus, wie sie z.B. hier in diesem Buche beschrieben wurden. Das sechste Chakra kann sich nur entwickeln, wenn das Gesamt entwi - ckelt wird. Indem nur ein Verstand gezüchtet werden soll, wird das sechste Chakra blockiert. Erziehung hat im Sinne der möglichen Ausrei- fung des sechsten Chakras vom Leib aus statt zu finden: bis hin zum zehnten/elften Lebensjahr muss in einer menschengerechten Erziehung Bewegung, Kunst, Spiel und handwerkliches Tun im Vordergrund stehen. Aus diesem kann dann sekundär Wissen gewonnen oder vermittelt wer - den. Die Kinderseele benötigt diese Leiberfahrung als Lernerfahrung, um aus dem Bildbewusstsein 396 in ein gesundes Verstandesbewusstsein kom- men zu können. Wird das Bildbewusstsein vorzeitig getö tet in den Schu- Ich Buch 279 len, so vergreist der Mensch früher und früher. Altersdemenz wird expo- nentiell ansteigen und sich in der Symptomatik verfrühen. Denn die Aus- trocknung der Seele in den Kinderjahren hat dies zwangsweise zur Folge. Der zweite große Faktor, welche eine Blockade setzt, ist eine Ernährung, die ein Verstandesdenken forciert. Dies wird erreicht durch möglichst de- generierte, also mit möglichst wenig ätherischer Substanz versehene Nahrungsmittel, dazu möglichst viel Industriezucker*. Hierzu später mehr. Der dritte Faktor, welcher aus den beiden vorangegangen folgen muss, ist die Zerstörung des sozialen Umfeldes, die Wegnahme von Vater und Mutter physisch und/oder psychisch - Eltern sind zunehmend nicht mehr da, auch wenn sie physisch anwesend sind (Stress, Scheidungen, Geldbe- schaffung) - und ist weiter die Zerstörung des natürlichen Umfeldes (auch keine oder zu wenige Naturerfahrungen!). Als vierter Faktor wäre noch zu nennen der Verlustausgleich aus den drei vorgenannten mittels Surrogate (überwiegend Medien). Um das sechste Chakra zu blockieren, bedarf es auf diese Art und Weise ständig Energie, die schließlich der eine Mensch »für« den anderen auf - bringt, d.h. der eine Mensch wird zum tatsächlichen Hindernis für die Entwicklung des anderen Menschen. Ohne dass die Menschen es richtig merken, verwickelt Ahriman sie stän- dig in Schlammschlachten, die sie untereinander austragen müssen. Die Menschen »erziehen«, es müsste heißen: erdrücken sich gegenseitig mit und zum engstirnigen Verstand. Der Verstand wird zum Programm - welches aber immer wieder auf die beschriebene Art gefüttert werden muss. Das immer schneller laufende Hamsterrad ist ein Erfindung Ahri- mans - der Mensch läuft darin leer, Ahriman kriegt die Energie, den Le - benssaft. Das Hamsterrad beginnt mit und in dem Verstand und endet mit und in dem System, welche alle dazu zwingt zu laufen, zu funktionieren und sonst nichts. Beziehung zu dem endokrinen System und körperliche Symptomatik Die Hypophyse misst und steuert als Zweikammersystem nahezu die ge- samte Hormonsymphonie. Sie kann daher als »Außenposten« des sympa- thischen Nervensystems im Gehirn aufgefasst werden, auf das mittels des Hypothalamus der Verstand wiederum einen Einfluss hat: so sinkt bei von 5,88 Milliarden Finanzpower (Taschengeld) deutscher Kinder wurden in 2006 61% für Süßigkeiten ausgegeben (laut Stat. Bundesamt) 280 Die sieben Energie - Hauptzentren vermehrter Kopftätigkeit über die Hypothalamus-Hypophyse-Vernet - zung der Serotoninspiegel (siehe auch »Zucker« in: Chakren und Ernährung), mit der Folge einer leicht depressiven Verstimmung bzw. weiterer negati- ver Gedanken. Negative Gedanken führen dementsprechend zur hormo- nellen Vergiftung des Tempels. Es machen sich Haut- und Stoffwechsel- störungen bemerkbar mit körperlichen Symptomen wie: Opstipation, vor- zeitige Vergrauung, schnelles Altern der Haut, graue, trockene Haut, blas- se Gesichtsfarbe, oft krank, Hang zu schwarzen Kleidern - psychisch: Hang zur Nörgelei, Besserwisserei und Negativität. Harmonisierung und Kräftigung Tätigkeiten: wichtig ist hier das individuell richtige Maß an körperlicher und geistiger Arbeit. Körperarbeit »zieht« auch das Bewusstsein immer in den Körper hinein, was richtig ist - aber problematisch wird, wenn zuviel gearbeitet werden muss! Indem die Organisationsspitze den Geldhahn zu- dreht (Zinsbedienung!), muss »automatisch« mehr gearbeitet werden - es fehlt Ruhezeit zum Denken! Doch das ist gerade ein Wichtiges hier, eige - ne Gedanken machen zu können, Gedanken kontrollieren zu können (Quelle?!) - dem Ratterverstand Einhalt zu bieten z.B. durch denkende Anschauung im Sinne Goethes408 , welche aus dem abstrakten Verstand hinausführt zu einem »organischem Denken«. Lesen von weisheitsvoller Literatur ist eine gute Übung, desweiteren bewusster Wechsel von Sicht - weisen, Rollenspiel, Konzentrationsübungen (Mathematik, Sudoku, Schach, Memory, Kopfrechnen, Erinnerungsspiele usw. d.h. den »Kopf« bewusst trainie - ren). Lockere Wanderungen in schöne Naturgegenden, Orte mit Weitblick aufsuchen und versuchen, ganz in die Naturstimmungen einzutauchen. Meditationssilbe: Kscham Meditation: viel Meditation! - alles kann Meditation sein! - der Alltag kann zum Altar werden! Sonstiges: Im Prinzip geht es nur darum, dem Verstand eine Auszeit zu ge- ben einerseits - andererseits ihn mit dem richtigen Futter zu ernähren. Eine Gesprächstherapie kann den Anfang bilden, darf jedoch nie für sich alleine stehen. Hervorragende Therapieform ist Kunsttherapie mit goe- theanistischem Ansatz, welche individuell auf den Menschen abzu-stim- men ist. Generell angesagt sind Entspannungsübungen und Bewegungstherapien, welche den natürlichen Energiefluss und damit die Weisheit des Körpers erlebbar werden lassen und ihn wiederherstellen. Wie immer kommt es Ich Buch 281 dabei auf die leitende Person an - sie muss wirklich »drinnen sein« in dem, was sie tut und zeigt. Seelenhygienische Maßnahmen: • Innenwelt: keine Gifte zu sich nehmen (Tabak, Koffein, Teein, Alkohol, in- dustrieller bzw. auch generell Zucker aus Zuckerrohr meiden - Kartoffelkonsum einschränken und durch Getreide ersetzen). • Außenwelt: Elektrosmog (Handy, WLAN, Dect-Telefone, Ferneinschaltun- gen durch Funk bei Heizung, Thermostaten und Schaltern, Babyphone usw.) und chemische Ausdünstungen (Kunststoffe, Farben, Lacke, Kleber usw.) meiden - sein Umfeld möglichst baubiologisch ausrichten. • Röhrenmonitore (Fernseher/PC) meiden. • Ein Leben mit Eigenrhythmik führen: bestimmte Zeiten und Tätigkeiten festlegen, die dann regelmäßig durchgeführt werden. Wichtig: jeden Tag eine Reinigungszeremonie (z.B. beim Aufstehen, Duschen, Atemübung) durchführen. Viel Wasser trinken. Evtl. auch eine Fastenkur oder Fasten- wandern machen. Generell gilt es dabei, die Aufmerksamkeit zu erhöhen für das, was mir gut tut und das, was mir Kräfte raubt - um dann den Mut zu finden, dort - hin zu gehen, wo es mir gut geht. Das »Schlechte« vertrocknet auf diese Art und Weise, wie giftige Pflanzen, die nicht mehr gegossen werden. Beschäftigen Sie ihren Verstand gezielt mit positiven Fragestellungen und Problemen, die er lösen kann. Spielen Sie Schach, lösen Sie Sodo - kurätsel oder denken Sie sich Dinge aus, die Sie umsetzen können (Hob- bys). Denken Sie daran, dass Sie, ihr Ich, den Verstand benutzt und nicht um - gekehrt. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, aus ihrem Verstand heraus - zugehen, sich ihm gegenüber zu stellen. Er ist nur ein Instrument - Sie sind der Spieler! Das Leben ist bunt und vielgestaltig. Der Verstand kann damit meistens nichts anfangen. Lebensalter Jahreszahlen 6 - 13 - 20 - 27 - 34 - 35 bis 42 - 48 - 55 - 62 - 69 - 76 Die Jahreszahlen des sechsten Chakras stehen im Lichte der Verstandes- und Bewusstseinsschärfung/-entwicklung. Dies verdeutlicht sich im sechsten Lebensjahr durch das Erreichen der Schulreife, welches nichts 282 Die sieben Energie - Hauptzentren anderes besagt, als dass das Kind nun ein anfängliches Abstraktionsver- mögen entwickeln kann - wie es sich z.B. auch in neuen Spielarten äußern kann: Strategiespiele wie Mühle, Dame, Vier Gewinnt usw. können jetzt mit zunehmendem Lernerfolg und auch mit Freude gespielt werden. Die Freude ist bei diesen Spielen oft die Entdeckung der Logik. Jedoch sollten solche Spiele nicht überzogen oft oder mit großem Ernst gespielt werden. Im dreizehnten Lebensjahr gibt es nochmals einen großen Schub an Ab - straktionsfähigkeiten, was sich wiederum darin zeigt, dass das Kind nun einwandfrei räumliche Perspektiven und perspektivische Verzerrungen erlernen kann - sowie das Naturwissenschaftsverständnis nun vorhanden und entsprechend ausgebaut werden sollte. Das Bilderleben - die bildhaf - ten Phantasiekräfte entschwinden nun stark - das Kind ist mit seinem Be - wusstsein in der Verstandesrealität* angekommen. Im zwanzigsten Lebensjahr erwacht unter Umständen ein starkes Inter- esse, Weltzusammenhänge tiefer begreifen zu wollen. Je nach Anlage zeigt sich dies in vertieftem Studieren, Beschäftigung mit Astrologie, Teil - nahme an Workshops zur Vertiefung der gesuchten Zusammenhänge. Hier zeichnet sich der neue Atem in die Welt ab - ein Weltenmorgen in der Seele, die sich zuvor eher vom Tag weg und zu sich selbst in ihrer neuen Gefühlswelt und Person hingewendet hatte. Bezeichnenderweise beginnt um das zwanzigste Lebensjahr (6 in 3) die Verfrühung410. Das sechste Jahrsiebt zeigt ebenso besondere Bewusstseinsbildephäno - mene, doch nun nicht mehr auf der Verstandesebene - denn diese kann nun erstmals transformiert werden. Es beginnt mit der Lebensmitte (35) und führt um die Zeit des sogenannten zweiten Mondknotens (37,54 Jahre = (3 in6)!) in die sogenannte Midlifekrisis. Der Mondknoten ist übrigens kompatibel zum »Maya-Kalender 410«, welcher die Basis 260 hat - denn 7 x 37,143 (zweiter Mondknoten) = 260. In der Krisis wird das, was unter dem Stern des fünften Chakras ausge - baut wurde, nun plötzlich anzweifelbar oder erscheint fremdartig. Zum ersten Mal kann eine tiefere Lebensrückschau gewonnen werden, in der sich die Sinnfrage neu stellt. Während das Leben bis hierhin seinen Gang hatte, der einem recht nahegelegt wurde - aus karmischer Sicht - habe ich nun die Möglichkeit eines neuen Ganges - d.h. einer neuen Lebensweise , welche nicht mehr in den Bedingtheiten früherer Leben steht, sondern dem freieres Potenzial zugrunde liegt. Dies zeichnet sich z.B. drastisch an der Partnerwahl (Scheidung und Neuheirat) ab: vorher schien der Partner also zum Karma-Lernprozess (dieser schließt ja alle Milieu- und Gendisposi- Ich Buch 283 tionen mit ein!) zu passen, dann gibt es den Cut, den Tod dieser Bezie- hung. Dies ist oft notwendig zum wirklichen Abschluss des Lernprozes - ses, der noch im Nachhinein, im Nachklang gefasst werden kann. In der Krisis muss - um das Neue zu erreichen - das Alte wirklich hinter sich gelassen werden. Das gleicht einem Todesprozess und damit spielen die Qualitäten des dritten und vierten Chakras stark mit hinein, nämlich jetzt unter dem Stern des Sechsten eine Transzendenz von Persönlichkeit (3) und Herz (4) zu schaffen. An dieser biografischen Stelle kann das Mysterium von Golgatha 411 in ei- ner umfassenden Tiefe begriffen werden, und es gelten hier insbesondere die Worte Angelius Silesius: »wer nicht stirbt, bevor er stirbt, der verdirbt, wenn er stirbt.« Denn es verlangt eine gute Portion Mut (3), die Ängste (1) zu überwinden, dem Neuen zu begegnen: das Alte, die gesi- cherte Existenz loszulassen. Wird dieser biographische Impuls nicht auf- gegriffen, so entsteht das typische »Kleinbürgertum«: weiteres Ansam- meln von »Gut und Besitz«, »Ansehen und Karriere«. Nach außen mag »man« erfolgreich erscheinen, seinen Weg gehen - doch innerlich habe ich eine Chance vertan. Dies stellt nun einen mehr oder weniger unterbe - wussten, verdrängten Konflikt dar, der meistens durch Konsum und Kon - sumansprüche weiter verdrängt und kompensiert wird. Auf diese Weise erstelle ich mir ein »Make-Up«, welches mein inneres Mumientum erträglich kaschieren soll. Denn die Chance war es, im »Tod« meinem Doppelgänger, meinem karmischen Auftrag und seiner Erledi- gung, näher kommen zu können, um mich letztlich davon zu (er)lösen. Stattdessen mumifiziere ich nun die Gestalt und muss sie dann ein ande - res Mal, oder in einem nächsten Leben, angehen und erlösen. Es mag in der alt-ägyptischen Zeit richtig gewesen sein, in der Men- schenseele etwas zu mumifizieren, um dadurch eine irdischere Verstan- desentwicklung zu ermöglichen - doch heute bin ich an der Reihe, die Mumien gehen zu lassen, ein neues Bewusstsein zu erlangen (siehe Seite 164/165 Bewusstseinseele). Das sechste Jahrsiebt schließt ab mit der Eröff - nung dieser Bewusstseinseelenart: aus freiem Willen sein Leben in einen umfassenden Kontext, einen neuen, bewussten Einklang von Persönlich - keit, Wirken und Schaffensausdruck in die Welt, in den Weltzusammen - hang zu stellen. So anspruchsvoll dies innerlich ist, so bescheiden zeigt es sich im Äußeren. Das Materielle hat nur noch die Bedeutung für den hö - Oserhase und Weihnachtsmann etc. sind (bis auf die facts: Geschenke) peinlich 284 Die sieben Energie - Hauptzentren heren Sinn, nicht mehr um sich selbst willen. Die Arbeit steht unter dem Stern dieses Sinnerlebens. Die Bereitschaft zu arbeiten, nur um des Geldes wegen, geht gegen Null. Da diese innere Entwicklung heutzutage unter Umständen sehr stark dem »Gesellschaftsduktus« entgegen steht, kommt es zu starken Konflikten und der Tendenz, sich nach dem Motto aufzuge - ben: »ich muss das doch realistisch sehen, bei diesen Gegebenheiten, kann ich doch nichts ändern!«. Das ist die Schattenseite und viele erliegen ihr, beißen sich auf die Lip - pen, werden verbissen, haken die Jahre bis zum Fünfundsechzigsten ab und versuchen, so gut wie eben möglich die meisten Annehmlichkeiten vor der Rente noch erhaschen zu können. Erste Siebenerperiode sechstes Chakra 35 – 36 – 37 – 38 – 39– 40 – 41 – 42 Jahre | | | | | | | 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 Chakra Ich Buch 285 7. Chakra Sahasraha Göttlicher Glanz umflutet mein Haupt, gießt sich aus tausend silbrigen Fontänen sanft herab und wallt gleich lichtgewobenem Schopf. Und in Gipfelmitte ist gesenkt ein sprühender Blumenkelch als atmender Quell. Ein Häuptling bin Ich jetzt und immer jetzt aus göttlicher Lichtes- Geistesmacht. Das siebte Chakra wird zurecht auch als Kronenchakra bezeichnet, denn es beeinhaltet die tiefe Empfindung einer leuchtenden Krone, eines glit - zernd, strömenden Quells, der vom Haupte herab in tausend Fontänen, ähnlich eines zarten Sternkristallregens sich energetisch über den Körper ergießt. Hier erlebe ich absolute Präsenz und den Einklang des Geistigen, Erfüllung und das Leben selbst in ihm. In diesem Moment bin ich erleuch - tet - der Geist ist in mich eingezogen, ich bin in ihm. Der wunderbare Kopfschmuck der Häuptlinge einiger Indianerstämme spiegelt diese Er- leuchtung bildhaft wider. Aber auch das Pfingstfest erzählt von der Erfüllung durch den heiligen Geist, die mit weißen Flammen auf bzw. über dem Haupte versinnbild - licht werden. Das siebte Chakra ist das Chakra der Intuition - der Gesamtgeistdurch- flutung bis in die Physis hinein. Es ist ein absolutes Einheitserleben in Schönheit, Wahrheit und geistigem Licht - die tausendfältige Eins. Hier gilt auch das, was für das Erleben jedes anderen Chakras gültig ist: es ist dies die tiefe und unvergessliche Erfahrung der geistigen und astra - len Wirklichkeit, welche im Erleben eine höhere Wirklichkeit, als die der Physis darstellt (die Schöpfungsenergie ist höher als die der Geschöpfe). Ich bin bereit meinen Körper zu verlassen und zu vergessen als vergäng - liche Materie - aber den Geist werde ich nicht verlassen, denn ich bin es selbst. Hier identifiziere ich mich nicht, hier bin ich es. Als Erdenmensch identifiziere ich mich mit meinem Körper, der mir eine Schule ist und durch den ich auf die Erdverhältnisse einwirke. Er ist der Träger von Leid und Schmerz (natürlich auch von leibbezogenen Genussfreuden), was mich in ihn fesseln, einsperren kann, so dass ich dann bereit bin, alles zu tun, um dem Schmerz, dem Leid zu entgehen oder dem Genuss nachzugehen. Die höchste Anforderung an den Menschen ist es, Leid und Schmerz zu ertragen, inkauf zu nehmen und sich nicht durch die damit verbundenen 286 Die sieben Energie - Hauptzentren Ängste korrumpieren zu lassen, denn jede Korrumption bedeutet Geist- und Selbstverleugnung. In der Bereitschaft die »schlimmsten Gefühle« zu durchleben, erlebe ich die Höchsten: Friede, Liebe, Einheit, Erleuchtung. Zwischen Sieben und Eins spannt sich der ganze Bogen - in dem Kapitel »Geist und Materie in Kommunikation« kamen in den verschiedenen Un- terkapiteln deshalb noch einmal die sechs vorangegangenen Hauptkapitel zu Wort, um schließlich die Gesamtschau vom Geistigen - vom Selbst - schöpfenden - aus zu ermöglichen. Chakraschatten / psychologische Aspekte: für das siebte Chakra als oberstes Chakra gilt insbesondere, dass hier keine festen Störstrukturen in Form von selbsttätigen Programmen einge- lagert oder vorgelagert sind. Das siebte Chakra (»hl.Geist, Maria, Isis-So- phia«,) bildet mit dem vierten (»Kommunikation, Horus, Sohn«) und ersten Chakra (»Basis, Werkwelt, Vater«) den Gesamtrahmen. Seine Präsenz und Wirksamkeit ist damit in hohem Maße von diesem beiden anderen Cha - kren abhängig. Beziehung zu dem Endokrinensystem und körperliche Symptomatik Die Epiphyse oder Zirbeldrüse und vor allem die Hormone Serotonin und Melatonin werden dem siebten Chakra zugeordnet. Serotonin wirkt antriebssteigernd und wird bei Helligkeit, also vermehrt in den Sommer - monaten, gebildet. Sonnenschein, aber auch künstliches, sehr helles Licht (Lichttherapie) regt die Produktion von Serotonin an. Es beeinflusst Wohl- befinden, Antrieb und Schlaf. Fehlt die Lichtquelle, fördert das die Ent - stehung einer Depression. Die Menge der Botenstoffe Serotonin, Melato- nin (7) und Noradrenalin (1) haben im Organismus einen sehr großen Ein - fluss auf das psychische Befinden. Im ZNS wirkt Serotonin u.a. auf: Erinne- rungs- und Lernvermögen, Appetitkontrolle, Beklemmung, Verhaltens- weisen, Sexualität, Vorstellungskraft, Schlafverhalten, Depression, Schizo- phrenie, körperliche Temperaturregelung, Muskelbewegungen, Drüsen- funktionen, Schmerz, Migräneanfälligkeit, hoher Blutdruck und kardio- vaskuläre Funktionen. Der Serotoningehalt im Darm lässt sich durch Ernährung beeinflussen, der Gehalt im Gehirn jedoch nicht - Serotonin kann nicht künstlich herge- stellt oder in größeren Mengen aus Pflanzen oder Tieren isoliert werden. Durch den Verzehr von Zucker z.B. lässt sich die Menge des Serotonin im Organismus kurzfristig erhöhen (Eigenproduktion) - die Stimmung hellt Ich Buch 287 sich auf. Zwar enthält auch eiweißreiche Kost, wie Fleisch, Tryptophan (Vorstufe zum Serotonin, siehe Kapitel: Chakren und Ernährung), es blockiert jedoch über andere Eiweißbausteine den Transport des Tryptophans in die »grauen Zellen«, wodurch sogar der Serotoninspiegel oft absinkt. Hier sind Beobachtungen in Einrichtungen wie Schulen und Gefängnissen in - teressant, in denen die Verpflegung von tierischer auf rein vegetarische bzw. fleischlose Kost umgestellt wurde, was in allen Fällen übereinstim - mend zur Abnahme von Aggressionsverhalten412 führte. Eine erhöhte Se- rotoninproduktion im Gehirn, welche auf Grund einer krankhaften Stoff - wechseldysfunktion nicht durch Melatonin gedämpft werden kann, führt jedoch wiederum zum signifikanten Anstieg von kriminellen Handlun- gen, wenn der Betreffende in seiner Kindheit traumatische Erlebnisse durchgemacht hat (Misshandlungen etc.) - ist er jedoch frei von solchen Er - lebnissen, dann liegt die Kriminalitätsrate unter dem Durchschnitt der ge- sunden - ohne diesen »Defekt« lebenden - Menschen 413 (kriminelle Hand- lungen entstehen ja immer nur auf Grundlage eines zurückgedämpften, intuiti - onslosen Bewusstseins [wenn der Mensch sich selbst nicht zum Begriff werden kann], so dass Triebhaftigkeit und Egoismus über die Maßen das Verhalten und Empfinden der Person beeinflussen). Der Melatoninhaushalt steht in engem Zusammenhang mit der Zirbeldrüse, dem Pinealorgan des Menschen (wird oft auch als drittes oder erstes Auge bezeichnet) , welches offensichtlich - obwohl unter der Schädeldecke liegend - lichtempfindlich ist und einen großen Teil der circadianen Rhythmen steuert. Dieses etwa 12 mm große Organ in Form einer auf der Spitze stehenden Mandel besitzt eine wässri - ge Flüssigkeit, in der feine Kristalle, eine Art Sand gebildet wird. Diese Salzkristallisation ist dynamisch und erinnert an den Bewusstseinsentste- hungsprozess: ätherische Form die zum Spiegel, also zur manifesten Struktur, auskristallisiert. Untersuchungen des Pinealorgans im Tierreich zeigen, dass sich dieses Organ in den verschiedensten Metamorphosezu- ständen befindet und es daher wahrscheinlich ist, dass es sich je nach Ent- wicklungsgang zu weiteren und anderen Funktionen und Gestalten meta - morphosiert. Die salzbildene Eigenschaft der Zirbeldrüse, welche dem siebten Chakra zugeordnet wird, steht in einer auffälligen Analogie zur siebten Hauptgruppe des Periodensystems: die sogenannten Halogene als Salzbildner. Auch der Satz aus dem Matthäusevangelium 5,13: »ihr seid das Salz der Erde«, den Jesus zu den Menschen spricht, gibt einen Hinweis auf die Be - wusstseinsbildung mittels des Salzprozesses und könnte auch so aufge- 288 Die sieben Energie - Hauptzentren faßt werden: »Ihr seid das Bewusstsein der Erde« und spricht darin eine Menschenaufgabe aus, der sich der Mensch mehr und mehr annehmen muss, will er im gesunden Sinne für und mit der Erde weiterwirken. Im Hinblick auf diese erwähnten Eigenschaften von Serotonin, Melato - nin und der Zirbeldrüse sollten die zentralen Kompositionsqualitäten der - selben (in Rhythmik, Stimmung, Emotion und Bewusstsein des Menschen) an- gedeutet werden, die so mit dem »Charakter« des siebten Chakras über - einstimmen. Harmonisierung und Kräftigung Alle Maßnahmen, welche beim sechsten Chakra aufgeführt wurden, eig - nen sich gleichfalls für die Aktivierung des siebten Chakras bzw. zum Ab- bau von Störfeldern dort. Eine besonders wichtige Bedeutung hat dabei jegliche Gymnastik und Bewegungsart, welche den Schwerpunkt auf die Wirbelsäule setzt und zwar so, dass die Aufrechte im Menschen erlebt werden kann. Durch die Wiederbelebung des Herzchakras entsteht das Kreuzerleben: die Gleichzeitigkeit von Innen und Außen, der dynamische Durchgang von Punkt nach Unendlichkeit und wieder zurück - der Sinn für Umstül- pungsvorgänge (siehe Beispiel Nicht-Euklidscher Geometrie)385.Das Licht leuchtet in den Tempel, und der Tempel war Licht - Polaritäten werden innerlich aufgehoben durch Herausschreiten aus den Zeit-Raum-Struktu - ren. Lebensalter Jahreszahlen Die Jahreszahlen mit Chakra 7 an der Spitze bilden den »krönenden Ab- schluss« der vorigen und gleichzeitig den Startschuss für die neue Siebe - ner-Epoche. In der kommenden spricht sich eine transformierte Wieder - holung der früheren Zustände aus. Im siebten Lebensjahr bildet die Schul- reife den Abschluss des unbesorgten, freien Alltags. Das Kind hat den Eindruck, ein Stück aus der Kindheit herausgewachsen zu sein: es ist eben kein Kindergartenkind mehr. Das Wort »Garten« gibt sehr gut die Stim - mung wider, in der das Kind bislang verweilte: jeder Tag war eine Blume in diesem Garten, die das Kind als ein Geschenk erlebte. Mit dem Zur- Schule-Gehen dagegen kommen tägliche Aufgaben an das Kind heran, de - nen es sich nicht entziehen kann und die ohne Eltern eigenständig durch- schritten werden müssen. Es wird in seinen Leistungen beurteilt, es wird Konkurrenz gezüchtet. Das geschieht im regulären Schulsystem viel zu Ich Buch 289 früh. Auch wenn der Abschluss des physischen Organaufbaues weitge - henst erreicht ist, so bedeutet dies nicht, das Kind nur mehr überwiegend vom physischen Gehirn aus rational anzusprechen. Die neue siebener Epoche steht im Fluss des zweiten Chakras, einem mythologischen Be- wusstsein: das Kind öffnet sich der Welt gegenüber in mythologischen Bildern 396. Das siebte Lebensjahr kennzeichnet somit den Übergang von Seelenbildern - die unmittelbar geschaffen sind aus den Wechselwirkun- gen mit dem Tagesgeschehen, in dem die Seele mitschwingt - zu solchen, die nun menschheitsgeschichtlichen Hintergrund haben (Märchen, My- then, Sagen). Spielfiguren bekommen oft einen historischen, kulturellen Hintergrund (Indianer, Ritter, Frau und Mann als Gruppe - nicht mehr nur als Mutter/Vaterfigur). Hier äußert sich die Öffnung zur Welt, aber im Bild - haften. Auf diese will sich die Seele des Kindes vervollständigen, erhält jedoch in den Bildungssystemen das »falsche Futter« (»Kopfsalat«). Es steigt hierdurch die Tendenz zu einer individuellen und gesellschaftli - chen Entwicklungsstörung. Wird nun der eigentliche Wunsch nach my- thologischen Bildern, aus denen es die Welt von der inneren Seite her kennenlernen möchte, mit Playstation, Nintendo & Co »befriedigt« , ist eine seelische Mankoentwicklung nicht mehr fern. Das vierzehnte Lebensjahr schließt endgültig das mythologische Be- wusstsein und das Kindalter ab. Der Jugendliche soll nun ins Rationale hereingebracht werden: Denktraining, Denkwillen erüben - was ihm ange - sichts der pubertären Tendenzen (Konzentrationsschwäche) mitunter schwer fällt. Um das schwammige Chaos nicht zu verstärken, darf hier keine falsche Rücksicht auf den »seelischen Sumpf« genommen werden. Der Jugendliche im vierzehnten Lebensjahr erlebt Klarheit (dadurch, dass der mystische Schleier zerreißt - das kindliche Spiel ist zu Ende) - braucht aber von Außen die Förderung derselben. Da im üblichen Schulsystem das Mythologische nicht gepflegt und befriedigt, sondern gleich wegrationali - siert wurde, besteht zwischen dem zweiten und dritten Jahrsiebt weder ein Unterschied in der pädagogischen Methode, noch im qualitativen Un- terrichtsinhalt, was sich für den Schüler negativ auswirkt: das zu frühe Rationalisieren rächt sich nun schon im vierzehnten Lebensjahr - der Schüler hat kein Bock auf Mathe & Co! Würde hingegen Mathematik und Naturwissenschaft eine neue Qualtität des Bewusstseins darstellen, dann wäre das Interesse gesichert. Die »Bildungskünstler vom grünen Tisch« haben das Rationale zu früh den Kindern verabreicht, nämlich weil un - passend als bittere Pille, die geschluckt werden musste. Das Kind hatte ja 290 Die sieben Energie - Hauptzentren nicht die nötigen Antipathiekräfte, um das geforderte rationale Vorstel- lungsleben in sich entfachen zu können. Jetzt, um die Vierzehn, stehen die für das Mathematisieren erforderlichen Antipathiekräfte zur Verfügung, werden aber nun dagegen gesetzt, gegen die konditionierte, bittere Pille. So richtet sich die falsch bediente Schülerseele gegen das, was ihr eigent- lich genau die richtige Nahrung böte. Das ist das Fatale an den ahrimani- schen Verfrühungen, dass sie dann, wenn die richtige Zeit da ist, das Na - türliche, die natürliche Neigung und Entwicklung schon verdorben ha- ben! Stellen Sie sich vor, man würde aus Gründen einer gesicherten Volksfür - sorge (Rente!) sozusagen zur Vorübung Kinder im Lebensalter von 7, 8, 9 Jahren zum Sex zwingen (was leider in armen Ländern als Touristendienst ge- schieht - hierzulande üben die Medien einen starken Verführungsdruck auf Kin - der/Jugendliche aus) - wie wirkt sich das aber aus in dem Alter, in dem Sex natürlich ist? Glauben Sie, dass Kinder dann eine gesunde und seelenför - derliche Beziehung zu diesem »Thema« haben? Wenn jedoch die Kinder mit 7, 8, 9 Jahren zur Rationalisierung gezwun - gen werden, macht der »Gesetzgeber« durch ein solches System nicht et - was ebenso Schlimmes: wirkt die Vergewaltigung des Organs »Kopf« sich in der Seelenentwicklung vielleicht sogar schlimmer aus, als diejenige der Organs »Becken«? Was der Seele letztendlich mehr zu schaffen macht, ist schwer auszumachen, aber enormen Schaden erleiden in vielen Fällen bei- de. Nur weil die Handgreiflichkeit im Kopf oder an der Seele zunächst nicht physisch zu sehen ist, wie die am Becken, erscheint hierzulande die oben gestellte Frage nicht nur provokant, sondern deplatziert. Würden sich jedoch die Seelenerlebnisse und die Tragik der Kinderseelen in bei - den Fällen für jeden sichtbar an eine Leinwand projizieren, dann stände außer Frage, das beide Vergewaltigungen schreckliche Qualen für die Kinderseele darstellen. Schließlich muss sogar konstatiert werden, dass aus der Vergewaltigung des Kopfes (des mehr mit dem Haupt verbundenen Seelenteiles) auch noch die des Beckens erheblich wahrscheinlicher wird (verfrühter Sex, Pädophilie, Vergewaltigungen)! Auch das will nicht gesehen werden - ganz zu schwei - gen von den schädlichen Auswirkungen der »Kopfvergewaltigung« im Alter: je früher rationalisiert wurde, um so eher dement! Das wird die Sta- tistik in den nächsten Jahren, alls es so eine dann gibt, klar zeigen. Das siebte Chakra, die Erleuchtung, entwickelt sich nur auf Basis der Weiterentwicklung der anderen sechs Chakren. Durch die oben angedeu - Ich Buch 291 tete Vergewaltigung der Kinderseelen in dem öffentlichen Bildungssys- tem wird von ahrimanisch ausgerichteten Kräften versucht, im Vorfelde die Bedingungen oder Voraussetzungen für eine Erleuchtung zu verei - teln. Und jeder, der das Opfer einer solchen »Erziehung« wird, kann kaum mehr den komplexen Erkenntnis- und Erlebnishorizont aufbauen, aus dem heraus die stattgefundene Vergewaltigung erlebt und auch eine Gegenmaßnahme erkenntlich wird. So werden, wie an anderer Stelle be- schrieben, die Opfer des Systems in einer folgenden Generation zu Tätern, wodurch das System sich selbst erhält. Das siebte Chakra stellt den Zukunftsaspekt dar, und der beginnt in den Kindern. Doch statt die Zukunft aus den Kinderseelen herauszuholen, werden sie zugeschüttet mit vorgegebenen »Lerninhalten«. So haben zu - erst die »Erwachsenen« die Achtung vor den Kindern verloren. Und weil sie selbst als Kind schon auf selbige Weise missachtet wurden, dreht der Kreis sich nun schon über Generationen hinweg. Wer will sich da wun- dern, dass die Kinder zunehmend die Achtung vor den Erwachsenen ver - lieren, ja sogar mit (Gegen!)Gewalt reagieren? Lernstörungen sind vorpro- grammiert und oft der einzige Schutz des Kindes, sich vor den Mühlen des Systems zurückziehen zu können. In Ländern mit einer offenen, mehr am Menschen orientierten Pädagogik sind Lernstörungen bei Kindern sehr selten. Der »deutsche Staat« (es ist ja nur ein Machtkonstrukt) sichert sich den Zu- griff auf die Kinderseelen durch ein wesensungemäßes, zentrales Bil- dungssystem, dessen Geist schlechthin vom Systemiker (Ahrimanbewusst- sein) - zwecks Machterhalt geprägt ist. Für eine lichtvolle Zukunft muss diese Geistlinie, die der Staat unterstützt und hervorbringt, unterbrochen werden. Als Mittel dazu bieten sich sogenannte Bildungsgutscheine an, die den Eltern ihre Mündigkeit über die Erziehung ihrer Kinder in der Schule zurückgeben, eine Vielfarbigkeit im Bildungswesen garantieren so dass sich jeweils das Beste herauskristallisieren könnte (wo die meisten Bil- dungsgutscheine hinfließen). Die weiteren Lebensjahreszahlen fanden schon entsprechende Ausführungen, wie z.B. das 21.Lebensjahr - im Sinne des siebten Chakras als Abschluss der Jugendzeit und dem Erreichen der Volljährigkeit (siehe Chakra 3) bzw. das 28. Lebensjahr als Abschluss der »Wanderjahre« (Ausbildungsbeendigung, Berufseinstieg, Existenzgründung) (siehe 4) sowie das 35. Lebensjahr mit der Fähigkeit eines ersten tiefen Le- bensrückblickes und dem Verständnis der biografischen Figur (5) und das 42. Lebensjahr als vorläufiger Abschluss des »alten Lebens« (nachdem es 292 Die sieben Energie - Hauptzentren oft bei 39 gekracht hat ...) aus vorwiegend karmischen Bedingtheiten - und dem Bilden eines neuen inneren Fokus, der nun in Beruf und/oder Fami - lie gelebt werden will und in dem sich der eigentliche innere und zu- kunftsbezogene Auftrag ausspricht. So zeigt sich in dem eigentlichen Siebenerrhythmus des siebten Chakras, der beim 43. Lebensjahr beginnt und beim 49. Lebensjahr endet, der Wunsch und die Möglichkeit, wie ich meine bis hier hin gewonnenen Er - fahrungen (die nun im Seelisch-Geistigen als »Schatzansammlung« vorliegen) in einen erweiterten Zusammenklang für mich und die Umwelt bringen und in die letztere einfließen lassen kann. Der Mensch wird hier zum »Meister«, welcher als solches den »Schülern« von seiner gereiften see- lisch-geistigen Substanz abgeben kann. Diesem voraus geht die Trennung vom Unwesentlichen und Wesentlichen in der Tat - durchaus auch als in - nere Todeserlebnisse erfahrbar. Auch die Begegnung mit dem physischen Tod wird intensiver wahrgenommen (z.B. erste »Testamentsgedanken«). Der Wunsch zur weiteren umfassenden Reifung und Durchlichtung der Per - sönlichkeit will unbedingt in den Tätigkeitsfeldern Erfüllung finden. Aber es kann auch die absolute Entäußerung, der tiefe Abfall in den Materialis- mus, in das Konsumverhalten geschehen. Dies hängt besonders davon ab, wie der Mensch die Veränderungen in der Zeit seines Mondknotens (39. Lebensjahr) aufgenommen hat: machte er aus lauter Angst und Unsicher- heit einen Rückzieher und konzentrierte sich auf die weitere quantitative Steigerung, oder war er bereit, das Risiko und das Neue anzunehmen? Die Bewusstseinsseele wird durch die Midlifecrisis zwar gezündet, aber der Funke fühlt sich noch starkt umsäumt von Dunkelheit an - einer noch nicht vorhandenen Kraft, das Licht in Selbstverständlichkeit zu mehren und in die Umgebung zu verbreiten. Wird aber der Funke aufgegriffen, besteht der Wunsch, die Souveränität darinnen weiter anzustreben und zu steigern. Dazu kann im 46. Lebensjahr eine besondere Öffnungmöglich - keit/Realisation bestehen (4 in 7). Erste Siebenerperiode siebtes Chakra 42 – 43 – 44 – 45 – 46– 47 – 48 – 49 Jahre | | | | | | | 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 Chakra Ich Buch 293 Chakren und Ernährung Auf Seite 205 wurde hingewiesen auf die großen Manipulationsmög- lichkeiten menschlichen Bewusstseins und Handelns. Der Ernährungsa - spekt als einer dieser Faktoren wird nun - bezogen auf Chakra- und damit auch Bewusstseinsentwicklung - etwas ausführlicher dargestellt. Der ur - sprüngliche Ernährungsvorgang für den Menschen beginnt mit der Be- stellung der Erde, welche so erfolgt, dass die Bodenfruchtbarkeit durch den Anbau zunimmt, damit letzterer nachhaltig garantiert ist. Um dies zu erreichen, bedarf es der Kenntnisse von Lebens- und kosmischen Zusam- menhängen, wie dies beispielsweise bei einigen Völkern auf der Erde noch anzutreffen ist (Hopi-Indianer) bzw. in der von Rudolf Steiner inau- gurierten biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise praktiziert wird. Die Lebensmittelausgangssubstanz ist die Erde und die Pflanze als We- sen zwischen Erde, Licht und Wärme. In ihr verwoben ist darin der kos - mische Aspekt, welcher sich widerspiegelt in den Gestaltbilde- und Heil - kräften sowie allgemein in den ätherischen Kräften der Pflanze. Indem der Mensch nun eine solche Nahrung zu sich nimmt, ißt er nicht nur Moleküle, sondern nimmt Lebensenergie (ätherische Bildekräfte) und kosmische (Informations-, Bewusstseins-) Energie damit auf. Er ißt die Weisheit der Schöpfung in den Qualitäten, welche insbesondere im ersten und zweiten Chakra zum Ausdruck kommen. Auf diese Art wird er vom Körper, vom »Bauch« aus weise. Die Substanzen mit ihren Kräften und Strukturprinzipien (= geistiger Anteil in der Nahrung) unterstützen ihn in seiner Entwicklung zur Freiheit optimal, da sie die dazu notwendige opti - male »physiologische« Vorbedingung schaffen. Will nun eine Macht den Menschen aus dem kosmischen Zusammen - hang (den Ursprungsstrukturen), dem menschlichen Entwicklungspotenzi- al, herausreißen, muss diese Macht vor allem auch an dem Ernährungs - strom ansetzen, ihn so beeinflussen, dass der Mensch durch seine Nah - rung immer weniger von der ursprünglichen kosmischen Energie zuge- führt bekommt, wodurch sein Bewusstsein sich zwangsläufig gegenüber der Quelle verschließen muss. Diese Mächte beeinflussen über führende (eben meist an Macht interessier- te) Menschen die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse folgenderma- ßen: 294 Chakren und Ernährung 1. die Landwirtschaft als Ernährerin des Volkes wird denunziert (Ruf- mord), verleugnet, ausgeblendet für die Menschenmasse durch Maschini- sierung: immer weniger Menschen arbeiten in der Landwirtschaft, immer mehr geht der direkte und gefühlsmäßige Bezug zur Erde verloren. 2. durch den Liebesentzug von der Erde und die Vermassung werden die Böden schlecht: sie unterstützen die Pflanzen nicht mehr im individu - ellen Aufbau, sondern sind nur mehr der physische Halt, der als Schwamm für chemische Nährlösungen fungiert. Die Pflanzen werden in - stabil, verlieren ihre natürliche Vitalität und auch die Resistenz gegen Schädlinge mit der Folge noch mehr Veränderungen, mehr Chemie auf das Feld »bringen zu müssen«, was wiederum in vielen Gegenden die Grundwasserqualität so beeinträchtigt, dass Trinkwasserbrunnen ge - schlossen werden. Die Landwirtschaft - ursprünglich Ernährerin - wird zum Giftfass! Die Pflanzen selbst liefern durch diese Methoden nur mehr sehr wenig kosmische und Lichtenergie für den Menschen (Anmerk: Popp 413). 3. Die Zubereitung muss so geändert werden, dass das wenige Leben und das bisschen kosmische Energie weiter zerstört, aus der Nahrung ausgetrieben wird: Pflanzen werden industriell verarbeitet, zerstückelt, pulverisiert, mehrfach erhitzt und mit Fremd- und Zusatzstoffen verse - hen, um z.B. die Lagerfähigkeit oder den verloren gegangenen Geschmack auszugleichen. Die Feuerstelle, die am besten durch einen Holzofen gege - ben ist, wird durch ein elektrisches Strahlungsgerät ersetzt, welches durch sogenannte Mikrowellen den letzten Rest an kosmischem Energiezusam- menhang herausvibriert. 4. Die Nahrungsproduktpalette muss so geändert werden, dass sie den Verstand und die egoistischen Triebe verstärkt. Diese Entwicklung be- gann kurz vor dem Zeitalter der Industrialisierung. Folgende Produkte wurden zum Importschlager: Kartoffeln, Zuckerrohr, Kaffee, Kakao/Scho - kolade, Tabak. Die Nahrungsmitteldegeneration im großen Stil begann in den 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Seit 1990 werden genma- nipulierte Pflanzen (vor allem Soja, Mais, Baumwolle, Weizen) ausgebracht, wodurch Durchmischungen mit den natürlichen Pflanzen stattfinden, so dass mittlererweile ganze Länder (Beispiel Kanada/USA) davon überflutet und keine natursaatreinen Ernten mehr möglich sind. Durch die Gentech - nik werden Pflanzen und Tiere in ihrer individuellen- und Artenvielfalt reduziert auf solche Anteile, die dem von den Mächten korrumpierten Menschenverstand besonders lukrativ erscheinen. Damit ist die Gentech- Ich Buch 295 nik das erste Resultat des durch Ernährung korrumpierten Verstandes, welches sich selbsttätig - ohne weitere Menschenhandlung - vermehrt und verbreitet. Die damit verbundene biologische Verschmutzung ist nicht mehr zu stoppen, eben weil sie sich selbst vermehrt. Die Wichtigkeit und Notwendigkeit dieser rationalistischen Entwick- lung, welche die Plünderung von Erd- und Menschenresourcen zur Folge hat, entgegenzutreten und Alternativen zu schaffen, bekam in den Licht - jahren am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts einen starken Impuls (Reformbewegung und biolog. dynamische Landwirtschaft: Rudolf Steiner pro- gnostizierte schon damals den Rinderwahnsinn als Folge der degenerierten, falschen Ernährungsweise bei Kühen) - versank jedoch erst einmal in den Kriegsschatten der beiden Weltkriege, um dann in den 68´ern wieder auf- zuleben und Mitte der siebziger, als Bio- und Fairtradebewegung um den Globus zu gehen. Kartoffeln, Tabak, Kaffee, Kakao und Zucker Kartoffel Die Kartoffel fand ab Mitte des 18. Jhdt. ihre Verbreitung in Europa. In Deutschland - so die Geschichtsbücher - bedurfte sie einer besonderen Einführung durch den »Alten Fritz«, denn obwohl z.B. in England und Italien die Kartoffel viele Jahrzehnte schon am Tische zu finden war, lehn - ten die deutschen Bauern den Anbau ab. Als Begründung findet der ge- schichtlich interessierte Leser meist die Aussage, die Bauern hätten ihre Dreifelder-wirtschaftsweise nicht aufgeben wollen - denn die Kartoffel als Hackfrucht sollte im vierten, dem brachliegenden Jahr angebaut werden. Dies versprach aus Sicht der Fürsten und sonstigen Organisationsinhaber natürlich eine Effizienzsteigerung - eine bessere Volksversorgung mit Le - bensmitteln. Der alte Fritz erfand nun eine regelrechte Kartoffelpropaganda, ließ z.B. von Teilen seiner Truppen Kartoffeläcker bewachen, nur um die Kostbar- keit der Erdfrucht damit zu unterstreichen, so dass es nicht lange dauerte, bis die Kartoffel anfing, in den Köpfen der Menschen zu einer Besonder - heit zu wachsen. Um die Kartoffel auf den Markt zu drücken, wurde also regelrecht eine Marketingmaßnahme im heutigen Stil - wenngleich mit anderen Mitteln - getroffen. Die Kartoffel wurde in Deutschland von der Politik eines Menschen ein - geführt, dessen überragendes Lehrwerk, aus dem noch zweihundert Jahre 296 Chakren und Ernährung nach seinem Tod Anleihe gemacht wird, »Die General Prinzipien vom Kriege« war. Der »alte Fritz« verkörperte Pflichtgefühl, Vaterlandstreue, Präzision - vor allem in der Heerführung - und die Vormachtsstellung Preußens. Er schuf damit alle Voraussetzungen zur Bismarckschen Reichsgründung als Folge des Weges von »Blut und Eisen«, 1871, ca. 100 Jahre später. Und in der Tat: das hier charakterisierte nüchterne Kalkül, um Grund und Boden, schließlich um Machtzuwachs zu gewinnen, ist ge - nau jene Denkform, die die Kartoffel stark begünstigt - bzw. werden durch regelmäßigen (fast täglichen) Kartoffelkonsum komplexere, offenere Denkweisen unterdrückt. Die Kartoffel war ursprünglich ein leicht toxisches Nachtschattenge- wächs. Erst durch Kultivierung und Züchtung konnte sie zu einer für den täglichen Konsum geeigneten Pflanze gemacht werden, über deren Wir - kungen - bezogen auf die Bewusstseinsentwicklung des Menschen hin zum Hang der »Überrationalisierung« - in üblichen Büchern nichts zu fin- den ist (der Leser möge einmal beobachten, wo heute die Kartoffel überall einge- führt wird und den regionalen Getreideanbau verdrängt - und was dann, 10 Jah - re später, an egoistischen Strukturen gewachsen sein wird). Tabak Ursprünglich aus dem heutigen Nordwest-Argentinien und Bolivien verbreitete sich durch den Menschen Tabak bis nach Kuba und kam durch den spanischen Mönch Peter Romanus Pane, einem Gefährten des Colum- bus, 1496 nach Spanien. Dort und in Portugal fand die Pflanze zunächst als Zier- und Heilpflanze Anbau. Einige der Columbus Seeleute, wie Rod- rigo de Xeres, welche die Pflanze wie im Ursprungsland rauchen wollten, fanden sich alsbald in den Kerkern der Inquisition wieder, weil Ta- bak-Rauchen als barbarisches Teufelswerk galt. Zur Verbreitung des Tabak-Rauchens trugen angesehene Mediziner bei, z.B. ein Professor Namens Nicolò Monardes, Universität Sevilla. Dessen Buch über die »Wunderheilkräfte« des Tabaks erschien 1565 und wurde in viele Sprachen übersetzt. In Deutschland fand das Tabakrauchen jedoch erst im Dreißigjährigen Krieg (ab 1618) durch Soldaten Verbreitung. Auch beim Tabak handelt es sich um ein giftiges Nachtschattengewächs. Die Nikotindosis einer Zigarette direkt in die Blutbahn injiziert, würde zum sofortigen Tod führen. Verschlucken Kleinkinder einen Zigaretten - stummel, so hat das durch die giftige Wirkung ebenfalls tödlichen Aus - gang. Ich Buch 297 Während des Zigarettenrauchens verengen sich die Blutgefäße - aber Blutdruck und Körpertemperatur sinken. Diese gegenläufige Symptoma- tik entwickelt der Körper sonst nur bei Schockzuständen. Was macht also das Zigarettenrauchen? - Durch obige Beschreibung wird ersichtlich, dass Rauchen unmittelbar etwas mit Angst zu tun hat. Nicht nur im Dreißigjährigen Krieg wurde die Zigarette geraucht, son- dern sie war auch in den beiden Weltkriegen das, was in Nachschubver - sorgungen zur Front als letztes ausging. In der Tat bannt die Zigarette die Angst in den Körper und beseitigt sie somit vom Erleben. Damit stellt das Rauchen den Versuch einer Konflikt - bewältigung dar - beim Rauchen verschwindet die Konfliktangst, aller- dings ohne dass die Person willentlich oder bewusst etwas dazu unter - nehmen muss. Hierin zeigt sich eine Bequemlichkeitskomponente. Angst ist vor allem das Thema des ersten Chakras - Überwindung das des Vier - ten. Wer den Menschen den Boden, die Natur oder die Befriedigungs- möglichkeit von Grundbedürfnissen unter den Füssen wegzieht, verstärkt die Tendenz zum Rauchen erheblich. In vielen Raucherwerbungen wird logischerweise das gezeigt, was der Raucher eben nicht hat: Kraft im Sein, Naturverbundenheit in sich selbst, Selbstvertrauen, Gelassenheit - »easy going«. Denn Angst ist Ausdruck des Mangels dieser Charakteristika bzw. werden solche durch Angst gar nicht im Seelenerleben möglich. Beim Einatmen des Zigarettenrauches entwickelt sich durch die Angst - verdrängung in den Körper eine sonderbare Seelenstimmung, welche in der Tat am besten mit »easy going« bezeichnet werden kann. Denn hierin kommt zum Ausdruck, dass eben leicht über etwas hinweggegangen wer - den kann. Das kann eben auch Verantwortung sein, über die hinwegge- gangen wird - oder Tiefe in einem Gespräch - oder Verbindlichkeit in ei - ner Tat. So verdammen sich die Raucher selbst zu einem leichten Leben, in dem es eben an Tiefe, an Bodenständigkeit fehlt - was wiederum eher Angst aufkommen lässt und so einen Kreis, eine psychische Abhängigkeit schafft. Der Raucher entwurzelt sich mehr und mehr von seinen natürli - chen Kräften, von seiner Gesundheit, von seinem natürlichen Potenzial. So ist das Rauchen jeder Zigarette eine Lüge, eine Selbstverleugnung und Selbstbestrafung, eine Verneinung der Persönlichkeit und verstärkt auf diese Weise die Schattenstruktur im dritten Chakra eklatant. Dies hat wie - derum zur Folge, eine leicht zu manipulierende oder aber eine kalte Per - sönlichkeit. Raucher bewegen sich jenseits der Gesundheit und können bedingt 298 Chakren und Ernährung durch die Geschmacksknospenabtötung des Rauches auch kaum wirkliche Lebensmittelqualität erfassen. Wenn ein hundebesitzender Raucher seinen Hund liebt, mischt er ihm kein Gift unter sein Futter. Denn, was ich liebe, halte ich gesund. Der Rau - cher vergiftet sich - also, wie sieht es wohl mit der Liebesfähigkeit gegen - über seinem wirklichen Selbst aus? Kaffee 1615 brachten venezianische Kaufleute die ersten Kaffeesäcke nach West - europa. Der weltweite Kaffeekonsum steigerte sich von ca. 600.000 Säcken Rohkaffee im Jahr 1750 bis auf 94 Mio. Säcke Rohkaffee im Jahr 1995. Kaffee erscheint zunächst gesundheitlich unbedenklich. Immerhin müss - te eine ca. 60 kg schwere Person ca. 60 Tassen Kaffee am Tag trinken, um eine tödliche Dosis von 8 Gramm Koffein sich verabreicht zu haben. Kaffee regt »geistig« an, aktiviert die Herztätigkeit, erhöht den Blut - druck, dehydriert den Körper tendenziell, greift die Magenschleimhaut an, beeinflusst die Kalziumkonzentration in den Knochen negativ. Koffein ist eine Droge, eigentlich ein Medikament - wird es dauerhaft zu sich genommen, so schafft es, wie jedes andere direkt auf den Stoffwech- sel wirkende Medikament, eine physische und psychische Abhängigkeit: beim Abfall der Stoffkonzentration im Organismus, sackt dieser in sich zusammen. Denn er wurde durch die Droge gepuscht und hat sich daran gewöhnt. Fehlt nun der Stoff, kann der Körper dies nicht wett machen, sondern im Gegenteil, es entsteht ein Loch, eine Leere, ein Tief, in das der Körper(stoffwechsel) oder der psychische Zustand normalerweise nicht ab- sacken würde. Doch meist bevor dies richtig eintritt, hat der Kaffeetrinker sich schon längst die nächste Tasse Kaffee »reingekippt«. Wenn ich nun einmal genau an mir beobachte, was der Kaffee macht, dann muss ich feststellen, dass die sogenannte Anregung durch den Kaf- fee überwiegend meine Konzentrationsfähigkeit im Verstand betrifft. In einem Bilde kann gesagt werden, der Kaffee zieht die Stirn zusammen zu einem »Horn«, mit dem dann konzentrierter aber auch egoistischer ge- dacht werden kann. Er »verhornt« das sechste Chakra und setzt dabei gleichzeitig eine Schnur zwischen diesem und dem Herzchakra. Körper - lich kann ich mich zwar auch etwas agiler fühlen, was wie eben angedeu- tet schließlich dazu führt, dass ich ohne Kaffee überhaupt nicht mehr »wach werde«, sondern meinen Zustand irgendwie als schlapp, energie - los oder ausgelutscht bezeichnen müsste. Ich Buch 299 Wie bei der Zigarette, so macht auch der Kaffee etwas mit meinem Kör - per, was für mich einen gewünschten Effekt hat, den ich aber natürlicher- weise selbst herstellen sollte. Und wie bei der Zigarette, so geht auch beim Kaffeetrinken dieser erkauft-geschenkte »Freiheits-Vorteil« einher mit Einbußen der Selbstständigkeit meines Bewusstseines und bewirkt so auf der Ebene der Bewusstseinsentwicklung das Gegenteil von Freiheit. Kakao Zwischen 1519 und 1528 brachte Hernando Cortez von seinen Erobe- rungszügen im Gebiet des heutigen Mexiko ein Getränk nach Spanien mit zurück bestehend aus zerstoßenen Kakaobohnen, mit Vanille und Pfeffer oder Chili gewürzt und mit Wasser aufgegossen. Wegen der Bitterkeit konnten die Spanier sich zunächst nicht für das Getränk begeistern, bis »man« auf die Idee kam, die bitteren Bohnen mit Zucker oder Honig ge- schmacklich aufzuwerten. In Europa verbreitete sich die Kakaobohne erst im 17. Jahrhundert durch die Juden, die vor der Inquisition nach Frank- reich flüchteten und das Kakaorezept mitnahmen. Kakao hat als auf das ZNS wirkende Stoffe das Theobromin (3%) und das Koffein (< 0,3 %). Kakao wirkt sedierend, wärmend und hilft bei Hus- tenbeschwerden. Nichts »Schlimmes« also. Wo liegt also die Gefahr? Kakao wird vor allem in Verbindung mit Zucker benutzt (Schokolade, und als Getränk). In Verbindung mit Zucker wird die exkarnierende Wirkung der Kakaobohne verstärkt, es entstehen »Glücksgefühle«, die Seroto- nin-ausschüttung wird begünstigt. Auf diese Weise sorgt der Kakao für »angenehme Verhältnisse«, ohne dafür etwas tun zu müssen. Er wird zum Stimmungsmacher, schafft psy - chische Abhängigkeit und dient damit als Einstiegsdroge für späteren Kaffee- und Nikotinkonsum. Problematisch ist das vor allem, da kleinen Kindern völlig bedenkenlos und in großen Mengen Kakao eingegossen und in Form von Schokolade verabreicht wird. Der Autor zweifelt an, ob Kakao und Schokolade in den Herkunftsländern ursprünglich auch von Kindern verzehrt werden durfte. Aus den Geschichtsquellen spricht eher die Sprache, dass es sich bei der Kakaobohne um etwas sehr Besonderes gehandelt hat. So wurde sie z.B. wegen ihres Wertes bis ins 17. Jhdt. auch als Zahlungsmittel eingesetzt - es erscheint eher unwahrscheinlich, die Frucht und den Verzehr in die Hände von Kindern gegeben zu haben. 300 Chakren und Ernährung Zucker Vor ca. 8000 Jahren brachten Menschen das Zuckerrohr von Neuguinea auf die Philippinen von dort gelangte es 2000 Jahre später nach Indien. Hier konnte die Zuckergewinnung aus Zuckerrohr erstmals nachgewiesen werden, sie fand in der arabischen Welt weiter an Verbreitung. Ab diesem Zeitpunkt folgte die Zuckerausbreitung die des Korans. Durch die arabi- sche Expansion wurde Zuckerrohr im gesamten Mittelmeerraum bekannt. Die Geschichte von Zucker ist jedoch alles andere als süß: als » Cash- Crop« - ein für den Weltmarkt produziertes landwirtschaftliches Produkt, um Rendite zu machen, wurde und ist Zucker für Millionen von Men- schen die bittere Pille ihres Lebens. Das »süße Gold« erhielt durch das Blut tausender Sklaven seinen hohen Stellenwert. Um 1780 produzierten etwa 480000 Sklaven 40% der Welternte. Den heutigen Zustand in Brasilien dokumentiert der katholische Priester Antonio Garcia Peres folgendermaßen: »Hier ist eine verdeckte Sklaverei im Gange – Arbeiter sterben vor Erschöpfung. Allein in Sao Paulo arbeiten rund 200000 (Arbeiter-Sklaven). 70000 in der „Cor - tadores de Cana“ kommen fast durchweg aus den mehrere tausend Kilometer entfernten Elends-und Dürreregionen des brasilianischen Nordostens und leiden wegen Hunger und Unterernährung häufig unter Kleinwüchsigkeit. Gerissene Anwerber bringen sie zu den Plantagen der Zuckerfabriken - bereits die Unter- bringung verstoße gegen die auch von Brasilia unterzeichneten internationalen Menschenrechtsabkommen. Die Wohnlager erinnern an deutsche KZs, doch die Profite der Zuckerunternehmer sind geradezu astronomisch hoch!« (aus: www.ostblog.de /2005 /12 euzuckermarktreform _ und _ verdec.php, letzter Zugriff: 12.04.2006) Im Jahr 2000 lag der pro Kopf Zuckerkonsum in Deutschland bei 37 kg. Dazu im Vergleich betrug der Gemüsekonsum 98 kg/Kopf. Jährlich wer - den also in Deutschland ca. 290 Millionen Tonnen Zucker gegessen, von denen aber nur 3,8 Millionen Tonnen von ca. 40000 Zuckerbauern in Deutschland produziert werden. Der überwiegende Teil kommt also aus Südamerika, vor allem Brasilien. Was für den Zucker gilt, gilt in ähnlicher Weise für Kaffee und Kakao. Weltweit werden Millionen von Menschen für die Produktion dieser Ge- nussmittel ausgebeutet, leben an der Armutsgrenze und noch darunter. Riesige Waldgebiete werden abgeholzt, um neue Flächen für den die Erde auslaugenden Anbau zu gewinnen. Millionen von Menschen in den In - dustrieländern konsumieren diese Genussmittel täglich, ja sogar stünd- lich. Weil sie längst davon abhängig geworden sind, können sie sie nicht Ich Buch 301 einmal mehr genießen. Schließlich werden beide, die Konsumenten und die produzierende Arbeiterschicht, um Gesundheit und Freiheit betrogen - um einigen wenigen Großmagnaten Gewinne in Milliardenhöhe zu be- scheren! Genuss ist eine Ego-Angelegenheit. Indem durch Genussmittel das klei- ne Ego des kleinen Mannes gelockt wird, sahnt das dicke Ego der Machte - liten richtig dick ab. Für die Mächtigen ist jeder Konsument eine Aktie, auch wenn der einzelne Konsument nur im Nullkomma-Bereich seinen Wert hat, doch die kleinen »Ego-Aktien« multipliziert ergeben giganti - sche Summen für das Mega-Ego. Der pyramidale Aufbau (strenggenommen sogar der hyperbolische Aufbau) der Egostruktur könnte nicht besser gezeigt werden als hier im Zuckergeschäft! Aber was passiert, außer dass diese menschenverachtenden Zustände unterstützt werden, wenn ein Mensch Zucker (gemeint ist der industriell hergestellte Zucker aus Zuckerrohr oder Zuckerrübe, der auch als Saccharose be - zeichnet wird) zu sich nimmt? Üblicherweise kann nachgelesen werden, dass die B-Zellen des Inselap- parates der Bauchspeicheldrüse Insulin in das Blut abgeben und zwar bei Zucker besonders stark, weswegen er als stark insulinogen bezeichnet wird. Die Insulinausschüttung wird nicht nur durch den Blutzuckeran - stieg im Blut bewirkt, sondern über den Informationsweg des Mundrau - mes als Sinnesorganes wird der parasympathische Anteil der Zentren des autonomen Nervensystems im Hypothalamus so angesprochen, dass dar- über die B-Zellen der Bauchspeicheldrüse zur Insulinausschüttung stimu- liert werden. Weiterhin kommt es durch die kephalische Achse zur sofor- tigen Insulinabgabe und ebenso durch spezielle Zellen im Magen-Dar - m-Trakt, in denen sogenannte Enterohormone gebildet werden, die z.T. wieder direkt auf die Bauchspeicheldrüse wirken. Im Gehirn werden durch Einnahme von Zucker endogene Opiate gebil- det, die Schmerz und Unlust dämpfen. Eine weitere hormonelle Wirkung des Zuckers ist die Verschiebung der Akzeleration in Richtung vorzeitiger Geschlechtsreifung bei gleichzeitiger Verschiebung der »geistigen Reife« nach hinten (bei Einführung des Zuckers bei den Eskimos der Nord-Ost-Arktis ging innerhalb von 30 Jahren das Menarchealter der Eskimomädchen von 15,2 auf 13,3 Jahre zurück, siehe auch Anmerkungen »Zuckerakzeleration«*). Durch die von Zucker stimulierte Insulinausschüttung und -produktion erhöht sich der Tryptophanspiegel im Gehirn, Tryptophan ist der Vorläu - fer von Serotonin, welches wiederum Stimmungen, Launen und auch das 302 Chakren und Ernährung Hungergefühl beeinflusst . So steigern beispielsweise Übergewichtige ihr eigenes Wohlbefinden durch mehr Zuführung von Kohlenhydraten und direktem Zucker. Doch nicht nur beeinflusst Zucker den hormonellen Stoffwechsel-, son - dern auch Vitamin- und Energiehaushalt in negativer Weise. Die Beeinflussung des Energiehaushaltes und der Bewusstseinsverände - rungen durch Zucker lässt sich wie folgt verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, Sie haben eine bestimmte Menge an Aufmerksam- keitsenergie täglich zur Verfügung. Ist diese aufgebraucht, werden Sie müde oder fühlen sich schlapp. Der Körper verteilt diese Energie mit natürlichen Schwankungen über den ganzen Tag. Nun nehmen Sie aber Zucker zu sich. In dem Moment wird der Energiehahn schlagartig aufgerissen und Energie freigesetzt - egal, ob Sie diese benötigen oder nicht. Dieser Verbrennungsvorgang be - einflusst jedoch auch ihr Bewusstsein derart, dass Gedanken, dass das Denken tendenziell zerstäubt und flüchtig wird. Stehen Sie unter Koffeineinwirkung, so wird diese Wirkung des Zuckers abgedämpft durch die Gegenwirkung der Konzentration von Koffein. Indem Zucker ein schnell verpuffendes Feuerwerk zündet und damit einen »idealen« Zustand vorgaukelt, ist er ein luziferisch wirkender Stoff. Zucker macht glücklich. Doch die Energievorkommen, welche über den Tag auf natürliche Weise verteilt ausreichen würden, reichen durch das Zuckerfeuerwerk nicht mehr aus. Der Körper brennt aus. Nach jedem Zuckerflash kommt eine energetische Talfahrt in Schwung. Der Körper fragt deshalb nach mehr Energie - die am schnellsten und einfachsten durch Zucker zur Verfügung steht - also spricht er: mehr Zucker! Durch den Zuckerkonsum wird das Leben zu einer energetischen Berg- und Talbahn, die für die Seele nicht ohne Wirkung bleibt. Schließlich muss sie daran abstumpfen, es bildet sich eine Gleichgültigkeit heraus - der Körper aber kann nicht anders, als nach jedem Push, dem der Abfall folgt, den nächsten zu wollen. Der Zuckerverbrauch erhöht sich somit zwangsweise, nun aber ohne dass die Seele die Wechselzustände mitmacht: ich muss nun Zucker essen, die Befriedigung besteht nur mehr darin, den Drang zum Zuckeressen durch Zuckerkonsum für eine gewisse Zeit vergessen zu machen. Sind Sie also gewohnt, Zucker zu sich zu nehmen, stellt das für Sie einen »Normalzustand« dar, der jedoch nicht nur alles andere, sondern weniger als das ist, was für Sie persönlich normal sein könnte. Ich Buch 303 Nehmen Sie drei Monate lang keinen Zucker zu sich und Sie werden merken, wenn Sie dann Zucker in den Mund bekommen, wie seine Wir - kung ist. Zucker hat, wie naturwissenschaftlich bestätigt, fatale Auswirkungen auf die Gesundheit des Gesamtorganismus. Er greift somit in das physische Werkzeug des Iches - wie z.B. die Zähne - aber auf viel schleichendere Weise, doch in der Gesamtentwicklung wesentlich schlimmer, auch in die psychischen Grundlagen des Iches ein. Zucker ist der Ego-Stoff schlechthin, der Stoff von dem das Ego träumt und mit seinem Traum die Zeit zur Ich-Bewusstseinsentwicklung raubt. Zucker ist ein Stoff, durch den das Ego wächst. Weil auch das Ego sich erst entwickeln muss, haben Kinder einen erhöhten Zuckerbedarf, der je- doch nicht in Form von Zuckerkonsum gedeckt werden muss, welcher die Zuckersucht zur Folge hat - die im übrigen den Indern schon bekannt war, weswegen der Hinduismus den Zuckerkonsum verbot. Wächst das Kind also nicht mit Zucker auf, sondern hat durch seine Eltern andere süße Lekkereien erhalten, behält es sogar die gesunde Abneigung gegen Zucker. Wer jedoch das »süße Leben« schnell und bequem haben will, greift zu Hilfsmitteln, welche eben das versprechen. So entsteht Abhängigkeit: ich benutze Hilfsstoffe, die mich irgendwo hinbringen, ohne selber gehen zu müssen, ohne Eigenaktivität zu lernen und dann wundere ich mich, wenn ich nicht mehr ohne sie kann ... (Was wäre das Leben doch ohne Schokolade..., ohne eine Tasse Kaffee am Morgen, bin ich doch kein Mensch... usw.). Solche Abhängigkeiten müssen jedoch als »Abhängigkeiten« verdrängt werden, um schließlich nicht die Selbstachtung oder das Bild von der ei - genen Freiheit zu verlieren - womit jede Form von Stoff, welche zur Sucht führt, den Bifurkationsmechanismus dahingehend manipuliert, sich zu- nehmend für den blauen Kreis zu entscheiden. Zucker ist damit die Ein - stiegsdroge in das Leid, weil sie gar nicht als Droge aufgefaßt und deswe- gen bedenkenlos schon den Kleinsten verabreicht wird. Zucker bewirkt die Erziehung des Kindes hin zum Suchtcharakter. Das Kind bekommt über den Weg der Ernährung mit Zucker folgende seelische Botschaft ein - geimpft: »suche nach Stoffen und Dingen, die Dich glücklich machen, ohne selbst etwas dafür tun zu müssen!« Es versteht sich von selbst, dass durch Zucker eine Menschheit herange - züchtet wird, die sich bedienen lassen, die eigentlich ewig »Kind« bleiben will. 304 Chakren und Ernährung So ist es auch für die Eltern viel einfacher, ihr Kind durch Zuckerzuwen - dung zufrieden zu machen, als durch eigene Energieaufwendungen. Dass dann irgendwann die Kinder vor dem Fernseher landen oder damit still - gestellt werden, ist nur eine Folge davon - genauso, wie es die Folge ist, dass Kinder immer quirliger, unkonzentrierter und leistungsschwächer werden. Denn Zucker »trainiert« über die psychischen Auswirkungen der Bequemlichkeit auch die des Körpers. Zucker macht daher dick, auch wenn physiologisch gesehen diese Komponente gar nicht vorrangig vor den anderen schädigenden Auswirkungen des Zuckers ist. Zucker bewirkt schließlich eine Geschmacksverzerrung und Ge- schmacksverirrung (durch Gewöhnung und von ihm verändertes Stoffwech- sel-/Hormongeschehen im Körper), welche sich im Geschmack des ganzen Le- bens ausdrückt: er setzt einer ganzen Kultur eine rosa Bon-Bon-Brille auf, schürt aber unbewusst die Angst, eines Tages aus den Bildern der Wohl- standsbrille schrecklich aufwachen zu müssen. Diese Angst will natürlich verdrängt werden, z.B. in dem der Süchtige sich um so mehr durch künst - liche Bilder von dem Riß in seinem Bild ablenken lassen will. So ist auch Zucker ein Stoff, der in hohem Maße gewissen Mächten hilft, den freien Willen des Menschen zu untergraben. Niemand, der nicht ein - mal mindestens drei Monate lang wirklich Null Zucker zu sich genommen hat, wird in dem Maße das erleben können, was hier geschildert wurde. Und niemand, der dies versucht, wird merken, wie viel und worin überall Zucker hineingepackt ist. Es ist gigantisch, denn nicht umsonst sind die Zuckerumsätze so gigantisch und das Interesse der Zuckergiganten, in al - les Zucker zu packen und gleichzeitig alles zu tun, um das wahre Gesicht des Zuckers, welches sich nur zu deutlich schon in Anbau-, Produktion und Vermarktungsmethoden zeigt, zu verleugnen. Zusammenfassung Kartoffeln, Tabak, Kaffee, Kakao und Zucker verursachen alle mehr oder weniger Stoffwechselverschiebungen, welche dem Menschen Annehm- lichkeiten bescheren sollen, ohne dass er selbst etwas dafür tun muss ( Do- pinggesellschaft!). Ob zunehmende oder konzentrierte Verstandesaktivität (Kartoffel bei Langzeiteinnahme und Kaffee direkt), Wachheit und Agilität (Kaffee), Angstwegnahme und Sicherheitsgefühl (Nikotin), bessere Stim- mung (Zucker und Kakao), das erhält der Mensch bei Einnahme quasi wie per Knopfdruck auf das Körpergeschehen. So entstehen hochgradige psy- chische Abhängigkeiten, Vereinseitigungen und Abschottungen des Cha- Ich Buch 305 krawirkens. Alle hier genannten Stoffe bauen besonders über dem sechs- ten Chakra den Chakraschatten auf, so dass die aufkommende Fähigkeit des sechsten Chakras (u.a. die Bildung der Bewusstseinsseele) im wahrsten Sinne des Wortes wegrationalisiert wird. Tabak schwächt außerdem das erste Chakra und dient der Kompensation von Problemen im dritten Cha - kra, die jedoch durch Konsum verstärkt werden. Als stärkstes Gift ertötet es den Herzchakra-Raum. Zucker und Schokolade/Kakao bedienen sich weiter der »Qualitäten des siebten Chakras« und lassen auch die »Persönlichkeit« erwärmen (drittes Chakra) - was im Klartext bedeutet, dass sie vom wirklichen Erleben dieser Qualitäten wegführen. Denn Ware-Erleben (Kaufsucht, übersteigerter Konsum) verhindert das wahre Erleben und wahres Erleben macht Ware-Erleben überflüssig. Vom Ego besessene Persönlichkeiten haben zum Beginn der industriel- len Revolution egoaufblähende Stoffe unter die Menschen gebracht, um die selbigen für ihr Ego ausbeuten zu können. Sie haben den Menschen Freiräume geraubt, ohne dass die Menschen das mitbekommen haben und sie tun dies bis auf den heutigen Tag: Ausbeutung, Gesundheits- und Freiheitsentzug durch Produktion und Konsum, auf dass sich ihre golde- nen Kälber mehren. Die durch die Einführung dieser Stoffe bewirkte Rationalisierung (Ver- standesüberbetonung), welche die Egos so richtig »an turnte« war ein wich- tiger Entwicklungsschritt in der Menschheit, der gegangen werden muss - te. Sein Ende war für das Ende des 19. Jahrhunderts gedacht, in dem großartige Geister 416 neue Impulse für ganz Europa in die Gesellschaft brachten, welche jedoch nicht aufgegriffen wurden. Die Abkehr und das Versäumnis hinterließ einen gigantischen Riss im Entwicklungsfeld des europäischen Raumes (Ost-West-Aufspaltung), der bis heute nicht aufgear- beitet wurde. Die ausgewählten Beispiele sollten die Beziehung von Ernährung und Bewusstseinsleben verdeutlichen bzw. den wichtigen Faktor der seeli - schen Ernährung in der physischen Ernährung herausstellen und zeigen, dass durch Ernährung hervorgerufene Einseitigkeiten des Bewusstseins wiederum Theorien und Lehren erfinden, welche den Hang zu diesen ma - nipulierten Ernährungsweisen unterstützen. Gemeint ist hier das natur- wissenschaftliche Weltbild, welches herangezogen wurde und wird, um bestimmte Stoffe aufzuwerten oder geradezu zu vermarkten, die dann wieder genau diese einseitige Denkweise unterstützen. 306 Chakren und Ernährung Hineingekommen ist diese Entwicklung in die Menschheit, ohne dass die Menschen ein Bewusstsein über die Folgen und Konsequenzen gehabt haben und weil eine Aufgabe und Notwendigkeit darin bestand. Doch »Herauskommen« muss sie selbst. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist der Ruf an den Menschen direkt gegangen. Er hat nun die Möglichkeiten und Fähigkeiten, sich über z.B. Ernährungsauswirkungen auf das Bewusstsein, klar zu werden. Tut er dies dann trotzdem nicht, dann versäumt er etwas. Vorher, vor dem Beginn des 20. Jahrhunderts, konnte er das meiste gar nicht versäumen, weil es von vornherein nicht in seinen Möglichkeitsbe - reich hineingestellt worden war - so, wie es heute noch außerhalb seines Möglichkeitsbereichs liegt, über die wahren Zusammenhänge von Gravi- tation einerseits und dem Leben andererseits etwas zu erfahren und damit zu beeinflussen. Seine Seele wurde bis vor etwa hundert Jahren noch stark geführt. Diese Führung liegt nun an ihm. Ernährung ist ein sehr wichtiger Punkt, in dem der Mensch sowohl individuell für sich - für sein Ich! - wie auch regional und global Verantwortung, Führung übernehmen muss, wenn die Ich- Entwicklung auf gesundem Wege verlaufen soll. Die Ernährung muss, wenn sie gesundend und heilend wirken soll, den Menschen in seinen Ich-Fähigkeiten weiter unterstützen. Die heute übli - che und gängige Ernährung ist Doppelgängerernährung, Egofraß und von ihm inauguriert. Dies drückt sich vor allem in Perversionen des ersten, zweiten und dritten Chakra aus, welche schließlich ermöglicht werden durch Abschattung des Herzchakras. Dieses wird wiederum in erster Li - nie durch aktuell erzeugte Kopfstrukturen (was in den Ausführungen des sechsten Chakras verdeutlicht wurde), die von den hier genannten Genuss- mittel hervorgerufen werden, negativ beeinflusst. Die hier genannten Stoffe – in dem sich selbst hochschaukeldem Verzehr – schneiden allesamt den für die positive Menschenentwicklung nun not - wendig zu beschreitenden Weg vom Kopf zum Herzen ab. Der Mensch beeinflusst durch seine Ernährung nicht nur seine Biogra- phie, sondern auch die der ganzen Erde. Er schafft unumstößliche Ver - hältnisse (Gentechnik) mit unumstößlichen Konsequenzen, die er zu ertra- gen hat: sein Karma. Darüber mehr im nächsten Kapitel... Ich Buch 307 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation Das Rätsel der eigenen Biographie gewinnt auf dem Hintergrund von Karma, Reinkarnation und der Doppelgängerwesenheit an Tiefe und Klar - heit. Aufgrund der eigenen Beobachtungen - siehe Kapitel »Identifikatio - nen« und »Blick in die Seele (Bifurkationsmechanismus)« - werden nun tiefere Ausblicke gegeben. Bestimmt ist jedem eine Situation bekannt, in der er einmal folgendes dachte oder fühlte: »was nun geschieht oder geschehen ist, ist nicht nur ein bloßer Zufall, sondern es hat etwas konkret mit mir zu tun – aber das Band, woran es anknüpft, kann ich nicht in meinem jetzigen Leben entde- cken; ich finde in meinem jetzigen Leben keinen direkten Bezug zu dem neuen Ereignis, von dem ich aber dennoch einen ganz besonderen inneren Bezug zu mir erlebe«. Vielleicht kennen Sie auch solche Phänomene: dass z.B. Menschen mit weniger Qualifikation als Sie dennoch bevorzugt oder erfolgreicher wur - den oder umgekehrt - dass Sie evtl. den ein oder anderen Auftrag, Stelle, Job usw. bekommen haben, obwohl andere Bewerber qualifizierter gewe - sen waren - dass Ihnen plötzlich irgendetwas dazwischen gekommen ist, was Sie von einer Sache abhielt und im Nachhinein hat sich herausge - stellt, dass es ein Glück für Sie war, auf diese Weise verhindert gewesen zu sein... Wer solches beobachten konnte, für den wird der Gedanke an Karma an Bedeutung gewinnen, d.h. dass ich es heute auch mit solchen Wirkungen in meinem Leben zu tun habe, deren Ursache ich nicht im jetzigen Leben, sondern in einem vorangegangenen Leben gesetzt habe. Flash-Back und Feed- Forward – Evidenzerlebnisse? Es mag Ihnen vielleicht selbst noch nicht vorgekommen sein, aber es ge - schieht, dass Menschen eine Rückschau, einen »Flash-Back« in ein vergan- genes oder einen »Feed-Forward« in ein zukünftiges Leben bekommen. Spreche ich von Karma und Reinkarnation, so bewege ich mich außer - halb des linearen Zeitverständnisses und außerhalb von Erfahrungen, welche ich direkt mit meinem jetzigen Körper mache. Das macht die Sa - che schwierig, denn die Bürgschaft am oder durch den Leib scheint zu fehlen. Ich bewege mich also in einem Bereich, in dem mir dieser Leib- Sinnes-Spiegel fehlt, weshalb ich Abgrenzungsprobleme mit Wirklichkeit 308 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation und Illusion bekommen kann. Um hier eine Unterscheidung treffen zu können - denn diese kann ja nur an der Qualität des innerlich Erlebten ge - troffen werden, nichts Äußeres kann ich als Stütze hinzuziehen - wird im folgenden die Erinnerungserfahrung diesbezüglich geschildert und unter - sucht. Der eben genannte »Flash-Back« muss also mit einem Erlebnis verbun- den sein, aus dem es für die entsprechende Person völlig evident ist, dass es sich um eine Erinnerung aus einem vorangegangenen Leben handelt. Stellen Sie sich vor, Sie hatten einen Spaziergang in der Natur unternom- men und sahen plötzlich, wie in nicht all zu großer Entfernung ein Hirsch aus dem Waldsaum auf eine Lichtung schritt. Dieses Naturbild hatte sie sehr beeindruckt. Zehn Jahre sind seitdem vergangen, jetzt aber kommt in einem Gespräch zufällig die Rede darauf. Ihr Gesprächspartner meint je- doch, das Bild, was Sie schildern, würden Sie aus einer Fernsehsendung kennen. Er glaubt Ihnen also nicht. Woher wissen Sie nun, dass ihre Erinnerung echt ist? In der Erinnerung selbst ist eine Qualität enthalten, aus der Sie erleben, dass Sie, d.h. Ihr Ich dabei war - denn wie könnten Sie sonst die eine Erinnerung von etwas, was Sie z.B. nur im Film gesehen und gehört haben, von der anderen un - terscheiden, die Sie in der Natur erlebt haben? Sie merken: es liegt an der Qualität der Erinnerung, welches Sie erleben lässt, dass Sie das eine Mal (Film) nicht selbst im Bilde, das andere Mal aber selbst (körperlich) dabei waren. Diese Unterscheidung können jedoch nur Sie selbst vornehmen und kein anderer - die Echtheit einer Erinne - rung kann nie einem »wissenschaftlichem Beweis*« unterzogen werden. Und so ist es auch mit solchen Flash-Backs: Sie spüren, wie in einer an- deren echten Erinnerung, dass Sie das selbst erlebt haben, dass Sie dabei waren. Im Nachhinein kann zwar ihr Verstand sagen: »so ein Unsinn, das kann ja gar nicht sein!« - und Sie verdrängen es. Nach einiger Zeit haben Sie dann tatsächlich Zweifel, ob das Ganze nicht doch nur eine Illusion war. Wenn Sie der Sache aber ehrlich nachgehen, müssen Sie sich eingeste - hen, dass dieses »Bild«, was Sie hatten, doch die besagte Erinnerungsqua - lität besaß. Hiermit ist der Unterschied gekennzeichnet, zwischen Erinne- rungen im jetzigen Leben zu denen aus einem Vorleben: in dem Flash-Back erleben Sie die Erinnerungsgewissheit - aber in dem Gehirnforscher finden bis heute in den neurologischen Prozessen keinen Unter- schied zwischen Vorstellung und Wahrnehmung, siehe auch Seite 416 Ich Buch 309 Sie sich an den Flash-Back erinnern, können Sie zunächst nur sagen, dass er da war. Der Flash-Back selbst ist dann die Erinnerung, nicht mehr aber das, was als Bewusst-Seins-Energie erlebt wurde, während derselbe auf- trat. Erinnerungen, die sich auf das jetzige Leben beziehen, tragen aber, wann immer sie auch von uns ins Tagesbewusstsein hochgeholt werden, die Qualität des Dabeiseins in sich. Der hier geschilderte Flash-Back ist dagegen ein rein geistiges Erlebnis (außerhalb der Verstandes-Zeit), welches nicht wie eine Erinnerung beliebig hergestellt oder wiederholt werden kann. Diese Unterscheidungsmöglichkeit muss sein, da ich sonst Erinnerungen aus dem jetzigen Leben nicht mehr von Erinnerungen aus einem Vorleben unterscheiden könnte und das dann im Alltag zu Problemen führen wür - de. Auch wenn Sie das Erlebnis des Flash-Backs bei Erinnerung an denselben nicht wieder haben, so haben Sie aber seinen Inhalt parat. Und der steht in einer erlebbaren Beziehung zu ihrem jetzigen Leben oder zur jetzigen Si - tuation. Das hier Beschriebene gilt entsprechend auch bei einem Feed-For - ward (Zukunftsbezug). Vergangenheit (Flash-Back) und Zukunft (Feed-For- ward) fließen in der Gegenwart durch Intuition zusammen. Das Intuitions- bewusstsein und -erleben stellt, wie dargestellt, eine höhere Bewusst- seinsqualität dar, in der der für das Verstandesbewusstsein charakteristi - sche lineare Zeitbezug aufgehoben ist (Film und Buchtipp zum Thema Evi- denzerlebnis und Bewusstseinskonflikt von linearen und alinearen Zeitvorgän - gen: Carl Sagan, »Contact«). Eine grafische Zusammenfassung der Zeita- spekte und -korrelationen gibt die Grafik auf Seite 416, welche dort auch weitere Erklärung findet. Rationale Begründungen zur »Reinkarnationstheorie« Eine für den Verstand rationale Begründung von Reinkarnation als das Wahrscheinlichste der vielen »Denkmodellen einer Bewusstseinsevoluti - on« ist z.B. folgende: Gesetzt der Fall, es würde keine Reinkarnation geben. Daraus folgt, dass Seele und Geist mit der physischen Zeugung geschaffen werden. Hier gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder schaffen das die Gene usw., letzt - endlich also Materie, oder es müssen andere Wesen aktuell beteiligt sein, um Geist und Seele, während oder nach der Zeugung, dazu zu geben. Im Fall: die Seele als Produkt der Materie, macht es überhaupt keinen Sinn anzunehmen, dass sie mit dem Vergehen der Materie auch noch weiterle - 310 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation ben sollte (nicht an Reinkarnation, aber an ein Leben nach dem Tod glauben, entbehrt jeglicher Logik und Sinnhaftigkeit). Ist die Seele aber aus dem »Geis- te« gezeugt und wird nun auch noch ein Leben nach dem Tode ohne Rein - karnation angenommen, bedeutet dies - abgesehen von der Unlogik - dass erstens der »Himmel« kontinuierlich mit Seelen anwächst und zweitens, dass der historische Epochencharakter, in dem die jeweiligen Individuen nicht nur ihre Lebenszeiten verbrachten, sondern auch ein spezifisches Bewusstsein ausprägten, d.h., ob ich also als Steinzeitmensch oder als Mensch im Jahrhundert 3100 n.Chr. gelebt habe, aus Gerechtigkeitsgrün- den dort im Nachtodlichen keine Rolle spielen darf. Warum aber ge - schieht, bzw. was gibt dann der Kulturentwicklung auf der Erde einen Sinn, wenn es anschließend egal sein muss, wann, wer, woher gelebt hat? Wenn es aus Gerechtigkeitsgründen egal sein muss, aus welcher Zeit die Seele oder das Ich stammt und damit jeglicher höhere Sinn einer Kulture - volution in Frage gestellt ist, so muss genauso die Frage gestellt werden, warum, wenn es nur ein Erdenleben gibt, das eine Leben so kläglich und leidvoll ist, während andere in Überfluß und Schönheit gedeihen? Ohne Reinkarnation kann es auch kein Karma geben und ohne Karma be- schränkt sich die Existenz einer Ursache-Wirkungskette nur auf ein aktu- elles Leben. Die auf der Erde in Hunger und Elend leiden, müssten im »Himmel« eine Extrabelohnung bekommen, wenn nicht, dann muss es aber doch als gerecht erscheinen, auf der Erde »Auge um Auge, Zahn um Zahn« zu begleichen... Natürlich beweisen solche Gedanken nichts (Logik beweist kein Sein, son- dern zeigt nur mögliche Verknüpfungen auf). Es sollte an dem Beispiel aber auch gezeigt werden, dass der Verstand die Eigenschaft haben kann, sich selbst zu öffnen, indem er auf Widersprüche stößt, was dann im weiteren Verlauf zu einem verstandestranzendenten Bewusstsein führen kann (z.B. sollen sogenannte Koans dies bewirken)! Es gibt Lösungen, die liegen außer- halb des Verstandes, aber indem sie vollzogen werden, kann anschließend der Verstand logische Bezüge herstellen. Wer immer und von Anfang an nur den Verstand im Boot des Wachbewusstseins haben will, der be- schränkt sich auf das, was irgendwann auch einmal Maschinen erklären können. Reinkarnation und Karma sind jedoch Tatsachen, auf die über kurz oder lang und mehr oder weniger jeder Mensch stoßen wird. Dem Forschenden stellt sich dann unter anderem die Frage ... Ich Buch 311 Wie überträgt sich Karma von dem einen auf das folgende Leben? Wie schon angedeutet kommt dabei die »alte Gestalt«, der Doppelgänger allerdings auch Engelwesen ins Spiel. Welche Struktur und Merkmale der Doppelgänger enthält, wurde ab Seite 130 bei der Erklärung des Bifurkationsmechanismus beschrieben (Grafik Seite 130). Auch in den Ausführungen zum gegenwärtigen Stress- modell der Medizin/Psychologie/Naturwissenschaft wurde erwähnt, dass Stress individuell ausgelöst und empfunden werden kann, dass die meis - ten Stress-Situationen, die im Leben geschehen, eben nicht solche sind, von denen ich sagen könnte, sie bereiten garantiert jedem Stress. D.h. Stress und ganz bestimmte Konflikte kommen eben speziell auf mich zu oder werden nur durch mich als solche empfunden - nämlich durch mei - ne Doppelgängerstruktur. Diese setzt praktisch einen Filter in mein gehir - nabhängiges Bewusstsein und über die Chakren als Schattenstruktur, wo- durch Aufmerksamkeitsfokus (Empfänglichkeit für Bestimmtes) und subjek- tive Interpretationsneigungen entstehen, die mich in Konfliktsituationen führen, welche wiederum Stress zur Folge haben können. So erzeugte Diskrepanzen bringen mich an die Bifurkationsstelle. Es wurde gezeigt, dass der Bifurkationsmechanismus die Eigenschaft hat, sich selbst einzuzementieren: immer wieder das Gleiche zu wiederholen. Wähle ich an der Bifurkationsstelle den blauen Kreis (Verdrängungsmecha- nismen, Lüge etc.), dann fließt damit seelische Energie aus dem Wirklich - keitsstrom - den ich ja verneine - ab und wird zur energetischen Substanz des Doppelgängers. Durch meine »Fehltritte« und Wirklichkeitsabwei - chungen nähre ich also dieses Wesen, gebe ihm dadurch immer mehr Macht über mich. Je stärker seine Energie ist, um so öfter komme ich je - doch wieder in Situationen, die den alten Konflikt hervorrufen - ich stehe also wieder an der Bifurkationsstelle und müsste mich entscheiden. So habe ich einerseits immer häufiger die Chance den Konflikt zu knacken - andererseits aber besteht die Gefahr der Gewöhnung, des Abstumpfens: »bin ich zehnmal unpünktlich gewesen, so kommt es auf ein elftes Mal auch nicht mehr an!« Dabei kann »unpünktlich gewesen« durch beliebige andere Eigenschaften ersetzt werden, wie z.B.: 10 x gelogen, 10 x nicht aufgeräumt, 10 x einem Vorsatz nicht nachgegangen, 10 x etwas auf die lange Bank geschoben, 10 x das Spiel gespielt: ich werde nicht geliebt, Friedensengel, Querulant, armer Wicht, Pechvogel, Herr Wichtig, Küm- merer - und was meine Palette noch alles so herzugeben hat. 312 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation Diese Palette, das sind die Eigenschaften meines Doppelgängers. Geno - typ, Kosmotyp und Milieu (Grafik Seite 159) sind Konfiguratoren des See- lenlebens, die schon im Voraus von der und für die Persönlichkeit ausge - wählt waren, so dass hierdurch eben der Doppelgänger entsteht, der ent- stehen soll. Die Palette wurde auf diese Weise durch das konfiguriert, was ich aus meinem Vorleben schon bearbeitet bzw. nicht bearbeitet, sondern an Wirklichkeitsdiskrepanzen genährt habe. So kommt es unter anderem, dass genetisch gleich konfigurierte Menschen (eineiige Zwillinge) in glei- cher Umgebung aufwachsen - also ein identisches Milieu haben - und dennoch etwas ganz Unterschiedliches daraus machen. Da jedes Ich ein- malig ist, geht es auch mit den Doppelgängerstrukturen unterschiedlich um bzw. sind die letzteren auch spezifisch auf dieses Ich gemünzt. Der Doppelgänger stellt das seelische Gefäß dar, durch das Karma auf ein ak - tuelles Leben übertragen wird. Nun kann aber immer noch gefragt wer - den: wenn der Doppelgänger sich schließlich beim Tod auflöst, bzw. erst bei einer Inkarnation entsteht, wo bleiben denn dann im Nachtodlichen die Informationen, welche die Struktur und »Seelenkonfiguration« be- stimmen? Wo ist das über das sogenannte »Zeitliche« hinausgehende »Gedächtnis« für diese Informationen? Dieses informationsbewahrende Bewusstsein muss ja ein solches sein, welches jenseits des Todes steht, also keine materielle Verkörperlichung haben darf. Dieses, die einzelnen Inkarnationen eines menschlichen Ichs begleitende Bewusstsein wird um- gangssprachlich mit den Wörtern Engel bzw. Schutzengel bezeichnet. Volksmenthalität, geographische Seele und Doppelgänger Die Eigenschaften, welche in den Doppelgängerwesen transportiert oder aufbewahrt sind, sind nicht nur rein persönlicher Art, sondern hinzu kommen solche des Ortes und des Volkes. Dies wird auch als Mentalität oder Volksseele bezeichnet. Der Ort spielt eine große Rolle. Wenn ich Rei - sen in andere Länder getätigt habe, so kenne ich die Unterschiedlichkei - ten an Stimmungen und Energien bezogen auf Lokalitäten. Ich kann z.B. feststellen, dass mir in einer Gegend das ein oder andere besonders gut schmeckte und ich richtigen Appetit darauf entwickelte. Vielleicht habe ich sogar davon etwas auf Vorrat gekauft, um nach der Reise/Urlaub zuhause auch noch einmal in den Genuss zu kommen. Jetzt stelle ich fest, dass mir das Nahrungsmittel zuhause gar nicht mehr so gut schmeckt. Weiter kann ich beobachten, dass in entsprechenden Gegenden völlig neue Stimmungen und Lebensgefühle in mir auftauchen können. Ich Buch 313 Wenn ich also in eine mir zunächst fremde Gegend komme, dann habe ich mit zwei Faktoren zu rechnen: erstens bewege ich mich in einem ande - ren Seelenraum, der durch die Anwesenheit der dort ansässigen Men - schen bestimmt wird. Zweitens bewege ich mich in einem anderen Erd - feld. So wie es z.B. klimatisch unterschiedliche Regionen gibt, so gibt es sogar noch viel differenziertere »ätherische« und »geomantische Regio - nen«, Orte mit spezifischen Strahlungsfeldern und Eigenschaften. Diese bedingen das vegetative Wachstum und auch die Seelenstimmung oft ent- scheidend mit. Diese Prägung lässt sich objektiv an Kulturen, Sippen oder Gemeinschaften beobachten, welche über viele Generationen am gleichen Ort wohnten und lebten. In der Physiognomie der Indianer Nordwestamerikas kommen markan- te, scharfe Gesichtszüge zum Ausdruck. Auch der Körperbau insgesamt wirkt scharf konturiert, trocken und häutig - mit rötlich-brauner Hautfar- be. In den Indianern kommt Erdbezogenheit und »alte Kraft« zum Aus- druck. Sie lebten eher in kleinen sich abgrenzenden Stämmen (an die 300 in diesem Gebiet), welche sich ebenso durch eigene Sprachen voneinander abgrenzten. Viele ihrer Rituale waren darauf angelegt, Kraft und Mut zu beweisen, Herr von Angst und Schmerz zu sein. So wurden Indianer auf- grund ihres Mutes und ihrer Erdung zum schwindelerregenden Wolken- kratzerbau eingesetzt. Solche Charakteristika, wie starke Gliederung am Körper und in der Sprach- und Gesellschaftsgestalt, weisen auf die Stärke im ersten Chakra hin. Die hervorragende Angstbewältigung kann ein Indiz für stark ahri- manische Wirksamkeiten am geographischen Ort sein, welche durch eine entsprechende Bewusstseinsführung positiv in den indianischen Kulturen genutzt wurde. Nun aber bemächtigen sich die »Weißen« dieses geographischen Raum - es. Es sind überwiegend Auswanderer Europas, welche sich also durch einen starken Eroberungswillen, durch ein starkes Ego kennzeichnen. Mit dieser seelischen Affinität gelangen sie in ein Land, welches in sei - ner Ausstrahlung sehr erdend, ahrimanisch wirkt. Was passiert hier - durch? - Es entsteht eine Super-Ego-Kultur: die Energie des ersten, ohne die Weisheit des sechsten Chakra bzw. die Dekadenz darin, ruft den tota - len, pragmatischen Egoismus hervor, der sich im Imperialismus, der Weltvormachtstellung der USA (d.h. bestimmter Kreise als Minderheiten in der Bevölkerung der USA, denen die Bevölkerung aber nicht entgegentritt) und der Weltüberschwemmung mit westlichen Konsum ausgehend von den 314 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation USA äußert (Wirtschaftshegemonie, Finanzwesen, »Burger(fast-food)-Vermas- sung«). Nicht Mut, sondern Angst herrscht: aus vermeintlicher existentieller Be - drohung wird das Recht der Notwehr jedem Bürger der USA und dieser selbst zugestanden in Form von Waffenbesitz - in Form der gigantischsten Rüstungsproduktion, die bislang auf dem Planeten Erde stattgefunden hat - in Form eines Weltpolizistentums zur Machtkontrolle im Dienste der »inneren Sicherheit«. So bewirkten die an vielen Orten der USA besonders stark erdwärts ge- richteten ahrimanischen Kräfte ohne die Weisheit des Ich den materialisti - schen Impuls in Form von Kriegs- und Kontrollsystem, von Kapital- und Geldstrukturen, von Massenproduktion (u.a. Erfindung des Fließbands) und Konsum, wie es in den letzten 80 Jahren von den USA ausgehend über den ganzen Globus schwappte. Das ist die ungeheure Energie, die im ersten Chakra steckt, aber über - wiegend dekadent geprägt ist durch die Schattenstruktur des Doppelgän- gers, und die das ganze Weltgeschehen und die Weltpolitik maßgeblich beeinflusst im Sinne des Materialismus (irdische Machtansprüche einer Machtelite, die zu Zwangssituationen für alle anderen führt) , durch den das Leben der Erde in zunehmendem Maße gekreuzigt wird. Die europäischen Einwanderer Nordamerikas wurden in nur wenigen Generationen durch Veränderung des geographischen Aufenthaltsortes maßgeblich in ihrer seelischen Struktur beeinflusst. Sogar physiologi - schen Ausdruck hat der Umzug bekommen: das »amerikanische Kinn«, eine Tendenz zur stärkeren Ausbildung des Unterkiefers bzw. die Über - betonung der Kinnproportionen innerhalb des Gesichts. Das betonte Kinn zeigt die erdenwärts gerichtete Willenskomponente. Die Menschen, welche die Regierungen der USA bilden und gebildet ha- ben, zeichnen das Bild der USA als »Vatermacht« - über alles wachend, berechtigt ihre »hervorragende Struktur« als »Väter der Demokratie« in »euphorischem Sendungsbewusstsein« in alle Welt exportieren zu müssen (wobei, je nach Saison, die entsprechend politischen »Heilsgewänder« getragen werden). Hier hat tatsächlich der Doppelgänger im ersten und dritten Chakra zu - geschlagen. Es geht um Gewalt, Macht und Angst: die beiden Atombom- ben auf Japan, kein Zufall! Der elektrische Stuhl musste in den USA er- funden und angewandt werden. Denn die auf eine Art Elektromagnetis - mus basierende und wirkende Doppelgängernatur, welche sich des ersten Ich Buch 315 Chakras bedient und so zu Mord und Totschlag führt, soll gewissermaßen auf den elektrischen Stuhl gesetzt und dort »entmagnetisiert«, kurzge- schlossen werden. Auch das Maschinelle kommt darin sehr gut zum Aus- druck: es muss nur mehr irgendwo ein Knopf gedrückt werden - die Tö - tungshandlung ist weitgehenst entfremdet und abgekoppelt vom To - desopfer. Obwohl die Elektrizität im alten Europa entdeckt und zu einer anfängli - chen Elektrotechnik entwickelt wurde, machten Amerikaner die Elektrizi - tät salonfähig und verbreiteten sie, bzw. elektrische Geräte usw., im großen Maßstabe in der Bevölkerung (z.B. Edison und Westinghouse). Al- les, was irgendwie machbar war (ein elektrischer Spaghettiaufwickler landete allerdings in der Scherzartikelschublade), wurde elektrifiziert mit der Folge, dass Energieverbrauch und Umweltbelastungen ins Immense gestiegen sind. Weltkonzernentstehung (General Motors, General Electric, AOL Time Warner, Citigroup, Cardinal Health, Wal-Mart, Microsoft usw.) und Konzern- kriege (Öl, Preisdumping, Ausbeutung, Regimebeeinflussung) sind weitere Folgen (es sollte nicht unterschätzt werden, was durch solche Konzerne an glo - baler Veränderung geschieht u. geschehen wird). »Hollywood« und »Sili- kon-Valley« sind zwei Synonyme für Elektrifizierung und damit erreich - bare Vergnügungen. Je weiter die Seele vom Sein entfernt ist, was sich eben in Ängstlichkeit und Depression, in zunehmendem Egoismus äußert - um so mehr muss das Außen erobert und kontrolliert werden ( Wirt- schaftshegenomie: Dollarleitwährung und Weltmachtstellung der USA). Der Energieverbrauch einer Nation, bezogen auf die Einwohnerzahl, ist ein di - rekter Parameter für die Unzufriedenheit (Depressivität), welche in dieser Nation herrscht. Der persönliche Doppelgänger wird mitgebildet durch den »geographi- schen Doppelgänger« und durch den »völkischen Doppelgänger«, denn jedes Volk hat seine eigenen Talente und Fähigkeiten, seinen spezifischen Lernprozess - und damit eine Volksbiographie und einen Volksschatten (das Volksbewusstsein/-karma wird durch Erzengelbewusstsein bewahrt). Die Aufgabe des deutschen Volkes besteht darin den Kopf (6.Chakra) mit dem Herzen (4.Chakra) zu verbinden, also die Chakraschatten (= Herz-/ Kreislauferkrankungen) dort aufzulösen. Als Ergebnis dieser Aufgabe wür- de die soziale Frage gelöst werden durch die Auflösung der zentralen Strukturen zugunsten einzelner Verantwortungsgruppen, in denen das In- dividuum, die Individualität den Quell von Struktur und Handlung dar- stellt. Es würde in das Herz einziehen und die kosmische Tat erlebbar 316 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation werden, welche durch den einzelnen Menschen, das Ich, vermittelt wer - den kann und im Gesamt zu einer Gemeinschaft der freien Individuen beiträgt. Das ist das Licht in der deutschen Volksseele, so wie es sich am Beginn des 20. Jahrhunderts geäußert hat, und es ist der Schatten, der dar - über siegte und in den Nationalsozialismus mündete, schließlich die Weltmacht USA besiegelte und dessen Nebelschleier immer noch bis in die Gegenwart reichen. Als Übung mit verblüffenden Ergebnissen: Denken Sie auch immer das Gegenteil, vertauschen Sie die Seiten. Denken Sie sich beispielsweise die vom ursprünglichen Potenzial angelegte Befreiung des 6. Chakras weg und statt dessen die Einkerkerung desselben - dann erhalten Sie die heutige Wasserkopforganisation, in der das Herz baden geht. Und umgekehrt: spiegeln Sie den Reglementierungswahn und die Kopflastigkeit »der Deutschen« ins Positive, dann haben Sie die Lichtseite: die Vogelschau - perspektive, aus der der Einzelne verantwortungsvoll und frei seine Handlungen in ein Gesamt einfließen lässt (=Organisations-, Netzwerk- talent). Damit im Volk das wächst und aus ihm das geboren werden kann, was geboren werden will: die freie Individualität, welche eine ganz neue Ge - sellschaftsform, eine wirkliche Bürgergesellschaft erwachsen lässt, muss, wenn der Einzelne sich nicht aus eigenen Bewusstseinsentschlüssen ent- wickeln will, für ihn ein aufrüttelnder Widerstand geschaffen werden: die deutsche Regierung muss pervertieren. Freiheit fließt aus dem Herzen ei - nes Menschen und kann deshalb nie per Politik verordnet oder erzogen werden. Eine Regierungsmannschaft wird hierzulande immer aus über - wiegend machtgierigen Menschen gebildet - ihre Handlungen stehen da - mit der Freiheit entgegen, rufen sie aber als Gegenreaktion hervor. Während für den einzelnen Menschen sein Doppelgänger tatsächlich eine persönliche Gestalt ist, sind die eben genannten Volks- oder geogra- phischen Doppelgänger keine so abgeschlossenen in sich bestehende Ge - stalten oder Strukturen. Ihre Summe bildet ein Teil des Erdenkarma wel - ches zum anderen Teil durch sehr hohe Bewusstseine (z.B. Erzengel) gebil- det ist, die aber geographisch/völkisch in den persönlichen Doppelgänger hineinwirken und seine Gesamtgestalt mit konfigurieren. Umgekehrt bewirkt die biographische Arbeit am persönlichen Doppel- gänger nicht nur die Lösung aus den rein persönlichen Aufgaben und Ab- hängigkeiten, sondern trägt dazu seinen Teil bei in der Weiterentwick - lung der Volksseele und des Erdenkarmas (Regierungen müssen dann nicht Ich Buch 317 mehr pervertieren!). Eine Erdheilung kann erreicht werden, in dem von Menschen hervorgebrachte Störungen und Verwerfungen im Erdfeld wie - der durch entsprechende Bewusstseinseinstimmungen und -wirksamkei - ten in Liebe und Andacht harmonisiert werden. Beispiel Doppelgängerarbeit: Systemische Familienaufstellung Die Systemische Familienaufstellung nach Bert Hellinger arbeitet größ- tenteils auf der Grundlage der hier angedeuteten Doppelgängerthematik, dem Lösen von nichterledigten Aufgaben, nicht zu Ende entwickelten see- lisch-geistigen Strukturen. Die Voraussetzungen für eine Aufstellung sind: 1. der Mensch sollte bereit sein, seine Seele zu öffnen, einen Raum zu schaf- fen, in dem etwas zum Fließen kommen kann. 2. das Bewusstsein öffnet sich für eine Situation, Person, einen Gegenstand, ohne dabei rational darüber nachzudenken, sondern mehr wartend und beobachtend auf das, wie sich dasselbe in der eigenen Seele anfühlt. 3. Die Wächter (z.B. Engel) der beteiligten Seelen sind damit einverstanden, dass gewisse Dinge in Erscheinung treten dürfen. Dann kann jegliche seelisch-geistige Struktur, die einen Menschen be- trifft auch mit ihm seelisch resonieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob im Fokus ein Mensch ist, ein Gefühl, ein Körperteil, eine Firma, ein Volk, ein Verstorbener usw. Lediglich muss eine Beziehung, eine Betroffenheit, eine Aufgabe oder Lösungsmöglichkeit vorhanden sein. Das große Verdienst der systemischen Familienaufstellung nach Bert Hellinger ist, dass es mittlererweile salonfähig geworden ist, Informatio- nen, welche die menschliche Seele beeinflussen und bestimmen, nicht nur in der Materie zu suchen, sondern hier von einem Netzwerk sprechen zu können, welches sich sogar auf nichtkörperhafte Bewusstseine (z.B. auch Verstorbene) bezieht und dass nun ernsthaft damit angefangen wird, die se Beziehungen wissenschaftlich zu orten und sich damit auseinanderzuset- zen (die systemische Familienaufstellung ist eine praxisbezogene Weiterentwick- lung der Gedanken von C.G. Jung, der im »kollektiven Unterbewussten« schon eine Art »psychischen Feldbegriff« einführte). Allein durch die Verbreitung solcher Ansätze wird die Arbeit am Dop- pelgänger positiv unterstützt und bis ins Alltagsbewusstsein hinein zum 318 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation »Allgemeingut«. Es wird eine seelische Architektur erlebbar, welche über die eigene Person hinausweist, an der dann bewusst gearbeitet werden kann. Die generelle Gefahr - auch in der systemischen Familienaufstellung, wobei hier noch die Gefahr des Mediumismus hinzu kommt - liegt darin, dass Seelen die Neigung haben, das Neue für sich festzuhalten oder unbe- rechtigt auszuweiten auf andere Gebiete. Hierdurch wird der Fluß unter- brochen, d.h. die neue Anschauung wird ahrimanisiert. So kann in dem stark gesetzhaften Charakter der Doppelgängerbetrach - tungen und -phänomene die Gefahr liegen, sich nur auf dieses Gesetzhaf - te zu fixieren und dadurch seine Unabhängigkeit zu verlieren. Denn so wahr es ist, dass die Gesetze da sind, so war ist es auch, dass sie durch den Menschen veränderbar sind. »Gott« ist weder allmächtig noch allwis- send - wäre er das, dann könnte er sich nicht mehr entwickeln, er wäre schrecklich »alt« und zu Tode gelangweilt! Auch Gesetze* haben ein »Al - ter«, entwickeln sich, sterben, werden neu. Das Gesetzhafte ist Ausdruck des Vaterseins. Im Jetzt, durch den Sohn, findet jedoch die Aktualisierung, die Neubelebung statt. Der Weg zum Sohn geht zwangsläufig über den Vater - doch die Größe des Vaters kann so auf die Seele, die festhalten will, wirken, dass alles aus der Perspektive des Vaters erklärt und gesehen werden will. D.h. diese Seele geht mit den Gesetzestafeln Moses umher (hierarchisch, ein Problem des Judentums und jeglicher Orthodoxie), lehnt aber die Botschaft des Neuen Testaments ab (der Fluss des Ichs als Quell in jedem Menschen: antihierarchisch) . Beobachten Sie einfach, wie Menschen auftreten, welche Energien dabei wirksam sind. Sie werden spüren, ob das, was sich um einen Menschen an Stim - mung oder Sphäre bildet, eher hierarchisch bestimmt ist und wirkt, oder eher auf einem gleichberechtigten Miteinander basiert (und zwar nicht nur verbal!). dies bezieht sich auch auf die sogenannten Naturkonstanten, wie z.B. die Licht- geschwindigkeit. Ich Buch 319 Wie wird die Doppelgängergestalt gebildet? Jedem Ich ist eine Seele zugewiesen als Instrument der Ich- und Seelen - entwicklung. Ich und Seelenkeim steigen bei einer anstehenden Wieder - verkörperung durch die verschiedensten Geist- und Seelenregionen herab durch das Tor der Sonne in den Erdenkreis, in eine leibliche Gestalt (vom Umkreis zum Punkt als Verdichtungsprozess) - die nachts teilweise und beim Tode wieder ganz verlassen wird. Das Ich mit seinem hohen Seelenanteil beinhaltet Charakteristika, Energiestrukturen als Kristallisationspunkte, welche beim Niederstieg in die neue Inkarnation »Material« aus den ver - schiedenen durchgeschrittenen Regionen ansammeln. Diese Tatsache kommt in der Astrologie zum Ausdruck, die sozusagen die Spur, die die menschliche Seele aus ihrem kosmischen Niederstieg durchschritten hat, widerspiegelt. Auf den letzten Stationen zieht nun die Seele genau das Seelische heran, was sie als Lernaufgabe in ihrer Inkarnation auf der Erde benötigt. Diese Informationen werden aus einem Pool gezogen und verbinden sich zu ei- ner Gestaltanlage (insistentes Bewusstseinsfeld) für diesen Menschen, wel- che hier als Doppelgänger bezeichnet wurde. Die Gestalt des Doppelgän - gers muss jedoch selbst noch auf der Erde wachsen. Denn vieles, was sie braucht, kann sie nur dort finden: seelische Strukturen und Felder, welche durch aktuell lebende Seelen dort erzeugt worden sind und die nun durch eine Art Induktionsprinzip in diese Gestalt aufgenommen bzw. in ihr er- zeugt, zu Lernprozessen für die Person initialisiert werden (diese Struktu- rierungen werden durchaus auch im Gehirn - z.B. durch Synapsenbildungen - manifest). Eine große Bedeutung kommt hier der Mutter zu, die ihre eige- nen unbewältigten seelischen Strukturen bzw. ihre Doppelgängerenergien auf das heranwachsende Kind überträgt im Sinne einer seelischen Verer- bung. Die auf diese verschiedene Weise erzeugte Gestalt des Doppelgängers bestimmt nun zunehmend die Wahrnehmungsinterpretationen, Gefühle und Vorstellungen, welche in der heranwachsenden Seele des betreffen - den Menschen erscheinen (siehe Grafik Seite 159 mittlerer Kreis). Die Gestalt könnte auch beschrieben werden als karmaspezifisches Strahlungskleid, welches Selektion und Interpretation von Denken, Fühlen und Wollen be - wirkt. Dieses Strahlungskleid ist gegliedert: die sieben Hauptenergiezen - tren werden auf spezifische Weise davon beeinflusst bzw. überlagert, so dass sich in jedem Chakra in Wechselwirkung mit dem Doppelgänger- 320 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation energiegitter die individuellen Lernprozesse für den Menschen ergeben bzw. so transferiert werden. Die an verschiedenen Stellen in diesem Buch im Zusammenhang mit der Doppelgängerwesenheit benutzte Wortwahl: »Energiegitter, Strahlungs- kleid, Elektromagnetismus, magnetisches Feld«, soll nur andeuten, dass die Doppelgängerwirksamkeiten, welche den Chakren quasi als Störfelder aufmoduliert sind, in einer Verbindung mit Elektrizität, Magnetismus bzw. rhythmisch pulsierenden »Feldern« stehen. Es ist daher möglich einen therapeutischen Einfluss auf diese Doppelgängerstörfelder zu neh- men besonders durch quasi induktiv wirkende Musik 421- und Klangthera- pie (Gesang, Klangbetten, Klangschalen, Musikhören - aber auch über Schwin - gungsfelder von Edelsteinen, oder speziell entwickelte elektronische Geräten, die Störstrukturen auflösen können). Musik hat außer dieser mehr astralen Wir- kung auch noch eine direkte Wirkung auf den Ätherleib, was z.B. aus Wachstumsreihen mit Pflanzen bzw. auch durch vermehrten Milchfluss bei Kühen bei entsprechender »Stallmusik« durch verschiedene unabhän- gig voneinander gemachte Experimente nachgewiesen wurde. Um solche Eigenschaften von Informationsübertragung erlebnishafter werden zu las- sen, stellen Sie sich einmal ihre menschliche Gestalt, die Nervenbahnen darin und das Gehirn transparent oder gläsern vor. Sie wissen aus dem Bestehen des EEG´s, dass mannigfaltige Ströme im Körper fließen, welche zwangsläufig elektromagnetische Felder entstehen lassen. Diese sind z.T. rhythmisch, zum anderen Teil aber durch ihre Willkür - z.B. von dem, wie und was Sie gerade denken - bestimmt. Stellen Sie sich nun vor, dass Sie diese Felder und Gitter bzw. Linien und Impulse, diese Schwingungen als Aufblitzen in den Glasnerven, in dem Glasgehirn sehen könnten. Dann se - hen Sie praktisch, wie das Gehirn z.B. über diese Felder und Impulse mit anderen Regionen in ihrem Körper kommuniziert - ihnen eine Bewe - gungsstruktur gibt. Wenn Sie jetzt ihr Gehirn als Bewusst-Seins-Spiegel auffassen, dann sind diese Felder und Impulse Boten des Bewusstseins, welche die Information zu den verschiedenen Gliedern des Organismus bringen bzw. auch umgekehrt von den Gliedern zum Gehirn. Nun stellen Sie sich einfach einmal vor, dass nicht irgendein Muskel oder Organ in- nerhalb ihres Leibes von solchen Schwingungen erreicht wird, sondern dass ihr ganzer Leib selbst wiederum ein Organ innerhalb eines kosmi- schen Körpers ist, der ebenfalls ein Bewusstsein hat, welches ihren Körper bzw. auch ihr Bewusstsein wiederum durch solche Schwingungen errei - chen kann. Nun können Sie sich die ganze Erde beispielsweise als einen Ich Buch 321 Körper mit den manigfaltigsten Organen vorstellen, welche ja alle in ir - gendeiner Art und Weise in einer Kommunikation miteinander stehen - die eben mittels solcher rhythmischen Impulse synchronisiert bzw. auf - einander abgestimmt werden können (»Sphärenharmonie« als ordnend, schaffender Klang, Sonnenaktivität u.a.). Vielleicht fragen Sie sich, ja, wo sind denn dann Gehirn und Nerven für dieses omniöse »Erdbewusstsein«? Dazu im Vergleich: das menschliche Gehirn ist auch nur ein Organ, wie Leber, Niere usw. Der Mensch glaubt durch die naturwissenschaftliche Denkweise, dass er ausschließlich mit dem Gehirn denkt. In Wahrheit aber denkt er mit dem ganzen Körper - jedes Organ* »denkt« und tut da - heraus seine weisheitsvollen Verrichtungen - nur der Verstandesteil ist sozusagen im physischen Gehirn fokussiert. Doch das wirkliche Denken, die Impulse meines Ich werden weder in meinem Gehirn noch in irgend - einem anderen Organ produziert. Alle Organe stellen unterschiedlich ge - artete Bewusstseins-Spiegel dar in denen »gespiegelte Programme« ablau- fen. Die Quelle des Bewusstseins ist nicht der Spiegel, sondern das We - sentliche, das Wesen, welches »vor« oder »um« den Spiegel herum sich aufhält. Das Gehirn ist für das wirkliche Denken, für Inspiration und In - tuition sogar ein sehr hinderliches Organ - es ist diesbezüglich vielmehr ein Stauorgan! Sie als Quelle bzw. das Ich wird nicht durch irgendein Körperorgan er - zeugt, sondern durchstrahlt diese Organe und in der Wechselwirkung mit dem Organspiegel entsteht spezifisches Bewusstsein - Traum, vorstellen - des Bewusstsein (Verstand) oder unbewusstes Organbewusstsein usw. Die Brücke zwischen Organ und Bewusstsein, die Kommunikation wird zum Teil eben durch die hier sichtbar vorgestellten elektromagnetischen Impulse gewährleistet. So ist ihr Bewusstsein mit ihrem Körper als ihr Organ verbunden, wäh- rend andere Bewusstseine mit anderen Körpern als ihr Organ verbunden sind. Die Körper können wie menschliche, tierische, pflanzliche Körper »aussehen« - es kann aber auch ein Mineral, ein Atom oder die ganze Erde als Körper sein. Wenn also ein Bewusstsein z.B. die Erde als Körper hat, dann hat es als Körperteil natürlich auch alle anderen durch Erde entstandene Körper zum Bewusstsein. Diese Einzelkörper dienen wiederum als Spiegel für ein ein Organ ist nicht nur auf sein materielles Abbild beschränkt - sondern Teilpro - zess im Gesamt und somit gleichzeitig an verschiedenen Orten wirksam. 322 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation entsprechendes »Einzelbewusstsein«. Verinnerlichen Sie dieses Bild, dann werden Sie feststellen, dass auf diese Art und Weise alles sich gegenseitig durchdringt. Wenn ihr Körper Spiegel für Sie und gleichzeitig ein Teil - spiegel des Erdbewusstseins ist, dann besteht die Möglichkeit der Kom- munikation von ihrem Teil als Apekt des Ganzen zum Ganzen selbst: Sie könnten sich also mit dem Erdbewusstsein »unterhalten«, wenn Sie einen »Tunnel (Channel)« innerhalb ihres Bewusstseins finden, der mit dem Erd- bewusstsein resoniert. Nun können Sie sich aber denken, dass ein Bewusstsein, welches die ganze Erde als Körperspiegel (als »physisches Gehirn«) hat, ein sehr hohes, ein sehr komplexes Bewusstsein ist. Das heißt also, wenn Sie Kontakt mit diesem großen Bewusstsein herstellen wollen, dann müssen Sie erst ein - mal den »Verknüpfungsalgorithmus« finden, in dem Sie mit diesem ho - hen Bewusstsein mitschwingen könnten. Sie müssten also ihren Spiegel so weit oder so tief mit ihrem Bewusstsein durchdringen, dass Sie an diese Überlappungs- oder Verknüpfungsqualität herankommen. In dem Mo - ment würde ein »Channeling« geschehen in dem Sie dann dieses umfas - sende Bewusstsein werden: Sie sind dann mit ihrem Bewusstsein, Sie also selbst, in diesem »Pool«, der die ganze Erde als Bewusstsein umspannt (räumlich gesehen mindestens so groß, wie die Kugel, welche durch den Umfang der Erdumlaufbahn um die Sonne gebildet wird). Sie sind es - aber Sie sind es auch nicht - Sie sind das Meer - aber Sie sind auch der Tropfen und der Tropfen kann das Meer nicht in sich aufnehmen und doch in dem Sinne, als er im Moment des Aufenthaltes in dem Meer aus derselben Substanz (hier Qualität des Bewusstseins) besteht. Das Strahlungs-Schwingungsgitter ist eine Kommunikationshilfe - oder auch ein Abgrenzungsprinzip - welches eben auch die eine von der ande - ren Qualität trennen kann. Das Strahlungs-Schwingunggitter schließlich ist selbst wiederum ein Organ, ein Körperteil eines bestimmten Bewusst - seins oder auch zusammengesetzt, zusammenbenutzt von verschiedenen Bewusstseinen. Es gibt Bewusstseine, welche Körper bilden, die als Trans- port- oder Fährmänner fungieren - d.h. sie geben einen Teil ihrer Energie hin, damit sie von anderen als Brückenglied benutzt werden können. Dies stellt in gewisser Hinsicht also ein Opfer dar (Informationsbereitsteller, ohne selbst davon einen Nutzen zu haben). Wenn Sie sich nun auf diese Art und Weise ihren Körperspiegel mit sei - nen vielen einzelnen Spiegelorganen denken, erhalten Sie ein äußerst komplexes Kommunikationsgefüge, in dem auf die richtige Weise und im Ich Buch 323 richtigen Moment das eine in das andere Bewusstsein fließt oder sich wie - der herauszieht (wie einzelne Musikstimmen in einer Symphonie). Die Dop- pelgängergestalt basiert nun auf diesem Strahlungs-Schwingungsgitter in das temporär und sporadisch die verschiedensten anderen Bewusstseine sich hineinspiegeln - matrixhaft abspiegeln können und darüber in die Be - reiche hineinwirken, welche mit meinem Seelen-Menschenbewusstsein zusammenklingen - wobei die Organebene nicht ausgeschlossen ist. Denn bearbeite ich mit meinem Bewusstsein diese Doppelgängerimpulse über - haupt nicht, dann schlagen diese Impulse durch bis in die Organspiegel-e - bene meines Körpers hinein, wo sie für spezifische Unordnungen sorgen (stören also das »Organbewusstsein«), was sich in spezifischen Krankheits- bildern zeigt. Krankheit als Bild meint, dass in oder hinter der Krankheit eine Information steckt, die der Körper mir auf diese Art und Weise als Bild widerspiegeln will. Überhaupt können sich viele Wirkungen im Teil des menschlichen Bewusstseins nur als Bilder widerspiegeln. Unser Ge- hirn produziert dann mit unserer Seele Bilder - notwendigerweise aus den Attributen der Sinnenwelt zusammengesetzt - die als Kommunikation dienen, als Sprache, hinter der sich das Eigentliche, das Wesentliche zeigt. Innere Bilder sind also für das tiefere Bewusstsein ein gangbarer Weg, um in Kontakt mit meinem »Gehirnbewusstsein« zu kommen. Arbeite ich an meiner Bewusstseinsentwicklung (siehe Seiten 181–187), komme ich ins as- trale Denken, dann kommuniziere ich direkt auf einer tiefen Bilderebenen und bin dann mit meinem Wachbewusstsein schon ein Stück, eine Schicht näher am Sein, am Wirkend-Schöpfenden dran. Aufgrund dieser Schilderung fällt es jetzt evtl. leichter, sich den Doppel - gänger als eine Astralgestalt zu denken, bestehend aus vielen verschiede - nen anderen astralen Strukturen und Wesenheiten, welche in diese Gestalt (siehe Double-Übung aus Kapitel 2, im Double spiegelt sich der bewusste Anteil des Doppelgängers) hineingebannt sind - als Schatten, als Spiegel des häßli - chen Ichs, der das Gesunde hervorlocken soll. Denn es wird jetzt auch verständlicher, dass die eigentlichen Strukturen und Ursachen in umfas- senderen Bewusstseinen »gespeichert« sind als in dem Bewusstseinsaus - schnitt der Materie - welcher ja nur ein »Atom« bildet, mit dem höhere Bewusstseine komplexere Spiegelstrukturen aufbauen können - wie z.B. das, was wir den menschlichen Körper nennen (die Materie stellt somit ein großes Opfer dar - als Bewusstsein, welches sich zum »Atombaustein 421« für alle anderen hingibt). Wer nun glaubt, mit dem Verschwinden der Spiegel (Tod des Menschenkörpers) wären auch gleich alle Strukturen und Ursachen ver- 324 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation schwunden, der irrt sich gewaltig. In der nächsten Inkarnation wird sein neuer Leib genau nach dem Abbild, denn der Leib ist ein Bild, wiederauf - gebaut, welches aus den nicht oder gutbearbeiteten Strukturen - d.h. aus der Entwicklung seines Bewusstseines - hervorgeht. Er bekommt genau das vorgesetzt, bei dem er zuletzt aufgehört hat - es waren keine Heinzel- männchen da, die für ihn die Arbeit gemacht haben - denn er, der Mensch soll es selbst werden: das ist sein Potenzial der Freiheit! Der Doppelgänger als irdener Informationsträger von karmischen Lern- prozessen konfrontiert das Ich mit der Seelenproblematik des Menschen, damit das Ich lernt, wächst und das gesamte Gefüge (schließlich bis hin in das Erdbewusstsein!) modifiziert bzw. transformiert. Der Doppelgänger transferiert letztlich Korrektur- und positive Entwicklungsmöglichkeiten zur Vervollkommnung. Die Freiheit des Menschen ist ja nur dadurch möglich, dass das Schöne, Wahre und Gute sich als solches dem Men- schen nicht unmittelbar zu erkennen gibt. Denn wäre dies so, würde der Mensch sich ja unmittelbar und automatenhaft nach ihm ausrichten. Um diesen Automatismus zu umgehen und Freiheit zu ermöglichen, muss vor das Wahre, Schöne und Gute ein Schleier gezogen werden, so dass nun dem Menschen auch als wahr, schön und gut erscheinen kann, was damit gar nichts zu tun hat. So gibt es Blendwerk, dem meine Seele hinterdrein - läuft und sich damit ins Leid stürzt, die Täuschung erlebt, um dadurch Aufmerksamkeit auf das Wesentliche erlernen zu können - können, wegen dem Freiheitsaspekt nicht: müssen. So steckt das Gold oft in rostiger Rüs- tung (russ. Märchen vom starken Wanja) - wer nach dem schnellen Geld greift, entfernt sich vom Gold. Der Aufbau dieses subjektiven Schleiers kommt ebenfalls den Aufgaben des Doppelgängers durch seinen »Gitter - mantel, das Strahlungskorsett« zu. Hat aber meine Seele durch die Tätigkeit des Ichs das Blendwerk oder eine seelische Gestalt innerhalb der Doppelgängergestalt erkannt und er - löst, so kann es sein, dass diese sich kurz danach blitzhaft als Bild im Wachbewusstsein des Menschen zeigt. Stellen Sie sich eine Feuerwerksra - kete vor, welche jedoch nicht eine schöne strahlende Kugel, die im Him - mel langsam verebbt, sondern eine »Dämonengestalt* erzeugt, welche dies tut: blitzhaftes Zeigen und Zerfließen, Verebben ( Sie haben dann durch den Schleier auf das Wirkliche geschaut, es musste sich in seiner wahren Gestalt für Sie imaginativ zeigen). Ich Buch 325 Netzwerk Bewusstsein – Gestaltung des Planeten Erde Aus den Modifikationen bzw. Befreiungen der Doppelgängergestalt, können neue Organe im Seelischen erwachsen, die auf längere Sicht ins Ätherische und bis hinein ins Physische wirken können. Schließlich ge- staltet das Ich so Materie um - durch es als kosmisches Wesen wirkt der Kosmos (umfassende Bewusstseine) selbst in die Materie (als ein unteres Be- wusstseinsfeld) und transformiert die physischen Verhältnisse (Materie als gefrorenes Licht, abgeschattete Wirklichkeit, Finsternis). Die Menschheit kann mittlerweile durch die Auswirkungen der Technik die ganze Erde beeinflussen - zur Zeit mehr oder weniger negativ. Aber das ist erst der Anfang. Die Geschichte der Menschheit zeigt, sie ist dazu auserwählt in die irdischen und damit auch in die kosmischen Verhältnis - se einzugreifen. Sie kann dies so oder so tun: heilsam - im Sinne der inte - grativen Entwicklung, trennend - im Sinne der abspaltenden Kräfte. Dabei ist das menschliche Ich über die Seele- und Körperdependenzen die Dreh - scheibe und Angriffsfläche der verschiedenen Strömungen und geistigen Mächte. Das Problem besteht darin, dass die Seele sich zum Ich erheben muss, damit eine Geburt in der Seele stattfinden kann: das Empfangen des Geistes (das Licht ergießt sich in die durch neutrale Aktivität geöffnete Schale: das Bild des heiligen Grals als Imagination) - die Seele erhebt sich in den Lichtschoß des Geistes. Die sogenannten Widersacher müssen also ihre Kräfte darauf konzentrieren, dass diese Geburt nicht statt findet. Wie an einigen Stellen in diesem Buch ausgeführt, bewerkstelligen sie es dadurch, dass sie versuchen die Seele entweder mehr und mehr an den Körper zu binden (Konsum - Wirtschaftsformel!) und dem Körper entspre- chende Stoffe und Verhältnisse zuführen, so dass die Seele in ihm gefan- gen bleibt (Kapitel: Chakren und Ernährung) - also die ahrimanische Varian- te - oder: die Seele ins Illusionäre abheben zu lassen, so dass sie sich von der Welt abkehrt und sich in ihre eigene zurückzieht bzw. hierzu eine künstliche aufbaut: Medienflucht, religiöser Fanatismus, Schwelgen in re- ligiösen Gefühlen und Absichten oder auch in philosophisch-ethischen Weltanschauungen/Theorien - als mehr luziferische Variante. Dabei haben den Zugriff auf den Menschen die Widersachermächte in erster Linie durch den Doppelgänger, der an den menschlichen Körper, z.Teil erklärt dies den Run auf Fantasy-PC-Spiele, in denen Scheusale und Monster, die es auf das Ich (den Spieler) abgesehen haben, abgeschossen wer - den müssen. Siehe Seite 422 326 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation an die Materie gebunden ist bzw. diese in ihrer Struktur beinflusst. Das Eintauchen in die Materie (das Bewusssteinsfeld der Materie) bedeutet für den Menschen immer auch, das sich aussetzen der mit der Materie wir - kenden Gesetze (Bewusstseine) und Strahlungskräfte. Die Materie und die Erdverhältnisse selbst erzeugen im Menschen ein Schwingungsgefüge, welches geeignet ist, eine Wesenheit, wie die des Doppelgängers, an den Menschen zu binden. Der Doppelgänger hat somit eine »materielle« (nie- dere) und eine seelische (höhere) Komponente. Deshalb kann auf den Dop- pelgänger materiell (vom Materiefeld) und seelisch (Astralfeld) eingewirkt werden und zwar in zweierlei Art: für die Menschenentwicklung positiv oder nachteilig. Die seelische Einwirkung durch das Ich des Menschen wurde geschildert anhand des Bifurkationsmechanismus, wobei sich der Mensch Hilfe holen kann bei anderen Menschen, Verstorbenen, Engeln sowie dem Christus als Herr des Karmas. Die Zuhilfenahme höherer Wesen setzt eine gewisse Arbeit bzw. Verwandlung der Schattenstruktur am 6. und 4. Chakra vor- aus. Die materielle Einwirkung auf den Doppelgänger geschieht durch Um- bau der Materie und Umbau des menschlichen Körpers. Der Umgang mit Radioaktivität und der Erforschung der Materie ist nur ein Anfang. Zum Glück wurde ein wesentlicher Zugang zur Materie noch nicht gefunden, denn sonst wäre es schlecht bestellt um die Menschheit, da Macht und Profitgier in den Seelen der Menschen, die Intentionen der Widersacher- bewusstseine umsetzen würden. Auch die Genforschung ist noch nicht dort angekommen, wo es wirklich ins Eingemachte geht. Aber das ist alles eine Frage der Zeit und wird in nächster Zukunft geschehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschen sich dann so weiterentwickelt haben, dass die neuen Erkenntnisse im Schoß des Menschenbewusstseins landen und der Mensch von der Gesamtent- wicklung aus betrachtet weiter zum Selbstschöpfenden aufsteigt und nicht als Zubringer und Rädchen in einer Fremdschöpfung von den ab- sondernden, zwieträchtigen Bewusstseinen und Mächten landet. Eine heute jedoch schon sehr verbreitete Technologie, welche den Dop- pelgänger praktisch konserviert und den Zugang zu ihm wesentlich er - schwert, ist die der gepulsten Hochfrequenzstrahlung und einiger anderer Strahlungsarten, die um die ganze Erde ein Strahlungskleid legen, wel - ches das seelische Atmen (Tag-Nachtrhythmik, Wachen-Schlaf) auf der Erde zum Kosmos hin und zurück erschweren, so dass dadurch bestimm te irdi- Ich Buch 327 sche Verhältnisse - besonders bezogen auf die Doppelgänger - überpro - portional wirken können (über astrale Felder gesteuerte Tierstaaten, wie bei- spielsweise die Biene, Ameise oder Koralle sind besonders durch diese Schwin - gungen gefährdet). Um so wichtiger wird es, dass immer mehr Menschen die Doppelgän - gerthematik - welche im Grunde die Ich-Thematik ist - kennen lernen, Be - obachtungen an sich selbst anstellen und entsprechend handeln. Denn jedes äußere Hemmnis kann durch ein Mehr an Bewusstseinsarbeit ausgeglichen werden. Fängt der Mensch an, dem Ich nachzugehen, nach - zuforschen, dann wird ihm auch geholfen, die Transformation durchfüh - ren zu können - wie schlimm auch immer die äußeren Verhältnisse sein mögen. Richten die äußeren Verhältnisse sich gegen den Menschen, dann des - halb, weil es Wirkungen von Doppelgängern in die Gegenwart hinein sind von Taten der Menschen und Völker aus der Vergangenheit. Die Aufgabe der Doppelgänger (z.T. auch der Engel) besteht eben darin, in al- ler Härte und Konsequenz das Karma herbeizuführen. Erkenne ich mei- nen Lernprozess und handele entsprechend, dann löse ich die Gestalt des Doppelgängers auf. Tun das viele Menschen, entsteht ein ganz anderes Resonanzgefüge, ein positiver Sog, so dass auch der Mainstream sich da - nach wandelt und sich die äußeren Verhältnisse bessern. So werden in Zukunft nach und nach nahezu karmafreie Zonen auf der Erde entstehen - Zonen, welche nicht oder kaum mehr durch Doppelgängerwirksamkei - ten bestimmt sind. Zeit-Gestalt-Transformation Doppelgänger, Karma, Reinkarnation - der Fokus lag überwiegend auf Vergangenheit, der Essenz eines schon Gelebten von dem aus dann Ge - genwärtiges (z.B. als Anlage der gegenwärtigen Inkarnation) mitbestimmt wird. Jetzt soll der Zukunftsaspekt zu seinem Recht kommen: schon im ersten Buchkapitel (siehe Punkt 3 »Zeitlinearität«) war zu entnehmen, wie die Gegenwart aus der Zukunft mitbestimmt wird - und das Kapitel »Identifikationen« verriet, dass diesselben zwar meist auf einem Vergan - genheitsaspekt, dem Vorstellen, beruhen, aber auch durch zielgebende Gefühle, welche aus mehr unbewussten Zukunftsimpulsen (Ahnung) auf- treten, bestimmt werden können. Nehmen Sie hier als Beispiel einmal Ihre Berufswahl, bzw. Ihr Tätigkeitsfeld: wie sind Sie dazu gekommen? Sie 328 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation werden merken, dass wahrscheinlich sehr viele Faktoren eine Rolle spiel - ten und immer noch spielen. Teilen Sie die gefundenen Faktoren - einige finden Sie bestimmt auch in Ihren Aufzeichnungen (siehe Kap.2, Doubleer- stellung) - zunächst einmal in zwei Rubriken ein: vergangenheitsbestimm- te Faktoren (z.B. Familienbetrieb übernommen) und zukunftsbestimmte Fak- toren (z.B. drängender Wunsch, ohne, dass es für diesen Wunsch eine Begrün - dung aus dem Gegebenen gäbe). Untergliedern Sie jede Rubrik nochmals ge- mäß der »Beziehungsringe« ersichtlich in der Grafik unten. Falls das Bei - spiel des Tätigkeitsfeldes bzw. Berufes für Sie jedoch nicht viel hergibt, nehmen Sie sich einfach ein anderes (Partnerfindung, Lebensanschauung, Projektdurchführung, Hobbie usw.). Doppel- Zukunft gänger offen Double Alte Zukunft Gestalt bestimmt Die Einteilung der Faktoren: die dritte Grafik verdeutlicht die Aufglie - derung der Vergangenheitshälfte (links) in »Doppelgänger-Quartal« und »Alte-Gestalt-Quartal« und die der Zukunftshälfte (rechts) in ein »Zu- kunft offen« und ein »Zukunft bestimmt« Viertel. Die gegrauten Flächen verdeutlichen die prinzipiellen Wechselbeziehungsmöglichkeiten: in der ersten Figur links die vertikale Spiegelung (Oben spiegelt Unten und umge- kehrt), in der mittleren Figur die diagonale Spiegelung ( Punktsymmetrie) und in der rechten die Umstülpung (Umkreis spiegelt sich im Innen und um- gekehrt). Wenn Sie sich jetzt fragen müssen: »was war denn noch einmal alte Ge - stalt, Doppelgänger usw.?«, brauchen Sie nicht das Buch wieder von vor - ne zu lesen, sondern können zunächst einmal mit diesen Erinnerunghilfen arbeiten: Alte Gestalt: Alles, was ich im aktuellen Leben schon getan habe und damit eine Ursachensubstanz für Folgendes, bzw. die Gegenwart abgibt. Die Alte Gestalt könnte auch als Erfahrungsschatz bezeichnet werden, aus dem heraus ich eben bestimmte Dinge jetzt tun kann und andere nicht. Doppelgänger: zur Kurzcharakterisierung gilt auch hier das oben Gesag- te nur mit der entscheidenden Einschränkung: dass die vergangenen Ta - ten usw. zu 100% karmisch bedingt waren. Ob bewusst oder nicht: einer Ich Buch 329 vergangenen Tat ging ein Urteil oder eine Entscheidung voraus. Diese Ent- scheidung kann in Bezug auf die vergangene Situation aktuell und frei, oder aus karmischer Bedingtheit heraus getroffen worden sein. Der Dop - pelgänger repräsentiert im Gegensatz zur »Alten Gestalt« ausschließlich karmische (also bedingte) Bezüge. Double: der mir bewusste Teil vom Doppelgänger, von der Alten Gestalt plus aktuelle Eigenschaften, die nicht direkt aus der Vergangenheit abge- leitet sind (Wünsche, Ziele, Hoffnungen, Ahnungen, Ideale, Ideen, Intuitionen). Das Double ist, wie im zweiten Kapitel charakterisiert, das Bild vom Ich, mein Ich-Konstrukt (die Summe des vom Ich Vorstellbaren), ja, eigentlich das, was umgangssprachlich mit »Ich« bezeichnet wird. Zukunft offen: das ist das Potenzial, die Menge an Möglichkeiten, wel - che ich zur Verfügung habe, aber nie ganz ausschöpfen werde ( kann) - die 1001 Wege von denen ich rückblickend am Lebensende einen gegangen bin. Zukunft bestimmt: das, was ich aus der Zukunft im Zusammenklang mit dem schon Gewordenen (Vergangenheit) umsetzen kann (Handlung, Tatverwirklichung) - was sich also zu dem oben genannten einen Weg letzt- lich zusammengefügen wird. Versuchen Sie also die von Ihnen gefundenen Faktoren diesen Kreisen (Quadranten) zu zuordnen. Wahrscheinlich werden Sie wenige davon den Quadranten: »Zukunft offen« und vielleicht auch »Zukunft bestimmt« zu ordnen können - weil der Verstand, und er ist ja das, was immer zu erst zu Rate gezogen wird, nur Vergangenes spiegeln kann. Deswegen: Erfüh- len Sie einmal jetzt solche Faktoren, die mit der Zukunft etwas zu tun ha - ben könnten. So könnte sich z.B. eine Frage bezogen auf Ihr Tätigkeitsfeld so ausnehmen: »was fühle ich, könnte sich durch meine Tätigkeit in Zu - kunft verwirklichen lassen?« - oder: »mache ich die Tätigkeit sogar des- wegen, damit sich etwas in Zukunft realisiert?« Haben Sie allen Kreisen etwas zugeordnet, können Sie sich die Frage stellen, wo innerhalb der vier Kreise diese Zuordnungen stehen müssen? Da die Zuordnungen Ihnen bewusst sind, müssten Sie sie alle innerhalb der hellen Fläche (Grafik: rechte Variante) angesiedelt haben - was Sie in den Quadranten stehen haben, bezieht sich also nur auf den Bereich der hellen Fläche, des Doubles. Betrachten Sie nun einmal die von Ihnen vor - genommene Vierteilung gemäß der zuvor genannten prinzipiellen Wech- selbeziehungsmöglichkeiten. Hier im Beispiel mag an Stelle des Berufes einmal die Partnergeschichte genommen werden: was war daran kar - 330 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation misch und wie bestimmt das die Zukunft?(Grafik: diagonale Beziehung) Oder: sie hatten sich frei zu einer Ausbildung entschieden ( =Quadrant »Alte Gestalt«), sehen Sie jetzt darin Zukunftspotenzial (=Quadrant »Zu- kunft bestimmt«) verwirklicht(Grafik: spiegelsymmetrische Beziehung)? Kön- nen Sie bei einer solchen Betrachtung Beziehungen innerhalb der Qua- dranten herstellen in denen Sie erleben, wie das eine (z.B. Zukunft) sich in das andere (z.B. Vergangenheit) spiegelt und wie dabei Ihr Leben sich in wachsenden Ringen immer weiter ausbreitet - wie das Bild (Double) in der qualitativen Ausweitung (des Bewusstseins) zum Bildner strebt, es den Drang hat, sich auszuweiten, wie es die Kreise eines ins glatte Wasser ge - fallenen Wassertropfens tun? Der Kosmos des Unbewussten (die dunkel- grauen Flächen) stülpt sich nach und nach ins Zentrum herein, aus diesem wächst gleich einer sich öffnenden Blüte ein neues Uni-versum aus der Ich-Tätigkeit des Einzelnen, aus dem Tausendfältigen wächst eine neue »Eins«. Ist der einzelne Mensch eine Blume, dann entsteht aus der Kraft Vieler (die Menschheit) eines Tages der Garten als große, neue kosmische Blume. Im Tod kann dieses großartige Bild* erlebt werden - in ihm spre- chen Mensch und Kosmos im selben Ton, Friede und darin immense Kraft, die im nächsten Erdenleben der entsprechenden Inkarnation zur Verfügung steht - mitbestimmt durch die Bewusstseinhaltung, wie der Mensch dem Tod gegenübertritt. Jeder einzelne Mensch ist somit ein Im - pulsator für die gesamte Zeit-Gestalt-Transformation. Tauchen Sie in Ihre Lebenskreise ein, dann werden Sie ein Gefühl dafür bekommen oder es intensivieren, wie Ihre Gestalt mit der der ganzen Erdenentwicklung ver- bunden ist. Das Chronos- om Von der individuellen Biographie können die Spiegelungsbeziehungen der Fünf-Ringe-Grafik (S.328) auf die Menschheitsbiografie übertragen werden. Der Punkt (P) ist als »Timecross« in den vier Quadranten gespie - gelt: der »Trieb« als Punkt Pvi (vi=Vergangenheit individuell) auf das »Menschheitsschicksal« als Punkt Pve gespiegelt meint, dass der Trieb in seiner tieferen Schicht mit dem Menschheitsschicksal verbunden ist. Umgekehrt: in dem Moment, wo ein Trieb verwandelt wird ( nicht unter- drückt!) ändert sich auch das Menschheitsschicksal (Negativbeispiel: Macht- viele Bestattungsrituale sind gekennzeichnet von Sinnbildern der Auferstehung (Sonne, Blume, Vogel) und Transzendenz (Rad, Kreuz als Raum/ Materie-sym- bole) Ich Buch 331 trieb führt zur Klimakatastrophe, diese wird zum Menschheitsschicksal - statt »Schicksal« kann auch »Karma« gesagt werden). Gleichzeitig spiegelt sich der »Trieb« punktsymmetrisch auf die »Intuition«, will sagen: die aus der Zu - kunft fließende Intuition ist die Kraft, mit der der aus der »Stammesge - schichte« bestehende Trieb verwandelt werden kann, wodurch sich auch das Menschheitskarma ändert. Dies geschieht ja nur durch Handlungen. Die Handlung auf dieser Tiefe entspricht einer Welthandlung. al its sa al- n n ks e tio n tio ic hh ck u o l a hi vid iti hi s- l sa a ch sc in ir tu sc olk ck ag sc di -s en sp In In V Im In M ng ng un e nd - dl lle dl al lu ha e l t lu g g l üh an h un el an e b W H poc H ktu ie st ef Tr r G Vo A E Beispiel: Buddha und Christus verursachten Welthandlungen. Ein besonderes Kennzeichen dieser ist der minimalste materielle Einsatz. Epochale Handlungen sind z.B. von Persönlichkeiten ausgegangen, die bedeutende literarische oder künstlerische Werke in die Welt stellten, welche demgemäß aus großen Inspira - tionen geflossen sind. Die Mitte der Grafik ist »das unfassbare Jetzt«. Dieses Jetzt (ein Nichts) ist mit allem anderen verbunden (siehe Timecross Relation). Das wache Be- wusstsein des Menschen beginnt und endet zunächst in diesem Jetzt- 332 Doppelgänger – Karma – Reinkarnation Punkt. Eine Bewusstseinserweiterung bedeutet gemäß der Grafik, die qualitative Ausweitung des inneren Ringes, des Jetzt, hin zu den »Enden« des »Chronosoms«. Die Enden sind keine »Enden«, sie begegnen sich in der Unendlichkeit. Die Zeit besteht nur in dem Spiegel, sie ist gewisser- maßen der Spiegel. Das Ich lebt in diesem Punkt als Spiegelbild, es lebt aber ebenso in der Unendlichkeit, beides wächst im Verlaufe der Gesamt - menschenentwicklung (wieder und neu) zusammen (aus dem Paradies wird der Garten, will sagen: der Mensch ist Gärtner, vom Geschöpf zum Schöpfenden geworden - Werke sind Spiegel - alles Geschaffene, jedes Werk sucht seinen Schöpfer, um auf diesem Weg selbst schöpferisch zu werden). Erleuchtung und dann? In dem Moment, in dem ein Mensch Erleuchtung findet, hört Karma auf - er bildet kein Neues mehr. Ein Buddha ist die Inkarnation eines Men- schen, der im Vorleben Erleuchtung fand und nun karmafrei ist - er ist über das Rad (die Ringe) hinausgewachsen und hat damit seine Lernaufga- be, die ihm die Erde bieten kann, beendet. Dennoch geht er erneut einen Erdenweg. Aus Liebe. Zur Hilfestellung für die Menschen auf der Erde, denn, da es ihm selbst gelungen ist, weiß er, wie das Leid beseitigt wird, wie der Doppelgänger erlöst und damit das Karma überwunden werden kann und er verfügt über »Welthandlungstiefe«. Ein wesentlicher Be - standteil dieses Weges ist es, das Nichts zu lehren als ein Zustand, in dem die Seele jegliches Begehren aufgegeben hat, ein Todpunkt unter Umstän- den mit einem Todeserlebnis verbunden. Stellen Sie sich vor, Sie haben für eine Sache Jahrzehnte lang gekämpft - für ihre Idee, für ihre Firma, für ihre Familie, für ihre Anschauung - für etwas, wozu sie bereit waren, ihre Lebenszeit und vielleicht auch ihr Le - ben zu opfern. Nun kommt der Tag an dem plötzlich ein Umschwung stattfindet und Sie alles verlieren, Sie stehen vor einer Leere - es ist eine Art von Todeserlebnis. Wenn Sie jetzt nicht verzweifeln, sondern diesen Tod bejahen - dann gehen Sie in das Nichts und tranformieren das Leid. Denn es hat ja einen Sinn, dass dies für Sie alles wegbricht, das äußerstes Leid auf Sie zu kommt oder Sie es in dem Moment des Zusammenbruches erfahren. In der Bejahung hat das Leid keine Macht mehr über Sie. Sie ha - ben sich vom Leid erlöst, dadurch dass Sie bereit waren, den Tod auf sich zu nehmen in ihrer Bejahung der Situation. So ist Alles von ihnen abgefal - len. Dann geht plötzlich aus der Leere eine neue, innere Sonne auf. Nach dem Tod (der Maja/des Schleiers) kommt die Auferstehung. Das heißt: jeder Ich Buch 333 muss zunächst Buddhist werden, das »Nichts« erfahren in der Aufgabe des Scheins, somit das Leid verstehen und tiefes Mitgefühl entwickeln. Hiermit wird die Tür des Todes durchschritten, das Leid wird selbst zur Tür für Bewusstseinserhöhung. Das Bewusstsein findet zum ewigen Le- ben, zur Wahrheit, zum Licht ... (siehe die »Ich-Bin-Worte« des Christus) So »muss« der moderne, nachchristliche Buddhismus Christentum sein, denn er bringt die Seele durch Reinigung, durch das innere Feuer des To - des »zwangsläufig« mit dem Christus, den Auferstehungskräften in Ver - bindung. Umgekehrt kann das »Christentum« keines sein, wenn es ihm am »Buddhismus« mangelt. Auferstehung, Erneuerung (Innovation) und strukturelles Wachstum geschieht aus dem Nichts. Das ist Selbstschöp- fungs Art. Materielles Wachstum steht geistigem, d.i. der Selbstschöpfung entgegen. 334 Meditation Meditation Diese Meditation führt in einen Entspannungszustand, zur inneren Ruhe und Ausgeglichenheit und stärkt auf diese Weise die Lebenskräfte - der Naturwissenschaftler würde sagen - das Immunsystem. Die Erlebnisdich - te und die Qualität der dabei zu erreichenden Erfahrungen wird sich je - doch nicht gleich so einstellen, wie es aus dem Meditationstext usw. erahnt werden kann. Es lässt sich nichts erzwingen, im Gegenteil: je mehr ich mit Vorstellungen und Erwartungen an eine Meditation herangehe, um so wirkungsloser mache ich sie. So ist es gerade am Anfang notwen - dig, nicht nur verstandesgemäß der Anleitung zu folgen, sondern im rich - tigen Moment, den es zu erspüren gilt, innezuhalten, zu lauschen - oder auch eine Stimmung zu erzeugen. Denn es ist besser, zwischendurch sich die Mühe zu geben, Stimmungen zu erzeugen, als einfach mit dem Kopf weiterzurattern. Bei dem Stimmungserzeugen geht es jedoch nicht darum, sich in Stimmungen zu »suhlen«, sondern sie als eine Übung der Seele zu betrachten: nämlich sich generell stimmungsfähiger zu machen. So kann es passieren, dass eine erzeugte Stimmung verschwinden will, weil plötz - lich eine ganz neue sich aus tieferen Schichten an das Erlebnislicht heran - wagt. Generell ist zu empfehlen, Stimmungen auch tagsüber und zwischen - durch bewusst wieder aufleben zu lassen und tief in sie hineinzuspüren - dies verlangt also eine Wahrnehmungssteigerung, die ich jedem Dinge zu kommen lassen kann. Das braucht seine Zeit, eine bestimmte Form der Öffnung und Aufmerksamkeit. In dieser Zeit bin ich zumindest nicht mehr im Verstand! Das ist immer die wichtigste Vorbedingung, um über - haupt an wirkliche Erlebnisinhalte heranzukommen: etwas in sich spre- chen zu lassen, was über die Verstandeswirklichkeit hinaus in eine höhere Wirklichkeit hinein erleben lässt (es sei hier nochmals erwähnt, dass es nicht darum gehen kann, den Verstand auszuschalten, verkommen zu lassen - im Ge - genteil: er braucht dringendst die ihm angemessene Pflege - aber jedes an seinem rechten Ort: Verstand ist ein Bewusstseinszustand, in dem ich nicht meditieren kann - wenn ich wissen will, was Wasser ist, muss ich es werden - wenn ich über den Verstand hinaus in höhere Bewusstseinszustände will, kann ich nun einmal nicht den Verstand dahin mitnehmen). Je nachdem, was ihrem Wesen am meisten entspricht, können Sie die folgende Meditation so beginnen, dass Ich Buch 335 Sie sie mehrmals lesen, bis ihnen der Ablauf klar ist und Sie sich selbst entlang der Meditation führen können (Variante erst Lernen und dann Prak- tizieren). Eine andere Variante ist, Sie lesen den Text sinnabschnittsweise und meditieren dabei diesen Abschnitt, beenden den Meditationszustand, gehen im Text zum nächsten Sinnabschnitt usw. Haben Sie dies oft genug gemacht, kann der Verlauf ohne Buch geschehen (Variante »learning by doing«). Besonders effektiv ist es, wenn Sie die Meditation kurz vor dem zu Bett gehen machen. Sie können die Meditation abwandeln, verkürzen usw. - nach einer gewissen Zeit werden Sie ihr die für Sie geeignete Ge - stalt gegeben haben. Als Anhaltspunkt: die gesamte Meditation sollte nicht länger als 30 Minuten dauern. Eine gute Einstimmung in die Medi - tation bietet z.B. eine Entspannungsübung nach Jacobsen. . Vor dem Be- ginn der Meditation sollten mögliche Störquellen wie Wecker, Klingel, Telefon usw. beseitigt bzw. ausgeschaltet werden. Meditation Legen oder setzen Sie sich auf eine Ihnen angenehme Unterlage. Schlie - ßen Sie die Augen und freuen sich auf die innere Reise, welche Sie nun bald beginnen werden. Checken Sie ihren Körper noch einmal durch, ob irgendwo starke Verspannungen oder sonstige Unbequemlichkeiten vor- liegen und versuchen Sie diese durch Änderung der Lage zu beheben - falls dies nicht gelingt, bejahen Sie diese, gehen aber mit Ihrem Aufmerk - samkeitsfokus dann aus diesen Stellen heraus. Wenn Sie ihren Körperzu - stand - auch das Atmen - gut wahrgenommen haben, beginnen Sie damit Ihr Innenleben zu beobachten: was will an Gedanken kommen, was be - schäftigt Sie noch usw. Nehmen Sie das zwar wahr, schenken ihm aber keine weitere Aufmerksamkeit, sondern verabschieden sich davon, nach dem Motto: »ich komme euch nachher wieder besuchen, jetzt zieht von dannen...«. Lenken Sie nach solchen Gedankenzügen, welche sich Ihnen aufdrängten, Ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Atmung. Spüren Sie, wie Sie durch diese Aufmerksamkeit gegenüber ihrem bloßen Sosein im - mer ruhiger und gelassener und entspannter und wärmer werden. Fühlen Sie sich schon recht entspannt, dann schenken Sie Ihre Aufmerksamkeit dem ersten Chakra: Lassen Sie in der Gegend des Unterleibes bzw. der Genitalien, ein leicht pulsierendes, kugelförmiges, rötliches Wärmefeld 336 Meditation entstehen, was sich langsam mehr und mehr ausbreitet, wobei zum Rand hin sich die Farbe ausdünnt, die Enegie aber noch weiter über den Körper hinausstrahlt. Lassen Sie diese Wärmekugel größer und größer werden, bis schließlich Beine und Unterkörper ganz von diesem Rötlichen über - strahlt werden. Spüren Sie, wie Ihr ganzer Körper schließlich in einer wohlwollenden, angenehmen und erhabenen Wärmesphäre aufgehoben ist. In dieser Wärme finden Sie die allgegenwärtige Urenergie, welche al - les Sein durchstömt. Wie jegliche Existenz, das kleinste Atom, so sind auch Sie ganz durchströmt davon. Es schenkt und stellt Ihnen alles bereit, was Sie brauchen. Versuchen Sie diese Empfindung aufleben zu lassen: in der Wärme bin ich ganz durchströmt, sie schenkt mir alles, was ich zum Dasein brauche - für alles ist gesorgt, es ist alles da - und es ist unermess - lich an Güte und Größe. Wenn Sie merken, dass Sie die Stimmung ohne Anspannung und Ver- krampfung in Ihrem Empfinden aufleben lassen konnten, spüren Sie auch, wie diese natürlicherweise nach einer Zeit wieder abfluten will. Lassen Sie dies geschehen, lassen Sie das Wärmefeld abklingen. Erst danach be - ginnen Sie damit, sich auf Ihren Atem zu konzentrieren. Gehen Sie zunächst mit Ihrem Atem. Werden Sie zu der Luft, die einmal in Ihren Körper, in Sie einfließt - zum anderen, beim Ausatmen, gehen Sie mit der ausfließenden Luft aus Ihrem Körper heraus in die Erdatmosphä - re. Stellen Sie sich vor, dass Sie beim Ausatmen über Ihren Körper der Länge nach himmelwärts hinauswachsen - über Ihren Rücken, Schultern und Kopf - unten über die Füße hinaus. Wie ein feiner, sich zur Unsicht - barkeit verstäubender Nebel gehen Sie heraus und verlieren sich für Ihre Vorstellungskraft im Kosmos. Sie fühlen ihre Existenz jetzt ganz im Um - kreis. Sie sind körperlos. Das jeweilige Einatmen intensivieren Sie dadurch, dass Sie sich die Luft als Energie denken, die beim Einatmen in Sie einzieht und zwar immer tiefer einzieht: Zwerchfell, atmen Sie auf diese Weise dort hinein - dann noch tiefer: Bauchhöhle, atmen Sie dort hinein - und noch tiefer: Becken - boden, atmen Sie gegen Ihren Beckenboden und spüren Sie, wie sich das Becken ausdehnt. Atmen Sie in diesen inneren Raum hinein, der als »See der Ruhe« bezeichnet wird. Spüren Sie, wie sich dort die Energie ansam - melt und wie eine Knospe sich zur Blüte ausdehnt. So dehnt sich jetzt die - Ich Buch 337 se Energie blütenähnlich über Ihren ganzen Bauch aus und durchstrahlt Sie mit Lebensenergie. Geben Sie sich völlig diesem Geschehen, welches eine Eigendynamik entwickelt, hin. Lassen Sie die Blüte wachsen, Ihr Be - cken sich ausdehnen, spüren Sie die wunderbare Güte und Schönheit des Lebens und dessen selbstverständliches Kommen und Gehen. Denn die Blüte kommt an den Punkt, an dem sie zusammengehen, verschwinden will. Lassen Sie sie verschwinden, ihr Becken schließt sich wieder und Sie wachsen über ihre Länge mit dem Ausatmen ganz nach draußen bis in den Kosmos, bis in ihre kosmische Heimat hinaus. Dort ist Ruhe, Besin - nung, Beschaubarkeit, Getragenwerden. Der Kosmos ist Ihre »Basisstati - on«. Hier erhalten Sie aber dann plötzlich den Impuls mit diesen frischen, aufgeladenen Energien, mit diesem Potenzial (Sinn, Auftrag, Aufgabe, Um- setzungs-Power) wieder in Ihren Körper einzuziehen. Spüren Sie jetzt, wie Sie als diese Wonne, dieses Frische, Neue und voller Tatendrang Befindli - che, in ihren Körper wieder einziehen, ganz tief bis zum See der Ruhe, wo aus der Knospe, dem Beginn, wieder die Blüte als strahlende Ausformung aufersteht. Bleiben Sie einige Minuten in diesem Bild und in diesem Emp - finden: Einatmen - See der Ruhe, die Blüte, das Leben, das volle Becken; Ausatmen - über den Körper längs hinaus in den Kosmos, die eigentliche Heimat aus der Sie die Energie für den nächsten Atemzug in den Körper mitbringen. Bleiben Sie in dieser Dynamik und lassen es einfach mit Ih - rem Atem geschehen. Wenn Sie sich ihrem Atmungsprozess auf diese Weise ganz hingeben, erleben Sie das Leben als solches vorzüglich in dem selbstverständlichen Wechselzustand von Innen und Außen. Sie erleben den »Tod« des einen als das Leben des anderen, ja, Sie erleben, dass gar nicht von Tod und Leben gesprochen werden kann - denn Leben und Tod sind nur die wechselnden Zustände des Lebens selbst. So lernen Sie die wahre Größe des Lebens kennen und in Sie wird durch diese Schönheit Dankbarkeit und Demut einziehen. Bevor Sie auf das dritte Chakra über - gehen, lassen Sie den Prozeß ausklingen und legen eine kleine Pause ein, in der Sie sich z.B. auf einen Strand visualisieren, auf dem Sie ein Sonnen - bad genießen, welches Sie tatsächlich immer mehr auch innerlich durch- sonnt. Sie ruhen sich hier aus und lassen, wenn das als angenehm er - scheint, die erlebten Qualitäten des ersten und zweiten Chakras als Erin- nerungen oder Energien im Hintergrund mitschwingen. Fühlen Sie sich 338 Meditation einfach darin getragen und beschenkt und sonnen sich in diesen wunder - baren uns Menschen geschenkten Kräften und Schönheiten und Potenzia- len. Haben Sie sich auf diese Weise noch einmal ganz entspannt und aus- geruht, versuchen Sie das Sonnenerleben zu intensivieren. Alles ist hell durchstrahlt, goldener, funkelnder Sand, glitzernde Wellen, auf denen sich das Sonnenlicht widerspiegelt. Tauchen Sie ganz in diese helle, fröh- lich, freundliche, lichtvolle Stimmung ein. Wenn Sie diese Stimmung er - reicht haben, lassen Sie sich als körperliche Gestalt aus dem Glanz mate - rialisieren, wobei der Glanz sich dabei auflöst. Sehen Sie sich ganz natura - listisch, wie im Spiegel. Schwenken Sie von diesem Bild nach innen um zu Ihrem gegenwärtigen Wahrnehmen ihrer Person. Sie haben jetzt als Stim- mung ihr aktuelles Lebensgefühl plus ein visuelles Vorstellungsbild von ihnen. Nun gehen Sie in der Vergangenheit zurück. Sie werden immer jünger, gehen in die Schulzeit zurück, werden nun von Gestalt auch im- mer kleiner, lassen Sie die entsprechenden Erinnerungsbilder und Stim - mungen aufsteigen und sich in Ihnen entwickeln, ohne etwas erzwingen zu wollen. Gehen Sie weiter zurück, in die Kindergartenzeit - sehen Sie sich als Kind, das Sie waren - als Kind mit großen Augen, die staunend je - den Tag etwas Neues entdecken. Fühlen Sie sich als unbeschwertes Kind, welches fröhlich in den Tag schaut. Versuchen Sie die Unschuldigkeit und Reinheit zu erleben, in der Sie waren, als Sie 4, 3 und zwei Jahre alt wa- ren. Gehen Sie noch weiter zurück, lassen Sie sich kleiner werden und noch weiter zurück. Achten Sie einfach auf die Stimmung, welche sich so bei Ihnen einstellen will. Sie sollte unbeschwert, hell und fröhlich sein. Gehen Sie mit ihrer Empfindung noch weiter zurück bis in den Mutterleib hinein. Beim Durchgang in den Mutterleib kann etwas Besonderes gesche - hen. Lassen Sie es einfach geschehen. Wenn keine besondere Empfindung oder kein Bild auftaucht ist das auch in Ordnung. Im Mutterleib sind Sie schwerelos. Sie haben keine Tastempfindung, keine äußeren Körperemp- findungen mehr. Sie sind entgrenzt und darin reines Licht, Sie sind Sonne unter dem Herzen ihrer Mutter - unendliche Reinheit und Güte und Schönheit. Sie sind in Ihrer Quelle, die Quelle selbst, Sonne, pure Licht - energie. Sie sind eine Sonne. Sie sind ein Sonnenkind, ein Kind der Sonne, die Sonne ist Ihre Mutter! Aus dieser Sonnenheimat werden Sie geboren als Sonnenembryo. Auf den glänzenden Strahlen des Sonnenlichts steigen Ich Buch 339 Sie als Sonnenembryo erdwärts nieder. Sie spüren sich als diese sonnen - hafte Persönlichkeit in Ihrem Körper wohnen. Vom dritten Chakra aus strömt dieses Licht ihrer Persönlichkeit über Ihren ganzen Körper. Fühlen sie sich in den feinen, zarten Schwingungen dieses jungen Sonnenglanzes wie gebadet. Sie sind diese Sonnengeburt im Erdenleib, rein und vollkom- men. Das Sonnenhafte ist Ihr Zuhause, welches ein vorübergehendes Zu - hause in Ihrem vergänglichen Erdenkörper findet. Nachdem Sie diese Stimmung erleben, beginnen Sie von dem heiteren, strahlenden Kind aus, das Sie waren und welches mit sonnenhaften Au - gen in die Welt schaute, wieder regulär in Ihrem Lebensalter weiter zu schreiten. Erleben Sie nun, wie unschöne Dinge sich in Ihr Leben mischen, wie sie als Kind Ängste entwickeln, wie es immer finsterer wird, wie Ent - täuschungen Ihre Seele verkrampfen lassen, wie sie verletzlich werden - lassen Sie gegebenenfalls Bilder dazu aufsteigen, fühlen Sie diese Schat - ten, welche die Bauchgegend immer weiter verdunkeln, verhärten - das Licht abschirmen. Sehen Sie schließlich das Double mit den geronnenen negativen Eigenschaften, den Ängsten, Zwängen, persönlichen Unzuläng - lichkeiten usw. Versinken Sie aber nicht in diesen Schatten, halten Sie sie aus - denn nun bewegen Sie sich in Ihr Herz. Lenken Sie Ihre Aufmerk - samkeit auf den Herzraum. Während zuvor noch Leid anwesend war, be- finden Sie sich plötzlich an einem neutralen Ort. Hier ist die Wahrheit, die präsente Energie der Wahrheit und der Klarheit. Aus diesem Raum er - leben Sie die Schatten, die Unzulänglichkeiten, die von unten nach oben drängen. Aber Sie erleben gleichzeitig auch ihre Sonne, Ihre wunderbare Energie, Sie spüren also, wie Licht und Schatten da sind ohne darin ge - bannt zu sein. Sie erleben den tiefen Sinn dieser Dualität. In dem Herz - raum lebt beides, dort ist Platz für alles! Sie nehmen die Schatten an, las - sen sie kommen, denn Sie begreifen tief den Sinn für Ihre Entwicklung hier auf der Erde und Sie spüren, dass diese Schatten Gestalten sind, die sie in der Vergangenheit in die Welt gesetzt haben und nun hier im Herz - raum Erlösung durch ihren Anblick finden. Sie können all das einatmen und es wird durch Sie, durch den Herzraum zu Licht - löst sich im Licht auf. Denn dies ist die Liebe, sie gibt sich dem Unvollkommenem hin, und es wird vollkommen. Hier im Herzraum klärt sich das Allzupersönliche, die Verstrickungen, die Zwänge, die Ängste. In der Annahme durch - 340 Meditation schreiten Sie dieses, Sie wachsen darüber hinaus - das Leid nimmt ein Ende - Klarheit, Wahrheit und Liebe strahlen über alles. Sie sind der himmeldurchlichtete Raum geworden, aus dem Sie nun in Klarheit, Wahrheit und Liebe mit Ihrer so transformierten Persönlichkeit hochbewusst und heilsam arbeiten können. Die Liebe ist eine Heilhand - lung, die in die Welt aus Ihrem Zentrum, dem Herzen, fließt. Lassen Sie, wenn es dann so sein soll, dieses Erleben wieder abklingen und verlagern Sie nun ihre Aufmerksamkeit auf das fünfte Chakra, das Kehlkopfchakra. Stellen Sie sich einen bläulich-hellbläulich fluktuierenden Schein vor, der von Hals und Nacken aus über Rücken und Arme in die Welt aus - strahlt. Geben Sie in diesen Schein die Empfindung hinein, welche Sie im Herzraum kennenlernten: erhabene Klarheit und Wahrheit - jetzt in Liebe getauchte Handlung, welche Sie in die Welt hineinfließen lassen. Diese Handlungen sind weisheitsvoll und rein - denn sie wurden zuvor über den Herzdurchgang gereinigt. Diese Handlungen fließen aus Ihnen, aber sie sind nicht nur persönlich, sondern in erster Linie wahr - aber durch Sie geschaffen und sie könnten nicht ohne Sie - ohne Ihr wahres, gereinig - tes Ich (vom Ich gereinigte Seele) sein. Mit diesen Handlungen geben Sie das in die Welt, was die Welt von ihnen braucht aus Ihrer tiefen, gereinigten Kreativität. Die Welt braucht Sie als Schöpfer und Sie lassen in einer liebe - vollen Selbstverständlichkeit diese Handlungen mit dem Klang ihres Her- zens in sanft-bläulichem Glanz in die Welt hineinfließen. Nachdem Sie dieses Bild, diese Stimmung soweit ausgeprägt und verin - nerlicht haben, wie es Ihnen zum gegebenen Zeitpunkt möglich war, ge - hen Sie mit diesem erhabenen, sensitiv Bläulichen als Handlungskraft, als Aussage der Handlung weiter hinaus in die Welt. (als Hilfe für den Ver- stand und für das erstmalige Meditieren: vergegenwärtigen Sie sich einmal, wie das ist, wenn der Mensch handelt: z.b. eine Frucht anbaut, erntet und nun auf die Reise schickt zu dem Menschen, der sie ißt; ein Produkt erstellt, was um die halbe Erde geht, um irgendwo anders eingebaut, verwertet oder verbraucht zu werden; ein Buch, ein Satz, was irgendwo in einem Menschen einen Anfang nahm, aber nun um die Welt geht, usw.) Die Handlungen selbst leben in der Welt über den ganzen Globus hinweg wie Wetterströmungen, Wolkenbil - der als Informationsgebilde, ob als winzige Luftströmungen (»unwichtige Einzeltat«) oder gigantische Winde (große Intuition, Massenhandlungen) - Ich Buch 341 sehen Sie auf diese Weise die Handlungen in einem Gesamtorganismus als Kanon wirken und spüren Sie, wie in diesem Gesamthandlungsorga- nismus, ja in jeder einzelnen Handlung Klarheit, Wahrheit und Liebe steckt. Und ahnen Sie, dass nicht nur Ihre und die Handlungen der leben - den Menschen in diesem Kosmos der Handlungen zusammenkommen, sondern auch die von Verstorbenen, von Engeln und höheren Bewusstsei - nen. Aus dieser kosmischen Perspektive sind Sie selbst das kosmische Auge, in dessen Glanz sich die Erde spiegelt. In dieser Engelsaugenüber - schau sind Sie eines: Spiegel und Gespiegeltes - Sie schauen wie von au- ßen und sind doch gleichzeitig innen, erleben zutiefst das eigentlich In - nerliche von diesem Geschehen. Möchte nach einer Zeit das geschilderte Erleben abklingen, lassen Sie es geschehen - versuchen Sie aber im Grundton dieser erhabenen Stimmung zu bleiben, denn Sie wissen, Sie werden noch weiter gehen. Sie erleben eine Art innerer Erwartung (aber ohne Anspannung), wie eine stille Gewiß- heit, dass der Moment eines gigantischen, hell-leuchtenden Sonnenauf - gangs bevorsteht. Und so ist es: aus einem unsichtbaren All-Zentrum reißt der Himmel auf und jenseits von Zeit und Raum bricht das reinste Licht hervor. Ein Klang voll von Lichtfontänen* - alles ist in ihm, alles wird überstrahlt, in alles gießen sich diese unendlichen Lichtbahnen hinein. Es ist komplett. Es gibt nichts mehr zu sagen, nichts mehr zu tun - denn alles ist gesagt und getan, alles geschieht, indem es geschieht - es ist eins. Spüren Sie im Ausklang der Meditation, wie diese tönend, leuchtenden Lichtfontänen vom Kopfscheitel über ihren ganzen Körper fließen - alles einend in wunderbarer Geistpräsenz. Fühlen Sie sich davon inniglich durchleuchtet und erfrischt. Lassen Sie die Meditation auf diese Weise langsam ausklingen in der Dankbarkeit des hohen Seins, den höheren Be- wusstseinen, welche Ihnen ihre Möglichkeiten geben. Falls Sie nach dieser Meditation wieder in den Alltag müssen, machen Sie z.B. die im Anhang geschilderte »Meister-Übung« 422. 342 Schlusswort Schlusswort In die Informationsfluten unseres Zeitalters noch ein Buch hineinzuwer - fen, gleicht einer Flaschenpost im riesigen Ozean. Also schwimmt diese Post mit dem kleinsten Titel, dem winzigen Wort, das hundertmal und mehr täglich über die Lippen einer Person, in der Menge der Münder so oft wie Sand am Meer ausgesprochen wird. Was könnte sich ein Buch als noch gewöhnlicheres Thema wählen? Das Alltagsleben: plötzlich tritt etwas ein und das Gewöhnliche, das nicht beachtete Sandkorn, erhält auf einmal den Wert eines Goldkorns - ja, eines Sternes, einer ganzen Sonne, um die sich alles zu drehen beginnt (Wir gehen täglich an gewöhnlichen Dingen vorrüber, die plötzlich zu giganti - schen Entdeckungen werden und zu Erfindungen führen). In diesem Bilde erscheint die Spanne des Ich, die nicht größer sein könn - te: Sonne - Sand! Und so stellt sich dem Menschen die Frage: bist du Sonne oder Sand? - erlebt nicht jeder Mensch fast täglich diese Spanne von Nichts und Alles - Wert und Unwert - Bedeutung und Bedeutungslosigkeit seiner Existenz - Staubkorn, Auflösung, Nichts - und Sonne, Energiezentrum, Einzigartiges und Alles? Wie der Mensch diese Extreme erlebt, so können sie auch Wirklichkeit werden: Das Menschen-Ich als Sonne - oder verloren, zerrieben, zu Staub zerronnen. Fluten von Informationen (in-formare - zur Form bringen) überspülen das Sonnenhafte, können es im Sand des Nivellierens und Nihilierens begra - ben. Und wenn dies Sonnenhafte durch Information a-formiert wurde, nichts von seinem großen Sein mehr weiß, dann lässt es sich hinwegspü- len gleich Sand in einer Brandungswelle. Der Verfasser dieser Zeilen sieht, dass gegenwärtig die größte Gefahr be - steht, die jemals für das Sonnenhafte bestand, sich wie Sand zu verhalten und so zu werden. Aber auch die größte Chance besteht, den hohen Wert zu erreichen, so wie in jedem Sandkorn gülden die Sonne erglänzen kann. Gerade auf Grund der heutigen Begriffsverwirrungen und der vom allzu intellektuellen Wind getriebenen Informationsbrandung, war es dem Au- tor ein Bedürfnis eine Flaschenpost in die Fluten des »Informations-Mee - res« zu werfen, auf dessen Wogen schaukelnd das Licht der Sonne auf - Ich Buch 343 blitzen läßt, dass es auf offen Aug´ und Seele trifft und weiter dazu Mut macht, Sandkorn- in Sonnenperspektive zu verwandeln. Das Ich ist das sonnenhaft offenbare Geheimnis der Menschen, ein Feu - er-Geschenk der Götter, ein Funke, der gefunden werden will! Es ist das größte Abenteuer, das der Mensch betreiben und bestehen kann. Wie dargestellt wurde, gibt es in diesem »Adventure Game« für jeden Menschen die verschiedensten Pfade, Prüfungen und Gefahren - die man- nigfaltigsten Möglichkeiten und Chancen, den Ring des Egos aufzulösen und den wahren Schatz zu finden. Dabei gibt es nur eine höchste Regel und die lautet Freiheit: der Mensch kann die Möglichkeiten und Chancen ergreifen, muss aber nicht. Freiheit impliziert Entscheidungsmöglichkei - ten, Vielheit. Und das ist gegeben durch Mitspieler, die Figuren auf dem Plan haben, welche die Menschenfigur in Sumpfgebiete, in Höhlen und Sackgassen locken, den Menschen zur Sklavenarbeit für ihre Absichten heranziehen. Bequemlichkeit, Ansehen, Macht sind ihre Lockvögel. Der Mensch kann, muss aber nicht, zur bloßen Spielfigur verkommen, die ein Teil des Spieles anderer ist, die nicht von dem Menschenspieler, dem Ich, gespielt wird. Er kann aber auch als Spielfigur ein Bewusstsein entwi - ckeln, welches sich mit ihm selbst als das Wesen, das auf das ganze Spiel herabblickt - mit dem Ich als »Spieler« verbindet. So sitzt er mit anderen Spielgesellen am Tisch seines eigenen Schicksalsspieles und wartet dar - auf, dass seine Spielfigur, der Erdenmensch, sich selbst, den Spieler, das Quellbewusstsein erblickt. Am Ende steht, ob der Mensch durch das Tor des Spieles seine Wirklichkeit gefunden hat und vergoldet daraus hervor- geht, oder darin kleben blieb, weil er Pech (Ahriman: Materie-Verhaften) und Schwefel (Luzifer: sprühende Illusion) auf den Leim ging. Das Spiel wird zur Wirklichkeit, zum Schicksal des Menschen. So wollte der Autor auf »Spielregeln«, Potenziale und Figuren aufmerk- sam machen - als Widerspiegelung der höheren Wirklichkeit im Ich bzw. durch das Ich zu entwickeln. Wie alles innerhalb des Spieles dazu geeig- net ist, ein Schlüssel zu sein für den Menschen und diese sich selbst Schlüssel sind, so mag auch dieses Buch mit dem Titel des »Spiels« eine Schlüsselfeile sein. Entdecken Sie sich weiterhin im Erdenleben, aus der Spielfigurenperspektive, als den großen, kosmischen Spieler. Nehmen Sie es an, nutzen Sie die Erdenspielzeit als Ihre Chance, in Kontakt mit dem Wesentlichen zu kommen und das Schicksal zu gestalten. Finden und mehren Sie das Gold, das Sie als Ihr eigener Sinn sind: Ich. 344 Dritter TeilAnmerkungen Dritter Teil Anmerkungen Allgemeines zu den Quellenangaben: Viele der genannten Quellen sind im Internet auffindbar, bzw. unter: www.ich-buch.de als Direkt-Links ab - rufbar. Das Gutenberg-Projekt bietet eine gute Möglichkeit klassische Tex- te online einzusehen: http://gutenberg.spiegel.de • naturwissenschaftliche Quellen und statistische Angaben: die Richtigkeit der Aussagen müsste persönlich überprüft werden durch Wiederholung der experimentellen Grundlagen zu den entspre- chenden Aussagen.Wegen der Indirektheit sind diese in Anbetracht ihres Wahrheitsgehaltes mit Vorsicht zu benutzen. Naturwissenschaft- liche Ergebnisse sind vor allem bestimmt durch: 1.Versuchsaufbau und Experiment 2. die Messmethoden 3. die Messauswertung 4. die mathematische Methodenauswahl 5. dem Bewusstseinsfokus des Experimentators 6. Interpretation des Wissenschaftlers (Abgrenzungsvermögen) 7. gegebenenfalls lokale und zeitliche Spezifikationen 8. die Regeln der Naturwissenschaft (Reproduzierbarkeit, Messbarkeit mit physikalischen Instrumenten, Nachvollziehbarkeit auf den Verstand re- duziert) Naturwissenschaftliche Ergebnisse sind alles andere als »objektiv«, denn alle Ergebnisse entstehen im und durch den Betrachter (siehe auch weiter unten Zitat von Werner Heisenberg) - was ihren Wert aber nicht schmälert. Das Entscheidende ist die Nachvollziehbarkeit für den menschlichen Verstand und die darin bestehende ausgeübte Ex- aktheit und Stringenz - welches so erübt als Qualität bei der Erfor- schung in jeglichem Natur-, Lebens- und Bewusstseinsbereich förder - lich ist und sogar Voraussetzung sein kann. • geisteswissenschaftliche Quellen: Dem Autor kam es vor allem darauf an, nur das zu schildern, was er aufgrund seiner eigenen Erlebnisse erfahren konnte. Die Grundzüge der in diesem Buch geschilderten Erkenntniswissenschaft gehen aus einer 10-jährigen Beschäftigung mit dem Buch von Rudolf Steiner »Die Philosophie der Freiheit« hervor. Anderes, vor allem auch Wortwahl, aus Werken von Rudolf Steiner, Ich Buch 345 wird direkt im Text als solches deklariert. • der Autor als Quelle: viel wichtiger als ein Sammelsurium von tausend- fältigen »Quellen« erscheint dem Autor die Quelle des Selbst. Denn der Zusammenhang, die Sinnkomposition in einem Buch wird schließ- lich durch den Autor bestimmt. Dazu kann er Quellen herbeiziehen, eigene Schlussfolgerungen und Sätze daraus bilden oder aber sie zur Untermauerung »seiner Logik« benutzen. Das Entscheidende hierbei ist der innere Abgleich, die kritische Frage an sich selbst (das Herz): kommt der Sinn wirklich aus mir, ist es meine Quelle, die da spricht (das Ich) - oder braut sich nur der Verstand aus den »Bausteinen der Quellen« etwas zusammen, in der Meinung die Wirklichkeit zu tref- fen? In dem einen Fall geht es um die Evidenz des Ich - im letzteren um die Evidenz des Verstandes. Der Autor hat - mit Ausnahme der Forschungsergebnisse aus dem ge- genwärtigen Wissenschaftsbetrieb - nur das beschrieben und aufge- führt, was auf seinem eigenen Erleben und auf dem Boden seiner Evi- denz gegründet ist. • der Leser als Quelle: der Leser muss die in diesem Buch getroffenen Aussagen - egal aus welcher Quelle sie auch kommen mögen! - zu- nächst als Hypothesen auffassen. Nur durch die Eigenbeobachtung der hier geschilderten seelischen Phänomene kann der Leser eine Re- sonanz mit seiner Quelle erhalten und es kann dann für ihn ein Evi- denzerlebnis im Sinne von Herzensevidenz entstehen. Und nur ein solches Quellerlebnis mag dem Leser als wirklich gelten - alles was jenseits dessen ist, kann im Sinne dieses Buches für ihn kaum Bedeu- tung haben. Denn beim Ich geht es gerade nicht um »Glaube« oder »Verständlichkeit«, sondern um zutiefst innerlich erlebte Wahrheit. Das Ich des Lesers ist seine einzige Quelle zur Wahrheit und nur dort wird er sie finden. Das Ich ist nicht falsifizierbar, denn es impliziert den Widerspruch. Es ist die »Logik der Logik« und geht über sie hinaus. Werner Heisenberg: »Wenn von einem Naturbild der exakten Naturwissen- schaft in unserer Zeit gesprochen werden kann, so handelt es sich ... ei - gentlich nicht mehr um ein Bild der Natur, sondern um ein Bild unserer Beziehungen zur Natur. Die alte Einteilung der Welt in einen objektiven Ablauf in Raum und Zeit auf der einen Seite und die Seele, in der sich dieser Ablauf spiegelt, auf der anderen, also die Descartes`sche Unter- 346 Dritter TeilAnmerkungen scheidung von res cogitans und res extensa, eignet sich also nicht mehr als Ausgangspunkt zum Verständnis der modernen Naturwissen-schaft. Im Blickfeld dieser Wissenschaft steht vielmehr vor allem das Netz der Bezie - hungen zwischen Mensch und Natur, der Zusammenhänge, durch die wir als körperliche Lebewesen abhängige Teile der Natur sind und sie gleich - zeitig als Menschen zum Gegenstand unseres Denkens und Handelns ma- chen. Die Naturwissenschaft steht also nicht mehr als Beschauer vor der Natur, sondern erkennt sich selbst als Teil dieses Wechselspiels zwischen Mensch und Natur. Die wissenschaftliche Methode des Aussonderns, Er - klärens und Ordnens wird sich der Grenzen bewusst, die ihr dadurch ge- setzt sind, dass der Zugriff der Methode ihren Gegenstand verändert und umgestaltet, dass sich die Methode also nicht mehr vom Gegenstand di- stanzieren kann. Das naturwissenschaftliche Weltbild hört damit auf, ein eigentlich naturwissenschaftliches zu sein.« (Heisenberg 1955, S.21 Heisenberg, Werner: Das Naturbild der heutigen Phy - sik. Hamburg 1955.) Seite Fehler: Referenz nicht gefunden, 70% der Arbeitszeit: im Kapitel »Blick in die Seele« wird die Aufsplitterung der Lohn- und Umsatzanteile genauer dargestellt. Außer dem sich zwischen Gehalt und Produkt/Konsum gegenseitig aufschaukelnden steuerlichen Aspekt, spielt der Zinseszinseffekt in den Preisen eine große Rolle. Seite 14, Treibstoff Geld: das Geld wird fälschlicherweise als Treibstoff dargestellt. Der tatsächliche Treibstoff in der Wirtschaft sind jedoch einerseits die Bedürfnisse ande- rerseits die Ideen und Fähigkeiten der Menschen. Das Geld ist nur ein Äquivalent zu den Preisen. Der Preis entsteht durch die Summe aller Ar- beitszeiteinheiten, die notwendig waren, um das Produkt, die Leistung bereitzustellen - so dass durch den Preis alle an der Produktherstellung beteiligten Menschen (die Maschinenarbeit muss dabei nach der Wertigkeit der Menschenarbeit berechnet werden) für mindestens die Zeit, die benötigt wur- de, um das Produkt herzustellen, ein entsprechendes Entgelt als Aus - gleich finden und damit in der Lage sind, erstens wieder die Zeit zu ha- ben, um das Produkt herzustellen und zweitens anteilig davon so viel zu haben, wie sie zu ihrem Lebensunterhalt benötigen. Die Preis-gestaltung betrifft also die Rechtssphäre des Menschen. Zu niedrige Preise bedeuten zu geringe Vergütung für den arbeitenden Menschen, mit anderen Wor- Ich Buch 347 ten: der Mensch arbeitet und verdient sich trotzdem nicht sein Brot. Geld und Preis haben nichts mit der Wirtschaft zu tun (weswegen in Finanz- und Realwirtschaft unterschieden wird). Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Dinge und Leistungen bereitzustellen, die die Menschen für ihre Bedürf - nisse benötigen. Das Geld ist bestenfalls nur ein imaginäres Vehikel, um einen gerechten Ausgleich innerhalb des Leistungsgebens und -empfan- gens zu bescheinigen. Seite 18, Staat - Kredite der Staat nimmt Kredite von Banken. Diese verwalten das Geld der Mega- Konzern-Eigentümer/Kartelle etc., so dass jegliche Tilgung und Zins-zah- lung überwiegend an die »Geldanleger«, also an diejenigen geht, die z.B. als Arbeitgeber ihren Gewinn ja schon einmal aus der Volksarbeit gezogen haben. Seite 20, »welcome to the machine« »welcome my son, welcome to the machine. Where have you been? It´s alright we know where you´ve been. You´ve been in the pipeline, filling in time ...[] what did you dream? It´s alright we told you what to dream...[] Textauszug von Roger Waters, Pink Floyd, »Wish You Were Here«. Dieser u.v.a.Texte von Roger Waters weisen auf den Verlust der inneren Sonne (Ich) hin zugunsten einer Programmatik, Maschinisierung. Seite 25, die Arbeitslosigkeit: falsches Wort für falschen Zustand: die meisten der sogenannten Arbeits - losen sind nicht ohne Arbeit, sondern ohne Erwerb. Zudem kann die so - genannte Arbeitslosenstatistik je nach Gesetzeslage einmal so und wieder anders aussehen: viele sogenannte Arbeitslose sind es nur deshalb, weil sie es offiziell sein müssen, um andere Bezüge oder Berechtigungen erhal - ten zu können, oder keine Abzüge entrichten zu müssen usw. Seite 32, Narziss: Als der Jüngling Narziss zum ersten Mal sein eigenes Spiegelbild in ei - nem Bach sah, verliebte er sich so in die Schönheit seines Antlitzes, dass er zum Spiegelbild wurde. 348 Dritter TeilAnmerkungen Seite 35, Zitat aus: vegetarierbund.de/vegetarierbund/falter/falter__12_fragen.html, letzter- Zugriff 28.5.2006 bzw. Zitat aus einem Artikel »die Zeit« http://www.zeit.de/archiv/2001/17/200117_ stimmts.xml letzter Zugriff 28.5.2006 Seite 36, Bauchgefühl: die Unterscheidung ist dann einfach, wenn z.B. ein Bauchgefühl »Ja«, aber die verstandesmäßige Anschauung »Nein« sagt (bei einer Menschen-begeg- nung z.B.) Seite 38 Identifikationsbildung: Geschichte, Gesellschaft und Individuum, Zukunft Ist Geschichte eine dokumentierte Sammlung von Handlungen, so ist bei- des durch den Bewusstseinszustand der agierenden Menschen und Völ - ker, also insbesondere durch die Identifikationsbildung bestimmt. Grup- penbildung entsteht durch die Bildung eines Identifikations-Komplexes. Gruppenmitglieder (Zentren) sind an diesen Komplex gebunden, der z.B. durch eine Persönlichkeit, Götter, Ideologien, Terretorien (»Vaterland«) oder eine Aufgabe usw. gegeben ist. Dem Komplex huldigt das Individu - um z.B. in Form von festgelegten Kulthandlungen oder Einhaltung von Verhaltensweisen, die die Identität mit der Gruppe stärken. Im Bewusst - sein des Einzelnen spielt dabei der Umgang mit der Körperidentifikation eine zentrale Rolle, allein schon deswegen, weil für ihn die Gruppe immer auch eine Form der Existenzsicherung darstellt, sein Rückgrat stärkt, ihm einen Daseins-Sinn mit verleiht. Doch was einerseits die Stärke, ist ande- rerseits die Schwäche: Die zur Gruppenbildung notwendige Identifikati - onsgemeinsamkeit kann einen Kitt der Abdichtung oder Verschwörung schaffen, aus dem zerstörerische Ausgrenzungen folgen. Die Gruppe wird zum Selbstzweck, verliert an evolutionärer Dynamik, bleibt stecken, wenn die Individuen einer Gruppe sich nicht den Identifikationen gegenüber - stellen können. Jeder Impuls, aus dem eine neue Gruppenbildung (=neue Identifikations- sammlung) hervorgeht, kann nur durch den einzelnen Menschen geboren werden (es gibt keine »Gruppenerleuchtung«). Können auch andere sich mit diesem Impuls identifizieren, ist eine neue Gruppe entstanden. Haben In- Ich Buch 349 dividuen sich in ihre Identifikationen verbissen, zerreibt das schließlich die Gruppe. Es wird dann nötig, einen äußeren Feind auszumachen ( auf dem afrikanischen Kontinent finden diesbezüglich heftigste Auseinander-setzun - gen statt). Gruppenbildung evolutioniert: vom historischen Anfang, den Klein-grup- pen, der Sippe, kommt es mit zunehmender Bewusstseinsdifferenzierung zu umfassenderen Organisationsaufgaben, zur Volks- bzw. Staatsbildung . Hier hat die Menschheit es mit einem Überkreuz-Prozess zu tun: einer - seits Bewusstseinsdifferenzierung bis hin zur »Ein-Mensch-Gruppe«, auch als Individuationsprozess bezeichnet, andererseits ist das Feld der Orga- nisationsaufgaben mittlererweile über den ganzen Globus gewachsen, was mit dem Wort Globalisierung angedeutet wird. Jeder einzelne Mensch ist also eine Gruppe und eine Gruppe ist die ganze Menschheit geworden: auch hier ist das Ich Punkt und Umkreis zugleich. Der Ichbürger ist Wel- tenbürger. Viele Menschen halten jedoch mehr oder weniger bewusst an alter Gruppenhaftigkeit fest, da sie noch nicht auf die Kraft des Ich, wel - che sie durchaus erfahren könnten, vertrauen wollen. Sie wollen nicht die Angst überwinden, loszulassen vom scheinbar existenzsichernden Grup- penzustand: die Sicherung der körperhaften Grundbedürfnisse durch die Kopplung an die Gruppenzugehörigkeit steht - und damit das Körperhaf- te selbst - an erster Stelle als ein Fundament, auf dem alles andere aufge - baut zu werden scheint (Punktfundament-perspektive). Im Zweifelsfalle füh- len und agieren sie als »Gruppentier«, und nicht als eigenständige Indivi - dualität. Denn der Individuationsprozess verlangt Emanzipation von der Gruppe als Voraussetzung zur Geburt der freien Individualität. Diese gründet sich dann nicht auf dem Punktfundament Körper, sondern in ei - nem neu erfahrbaren »Fundament Firmament«. Wer aber auf Gruppenzugehörigkeit angewiesen, ist durch sie lenkbar: Gruppenbildung kann ein taktisches Mittel sein, um künstliche Trennun - gen und damit Auseinandersetzungen hervorzurufen, aus denen der Drit - te als verdeckter Drahtzieher das Zünglein an der Waage zu seinem Nut- zen spielt. Diese Taktik des »dividere et impere« (Trenne und Herrsche) do- kumentiert Julius Cäsar im Bello Galico und bis heute hat sich daran nichts geändert, weil ohne gesteuerte Gruppenbildung, ohne gesteuerte Polarisation, sich zentral gesteuerte Macht nicht halten lässt. Wird das Individuum seiner Meinung nach durch die Gruppe gestärkt - so ist oft der Schritt nicht weit, diese schützende Abgrenzung auch mit Druck- oder Gewaltmitteln herzustellen oder zu verteidigen. Doch gehört 350 Dritter TeilAnmerkungen diese Form der Gruppenbildung (Gruppe als notwendige Stütze, ohne die der Einzelne seine Identität verliert) und -taktik der Vergangenheit an, wes-we- gen sie heute eigentlich nur noch zu Dekadenzen führen kann ( abgesehen von einigen Naturvölkern, welche einfach in dem Gruppenbewusst-seinszustand leben). Wegen dem Voranschreiten des Individuations-prozesses wird von einigen modernen Seelen Gruppenbildung als achronistisch oder atavis - tisch, somit schlechthin als problematisch und den Frieden gefährdend angesehen. Sie erachten ein friedliches Zusammenleben auf der Basis der Individualität für wahrscheinlicher: statt Gruppenglied, welches bewusst oder unbewusst der Gewalt des Gruppenzwanges unterliegt, ist ihr Ideal die königliche Begegnung der freien Individuen untereinander. Jeder Mensch ist ein König - jeder steht für sich selbst ein und handelt auf Grundlage eigener Entscheidungen. Das jedoch ist der Tod jeglicher Machthierarchie, die starre Gruppen als Funktionseinheiten braucht. Die Verfechter der Individualität sind Gegner der machtkonstituierenden Gruppen und werden als solche verurteilt zum »Kreuztod« (Entzug der materiellen Grundlage), das Jedermenschkö- nigtum wird als Anarchie bezeichnet und kriminalisiert: Anarchisten sind militante Chaoten. Der Akt der Feindbildschaffung selbst ist aggressiv, also genau das, was den »anderen« meist vorgeworfen wird. Die Indivi- duen in der »gewollten Gruppe« haben in der Feindbildschaffung etwas, mit dem sie sich beschäftigen können - wodurch Gruppenzugehörigkeit wächst. Jetzt sind sogar Menschen dazu bereit, in einer solchen Gruppe zu agieren, der sie sich zuvor niemals ange-schlossen hätten, ja, bereit, im Sinne der »Freiheit« das zu tun, was bekämpft werden soll: das Töten. Der heute wirklich nach Freiheit strebende Mensch will keine Hierarchie. Wenn jedoch Anarchie, deren Kern ja das freie Individuum ist, terroris- tisch übermalt wird, dann bleibt der gruppenbedürftig Abhängige lieber auf der vergangenheitsorientierten Seite der Hierarchie- bzw. Polarisati- onsbildemächte! Durch Identifikationsbildung kommt der gruppenabhän- gige Mensch sogar dazu, sich auf die Seite der Feinde des Menschlichen (siehe politische Entscheidungen und Handlungen) zu stellen, während Men- schenfreunde zu Feinden werden. Identifikationen als Kern von Gruppen- bildung werden als Köder benutzt: in dem Glauben Befriedigung ( Exis- tenzsicherung) zu finden, laufe ich ihnen hinterher, wie der Hund hinter der Wurst. Machtgierende brauchen also nur einen Hunger durch Polari- sation (Gruppenbildung: Arbeitgeber/Arbeitnehmer - Ost/West - Demokratie/ Schurkenstaaten - Produzent/Verbraucher - Arbeitslose/Erwerbstätige usw. - Ich Buch 351 Gruppen- und Parteienbildung verhindert gemeinsame Stoßrichtung) zu erzeu- gen und dann entsprechende Würste dem Volk vorzuhalten (sich im Schafspelz verkleiden), um sich ihrer Herrschaft sicher zu sein. Dabei gibt es keinen besseren Anknüpfungspunkt für macht-gesteuerte Identifikati - onsbildung als die Körperidentifikation: die Vertreter des »Softthinking- Staates« erreichen dies, in dem das Volk den Staat als Garant für Wohl - stand, Bequemlichkeit und Konsumsicherung identifiziert. Gleichzeitig werden Drohsituationen geschaffen (Erwerbslosigkeit, Konkurrenzgebahren), die vordergründig und vollmündig bekämpft werden, doch letztlich für die Machthaber z.B. durch Intransparenz des Systems als Volksknute er - halten bleiben müssen. Der »Hardaction-Staat« nimmt durch Machtaus- übung direkt über das Körperwohlbefinden (Folter, Androhung von Gefan- gennahme/Tötungen, die Volkswirtschaft klein oder chaotisch halten) Einfluss auf das Volk. So oder so: letztendlich sind es immer die » Existenzängste«, die aus der Körperidentifikation resultieren, welche für Manipulation, Gängelei, Machteinfluss, Krieg usw. genutzt werden. Geschichte wird so- mit zunehmend die Geschichte der Wirtschaft(smächte), gegründet auf dem Punktfundament »Körper«. Hier steht in der »Masse Mensch« als Wir - kendes das Animalische in Form von Konsumieren und Konsumsicherung im Vordergrund. Doch sind es eher die anderen, welche der Wurst hinter- herlaufen - mir selbst gestehe ich dagegen auch höhere Handlungsprinzi- pien zu. Denn, wenn ich nicht schon völlig von Fehlerziehung und Fehl - informationen benebelt bin, erlebe ich, dass es ein anderes Fundament gibt, in dem der Mensch wurzelt, das viele Menschen durch Taten bewie- sen und beweisen: was als kulturelle Leistung (Wissenschaft, Religion, Kunst) angesehen wird, basiert zum überwiegenden Teil auf ideellen Wer - ten und zum geringsten Teil auf der Körperidentifikation. Je mehr diese im Vordergrund steht, um so eher degeneriert eine Kultur zur Fress-Kul- tur. Das durch die Körperidentifikation zweckorientierte Handeln drängt zur Existenzsicherung auf Kosten von anderen (Sauriermenthalität: immer mehr fressen, um nicht selbst gefressen zu werden). Die Überkonzentration auf das Punktfundament bewirkt »Futterneid«, schafft Konkurrenzdruck, Misstrauen führt zu krankmachender Isolation und Autismus, was wie- derum Ängste und zwanghafte Abhängigkeiten (Machtbessenheit und Kon- trollsucht) schafft - ein Teufelskreis. Die Geschichte zeigt deutlich den Abbau der stammes- oder blutsbeding - ten Gruppenbildung, in denen zuvor das Soziale gepflegt wurde (siehe Skizze). 352 Dritter TeilAnmerkungen neue Gemeinschaften mit Fundament »Firmament«?! Spitze 21. Jhdt.: Maximum an Vereinzelung, Auflösung der sozialen Gruppen: Mitte 20. Jhdt.: die Familie Ende 19. Jhdt.: die Großfamilie Ende M.A.: die Ahnen/Häuser&Geschlechter Heute gibt es mittlerweile mehr Scheidungskinder (In Deutschland geht bereits jede dritte Ehe in die Brüche, in Großstädten und Ballungszentren wie dem Rhein-Main-Gebiet bereits jede zweite. Laut statisti - schem Bundesamt wurden allein im Jahre 2004 ca. 215 000 Ehen in Deutschland geschieden. Eine Umfrage der Universität Kiel ergab, dass 52 Prozent der Frau - en ihren Angetrauten im sechsten Ehejahr nicht wieder heiraten würden. In den USA hat sich die Scheidungsrate von 1966 bis 1978 verdoppelt.) als solche, welche noch in ihren intakten Ursprungsfamilien leben. Kinder werden hin und her geschuppst. Die Familie als soziale Keimzelle ist zerbrochen, atomisiert in die einzelnen »Iche«. Ja selbst das einzelne Ich scheint vor weiterer Atomisierung nicht ausgeschlossen (»multiple Persönlichkeiten«). Der Mensch wird auf sich selbst zurückgeworfen: die »Ein-Mensch-Grup- pe« (das Unwort: »Ich-AG« bezeichnet allerdings sehr treffend diese Entwick- lung). In sich selbst soll er das finden, was ihm zuvor die Gruppe als Familie gab: erkenne Dich selbst - und Du findest zur Welt. Das Selbst erkennen, der Ich-Sinn, das sich Gründen im Fundament Firmament soll geboren werden, das zeigt überdeutlich der Geschichtsverlauf, aber er zeigt vor al - lem auch die Verfehlung: das Verhaften im Punktfundament, basierend auf dem Körperanimalismus, den Körperidentifikationen - und er zeigt, welches Leid daraus entwächst. Die Kräfte der Vereinzelung und die der Polarisierung sind somit eine Chance, die zur Geburt der wahren Selbsterkenntnis führt, die gleichzei - tig Welterkenntnis wird. Paart sich der Vereinzelungs- und Polarisations - impuls (dessen Geist-Essenz die Geburt der Individualität ist) mit der Körper- ebene, erhofft dort Befriedigung, dann wird aus der Über-Kopf gestellten Ich Buch 353 Geist-Essenz fataler Egoismus, der so weit in die Extreme führt, dass der Zusammenhang gänzlich zu verfallen droht. Der Mensch endet in Bezie- hungslosigkeit, in Leid und Chaos. Leid und Destruktivität des Egos kön - nen jedoch den »Heiler«, das Ich hervorrufen und auf die eigentliche Wurzel besinnen: das »Fundament Firmament«, welches jeder Mensch in sich trägt. In einem Befreiungschlag kann die von Macht und Egoismus über die Extreme hin ausgebrannte Person die neue Individualität in sich gebären. Die Ich-Geburt beinhaltet unmittelbar die Verknüpfung zum Du (Soziales) und zur Welt (Erde und Natur). Aus dem Ich, den in der Einma- ligkeit Gleichen, wird damit freie Gemeinschaftsbildung möglich - das ist das, was menschengemäße Zukunft wird. Heute befindet sich der Mensch kultur- und bewusstseinshistorisch im Be- reich der individuellen Seelenhaftigkeit an der Schnittstelle von Beziehungs- losigkeit und Vereinsamung (Punkt) hin zur Öffnung der hier angedeute- ten freien Gemeinschaftsbildung - dagegen im Bereich der Körperbedürfnisse (Wirtschaft) an der Kreuzstelle zwischen dem einen Pol: einem hoch kom- plexen Leistungssystem, einer weit ausgetriebenen Arbeitsteilung bei gleichzeitiger globaler Vernetzung (Umkreis), in der keiner mehr ohne den anderen existieren kann (Verflechtung nahezu 100%, Selbstversorgungsgrad geht gegen Null), zu dem anderen Pol: der sinnerlebten, mit der Biografie in Einklang stehenden Bestimmung der eigenen Position und Handlungs- weise in dieser Globalvernetzung. Während also innerhalb der Ebene der Körperbedürfnisse sich der einzel - ne Mensch (Punkt) scharf und zwanghaft im Kreis (Arbeit/Globalisierung) vernetzt und bestimmt fühlt und nach der biografischen Integration seiner Handlungen sucht (äußerer Handlungszwang entgegen dem Inneren), fehlt im Bereich der individuellen Seelenhaftigkeit die Gemeinschafts-Einbettung bzw. herrscht Beziehungslosigkeit als Vakuum (innere Handlungsfreiheit ohne Beziehung zum Umkreis) vor, aus dem der Einzelne verzweifelt nach Beziehungen zum Umfeld sucht (Surrogat Medien), sich Beziehungen dik- tieren lässt oder aber selbst diktiert. Der Befreiungsschlag aus dieser Doppel-Schere, aus den Extremen von beziehungslosem Vakuum und zwanghafter Einbettung, gelingt in der Durchschreitung der Bewusstseinsart »Punktfundament«, welche von Ängsten und Befürchtungen um das Körperliche geprägt ist, hin zur Öff - nung der Bewusstseinsart »Fundament Firmament« - die Wurzel der frei- en Individualität. Eine solche ist jener Mensch, der die Fähigkeit erübt hat, sich seinen Identifikationen gegenüberstellen zu können, so dass hier- 354 Dritter TeilAnmerkungen durch präsente, aktuelle Beziehungen neu geschaffen oder Überkommene sofort gelöst werden können. Gruppen- oder Gemeinschaftsbildung be- deutet ihm kein Ich-Ersatz, sondern stellt eine temporäre Bündelung von Interessen oder Aufgaben dar, die aus dem klaren Kern der Persönlichkeit stammen. Die freie Individualität empfindet sich als Mitglied der Gesamt - gruppe Mensch, verbunden im Urmenschlichen, dem Ich. So ist und bleibt jeder autonom, selbstbestimmt und weiß und fühlt sich gerade in dieser kreativen Autonomie mit allen anderen verbunden: das Ich ist Ich, allen ist das Ich gemeinsam. Das Ich ist Punkt, einzelner Brückenpfeiler und Brückenbogen zugleich - es ist der gemeinsame Nenner aller Menschen und gleichzeitig das Einzigartigste des Menschen und damit für den Ver - stand ein Paradoxon, etwas Unbegreifliches. Durch das Ich als Königli- ches sind alle Begegnungen darinnen einmalig königlich, wie wohl in der einzelnen Begegnung ich gleichzeitig das Königliche in allen Menschen grüße und mich mit ihnen verbunden weiß und fühle (letztlich ist aus die- ser Basis z.B. die opensource/linux comunity entstanden - eine Linuxdistribution hat in Anlehnung an diese kreative und soziale Menschlichkeit, die über das Ich jedes Einzelnen vermittelt wird, sich selbst einen entsprechenden Namen auf afrikanisch gegeben: Ubuntu - heißt: Menschsein, miteinander teilen usw.) Goethe meinte, er kenne kein Verbrechen, welches er nicht potenziell hät- te begehen können. Was steckt in dieser Aussage? Goethe hat erlebt, dass alle Anteile der Welt - also auch der einzelnen Menschen, ob Genie oder Verbrecher - auch zumindest ansatzweise in seiner Seele zugegen sind. Derjenige, der die eigene Seele gewissermaßen als Pool der Welt betrach- ten kann, hat es nicht mehr nötig nach außen zu polarisieren: das ist mei- ne Gruppe, das sind die anderen - und die anderen haben natürlich den schwarzen Peter. Er polarisiert inwendig künstlerisch, benutzt die verin - nerlichten Polarisationskräfte zur Steigerung und zum Wachstum: gebärt stets aktuell eine realistische Form heraus, welche nicht aufspaltend, ver - nichtend, sondern integrativ friedensstiftend wirkt. Er schafft soziale Kunst. Im Gewahrwerden des inneren Atmens zwischen den Polen eint sich der Mensch zur Zukunft, zur neuen Form hin. Auch das gegenwärtig stark ausgetriebene Zwei-Welten-Dasein von Arbeit und Freizeit (von zwanghaf- ter und mangelnder Punkt/Umkreisbeziehung) geht dann über in ein orga- nisch gestaltetes Leben im Einklang mit den persönlichen Fähigkeiten und Interessen und auch mit den Resourcen der Erde. Wer sein Ich nicht entwickeln will oder kann, muss statt dessen eine Ich Buch 355 Gruppe als Ich-Ersatz nehmen. Wie zuvor erwähnt steht die Menschheit historisch nun an diesem Scheidepunkt von Gruppen-Ich oder Geburt der freien Individualität, Verhärtung im Punktfundamentalismus (Global- Player-Hierarchie/Zentralismus) oder der freien Gemeinschaftsbildung aus der im »Fundament Firmament« wurzelnden Individualität. So oder so ist das Ich also etwas, das sich selbst bestimmt: als Tier-Mensch (Gruppen- teil) oder als freie Individualität (Ich). Jede Kultur hat in dem für sie bestehenden Zeitfenster, welches sie aber auch selbst mitbestimmt, diesbezüglich eine Aufgabe. Der Geschichtsver - lauf zeigt als Biografie einer Kultur oder eines Volkes, ob und wie der Aufgabe nachgekommen wurde. Die Aufgabe des deutschen Volkes, jedes einzelnen Volksindividuums, ist Ich-Integration aus der freie Gemein- schaftsbildung erwächst - Integration, Verbindung der Polaritäten und so dies nicht gelingt, das Gegenteil geschieht: Aufteilung in Machtgruppen und -blöcke. Die Teilung der Welt verlief nicht zufällig mitten durch Deutschland, nicht von ungefähr wurde durch deutsche Geschichte eine Ost-West-Polarisation als Weltgeschichtliches besiegelt. Geschichte ist hier Spiegel, diesmal von versäumten Potenzial, von Verfehlung der eigentli - chen Aufgabe. Die deutsche Geschichte vom 19.Jhdt. bis heute ist die Geschichte der Ent- scheidung: gibt die freie Individualität oder System und Systematisierung den Boden für das Soziale, für die gesellschaftlichen Strukturen ab - lebt der freie Volkswille oder herrscht hochgezüchtetes Reglement? Es geht hier um die Entdeckung des Ich-Sinnes aus dem nur die soziale Frage und neuerdings auch die Umweltfrage, als soziale Frage gegenüber der Erde, gelöst werden kann. Der Keim ist die Individualität, jeder einzelne Mensch auf der Erde. Doch eine »Plazenta«, d.h. eine geistige Geburt- sphäre für diesen Entwicklungsimpuls als Basis zu schaffen, oblag und obliegt Mitteleuropa, im Besonderen dem deutschen Volk. Die Zukunft wird es zeigen, die Geschichte bezeugt es leider als Mahnmal: Nationalsozialismus und Adolf Hitler sind Synonyme für eine Schrecken- ära von Depression und Hass, Gruppenunterordnung, Systematisierung, Punktfundamentalismus. Obwohl die Aufgabe des deutschen Volkes gera- de an der Verfehlung und deren Aufarbeitung überdeutlich wird - erfolgt sie noch immer nicht. Denn ohne das lebendige Bild der freien Individua - lität, ohne das sich Herantasten an dieses Neue, Unverschämte kann die Geschichte nicht verstanden werden. Aus der deutschen Geschichte schreit die Ich-Thematik und deren Verfehlung, sie ist Schatten und böse 356 Dritter TeilAnmerkungen Karikatur dessen, was eigentliche Aufgabe, d.h. Potenzialausschöpfung ist. Adolf Hitler litt als Individuum unter enormen Anpassungsdruck (»gesell- schaftlicher Versager«). Sein Leben war bis 1918 ein einzig missglückter An- passungsversuch - ohne Anerkennung - mit innerer Zerrüttung, die Aus- druck in »Hysterie« als aktiver Kompensations-Komponente fand. Wer sich getreten fühlt, aber nicht aufgeben will, trachtet nach Macht und wird diese im Sinne einer »Rache« ausnutzen. Die dazu notwendige Gruppenzugehörigkeit fand Hitler in der DAP, in der er 1920 als Werbe- obmann letztlich das Sprungbrett zum Diktator erhielt. Das Leben als frustrierender und kräfteaufreibender (Gesundheitseinbußen!) Anpassungs- Kampf ging zu Ende, so dass er 1924, in seinem 35. Lebensjahr, sein wohl einziges Buch mit dem bezeichnenden Namen »Mein Kampf« schreiben konnte. Es begann nun die Inversion (die Umstülpung) der Pole: nun sollte sich die Welt (»der Kreis«) ihm (»dem Zentralgestirn«) anpassen! Er fand zu- nehmend Unterstützung, verwandelte als Werkzeug seiner Förderer, letz- tere selbst dazu, erntete Unterwerfung in Form von Opportunismus oder »Nichtstun«. Als »er« jedoch die »Welt« nicht unterwerfen konnte und die »Anpassung« (wieder) hätte betreiben müssen, war für ihn die komplette Zerstörung das geringere Leid, geradezu eine »Freiheitstat«, die er dem Rückfall in sein Vergangenheitstrauma der Anpassung - in das ihn z.B. al- lein die Vorstellung von der Unterzeichnung einer von außen aufgedrängten Kapitulation hineingedrängt haben mochte - vorzog. Hitler war also eine Person, die in ihrem Gemüt den vergeblichen Anpas - sungskampf der Individualität gegenüber den Mühlen von Gesellschaft und Staat und die daraus resultierenden Frustrationen, also erhebliche Identitätskrisen hatte, die auch in einem großen Teil der Bevölkerung gär - ten. Aber er kämpfte sich aus der »Opferrolle« heraus. Als »Mann aus dem Volk« gelang es ihm, den Identitätsverlust in den absoluten Willen zur Macht umzuwandeln: ich werde das Zentrum (»die Sonne«) - alles an- dere passt sich an. Er war ein Lebenskünstler darinnen, aus der Destrukti - on, aus dem Chaos eine Kraft zu ziehen, darin geübt, den Boden zu verlie - ren, um aus dem Vakuum des Chaos eine hehres Einheitsgefühl (vor allem auch sich selbst gegenüber) zu suggerieren. Hielt dieser Mann seine Reden, dann wurde aus dem Vakuum der Angst, der »Sorgen um die Existenz«, eine Energie, die einte, die »Heil« versprach. Der Führer verkörperte als Mitte stiftendes Vakuum das »Sonnenheil«. »Heil Hitler« klang es wie ein Hohlecho aus den Mündern derer, die nicht den eigenen Weg zur Hei - Ich Buch 357 lung, zur Ich-Gründung (Sonnenwerdung) gehen wollten, die einem Wirge- fühl von Blut und Boden, ei- ner »braunen Körperidenti- fikation« mit heerer »Son- nen-ideologie« als krönendes Identifikationsimplantat unterlagen. Das In - dividuum kehrte sich von seiner eigenen Sonne, dem Ich, ab und einer äu- ßeren Sonne (Zentralfigur) zu. Das Ersatz-Ich Hitler war für viele greifba- rer, als das eigene. Wie absolut passend dazu die Wahl des »Logos«: das von der NSDAP be- nutzte Hakenkreuz ist die Swastika, ein jahrtausendaltes Sonnensymbol, welches um die Jahrhundertwende als mit der »inneren Sonne« verbunde- nes Emblem in okkulten und neubuddistischen Zeitschriften, einem jüdi- schen Verlag und in der Lebenreform- und Jugendbewegung aufgegriffen wurde. Auf die Sonne als integrierendes Ich-Licht-Wesenhaftes wurde mit dem Hakenkreuz ganz bewusst rekuriert, es sollte dem »Sonnenkult« um die Person des späteren Führers dienen. Hätten die Menschen es geschafft, sich von der Körperidentifikation (den materiellen Verstandesfiktionen) zu Gunsten einer Ich-Wahrnehmung (Sein- serleben) zu emanzipieren, niemand hätte dann ein äußerliches Zentrum in der Figur eines Führers gebraucht und kein »Führer« hätte das » Volks- -Ich« spielen können und müssen. Denn das Sehnen des Volkes hatte den Führer auf ganz demokratische Art und Weise in seine Mitte geholt (18,3% als zweitstärkste Fraktion in der Reichstagswahl vom 14.Sept.1930 ). In den eingängigen literarischen Quellen werden als Gründe für den Auf- stieg der NSDAP vor allem Weltwirtschaftskrise, die Reparaturzahlungen (»Versailler Joch«) und die desolate Weimarer Räterepublik genannt. Diese Erklärungen sind genauso gut wie jene: »Der Stein fällt auf den Boden, weil die Erde ihn anzieht«. Gravierend war die Identifikation mit dem Körper-Verstandesbewusstsein (der Punktfundamentalismus), welche zu »Existenzängsten«, zum »Schutzsuchen im Gruppenschoß« (Gruppe als Ich-Ersatz ist der rechtsextremistische Faktor) und zur allgemeinen Korrupti- on führte: Jedes Mittel, das wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung usw. prognostizierte, war willkommen (die NSDAP erhielt erhebliche finan- zielle Mittel aus der »wohlwachsenwollenden Wirtschaft«). Zugunsten der drit- ten Reichsgründung hat der einzelne Bürger und in der Masse das Volk sein Selbst als eigenes Zentrum (»innere Sonne«) verhökert. Der Mangel im 358 Dritter TeilAnmerkungen Innen sollte durch Raumeroberung im Außen kompensiert werden. Im- mer, wenn das Selbst - obwohl es erkannt werden kann - statt dessen ver- hökert wird, kommt es zu von Menschen erzeugten großen Umweltkata- strophen (Reich-Sucht ist raumexpansiv, verzehrend!). Nietzsches Satz zum Anlass der ersten Reichsgründung 1871, es hätte stattgefunden: »die Extirpation des deutschen Geistes, zu Gunsten des Deutschen Reiches« charakterisiert das Verhalten des deutschen Volkes, aus Angst und Feigheit vor dem Geist (der »Ich-Bekenntnis«: Fundament Firmament) davonzulaufen und sich im materiellen Raumerobern, gleich- bedeutend mit Macht- und Wohlstandszuwachs, aufzureiben. Nietzsche behauptet die Existenz eines »deutschen Geistes« für den sich das Volk jedoch nicht entscheiden konnte. Das Fundament der gesamt - deutschen Lösung bildete leider das »Punktfundament« der Körperiden- tifikation und nicht das des Geistes, wie es 1848 zur Zeit der Versamm - lung in der Frankfurter Paulskirche gegenwärtig war. Der Blick auf die historischen Tatsachen beweist die Existenz eines »deut - schen Geistes« - Stichwort: deutscher Idealismus zum Beginn des 19. Jhdts., zum Beginn des 20. Jhdts.: Kandinsky, Paul Klee, Rudolf Steiner, Arnold Schönberg, Alban Berg, Albert Einstein, Max Planck - es könnten mühelos 40 weitere Persönlichkeiten genannt werden, welche in ihrer Geist-Präsenz den Spross schufen, der von Mitteleuropa in die Welt schenkend wachsen sollte. In allen Bereichen der Kunst, Literatur und Na- turwissenschaft kann die Auflösung des Raumes, also das Überwinden der Verstandesvorstellungen, des monokausalen »Körperdeterminismus« beobachtet werden zugunsten einer fluiden, geistpräsenteren Gestaltung durch die freie Individualität (Expressionismus, Abstrakte Kunst - Atonali- tät, Zwölftonmusik - organische Architektur - esoterische Literatur - Relativität und Quantenphysik - die großen Monarchien zerbrachen usw.). Im historischen Rückblick bewahrheitet sich die Extirpation des deutschen Geistes gleich drei weitere Male: entgegen dem sonnenerfüllten, organisch wirkenden »Geist« wählte das Volk im Ersten Weltkrieg zum zweiten Mal den Weg der destruktiven Raumeroberung, gefolgt vom dritten Mal, dem Zweiten Weltkrieg, der nahtlos überleitete vom Wiederaufbau zum vierten Mal: quantitative, auf dem Punktfundament aufgebaute Wirtschaftsexpansion und Konsumvergötterung, die in der Plünderung des Planeten endet. Die Revolten der 68er Jugend offenbaren den von ihnen empfundenenVerrat an der Individualität, der inneren Sonne und prangern die imperialisti- sche, sozial- und umweltzerstörende Macht- und Raumeroberungssucht Ich Buch 359 an. Der Aufruf und Impuls der »Blumenkinder« prallt an den Betonköp- fen der Punktfundamentsüchtigen ab und äußert sich in den Siebzigern in Form von geballten Energie-Entladungen: RAF und andere gewaltbereite linksextremistische Gruppen. In der vierten Reichsgründung (deutsche Wiedervereinigung) wurde die raumexpansive Reich-Sucht wiederum nur allzu deutlich, obwohl diesmal in großen Teilen des Volkes der Wille zu einer wirklichen Neugestaltung, der Entwicklung eines höheren, vom Vol - ke aus gebildeten Orgamemnums vorhanden war, weswegen die Enttäu - schung über das Gewordene so groß ist und wieder Verdrängung stattfin - det. Außer der Geschichte selbst sind Geschichtsschreibung und -Interpretati - on immer noch geprägt von der einseitigen raum- und körperbetonten Punktfundamentsichtweise, in der Monokausalität und darwinistische Menthalität (der Mensch sei ein höheres Tier: also Gattungs- statt Individuali - tätsbegriff) herrschen. Wer Geschichte qualitativ verfolgt und nacherlebt, der wird in ihr entdecken können, dass Geschichte nicht nur das Resultat von Vorgeschichte ist, sondern auch aus der Zukunft bestimmt wird. Je - des Potenzial ist noch Unerreichtes, also Zukunft, die in die Gegenwart hinein verwirklicht werden kann. Doch nicht nur das, sondern es können aus der Zukunft bestimmte Impulse in die Gegenwart durch Menschen hineingelegt werden, die - weil sie von der Allgemeinheit noch nicht wahrgenommen werden - scheinbar auf trockenen Boden fallen, aber doch Keime sind, die in Zukunft aufgehen und etwas ermöglichen, was ohne sie nicht verwirklicht werden könnte. Viele Erfindungen, Theorien, Kunstwerke usw. sind sozusagen vor ihrer Zeit entstanden. Aus der Zu- kunft heraus werden Chancen, Keime und »Heilpflanzen« (z.B. das, was Nietzsche mit »deutscher Geist« bezeichnete) in die Gegenwart gestellt, um prophylaktisch die schlimmsten Auswüchse und Perversionen zu vermei- den und die eigentlichen Aufgaben ergreifen zu können. Wurde z.B. im deutschen Idealismus nicht schon prophylaktisch eine Medizin gegeben zur Eindämmung des Punktfundamentalismuswahns, dem später Millio- nen von Menschenleben zum Opfer fielen? Kumulierten nicht bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts auf der Seite von Kunst, Wissen- schaft und Philosophie die Kräfte so, dass sie es ermöglichten, die Be - schränktheit des bloßen Verstandesdenkens aufzudecken und zu erken- nen - zu Gunsten einer inneren Selbstfindung, eines Aufleuchtens der »in - neren Sonne«, der Geburt der freien Individualität zur Entwicklung von 360 Dritter TeilAnmerkungen neuer, freier Gemeinschaft aus der achtsame Formen für die Mitwelt wachsen? Der ja nur rückwärtig orientierte Verstand wird eine solche Sichtweise für inakzeptabel halten, ansonsten müsste er sich eingestehen: Das mögliche Versagen, die Entwicklung des Kriegswahnsinnes im ersten Drittel des 20. Jhdts. und die anschließende Bildung einer von einer Minderheit gesteu- erten globalen Wirtschaftsdiktatur war potenziell vorhanden bevor sie eintrat und deshalb konnte im Voraus dagegen eine »Medizin« entwickelt werden. Die Ursache würde somit in der Zukunft liegen, die Bewegung des deutschen Idealismus z.B. wäre eine Wirkung aus dieser in der Zu- kunft liegenden Ursache - welche allerdings dann im Verlaufe der nächs - ten hundert Jahre als »Medikament« nicht ergriffen, nicht aufgenommen wurde - und somit ihre Heilwirkung auch nicht erfüllen konnte. Da der Verstand die Monokausalität nicht überwinden kann, ist die von ihm geprägte Geschichtsauffassung so, dass die Ursache eines histori- schen Ereignisses immer in der Vergangenheit zu liegen hat. Für ihn ist es ein Unding, dass Geschichte auch aus der Zukunft heraus bestimmt sein kann! Geschichte wird jedoch aus der Zukunft heraus bestimmt, das beweisen gerade auch die »Machtkreise«: Denn wie ließe sich Macht über einen grö- ßeren Zeitraum hinaus innehalten, wenn die Machtgruppe nicht zukünfti- ge Entwicklungen bzw. Zukunftspotenzial wahrnehmen könnte? Ein Ziel ist etwas, was noch nicht erreicht ist, aber erreicht werden will. So ist je - des Ziel, welches im Sinne einer Machtgruppe umgesetzt werden will, erstens selbst Zukünftiges, dass zweitens mit dem, was Zukunft werden kann resonieren muss, um Zukunftswirklichkeit werden zu können. Wer Macht haben will, muss also zukünftige Entwicklungen vorausschauen können, um diesen, falls sie gegen sein Machtbestreben wären, vor ihrem Erblühen das Wasser durch »Umkanalisierung« abgraben zu können. Mächtige bedienen sich einer »Schach-Strategie«: zukünftige Züge zu durchschauen und vereiteln, falls sie gegen das eigene Interesse sind. Bis- marck beispielsweise war ein Stratege dieser Machart, wodurch die Kon - stellationen des deutsch-französischen Krieges zu Gunsten der Reichs - gründung gewonnen wurden (siehe auch: Emser Depeche 13.Juli 1870). Diplomatie, Intrigen, Interventionen von Geheimdiensten usw.: Es geht darum, dem Gegner einen Schritt voraus zu sein - also Zukunft wahrzu- nehmen, aus einem Zukunftsvorsprung im Sinne der Machtsicherung in die Gegenwart hinein agieren zu können. Die Vor-Richtung Zukunft wirkt Ich Buch 361 in die Gegenwart und diese wird »nachgerichtet« für den »Volksver- stand«. Nachrichten werden den Menschen als Zeitdiode verabreicht: rückwärtige Blickrichtung in der die Zukunft nur aus Vergangenheit hy - pothetisch synthetisiert werden kann. Wer Machtbestand haben will, muss zukunftsorientiert sein doch gleichzeitig »Zukunftswahrnehmung« als Unmögliches darstellen. Lehren und Anschauungen, denen Zeitlinea- rität (Monokausalität, Nachrichtung) zugrunde liegen schaffen im Sinne der Machthaber kontrollierte Identifikationsbildung, einen beschränkten Ho - rizont. Während für etliche aus dem Volk Adolf Hitler als Führer ein Ersatz-Ich spielte und ein »Anti-Ich« war - das deutsche Volk sich in den Abgrund führen ließ - so kann polar dazu eine andere Persönlichkeit gestellt wer- den: sie stammte aus königlicher Linie, kam aber als »Stallbursche« unter das Volk. Sie wurde nicht von Machtkreisen gepuscht, sondern gefoltert und verraten. Statt aus Hass gezüchtetem Größenwahn besaß sie ein so umfassendes Mitgefühl, dass sie ihren Verrätern und Mördern verzeihen konnte: sie war ein Beispiel von Liebe und Herzenskraft (der Gründung im Fundament Firmament) und wurde das Opfer einer Schachstrategie von Machtkreisen. Die Rede ist hier von Kaspar Hauser, dem bis heute um- strittenen badischen Thronfolger, eine zu Lebzeiten vom Volk als »Kind Europas« empfundene und auserwählte Persönlichkeit. Wer die Verhält- nisse der damaligen Zeit und die Geschichte Kaspar Hausers auf sich wir - ken lässt, dem stellt sich die Frage, ob Kaspar Hauser, falls nicht ermor - det, kraft seiner Ausstrahlung und Herkunft eine Schlüsselfigur in der Paulskirchen-Versammlung, das Zünglein an der Waage hätte sein kön- nen, um abzuwenden die »Extirpation des deutschen Geistes zu Gunsten des Reiches« aus dessen Folge erster und zweiter Weltkrieg und die Blockbildung entstand? War Kaspar Hauser eine solche Ich-Persönlich- keit, die im historischen Verlauf das destruktive Anti-Ich Hitlers unmög- lich gemacht hätte? Das Scheitern der Paulskirchenversammlung steht je - denfalls in Zusammenhang mit dem Fehlen einer zentralen Persönlichkeit (siehe Kaiserdeputation 3.April 1849), welche ihr Herz dem Volk hätte schen- ken können, während knapp hundert Jahre später der große Fehler mit ei - ner zentralen Persönlichkeit gemacht wurde, welche das Herz des Volkes bluten ließ und als selbstgewählter Auserwählter (Diktator) seines auser- wählten Volkes (»arische Rasse«) das auserwählte Volk (Juden) als »Kon- kurrenz« ausschalten wollte und - Ironie des Schicksals? - gerade dadurch die besten Voraussetzungen zur Gründung des Staates Israel (14.Mai 1949) 362 Dritter TeilAnmerkungen schaffte, der bis auf den heutigen Tag kriegerische Auseinandersetzungen folgen, in denen sich wiederum Macht und Zusammenhang des Zionis- mus an den außenpolitischen Handlungen und dem Börsengeschehen ei - nes anderen »auserwählten Landes«, der Weltmacht USA (die im Übrigen durch die auf deutschem Boden angezettelten Kriege erst zur Weltmacht aufstei - gen konnte), ablesen lassen. In der Geschichte der »Auserwählten« wird jedenfalls immer eines deut - lich: der bedingungslose Machtanspruch und das Töten von Individualitä - ten, welche sich im Sinne der Autonomie und Auserwähltheit jedes einzel- nen Menschen einsetzen. So wurde der »Auserwählte«, der von sich sagte: »ich bin der ich bin« auf Grund des Ich-Ansatzes als »anarchistischer Un- ruhestifter« von Pharisäern, letztlich vom auserwählten Volk selbst, zur Verurteilung und ans Kreuz gebracht. Die Autonomie, die Gründung im Ich, welche die Gründung im Funda- ment Firmament ist, ist der ärgste Feind des äußeren Machterhalts - Kör- peridentifikation hingegen der Verkettungsfaktor mit dem sich die Identi- fikationsinfizierten im Machtsinne kontrollieren und manipulieren las - sen. Die Mächtigen müssen das Tier-Mensch Bild bewerben, da ihr Feind der Individuationsprozess, dass Erwachen des Individuums zur freien In- dividualität: die Ich- oder Sonnenwerdung ist. Mit dem Voranschreiten dieses Prozesses läuft die Uhr der »Auserwählten« ab. Macht- Schachstra- tegie muss also darin bestehen, durch allerhand komplizierte, undurch- schaubare, anscheinend zusammenhanglose Aktionen den Individuations- prozess zu hemmen und falls dies nicht zum Ergebnis führt, die Notbrem - se zu ziehen: Verseuchung und Zerstörung der Menschen- oder des Erd - körpers, also die Abhängigmachung der körperlichen Gesundheit von den Produkten der Mächtigen (dazu dienen Krieg, Drogen, Umbau der Erbsub- stanzen: Gentechnik, Biowaffen, wie speziell gezüchtete Viren und Bakterien usw.). Die Mächtigen, das sind natürlich nicht Politiker und Präsidenten, welche vielmehr von der Macht ablenken sollen. Doch überall wo Abhän- gigkeit statt Autonomie (Selbsthilfe) geschaffen wird, outen sich die Mäch- tigen - auch fließt das Geld stets Richtung Macht und lässt Strukturen er- kennen. Welche historischen Ereignisse auch eintreten, die Frage: »wer hat nachhaltigen und nicht nur vordergründigen Nutzen davon?« kann ebenso über die Schachzüge der Mächtigen aufklären. Es soll hier nicht die Existenz einer »Weltverschwörung« nahegelegt, son- dern darauf verwiesen werden, dass der in jedem Menschen befindliche Angriffspunkt »Körperidentifikation« dafür geeignet ist, als Kalkül in ei- Ich Buch 363 nem von Machtinteressen bestimmten System im Sinne der Machthaber genutzt und für ihre Ziele eingeplant zu werden. Und es sollte angedeutet werden, dass nur eines eine Machtansammlung, welche auf der anderen Seite immer für Unterdrückung sorgen muss, verhindern kann, nämlich die Geburt der freien Individualität, gleichbedeutend mit der Verbindung zum Sonnensein, demjenigen, was hier auch als Fundament Firmament bezeichnet wurde. Diese Entscheidungssituation zwischen Punktfundament (Körperkorrupti- on und Gattungsbegriff) und der Treue zum Fundament Firmament (geistige Wurzel, freie Individualität) tritt als Grundthema der menschlichen Seele historisch in Persönlichkeiten wie z.B. die des Guatama Buddha oder des Jesus Christus auf, deren Biografien Urbilder des Menschen sind - was schließlich der Grund ist, warum diese Figuren Jahrtausende an Geschich- te überlebt haben und die Religion selbst überleben werden. Diese Persönlichkeiten repräsentieren eine königliche Linie, durchwan- dern die Welt jedoch ohne Hab und Gut, leben die Entscheidung, das Punktfundament nicht über das Fundament Firmament zu stellen. Ihre Entscheidung wird im Laufe ihres Lebens durch mehrfache Korruptions- versuche (sogenannte Versuchungen) überprüft bis hin zur Bejahung des Körpertodes - der durch Korruption oder Verrat ( Judas) in die Wege gelei- tet werden kann. Durch das Körperopfer - der Geist als Sonnenhaftes überstrahlt das Körperhafte - wird das Körperhafte jedoch selbst transfor - miert, sonnenhafter. Die Worte: Der Wein, dies ist mein Blut - das Brot, dies ist mein Leib - will sagen: die Erde ist mein Körper, ich lebe in ihr. Es geht hier also um Integration vom Ich aus. Das Ich ist mit der Erde ver- bunden: stehe ich vor dem Einkaufsregal, dann bin ich derjenige, welcher mit seiner Einkaufswahl im Sinne dieser Integration entscheidet: lasse ich mich von Billigpreisen, die auf Ausbeutung von Mensch und Erde basie- ren, korrumpieren und verrate die Menschenwürde (werde also zum Judas), oder bringe ich das Opfer (höherer Preis=mehr Arbeits-/Körpereinsatz von mir), etwas mehr zu zahlen für ein Produkt, welches integrativ, im Ein- klang mit Mensch und Natur, geschaffen wurde? Wenn also heute durch das Verbraucherverhalten der Fortgang und die Existenz der Erde mitbestimmt werden, so ist die Lösung zu diesem Pro - blem z.B. in den Biografien des Buddha und Jesus schon enthalten. Sie setzten durch ihr Leben einen Impuls in das geistig kulturelle Leben der Menschheit, der aufgegriffen und gelebt, heute die Rettung der Erde be- deutet. So wie diese Persönlichkeiten sich ganz aufgrund ihres inneren 364 Dritter TeilAnmerkungen Kernes - entgegen bestehenden Gruppierungen (Gattungen) - für das Fun- dament Firmament entschieden haben, so muss sich heute jeder einzelne entscheiden, ob seine Handlungsweisen auf dem Punktfundament Körper oder letztlich auf dem Fundament Firmament, welches langfristig gesehen die Existenz des Körperfundamentes garantiert (sogenannte Nachhaltigkeit), beruhen sollen. Historische Ereignisse und die gegenwärtige Situation drängen also gera - dezu darauf, dass der Mensch die Geburt seiner Sonne, der freien Indivi - dualität vollzieht. Gerade für »den Deutschen« ist ohne die Klärung dieser Ich-Frage der Quell seiner Kreativität abgeschnitten und er kann seiner Aufgabe im Eu- ropa- und Welt-Organismus nur schwerlich nachkommen. Er hat den Mut aufzubringen, das Ich-Risiko einzugehen: eigenverantwortlich aus eige- nen Ideen zu handeln, auch wenn diese Zeit brauchen und eine Leere zu durchschreiten ist, statt sich, wenn es darauf ankommt Courage zu zeigen, im allgemeinen lieber auf ein kompliziertes Paragraphenwerk, höhere Re- geln, auf theoretische Hirngespinste und Eventualitäten, also schließlich auf Nicht- oder Pseudohandlungen zurückzuziehen, um bestenfalls da- durch einen persönlichen Vorteil zu erwirken oder zu behalten! So beru- hen vergangene und kommende Miseren des »deutschen Volkes« auf der Ablehnung der Individualität als geistige Entität, was die hierzulande aberwitzige Reglementierungswut und eine entsprechende Hörigkeit be- weist. Die übertriebene Verstandespflege, welche sich dem allzu Dinghaften ver - schreiben muss, führt immer wieder in die Vereinzelung, zu Angst und Apathie: so entsteht die Karikatur des Deutschen als Zweifler, Nörgler, Besserwisser, Pessimisten, depressivem Ordnungshüter und Autoritäts- -Opportunisten. Die geistlose Verstandespflege, welche Nietzsche bemän- gelte, führt zu extremer Polarisation innerhalb einer Person, die das schi - zoide Element, eine schizoide Gesellschaft begünstigt. Beispiel: über 90% der deutschen Bundesbürger sprechen sich gegen den Ausbau von Atom- energie aus, nur 5% beziehen ihren Strom von Ökö-Anbietern. Die Kluft zwischen Vernunft und Wille, zwischen dem, was aus dem Fundament Firmament folgen müsste, aber aus der Trägheit der Körper, dem Punkt- fundament geschieht, bzw. nicht geschieht, hat schizoide Ausmaße. Diese aus Ich-Verdrängung (zugunsten einer egophilen Gesellschaftsform) entstehende Asymmetrie lastet bis zur heutigen Stunde in den Seelen der Deutschen, lässt ihren Willen erlahmen, macht sie krank und neurotisch Ich Buch 365 (Weltrekord in »Gold« bei Herz- Kreislauferkrankungen, der größten Apotheken- und Arztpraxendichte und »Silber« bei den höchsten » Gesundheitsausgaben« pro Kopf in einem jährlich 24 Milliarden teuren »Gesundheitssystem«, was ge- wissen Konzernen Spitzenumsätze garantiert). Aus der Diskrepanz von Potenzial (»Stichwort: deutscher Geist«) und Nicht- verwirklichung desselben galt und gilt es sich herauszuentwickeln, den Verstand für das Herz (das Prozessuale) zu öffnen. Solange die Identifikati- onsbildung weiterhin unbewusst verläuft, steht sie im Zeichen des Egos und schürt weiter die Trennungen, das Unheil. Die Volksindividuen su- chen und sehnen sich, es staut sich Leid an, welches wieder zu entspre- chend einseitiger Identifikationsbildung zwecks Befriedigung führt. Ein Teufelskreis der Schreckensgeburten zeugt. Der zweite Weltkrieg war eine Umweltkatastrophe aufgrund der Innen- weltkatastrophe. Heute befinden wir uns wieder im Verhökern, wieder in durch übertriebene Raumeroberungen hereinbrechende Umweltkatastro- phen. Hier zeigt sich, dass das Punktbewusstsein des Egos schließlich das echte Körperfundament aus den Angeln hebt: Die Erde als Zubringer und Garant für jeglichen Körperaufbau und die Lebenserhaltung desselben. Um die Körperexistenz zu wahren, liegt es nahe eine Öko-Diktatur zu er- richten. Klimadiskussion und Angsterzeugung kommt den Machthabern nicht ungelegen! Die Überwindung von Zwang und Hierarchie hat zur Bedingung die Lösung von der Körperidentifikation. »Ökologie« könnte das neue Kleid sein, in dem die materialistische Identifikation weiteren Aufschwung erhält. Der rückwärts orientierte Verstand kann weder Zu- kunft noch Potenzial des Menschen erfassen. Wird weiterhin deutsche Geschichte durch Geschichte geprägt und nicht durch Zukunft, stirbt die Zukunft bevor sie Gegenwart werden konnte. Seite 39 Identifikationsbildung durch Bildungssystem Das Wort »System« besagt: hier geht es um Reglement und Zentralstruk- tur. Etwas soll von oben nach unten auf die Schüler angewandt werden. Die deutsche Regierung (keine reale Person, sondern auf Identifikationen beru- hendes Konstrukt!), das heißt: die Regierungsmacht innehabenden Perso- nen, beharren faktisch nach wie vor auf dem Bildungsmonopol (Schulan- erkennung einer Privat-Schule nur dann, wenn systemvergleichbar), erlassen durch zweifelhafte Gremien Vorschriften, Schulverordnungen und Lehr- pläne, statt kompetenten Pädagogen vor Ort dies im Angesicht ihrer Schü - 366 Dritter TeilAnmerkungen ler zu überlassen. Aus althergebrachten hierarchischen Strukturen werden die Bedürfnisse der Individualität (des Ich-Menschen) unterdrückt, es herrscht Macht- vor Sachpolitik, die vom Ego Besessenen regieren zwangsläufig in eklatanter Abgehobenheit, züchten damit weiter diese kalten Verstandesstrukturen, welche Gemüt und Gesundheit vertrocknen lassen. Nicht der Schüler entwickelt sein eigenes Wissen, sondern es wird ihm vorgesetzt und gesagt, wenn er es nicht esse, er später spärlich Brot be - käme. Was kann aus Punktfundamentsichtweise anderes hervorgehen, als das Bewerten von Wissen und Leistung in Punkten, ohne Rücksicht auf das individuelle Potenzial? Zehn Jahre sitzt der junge Mensch auf einer Bank zwangsgefüttert mit vorgefertigtem Einheitsbrei. Wohl kaum kennt er es anders und findet sich damit ab, lernt die gesellschaftliche Anpas- sung unter Notendruck, Druck von oben, dem er im späteren Leben, will er im System weiterkommen, nachzugeben hat. Wie der Schüler lernt, den Stoff über sich ergehen zu lassen, weil es eben so sein muss, lässt er später die Arbeit über sich ergehen, weil Geld reinkommen muss. Was ist das nur für eine Erziehung, die den Menschen dazu bringt, nicht aus eigenem Interesse zu lernen, zu arbeiten? Was ist das für eine Erziehung, die aus lernbegierigen Kindern in weniger als zwei Jahren Null-Bock Kandidaten macht? Was sind das für Pädagogen, die nicht merken, dass sie durch die Systemauflagen die Kinder in den ersten Schuljahren stumpf machen und anschließend darüber grübeln, warum ein Schüler nicht bzw. wie er zu motivieren ist? Der Erwachsene erzieht so, wie er es sich ausdenkt. Was denkt eigentlich? Das ist der auf Punktfundamentsichtweise trainierte Verstand und damit etwas, das meilenweit entfernt ist von dem, was das Kind braucht. Die Krankheit Bildungssystem vererbt sich weiter durch Pädagogen, de- nen durch das System schon als Kind das Kind vertrieben, das Herz ge- kränkt wurde durch vorzeitige Trennungen, gemütlose Beliebigkeiten und Kanalisation in die Schemata des Verstandes, Pädagogen, deren Lebenser - fahrung allein darin besteht, durch die Tretmühlen des Bildungssystems: Schule, Studium, Schule gegangen zu sein, denen somit kaum etwas ande - res geboten wurde, außer den Produkten des Verstandes - einem Intellek - tualismus, der es unmöglich werden lässt, dem Kind im Erzieher und ihm gegenüber den Herzensraum zu gewähren, den es letztlich zur Entfaltung seiner Persönlichkeit braucht. Jedes Programm, jeder Lehrplan ist ein Netz, welches sich über das heran - Ich Buch 367 wachsende Kind stülpt und es so in eine Form schnürt und zwängt, die nur allzu Kleinkariertes und Missbildungen verursachen kann gegen-über dem gigantisch lebendigem Potenzial: Kind. Die Kunst der Erziehung be- steht vor allem darin, zur richtigen Zeit das Richtige zu tun: ist ein Kind z.B. für Prozentrechnung aufnahmebereit, so kann es dies innerhalb von 30 Minuten lernen, während, wenn es noch nicht so weit ist, qualvolle Stunden gepaukt werden müssen und das hinein gepaukte Wissen eine sehr kurze Halbwertszeit hat. Wenn der Appetit da ist, fließt das Wissen! Wird gegen den Interessenhunger des Individuums gegossen, dann wird Wissen ekelhaft. Viel zu spät entdeckt dann, oder auch nicht, der Heran - wachsende, dass Lernen Freude bescheren kann und das eigene Interesse wachsen lässt. So ist für die meisten Kinder Schulzeit größtenteils nicht nur verlorene, sondern gar Persönlichkeit hemmende Zeit. Nun ist das hier Besagte beileibe nichts Neues, diese Zusammenhänge wurden schon vor einigen hundert Jahren von einer genügenden Anzahl ernstzuneh - mender Persönlichkeiten geschildert (A. Humboldt, J.W.Goethe, Lessing und Schiller) - auch praktisch mit guten Erfolgen umgesetzt (Montessorie, Wal- dorf, später auch Summerhill usw.) - blieben aber trotzdem ohne Auswir- kung auf eine »Bildungssystemänderung«. Bis auf den heutigen Tag er - folgt keine bewusst geführte Ich-Pädagogik an den Staatsschulen, keine Ich-Aufklärung für das Volk - und das wohl nicht ohne Grund! Wenn aus Mangel an Ich-Pädagogik immer mehr Schüler aus der Schule und aus dem Ruder laufen, ist dies kaum verwunderlich, sondern es wird daran ersichtlich die Not der Seelen und die menschenungemäße »Erzie- hung«. Mit freien Menschen - die nicht, wie dies im Schulsystem trainiert wird: über Körperidentifikation und Angst zu manipulieren sind - ist keine Macht zu gewinnen. Es wird klar, dass, um Macht zu behalten, die Sicht des Punktfundamentes stets in den Vordergrund und das »ideelle« oder »Geistige« in den Hintergrund gerückt werden muss. Im Sinne der Macht - haber ist es, den Geist in die Materie zu verlegen, um Monokausalität und Systematismus als Tatsache und Naturgesetzliches zu suggerieren, denen »man« sich nur unterordnen kann. Solche Identifikationsbildetendenzen werden den Jüngsten in staatlich verordneten Bildungseinrichtungen nahe gelegt (Stichwort: Vorschulzwang ab 4 Jahre). Es werden Identifikatio- nen als trojanische Pferde mit Handlungsoutput im Sinne der Implantato- ren herangebildet! Der Mensch verlernt in solchen Systemen, sich selbst (Ichmangel) das Leben und das Sein wahrzunehmen. Die innere Leere, das 368 Dritter TeilAnmerkungen Vakuum führt zu Ängsten und zu Versuchen mehr oder weniger zwang - hafter »Gemeinschaftsanbindungen« (»Schutz und Einigkeit in der Grup- pe«). Der Nationalsozialismus konnte schließlich nur aufgrund eines solchen Ichmangels geschehen. Wer sich im Denken nicht selbst gründen kann, wird zum Mitläufer, anfällig für die Gedanken (Identifikationen) der Pro- pagandisten (Informationskanäle und Medien), welche so Machtverhältnisse zementieren. Da das bestehende Bildungssystem nach wie vor die Ent- wicklung der freien Individualität hemmt, ist es andererseits nicht ver - wunderlich, wenn Rechts- und Linksextremismus, bzw. radikale Grup- penbildung als »Ich-Ersatz« zunehmen. Bildung ist der Acker und geern- tet wird das, was gesät wurde. Was spricht - außer den Machtansprüchen - eigentlich gegen einen »Freilandversuch« und den »biologischen Anbau« - also dem Fördern der individuellen »Geistesbiologie« - statt staatsgezüchtete Monokultur im Bildungswesen? Seite 39, Koans: sind in den buddhistischen oder auch hinduistischen Lehren paradoxe, oft auch humorvolle Verse, welche durch Meditation dem Schüler/Mönch einen tieferen, tranzendenten Zusammenhang erschließen, z.B: »Im Was - ser stehend, klagen wir über Durst« Seite 39, Identifikationsbildung: Kindsein – Bewusstsein des Kindes Das Kind erlebt die Welt noch in ihren Tiefen und sie spricht zu ihm in - nerhalb einer unmittelbaren, empathischen Kommunikationsebenen für die der Intellekt taub ist. Jeder Forscher, jeder Künstler, jeder Mensch, der sich der Welt nähern will, benötigt die Unbefangenheit und freudige Auf- nahmefähigkeit, die einer gesunden Kinderseele eigen ist. Doch diese Fä- higkeit geht dem Erwachsenen zunehmend verloren - es sei denn, er nä - hert sich bewusst wieder der offenen Weltanschauung des Kindes. In dem Bewusstseinszustand des Kindes gibt es noch keine Schlussfolgerungs- und Zweckdenkungsautomatik, sondern das Bewusstsein ist überwiegend ein aufnehmendes, wahrnehmendes Bewusstsein: das Kind lebt im Jetzt, in der ihn aktuell umgebenden Situation, zu der es sich in direkter, empa - thischer Beziehung empfindet. Ein Körper-Raumbewusstsein ist im Kleinkind kaum entwickelt. Das ist mit ein Grund, warum es noch bis zum Alter von 24 Monaten in die Hose Ich Buch 369 macht! Es hat keine Vorstellung über ein »Danach« und lässt aus dem Mo - ment einfach alles geschehen - »shit happens«... Das Kleinkind mit dem Charakter des »enträumlichten Bewusstseins« diente im Barock der Engelsdarstellung (Widerspiegelung der reinen, un- schuldigen, raumlosen Welt). Ein etwa zweijähriges Kind, welches in einem Kinderwagen sitzend regelmäßig denselben Weg spazieren gefahren wird, kann sich diesen als Räumliches nicht vorstellen, nicht überblicken. Wenn es auf diesem Weg einer Gestalt begegnet, z.B. einer bestimmten Bank in einem Park, verspürt das Kind eine Art freundschaftlicher Bekanntschaft damit. Der Gegenstand spricht quasi zu ihm: »Hallo, da bin ich - Du bist jetzt hier in dieser Welt, in der es auch noch dieses und jenes gibt!« Kind und Mitwelt schaffen erst Erinnerungen an andere Dinge in dieser Welt (Kind und Bank). Stellen Sie sich vor, sie hätten eine Brille auf, durch die sie nur etwa 10 m weit scharf sehen, alles weiter entfernte verschwimmt zu einem undefi - nierbaren Farbenkonglomerat. Plötzlich kann das Kind aus diesem Kon- glomerat einen Gegenstand absondern (=fokussieren), was es sprachlich etwa so kund tut: »O« (wie »o« in doch) oder »da« und zeigt mit dem Fin- ger dorthin. Das Kleinkind muss - als hätte es eine Weichzeichnungsbrille auf - im Raum weitergehen, um durch das dann in die Gesichtsnähe Ge- kommene Erinnerungen bekommen zu können. Weil es den Weg mangels Raumvorstellung nicht selbst von innen heraus erinnern und überblicken kann, kann es sich sehr schnell verlaufen. Eine geordnete Abfolge von Ge- genständen des Raumes kann es nicht, ohne in diesem Raum zu sein, in sich bilden. Wenn die Dinge ihm nichts sagen, weiß das Kind nicht weiter. Die Dinge und das Kind, dass ist noch eine Welt: Steine, Pflanzen, Tiere sind Wesen, mit denen sich das Kind auf einer Ebene unterhält - es ist noch Sein das dem Sein begegnet. Die Sinneswahrnehmung entwickelt sich ent - sprechend intensiv bevor sie mit der Ausentwicklung des Verstandes ab- flacht. Ein anderes Beispiel mag die Nahrungsaufnahme von Muttermilch sein: hier dringt Sein ins Sein - der ganze Körper schmeckt mit, ist das leere Glas. Beim Trinken füllt Geschmack das ganze Behältnis. Will jemand (z.B. die Eltern) in diesen Körper etwas hinein füllen, was absolut nicht passt, so durchzieht ein Ekel den ganzen Körper. Aus dem Besagtem wird ersichtlich, wie immens wichtig die äußere Um - gebung für das Kind ist und der schnelle Umgebungswechsel schon sehr früh die Seele des Kindes überstrapazieren und vertrocknen lässt. Erstens, 370 Dritter TeilAnmerkungen weil die Kinderseele in den Dingen als Wesentliches, Kommunikatives, Lebendiges mitschwingen, atmen will und das eben eine gewisse Zeit braucht - zweitens, weil durch den durch zu hohe Geschwindigkeiten be - dingten und vorzeitigen Seinsverlust das Raumbewusstsein zu schnell an - geregt und deswegen der notwendige Seinsunterbau im Seelischen nicht ausgebildet wird, wodurch wiederum im späteren Leben der Persönlich - keit das Wiedergewinnen dieses Seinsbezuges erschwert oder unmöglich werden kann (Neurosenbildung oder auch Tendenz zur Überfüllung wegen Mangel in Kindheit). Je früher im Kind das Verstandesbewusstsein herangezüchtet wird, um so eher schreitet im späteren Alter Demenz ein - so rächt sich eine verlorene Kindheit, das fehlende Seinsfundament. Die Welt des Kindes ist beseelt ist selbst ganz Seele (tiefes Fühlen). Dann entwickelt sich ein Verstand und die Welt wird eine Ursache-Wirkungs-Maschine: es kommt darauf an schnell zu erkennen, um dann evtl. noch schneller zu handeln - der Mensch funk - tioniert ... Im Alter funktioniert das aber nicht mehr, hier will das Seelische wieder an Raum gewinnen. Hat der Mensch das Kindsein zu wenig beachtet, dann kann er im Alter krankhaft kindisch oder aber auch, da er diese Empfindlichkeit auch hier noch verbannen will, sehr störrisch und mür - risch werden. In einem gesunden alten Menschen aber beginnt in gewisser Weise wieder, das Kind aus seinen Augen zu leuchten, das, was u.a. ein kleines Enkelkind mit den Großeltern so sehr miteinander verbinden kann. Seite 40, an die Oberfläche auftauchen will insbesondere ist hier die nach Wilhelm Reich benannte Orgontherapie an - zuführen, welche im American College of Orgonomy in Princeton, New Jersey, vermittelt wird (siehe auch: der in Deutschland als ärztlicher Psycho- therapeut tätige italienische Psychiater und Orgonom Dr. med. Vittorio Nicola). Seite 44, Verwirklichungen: • eine deutsche Bank, die nicht gewinnorientiert arbeitet und ein Netz- werk von Geldgebern und Leihgemeinschaften zur Finanzierung von (ansonsten nichtfinanzierbaren) Initiativen aufgebaut hat: GLS-Bank (www.gls-bank.de) • die Einrichtung mehr-demokratie.de • Tauschringe und Komplementärwährungen Ich Buch 371 (www.tauschring.de, www.regiogeld.de) • GNU-Lizenz, Open-Source, LINUX, www.wikipedia.de: hier spiegelt sich der urmenschliche Wille zur Brüderlichkeit, des Teilens und gegen- seitigen Helfens bezogen auf Information, Bildung, Web und Software. • die vielen Initiativen und Firmen, welche sozial- und umweltverträg- liche Produkte fördern oder herstellen: www.nai-index.de, www.natur- kost.de, www.eve.de , www.utopia.de • eine gesetzliche Krankenkasse, deren Leitung es mit dem Reglement auf sich nimmt und bis jetzt schon einige Prozesse für die Versiche- rungsfreiheit und Demokratisierung des Gesundheitswesens gewonnen hat: www.securvita.de • Artabana Solidargemeinschaften (Krankheitsnotfälle): www.artabana.de • ein »Automobilclub«, der Alternativen zum Autowahn fördert und entwickelt: www.verkehrsclub-deutschland.de. • Energieunternehmen, welche ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen vertreiben (www.lichtblick.de, www.ews-schoenau.de, ww- w.greenpeace-energy.de). • www.wearewhatwedo.de (Aktion: „wir sind was wir tun“) • www.lohas.de, www.bessereweltlinks.de, uva. Seite 47, Höhlengleichnis von Plato in: Politeia, Seite 514-541, Rowohlt-Verlag der hier angeführte klassische Text kann online im »Gutenberg-Projekt« gelesen werden: http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=2027&kapitel=1#gb_found Seite 52 »das goldene Haar«: Grimms Märchen: »der Teufel mit den drei goldenen Haaren«. Nur durch das Hineingehen in die Dunkelheit (Höhle=Unbewusstheit) und in Begeg- nung mit dem Sein (Großmutter), können die wirklichen Bezüge erkannt werden: die goldenen Haare als reale Seinsbezüge weisen auf die ( vom Teufel?) verdorbenen Seinsbezüge, d.h. die Scheinidentifikationen (Volks- mund: »Haar in der Suppe«) hin. der hier angeführte klassische Text kann online im »Gutenberg-Projekt« gelesen werden: http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=969&kapitel=279&cHash= b2042df08bteufel_m#gb_found Seite 52: subjektive Seinverknüpfung 372 Dritter TeilAnmerkungen NLP (Neuro-Linguistisches-Programmieren) als Therapieform basiert auf De- und Neuprogrammierungen von diesen Verknüpfungen. Info: http://www.nlp.de Seite 53 Weissagung der Cree: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet Ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann!“ - mit anderen Worten: Geld ist Schein, kein Sein! Seite 56: Auto gr. auto = selbst, gr. auto-mobile=Selbstbeweger, das Gefährt, dass sich von selbst bewegt. Die Schizophrenie der Sprache: »ich stehe dahinten« und meine mein Auto (mein Selbst). In der Tat geben viele Menschen mehr Energie und Aufmerksamkeit für ihr Auto aus, als für ihr Selbst - das Au - to-Selbst ist ein Synomym für das Ego: die Eigenbeweglichkeit auf Kosten anderer (Umwelt und Mensch) - seit 1968 wurde massiv und sukzessive das Bahnnetz für den Personennahverkehr (bzw. auch Güterverkehr) mit der Folge (oder Absicht!) abgebaut, dass in ländlichen Gebieten keiner mehr ohne Auto leben kann ... Seite 65: »denn ich bin selbst ein Konstrukt« - Konstruktivismus: Die Begründer des Konstruktivismus: Heinz von Foerster, Ernst von Gla- sersfeld, Humberto Maturana, Gerhard Roth, Siegfried J. Schmidt, Helm Stierlin, Francisco Varela und Paul Watzlawick - zählen heute zu den Stichwortgebern der internationalen Wissenschaftsszene. Sie propagieren ein Denken, das die Fixierung scheut und das Ideal der Objektivität als einen Mythos versteht. Insoferne beschäftigen sie sich mit Ergebnissen der Hirnforschung, Einsichten der Kybernetik, der Sprachdeterminierung des Denkens und der inneren Verbindung von Erkenntnistheorie und ethi- scher Praxis. Der Konstruktivismus wird von seinen Anhängern als eine Philosophie des Möglichen begriffen: stets versucht, neue Sichtweisen einzunehmen, verpflichtet zu einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber Gewissheiten und Dogmen. Die Auffassung, dass der Einzelne unver- meidlich für seine Sicht der Dinge verantwortlich ist, wird mit der Subjek - tivität der Wahrnehmungen begründet. Paul Watzlawick: Die erfundene Wirklichkeit (1978): »Von der Wirklichkeit nimmt der gesunde Menschenverstand an, dass sie Ich Buch 373 gefunden werden kann, eine erfundene Wirklichkeit dagegen könne - eben weil erfunden - niemals die wahre Wirklichkeit sein. Im Gegensatz dazu handelt der sogenannte Konstruktivismus von der Einsicht, dass jede Wirklichkeit im unmittelbaren Sinn die Konstruktion derer ist, die diese Wirklichkeit zu entdecken und zu erforschen wähnen. Sie erfinden sie, ohne sich des Aktes der Erfindung bewusst zu sein. Wissenschaftliche, gesellschaftliche und individuelle Wirklichkeiten werden dadurch ge- schaffen, dass wir an die vermeintlich objektiv bestehende Wirklichkeit immer mit gewissen Grundvoraussetzungen herangehen, die wir für ob- jektive Aspekte der Wirklichkeit halten, während sie doch nur Aspekte unserer Suche nach der Wirklichkeit sind.« Seite 79: Karl Popper, *28.Juli 1902 † 17.Sept. 1994 Sein wissenschaftstheoretisches Hauptwerk »Logik der Forschung« er- schien, obwohl Popper darin den Positivismus kritisiert, toleranterweise bei einer Schriftreihe des Wiener Kreises (was Popper fälschlich den Ruf ei- nes Positivisten einbrachte). Es wurde vom Wiener Kreis als ein ihren Dis- kussionen entsprungenes Werk gewürdigt. Die darin beschriebene Forde- rung nach Falsifizierbarkeit von Aussagen gilt heute als Grundlage der modernen wissenschaftlichen Arbeit. 1937 wanderte Popper nach Neuseeland aus - am Canterbury College in Christchurch, Neuseeland, fühlte Popper sich vereinsamt und von der Welt abgeschnitten. Trotzdem publizierte er weiter. 1946 nahm Popper einen Lehrauftrag für Philosophie an der London School of Economics and Political Science in England an. 1965 wurde Popper von Queen Elisabeth II. für sein Lebenswerk zum Rit - ter geschlagen. 1969 emeritierte er, publizierte aber stetig weiter. Er war Mitglied der von Hayek gegründeten neoliberalen Denkfabrik Mont Pele - rin Society, der Royal Society (London) und der International Academy of Science. Befreundet war er u.a. mit dem deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Bedeutende Schüler Poppers waren Hans Albert und Paul Feyer- abend, letztgenannter wurde später sein Kritiker (aus www.wikipedia.de). Seite 80: »das harte Problem ...« und: »kein Lerneffekt« Das »harte Problem« ist eine Erfindung und ein Problem des Verstandes- bewusstseins. Wenn der Mensch im Verstand eine Trennung von »Welt« und »Bewusstsein« erlebt (bei Kant als »Vorstellung« und »Ding an sich« be- zeichnet), kann er diese Trennung nicht mit dem lösen, was sie hervor- 374 Dritter TeilAnmerkungen bringt: Probleme, können nicht mit derselben Bewusstseinsart gelöst wer - den, mit der sie geschaffen worden sind. »Harte Probleme« werden also zu solchen, wenn sie mit demselben gelöst werden sollen, was sie hervor- bringt. Seite 95, Kaspar Hauser *29.Sept.1812, † 17.Dez.1833 durch Mordanschlag. Kaspar Hauser tauchte wie aus dem Nichts am 26.Mai 1928 am Unschlittplatz in Nürnberg als verwahrloster Bursche auf. Es nahmen sich ihm damals bekannte Persön- lichkeiten an, wie der Religionsphilosoph Prof. Georg Friedrich Daumer, sowie später Anselm von Feuerbach (Rechtsgelehrter, seit 1817 erster Präsi- dent des Appellationsgerichts für den Rezatkreis in Ansbach). Aufgrund unbe- kannter Quellen tauchte im Volk die Vermutung auf, Hauser sei der badi- sche Thronfolger, einer von zwei Söhnen der Stephanie de Beauharnais (Adoptivtochter von Napoleon Bonaparte, Großherzogin von Baden - Zähringi- sches Geschlecht), die beide trotz der ausdrücklichen Gesundheitsbestäti- gung von den Ärzten plötzlich verstorben waren, wobei Hauser eben ge- gen einen kranken Säugling vertauscht worden sei. Die Recherchen von Feuerbach lassen diesen Zusammenhang wahrscheinlich werden, er selbst kommt zu dem Schluss, »dass Kaspar Hauser nur ein eheliches, hochge - borenes Kind sein kann - es sei keine Situation denkbar, dass ein uneheli - ches oder aus einem niederen Stande kommendes Kind Anlass zu einem so umfangreichen über zwei Jahrzente reichenden Verbrechen geben könnte«. Gemeint ist hier auch die an die zehn Jahre dauernde Einkerke - rung des Jungen Kaspar Hausers, belegt durch entsprechende physiologi - sche Befunde an der Gestalt des Körpers von Hauser. Die Frage, warum Hauser als badischer Thronfolger nicht gleich nach der Vertauschung um- gebracht wurde, kann auf der Ebene des dynastischen Verbrechens aller - dings auch nicht beantwortet werden. Die Tatsache, dass das Hauser-Verbrechen bis auf den heutigen Tag kon - trovers diskutiert wird und z.T. erhebliches Öffentlichkeitsinteresse erregt (DNA-Analyse im Auftrag des Spiegels, später, 2002, diese Ergebnisse widerle - gende DNA-Analyse des Instituts für Rechtsmedizin der Westfälischen Wil - helms-Universität in Münster) beweist die Inhaltsschwere dieses Falles: was hatte es mit Kaspar Hauser wirklich auf sich? Könnte es gar sein, dass er als badischer Thronfolger eine Schlüsselfigur im europäischen Geschehen gespielt hätte - als Person ein Kristallisationpunkt gewesen wäre für die Geburt eines »neuen Deutschlands« im Sinne der 1848er Versammlung in Ich Buch 375 der Paulskirche zu Frankfurt? Wer sich näher mit diesem Phänomen be - faßt und dabei die Gesetzmäßigkeiten von Inkarnation und Reinkarnation hinzunimmt, erhält damit eine plausible Erklärung: die Mühen und Maß- nahmen, welche nötig waren, Kaspar Hauser an die zehn Jahre lang in einem Verlies anonym am Leben zu erhalten, wurden deswegen auf sich genommen, um das Ich dieses Menschen an einen Körper zu binden, dessen seelische und physio- logische Entwicklung (Gehirn) durch die Einkerkerung abgeschnitten wurde und er mit diesen Verküppelungen quasi als Depp sein übriges Leben lang hinvegetie- ren sollte. Hätte man ihn hingegen direkt umgebracht, dann hätte das Ich eine Möglichkeit gehabt, sich noch rechtzeitig wieder in einen anderen Körper zu in - karnieren, um seiner Aufgabe nachkommen zu können. Im Volke und auch in einigen Zeitungen der damaligen Zeit wurde Hau - ser als Kind Europas betituliert - er entwickelte sich rasant zu einem ge- bildeten Menschen, was den Plan seiner Feinde ( das Ich ungeboren zu lassen im Gefängnis einer kranken Seele und eines unentwickelten Körpers) zunichte werden ließ und er folglich einem zweiten Mordanschlag zum Opfer fiel. Seite Fehler: Referenz nicht gefunden, Muhammad Yunus, Gründer der Grameen Bank in einem Interview mit Franz Alt (www.sonnenseite.com, letzter Zugriff: 10.12.2006) Prof.Yunus: »Ich war total geschockt. Während ich in meinen Vorlesungen von Millionen und Milliarden sprach, hatte die Frau nicht einmal die paar Cent, um ihr Bambusmaterial zu kaufen. Ich schämte mich plötzlich für meine Wirtschaftstheorien. Ich ging dann durch ihr Dorf und machte eine Liste von Leuten, die auch Geld gebraucht haben. Auf meiner Liste standen 42 Namen. Diese 42 Leu- te brauchten nur 27 Dollar! Ich habe dann diese 27 Dollar den Leuten als Darlehen aus meiner eigenen Tasche geliehen. Die Menschen waren sehr glücklich darüber. Und sie haben alles pünktlich zurückbezahlt. Daraufhin habe ich meine Bank gefragt, ob diese Menschen keine Kredite bekommen könnten. Die Bank sagte Nein. Die Armen seien nicht kredit - würdig. Diese Position aber hielt ich nicht für menschenwürdig. Also habe ich selbst eine Bank für Arme gegründet. Heute erreichen wir mit unseren Kleinkrediten über sechs Millionen Familien in 71.000 Dörfern Bangladeshs.« Seite 106, Tanz: Der Mensch hat die Fähigkeit im Tanz mit seinem Körper in Raum und 376 Dritter TeilAnmerkungen Zeit unsichtbare Qualitäten, wie Lebensprozesse, seelische Figuren und geistige Strukturen – stimmungshaft und für ihn und den Zuschauer dann unmittelbar erlebbar – sichtbar werden zu lassen. Der Tanz selbst kann dabei mehr sein als ein bloßes Ausdrucksmittel: er produziert Energie und Gestalt, greift in Lebensprozesse heilend (Therapie von Mensch und Erde) oder zerstörend ein und wirkt somit kultisch. Diese Komplexität und physisch-lebendig-seelische Wirksamkeit des Tanzes wurde z.B. von Rudolf Steiner wieder in die profan werdende Bühnen- kunst der Bewegung hineingebracht in der Begründung der neuen Bewe- gungskunst »Eurythmie« (1918), von der er sagte, sie sei sein »liebstes Kind«. Dieser hohe Anspruch in der Eurythmie hätte aber nur durch freie Persönlichkeiten umgesetzt werden können, also von solchen, die selbst schon in einem tieferen Bewusstseins- und Reinigungsprozeß inbegriffen waren und sich entsprechend vom Egoismus emanzipiert hätten. Der Au - tor bedauert, dass gerade im Rahmen der Gesellschaft, welche sich der Eurythmie verpflichtet fühlt, diese Bedingungen so selten vorhanden sind und dass die Eurythmie ihrem ursprünglichen Impuls nach nicht weiter- entwickelt, ja im großen und Ganzen leider zu einer bloß »Akademischen Einrichtung«, welche überwiegend von Vorstellungen und nicht lebendi- gem Geist verwaltet wird, verkommen ist. Seite 125, Organisationsstrukturen: Buchempfehlung Hans Herbert von Arnim: Korruption. Netzwerke in Politik, Ämtern und Wirtschaft. ISBN: 3426776839 Seite 125, wir ernten, was wir säen: durch den Egobefall des Verstandes (Verstand wird von Trieb und Begierde instrumentalisiert) steht Quantität statt Qualität im Vordergrund. Entsprechend werden Massenprodukte herge- stellt, denen jegliche Lebensqualität, sowohl bei Herstellung als auch beim Verbrauch, fehlt. Der Verbraucher entscheidet mit jeder Euroausgabe darüber, was letztlich produziert und wie etwas produziert wird: Jeder ausgegebene Euro ist ein Samenkorn, aus dem das wächst, für was der Verbraucher ihn ausgegeben hat. Das qualitätsbewusste Einkaufsverhal - ten, mit dem der Verbraucher gezielt bessere Lebensbedingungen schaffen möchte, wird auch als »Strategischer Konsum« bezeichnet (siehe: utopia.- de). Seite 127, durch den Verstand vergiftete Erziehung zur Macht: Goethe 1827 gegenüber Eckermann: »Ich kann durchaus nicht billigen, Ich Buch 377 dass man von unseren künftigen Staatsdienern auf den Universitäten all- zuviel theoretisches und gelehrtes Wissen verlangt. Die jungen Leute wer - den hierdurch vor der Zeit geistig und körperlich ruiniert. Und wie kann man gegenüber anderen Wohlwollen empfinden und ausüben, wenn ei - nem selbst nicht wohl ist«. Seite 130, Bifurkation: Bifurkation von lateinisch: bi zweifach; furca Gabel Das bekannteste Bifurkationsdiagramm ist das Feigenbaumdiagramm, das sich aus der logistischen Gleichung ableitet (z.B. für demographische-/ Po- pulationsvorhersagen benutzt) bzw. die Gabel des Teufels, welche symbo- lisch die Entzweiung als Möglichkeit des Irrtums, der fehlerhaften Ent- scheidung andeutet. Seite 149, Abwehrmechanismen, 16 Beispiele: 1 Intellektualisieren: nennt man das logische Erklären emotionaler Vorgänge (der Betroffene kann seine Gefühle nicht annehmen), die auf diese Weise sozusagen abstra- hiert, verallgemeinert, entpersönlicht, also abgewehrt werden. 2 Rationalisieren: bedeutet, dass eine scheinbar rationale Erklärung dafür herhalten muss, ein Fehlverhalten oder Versagen zu erklären, das auf ganz andere Gründe, nämlich emotionale (unbewusste) Schwierigkeiten zurückzuführen ist (der Betroffene will nicht wahrhaben, dass er aufgrund von Emotionen gehandelt hat). 3 Affektisolierung: Das Erlebnis ist nicht vergessen, aber es ist von seinem Affekt entblößt, und seine assoziativen Beziehungen sind unterdrückt oder unterbrochen, so dass es wie isoliert dasteht und auch nicht im Verlauf der Denktätigkeit reproduziert wird. Wird die Abkopplung der Gefühle zur Gewohnheit, kann der Betreffende zum kalten Täter werden. 4 Verleugnung: Belastungen werden nicht akzeptiert - die Betroffenen zeigen sich in Be- zug auf Gefühl, Einstellung und Verhalten so, als gäbe es diese Belastung nicht (Beispiel: Mitteilung einer angsterzeugenden Krankheitsdiagnose). Wie 378 Dritter TeilAnmerkungen die Zukunft sich als Konsequenz des Gegebenen gestaltet, wird verleug - net. 5 Verdrängung: eine Wahrnehmung, eine Vorstellung wird vergessen nach dem Motto: was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Dass also das Vergangene einen Einfluss auf das Gegenwärtige hat, wird verdrängt. 6 Verschiebung: Bedeutendes wird auf Unbedeutendes verschoben. Die Wut, die sich ge - gen Rivalen richtet, wird gegen Unterlegene gelenkt (typisch für Phobien - das panische »nach oben beten und nach unten treten« kann als Soziophobie be- zeichnet werden). 7 Reaktionsbildung: ein verpönter, nicht tragbarer Impuls wird durch das Gegenteil ersetzt. So wird aus Ausnutzen Helfen, aus Aggression Überfürsorglichkeit (häufig bei zwanghaften und depressiven Persönlichkeiten). 8 Identifizierung: a. – mit den Erwartungen anderer (= Unterwerfung), kommt häufig bei nar- zistischen Störungen vor, um sich die Zuwendung anderer zu sichern b. – mit dem Aggressor, indem die Aggressionen anderer gegen sich selbst gewendet werden (destruktive Phantasien und Gefühle). Die Identifizierung ist generell ein Entwicklungsmechanismus, der not - wendig ist für die Aneignung von Eigenschaften. Als Abwehr kommt ihr die Funktion der Anklammerung zu, die vor einem Verlust schützen soll. So kann ich mich mit Menschen identifizieren, die ich eigentlich ablehne, um diese Ablehnung nicht spüren zu müssen. 9 Introjektion: ein »früher« Abwehrmechanismus gegen überwältigende Angst: eine Be - ziehungserfahrung wird als inneres Bild festgehalten, und immer dann eingesetzt, wenn Angsterlebnisse gebunden werden sollen und von ande - ren Erfahrungen getrennt werden müssen (insbesondere bei neurotischer Traumaverarbeitung). 10 projektive Identifizierung: der andere wird durch Manipulation dazu gebracht, sich so zu fühlen, Ich Buch 379 wie ich mich selbst fühle: so distanziere ich mich von Anteilen in mir, die ich selbst ablehne und kann sie dann beim anderen bekämpfen. Die Mani - pulation, durch die das Objekt dazu gebracht wird, sich so zu fühlen, wie ich mich selbst fühle, ist in der Regel bewusst, aber nicht die dahinter ste - hende Absicht (typischer Borderline-Mechanismus). 11 Kontrollieren: Festhalten am anderen durch unbewusstes Manipulieren seines Verhal- tens oder Erlebens (z.B. Schuldgefühle beim Gegenüber erzeugen), häufig bei narzistischen- und Borderline-Persönlichkeiten. 12 Projektion: ähnlich projekt. Identifikation, hier werden nur dem anderen eigene An- teile zugeschrieben, ohne dass dessen Verhalten selbst manipuliert wird (häufig bei schizoiden, hysterischen und Borderline-Persönlichkeiten). 13 Spaltung: widersprüchliche Gefühlszustände und Urteile (z.B. Gut - Böse) in sich oder auch im anderen, müssen auseinander gehalten werden, als beträfen sie zwei verschiedene Wesen. Die eine Teileinstellung wird durch Projek- tion oder durch projektive Identifizierung oft bei einem anderen unterge - bracht (typisch: Borderline Patienten, starke Verzerrung der Realitätswahrneh- mung). 14 Idealisierung/Entwertung: auch hier Polarisierung von gegenteiligen Vorstellungen, Affekten, Gefüh - len durch nicht sachgemäße Auf- oder Abwertung von Handlungen und Objekten. 15 Regression: Um Konflikte zu vermeiden, wird das aktuelle Entwicklungsniveau auf- gegeben. So beginnen Erwachsene, sich unbewusst wie ein Kind zu fühlen und auch so zu verhalten (Regression der Bedürfnisse, der Bedürfnisbefriedi- gung). 16 Ich-Regression: hier werden reife Funktionsweisen des Ich zugunsten unreiferer aufgege - ben, d.h., dass reife Abwehrmechanismen durch Unreife ersetzt werden. 380 Dritter TeilAnmerkungen Die Ich-Regression kann auch zum Realitätsverlust und damit zum Ver- lust des Selbstgefühls führen. Sie kann bei allen Störungsformen auftreten und ist typisch für psychosomatische Symptombildungen und Verhaltens- störungen. Seite 150, Synapsenkonfiguration Synaptic Self, der Synapsenmensch als Persönlichkeit: »zeige mir Deine Synapsen, und ich sage Dir, wer Du bist ...« Joseph LeDoux’s: Synaptic Self Taschenbuch, 416 Seiten, Penguin Books, Erscheinungsdatum: Februar 2003, ISBN: 0142001783 »in Synaptic Self, LeDoux follows that pathbreaking work with a new book that tells a larger and more profound story: how the brain, and par - ticularly its synapses, creates and maintains personality. Synapses, the spaces between neurons, are the channels through which we think, act, imagine, feel, and remember, and also the means by which our most fundamental traits, preferences, and beliefs are encoded. In short, they enable each of us to function as a single, integrated individual - a synaptic self - from moment to moment, from year to year. Challenging the common view that regards the self in terms of self-awa- reness, LeDoux emphasizes the importance of both conscious and uncons- cious processes in its construction. Rather than taking sides in the age-old debate of whether nature or nurture is the determining factor in human development, LeDoux also shows how both contribute to synaptic connec - tivity and personality. Nevertheless, because memory plays such an im - portant role in maintaining our personality over time, much of Synaptic Self concerns the mechanisms by which synapses store information, and how learning is coordinated across the many systems involved in enco - ding a given experience. Ultimately, it is at the level of the synapse that psychology, culture, and even spirituality meet, where memory joins with genes to create the ineffable essence of personality. Provocative and mind-expanding, Synaptic Self promises to become a ma- jor work on our understanding of what it means to be human«. Seite 153, Focusing: »Focusing ist eine Problemlöse-Methode, die Denken und Fühlen syste- matisch in Beziehung bringt. In dem die Wahrnehmung auf das körperlich Ich Buch 381 spürbare Unklare einer Situation gerichtet wird, ist es möglich, gezielt in den Bereich eines Themas zu kommen, in dem Worte noch fehlen.« aus:www.focusing.de Gründer: Eugene Gendlin, siehe auch: Focusing. Technik der Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme. Otto Müller Verlag, Salzburg 1981 Seite 155, Rudolf Steiner: * 27. Februar 1861 in Kraljevec, Österreich-Ungarn, heute Kroatien, (Med - jimurje); † 30. März 1925 in Dornach, Schweiz größter Kulturstifter im 20.Jhdt: • biologisch/dynamische Landwirtschaft (demeter) • anthroposophische Medizin (Weleda Gründung) • Waldorfschulen (weltweit pädagogischer Impuls) • Eurythmie (Bewegungs-Gebärden-Tanz-Therapie) • Sprachgestaltung (auch therapeutisch) • Mysteriendramen (jährliche Aufführungen in Dornach/Schweiz) • Soziale Dreigliederung (siehe GLS-Bank, Institut für soziale Dreigliederung) • Christengemeinschaft (Erneuerung der christlichen Religion) • Architektur aus dem Gegenraum (Goetheanum in Dornach/Schweiz) • Begründung der Geisteswissenschaft (Hochschule für Geisteswissen-schaf- ten, Dornach,Schweiz). Rudolf Steiner verfasste 29 literarische Werke - in der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe (GA) ist sein reiches Vortragswerk zu- sammengefasst in den Bänden GA 51-354. Die GA ist in vielen Sprachen übersetzt auf allen Kontinenten vertreten, genauso wie die anderen Kul - turzweige, welche von Rudolf Steiner inauguriert worden sind. Aufgrund seiner naturwissenschaftlichen Ausbildung konnte er das erste Goetheanum (sollte zentrales Kulturgebäude für den anthroposophischen Im- puls sein) in Dornach planen und mitbauen, welches von Feinden dieses Kulturimpulses 1923 in Brand gesetzt wurde, sowie das neue, zweite Goe - theanum als einmaliges und erstmals in der Architektur des Gegenraumes verwirklichtes Großgebäude planen. Soweit Zeitdokumente es zulassen und der Öffentlichkeit zugänglich sind, soll Rudolf Steiner an den Folgen eines Giftanschlages verstorben sein. Es ist nicht auszu-schließen, dass seine Gegner Teile der sogenannten Anthroposophischen Gesellschaft un- terwandert haben. Seite 158, Bewusstseinsseele: siehe auch Rudolf Steiner: Theosophie (GA9), Rudolf-Steiner-Verlag, Dor- nach,ISBN: 3727461519. 382 Dritter TeilAnmerkungen Ist der Seelenteil, der mit dem Lichte des (Geist)Bewusstseins durchflutet ist, kennzeichnend für den Übergang vom personalen zum transpersona- len Bewusstsein. Die Entwicklung der Bewusstseinsseele ist erst im 20. Jhdt. für große Teile der Menschheit möglich, während zuvor nur wenige auserwählte Persönlichkeiten diese Bewusstseinsstufe in ihrem Leben ent - wickeln konnten. Seite 167, Materie / Ausführungen Das hier gemeinte Buch (»Die Allmacht der Materie«) erschien im Logos Verlag im September 2005, Autor: Prof.emeritus. Erwin M. Diener. Aus der Inhaltsangabe: »[] ... So fügt sich für den Leser das Detailwissen zu einem umfassenden Bild, dass nämlich die Materie allein dazu in der Lage ist, Lebendes und alles, was üblicherweise als das Geistige bezeich - net wird, aus sich selbst hervorzubringen...[]« Ein sogenannter Materialist kann jedoch nicht die Tatsache leugnen, dass er selbst ein Bewusstsein hat, welches aufgespalten ist in den Teil der Sin - neswahrnehmung und den Teil des Denkens, der Begriffe (»Problem« und »Fragestellung« - das Phänomen »Forschung« beweist diese Trennung ). Da sein Bewusstsein aber aus seiner eigenen Sichtweise von der Materie gezeugt ist, stellt sich die Materie in Form seines Gehirns die Frage an sich selbst. Das Menschenbewusstsein kann dabei nur untergeordnetes Materiebe- wusstsein sein, da es ja bekanntlich die Materie nicht begreifen kann (es ist ja immer noch am Forschen!). Die Materie als selbstschöpfender Aus- gangspunkt hat also ein wesentlich höher organisiertes Bewusstsein, als der ihr angehörige Teil »Mensch«: die Atome im Gehirn müssen schließ - lich mehr Gehirn haben als dasselbe! Das menschliche Gehirn ist insofern dumm, da es Fragen an die Materie stellt, die schließlich nur von ihr selbst beantwortet werden können, nämlich dann, wenn das Gehirn es schafft, die Kommunikation in sich selbst zur Materie aufzubauen. Das menschliche Gehirn stellt bislang einen kläglichen Versuch der Materie dar, sich selbst und die Omnipotenz der Materie begreifen zu können. Je - des Wesen, was keine Fragen stellen muss, muss daher weiser sein als der Mensch - das Weisheitsvollste ist die Materie. Wenn aber der Materialist der Materie gar kein Bewusstsein zuschreibt, darf er in der Konsequenz auch sich selbst kein Bewusstsein zuschreiben - umgekehrt: schreibt er sich eines zu, dann nur aus der Materiefunktion, Materie, die er selber ist, also muss auch Materie Bewusstsein haben. Dann ist aber wie gezeigt klar, dass Materie das umfassendere Bewusst - Ich Buch 383 sein ist. Mit anderen Worten: ein toter Mensch muss bewusster als ein Le - bender sein. Das ist ein seltsames Spiel der Materie, im Laufe der Evoluti - on immer komplexere Formen hervorgebracht zu haben mit dem Ergeb- niss sich selbst in Frage zu stellen und nach entsprechenden Antworten suchen zu müssen! Vom materiellen Standpunkt aus gesehen kann es keine Ethik geben, denn durch das zufällige Würfelspiel der Materie mit sich selbst ist es wahr- scheinlich, dass immer wieder eine neue Evolution entstehen kann. Nur wenn die Materie selbst als omnipotenter Anfang verschwinden würde, wäre erst wirklich etwas Unwiederbringliches verloren gegangen. Wenn ein seelisches Wesen (was auch immer das sein mag) Schmerz empfindet, ist dies nur eine subjektive Empfindung - den Atomen, der Materie wird es dadurch nach wie vor gut gehen! Der Materialist darf also entweder kein Bewusstsein annehmen, wenn er von Materie spricht und dann muss all das, was er Bewusstsein nennt untergeordnet oder illusionär sein - oder aber er muss der Materie Weisheit, also ein Bewusstsein zusprechen und befindet sich damit aber wieder in dem Zwiespalt von »Geist-Materie«. So oder so: Geist oder Bewusstsein ist entweder eine Funktion der Materie oder gar nichts. Und wenn es gar nichts ist, erübrigt sich auch jede Frage und Diskussion über sein eigenes Bewusstsein, da höchstens von der Ma- terie als seltsame »Illusion der Materie« hervorgebracht, Bewusstsein dann ein Irrtum der Materie wäre. Seite 170, Psychoneuroimmunologie: Psychoneuroimmunologie, Manfred Schedlowski, Uwe Tewes (Hrsg) Spektrum Akademischer Verlag, Erscheinungsdatum: 1996 ISBN: 3860252283 Seite 173, Zeitlinearität: das lineare Zeitverständnis konstruiert die monokausale Ursache-Wir- kungskette, in der die Vergangenheit immer und einzigst den Boden der Ursachen abgibt. Seite 174, Dalai Lama, sfc Originaltextauszug: []...»It is ironic for neuroscientists to provide a forum for and, with it, im - plicit endorsement of a religious leader whose legitimacy relies on rein - carnation, a doctrine against the very foundation of neuroscience. The present Dalai Lama explicitly claims the separation of mind and body, 384 Dritter TeilAnmerkungen which is essential to the recognition of the Dalai Lama as both a religious and a political leader. « ...[] Seite 177: Informationsübertragung: mittlererweile, und das hat praktisch schon in der Jahrhundertwende des 19/20 Jhdt. begonnen, gibt es eine ganze Reihe von hervorragenden Wis - senschaftlern, die vor allem im Zusammenhang mit der Quantenphysik Untersuchungen über Informationsübertragung anstellen ( Stichworte für Suchmaschinen/Wikipedia: Vakuum, dunkle Materie, Nullpotenzial, verschränk - te Atome, timelike Photons). Auf der Website: ich-buch.de bietet der Autor mit freundlicher Genehmigung von Prof. Ulrich Warnke PDF-Dokumente zu dieser Thematik an. Auch hier kann der Leser feststellen, dass solche Untersuchungen und Gedanken weitgehenst von der offiziellen Öffent- lichkeit und Meinung ausgeblendet werden ... Seite 184: Wiederholung: ein Großteil des Lernens geschieht durch Wiederholung. Beispiel: Voka- beln lernen. Was wird denn in einer »Wiederholung« getan? - Nichts an - deres, als dass mehr oder weniger ein und dasselbe mehrmals hinterein - ander den Sinnen dargeboten wird. Dieses »Darbieten« ist also ein Zeit - prozess. Anders ausgedrückt: Lernen kann ich dadurch, dass durch eine Verzeitlichung eine Resonanz in meinem Zeitenleib (Ätherleib) hergestellt wird. Im Moment der Resonanz geschieht Verinnerlichung - das Dargebo- tene schwingt nun in mir, d.h. genauer gesagt in meinem Zeitenleib (Ätherleib). Jetzt ist es möglich, diese Information abzurufen, zu Erinnern. Auf Grund der Ätherleibeinschreibung durch ständiges Wiederholen kön- nen auch Tiere lernen, wenn ihr Ätherleib nicht gänzlich in die Leibfunk - tionen eingebunden ist. Das Gehirn ist der Platz, an dem Ätherisches frei wird - die Größe des Gehirns ist dabei mit einer hohen Wahrscheinlichkeit das Maß dafür, dass viele externe Zeitfiguren/Rhythmen im Inneren (eige- nem Ätherleib) speicherbar sind aber ohne zwangsläufig für einen »Ver- stand« in der Physis abgespiegelt oder benutzt werden zu können (daher kann von der Gehirngröße nicht direkt auf die Intelligenz geschlossen werden) . Seite 185, Künstler - hier gemeint Inspiration: Als weiteres Beispiel sei die Autorin der Harry Potter Romane, J.K. Row- ling, genannt. Auf der Umschlagrückseiteninnenklappe findet sich folgen - des:[]... the idea for Harry Potter occured to J.K.Rowling on the train from Ich Buch 385 Manchester to London, where she says Harry Potter »just strolled into my head fully formed«, and by the time she had arrived at King´s Cross, many of the characters had taken shape....[] Dieser Text weist auf den Tatbestand der stattgefundenen Inspiration hin: in einer gewaltigen Überschau braucht Rowling nur mehr das auszufüh- ren, auszuschmücken, was sie in der Inspiration erlebte - was dann aller - dings fast fünf Jahre dauerte! Es sind dies Informationen aus höheren Wirklichkeiten - unter Umständen mit durchschlagenden Wirkungen (die Verkaufszahlen betrachtend!). Seite 189, Umstülpung: ist ein universelles Bildeprinzip zur Hervorbringung von Polaritäten bzw. dem Wechsel von Polarität zur Aufhebung derselben. Besonders anschau - lich wird dieses Bildeprinzip in der Beobachtung des Pflanzenwachstums - aber auch generell bei in der Bildung inbegriffenen Lebewesen. Die Blü- tenbildung geschieht vom Zentrum des Blütenknotens in den Raum hin - aus. Diese von innen nach außen fließenden Kräfte werden nun »umge - stülpt«, das heißt, jetzt wirken plötzlich Kräfte von außen nach innen, was sich qualitativ in der Samenbildung (Reifung, Verdichtung) ausdrückt. Ein anderes Beispiel ist die Genitalorganausbildung beim Menschen: Der Menschenkeim ist zunächst ein ungeschlechtliches - unipolares - Wesen. Die Genitalanlage bildet sich erst in der neunten Woche aus: von einem neutralen Zentrum bilden sich die Genitalien zum männlichen Geschlecht nach außen - zum weiblichen Geschlecht nach innen. In einem Vorstellungsexperiment kann ich z.B. das männliche Genital sich zum Weiblichen durch Umstülpung entwickeln lassen. In diesem Bild wird deutlich, wie durch Umstülpung Polarität entsteht bzw, dass durch innerlich nachvollziehendes »Umstülpungsdenken« der eine Pol in den anderen hinübergeführt werden kann. So gelange ich im Pflanzenbild vom Punkt/Zentrum(Samen) in den Umkreis/Raum (Pflanzengestalt/ Er- scheinung) und von dort wieder zurück zum Punkt - bzw. im Bild der Ge - schlechterausbildung z.B. vom »Entäußern, in die Welt stellen« (männli- cher Aspekt) durch Zurücknehmen und Umstülpung zur Verinnerlichung, dem Hofbilden, einer inneren (sozialen) »Wachstums stelle« (weiblicher Aspekt). Stelle ich mir eine Hand in einem Handschuh vor, habe ich die Hand als innere Kraft, welche den Handschuh ausfüllt. Jetzt ziehe ich die Hand aus diesem Handschuh - er stülpt sich dabei um, wird »links- 386 Dritter TeilAnmerkungen he-rum«. Nun begehe ich in meinem Vorstellungsdenken tendenziell den Fehler, den Handschuh mir wieder genauso vorzustellen, wie die anfäng- liche Form, da kein Formunterschied besteht, außer dass z.B. die Nähte des Handschuhs außen liegen. Wenn ich jedoch Umstülpung denken will, so muss ich in dem Kräfte- oder Bildestatus bleiben. Im Beispiel des Handschuhes bedeutet das, dass nun die innere Hand nach außen ging und die Kraft, welche die Handschuhform hervorbringt nun von außen an ihm »zieht«, so dass er diese Form hat. Die Hand ist also jetzt der Um - kreis, der Raum - die Handschuhform als Inneres ist darin ausgesparte Form, »Vakuum«. Solche Umstülpungsvorgänge kann ich mir auch mathematisch-geome- trisch denkend veranschaulichen - hervorragende Übungen, um vom Vor - stellungsdenken in das reine Denken umzuswitchen: erstes Beispiel: von links nach rechts: den Kreis rot vorstellen und mit einer Kraft versehen, welche ihn vom Zentrum nach außen immer größer werden lässt (die Kreiskrümmung wird immer flacher). Auf diese Weise erhalte ich den zwei- ten Zustand und wenn ich mir vorstelle, dass der Kreis so groß geworden ist, dass seine zuvor positive Krümmung zu einer Geraden geworden ist, erhalte ich den dritten Zustand. Aber noch immer ist die Kraft in dem Rot und sie drückt weiter, Folge: die Gerade fängt an sich nun negativ zu krümmen (Stufe 4). Das Rote ist jetzt außen und drückt von außen nach in- nen. Soweit, so gut - nur ist ein Fehler unterlaufen: die dritte Stufe kann gar nicht vorgestellt werden, an ihrer Stelle müsste oben in der Abbildung ein - fach eine Lücke sein. Beobachten Sie einmal: 1. Stufe - der Kreis dehnt sich weiter aus. Doch nun muss ich denken (kann nicht mehr vorstellen!), dass der Kreis so groß wird, dass er alles ausfüllt. In der neuen 3. Stufe wäre alles Rot und das Blau in ein Nichts verschwunden. In dem Moment, wo ALL (Rot) da ist, ist gleichzeitig NICHTS (Blau) da. Wenn ich wirklich diesen Prozess den- ke, dann habe ich das reine Denken - welches ohne Vorstellungsinhalt - Ich Buch 387 ohne Sinnenhaftes ist - reine Tätigkeit! Da ich hier von Flächen ausgegan - gen bin, habe ich in der 3.Stufe eine unendliche Fläche (2 dim, Rot), wel- cher gegenüber gleichzeitig ein Punkt (0 dim, Blau) - das Nichts - steht. In diesem Moment des Unendlichkeitsdurchganges ist die Krümmung des Kreisrandes zu einer Geraden geworden (1 dim). Im Unendlichkeitsmoment in dem Blau nulldimensional ist, stellt sich die Frage für den weiteren Prozessverlauf: was wird aus dem Blau? Hier nun gibt es zwei Möglichkeiten: • a) das Rotbestreben dauert an, dann bezieht sich die Druckkraft wei- terhin auf den Rand - die im Unendlich liegende Gerade. Die Gerade erhält jetzt eine negative Krümmung - das Rot bildet die Außenfläche, während das Blau nun »blitzartig« vom unsichtbaren Punkt zur fast un- endlichen Kreisfläche (innen) geworden ist, die durch das fast unend- lich ferne Rot von außen zusammengedrückt wird. Jetzt kann ich wie- der in die Vorstellung reinrutschen, die in Stufe 4 angedeutet ist. • b) das Rotbestreben ist im Unendlichkeitsprozess zu Ende gekom- men, die Aktivität ist ins Blau gegangen - so gibt es wiederum zwei Möglichkeiten: 1. das Blau drückt zurück = zeitliche Umkehrung des vorangegangenen Verlaufes (Blau drückt von außen den roten Kreis zusammen, siehe Abb.) 2. das Blau drückt von innen als Quellpunkt: es erscheint als blauer Kreis mit der Ausdehnung von fast Null aus dem Zentrum des fast un- endlichen Rot. Diese Beobachtung, welche ich im Denken mittels desselbigen erfahren kann, ist eine Entscheidende, denn hierin erlebe ich den Übergang von Geist zu Materie, bzw. von Denken zu Vorstellung. Ich erfahre, wie »ma te- rielle Vorstellung« an eine Grenze kommt und sich auflösen muss: »Mate - rie verschwindet« - aber das Eigentliche, die Kraft, der Duktus ist als rein tätiges Potenzial noch vorhanden, wie die Kraft der riesigen Eichengestalt mit der Eichel - demgegenüber als Punkt - unsichtbar verbunden sein muss. Im Unendlichen, Nichtsichtbaren kann diese Kraft aber zu unter - schiedlichen Manifestationen eingesetzt werden (die beiden Fälle 1 und 2). Es kommt so zu Diskontinuierlichkeiten für das Sichtbare. Jeder Tod kann demzufolge als Unendlichkeitseintritt aufgefasst werden, welcher zur Diskontinuierlichkeit in der Sinnenwelt führt und zwar in zweifacher Art:»Altes« tritt plötzlich aus der Erscheinung und, oder zweitens: »Neu - es« tritt plötzlich in die Erscheinungsebene. Die Experimente in der mo - 388 Dritter TeilAnmerkungen dernen Atomphysik sind fast nur mehr »Beobachtungen« (nämlich in erster Linie des »Geistigen« und nicht des Materiellen!) in den Unendlichkeitsüber- gängen von »Materie« - dort, wo sie der Sinnenhaftigkeit (des Materiecha- rakters) entzogen wird und aus einem »Nichts« (dem reinen Potenzial, dem »Geistigen«) wieder hervortritt ins Materielle, Messbare. In dem das Umstülpungsprinzip gedacht wird, öffnet sich die Seele im Denken dem Gebiet des Tätigen, dem wirklichen Sein - ein kleiner An- fang, aber ein Anfang! Die einzelnen Stufen mit ihren Möglichkeiten (Bi- furkation/Fallaufteilung) sind in der Skizze angedeutet. Die jeweils obere Hälfte zeigt die Rotwirkung (Rotaktivität) ausgehend von zentrifugalen Druckkräften, die sich im ersten Unendlich- keitsdurchgang zu zentripedalen Druckkräften verwandeln, um sich im zweiten U-Durchgang schließlich zu zentripedalen Sogkräften umzustül- pen. Das Unendliche (Irrationale) ist Chaos, Chaos als Reservois von mög- lichen Zuständen. Chaos als Zustand, in dem die strukturelle Verbindung des Alten aufgehoben wurde zu Gunsten einer potenziell neuen Struktu - roffen-barung. Daher kann Chaos auch als Geburtsstätte bezeichnet wer - den. In der griechischen Mythologie bildet es den Anfang der Schöp - fungs-geschichte. Chaos gebiert die Polarität, es bringt auf diese Weise die vier Grundkräfte des Äthers hervor (Skizze rechts: die vier entgegengesetzten Druck- und Sogkräfte, jeweils vom Punkt oder von der Peripherie her wirkend). 2 Beispiel (nebenstehende Grafik): Ich Buch 389 390 Dritter TeilAnmerkungen Betrachten Sie zunächst die Skizze oben links: durch die Berührungspunkte der Tangenten mit dem Kreis ist die Gerade h gezogen während dazu die Parallele g durch den Schnittpunkt der beiden Tangenten verläuft. Versu - chen Sie sich diese Figur mit geschlossenen Augen vorzustellen und las - sen Sie dann die beiden Tangenten entlang der Kreislinie nach unten wan - dern (kippen), beobachten Sie innerlich, was mit dem Schnittpunkt durch den die Gerade g verläuft passiert bzw. wie die Gerade h sich bewegt (Skizze rechts oben zeigt einen Ausschnitt dieser Bewegung). Machen Sie die Übung so lange, bis es Ihnen keine große Mühe mehr bereitet. Jetzt den - ken Sie sich nicht nur die eine Gerade g und h, sondern eine Schar von Geraden mit den entsprechenden Tangenten. Lassen Sie jetzt die Tangen- ten sich wieder »öffnen und schließen« und beobachten, welche Figur die Geradenschar der Geraden g bzw. die der Geraden h beschreibt. Sie erhal - ten zwei Kreisflächen, welche sich gegenläufig zu einander bewegen in dem die leere Ringfläche zwischen ihnen immer schmaler wird(Skizze un- ten links zeigt einen Ausschnitt daraus). Der Moment, in dem sich die Gera- denschar g mit der von h berüht ergibt die Kreislinie ( Skizze unten rechts). Lassen Sie dagegen die Tangenten sich so weit öffnen, dass die entspre - chenden Tangentenpaare parallel zueinander stehen, »verschwindet« die Umkreisebene der Geradenschar g ins Unendliche, während gleichzeitig die Geradenschar h eine unendlich kleine Kreisfläche bildet, die im Mit - telpunkt verschwindet. Sie haben nun den Vorstellungsraum verlassen und bewegen sich in der reinen Denkkraft. Denken Sie das Ganze in sei - ner Bewegung noch weiter, d.h. die Tangentenpaare verlassen die Parallel - stellung und kippen wieder in einen endlichen Schnittpunkt. Was ge- schieht aber nun mit der aus der Unendlichkeit kommenden bzw. wieder - entstehenden Kreisfläche - ist sie noch Umkreisfläche oder ist sie nun Kreisfläche? Wenn Sie sich gleichzeitig auch die Bewegung der Geraden - schar h dazu denken, dann wird klar, dass im Unendlichen eine Umorien- tierung (=Umstülpung) stattgefunden hat: beim Kippen der Tangentenpaa- re aus der Parallelität »explodiert« sozusagen in zeitlich nicht zu erfassen - der Bewegung der unendlich ferne Umraum, der gleichzeitig das »zentra- le Nichts« ist, durch den unendlich kleinen Mittelpunkt ( zentrales Nichts) zur allausfüllenden Fläche, während die Geradenschar h sich vom Mittel- punkt entfernt und so einen »Vakuumkreis« aufzieht und so beide Gera- denscharen sich nun wieder aufeinander zu bewegen, wobei die zwischen ihnen liegende Ringfläche immer schmaler wird, bis sie beide deckungs- gleich zu einer Kreislinie verschmelzen. Im Unterschied zur Entstehung Ich Buch 391 der vorigen Kreislinie ist hier also die Ringfläche zwischen den sich annä- hernden Geradenscharen g und h nicht leer (Vakuum), sondern gefüllt. Um die Ausgangssituation zu erhalten, muss also nochmals durch einen Unendlichkeitsdurchgang hindurchgegangen werden, so dass sich also insgesamt 9 charakteristisch voneinander unterscheidbare Stadien erge - ben. Den Unendlichkeitsdurchgang können Sie auch an der Dreiecksfläche be - obachten, welche in den Figuren gepunkelt angedeutet ist. Sind die Tan - gentenpaare parallel, liegen zwei Dreieckspunkte als Schnittpunkte von Durchmesser und Tangenten vor, während der dritte Schnittpunkt im Un - endlichen liegt (Skizze Mitte links). Kippen die Tangenten weiter, so kommt aus dem Unendlichen dieser Schnittpunkt wieder in die Endlich - keit gewandert - die Dreiecksfläche wird nach wie vor durch die Schnitt - punkte der Tangenten und der Geraden h gebildet - wobei die Fläche über das Unendliche als Spitze nun in die Endlichkeit hineinverläuft ( Skizze Mitte rechts). Die Winkelsumme ist dennoch immer 180°, weil der Winkel in der Spitze »umorientiert« ist und daher von den Winkeln der beiden Tangentenschenkel abgezogen wird. Aufschlussreich ist hierbei auch, dass in den beiden Unendlichkeitsstellungen ein- und dasselbe beobachtete Tangentenpaar um 90° gedreht ist, also ein Kreuz zum polaren Zustand ergibt. Das Kreuz selbst kann somit als Symbol für die Unendlichkeits - durchgänge bzw. Umstülpungsdurchgänge aufgefasst werden. Wenn so z.B. auf einem Grabstein ein Kreuz gezeichnet ist, ist damit ja etwas sehr Wahres angedeutet: der Durchgang der Seele und des Geistes durch die Raumeswelt hindurch in die Unendlichkeit, sprich Ewigkeit als A-Räum - liches, nämlich Körperloses (im Sinne des Daoismus). Seite 190: Gravitationszunahme Die Gravitationszunahme bewirkte eine härtere, schärfere Trennung in die klassischen Elemente (bzw. Aggregatzustände): Erde (fest), Wasser (flüssig), Luft (gasig), Feuer (Plasma) - d.h. es musste lange nicht so viel Energie, wie heute, dazu aufgewandt werden, um von dem einen in einen anderen Aggregatzustand zu überführen. Hierdurch werden auch die Widersprü- che in den prähistorischen Saurierfunden gelöst: die Saurier konnten eine solche Gigantomanie erreichen, weil die Gravitation einfach geringer und die Atmosphäre mehr wie »Wasser« war. Die Blutdrücke, die bei Höhen- differenzen (heute: 10m Kopfaufwärts- oder -abwärtsbewegung gleich ein Bar Druckdifferenz) entstanden waren gegenüber heute geringer, die Masse 392 Dritter TeilAnmerkungen hatte ein geringeres Gewicht (das löst die heute bestehenden Widersprüchlich- keiten von Bewegung und Skelettaufbau der Saurier auf). Das Saurierphäno- men - der relativ plötzliche Untergang dieser Giganten zeigt, das Gravita- tions- und Klimaänderungen fast sprunghaft geschehen können. Körper, die an der Grenze der Anpassung angelangt sind, müssen dann bei sol- chen Sprüngen zugrunde gehen. Seite 191: Raumausdehnung, Abkühlen: Auspendeln von Energie auf einen »Durchschnittswert«, setzt der Entro- piebegriff voraus. Er verhält sich dabei als Abstraktion, wie ein mathema - tischer Mittelwertsatz. Bei einer Durchmischung gibt es jedoch keine (qua- litätsverändernde) Sprünge. Eine lebendige Dynamik und gegenseitige Ab- hängigkeit von Punkt und Umkreis, wie z.B. in den hier dargestellten Umstülpungsübungen, kann so nicht beschrieben werden. Seite 191, Sonnengott: nahezu in allen Kulturen gab oder gibt es einen Sonnengott (näheres siehe auch Wikipedia). Üblicherweise wird dieser jedoch aus unserem heutigen Verständnis heraus geschildert und dabei übersehen, dass bestimmten Kulturstiftern höhere Bewusstseinszustände gegeben waren, aus denen heraus sie die Beschreibungen oder Kultformen eines sinnlichen Sonnen- gottes für ihr Volk geschaffen haben. Da Sonnen Brenn- und Umstül - pungspunkte des Universum sind (siehe auch Phänomen »schwarzes Loch«), dienen sie dazu höhere Informationen in den Materiebereich zu transfe - rieren. Das Licht wird so als Bote einer höheren Information und des gött - lichen Lebens empfunden und verehrt. Im Urchristentum ist Christus ein auf die Erde herabgestiegener Sohn der Sonne. Die altpersische (Zara- thustra)Kultur kann insofern auch als eine auf das Christusgeschehen vor- bereitende Kultur aufgefasst werden. Seite 192, vierte »Erdverkörperung«: Die Vier erscheint als Spiegel-/Symmetrieform (Kreuz/Quadrat, 90° Winkel, Raum-Himmelsrichtungen, 4 Erdreiche usw.) und ist daher mit der Erde bzw. der Erdentwicklung verknüft. Auch das ägytische Ankh symbolisiert eine Vier, wobei der »Tropfen« auch als Symbol für die Sonne gesehen werden kann, welche ihre »göttlichen Informationen« und den Lebenshauch auf die Erde schickt (siehe auch: http://www.opus-magnum.de/schroeder/ html/schroeder_weisheit.html#Ankh). Auch mag die Form der arabischen Zif- fer 4, in der ja sowohl eine Kreuzung (Symmetrie/Spiegel), wie auch das Ich Buch 393 Abschließen (Innen-Raum-Bilden) vorkommt, durch diese hier angedeute- ten qualitätiven Merkmale zustande gekommen sein. In der Musik bildet der Tritonus als übermäßige Quart(4) den Achsenmittelpunkt. In dem Buch: »Geheimwissenschaft im Umriss« schildert Rudolf Steiner die ein- zelnen planetarischen Evolutionsphasen, wobei auch hier die 4 als Spie- gelzentrum/-punkt von Sieben und Eins auftritt. Diese Schau kann auch aus einer Chakra-Meditation gewonnen werden (weiteres dazu in den Kapi- teln über die Chakren). In der vierten Verkörperung (unsere Erde) sind die drei vorigen Verkörpe- rungen so anwesend, wie beispielsweise der 7-jährige im 70 Jährigen vor - handen ist. Die ineinandergeschachtelten Entwicklungs-stadien manifes - tieren sich in den Naturreichen: 1 – physische Anlage (Körper), heutiges Bild: physische Entwicklung 2 – ätherische Anlage (Leben), heutiges Bild: pflanzliche Entwicklung 3 – astrale Anlage (Seele), heutiges Bild: tierische Entwicklung 4 – Ich Anlage (Individualgeist), heutiges Bild: Menschen-Entwicklung 5 – Geistselbst (Seele und Ich sind eins), heutiges Bild: Tierkommunikation 6 – Lebensgeist (Leben u. Ich eins), heutiges Bild: Pflanzenkommunikation 7 – Geistmensch (Physis u. Ich eins), heutiges Bild: Steinkommunikation Kommunikationsstufen: jede vorangegangene Bewusstseinsstufe ist in ei- ner folgenden erhöht. So werden die heutigen Tiere in der fünften Stufe ein Bewusstsein haben, welches von den Grundprinzipien her dem heuti- gen menschlichen Bewusstsein ähnelt: Selbst-Bewusstseinsbildung durch spiegelnden Anstoß. Die Materie selbst wird aber auch weiterentwickelt sein: in der fünften Stufe wird der Himmelskörper aus »ätherisierter Ma - terie« bestehen. Die 7. Stufe bedeutet das Ende des Gesamtzyklus, da in ihr die erste Stufe als »äußerste« hineingenommen ist und selbst erzeugt werden kann (bildhaft und in Anlehnung an die heutigen Verhältnisse ausge- drückt bedeutet dann »Steinkommunikation«: der Mensch ist soweit gekommen, dass die Produkte seines Bewusstseins »physische Körper« sind - d.h. seine Ge - dankenkraft so stark wurde, dass sie unmittelbar bis in die Welt der materiellen Gesetze hinunterwirkt und diese schafft! - das ist im Übrigen die Erlösung derje - nigen, die heute am sogenannten »harten Problem« verzweifeln ;-) Seite 197, für menschlichere Tätigkeiten (Bildung, Kultur, Kunst, Soziales, Forschung, Hobbys … ): 394 Dritter TeilAnmerkungen In Anbetracht der Begriffsverwirrungen, was z.B. auch das Wort »Arbeit« - ob von Maschine oder Mensch - betrifft, sei folgendes zur Verdeutli - chung aufgeführt: Während vor dreihundert Jahren nahezu 100 % der Wirtschaftsgüter durch Menschenarbeit (abgesehen von der Tierarbeit in der Landwirtschaft) hergestellt wurden, wird heute mittlererweile der Großteil der Güter durch Maschinen produziert. Um die Sache anschaulich zu machen, stel - len Sie sich einfach einmal vor: 100 % der Produktion würden durch Ma- schinen getätigt. Würde jetzt noch der überlieferte und falsche Zusam- menhang zwischen Arbeit und Geld bestehen, so dürften ja nur die Ma- schinen Geld bekommen, da sie 100 % produzieren, die Menschen dage- gen nicht. So kommt es dazu, dass überall produziert wird, aber kein Geld mehr da ist, um die Produkte zu kaufen. Auch die Besteuerung des Einkommens (sogenannte Einkommenssteuer) resultiert aus mittelalterli- chem Bewusstsein (Selbstversorgung/keine Maschinen): im Mittelalter mach- te es Sinn den Zehnten (Teil der Ernte z.B.) an die Organisation abzugeben. Die Ernte als Einkommen des Selbstversorgers wurde auf diese Art versteu- ert. In dem nun diese Struktur auf ein Geldeinkommen, welches in einer Fremdversorgung erwirtschaftet wird, angewendet wird, wird damit Ar- beitslosigkeit generiert und zum gesellschaftlichen Problem (das Problem der Arbeitslosigkeit, wie wir es heute als Massenphänomen kennen, gibt es erst seit der Industrialisierung!). Wenn nun obendrein auch noch die Kräfte, welche immer mehr die Produktion übernehmen und damit ja auch im - mer mehr Einkommen schaffen, in ihrem Einkommen nicht besteuert wer - den, dann erhöht sich der Produktionsvorteil dieser Kräfte (und das sind ja die Maschinen!) eklatant gegenüber der Menschenarbeitskraft. Ergo: die Einkommenssteuer schafft nicht nur Erwerbslosigkeit, sondern degradiert die Menschenarbeit, wertet sie gegenüber der Maschinenarbeit ab! Bis heute scheinen die Wenigsten wirklich verstanden zu haben, dass die Maschinen für die Menschen arbeiten, d.h. also, dass die Maschinen auch für die Menschen Geld bzw. ein Einkommen verdienen! Dann würden Menschen durch Einsatz von Maschinen für die eigentlich menschlicheren Arbeiten freigestellt werden, was zu einem enormen Kulturfortschritt führen würde. Doch Wörter wie Arbeit, Lohn, Geld, Kapital, Preis werden mit alten, überkommenen und teilweise von Anfang an falschen - von einer im Sin - ne von Machteliten geprägten - Begriffen belegt. Wer die Sprache in sei- nem Sinne manipuliert, hat die Macht. Diese Verdummung hat ein Ende, Ich Buch 395 wenn der Mensch die Bedeutung eines Wortes hinterfragt, d.h. wahr - nimmt, mit welchem Begriff das Wort identifiziert oder infiziert wurde. So wie im zweiten Kapitel dieses Buches die Anregung gegeben wurde, die Begrifflichkeit gegenüber sich selbst zu überprüfen - z.B. sich in Form des Doubles gegenüberzustellen - so muss ich auch generell Wortidentifi- kationen überprüfen, will ich mich nicht unter das Joch eines vorgegebe - nen und manipulierten Systems stellen, in dem Wörter nur mehr Schalter für das Ablaufen eingeübter Assoziationen und Verhaltensweisen sind (vom Denken kann dabei nicht die Rede sein, sondern eher von einer klassischen Konditionierung über den Auslöser »Wort«, wie es in den Bildungseinrichtun- gen überwiegend praktiziert wird). Dieses Überprüfen von Wortidentifikationen bezieht sich vor allem auf Wörter, welche auf reine Begrifflichkeiten hinweisen - die ihrer Art nach ständig in Bewegung sind. So weist das Wort »Metall« auf einen Begriff, der stark durch die Wahrnehmungswelt der Sinne geprägt ist und außer - dem relativ fest steht - bis auf Erweiterungen, welche durch wissenschaft - liche Entdeckungen oder Erkenntnisse hinzukommen. Das Wort » Arbeit« weist jedoch auf einen Begriff, der in erster Linie gar nicht mit der Wahr - nehmungswelt verbunden ist: »Arbeit« kann nicht gelagert, nicht ange- fasst, nicht gerochen und auch nicht gesehen werden. »Arbeit« muss rein geistig definiert werden. »Arbeit« liefert keine Vorstellungsmuster, son- dern erfordert eine rege Denktätigkeit, um begriffen werden zu können. Fragen Sie sich einmal, wie Sie »Arbeit« denken und welche Bedeutung das Wort für Sie hat. Dann, wenn Sie eine Bedeutung gefunden haben, fra- gen Sie sich doch einmal, worin der Unterschied besteht zwischen der Ar - beit eines Büroangestellten und der, die eine Mutter für das Bestehen der Familie macht. Wenn Sie sich von diesen Arbeiten ein Bild machen und auch von der Wichtigkeit und Bedeutung dieser Arbeiten - womit wollen Sie dann begründen, dass der Büroangestellte für seine »Arbeit« Einkom- men bekommt, die Mutter aber nicht? Wer oder was entscheidet über die Verknüpfung von Arbeit und Geld? Macht diese Verknüpfung wirklich Sinn? In der heutigen Sprache werden Wörter automatisch benutzt, ohne dass sich ein wesensgemäßes Denken daran knüpfen würde: nicht das Ich denkt in der Sprache, sondern »es« wird gedacht. Das Denken verselbst - ständigt sich (siehe »das vom Ich abgekoppelte Denken«). Nur durch Ich-Tä- tigkeit kann ich überhaupt unterscheiden lernen die Verschiedenartigkeit von Begriffen: solche, die in Anlehnung mit der Wahrnehmungswelt sind 396 Dritter TeilAnmerkungen - dazu ein geistiges Pendant geben - oder solche, die rein geistiger Natur sind. Und mit letzteren muss ich ganz anders, viel aufmerksamer und le - bendiger umgehen, als mit ersteren. Denn Geistiges ist immer neu, in Ent- wicklung begriffen und entzieht sich dem Vorstellungsdenken (siehe auch Anmerkung »Umstülpung«). Es ist natürlich viel einfacher, sich die auf das rein Geistige beziehenden Begriffe so zu denken, wie Begriffe auf Ding - lichkeiten. Nur habe ich dann keine wirklichkeitsgemäßen Begriffe mehr, sondern Scheinbarkeiten: das Geld ist dann der Schein. Aber der wirkli - che Geldbegriff hat mit dem Geldschein genauso wenig zu tun, wie die wirkliche Liebe eines Menschen mit der Fotografie desselbigen. Beschrän- ke ich mich aus Bequemlichkeitsgründen (statt Selbstschöpfung und Mün- digkeit lieber das »Vorgesetzte« tun) nur auf das Dingliche - so wird mir bald der wirkliche Begriff fehlen und ebenso die Qualität desselben schwin - den: statt Liebe zu erleben, halte ich die Fotografie, ein Bild - statt Geld - fluss und Potenzialität, halte ich meinen Schein in der Hand. Geldschein und Foto kann ich aufbewahren (zur Ware machen) doch das hat gar nichts mit dem zu tun, was an Qualität eigentlich da war, denn mit der Verding- lichung des Begriffes einer rein geistig-seelischen Qualität stirbt dieselbe! Seite 198, Götz Werner * 5. Februar 1944 in Heidelberg, Seit dem Jahr 2005 setzt sich Götz Werner öffentlich für ein bedingungslo - ses Grundeinkommen in Deutschland nach einem von ihm ab 1982 entwi- ckelten Konzept ein. Im November 2005 gründete er dazu die Initiative »Unternimm die Zukunft«. Weitere Infos und aufschlussreicher Text: ww- w.brandeins.de/ximages/19221_072goetzww.pdf Seite207, Umstülpung siehe Anmerkungen Seite 385 Seite 207, Mythologie, Bild, Bilderleben und Bildbewusstsein: Sowohl das Bilderleben wie auch das Bild-Erleben ist eines der wichtigs- ten Erleben im menschlichen Bewusstsein und mit ihm unzertrennlich verknüpft. Davon zeugt die Höhlenmalerei aus der Urzeit wie auch die gigantische Medienindustrie der »laufenden Bilder« in der Gegenwart. Wer kleine Kinder beobachtet erlebt es sofort, ob im Spiel, in Sprache oder sonstigem Verhalten: das Kind lebt in und mit den Bildern. Mal sind es seine Kuscheltiere, welche in phantasievolle Geschichten mit ihm eintau- chen, mal sind es einfache Gegenstände, die zu Akteuren innerer Bilder Ich Buch 397 des Kindes werden. Sein Spiel ist eine einzige Bildergeschichte, die in den Raum nach außen übertragen wird. Was nicht nur das Kind sondern auch uns Erwachsene an Worten tief be - rührt, ist weniger eine ausgefeilte Logik, als vielmehr ein durch sie ver - mitteltes inneres Bild. Verlässt der Mensch sein Verstandesbewusstsein, so taucht er oft in die Bilderwelten des Traumes ein, welche ihn ebenfalls oft wundersam berüh- ren können. Ein Anderer, der viel organisieren, behalten und managen muss, erstellt sich sogenannte »mind maps«: phantasievoll und gut erinnerbare Bild - kompositionen über komplexe Zusammenhänge. Einfälle, Ideen, Vorahnungen oder ähnliche Informationen werden meist durch oder über Bilder transportiert bzw. von ihnen begleitet. Olympiasiege, die tollkühnsten Stunts oder ästhetischste Bewegungsfigu- ren sind nur zu bewerkstelligen, wenn derjenige ein inneres Bild des Be - wegungsablaufes hat. Als Bild wird die anstehende Bewegung meist un - bewusst vorweggenommen. Das Bewegungstraining dient auch dazu, ein inneres, möglichst realistisches Bild des Bewegungsablaufes konstruieren zu können. Die meisten unserer Handlungsweisen resultieren aus Vorstellungen und diese wiederum bestehen überwiegend aus optischen Eindrücken, also Bildern. Diese acht Beispiele zeigen, dass die Bilderwelt eine notwendige Wirk- lichkeit darstellt durch die materielle Wirklichkeit erst entstehen kann: Idee Tat Vorstellung Tat Ahnung Tat Bewegungsbild Tat Bild Tat Unsere Handlungen und Schöpfungen resultieren zum größten Teil aus zuvor mehr oder weniger bewusst erlebten, aber bestehenden Bildern. Es existiert eine Wirklichkeit der Bilder: diese Welt formt und strukturiert das, was dann gemäß dieser Formungen in sogenannter Materie oder Handlungsweise erhärtet, dingfest wird. Die Bilderwelt, bzw. Bilderwirk- lichkeit, kann als Fluidum aufgefasst werden aus dessen strukturellen Strömungen Tat zur festen Form (»konservative Trägheit«) gerinnt. Wer also die Macht hat, Bilder zu verändern oder auszulöschen, der diri - 398 Dritter TeilAnmerkungen giert dadurch diejenigen oder dasjenige, was auf diese Bilder angewiesen ist, was sie benötigt, um zur festen Form gerinnen zu können. Psychologische Kriegsführung, Massenpropaganda, Medienmanipulation, aber auch Bild/ungssystem und Erziehungsstil sind Werkzeuge, um menschliches Verhalten durch entsprechende Bildvorgaben oder Bild-ung zu prägen oder zu kanalisieren. Die Bilderwelt wirkt nicht nur innerhalb des Menschlichen, sondern dar - über hinaus global gestaltend. Sie ist eine Wirklichkeit aus der sich gene - rell Gestaltungen ergeben (siehe z.B. Idee der »Archetypen« C.G.Jung). Gibt es eine Forelle in der materiellen Ausgestaltung evtl. nur deshalb, weil sie als Bild vorhanden ist? Umgekehrt: sterben Arten evtl. nur des - halb aus, weil sich ihr Bild als Wirk- und Strukturschablone für einen Ma - terieaufbau aufgelöst hat? Da der Mensch durch seine »fehlgebildeten« Handlungen mittlererweile so stark in die globale Bildung eingreifen kann, ist es durch menschliches Verhalten möglich, Arten verschwinden zu lassen. Die Arten, die zunächst nur physisch z.B. vom Menschen verdrängt wur - den, aber noch als Ur-Bild existieren, könnten jedoch wieder physisch er - scheinen, wenn ein gewisser Transfer-Kanal durch den Menschen wieder aufgebaut oder zur Verfügung gestellt wird (siehe hierzu »der Urzeit-Code« von Luc Bürgin: Buchvorstellung: http://www.lohas.de/content/ view/211/87/). Und was ist, wenn der Mensch durch seine Bilder sogar Arten erzeugen kann? Zeigt sich in der sogenannten Genmanipulation /-technik ein nai- ver, auf das rein Materielle beschränkter Anfang solcher Entwicklungs- möglichkeit? Könnten hier, wenn ein menschliches Bewusstsein hinzu kommt, welches bewusst in der Bilderwelt wirken kann, dann lebendige physische Gestaltungen aus diesen »Menschen-bildern« entstehen? Können aus Menschenbildern erzeugte Maschinen als ein Vorprodukt zu- künftiger Lebewesen angesehen werden? Die Maschine ist ein Kunstprodukt aus menschlichen Gedankenbildern, die somit in ihnen wirken (Maschinen handeln nach den ihnen eingepflanzten Gedankenbildern). Doch haben diese Bilder noch nicht die Macht, selbst Materie zu formen. Noch nicht, was ist aber, wenn in einem nächsten Evo- lutionszyklus diese ehemals von Menschen erzeugten Bilder so mit den »neuen Maschinen« verbunden werden, dass sie selbst in ihnen wirken - dass also Maschinen sich selbst reproduzieren und leben nach den Bil- dern, die ihnen in einem Vorzyklus die Menschen eingaben? Wurden also dann zuvor von Menschen Maschinen ohne Liebe und ohne Ich Buch 399 Gefühl gedacht bzw. gebildet, also z.B. rein nach dem Sklavennutz- bar-keitsprinzip, so würden in der späteren Evolutionsepoche diese Ma- schinen rein aus Nutzbarkeitsprinzipien, ohne Gefühl handeln: wie der Mensch heute als Geschöpftes auf das vorgegebene Bild (die Natur) blickt und in ihr enorme Weisheit, Schönheit und Verbundenheit entdecken kann, so könnten dann diese Maschinen als Geschöpfe nur auf nackte und kalte Effizienz als vorgegebenes Bild blicken ... sie würden und müssten einen Kosmos von kalten Monstern darstellen. Wie gehe ich also mit Bildern um, welche Wirklichkeiten kreieren wir Menschen auf Grund von unseren Bildern? Der Mensch beginnt als Geschöpf, als Geschöpftes: ob Materie, Rohstoffe, ja sein eigener Körper und sogar das Denken als Potenzial findet er als Gegebenes vor. Es sind zunächst Fremdschöpfungen aus denen der Mensch Selbstschöpfungen kreiert und so wird er schließlich als Schöpfer enden, denn Technik und Maschinen werden nicht die einzigen und letz - ten Geschöpfe des Menschen sein mit denen er eine Welt in der Welt er- zeugt. So bildet er eine Brücke zwischen vorhandener Schöpfung und dem Potenzial - eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Von seinen inneren Bildern, der Bildefähigkeit, wird es abhängen, welche Brücken er baut und ob diese Brücken sein größtes Potenzial nutzen, dort enden, was maximal im Sinne des Menschen wirklich werden konnte, oder die Brücken auf einem »Planeten« enden, der fern ab von dem liegt, was möglich war. Es gibt eine, aber nicht vorbestimmte goldene Brücke — doch es gibt viele Brücken, an dessen Enden die Menschen meinen wer - den, es sei die einzig Gangbare und die Goldene gewesen. Denn der Weg jeder dieser Brücken lässt sich im Nachhinein kausal erklären. Lässt der Mensch sich des Bildes der goldenen Brücke berauben, wird er am Ende etwas geschöpft haben, in dem er weniger geworden ist, als das, was er hätte werden können - ja, sogar evtl. weniger geworden ist, als das, was er war. Wer dies bezweifelt, der behauptet implizit, dass es nicht die Möglichkeit einer Retrogression, einer Disvolution geben kann. Wer sich ein Men- schenleben oder auch sein eigenes anschaut, wird wohl kaum eine solche Behauptung begründen können. Auch der grenzenloseste Optimist oder Pessimist wird sich Situationen eingestehen müssen, die auch noch besser oder schlimmer, oder weniger gut und schlecht hätten ablaufen können. Wer in sich das Bild einer Beliebigkeit (alles ist möglich und gleichwertig) entwirft, wie dies die sogenannten Konstruktivisten als Anhänger eines 400 Dritter TeilAnmerkungen Relativismus tun, bewahrheitet zwar damit seine These der Schöpfer sei- ner Bilder zu sein (seine Wirklichkeit zu konstruieren) - er wird aber frei nach seinem Bilde in dieser Wirklichkeit nicht erleben können, wozu der Mensch hätte aufsteigen können. Der Konstruktivist bejaht die Beliebigkeit der Bilder und das ist weniger als das, was sein kann: Freiheit, Liebe und Schönheit entfalten sich weder durch Beliebigkeit noch das sie selbst solche wären. Die Beliebigkeit des Konstruktivisten entspricht allerdings der Bequem - lichkeit und Unverbindlichkeit vieler Zeitgenossen - genauso wie es der Fundamentalismus durch »klare, einfache Lehren« religiöser oder wis- senschaftlicher Coleur tut. Im Konstruktivismus, als Fundamentalismus der Relativität und vorherr - schende Lieblingsphilosophie der Naturwissenschaften, existiert keine Lüge: denn Lüge ist nichts weiter als eine subjektive Wirklichkeitsvarian- te, die jedem zu steht, da er sowieso nicht anders kann, als subjektive Wirklichkeiten zu bilden (warum sollte der Einzelne also nicht eine solche konstruieren, aus der er den meisten Nutzen ziehen kann - denn mehr Nutzen oder weniger Nachteil, das ist der Hintergrund jeder Lüge). Und er kennt aus der gleichen Begründung heraus ebenfalls keine Wahrheit, obwohl er die - se dringend benötigt, um seinen eigenen Aussagen auch nur einen einzi - gen Wert beimessen zu können. Im Konstruktivismus ist Kant zwar in der Gegenwart angekommen, aber er hat keine Ahnung davon, wie Zukunft in die Gegenwart hineinwirkt - nämlich in Form von Bildern - und wie Gegenwart Vergangenheit verän - dert (ein und dasselbe Vorgegebene als Basis kann je nach Interpretation nach- träglich so oder anders als Ursache in der Gegenwart wirken). Jede Anschauung, so auch der Konstrukivismus, bildet und speist ein Ge - danken/Vorstellungs-Bild, aus dem Wirklichkeiten entstehen. Optische Bilder sind eine universelle, nonverbale Sprache, die unmittelbar in der Seele ein Erleben hervorruft und zwar ein Erleben hin zur Schöpferquali - tät des Bildes, die hinter dem Bild steht. Entscheidend ist die »Bildtiefe«: es gibt profane Bilder - z.B. Fotografien als bloße Gegenstandsabbildungen - aber es gibt auch Urbilder, Bilder, die die menschliche Seele tiefe, ursprüngliche und ewig wahre Zusam- men-hänge, Strukturen und Wesen selbst (das Sein) erleben lässt. Solche tiefen, wahren Bilder sucht die Seele, braucht die Seele zu ihrer Entwicklung. Dies ist der entscheidende Grund, warum z.B. Filme wie »Matrix« und »Herr der Ringe« - oder Bücher wie »Harry Potter« ein Mil- Ich Buch 401 lionenpublikum und reißenden Absatz finden. Denn diese Filme oder Bü - cher spiegeln seelisch-geistige Strukturen, Entwicklungspotenziale der menschlichen Seele bis in ferne Zukunft wider. Sie spiegeln den Kampf der menschlichen Seele in derselben mit - im Film ins äußere Bild geron- nenen - geistigen Mächten wider. Die »äußeren« Filmbilder mögen unterschiedliche sein - doch ist es oft der gleiche Inhalt, auf den diese Bilder weisen. Als gegenwärtiges Beispiel für die Übereinstimmungen in den beiden »Fantasy-Romanen« Harry Pot - ter und Herr der Ringe: In beiden Geschichten ist es ein junger Mensch, ein reines Herz, welches sich auf den Weg macht und sein Zuhause verlas - sen muss. Diese »Naivität« ist eine Vorbedingung - sie bildet das Zen- trum, um das sich eine freie Gemeinschaft auf Herzgrundlage bilden kann (H.d.R: die Gefährten, H.P: der Freundeskreis: Hermione usw.). Diese freie Ge- meinschaft stellt sich nun mit ihren Herzenskräften dem »System« entge- gen: einer Machtspitze, welche Massen manipuliert, sich Lakaien und Die- ner macht, um die Herrschaft, die absolute Macht über alle zu erreichen. In beiden Geschichten ist der Meister dieser Macht ein Wesen ohne physi - schen Leib. Dieser muss erst konstruiert werden (H.d.R: Sauron, das Auge - welches den Ring braucht, um einen Körper ausbilden zu können - und als besten Zubringer Saruman hat, einen ehemals weißen Magier! - bzw. H.P: »der Name dessen, der nicht genannt werden darf - Voldemort - der das Blut von H.P. und weitere menschliche Substanz braucht, um einen echten Körper ausbilden zu können - und dies eben auch durch einen Zubringer innerhalb der »weißen« oder »Weisen« erreicht). Die korrumpierte Masse, das von ihm strukturierte Sys- tem, dient schließlich dazu, ihm seinen Körper zu beschaffen. Diese Machtspitze (Sauron, Voldemort) stellt im Bild nichts anderes dar, als die geistige Macht Ahriman, welche hierarchisch Massenbildung und Gehor- sam über das Mittel Angst und Gunst herstellt (Existenz, Konsum, Korrup- tion). Es ist der innere Kampf der Seele, sich der Materie zu verschreiben, oder den Herzkräften zu folgen - was hier in das äußere Bild geronnen ist. Mit der Kreation des Körpers eines schwarzen Meisters weisen die beiden Romane auf eine Entwicklung bzw. auf ein Ereignis, das Rudolf Steiner als die Inkarnation Ahrimans, welche im ersten Drittel des dritten Jahr- tausends (Jahr 2000 – 2333) geschehen soll, bezeichnete. Auch Ahriman muss sich seinen Leib erst vorbereiten durch instruierte Diener der Macht. Gewisse Teile des menschlichen Körpers müssen erst »umgebaut« werden (Gentechnik, Nanotechnologie, Strahlungsfelder), damit Ahriman in seinem Sinne durchschlagenden Erfolg haben kann. Diese 402 Dritter TeilAnmerkungen »Umbaumaßnahmen« werden z.T. durch Bilder vermittelt, welche ein menschliches Bewusstsein aufnehmen kann, um danach zu handeln ( Engel sind dagegen Wesen, welche dem Menschbewusstsein Bilder zur Verfügung stel - len, welche ihn zu seiner wirklichen Potenzialität hinwachsen lassen). Gesche- hen die Handlungen auf Grundlage der Bilder des ahrimanischen Be- wusstseins gelangt die Menschheit in eine große Leidsituation, aus der sie dann gewillt ist, aus Ahrimans Hand zu fressen, der es dann einfach hat, als Wohltäter zu erscheinen. So wie für viele Hitler als Wohltäter erschie- nen ist (z.B. unter dem Aspekt: »Arbeitslosigkeit«) werden wieder Massen einfach mitmachen. Die Feinde der zentralistisch/hierarchisch wirkenden Macht sind freie Gemeinschaften, welche sich auf die Herzkräfte berufen und als kleine, eigentlich chancenlose Minderheit, den geistigen Kampf gegen die Übermacht des »Systems« - an dessen Spitze noch körperlos Ahriman steht - auf sich nimmt (David gegen Goliath, bzw. die beiden ange- führten Romane). In den Geschichten von H.d.R. und H.P. werden auch die Bedingtheiten der Polarität im Bilde erkennbar: was auf der einen Seite sich an Negativi - tät verstärkt, findet andererseits im Positiven auch Kraft und Potenzialzu- wachs. Auf diese Weise spitzen sich die Ereignisse dramatisch auf einen Höhepunkt zu: das Herz (H.P, Frodo) geht in die Höhle, in das Zentrum der Spitze - und nimmt damit den Tod in kauf. Es ist bereit zur »Kreuzi- gung« und in dem Moment, wo es das »Böse« gleichsam aufsaugt, es her- einlässt, zum Opfer wird (der Ring gewinnt im letzten Moment die Macht, Frodo stürzt in den Abgrund - H.P. muss sich in einer Art Duell opfern, Neo (Matrix) lässt den Agenten Smith in sich hineinfahren) geschieht die Transfor- mation, die Lösung von der Macht des Egos (Ahrimans Virus) - ein neuer transzendenter Zustand ist erreicht (H.d.R.: eine neues Zeitalter beginnt, Matrix: neue Matrix, für Neo jedoch die Lösung aus den Polaritäten der Matrix (Buddha-Aspekt), H.P. müsste eigentlich eine neue, körperlose Bewusstseinsform als Kraft für die weitere Entwicklung annehmen) - die Seele ist vom Geist durchlichtet worden. In Anbetracht der Chakraausführungen in diesem Buch sei hier noch er - wähnt, dass der Roman Harry Potter nicht zufällig sieben Bände hat - und nicht zufällig im vierten Band die Begegnung mit Voldemord und auch dessen Materialisation (Körper-Schaffen) stattfindet. Der interessierte Leser mag einmal selbst dem Gedanken nachgehen, die Hauptthemen der sie - ben Bände als Analogien zu den Chakren aufzufassen - er wird signifikan - te Übereinstimmungen feststellen können. Ich Buch 403 Wenn der Film auch ein Kulturträger ist und als Kunstwerk in die Welt wirken kann, so stellt er andererseits auch das schärfste zweischneidige Schwert der vom Menschen geschaffenen Kulturgüter dar und sollte dies- bezüglich nicht unterschätzt werden: der Film ist eine durch eine Maschi- ne geschaffene Illusion, welche in das Bewusstsein des Betrachters im - plantiert wird, ohne das das Bewusstsein des Betrachters in bewusste Ei - genaktivität kommen muss (wie sie z.B. beim Lesen oder der Betrachtung ei- nes stehenden Bildes aufgebracht werden muss). Die Bewegung im Film ist eine Illusion für das Gehirn (Scheinbewegung á la Daumenkino)- die darge- botenen Bilder erzeugen eine Wirklichkeit jenseits der Wirklichkeit. Das, was die Sinne (Sehen und Hören) beim Filmegucken liefern sind unwahre Wahrnehmungen, es wird nicht mehr wahr- sondern falschgenommen, ein Teil der Seele des Betrachters muss sich ständig sagen: das, was ich sehe, ist nicht die Wahrheit! Hierdurch wird in der Seele eine Entkopplung von Wahrnehmung und Wirklichkeit trainiert. Während im Normalfall die Seele die Wahrnehmung für wahr hält, muss sie die Filmische, obwohl sie für Aug´ und Ohr´ und Gehirn wahre Wahrnehmung ist, als Nichtrealität einordnen. Kinder können ihren Erkenntnisorganismus auf gesunde Wei - se nur durch wahre Wahrnehmungen entwickeln. Wenn nun regelmäßig Film gesehen wird, dann ist das eine negative Verhaltenstherapie: bei je - der Filmszene, bei jedem Bild sagt ein Teil der Seele: was ich sehe, ist nicht wahr (denn das ist ja die Wahrheit). Dieses »Training« ergibt: vorzeiti- ge Aufspaltung des Bewusstseins bzw. Erhöhung der antipathischen Be- wusstseinsfunktionen, Mangel an echter Wahrnehmungsfähigkeit, Ge- fühlsabstumpfung, Willenslähmung, weil von der echten Wahrnehmungs- welt Anregungen nur mehr abgeschwächt das auf Antipathie eingestellte Bewusstsein affizieren können. Konkret: wird in der Realität ein Mensch angegriffen oder verletzt, dann hat das für den durch den Film program- mierten Betrachter kaum Relevanz, denn seine Seele ist durch das Filmi - sche daran gewohnt, zu einer Wahrnehmung zu sagen, sie sei nicht wahr (Erlebensaufspaltung). Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsstörungen (dissoziative Störungen und schizoide Zustände), ein Hang zum Autismus (egoistischer Relativismus) und Abhängigkeiten durch illusionäre Bilder sind vorprogrammiert! Seite 208, Versicherung: die heutigen Versicherungen sind ja nur deswegen da, weil der Mensch die göttliche Versicherung in sich selbst nicht mehr erlebt - welche die 404 Dritter TeilAnmerkungen Menschen dazu bringt, sich in Not gegenseitig zu helfen. Wir werden se - hen, dass in Katastrophen die »weltlichen Versicherungen« gar nichts nüt- zen, sondern nur mehr die »göttlichen«, welche dann in Menschenseelen wirken werden in Form von »free-networking«. Versicherungsbeiträge sind Schutzzahlungen der Versicherten an einen Konzern, um sich damit vor der Angst des »Risikofalles« freizukaufen. Es bleibt jedoch die Frage, ob diese Angstgelder, die zur wirtschaftlichen Machtausweitung der Konzerne genutzt werden, wirklich mehr Sicherheit oder evtl. sogar das Gegenteil bewirken: z.B. den Menschen den Grund und Boden entziehen, der für sie existenziell sein könnte. Seite 215, das Grundprinzip in der Wirtschaft ist das Schenken: Jeder materielle Anfang ist ein Geschenk (gewesen): Ihren Körper bekamen Sie durch ihre Eltern geschenkt. Ihre Bildung und Erziehung bekamen Sie ebenfalls durch Menschen geschenkt: zuerst steht die Gabe als Potenzial und Freiraum in dem sich der Mensch oder ein Vorhaben entwickeln kann. Demgemäß ist es auch richtig einen Lohn, bzw. ein Einkommen im Voraus zu geben. Stellen Sie sich vor, Sie müssten erst einen Monat arbei - ten, um dann Lohn (oder Gegenleistungen) bekommen zu können. Sie wä- ren längst vor der Lohnauszahlung verdurstet und verhungert! - Nein, zu - erst steht das Schenken! Zuerst haben Sie etwas bekommen (Körper, Bil- dung, Nahrung usw.) und deshalb! können Sie arbeiten. Wenn Sie sich beim Bäcker ein Brot kaufen, dann bezahlen Sie nicht dieses gerade gekaufte Brot, sondern den Bäcker, damit er ein neues, zukünftiges Brot backen kann. Das Brot, was für Sie im Regal steht, wurde ja schon be - zahlt, sonst hätte es gar nicht produziert werden können! Es gibt eine noch kleine Initiativgruppe, kennenzulernen auf der Inter - netseite: joytopia.de, die diesen natürlichen Schenkensaspekt wieder zur Grundlage eines natürlichen, menschlichen Wirtschaftens machen möchte: das Geld wird nicht aus Schulden geschaffen, sondern: es steht jeder Exis- tenz als Gut zur Verfügung, wie auch die Natur uns zum Leben alles im richtigen Maße zur Verfügung stellt. Aufgrund dieses Schenkens heißt die Währung: Dank, und das Grundeinkommen: 1000 Dank, dafür, dass Sie existieren und ein Potenzial für die Gesellschaft darstellen! - eine Vision, die in der Natur abgeschaut ist und real werden kann, wenn wir sie den - ken und wollen ... Doch im Sinne gewisser Mächte muss das Grundprinzip des Schenkens Ich Buch 405 kaschiert und verdreht werden, um die Menschen am Gängelband der Angst führen zu können. Seite 222 Beispiel Gesetze als Pseudonyme, welche die nach ihnen handelnden Menschen immunisieren, d.h. aus der Verantwortung nehmen: In dem 1982 gedrehten Film: »die weiße Rose« von Michael Verhoeven und Mario Krebs ist im Abspann folgendes zu lesen: 1.Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs waren die Paragraphen, nach denen Widerstandkämpfer wie die Weiße Rose verurteilt wurden, kein Bestandteild des NS-Terrorsystems, sondern geltendes Recht. 2. Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs haben Widerstandskämpfer wie die Weiße Rose objektiv gegen diese damals geltenden Gesetze verstoßen. 3. Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs war ein Richter am Volksgerichtshof, der Widerstandskämpfer wie die Weiße Rose verurteilte, diesen damals geltenden Gesetzen unterworfen. 4. Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs konnte Widerstandkämpfern, wie der Weißen Rose dennoch strafrechtlich kein Vorwurf gemacht werden, wenn sie in der Absicht, ihrem Land zu helfen, gegen diese damals geltenden Gesetze versto - ßen haben. 5. Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs kann aber "einem Richter, der da - mals einen Widerstandskämpfer in einem einwandfreien Verfahren für überführt erachtete, heute in strafrechtlicher Hinsicht kein Vorwurf gemacht werden, wenn er angesichts der damaligen Gesetzt glaubte, ihn zum Tode verurteilen zu müs - sen." Der Film wurde von allen Förderungsinstanzen vehement abgelehnt. Leo Kirch, der Anfangs Interesse zeigte, stieg aus, nachdem ihm die Brisanz des Filmes dargelegt wurde. Aufgrund von Interventionen einer größeren Personengruppe mit z.T. bekannten Persönlichkeiten, welche für eine Ge- schichtsaufbereitung im Sinne der weißen Rose eintritten, wurde die An- gelegenheit im Bundestag debattiert. Er (d.h. Menschen aus dem Bundestag!) verabschiedete am 25. Januar 1985 einstimmig folgende Entschließung: »Der Deutsche Bundestag stellt fest, dass die als Volksgerichtshof bezeichnete Institution kein Gericht im rechtsstaatlichen Sinn, sondern ein Terrorinstrument zur Durchsetzung der nationalsozialistischen Willkürherrschaft war« Wäre dieser Beschluss 1949 gefaßt worden, hätten sich Konsequenzen für damals noch lebende Personen, welche im Volksgerichthof als Richter Menschen verurteilten und umbrachten, ergeben. 1985 blieb wegen des 406 Dritter TeilAnmerkungen Ablebens der Betreffenden ein solcher Beschluss ohne weitere Konse- quenz. Seite 230,gesundheitsfördernde Felder aufgebaut: hier sind unter anderen auch die Versuche und Erklärungen von Prof.Dr.Ulrich Warnke interessant, siehe: http://www.uni-saarland.de/fak8/warnke/warnke.htm Seite 236, (Persönlichkeits) Splitting sich manifestiert: Da auf Seite 233 die Analogie zu dem Periodensystem der Elemente auf- geführt wurde, ist es interessant, dies bezüglich die Aufsplitterung in der III. Hauptgruppe des Periodensystems als Analogie zu erwähnen. So wie die menschliche Persönlichkeit sich am dritten Chakra aufspaltet in Teile des Egos und solche des Ichs (als Wachbewusstsein), welches mit der Quelle (dem wahren Ich oder Selbst) verbunden werden kann, spaltet sich das Peri- odensystem in der dritten Hauptgruppe auf in die sogenannten Lanthani- den mit dem Element der Atomnummer 58 namens Cerium, dem dreizehn weitere folgen, wobei das Vierte in Anlehnung der griechischen Prome- theus Sage Promethium genannt ist. Prometheus ist derjenige, der den Göttern das Feuer (= Ich-Persönlichkeitsbezug!) gestohlen hat, um es den Menschen zu geben. Das Ich als geistiges Feuer entzieht sich der Vorstel - lungswelt. Es ist materiell nicht existent. Promethium ist praktisch materi - ell ebenfalls nicht existent, da es als einziges Element dieser vierzeh - ner-Reihe ein radioaktives Metall ist mit einer Halbwertszeit von 9,2 Se - kunden. Es sind in erster Linie nur künstlich hergestellte Promethium-I - sotope mit höheren Halbwertszeiten als Materie fassbar. So musste Pro - methium zunächst im Geiste entdeckt werden - Bohuslav Brauner (1855– 1935, Professor für Anorganische Chemie in Prag, Arbeitsgebiete: Seltene Erden, Periodensystem) war einer derjenigen, die im Jahre 1902 die Existenz des Elements 61 (Promethium) vorhersagten, bevor es dann 1944 von Jacob A. Marinsky, Larry Glendenin und Charles Dubois Coryell in Spaltproduk - ten des Urans aus Kernreaktoren isoliert und damit künstlich her gestellt werden konnte. Das natürliche Promethium konnte jedoch erst 1963 von Fritz Weigel in Oak Ridge durch Erhitzen von Promethiumfluorid PmF 3 mit Lithium im Tantal-Tiegel hergestellt werden. Lanthanide sind bis auf die Ausnahme des besagten Promethium stabile, nichtradioaktive Metalle (seltene Erden), welche z.B. eine zentrale Stellung in sogenannten Polyoxometallaten einnehmen. Interessant ist hierbei, dass Ich Buch 407 letztere sich durch hohe antivirale Eigenschaften auszeichnen und so z.B. Kernstücke in der Verwendung von Anti-AIDS-Medikamenten sind (Bei- spiel: K5BW12O40 antivirale Aktivität (EL50) von 17.5 µM). AIDS als »Im- mungegenstruktur oder Immunschatten« des natürlichen Immunsystems, letzteres durch die Ich-Kraft aufrechterhalten wird, kann dementspre- chend als Ich-Zerfallskrankheit aufgefasst werden - der hier materiell durch etwas aus der dritten Hauptgruppe entgegenwirkt. Das integrativ- verbindende Element der Lanthaniden, das analog zur Ich-Integration ge - dacht werden kann, zeigt sich in der Eigenschaft der Bildung von anioni- schen Clusterverbindungen früher Übergangsmetalle mit Sauerstoff (oli- gomere Aggregate von Metall-Kationen werden durch Sauerstoff-Anionen mit- einander verbrückt) welche sich durch Selbstaggregationsprozesse (Selbstor- ganisation!) bilden. Hierdurch können komplexe Verbindungen entstehen, die bis zu 70 verschiedene Elemente aufnehmen. Konträr dazu zeigen sich die Actinoide: es sind radioaktive Schwermetalle, welche durch ihr Zer - fallen - also einer der Integration gegenteiligen Kräftewirkung - gekenn- zeichnet sind. Uran (Ordnungszahl 92) ist dabei das dritte und letzte der natürlich vorkommenden Actinoiden. Somit zeigt die Aufspaltung in der dritten Hauptgruppe in ihrem Verhal - ten im Stoffbereich analoge Bezüge zu denen, welche im dritten Chakra als seelische Strukturen wiederzufinden sind in der Aufspaltung von Ich als integratives und dem Ego als aufsplitterndes Element. Seite 238 , Musik- und Klangtherapie: Ist Musik und Klang akkustische Schwingung, in der sich eine ganzzah- lig-rationale Zahlenmystik verbirgt - oder ist die schwingende Intervall - akrobatik nur der Körper, durch den die Musik transportiert wird? Das Musikalische scheint zumindest ein Bauskelett abzugeben, welches sich in den verschiedensten Bereichen wiederfindet (Mathematik, Atomphysik, Bio- logie, Psychologie usw.). Ist also eine musikalische Ordnung gegeben, so kann eine partielle Unordnung durch entsprechend ordnenden oder strukturierenden Klang (Musik) wieder harmonisiert werden. Dem Phäno- men der Weltenharmonie gingen schon Pythagoras und Kepler nach. Einen lockeren und guten Überblick gibt das Buch »Nada Brahma« von Joachim Ernst Behrendt. Wer sich intensiver damit beschäftigen will, dem seien auch: Hermann Pfrogner, »Die Zwölfordnung der Töne« - oder Heiner Ruland, »ein Weg 408 Dritter TeilAnmerkungen zur Erweiterung des Tonerlebens« und »Praxis der Musiktherapie« emp- fohlen. Seite 277, Gral: Der Gral ist ein Bild, welches in historischen Legenden schon im 12. Jhdt. zu finden ist. Der Gralsbecher oder die Gralsschale, übernimmt dabei als Bild die Tatsache, dass in das menschliche Bewusstsein, in die höhere See- le als Gefäß, der Geist einfließen kann: wie aus verborgenen, unend-li - chenTiefen des Bewusstseins erahnt dieses den Ruf des Lichtes und be - ginnt sich zu öffnen - nun erhellt sich der Raum: Bewusstsein und Sonne bewegen sich aufeinander zu, bis Sonne (Geistesschoß, Sophia, Maria) und (Seelen)Gefäß eines geworden sind. Dies ist eine umfassende mystische Erfahrung, welche den Mensch und sein Bewusstsein gänzlich verändert - es könnte auch gesagt werden: er ist vom Pfingstfeuer ergriffen worden und fortan leuchtet es in ihm. Quellen zur Legende: Chrétien de Troyes: Le Conte de Graal or Perceval, Übersetzung ins Engli- sche von N. Bryant, Cambridge, N.J., 1982 Thomas Malory: Die Geschichte von König Artus und den Rittern seiner Tafelrunde, Übersetzung von H. Findeisen nach K. Lachmann, Frankfurt / Main 1977 Wolfram von Eschenbach: „Parzival“, Reclam ISBN 3150074517 Seite 280, Goethe, Goetheanismus: In den naturwissenschaftlichen Schriften Goethes, die er selbst als die größte Leistungs seines Schaffens ansah, kommt die besondere Betrach - tungsweise zum Ausdruck, welche zunächst reine Phänomenologie ist, die jedoch zum Seelenbilderleben wird: in dem die Seele, denn nur mit dieser kann ich wahrnehmen, sich ganz in den zu betrachtenden Gegen - stand hineinmeditiert - ohne gleich die Kategorien des Verstandes hinein- zubringen - beginnt der Gegenstand in der Seele eine Eigendynamik, ein lebendiges Bild zu erzeugen. Diese lebendige Anschauung kann ich willentlich trainieren, in dem ich z.B. Gegenstände (Stein, Pflanze, Tier), Formen so anschaue, dass ich die Bildekräfte innerlich nachahme, die zur Entstehung der Form beitrugen. Hierbei ist wiederum förderlich über das Umstülpungsphänomen (siehe Ich Buch 409 Anmerkungen Seite 385) Kenntnis genommen zu haben. Am Beispiel des Eichenblattes wird dies erläutert: Betrachte ich einmal das Eichenblatt so, als wollte ich es selbst herstellen, z.B. aus Tonerde, dann erlebe ich unmittelbar, wie der Rand eines solchen Blattes entsteht aus der Wechselwirkung von Kräften, die nach außen flie - ßen und solchen, die von außen in die Form hineindrücken. Im Eichen - blatt ist das Ganze recht harmonisch, schwingend zu einer klaren Kontur zusammengefasst. Fasse ich das Blatt an und vergleiche es mit anderen Blattarten, so spüre ich eine gewisse Stabilität und leichte Spröde. Von der Blattgröße selbst nimmt es zu anderen Blättern mehr eine Mittelstel lung ein - es ist nicht so klein wie ein Birkenblatt, aber auch nicht so groß und ausladend wie beispielsweise ein Ahornblatt. Die Eiche fließt im Blatt also nicht üppig nach außen, hält sich zurück in einer harmonischen Grenzbil- dung geschwungener Form. Auf diese Art und Weise plastiziere ich inner - lich nach, aus welchen Kräften die Gestalt sich bildet. So kann ich den ganzen Baum betrachten: seine Gesamtgestalt, die Proportionen von Stamm und Krone, die Rinden- Ast- und Kronengestaltung - aber auch die Zeitgestalt (wann der Baum grünt, blüht und die Blätter abwirft usw.). Auf diese Weise erlebe ich Charakteristika, die tatsächlich mit dem Leben des Baumes zu tun haben. Ich erfasse den Gestaltduktus eines Lebewesens. Bei dem Eichenblatt konnte ich so eine Ausgewogenheit von außen und innen bzw. von Eigendynamik und Fremddynamik beobachten. Dieses Prinzip finde ich in der Astbildung und in der Borke wieder - auch in der Eingliederung der Jahresrhythmik (im Austreiben und Abwerfen der Blätter gewisse Emanzipation von Frühling und Herbstzeit). Schließlich kann ich so- gar darauf spekulieren, dass dieses Prinzip der Ausgeglichenheit in der Oberflächengestaltung durch Harmonie von Eigendynamik und Grenzbil- dung durch Stoffe dieses Baumes auf andere Organismen übertragen wer- den könnte. Aufgegossene Eichenrinde, kalter Absud, hilft bei Hautleiden - insbeson - dere an den Füßen - das Gleichgewicht der Haut wiederher- zustellen (Selbstbehauptung gegenüber fremden Einflüssen). Durch die goethanistische Betrachtungsweise komme ich nach und nach in die Lage, die hinter der bloßen Erscheinung aber in ihr sichtbar werdenden Strukturbildekräfte le- bendig zu erfahren. Dies ist die Voraussetzung für eine Natur-Wissen- schaft, die wirklich an der Natur gewonnen und in ihren Resultaten auch mit ihr auf förderliche Art und Weise wirken wird. Es ist eine lebendige, 410 Dritter TeilAnmerkungen beseelte Naturwissenschaft im Gegensatz zu der vom Verstand erkälteten, welche schließlich zerreibend, zerstörend auf die Natur wirkt. Seite 282, Verfrühung: Individuelle Schlafpräferenzen, ein Merkmal des Chronotyps, verändern sich mit dem Alter. Hier der Kipppunkt vom späten zu Bett gehen in der Jugend zur Verfrühung: Quelle:http://www.uni-muenchen.de/lmu-32006100/htdocs/p_details.cfm? news_id=998 (letzter Zugriff: 16.04.2006) Prof. Dr. Till Roenneberg vom Institut für Chronobiologie, München: »Erstaunlich ist, dass sich ein scharfer Kipppunkt der Kinetik bei Frauen im Alter von 19,5 Jahren, bei Männern im Alter von 20,9 Jahren ergibt. Der Entwicklungsabschnitt Pubertät ist sehr genau in seinem Anfang und Ende als biologischer Prozess definiert. Im Gegensatz dazu wird in der Li - teratur zwar immer der Entwicklungsabschnitt Adoleszenz herangezogen, dessen Anfang mit dem Beginn der Pubertät zusammenfällt, dessen Ende aber nie klar definiert wurde. Es werden zahlreiche physiologische, anato - mische, soziobiologische und sogar aus der Krebsforschung stammende, pathologische Merkmale herangezogen, um die Adoleszenz abzugrenzen. Die eindeutige Kinetik des Umschwenkens von Verspäten zu Verfrühen im Alter von 20 herum könnte der erste biologische Marker für das Ende dieses Entwicklungsabschnittes sein. Diese Beobachtung sollte eine Dis - kussion darüber anstoßen, ob sich eventuell auch die Adoleszenz, ent- sprechend der Pubertät, mit Hilfe biologischer Grundlagen definieren lässt - und damit eine echte, auch körperlich definierbare Entwicklungs - stufe darstellt«. Seite 282, Maya Kalender: Nach dem Maya Kalender werden die Erdenzyklen durch ein 260er Zeit - modul - bei den Mayas als TZOLKIN bezeichnet - gegliedert. Dieses 260er Modul ist »fraktal« aufzufassen, was bedeutet, dass eine Einheit, ein KIN (so werden die 260 Teilaspekte = Kosmische Tore bezeichnet) die spezielle Ener- gie für einen Tag oder eine größere, lineare Zeiteinheit sein kann. Die kleinste Einheit ist die Tageszählung. Fraktale Eigenschaft ist das Spiegeln und in Beziehung setzen einer »Einheit, oder Eigenschaft« im Kleinen zum Größeren, bzw. auch umgekehrt. In einer Tagesenergie sind mehrere Fraktale enthalten. Drei Hauptzyklen der Linearen Zeit haben die letzte Erdepoche gekennzeichnet. Der 26.000 Jahre umfassende Platonische Erd- Ich Buch 411 zyklus ist ebenso in 260 Fraktale zerteilt wie der 5200 Jahre währende Ba - bylonische Zyklus. Die letzten 260 Jahre von 1753 bis 2012 bringen ebenso nochmals die Welle der 260 fraktalen Energien. Auch die kleinste der Ein - heiten, die Tagesenergie, wird von jeweils einer dieser fraktalen Kräfte be- stimmt. So kennen wir den 260er Zyklus synchronisiert mit unserem solaren Jah - reskalender, daher ist bekannt, welcher energetische (qualitative und quan- titative) Fluß an jedem einzelnen Tag pulsiert. Jeder Tag stellt für uns Menschen eine spezifische Resonanzenergie dar, weil jede Geburt in einer speziell, fraktalen Zeitumgebung stattfand. Da- her ist auch das individuelle Befinden an jedem Tag anders, an manchen Tagen fließen gewisse Angelegenheiten mühelos, an manchen nicht. Der solare Jahresrhythmus von 365 Tagen wird durch den kosmischen (Maya-) Kalender in seine ursprüngliche Abfolge von 13 Mondzyklen (zu je ca.28 Tagen = Rhythmus der Frau) eingeteilt, wobei die Gesamtheit der 13 Monde ein »galaktisches« Jahr für die Erde darstellt mit der Schnittstelle 26. Juli. Jedes solare Jahr steht unter dem ganz speziellen Einfluss eines von vier galaktischen Energiemustern. Seite 283, Golgatha: aramäisch: »Schädelstätte«, historisch: ein Hügel bei Jerusalem, auf dem die Kreuzigung Jesus Christus stattgefunden haben soll. Das Ereignis von Golgatha bedeutet für die sehende Seele, die Rettung der Erde und der Menschheit vor dem Zugriff Ahrimans auf dieselbe. Durch die Opfertat des Christus als gewaltigen Impuls innerhalb der Materie (materiellen Be- wusstseinsstufe) entstand eine Substanz-Transformation, eine Art Neuaus- richtung der Materie - die ansonsten dem Verdichtungsimpuls so stark unterlegen gewesen wäre, dass der Mensch keine Möglichkeit mehr ge- habt hätte, sein ursprüngliches Potenzial noch leben zu können. Dem Christus verdankt er diese Möglichkeit - »die Tür wurde offengehalten, doch gehen muss der Mensch selbst«. Deswegen wird durch nichts Äuße - res jemals »bewiesen« werden können, was damals geschah und was bis in die Zukunft dadurch möglich wurde. Wer Freiheit begreift, der weiß, dass es sie nicht geben muss, aber kann - sonst wäre es eben keine! - dage- gen jede Art von »Beweis« ein Sachzwang darstellt (siehe auch »Entschei- dungsvarianten S. 64) 412 Dritter TeilAnmerkungen Seite 287, Aggressionsverhalten, Kriminalität, Serotoninspiegel und Ernährung Eine Kohorte von insgesamt 1037 in den Jahren 1972 und 1973 in der neu - seeländischen Stadt Dunedin geborenen Kindern wurde in eine Langzeit - studie aufgenommen und in regelmäßigen Abständen alle 2-3 Jahre unter - sucht. Caspi und Mitarbeiter(2) wählten aus der Gesamtgruppe 442 Perso- nen aus, die alle männlichen Geschlechts waren und zu dem einen ein- heitlichen populationsgenetischen Hintergrund aufwiesen: alle 4 Großel - tern gehörten jeweils der weißen (kaukasischen) Rasse an. Von diesen 442 Jungen waren 8% in der Kindheit misshandelt und weitere 28% mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ebenfalls misshandelt worden. Wie nicht an- ders zu erwarten, wurden einige der Jungen im späteren Leben selbst ge - walttätig. Daher konnten die Untersucher der Frage nachgehen, ob und wie sich Gewalt gegenüber den Jungen in ihrer Kindheit später auf deren eigene Kriminalität auswirkt. Einer der deutlichsten Hinweise auf die Bedeutung des Serotonin-Sys - tems für die Regulation der Aggressivität beim Menschen stammt aus der Untersuchung einer holländischen Familie mit nachgewiesenem Defekt der Monoaminooxidase A (MAO-A), einem Enzym, das unter anderem Serotonin abbaut. Das Gen für dieses Enzym ist auf dem X-Chromosom lokalisiert, sodass Männer von einem defekten Gen ganz betroffen sind, bei Frauen kann der Defekt vom 2. X-Chromosom ausgeglichen wer-den. Die Männer mit dem defekten Gen neigten sehr stark zu kriminellem Ver- halten. Es lag daher nahe, bei den mittlerweile erwachsenen 442 Männern der neuseeländischen Kohorte die Aktivität des MAO-A-Enzyms zu un- tersuchen. Hierbei stellte sich heraus, dass diejenigen Männer, bei denen eine hohe Aktivität der MAO-A gefunden wurde (63% in der Gruppe), gegen die ungünstigen Auswirkungen von Misshandlungen in der Kindheit prak- tisch immun waren. Umgekehrt waren die Män- ner mit niedriger MAO-A-Aktivität (37%) mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit kriminell, sofern sie in der Kindheit misshandelt worden waren. Hatten diese Menschen jedoch keine Miss- handlung erfahren, waren sie mit einer sehr ge- ringen Wahrscheinlichkeit kriminell. Quelle: Geist & Gehirn, Nervenheilkunde 2003; 22: 482–5 Ich Buch 413 Seite 287, ohne diesen Defekt lebende Menschen: Für eine Ernährungsstudie untersuchten Wissenschaftler der britischen Oxford-Universität 230 straffällig gewordene Jugendliche im Hochsicher- heitsgefängnis im englischen Aylesbury. Neun Monate lang schluckte eine Hälfte der jungen Männer Vitaminprä- parate, während die andere Hälfte Placebo-Tabletten verabreicht bekam. Bei der Vitamin-Gruppe stellten die Forscher einen Rückgang der Regel - verstöße um 25 Prozent fest. Schwere Übergriffe gegen Personal oder Mithäftlinge seien sogar um 40 Prozent zurückgegangen, hieß es. Das Ag - gressionsverhalten bei der Placebo-Gruppe blieb hingegen gleich. Quelle: Spiegel online In dem Film »Supersize Me« von Morgan Spurlock wird ebenfalls über ein Schulexperiment (Kantinenessen) berichtet, in dem Zucker und Fleisch reduziert bzw. ganz weggelassen, dafür aber frisches Obst und Ge- müse gereicht wurde - mit der eklatanten Wirkung, dass sehr viele Schü - ler konzentrierter und weniger aggressiv wurden, sodass diese Schule freiwillig die Ernährungs-Richtlinien des Experimentes nach dem Ablauf desselben weiter eingehalten hat. Seite 294, Fritz-Albert Popp Vielfache Bestätigungen der experimentellen Ergebnisse der Marburger Wissenschaftler um Fritz-Albert Popp, die von weiteren Arbeitsgruppen in China, Holland, Japan, Polen, Rußland, USA und anderen Staaten er - bracht werden, führen schließlich zum Aufbau eines Internationalen Insti - tuts für Biophysik (IIB), in dem sich die interdisziplinär zusammengesetz - ten Wissenschaftler der Biophotonik vereinigen, um das Phänomen der Biophotonen, der verzögerten Lumineszenz und die vielfachen Zweige der Thematik »Light and Life« gemeinsam zu erforschen. Dieses Gebiet wird als »Biophotonik« (Biophotonics) bezeichnet mit der Aufgabe, elek - tromagnetische Signale aus Lebewesen nach eventueller Anwendung elek- tromagnetischer und anderer Signale auf Lebewesen zum Verständnis bio - logischer, biophysikalischer und biochemischer Eigenschaften einzusetzen und zu nutzen. Der Begriff wird zunächst in Asien übernommen, später unter dem Einsatz spezieller Zweige der Laseranregung und Tracer-Ver - fahren auch in den USA, schließlich in Europa, nicht aber in Deutschland - dessen »Establishment« sich zunächst zur ostentativen Ignoranz ent- schließt (Fritz Popp verlor seine Professur an der Uni Marburg und war in den folgenden zwei Jahrzehnten dem schikanösen Mobbing einer Lobby von Wissen- 414 Dritter TeilAnmerkungen schaftlern ausgesetzt. Bibliography unter „Biophotonics“ in Japan, Inaba, Kato, Hiramatsu, Makino, Cilento, Shen und Chang (China), Slawinski, Chwirot, van Wijk, Musumeci, Beloussov, Swain). Vorwiegend in Japan und in den USA wird die Biophotonik auf die Mar - kierung von Zellen mit geeigneten Chemikalien und auf Licht-anregung mit Lasern ausgedehnt. Dieses spezielle Anwendungsgebiet der allgemei- nen Biophotonik schließt sich nahtlos an die Theorie und Experimente der eigentlichen Biophotonik an, gehört inhaltlich auch zu den bestehenden Patenten der Biophotonik - von denen die meisten aus Japan und der deutschen (ehemals Marburger) Gruppe um Fritz-Albert Popp stammen. Zu den Nutzanwendungen, die patentiert sind, gehören unter anderem: • Die quantitative und qualitative Unterscheidbarkeit von normalen Zellen und Tumorzellen - ursprüngliches Patent von der Marburger Gruppe um Fritz-Albert Popp. • Die Analysierbarkeit der Qualität von Lebensmitteln (ursprüngliches Patent von der ehemals Marburger Gruppe um Fritz-Albert Popp) • Die Erkennbarkeit bakterieller Kontamination (US-Patent, chinesi - sches Patent und Patente der neuen Arbeitsgruppe um Fritz-Albert Popp) • Immunstatus über biophotonische Blutanalysen (US-Patent) • Markierung von Zellen mit Chemikalien (Japanische Patente und Pa- tente der ehemals Marburger Gruppe um Fritz-Albert Popp). • Technische Verfahren zur Optimierung der Biophotonik (Patente und Gebrauchsmuster der ehemals Marburger Gruppe um Fritz-Albert Popp). • Einsatz der Biophotonik zur Ganzkörper-Analytik und Elektrolumi - neszenz (US-Patente und Patent der neuen Arbeitsgruppe um Fritz-Al- bert Popp). Anwendungsbeispiele sind erste Nachweise deutlicher Qualitätsunter- schiede von Freiland- und Batterieeiern bei gleicher stofflicher Zusam- mensetzung, Nachweis der Zusammenhänge zwischen Biophotonenemis- sion, verzögerter Lumineszenz und Lebensmittelqualität, die Möglichkeit der Behandlung von Tumorgewebe mit nicht-toxischen Agenzien, die nicht-invasive Kontrolle der Wirkung von Therapieverfahren am Men- schen. Quelle: www.biophotonen-online.de Ich Buch 415 Seite 301, Zuckerakzeleration: parallel zur Erhöhung des Pro-Kopf-Zuckerkonsums in Europa bzw. in den USA, ist folgendes Phänomen zu konstatieren, was hier ein »Krimino - loge« beschreibt: []...»Dabei ist auch ein amerikanischer Wert aufgeführt, wo Mädchen über Jahrzehnte hinweg in einem etwas jüngeren Alter erstmals menstruierten als die Mädchen in Mitteleuropa...[ Wir müssen also annehmen, dass das Alter beim Eintritt der Menarche in der Bevölkerung weit streut und sich zudem während des letzten Jahr - hunderts durchschnittlich um 4 bis 5 Monate pro Jahrzehnt nach unten verschoben hat. Wenn der Gesetzgeber beispielsweise 1871 beobachten konnte, dass die durchschnittliche Menarche damals im Alter zwischen 15 bis 17 Jahren eintrat, dann muss er heute wahrnehmen, dass Mädchen durchschnittlich mit 11 1/2 bis 13 1/2 Jahren ihre erste Regelblutung ha - ben.« ...[] Quelle: Baurmann, Michael C. Sexualität, Gewalt und psychische Folgen. Eine Längsschnittuntersuchung bei Opfern sexualler Gewalt und sexuellen Normverletzungen anhand von angezeigten Sexualkontakten.BKA Forschungsreihe Nr. 15, Bundes- kriminalamt, Wiesbaden (1983), Baurmann 1983, S. 74-76 Zuckerakzelleration, siehe auch M.O.Bruker, Ilse Gutjahr: »Zucker«, emu-Verlag Lahnstein 2001, Seite 168: »[] ... statistische Untersuchungen in verschiede - nen Ländern ergaben immer wieder hochsignifikante Korrelationen zwi- schen dem ansteigenden Trend des jeweiligen Zuckerkonsums und Akze - lerationserscheinungen. Letztere finden vor allem im Geburtsgewicht so - wie der Körperlänge von Schulkindern und Rekruten ihren Ausdruck. Ge- gen eine bloße Koinzidenz sprach die vom kanadischen Gesundheits - dienst festgestellte prä- und postnatale Akzeleration bei den Eskimos, als der Zucker erstmals in die nord-ost Arktis gelangte. Infolge gleichzeitiger Stimulierung des Körper- und Gonadenwachstums kam es auch zur Früh- reife. Innert dreißig Jahren ging das Menarchealter der Eskimomädchen von 15,2 auf 13,3 Jahre zurück. Die sexuelle Frühreife führte auch zum Überhandnehmen der Teenager-Schwangerschaft ...[] ... Die Verlängerung der Kindheit durch das Hinausschieben der Pubertät war nach Portmann eine der wichtigsten phylogenetischen Errungenschaften des Menschen. Sie bewahrte das Kind lange genug vor den Zwängen der Sexualität und bot ihm die Möglichkeit einer ungestörten geistigen Reifung...[]« 416 Dritter TeilAnmerkungen Seite 305, großartige Geister 19.Jhdt: Ausgehend von der griechischen Antike bis zur Gegenwart werden in der Literatur etwa 350 Philosophen aufgeführt. Davon wurden im 19. Jhdt. 137 geboren, wovon wiederum 79 aus dem deutschen Sprachraum bzw. nur 6 außerhalb Mitteleuropas stammen. Aus diesem rein quantitativem Aspekt wird jedoch ersichtlich, dass im 19.Jhdt. im mitteleuropäischen Raum eine »geistige Essenz« den Boden betrat und diesen schließlich für die Ausgestaltung der Individualität fruchtbar machen sollte. So wurde in allen kulturellen Bereichen (insbesondere auch der Naturwissenschaft) wie in einem geballten Kanon des Geistes zur Jahrhundertwende eine Blüte sichtbar, nämlich die des »ethischen Individualismus«: das Schöpfen aus der Präsenz der Mitte der Persönlichkeit, gleichbedeutend mit der Auflö- sung des allzunormativen Verstandesbewusstseines mit seinen Zeit- Raum-Begrenzungen, welches zu dieser neuen, »basisdemokratischen« Gesellschaftsform hätte erwachen und erwachsen lassen können. Von Mit- teleuropa aus hätte um die Jahrhundertwende dieser moderne Kulturim - puls in das ganze Weltgeschehen einfließen können. Doch dieser Impuls musste weichen der materiellen Machbarkeit und den materiellen Expan - sionsansprüchen, deren Folge die Weltkriege und die Teilung Europas - also nicht Modernisierung sondern »Mordenisierung« wurde: dem auf- grund des egobesessenen Verstandes entwickelten Raubtierkapitalismus, einem äußerst expansiv-aggressiven Wirtschaftsduktus, dem täglich tau - sende Menschen, das Leben der Natur und der ganzen Erde zum Opfer fallen. Seite 308, das Prinzip »Hinterbandkontrolle« - oder: um vorwärts zu kommen läuft etwas rückwärts ... Ich fasse einen Entschluss - woher weiß ich, dass es meiner ist? Dieser Frage sind auch Neurowissenschaftler nachgegangen und haben dazu »verblüffende« Entdeckungen gemacht, die hier in einem geist-vollen Zu- sammenhang dargestellt werden. Wenn auch viele Naturwissenschaftler sich selbst für geist-reich halten, haben sie dennoch Probleme mit dem Wort und um nicht noch weitere »Extirpationen des Geistes« vornehmen zu müssen, wird hier dieses Wort »Geist« einmal gegen das Wort »imma - terielles Bewusstsein« getauscht. Dieses Bewusstsein ist informierend, d.h. es besitzt eine strukturgebende Fähigkeit, die auch als Bauplan bzw. Absicht oder Wille aufgefasst werden kann, welches ja im Verlauf einer Handlung oder eines Zeit-Raum-Prozesses sichtbar wird. Umgekehrt, Ich Buch 417 ohne Struktur (in-formatio), kann sich nichts Zeit-Räumliches manifestie- ren oder formatieren. Die Dinge können erscheinen, weil die Information in ihnen schon vor ihnen vorhanden ist (dieses Faktum mag Schopenhauer zu seinem Weltprinzip »Wille« gedrängt haben). Wille oder Absicht charakteri- sieren in diesem Sinne eine herrausragende Eigenschaft des immateriellen Bewusstseins, welches zu materiellen Erscheinungen notwendig ist. Ein Entschluss kann demnach auf Grundlage des immateriellen Bewusstsein oder auf der des materiellen Bewusstseins (Verstand) oder durch beides zustande gekommen sein. Durch die Aufspaltung des Bewusstseins (Zeit- Raum, Begriff und Wahrnehmung) muss das Vorige (Wille/Absicht) mit dem Folgendem (Handlung) einen Abgleich finden (»Feed Back« und »Feed For- ward«). In diesem Abgleich soll die Balance zwischen dem Gewollten oder Gewünschten und dem Geschaffenen hergestellt werden. Hierzu muss also auch das physische Gehirn entsprechende Regelinstanzen besitzen. Diese Skizze zeigt den Normalfall einer »Hinterbandkontrolle«: Rückkopplung zum Immateriellen Be- wusstsein Immaterielles Gehirn Bewusstsein Signal / (materielles Impuls Bewusstsein) Signal-/Impuls- sender Ziel/Empfänger die Zweite den manipulierten oder gestörten Fall: Rückkopplung zum Immateriellen Be- wusstsein Immaterielles Bewusstsein Signal / Signal-/Impuls- Impuls sender Artfremde Ge- Ziel/Empfänger hirn-Reizung Im Normalfall spiegelt sich z.B. der Begriffsteil oder eine Idee, als durch 418 Dritter TeilAnmerkungen das menschliche Bewusstsein geschaffener Teilaspekt des immateriellen Bewusstsein an oder in einer spezifischen Gehirnregion (Arousal), welche als Signal-/Impulssender fungiert und z.B. über einen Elektromagnetis - mus Signale an das Ziel bzw. den Empfänger (z.B. motorische Endplatte) weitergibt. Die physiologische Gehirntätigkeit löst ab einem bestimmten Fortschritt auch eine Rückkopplung zum immateriellen Bewusstsein aus. Den Entschluss oder die Handlung, die ich fasse, empfinde ich als die meinige, wenn die durch das Gehirn gesendete Rückkopplung geschieht. Nun der manipulierte Fall: auch hier kann vom immateriellen Bewusst- sein ein Signal ausgehen, muss es aber nicht (Grafik: die fehlenden Punkte). Das Entscheidende ist vielmehr: geschieht innerhalb der Zeit, die der Rückkopplungsprozess an und für sich benötigt, eine artfremde Reizung (z.B. Elektroschock, physiologisch bedingte Fehlreize, manipulierte Sinnesein - drücke, Subliminal-Methoden usw.), dann glaubt das Verstandesbewusstsein des Betreffenden, der manipulierte Entschluss sei frei aus seiner Absicht entstanden. Erfolgt die artfremde Reizung seines Gehirns nicht innerhalb der Rückkopplungszeit, dann fühlt er sich zu einem Entschluss oder zu einer Handlung gezwungen. Das Fatale ist also, dass nur durch den Zeitfaktor und nicht durch die tat - sächliche Quelle (immaterielles Bewusstsein oder artfremde, manipulative Rei- zung), die den Signal-/Impulssender aktiviert, das Gehirn bestimmt, ob ein Entschluss als eigener oder als fremder aufgefasst wird. Durch das Gehirn kann also das immaterielle Bewusstsein eine Rückkoppelung er - fahren, welche nicht durch letzteres hervorgerufen wurde: die Rückkopp- lung beruht auf einer physiologischen Tatsache und wird als wahr aufge- fasst, unabhängig davon, ob etwas Fremdes »dazwischen gefunkt« hat. Ein Teil des immateriellen Bewusstseins kann also auf diese Art und Wei- se vom Körper her manipuliert werden. Für den Naturwissenschaftler ist es das Einfachste, das immaterielle Be- wusstsein gleich durch das Gehirn erzeugt zu sehen. An der hier beschrie - benen Wechselwirkung zwischen immateriellen und materiellen Bewusst- sein wird wiederum ersichtlich: denkt der Mensch mit seinem Gehirnbe- wusstsein lange genug, dass es nur dieses gibt, so manipuliert er damit sein immaterielles Bewusstsein genau in diese Richtung, d.h. der Gehalt des immateriellen Bewusstseins wird zunehmend materieller Struktur und damit wird sich dann auch eines Reinkarnierens (wobei das dann die letzte Reinkarnation sein dürfte) genau diese Information verwirklichen: Schaffung eines Menschen mit einem ausschließlich auf das Gehirn redu - Ich Buch 419 zierten Bewusstseins - that´s freedom - create your self!( und falls der Tod bis dahin noch nicht im Griff ist, bleibt diesem Menschen, damit er als Bewusst- sein in seinem Körper weiter leben kann, nur die Hoffnung auf ein erfolgreiches Einfrieren evtl. mittels Nanotechnologie - und auch das ist keine Fiction sondern mittlererweile Realität). Ein anderes vielleicht anschaulicheres Beispiel der Wechselbeziehungen zwischen Feed-Forward (Ziel) und Feed-Back (Handlung) bietet das Spre- chen: in einer Diskussion ergreifen Sie das Wort und reden ca. 10 Minuten über einen Sachverhalt, ohne darauf Vorbereitung getroffen zu haben. Diesen Vortrag, den Sie halten, hören Sie selbst das erste Mal. Der Inhalt, der sich für die Zuhörer erst nach und nach durch das Gesprochene er - schliesst, blitzte jedoch in Ihrem Bewusstsein vor Ihrem ersten Wort auf. Zehn Minuten Vortrag waren also schon vorher in ... ja, worin eigentlich? Der Inhalt stand Ihnen ja in der »Zeit« eines »Blitzes« zur Verfügung! Wo sind also diese Informationen, wo ist die Rede bevor Sie sie gesprochen haben - in irgendeiner Zelle des Gehirns? Gehen Sie von dem immateriel - len Bewusstsein aus, haben Sie ein Feed-Forward (Blitz) welches sich durch ein Feed-Back (die Rede) verwirklicht: gleichzeitig, während Sie sprechen hören Sie, ob das Gesagte auch dem vorgegebenem Inhalt ent - spricht und korregieren, falls notwendig, Ihre Sätze usw.. Sie können an diesem Beispiel erleben, wie stets zwei Zeitstränge gleichzeitig laufen müs- sen: ein Vorgreifender und ein Rückfließender. Und genau das werden Neurowissenschaftler auch im Gehirn feststellen - wobei sie den vorgrei - fenden Aspekt nur durch Logik erfassen können, nach dem paradoxen Motto: »die Information muss schon da gewesen sein bevor sie da war« (=Gretchenfrage des materiellen Bewusstseins). Im Gegensatz zu der zuvor geschilderten materiellen Beeinflussung des immateriellen Bewusstseins muss letzteres aller- Quelle dings die Möglichkeit haben, die rückfließende Zeit noch zu einem gewissen Teil mit der vorflie- ßenden kontrollieren zu können und zwar unab- hängig vom Feed-Back des materiellen Bewusst- seins (der Mensch würde ansonsten in einem für die Welt nicht verkraftbarem Ausmaße aus beliebigen Vi- sionen sehr und zu schnell unmittelbar bleibende Körperspiegel I (z.B. Subjekt) Wirklichkeiten erzeugen). Die nebenstehende Grafik Körperspiegel II veranschaulicht die Wechselbeziehungen: unab- (z.B. Objekt) hängig von der Wechselbziehung zwischen Quel- 420 Dritter TeilAnmerkungen le und Spiegel I, existiert die Wechselbeziehung von Quelle zu Spiegel II: die Spiegel sind also auch, wenn sie nicht in direkter Beziehung zueinan- derstehen dennoch über die Quelle miteinander verbunden. Für das Vor- tragsbeispiel gilt: Quelle = immaterielles Bewusstsein »Blitz«; Spiegel I = Redner, physiologische Prozesse im Gehirn des Redners; Rückpfeil von Redner zur Quelle = Feed-Back bzw. Hinterbandkontrolle; Spiegel II = Sprache, Zuhörende und physiologische Gehirnprozesse; Rückpfeil von Spiegel II zu Spiegel I = materiell-bewusstes Feed-Back; Rückpfeil von Spiegel II zu Quelle = objektives Feed-Back, was mit »subjektivem« Feed- Back aus Spiegel I in der Quelle zusammen ankommt und von beiden Spiegeln wiederum wahrgenommen werden kann (z.B. als Ahnung eines Irrtums oder einer Lüge, oder als Zweifel in den Spiegeln I oder/und II erlebbar, was zu weiteren Interaktionen führt). Für jeden vorwärtigen gibt es auch einen rückwärtigen Prozess und beide finden aktuelle Abgleiche (weitere Feed-Backs und Feed-Forwards). In der Sprache offenbart sich dieses in dem Phänomen der »Rückwärtssprache«: der Sprechende offenbart in seinem Sprachfluss, wenn dieser mit technischen Mitteln rückwärts abgespult wird, unter Umständen einen ergänzenden oder korrigierenden zweiten Sinn, nämlich insbesondere dann, wenn der erste Spiegel - aus welchen Gründen auch immer - etwas unterschlägt oder anders darstellt, als es im Gesamt geschehen ist (konkrete Beispiele hierzu siehe: http://www. reversespee- chinternational.com/contact_german.php letzter Zugriff 14.12.2007). »Körperspiegel I und II« können natürlich auch als Teile des Gesamtbe- wusstseins (Quelle) aufgefasst werden, welches die Teile oder »Spiegel« geschaffen hat, um sich selbst zu spiegeln und zu evolutionieren ... Ein Bewusstsein kann auch wie eine Amöbe aufgefasst werden, die andere Teilbewusstseine sich einverleibt. Die Teilbewusstseine arbeiten dann im Sinne des »Amöbenbewusstseins«. Ein hier in dem Buch erwähntes histo- risches Beispiel verdeutlicht einen Prozess, der über die Einverleibung von Bewusstsein zu Reichsgründung und geographischer Einverleibung geführt hat, gemeint ist die »Emser Depeche« hinter der die Taktik (=Struktur des relevanten Bewusstseinsausschnittes) zum Ausdruck kommt, die in der Taktik des Anderen (Napoleon III) enthaltenen Sachzwänge für das eigene Konzept zu nutzen. Das Bewusstsein des Anderen wird als Pferd für das Eigeninteresse benutzt. In dem historischen Fall kann von einer bismarkschen Bewusstseins-Assimilation gesprochen werden und es sei die Frage, die auch Nietzsche gestellt hat, erlaubt: von welchem Be - wusstsein wurde das Bismarcksche assimiliert? Ich Buch 421 Seite 320, Musik, Klangstruktur, Sphärenharmonie - Schwingungswirkungen und Übertragungsmöglichkeiten Musik wird in der menschlichen Seele erlebt - sie kann die tiefsten Emp - findungen hervorbringen und heilsam wirken. Die menschliche Seele, welche sich für die Musik öffnet, erlebt unmittelbar in ihr etwas Höheres - sie wird in ihr zu einer Weltsprache, durch die sie sich mit anderen Men- schen in einem transpersonalem, einem über der bloßen Persönlichkeit stehendem Bewusstsein (was u.U. als euphorisches Gefühl erlebt wird) ver- binden kann. So ist es nicht verwunderlich, dass Engel oft mit Musikin - strumenten dargestellt werden und umgekehrt Musik wie Engelshauch erklingt. In der Musik tönte das höhere Bewusstsein durch den Menschen - heute jedoch ist der Mensch Musiker, nicht mehr der »Engel« in ihm ( da- her muss Qualitätsermangelung durch Quantität kompensiert werden). Auch hier sind wieder die beiden Richtungen wahrnehmbar: die Abstei - gende - Musik als Geistoffenbarung (von oben nach unten) und die Aufstei- gende - Musik als vom Menschengeist Geschaffenes, was die Verbindung zum Kosmos wieder herstellt und erneuert (von unten nach oben - der Zu- kunftsaspekt). Musik kann daher als Kanal mit zwei Informationsrichtun- gen betrachtet werden. Das Geistige (Urbildhafte, Strukturierende) schwingt als Inspiration in die menschliche Seele, schwingt über Elektromagnetis - mus und Chemie bis in den Körper hinein, der nun z.B. in Form des Ge - sangs wiederum die Umgebung zum Schwingen bringt, welche so andere Körper mitschwingen lässt, beim Empfänger über die Sinnesorgane wie- derum in Elektromagnetismus und Chemie überschwingt und so im hö- renden Menschen seelisches Empfinden ermöglicht, welches einschwingt mit der Quelle - mit demjenigen, von dem die Musik ihren Ursprung nahm. Ein Kommunikationkreis ist geschlossen. Hier wird erahnbar wie »Schwingung« über verschiedene Qualitätsstufen hinweg transportiert wird, ohne jedoch selbst die in ihr befindliche Information zu verlieren (Urbild-Seele-Nerv-Menschenkörper-Luftkörper-Menschenkörper-Nerv-See- le-Urbild). Aufgrund dieser Tatsache ist Musik und Klang äußerst geeignet, um auch auf die Chakren bzw. Doppelgängerstrukturen wirken zu können. Seite323, Atombewusstsein: was tun die Menschen, wenn Sie das Atombewusstsein spalten - es entste- hen unnatürliche »Stoffe« - gleich Spiegel für Bewusstseine, die nicht von Natur aus hier auf der Erde anwesend sein sollten! Da die ganze Kern - 422 Dritter TeilAnmerkungen spaltungsgeschichte ausschließlich das Ego bedient und von ihm bedient wird, ist es auch klar, wer sich auf diese Art und Weise sein Häppchen von dem ursprünglichen Bewusstsein wieder abschneiden will. Seite 325, Dämonen: solche Dämonengestalten hat Matthias Grünewald in seinem Gesamt- kunstwerk des Isenheimer Altars mit einfliessen lassen. Die Körperlich- keit des alten Mannes (Antonius) stellt dabei das Bild für die Materie, für die Vergänglichkeit dar. Aber in der Gestalt erkennt der Betrachter ebenso die Weisheit, welche durch das Ich in diesen Körper geflossen ist, und er erkennt die Krankheit als Dämon, welche den materiellen Körper hinweg- zerren will. Es entsteht ein Kampf, ein Todeskampf vielleicht - doch auch wenn der Körper hinweggerissen wird: für das Eigentliche, für das Ich, die hohe Kraft, die auch in diesem Körper gewirkt hat, nähert sich die Er - lösung, das Aufsteigen in die eigentliche Quelle, in das Zuhause: die Pfor - ten des höheren Bewusstseines haben sich schon geöffnet, Dämonen, wel - che verhindern wollen, dass Seele und Geist aufsteigen, werden von höhe - ren Bewusstseinen niedergeschlagen bzw. bleiben im Erdkreise gebannt. Seite 341, Meisterübung Stehen Sie aufrecht, aber locker und bringen dann beim Einatmen beide Arme locker gestreckt nach vorne und weiter hoch bis über, evtl. leicht hinter Ihren Kopf. Beim Ausatmen lassen Sie die Arme wieder gestreckt nach vorne hinunterfallen und begleiten diese fallende Bewegung schließ - lich mit ihrem ganzen Körper, so dass sie in eine leichte Kniebeuge kom - men, wenn die Arme am tiefsten Punkt sind. Die Arme schwingen aber weiter nach hinten durch, bis sie wie von alleine wieder anfangen nach vorne zu schwingen. Jetzt atmen Sie wieder ein und Ihr ganzer Körper schwingt mit der Aufwärtsbewegung der Arme wieder nach oben (dann auf Zehenballen stehend) bis zu dem Punkt an dem die Arme wieder nach vorne schwingen wollen usw. Die ganze Übung läuft also schwingend, pendelnd ab, wobei Sie sich immer Schwung holen, einmal von oben nach unten, dann von unten nach oben (7 mal oder öfter hintereinander ma- chen). Ich Buch 423 Bildnachweis Seite 69, mit freundlicher Genehmigung des Nachrichtenmagazins Spiegel alle hier nicht genannten Grafiken, Fotos, Abbildungen sind Eigenpro - duktionen des Autors bzw. lizenzfreie Bilder. 424 Stichwortverzeichnis Stichwortverzeichnis 180° Wende...........................................352 Akzeleration.....................221, 301 180°-Wende..........................................211 Allgemeingültigkeit................173 68er.........................................................358 Allgemeininteresse..................264 Abbildung.............................................185 Allmacht der Materie..............382 Aberglaube...........................................178 Allroundbequemlichkeit........222 Abgrenzung.................................211, 349 Alpha-Rezeptor........................259 Abgrenzungsprobleme......................307 Alt-ägyptische..........................283 Abhängigkeit..............264, 303, 351, 362 Alt, Franz...................................375 Abitur....................................................278 Alte Gestalt.....147, 149, 157, 311, Absoluter Anfang...............................165 328 Abspaltung.............................................26 Alter............................................370 Abstraktionen..............................206, 248 Alter Fritz..................................295 Abwehrkräfte.......................................170 Altern............................................37 Abwehrmechanismen........................377 Altersdemenz............................279 Addition................................................213 Amokläufer...............................140 Adenohypophyse................................241 Anarchie.....................................350 Adolf Hitler............................................35 Anderen, die.............................351 Adrenalin..............................................254 Anfang........................................172 Adrenalinvergiftung..................225, 242 Angelius Silesius......................283 Aggression..................205, 241, 253, 287 Angeloi.......................................274 Aggressor..............................................141 Angst...37, 45, 120, 149, 216, 242, Ägyptische Kultur..............................276 292, 297, 304, 313, 364, 404, 405 Ahnung.................................................327 Angstgelder...............................404 Ahriman.....208, 211, 213, 214, 215, 218, Animalische, das......................351 221, 225, 255, 268, 276, 278, 279, 290, Ankh...........................................392 291, 313, 318, 401, 411 Annehmlichkeiten...................304 Babykörper......................................219 Anpassung.141, 246, 267, 356, Empörung........................................221 366, 392 Gewalt..............................................218 Anpassungsdruck...138, 142, 266 Kinderwunsch.................................219 Anpassungsprobleme.............266 Klammern........................................218 Ansehen.....................................343 Krankheiten.....................................225 Antibiotika................................229 Natur.................................................217 Antipathie.47, 115, 217, 250, 290, Potenzial...........................................221 403 Signatur............................................217 Antipathiekräfte.........................42 Stress.................................................221 Antipodische Identifikation....32 Tod....................................................218 Antreiber....................................143 Verfrühung......................................221 Anus............................................249 Verfrühungsaspekt.........................220 Apathie..............................267, 364 Zeitakzeleration..............................221 Apollo.........................................231 Zurückbleiben.................................221 Appetitkontrolle......................286 Ahriman, Signatur..............................217 Arbeit........188, 210, 215, 354, 395 Ahura Mazdao....................191, 208, 213 Arbeitgeber...............................120 Akkupunktur.......................................228 Arbeitnehmer............................120 Aktie......................................................301 Arbeitsbewertung, Wert.........199 Ich Buch 425 Arbeitslose............................................215 Autoimmunkrankheit.............270 Arbeitslosigkeit....................25, 215, 394 Automatismus..........................324 Arbeitsteilung..............................198, 353 Autonomie........................255, 362 Arische Rasse.......................................361 Autosuggestion........................143 Arnim, Hans Herbert von.................376 B-Zellen......................................301 Arousal..................................................176 Bauch.........................222, 250, 260 Artenvielfalt...........................................23 Bauchspeicheldrüse........253, 301 Arteriolenverengung..........................242 Beauharnais, Stefanie de........374 Arteriosklerose....................................225 Becken........................................290 Arthritis.................................................258 Befreiungsträume....................141 Arthur Janov..........................................40 Befriedigung.............................297 Assoziationen......................................395 Befruchtung...............................148 Asthmatiker..........................................269 Begriff.........................................395 Astralfeld..............................................227 Bello Galico...............................349 Astralleib..............................................184 Bequemlichkeit........297, 343, 396 Astralwenden.......................................227 Besserwisserei...........................280 Astrologie.....................................159, 319 Bestrafung.................................136 Atem......................................................244 Beta-Rezeptor...........................259 Ausatmung......................................273 Beuys, Joseph...................107, 215 Ätherisch...............................................177 Bewegungsprinzip...................231 Ätherleib..............................183, 185, 228 Bewegungszentrum.................141 Atmen....................................................354 Bewusstsein....165, 169, 249, 274, Atmung.................................................269 278, 322 Atmungsprozess....................................42 Bipolare.................................168 Atom......................................................166 Leidendes..............................168 Atombewusstsein................................421 Mythologisches....................289 Atombombe..........................................314 Negative Gedanken.............280 Atomenergie.........................................364 Rationale...............................289 Atomisierung.......................................352 Selbst-Bewusstsein..............165 Auferstehung.......................................332 Trennung......................168, 175 Aufmerksamkeit........200, 302, 311, 324 Waage....................................168 Aufmerksamkeitsstörungen.............403 Welt-Bewusstsein................165 Aufräumtrupp.....................................200 Bewusstseine.............................231 Aufräumtruppe...........................199, 200 Bewusstseinsdifferenzierung...... Aufrechte, die......................................288 349 Aufwachen...........................................140 Bewusstseinseele......................283 Ausbeutung..........................................267 Bewusstseinsentstehung........287 Auserwählte.........................................361 Bewusstseinsraum...................211 Ausgeglichenheit................................245 Bewusstseinsseele. .164, 217, 292, Ausländerproblem..............................199 305, 381 Ausrede.................................................223 Bewußtseinsseele.....................283 Autismus..............................176, 351, 403 Bewusstseinsstufe....................393 Autistisch................................................24 Bewusstseinzustände..............187 Auto.......................................................372 Bewußtseinzustände...............187 Autoaggression...................................253 Beziehungsrepräsentanzen....183 Autoaggressionsymptom..................136 Bifurkation........................267, 377 426 Stichwortverzeichnis Bifurkationsmechanismus.......158, 303, Cäsar, Julius..............................349 326 Cash-Crop..................................300 Bifurkationsstelle......143, 147, 149, 157, CellClocks..................................177 223, 311 Chaos.........................153, 289, 388 Bild................................................323, 396 Christentum......................190, 333 Bildekraft..............................................184 Christkind..................................221 Bildekräfte............................................229 Christus...191, 214, 231, 326, 333, Bilderleben...........................................396 363, 392 Bilderwelt.............................................397 Chronobiologie.........................177 Bildung..................................................267 Chymnische Hochzeit.............158 Bildungseinrichtungen......................395 Co-dependenzen......................144 Bildungsgutscheine............................291 CO2.............................................244 Bildungsmonopol...............................365 Codependenz............................252 Bildungssystem...38, 205, 278, 289, 291, Columbus..................................296 366, 368, 377, 398 Convenience..............................210 Billigpreise...........................................363 Cortex.........................................259 Binding problem.................................176 Cortez, Hernando....................299 Bindung problem................................176 Courage......................................364 Biologie.................................................182 Dalai Lama........................174, 212 Biologisch-dynamische Wirtschafts- Dämonen....................................422 weise......................................................293 Dämonengestalt.......................324 Biologische Verschmutzung.............295 Dankbarkeit...............................258 Biophotonen.........................................413 Daoismus...................................391 Bismarck, Otto von.....................121, 360 DAP.............................................356 Blockbildung........................................361 Darmkrebs.................................247 Blumenkinder......................................359 Darwin.......................................198 Blut.........................................................301 Das Märchen vom süßen Brei...... Blut und Eisen.....................................296 205 Blutdruck.............................242, 259, 286 Das Neue...................................148 Blutzucker.............................................253 Das Nichts...................................39 Blutzuckerspiegel................................242 Demenz..............................290, 370 Borderproblem............................181, 217 Demokratie..................................15 Böse, das................................................402 Denken.......................................245 Break The Wall....................................278 Astrales Denken...................184 Brötchenklauer....................................215 Ätherische Denktätigkeit....184 Brownsche Molekularbewegung.....178 Ich-Denken...........................185 Brüderlichkeit......................................215 Denkschemata.............................27 Bruker, M.O..........................................415 Depression........31, 137, 141, 142, Buch: Mein Kampf..............................356 205, 230, 247, 258, 267, 286, 315, Buddha..........................................332, 363 355 Buddhismus.........................................333 Erschöpfungsdepression....138 Bundesgerichtshof..............................405 Depressiv...........................270, 280 Bürger....................................................141 Depressive, der.........................140 Bürgergesellschaft...............................142 Descartes....................................345 Bürgerrat...............................................142 Deutsche Geschichte...............355 Bürgin, Luc...........................................398 Deutsche Wiedervereinigung...... Ich Buch 427 359 Edison. Thoma A.....................315 Deutsche, der.......................................364 Ego...126, 148, 149, 156, 157, 191, Deutscher Geist...................................358 201, 207, 210, 218, 252, 264, 276, Deutscher Staat....................................291 294, 301, 343, 365, 402 Deutsches Volk...................315, 355, 364 Umweltschäden...................160 Deutschland.........................................355 Ego-Menschen............................44 Diastole...................................................42 Egofraß.......................................306 Diener....................................................252 Egoismus.120, 191, 195, 196, 211, Diener ...................................................204 315, 353 Diener, Erwin M..................................382 Egozentrik.................................127 Digitalisierung.....................................269 Eigeninteresse..................156, 164 Ding an sich..........................................373 Eigenraumschaffung.................40 Dionysos...............................................231 Eigenvergiftung.......................225 Diskrepanz...................................201, 221 Ein-Mensch-Gruppe.......349, 352 Dissoziative Störungen......................403 Einheit........................................286 Disvolution...........................................399 Einheitsgefühle.........................209 Dividere et impere....201, 205, 214, 349 Einkommen...............................404 Doppelgänger.. .149, 157, 161, 162, 206, Einkommenssteuer..................394 236, 251, 275, 283, 306, 311, 325, 328 Eins.............................................245 Doppelgängerernährung...................306 Einstiegsdroge..........................299 Double...........................................147, 329 Elektrische Stuhl......................314 Dr. Götz Werner..................................198 Elektrizität........................180, 320 Dr. Jeckyll und Mr. Hide...................158 Elektrodynamik........................180 Dreißigjähriger Krieg.........................296 Elektromagnetisches Phantom.... Dritte Macht.........................................214 236 Droge.............................................298, 303 Elektromagnetismus...............251 Drogen...................................................210 Elektromechanik......................180 Ahriman...........................................210 Elemente........................................... Alkohol.............................................210 Erde........................................235 Applausettikette..............................221 Feuer......................................235 Kaffee........................................210, 220 Wasser...................................235 Kakao................................................210 Elend...........................................126 Macht................................................221 Ellbogengesellschaft..................15 Medienkonsum...............................220 Emanzipation...................180, 210 Nikotin.............................................220 Emotionale Intelligenz............118 Rauschgift........................................210 Empfindung.................................... Sex.....................................................221 Empfindung.........................154 Sportaktivität...................................221 Empfindungsseele...............155 Tabak................................................210 Rotempfindung....................155 Teeinhaltiger Tee............................210 Sprachempfindung..............155 Urlaub...............................................210 Empörung.................190, 191, 221 Zucker.......................................210, 220 Emser Depeche.........................360 Du...........................................................353 En-Befürworter...........................23 Dualismus.............................................175 Ende, Michael...........................221 Dualität.........................................163, 231 Endlos-Rekursivformel.............31 Easy going............................................297 Endogene Opiate......................301 428 Stichwortverzeichnis Energiegitter........................................320 Exhumination...........................153 Energieverbrauch................................315 Existenz......................................356 Engel. .152, 156, 209, 237, 274, 311, 312, Existenzängste.....13, 37, 215, 351 317, 326, 327, 369, 402 Existenzsatz.................................35 Entkopplung........................................403 Existenzsicherung....37, 120, 348, Entkopplungs-Meditation...................41 350, 351 Enträumlichtes Bewusstsein.............369 Exkarnieren.................................42 Entropie.................................................392 Exoterischer Strom..................212 Entscheidungssituation.......................61 Externe Steuerung ..................180 Entschleunigung....................................13 Extirpation.......173, 229, 358, 361 Entwicklungsstörung.........................289 Extraktion....................................42 Entzündung..........................................258 Fabelwesen................................108 Entzündungen.....................................226 Falsifizierbarkeit......................373 Erbrechen..............................................251 Familie.......................247, 273, 352 Erbsünde...............................................160 Familienaufstellung................317 Erdbewusstsein...........................288, 324 Fanatismus..........................17, 325 Erde...............................................294, 363 Feed-Back..........................187, 200 Körperveränderung........................205 Feed-Forward..........187, 307, 419 Erdheilung............................................317 Feedback............................200, 201 Erdkörper.............................................191 Feindbildschaffung..................350 Erdsame................................................192 Feld............................177, 319, 320 Erfolg.............................................158, 267 Feldbegriff.................................317 Erinnern................................................384 Feldenkrais................................228 Erkenntnis....................................146, 231 Feng-Shui...................................230 Erkenntniseifer....................................156 Feuer...........................................166 Erleben......................................................... Feuerbach, Anselm von..........374 Erleben, das......................................158 Film.............................................403 Erleuchtung.........................210, 286, 290 Contact..................................309 Ernährung....................................205, 279 Die weiße Rose.....................405 Ersatz-Ich......................................357, 361 Dr. Jeckyll und Mr. Hide....158 Ersatzperson................................139, 140 Harry Potter..........................400 Erstandesbewusstsein..........................41 Herr der Ringe.....158, 207, 400 Erster Weltkrieg..................................358 Kirch, Leo .............................405 Erwachsene...........................................291 Krieg der Sterne...................158 Erwerbslosigkeit...........................25, 215 Matrix............................400, 402 Erzengel........................................315, 316 Matrix-Trilogie.....................161 Erziehung..............................................278 Mel Gibsons..........................219 Eskimos.................................................301 Sagan, Carl............................309 Esoterikwelle.......................................209 Supersize Me........................413 Esoterischer Strom..............................212 The Wall................................278 Essstörung....................................246, 247 Matrix...........................183, 184 Essverhalten.........................................246 Flash-Back..................................307 Eurythmie.............................................376 Focusing.....................................380 Eutonie..................................................228 Folie à deux...............................140 Evolutionstheorie................................166 Forschungsdrang.....................156 Ewiges Leben.......................................212 Forschungsergebnisse.............156 Ich Buch 429 Fraktal...........................................194, 231 Einheit..................................286 Frankfurter Paulskirche.....................358 Erleuchtung.........................286 Free-networking..................................404 Friede....................................286 Freie Gemeinschaft.............................401 Gelassenheit.........................274 Freie Individualität....................355, 359 Klarheit.................................274 Freien Individualität..........................363 Liebe.....................................286 Freiheit.....26, 57, 95, 146, 148, 168, 193, Neid......................................245 207, 210, 213, 214, 248, 299, 303, 324, Schönheit..............................274 343, 350 Schönheitsempfinden.........245 Egoismus..........................................160 Gefühle..............................118, 170 Eigenleben........................................160 Autistische Gefühle.............154 Freiheitsgefühl.......................................47 Beleidigtsein.........................250 Freizeit...................................................354 Dankbarkeitsgefühl.............154 Fremdschöpfung.........................326, 399 Eifersucht..............................156 Fress-Kultur.........................................351 Einsamkeit, ..........................255 Fress-Süchte.........................................241 Empfindung.........................154 Friede.....................................................286 Freudegefühl........................154 Fruchtbarkeit...............................245, 270 Freudengefühl......................154 Frustration....................................140, 142 Freundschaftsgefühl............154 Führung.................................................306 Gekränktsein........................250 Fundament Firmament....349, 352, 353, Herzgefühle..........................154 358, 361, 362, 364 Hinweisgefühle....153, 154, 155 Fundamentalismus.............................400 Hungergefühl.......................253 Futterneid.............................................351 Kältegefühl...........................270 Galle.......................................................253 Liebegefühl...........................154 Ganzheitsempfinden..........................199 Mitgefühl..............................154 Garten............................................330, 332 Neidgefühle..........................156 Gärtner..................................................193 Orgasmusgefühl..................154 Gastarbeiter..........................................199 Schadenfreude......................154 Gattung..................................................364 Sympathiegefühle................250 Geburt....................................................148 Vergnügungsgefühle...........154 Gedanke....................................................... Verletztfühlen......................250 Systemgedanken.............................214 Wahrheitsgefühl..................154 Gedanken-Viren....................................24 Zufriedenheitsgefühl..........154 Gedankenkontrolle.............................217 Gefühlsidentifikation................36 Gefühl.......................................................... Gegenübertragung...................140 Innere Leere.....................................252 Gehaltsabrechnung..................121 Jähzorn.............................................241 Geheimdienste..........................360 Kontrolle..........................................252 Gehirn................................245, 301 Langeweile.......................................252 ZNS........................206, 286, 299 Macht................................................252 Gehirnbewusstsein..................323 Minderwertigkeit............................252 Gehirnfunktion.........................212 Neid..................................................245 Gehirnimplantate.......................29 Schadenfreude.................................252 Gehirnwäsche...........................223 Selbstvertrauen................................252 Gehorsam...................................141 Ausgeglichenheit...........................245 Gehrin............................................... 430 Stichwortverzeichnis ZNS...................................................286 Gesundheit..................................37 Geist.....................119, 159, 166, 285, 325 Gesundheitsausgaben.............365 Geisteswissenschaft...........152, 164, 182 Gesundheitssystem..................365 Geistiges................................................396 Gewalt................................216, 349 Geiz................................................249, 269 Gewaltbejahung...................218 Gelassenheit..................50, 252, 255, 274 Jesus von Nazareth..............219 Geld...............................................267, 395 Polarisierung........................218 Geld .......................................................346 Tod.........................................219 Gemeinschaften...................................352 Gewichtabnahme.....................270 Gemeinschaftsbildung.......................216 Gewohnheit......................181, 246 Gemütsverkrüppelung.........................38 Gier...............................................14 Gen-Befürworter...................................23 Gigant.....................................17, 27 Gen-Gegner............................................23 Gigantomanie.............................17 Gen-Technik...........................................23 Gleichgewicht.............................42 Gendisposition....................................282 Gleichschaltung..........................38 Generationen........................................291 Global-Player............................355 Genetik..................................................227 Globalisierung..........................349 Genital...................................................245 Glück..........................................118 Genitalorgan........................................385 Glücklich....................................302 Genitialbereich....................................249 Glücksgefühle...........................299 Genmanipulation................................205 Glucocorticoide........................259 Genmanipulierte Pflanzen................294 Glukagon...................................253 Gentechnik............................................306 Glukose......................................253 Genuss...........................................285, 301 Glykogen...................................253 Geomagnetismus.................................230 Glykogenolyse..........................242 Geomantie.............................................230 Gobal Scaling............................189 Gerechtigkeit........................................258 Goethe................................244, 280 Gesamtinteresse..................................164 Goethe, J.Wolfgang von.........153 Gesamtkomposition...........................275 Goethe, Joh. W. von.................354 Gesamtkunstwerk...............................107 Goethe, Joh. Wolfgang von....376 Gesamtwohl.........................................195 Goethe, Joh.Wolfgang.............115 Geschichte.............................................348 Goethe, Joh.Wolfgang von.....220 Geschlechtsorgan................................247 Goetheanismus.........................408 Geschlechtsreife..................................156 Gold..........207, 216, 300, 324, 343 Geschlechtsreifung.............................301 Goldene Brücke........................399 Geschmack...................................304, 369 Goldene Mitte...........................115 Geschwindigkeit.................................201 Goldenen Kälber......................305 Geschwindigkeitsdifferenz...............231 Goldenes Haar..........................371 Geschwister Scholl..............................223 Golgatha.....................................411 Gesetz............................................216, 223 Gotische Kathedrale................257 Gesetze..........................................258, 318 Gott.............................................318 Gespenst von Rom..............................214 Gotterfahrung...........................215 Gestalt....................................................319 Göttlicher Wille........................188 Gestaltbildeprozesse..........................177 Gral.....................................277, 408 Gestalttherapie......................................49 Grameen Bank..........................375 Gesunder Menschenverstand...........156 Gravitation........................190, 306 Ich Buch 431 Gretchenfrage......................................419 Heldentum................................141 Größenwahn.........................................176 Hellinger, Bert..........................317 Großmutterzelle..................................176 Herrscher.....................................26 Grundbedürfnisse...............................297 Herz...15, 217, 225, 235, 242, 250, Grundeinkommen...............................396 252, 258, 259, 305, 306, 315, 366, Grünewald, Matthias.........................422 402 Gruppe.................................222, 354, 368 Ruhepunkt............................224 Gruppen-Ich.........................................355 Herz-/ Kreislauferkrankungen.... Gruppenbildung.........................348, 351 315 Gruppenhaftigkeit................................38 Herzblockaden.........................258 Gruppentier............................................38 Herzenskräfte...........................207 Gruppenunterordnung......................355 Herzfunktion............................190 Gute Vorbilder.......................................47 Herzinfakt..................................225 Gute, das...............................................324 Herzinsuffiziens.......................259 Gutenberg-Projekt..............................371 Herzmotto, krankes.................259 Gutmensch..............................................46 Herzmut............................143, 149 Haarausfall...........................................270 Hexe............................................276 Hackordnung.........................................26 Hierarchie.......199, 205, 215, 221, Hakenkreuz..........................................357 267 Halogene...............................................287 Hierarchiecharakteristika......200 Hals........................................................266 Himmliche.................................212 Hamsterrad...........................................279 Hinduismus..............................303 Hamsterradeffekt................................247 Hinterbandkontrolle...............416 Handlung..............................................265 Hirnhälften................................163 Handlungen.........................................274 Hitler, Adolf.....................355, 402 Hardware..............................................210 Hl.Geist......................................286 Harmonien............................................189 Hochfrequenzstrahlung..........326 Harry Potter.........................................384 Höhlengleichnis.......................371 Harte Problem.....................................373 Hollywood................................315 Hartes Problem....................................393 Homöopathie............................229 Hashimoto-Thyreoiditis....................270 Homunculus.....................204, 247 Hass......................141, 200, 215, 274, 355 Hormone....................................170 Hauptintervalle...................................233 Adrenalin......171, 241, 253, 259 Hegel......................................................105 Aldosteron............................171 Heil................................................118, 250 Cortisol..........................171, 253 Heiler.....................................................353 Dopamin...............................241 Heiler, der.............................................259 Enterohormone....................301 Heilerdiktatur........................................37 Hungergefühl.......................302 Heileurythmie......................................228 Insulin...........................253, 301 Heilgymnastik.....................................228 Kalzitonin.............................270 Heiliger Geist.......................................234 Launen...................................301 Heiliger Gral........................................325 Melatonin......................286, 287 Heilung.................................................228 Noradrenalin................241, 286 Heilungsversuch.................................141 Östrogen................................246 Heinzelmännchen...............................324 Serotonin......253, 280, 286, 287, Heisenberg, Werner............................345 299, 301 432 Stichwortverzeichnis Testosteron.......................................246 Ich, das....156, 193, 212, 214, 232, Thyroxin...........................................270 303, 329, 332, 354, 363 Trijodthyronin.................................270 Ich: Nacht-Blut.........................107 Tryptophan......................................287 Ich: Sinnes-Nerven..................107 TSH...................................................270 Ichmangel..................................368 Übergewichtige...............................302 Ideale..........................................115 Hormonkaskade..................................171 Idee.............................................116 Hormonsymphonie.............................279 Identifikation...172, 285, 353, 395 Hormonsystem....................................234 Identifikationen...............147, 245 Horus............................189, 231, 276, 286 Antipodische Identifikationen. Horusfalke............................................276 50 Huhn-Ei-Prozess...................................31 Aufrüstung.............................54 Humunculus........................................204 Dieb..........................................56 Hunger..................................................220 Diebstahl.................................54 Husten...................................................266 Geld.........................................53 Hustenattacke......................................136 Glaubenskriege......................53 Hyperaktivität.....................................140 Ketzer......................................56 Hypophyse..........................171, 270, 279 Konflikte.................................54 Hypothalamus............241, 270, 279, 301 Krankheit................................55 Hypothyreose......................................270 Leid..........................................55 Ich................................................................. Manipulation..........................53 Anti-Ich............................................361 Mimikri...................................56 Ersatz-Ich.........................................361 Mobbing..................................53 Geburt...............................................325 Nationalsozialismus..............56 Hochzeit mit dem Ich.....................158 Panzer......................................54 Höheres Ich..............................158, 262 Rumpelstilzchen....................56 Ich-Kern....................................160, 161 Selbstheilung..........................54 Kosmisches Ich................................158 Selbstwertgefühl....................53 Volks-Ich..........................................357 Sonne.......................................56 Ich-AG...................................................352 Überwachungssysteme.........54 Ich-Begegnung.....................................215 Uhr...........................................56 Ich-Entsinnter........................................38 Identifikations-Komplex........348 Ich-Entwicklung..................................224 Identifikationsbildung.. .350, 365 Ich-Ersatz.............................354, 357, 368 Identitätskrise...........................356 Ich-Forschung......................................174 Identitätssatz...............................35 Ich-Geburt.............................................353 Ideologie......................................14 Ich-Integration.....................................119 Ideologien..................................206 Ich-Konstrukt.......................................329 Ideologienfresser.......................21 Ich-Leistung.................................119, 224 Illusion......................209, 211, 222 Ich-Menschen.................................44, 216 Friede.....................................209 Ich-Pädagogik......................................367 Heim ins Reich.....................210 Ich-Regression.....................................379 Himmel auf Erden...............210 Ich-Risiko..............................................364 Technikfreaks.......................209 Ich-Sinn.........................................352, 355 Imagination...............................185 Ich-Thematik........................................355 Immunsystem...................246, 259 Ich-Verdrängung.................................364 Immunzellen.............................170 Ich Buch 433 Imperialismus......................................313 Kakao..........................................299 Impotenz...............................................241 Kälte............................................258 Indianer........................................289, 313 Kamel..........................................216 Häuptlinge.......................................285 Kant, Imanuel...................373, 400 Individualität...............................274, 353 Karma.........................................306 Individuationsprozess...............349, 362 Karriere.16, 24, 157, 267, 273, Induktionsprinzip...............................319 283 Induktive Korrelation..........................31 Karriereprinzip.........................205 Industrialisierung...............................294 Kartoffel.....................................295 Industrielle Revolution.....194, 278, 305 Kaspar Hauser..................361, 374 Information..........................194, 317, 323 Kaspar Hauser374......................95 Informationspotenzial........................234 Kastenwesen...............................24 Informationsstruktur..........................188 Katastrophen.............................404 Informationsträger..............................324 Kath. Kirche..............................225 Informationsübertragung.177, 320, 384 Katholizismus...........................177 Informationszeitalter............................12 Kehlkopf....................................266 Inkarnieren.............................................42 Kephalische Achse...................301 Innere Uhren........................................177 Kepler, Johannes......................189 Innovation......................................11, 333 Kind....................................147, 250 Inquisition....................................296, 299 Kind Europas............................375 Inspiration....................................185, 385 Kinder.........................................291 Instinkt....................................................92 Kindergarten.............................288 Intelligente Informationsökologie...231 Kindheit........................................... Intuition.................94, 118, 161, 186, 285 Kinder ...................................205 Intuiton....................................................92 Kindliche Amnesie....................39 Isenheimer Altar.................................422 Kirchen.......................................216 Isis.........................................189, 234, 286 Kirchen-Schein.........................209 Isolation..........................................16, 351 Kirchenmacht............................266 Israel......................................................361 Kirchenväter..............................217 Jagd-Flucht-Reflex..............................242 Klarheit..............................274, 289 James Bruce Moseley..........................169 Klassische Konditionierung. .395 Janov......................................................149 Kleinkind...................................368 Janov, Arhur.........................................149 Klimaschutz................................11 Jesus von Nazareth.............................216 Knoblauch.................................108 Jetzt, das................................................331 Knochenmark............................254 Joseph Beuys........................................215 Koan............................................368 Joytopia.de............................................404 Koans..........................................310 Judas......................................................363 Kochen........................................245 Juden.............................................299, 361 Koffein...............................299, 302 Judenstern.............................................109 Kolloid........................................270 Judentum..............................................318 Kommunikation.....164, 187, 189, Jung, C.Gustav.....................................149 200, 223, 268 Jung, Carl Gustav.......................317, 398 Kommunikationsstufen..........393 Justicia...................................................260 Kommunion......................215, 223 Kaffee.....................................................298 Kompetenzstufen........................... Kaiserdeputation.................................361 Geselle...................................263 434 Stichwortverzeichnis Lehrling............................................263 Störfelder..............................226 Meister......................................273, 292 Stress-Störfrequenz..............228 Schüler..............................................292 Unordnung...........................227 Konflikt...........................................50, 147 Vorstellungen.......................227 Konfliktangst...............................147, 297 Wirklichkeit..........................227 Konfliktbewältigung..........................264 Kreative Autonomie................354 Konflikte.................................................34 Kreativität.................214, 265, 364 Konfliktsituation.........................115, 311 Krebsrisiko................................170 König...........216, 252, 267, 350, 354, 363 Kreis...................................250, 356 König und Diener...............................199 Kreuz.......108, 213, 216, 224, 234, Konkurrenz..........................................288 274, 288, 314, 350, 353, 362, 392, Konkurrenzdruck................................351 402, 411 Konkurrenzkampf...............................198 Kreuzprozess............................213 Konstrukt..............................................204 Krieg...................................141, 351 Konstruktivismus................................372 Kriege.........................................120 Konstruktivist......................................399 Kriegsführung..........................398 Konsum...............142, 211, 292, 325, 401 Kriminalität...............................412 Konsum(Fress)verhalten.....................25 Kriminalitätrate........................256 Konsumbereitschaft..............................64 Kriminalitätsrate......................287 Konsument...........................................301 Kriminelle Handlungen.........287 Konsumvergötterung.........................358 Krisen.........................................120 Kontraktion............................................42 Kultur.........................................355 Kontrolle................................26, 142, 255 Kümmerer.................................140 Kontrollieren........................................379 Kunst..................................106, 186 Kontrollsucht.......................................351 Künste............................................... Konzentrationsschwäche...................289 Künstler.................................209 Konzentrationstörung........................230 Redner...................................209 Kopf.....209, 222, 236, 276, 290, 306, 315 Schriftsteller..........................209 Koran.....................................................300 Kunstgeschmack..............184, 245 Körper-Raumbewusstsein.................368 Kupfer, Harry...........................185 Körperanimalismus............................352 Lance Armstrong.....................169 Körperdeterminismus........................358 Landwirtschaft.........................294 Körpergifte...........................................258 Lang, Fritz.................................204 Körperidentifikation...........37, 351, 362 Lebenskräfte..............................227 Körpertranszendenz.............................38 Lebensmitte......................157, 282 Korrumption................................205, 286 Lebenspanorama......................157 Korruption.....37, 44, 126, 216, 357, 376, Lebenspartnerbeziehung........143 401 Lebensweisheit.........................260 Korruptionsversuche..........................363 Lebenszeit..................................210 Kosmos.........................................206, 325 Leber...........................................253 Kostenexplosion..................................200 Leberschwäche.........................225 Krankheit.............................171, 225, 323 Leere...................................187, 298 Krebs.................................................226 Lehrpläne...................................365 Ordnung...........................................230 Leid......14, 27, 127, 140, 157, 191, Organdysfunktionen......................226 198, 200, 242, 259, 264, 266, 285, Resonanz..........................................226 303, 324, 332, 333, 352, 365, 402 Ich Buch 435 Elend.................................................210 Spiel.......................................217 Lernbereitschaft...................................183 Unsichtbare Macht...............214 Lernen...........................................183, 384 Machtbessenheit.......................351 Lerngarant............................................148 Machtblöcke................................38 Lernkonflikte.......................................148 Machtelite..................................223 Lernprozess.................227, 236, 315, 319 Machterhalt...............................141 Lernprozesse........................................206 Machtgeilheit............................258 Lernstörungen.....................................291 Machthierarchie.......................350 Lernvermögen.............................246, 286 Machtinteressen.......................118 Leukozyten...........................................246 Machtpolitik................................38 Licht......................................142, 257, 325 Machtposition...........................140 Lichttherapie........................................286 Machtspitze...............................215 Liebe.......27, 34, 142, 148, 168, 214, 221, Magen.........................................253 274, 286, 317, 332, 361, 398 Magengeschwür.......................253 Sexuelle Liebe..................................148 Magenübersäuerung...............253 Liebesentzug.......................136, 138, 294 Magnetismus.............................320 Liebesmangel.......................................141 Maja-Kalender..........................282 Liebesversuch......................................139 Makrophagen............................254 Liebeswunde........................................142 Malen..........................................245 Linksextrem..........................................359 Manager.....................................241 Linksextremismus...............................368 Männlicher Aspekt..................385 Lob..........................................................264 Märchen........................................... Lobbyisten............................................216 Der Teufel mit den drei golde- Lockvögel.............................................343 nen Haaren...........................371 Logik................................................35, 118 Märchen vom starken Wanja... Lohn.......................................................404 324 Lohnsplitting........................................121 Maria..........................234, 286, 408 Lottospieler..........................................209 Maschine.57, 169, 179, 204, 221, Lüge......................................297, 311, 400 275, 278, 315, 398 Lust........................................................222 Abhängigkeit........................204 Luzifer.................208, 214, 224, 275, 302 Maschinelle Evolution............180 Truggebilde.....................................224 Maschinen.......179, 195, 210, 221, Lymphozyten..............................242, 254 310, 394 Macht. . .37, 204, 241, 252, 291, 311, 343, Maschinen-Netzwerke............180 349, 356, 360, 394, 401 Maschinenlohn.........................204 Atombombe.....................................216 Maschinisierung.......................294 Dritte Macht.....................................214 Massen........................................217 Gesetz...............................................216 Massenprodukte......................376 Gewaltlosigkeit...............................218 Massenproduktion.....................25 Imperien...........................................216 Massenselbstmord.....................47 Mächtigen, die.................................216 Mater..........................................178 Naturwissenschaftl. Anschauung....... Materialisierungstendenz......191 218 Materialismus...........................166 Patent................................................216 Materialismus, .........................292 Reiche, der.......................................217 Materie....105, 159, 166, 178, 181, Schatz................................................216 189, 204, 211, 225, 231, 325, 411 436 Stichwortverzeichnis Gestaltungsmöglichkeit.................179 Mozart, W. Amadeus..............185 Omnipotenz.....................................178 Müdigkeit.................227, 270, 302 Materiebewusstsein............................382 Multiple Sklerose.....................226 Mathe.....................................................289 Mumien......................................283 Maya......................................................410 Mündigkeit................................141 Maya-Kalender....................................282 Musik.......185, 266, 268, 320, 407, Medien, Flucht.....................................210 421 Medienflucht........................................325 Rockmusik............................241 Mediumismus......................................318 Muskulatur................................253 Medulla.................................................259 Mut....................142, 207, 258, 283 Meister...................................................401 Mutter........................189, 255, 319 Melatonin..............................................286 Muttermilch..............................243 Menschenarbeit...................................394 Mysterium von Gogatha........283 Menschenbewusstsein........................326 Mysterium von Golgatha.......283 Menschenlohn......................................197 Mythologische Bilder..............289 Menschenreich.....................................169 Nachhaltigkeit....................16, 364 Menschenschatz..................................210 Nachrichten...............................361 Menschenverstand..............................187 Nächstenliebe...........................215 Menschenwürde..................................363 Nahrungsmitteldegeneration...... Menschheitslehrer.................................39 294 Metropolis............................................204 Napoleon Bonaparte...............374 Michael Ende.......................................221 Narzissmus.........................37, 176 Midlifecrisis.................................157, 292 Nationalsozialismus......316, 355, Midlifekrisis.........................................282 368 Migräne........................136, 138, 247, 286 Naturreiche...............................187 Milz.......................................242, 253, 259 Naturvergewaltigung.............241 Miseren..................................................364 Naturwissenschaft. 151, 164, 217, Missing link..........................................177 277, 289 Misstrauen............................................351 Propagandainstrument.......218 Mitgefühl..............................................333 System...................................218 Mitte.....................217, 218, 222, 224, 225 Naturwissenschaftler................27 Mitteleuropa........................................355 Naturwissenschaftlerseele....166, Mobbing................................................200 167, 173, 175, 178, 179, 202, 210 Moksha..................................................254 Naturwissenschaftliche Denk- Momo.....................................................221 weise...........................................156 Monardes, Nicolò...............................296 Naturwissenschaftliche Welt- Mondknoten........................273, 282, 292 bild..............................................305 Monopolisten.......................................216 Nebenieren................................259 Morbus Basedow.................................270 Nebennierenmark....................241 Mord......................................................258 Negativität.................................280 Mörder..........................................161, 241 Neid....................................215, 245 More from the same.............................25 Nervösität.........................267, 270 More from the same ............................13 Netz.............................................215 Morphogenetische Felder.................177 Netzwerk....................57, 176, 317 Moses.....................................................318 Netzwerke.................................215 Mozart...................................................185 Netzwerkoszillationen............176 Ich Buch 437 Neues Deutschland.............................374 Panzer.........................................206 Neuro-Naturwissenschaftler............175 Paradies........................................27 Neuronales Netzwerk........................176 Paradoxon.........................162, 354 Neurose.................................................252 Paragraphen..............................364 Neurosen......................................249, 370 Parmenides................................248 Nichts............................................187, 332 Partei.............................................15 Nichts, das............................................332 Parteienbildung..........................15 Nieren....................................................242 Partnerprofil.............................255 Nietzsche, Friedrich...........................106 Partnerschaft.............................252 Nietzsche, Friedrich W..............358, 364 Passivsatzkonstruktionen......152 Nihilismus..............................................21 Patent..........................................216 Nintendo...............................................289 Patient........................................169 NLP........................................................372 Paulskirche.......................361, 375 Nörgelei................................................280 Peres, Antonio Garcia.............300 Notendruck..........................................366 Periodensystem................233, 287 Nullbock-Haltung...............................268 Perpetuum mobile.....................94 Nutzbarkeitseffekt................................24 Person............................................... Ödipale Phase......................................261 Körperlose Personen...........150 Ohnmacht.............................................205 Person, reale.........................222 Öko-Diktatur........................................365 Person, verdeckte.................222 Ökologie................................................365 Scheinhandelnde..................150 Ökopiraterie.........................................216 Scheinpersonen....................152 Öl- und Energieverbrauch..................14 Seelische Architektur..........318 Omnipotenz..........................................178 reale?.....................................222 Omnipotenzmodell.............................178 Persönlichkeit.250, 254, 259, 265, Open-Source.........................................215 297 Open-Source-Gemeinschaft..............215 Hysterische-narzisstische...249 Opfer...............................26, 242, 291, 322 Multiple Persönlichkeiten. .352 Opferliebe.............................................189 Zweite Geburt......................251 Opferrolle.............................................356 - gestylte................................251 Opportunist..........................................177 Persönlichkeitsstörung...........249 Opstipation...........................................280 Peter Singer.................................35 Ordnung..................................................26 Pfingstfest..................................285 Organbewusstsein...............................323 Pfingstfeuer...............................408 Organbildung.......................................183 Phantasie...........................210, 245 Orientie-rungslosigkeit......................258 Pharao........................................276 Ornstein, Prof......................................170 Pharisäer....................................362 Osiris......................................................189 Pink Floyd.........................278, 347 Osirislegende.......................................191 Placebo.......................................169 Ost-West................................................355 Planetensystem.........................213 Ost-West-Aufspaltung.......................305 Platon................................................ Östrogen................................................246 Höhlengleichnis..................166 Pädagogik.......................................95, 291 Playstation.................................289 Pädophilie....................................262, 290 Plus-Zeichen.............................213 Pane, Peter Romanus..........................296 Point of no return....................120 Pankreas................................................253 Pol...............................................356 438 Stichwortverzeichnis Polarisation...........26, 211, 349, 350, 355 Punktfundament......37, 349, 351, Polarisieren..........................................354 353, 358, 363, 366 Polarisierung........................................248 Punktfundamentalismus........359 Polarität.....107, 162, 168, 190, 191, 200, Punktfundamentsichtweise....39, 201, 208, 213, 214, 222, 224, 231, 232, 44, 366 244, 245, 385, 402 Punktuelle Bewusstsein............41 Punkt.................................................231 Quellenangaben.......................344 Sphäre...............................................231 Rabe............................................276 Pool...............................274, 319, 322, 354 Rabenväter.................................277 Popp, Fritz-Albert...............................413 Rache..........................................356 Popper, Karl.........................................373 Rad..............................................332 Potenzial................13, 210, 211, 356, 359 Radioaktiv.................................190 Potenzialausschöpfung........................12 Radioaktivität ..........................326 Potenzialaufladung............................244 Radiowellen..............................230 Potenzialexploration............................16 RAF.............................................359 Prediger.................................................209 Randerscheinung.....................174 Preis...............................................198, 346 Rationalisieren..........................289 Preisbildung.........................................196 Rauchen......................................297 Primärtherapie.......................................40 Raum...........................................211 Programm.............................................275 Realität.......................................158 Programme...........................................286 Rechenschaft.............................223 Projektion..............................................379 Recht...................................223, 258 Projektive Identifizierung.................378 Rechtsextrem.............................357 Propaganda..........................................295 Rechtsmissbrauch....................216 Propagandisten....................................209 Reglement..................................141 Prototypen............................................116 Reglementierungen.................207 Pseudonym...........................................222 Reglementierungswut.............364 Pseudonyme..........................30, 222, 224 Reich................................................. Psycho-akkustisches Abbild...............41 Mineralreich.........................105 Psychodrama..........................................49 Pflanzenreich........................105 Psychologie..........................................182 Reich-Sucht...............................359 Analytische Psychologie................119 Reiche............................................... Gestalttherapie................................119 Menschenreich.....................105 Primärtherapie................................119 Tierreich................................105 Psycho-dynamisches Modell........119 Reichsgründung............................. Spirituelle Psychologie..................119 Dritte......................................357 Transaktionsanalyse.......................119 Erste.......................................358 Verhaltenstherapie..........................119 Vierte.............................358, 359 Psychoneuroimmunologie.......170, 174, Reichtum....................................211 383 Reiki............................................228 Pubertät................................157, 251, 259 Reinheit......................................249 Punkt...250, 332, 349, 353, 354, 385, 392 Relativismus..............................400 Punkt und Umkreis..............................34 Religion........21, 27, 192, 212, 363 Punkt-Umkreis-Korrelation................32 Rente..................................284, 290 Punkt-Umkreis-Rekursion..................31 Reproduktion............................245 Punktbewusstsein...............................365 Resonanz..........322, 327, 360, 384 Ich Buch 439 Restriktion............................................141 Schizoide Gesellschaft............364 Retrogression.......................................399 Schizoide Zustände.................403 Reversespeech......................................420 Schizophrenie...........................286 Rheuma.................................................258 Schlafbewusstsein....................227 Rhythmen.............................................384 Schläfer.......................................141 Rhythmik.............................177, 192, 245 Schlaflosigkeit..........................270 Rhythmus..............................................244 Schlammschlachten.................279 Richter...................................................241 Schleudertrauma......................203 Rinderwahnsinn..................................295 Schluckbeschwerden...............266 Risiko.....................................................292 Schlucken...................................264 Ritter......................................................289 Schmerz.............................301, 313 Roger Waters........................................278 Schmetterling............................178 Rosa-Rauschen.....................................251 Schnäppchen.............................210 Rowling, J.K.........................................384 Schnelles Geld..........................324 Rubikon........................................248, 255 Schockzustände........................297 Rudolf Steiner......................................293 Schöngeist..................................209 Ruhepotenzial......................................244 Schönheit...................................274 Ruhepunkt............................................224 Schönheitsempfinden.............245 Rupert Sheldrake................................177 Schopenhauer...........................417 Sachmechanismus.................................63 Schöpfung.........................207, 247 Saddisten..............................................241 Eigenschöpfung...................166 Sadomasochist.....................................242 Geschöpfe.............................166 Salz.........................................................287 Selbstschöpfende.................166 Salzkristallisation................................287 Schöpfungsprinzip..................232 Säugling................................................243 Schreien......................................264 Saulus-Paulus-Transformation........211 Schulden....................................404 Sauriermenthalität..............................351 Schule.................................223, 278 Saurierphänomen................................392 Schülerseele...............................290 Schachstrategie............................361, 362 Schulmedizin............................229 Schamanismus.....................................169 Schulreife...................................288 Schatten...............157, 158, 161, 251, 355 Schulsystem................24, 288, 289 Schattenraum.......................................148 Schutzengel...............................312 Schattenstruktur.................297, 311, 326 Schwarzes Loch...............190, 392 Schatz...........................211, 216, 292, 343 Seele...........................115, 117, 400 Schedlowski, Manfred...............170, 383 Ausbrennen..........................220 Scheidungen.........................................279 Ausgebranntsein..................220 Scheidungskinder...............................352 Bewusstseinsseele........158, 162 Scheingebilde.......................................224 Diskrepanz............................221 Scheinoperation...................................169 Empfindungsseele...............155 Scheinriese............................................161 Erleben..................................220 Scheinwörter........................................224 Forschung.............................220 Schenken........................57, 214, 215, 258 Gemütsseele..........................156 Schicksal.......................................152, 224 Leere......................................220 Schilddrüse...........................................270 Sehnen...................................221 Schilddrüsenautonomie.....................270 Verstand................................155 Schizoide Charakterzüge..................258 Verstandesseele...155, 156, 157, 440 Stichwortverzeichnis 158, 161, 162 Sonnengott392..........................191 Seelenentwicklung..............................290 Sonnenkult................................357 Seelenmächte.......................................220 Sonnenwerdung.......................362 Sehnen..................................209, 211, 262 Sophia........................234, 286, 408 Sehnsucht.....................................209, 212 Sophismus.................................162 Selbst-Bewusstsein..............................165 Sören Kierkegaard.....................29 Selbstbehauptung................................190 Soziale Frage....................315, 355 Selbstbestrafung..........................242, 297 Soziale Plastik...........................107 Selbsterziehung...................................118 Soziale Probleme......................198 Selbsthilfe.............................................362 Soziale, das................................355 Selbstinduktionsprinzip............178, 213 Sozialversicherungsmodell....121 Selbstmord............................................267 Speckgürtel................................246 Selbstmordattentäter..........................205 Sphärische Bewusstsein............41 Selbstmörder........................................161 Spiegel.161, 162, 184, 186, 189, Selbstschöpfend...................................326 190, 192, 200, 203, 204, 227, 231, Selbstschöpfung.................231, 333, 399 245, 287, 307, 321, 322, 323, 332, Selbstschöpfungsgrad........................225 355 Selbstversorgung.................................353 Schleier..................................324 Serotonin...............................................286 Spiel....................................217, 225 Serotoninanregung.............................142 Splitting...115, 127, 200, 201, 215, Sex.................................241, 245, 248, 290 236 Sexualbereich.......................................247 Sprache.....222, 223, 249, 323, 394 Sexualität.....................246, 249, 286, 415 Ahriman................................224 Sexuelle Störung..................................247 Raub.......................................224 Shakti.....................................................189 Realität...................................224 Sheldrake, Rupert...............................177 Scheingebilde.......................224 Shiva......................................................189 Spracherwerb...................157, 249 Sicherheit..............................................404 Sprachrohr Gottes....................216 Silikon-Valley......................................315 St. Exupery................................224 Singen....................................................266 Staat............................................141 Sinn des Lebens...................................188 Hardaction-Staat..................351 Sinnhaftigkeit.......................................257 Omnipotente Staat...............142 Sklave.......................................................26 Softthinking-Staat................351 Sklaven..................................................399 Staatsschulen............................367 Sklavenarbeit........................................343 Steiner, Rudolf........208, 293, 295, Society for neuroscience....................174 376, 381 Softthinking-Staat...............................351 Stern............................................190 Software...............................180, 210, 215 Stoff.............................................176 Sohn..............................189, 235, 286, 318 Stoffwechselschlacken............258 Sohn der Sonne....................................213 Stoffwechselverschiebungen. 304 Sonne..213, 231, 250, 256, 319, 332, 356, Störfelder...........................288, 320 357, 358, 359 Störstrukturen..........................286 Magnetische Sonne.........................251 Stotterer.....................................269 Sonne,....................................................208 Strahlungkleid..........................206 Sonnengeflecht............................250, 251 Strahlungsfelder.......................177 Sonnengott...........................208, 213, 392 Strahlungskleid........................319 Ich Buch 441 Strategischer Konsum........................376 Terror..........................................141 Streben...................................................209 Terrorismus.................................26 Stress.91, 170, 221, 225, 227, 259, 270, Testosteron................................246 279, 311 Teufel.................................371, 377 Astrale Komponente......................228 Theobromin...............................299 Glucocorticoid.................................171 Thrombozyten..........................254 Hormonausschüttung....................228 Thymusdrüse............................259 Lymphozyten..................................171 Ticks............................................246 Sichtweise........................................227 Tier.................................................... Störfeld.............................................227 Elefant....................................183 Zellstoffwechsel..............................228 Kängaruh..............................183 Stressmodell.........................................170 Lernfähige Tiere...................183 Stressor..................................................172 Pferd......................................183 Strukturkomposition..........................233 Tier-Abstammung......................22 Strukturphänomenologie..................194 Tier-Mensch......................355, 362 Struktursplitting..................................201 Tod.....47, 161, 182, 183, 185, 191, Sucht......................................................209 225, 258, 292, 330, 332 Suchtcharakter.....................................303 Todeshandlungen....................141 Sündenbock....................................26, 153 Todesprozesse..........................183 Sündenkrankheit.................................160 Totalabhängigkeit......................37 Surrogate...............................................279 Töten...........................................350 Swastika................................................357 Tötung........................................185 Symbiose...............................................204 Transitive Relation....................35 Sympathie...........115, 143, 190, 217, 251 Traum.........................................209 Sympathiekräfte....................................42 Trennung...................................211 Synaptische Plastizität.......................176 Trennungskräfte.......................232 System........204, 214, 215, 278, 279, 291, Triebhaftigkeit..........................287 355, 363, 366, 395, 401 Triebsituation...........................115 Systeme.................................................215 Trinität...............................231, 235 Systole.....................................................42 Tritonus......................................393 Tabak.............................................296, 305 Trojanisches Pferd...................367 Tagesbewusstsein................................160 Tryptophan...............253, 287, 301 Tai-Chi...................................................228 Tumor.........................................230 Tanz...............................................245, 375 Tumorbildung..........................226 Tastsinn...................................................40 Übergewichtige........................302 Täter.................................................26, 291 Überrationalisierung...............296 Täter und Opfer.....................................14 Ubuntu.......................................354 Täuschung............................................211 Ulcerose.....................................247 Tausendfältig.......................................189 Umgestülpung..........................234 Technik.................................221, 247, 325 Umkreis....349, 353, 354, 385, 392 Erwärmte Materie...........................178 Umstülpung....189, 213, 274, 277, Technik .................................................178 288, 356, 385, 392 Technologie.........................203, 212, 326 Umstülpungspunkt.........211, 213 Teil und Ganzes...................................181 Umweltbelastungen................315 Gesamtschau...................................185 Umweltfrage.............................355 Tempel.........................216, 257, 280, 288 Umweltkatastrophe........358, 365 442 Stichwortverzeichnis Unbewusste Schuld............................242 Vergrauung...............................280 Unendliche, das...................................388 Verhaltenstherapie..................146 Unheil....................................................365 Verhoeven, Michael.................405 Unipolar................................................385 Verkörperungen.......................192 Universität............................................212 Verkrampfung.217, 220, 247, 276 Unlust....................................................301 Verkrüppelung365.....................39 Unschärferelation..................................41 Verliebt.......................................143 Unterhaltungs-Industrie......................65 Versailler Joch..........................357 Unzufriedenheit..................................220 Verschwörungstheorie?............15 Ur-Suppe.................................................25 Versicherung.............................403 Urknall....................................22, 179, 189 Versicherungen..........................61 Urmutter...............................................189 Verstand..166, 181, 182, 248, 277, Ursache und Wirkung..........................16 278, 279 Ursache Zukunft.................................117 Verstandes-Seele......................149 Ursache-Wirkungs-Kette...................177 Verstandesbewusstsein. .206, 370 Ursache-Wirkungs-Maschine...........370 Verstandesidentifikation..........35 Ursache-Wirkungs-Zeitstrahl...........182 Verstandesseele........................164 Ursache-Wirkungsaustausch............200 Verstandestätigkeit..................220 Ursache-Wirkungskette....160, 161, 162 Verstorbene...............................152 Urschrei-Therapie.................................40 Verzeihen...................................257 Ursünde.................................................160 Vetternwirtschaft.....................126 Urvater..................................................189 Virus...........................................191 Urvertrauen..........................................259 Volksbiographie.......................315 Urweiblich............................................245 Volksschatten............................315 Urzeit-Code..........................................398 Volkswille..................................355 USA........................................................362 Volljährigkeit............................263 Utopia.de..............................................376 Vorbilder....................................267 Vakuum.....190, 191, 267, 353, 356, 368, Vorgesetzte................................278 386 Vorgesetzte, das......264, 266, 278 Vampir...................................................108 Vorschulzwang.........................367 Vater......................................234, 286, 318 Vorstellung................................290 Vater Staat............................................141 Vorstellungen.....................88, 183 Vegetarier...............................................35 Waage.........................................260 Ventil.....................................................200 Wachstum...........................11, 354 Verantwortung...................158, 223, 232 Wachstum und Effizienz........241 Verbraucherverhalten........................363 Wachstumsgedanke...................13 Verbrechen...................................259, 354 Wachstumsillusion....................26 Vereinigung..........................................261 Wachstumsknappheit...............13 Vererbung...............................................24 Wächter......................................317 Verfrühung..........................221, 282, 290 Waffen..........................................26 Verfrühungsaspekt.............................220 Wahnsinn...................................181 Vergangenes.........................................236 Wahnsystem..............................140 Vergangenheit......................................147 Wahre, das.................................324 Vergesslichkeit......................................91 Wahrhaftig................................160 Vergewaltigung...................................290 Wahrheit....................................258 Vergnügen............................................222 Wahrnehmung..........................403 Ich Buch 443 Wahrnehmungsanteil.....................160 Wirtschaftsleben.......................215 Wärme...................................................178 Wirtschaftsmotor.......................14 Warnke, Ulrich Dr......................384, 406 Wirtschaftssystem......................37 Wasser..................................226, 229, 248 Wirtschaftswachstum.......28, 120 Watzlawick, Paul................................372 Wissen........................................367 Wegrationalisiert.................................305 Wissenschaft.............................174 Weiblicher Aspekt..............................385 Menschen-Wissenschaft......175 Weissagung der Cree.........................372 Wissenschafts-Dogma.............172 Weiße Rose...........................................223 Wohlstandszuwachs................358 Welt...............................................232, 353 Wolf............................................217 Welt-Bewusstsein................................165 Workoholic................................220 Weltkrieg................................................38 Wort...........................188, 224, 395 Weltraum......................................189, 190 Wu-wei-wu...............................187 Weltverschwörung.............................362 Wunde........................................148 Weltwirtschaftliche Strukturen..........44 Wunsch......................................209 Werbefachleute....................................209 Wünsch-Dir-Was......................222 Werbeindustrie......................................64 Wut.....................................140, 241 Werbung...............................................267 Xeres, Rodrigo de....................296 Werkwelt...............................................286 Yang............................................189 Werkzeugbenutzer..............................110 Yin...............................................189 Werkzeugmacher................................110 Yoga............................................228 Werner, Prof.Dr. Götz........................198 Yunus, Muhammad.................375 Wertschätzung.....................................200 Zahl................................................... Westinghouse.......................................315 Eins................................285, 330 Widersacher.........................................325 Sieben....................................393 Widersachermächte............................190 Vier........................................393 Widerstandkämpfer...........................405 Zahnwechsel.............................243 Widerstandskämpfer..........................223 Zarathustra................................207 Wie oben so unten......................159, 249 Zeit.176, 178, 182, 186, 190, 221, Wiener Kreis........................................373 303 Wirbelsäule..........................................288 Alterung................................178 Wirklichkeit.........................159, 181, 206 Brownsche Molekularbewe- Aufspaltung.....................................160 gung.......................................178 Entfremdung...................................160 Feld........................................177 Freiheit..............................................160 Geschwindigkeitsrausch.....221 Herz..................................................224 Herz.......................................158 Irrtum...............................................160 Herzenszeit...........................221 Pseudonyme....................................224 Luzifer...................................222 Trennung vom Ursprung..............160 Zeitknoten.............................159 Wirtschaft.......................................37, 404 Zeit-Wirkungsketten...............177 Brötchenklauer................................215 Zeitdiode...................................361 Natürliches Wirtschaften...............404 Zeitenleib...................................384 Wirtschaftliches Wachstum..............357 Zeiterlebensverlust....................41 Wirtschaftsdarwinismus......................44 Zeitfiguren.................................384 Wirtschaftsdiktatur.............................360 Zeitgefüge..................................180 Wirtschaftsdoktrin................................38 Zeitlich-Räumliche..................185 444 Stichwortverzeichnis Zeitlichkeit...........................................178 Zuckersucht...............................303 Zeitmangel............................................158 Zufall..........................................152 Zellalterung..........................................191 Zukunft....125, 234, 326, 327, 359 Zelltod...................................................225 Zwang................................207, 246 Zen.........................................................186 Zweckdenkungsautomatik....368 Zentralismus........................................355 Zwei............................................245 Zersplitterung............190, 193, 205, 217 Zwei-Welten-Dasein...............354 Ziel.........................................................360 Zweite Weltkrieg.....................365 Zins...........................................................61 Zweites Gehirn.........................251 Zionismus.............................................362 Zwerg.............................17, 27, 277 Zirbeldrüse..................................286, 287 Zwölffingerdarmgeschwür....253 ZNS........................................................286 Zyklusstörungen......................270 Züchtungen..........................................208 ..............................................77, 299 Zucker.253, 254, 279, 286, 299, 300, 415 Ich, das......................................173 Zuckerbedarf........................................303
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