Mapping Ancient Identities methodisch-kritische reflexionen zu kartierungspraktiken Susanne Grunwald Kerstin P. Hofmann Daniel A. Werning Felix Wiedemann (eds.) BERLIN STUDIES OF THE ANCIENT WORLD die (re-)konstruktion und räumliche Situierung kollektiver Identitäten stellt einen zentralen Bestandteil altertumswissenschaftlicher Praxis dar. Doch obwohl Karten als Analyseinstrument und Darstellungs- methode eine wesentliche Rolle spielen, sind ihre Implikationen und Effekte bislang jedoch nur un- zureichend vergleichend untersucht. Dabei hat man in den Altertumswissenschaften nicht nur immer wieder versucht, geographische Informationen über die Herkunft und Verbreitung von Sprachen, Arte- fakten, Völkern oder Kulturen narrativ darzustellen, sondern eben auch kartographisch zu fixieren. Solche kartographischen Identitätskonstruktionen können als direkte oder auch indizielle Erfassung historischer Handlungsträger verstanden werden. So gibt es Karten, auf denen etwa Völker oder Sprachgruppen unmittel- bar geographisch situiert werden; andere Karten geben lediglich die geographische Verteilung bestimmter Merkmale (linguistische Charakteristika, materielle Objekte etc.) wieder, die als Hinweis auf die Präsenz oder gar Handlungen kollektiver Identitäten an- gesehen werden. In diesem Sammelband werden Kartierungspraktiken aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven in ihren verschiedenen Ausprägungen und Transformationen kritisch beleuchtet. 55 berlin studies of the ancient world berlin studies of the ancient world · 55 edited by topoi excellence cluster Mapping Ancient Identities methodisch-kritische reflexionen zu kartierungspraktiken herausgegeben von Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. © 2018 Edition Topoi / Exzellenzcluster Topoi der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin Abbildung Umschlag: Übersicht der Verbreitung der Völker kaukasischer Rasse ... Heinrich Kiepert, 1839. Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Kart. U 2350. Typographisches Konzept und Einbandgestaltung: Stephan Fiedler Printed and distributed by PRO BUSINESS digital printing Deutschland GmbH, Berlin ISBN 978-3-9816384-7-9 ISSN (Print) 2366-6641 ISSN (Online) 2366-665X DOI 10.17171/3-55 First published 2018 Published under Creative Commons Licence CC BY-NC 3.0 DE. For the terms of use of third party content, please see the reference lists. www.edition-topoi.org INHALT susanne grunwald, kerstin p. hofmann, daniel a. werning, felix wiedemann Identifikation durch Karten. Zu altertumswissenschaftlichen Kartierungspraktiken — 7 didier marcotte Die ethnische Komponente im Aufbau der antiken Karte — 27 robert born Trojaner und Erbfeinde. Ethnographisches Wissen, kartographische Praxis und Propaganda in Europa und dem Osmanischen Reich in der Frühen Neuzeit — 37 lars erik zeige, philipp krämer Stammbaum, Sprachatlas, Linguistic Landscape. Sprachwissenschaftliche Darstellungsmittel für Sprachräume und Sprechergemeinschaften — 57 jörg mose The Role of Maps in the (Re-)Construction of Territorial Identity: the Example of Catalonia against the Background of Spanish and European Identity — 75 lucile haguet Egypt and Maps, Or: What Early Modern Maps Are (Not) Telling Us about the History of Egyptology in Europe — 91 melanie wasmuth Mapping Political Diversity: Some Thoughts on Devising a Historiographical Map of Seventh-Century BC Egypt — 115 haim goren, bruno schelhaas Kiepert’s Maps after Robinson and Smith: Revolution in Re-Identifying the Holy Land in the Nineteenth Century — 137 rune rattenborg Configuring Mesopotamia: Regional Signifiers and the Many Locations of the ‘Land Between the Rivers’ — 149 christian w. hess Mapping the Linguistic Landscapes of Mesopotamia — 169 felix wiedemann Zuglinien und Wellen auf Papier. Zur Kartographie von Migrationen in den Altertumswissenschaften — 197 susanne grunwald Bedenkliche Karten. Zur Frage der ‚Westausbreitung der Slawen‘ in der deutschsprachigen archäologischen Kartographie zwischen 1850 und 1950 — 217 oliver nakoinz Geographisch-archäologische Methoden und Konzepte der Identitätskonstruktion — 245 Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann Identifikation durch Karten. Zu altertumswissenschaftlichen Kartierungspraktiken Zusammenfassung Altertumswissenschaftliche Karten sind nicht als unabhängi- Ancient maps should not be viewed as impartial scientific in- ge wissenschaftliche Instrumente zu betrachten, sondern als struments but rather as technical things based on the sedimen- technische Dinge, die auf der Sedimentation älterer Arbei- tation of older works and the instruments, languages and prac- ten sowie den Instrumenten, Sprachen und Praktiken anderer tices of other disciplines. These foundations prejudiced the Disziplinen beruhen. Durch diese Grundlegungen wurde die cartography of the various classical and ancient studies from Kartographie der verschiedenen Altertumswissenschaften von the start, binding it into a system of specific regional, disci- Beginn an präjudiziert und in ein System spezifischer regio- plinary, political, and science and research policy-related con- naler, disziplinärer, wissenschaftspolitischer und politischer stellations. This volume contains examples of the mapping of Konstellationen eingebunden. In der Einleitung des Sammel- collective entities from various classical and ancient studies, bandes, der Beispiele zur Kartierung kollektiver Entitäten aus and also from human geography and linguistics. In the intro- verschiedenen Altertumswissenschaften, aber auch aus der duction we consider the question of feedbacks in cartographic Humangeographie und der Linguistik enthält, setzen wir uns strategies for representing and identifying ancient collectives. mit der Frage der Rückkopplungen auf die kartographischen We therefore focus on the mapping practices of classical and Strategien zur Darstellung und Identifikation antiker Kollek- ancient studies from a number of perspectives: diagrammatic, tive auseinander. Hierzu beleuchten wir die altertumswissen- history of science and identity theory. schaftlichen Kartierungspraktiken aus diagrammatischer, wis- Keywords: mapping; identities; classical and ancient studies; senschaftsgeschichtlicher und identitätstheoretischer Perspek- history of science; diagrammatic tive. Keywords: Kartieren; Identitäten; Altertumswissenschaften; Wissenschaftsgeschichte; Diagrammatik Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 7 susanne grunwald, kerstin p. hofmann, daniel a. werning, felix wiedemann 1 Einleitung Während die Frage, ob sich vergangene Identitäten überhaupt wissenschaftlich greifen und rekonstruieren Als sich der Islam- und Orientwissenschaftler Martin lassen, in den altertumswissenschaftlichen Einzeldiszi- Hartmann 1909 mit der Ethnographie des Vorderen Ori- plinen jüngst vielfach diskutiert worden ist,2 sind die ents in den zeitgenössischen Altertumswissenschaften fachinternen Analyse- und Darstellungsmethoden mit auseinandersetzte, kam er zu folgendem vernichtenden ihren Implikationen und Effekten bislang kaum unter- Urteil: „Die Studierstubengelehrsamkeit freilich springt sucht.3 Als Analyseinstrument und Darstellungsmodus mit den Völkern um, lässt sie auf der Karte spazieren kommt der Karte bzw. der Kartographie in diesem Zu- und konstruiert ihre Geschichte durch Jahrtausende“.1 sammenhang eine zentrale Funktion zu: Altertumswis- Dabei bezog er sich auf die nicht nur in den Orient- senschaftlerInnen betten geographische Informationen wissenschaften, sondern in allen altertumswissenschaft- über die Herkunft und Verbreitung von Sprachen, Ar- lichen Disziplinen verbreitete Praxis, kollektive Entitä- tefakten, Völkern oder Kulturen im Raum nicht nur ten in bestimmten geographischen Räumen zu situieren in Narrationen ein, sondern fixieren sie auch karto- und kartographisch zu fixieren: Man wollte wissen, wo graphisch (‚thematische Karten‘). In diesem Sinne lie- genau sich diese oder jene Gruppe zu einem bestimmten ße sich von kartographischen Identitätskonstruktionen Zeitpunkt aufgehalten hat, woher sie gekommen war, in sprechen. Hierunter kann sowohl die direkte als auch welche Richtung sie sich verbreitete und wo im Raum die indizielle Darstellung historischer Handlungsträger sie sich möglicherweise in territorialen Entitäten (Staa- auf einer Karte verstanden werden: Einerseits gibt es Kar- ten, Nationen etc.) quasi materialisierte – Fragen, die in ten, auf denen etwa Völker oder Sprachgruppen bzw. de- den gegenwärtigen Altertumswissenschaften nach wie ren Handlungen (z. B. Wanderungen) unmittelbar geo- vor eine zentrale Rolle spielen. Schaut man sich jüngere graphisch situiert werden; andere Karten wiederum ge- erzählerische oder kartographische Darstellungen über ben lediglich die geographische Verteilung bestimmter die räumliche Verbreitung sogenannter Völker oder an- Merkmale (z. B. linguistische Charakteristika, materielle derer kollektiver Entitäten an, so gilt es zu fragen, was Objekte etc.) wieder, die als Indizien für die Präsenz oder sich in den letzten einhundert Jahren verändert hat: Las- gar für die Handlungen von kollektiven Identitäten fun- sen wir nicht immer noch Völker im Raum herumspa- gieren. In diesem Sinne treten Karten in den Altertums- zieren, um jene farbigen ethnographischen Karten zu wissenschaften also als Mittel der Inventarisation ebenso erhalten, an die wir uns so gewöhnt haben? Oder ha- auf wie als Ausdruck einer gewonnenen Interpretation ben wir dank der methodischen und technischen Inno- von Forschungsdaten. vationen, die die Altertumswissenschaften im 20. und Im Folgenden werden wir aus drei Perspektiven frühen 21. Jahrhundert durchlaufen haben, heutzuta- altertumswissenschaftliche Kartierungspraktiken be- ge nicht einfach ‚bessere‘ Karten, die eine vermeintli- leuchten, die sich bei der Arbeit am Sammelband che historische Wirklichkeit schlicht präziser zu erfassen ergeben haben. Aus Sicht der Diagrammatik wird die vermögen, als die auf bloßen Spekulationen beruhen- Semiotik von Karten betrachtet. Es folgt eine kurze den Darstellungen unserer Vorfahren aus der Kinder- Bestandsaufnahme der wissenschaftsgeschichtlichen stube der altertumswissenschaftlichen Forschung? Und, Erschließung kultur- und altertumswissenschaftlicher von Hartmann noch nicht problematisiert, welches se- Kartierungspraktiken vor dem Hintergrund der all- mantische Potential im Sinne ihrer politischen Anver- gemeinen Kartographiegeschichte. Danach wird aus wandlung wohnt kartographischen Darstellungen inne, identitätstheoretischer Perspektive gefragt, was, wer und die, wie die klassische Völkerkarte, eindeutige räumliche warum eigentlich im Kontext kulturwissenschaftlicher Zuweisungen vornehmen? Forschungen kartiert wird. 1 Hartmann 1909, 98. J. M. Hall 2002; für die Orientwissenschaften und Ägyptologie die Hin- 2 Exemplarisch: Brather 2004; Beiträge in: Rieckhoff und Sommer 2007; weise Marchand 2009, bes. 292–386 und Trigger 2006, 166–314. für den Bereich der Klassischen Archäologie Antonaccio 2010 und 3 Hofmann 2016b; Grunwald 2016; Grunwald 2017. 8 identifikation durch karten Abb. 1 Eine Semantic Map typischer Dativ- Funktionen, mit ‚Kartierung‘ von franz. à und Dativ. 2 Semantische und semiotische Linie und Fläche“ sowie Schrift.10 Die Bezeichnung Dia- Vorüberlegungen gramm ist es nun auch, die einen einerseits genaueren und anderseits weiteren Blick auf Karten/Kartieren bzw. Mapping Ancient Identities: Methodisch-kritische Reflexionen map/mapping eröffnen. zu Kartierungspraktiken – dieser englisch-deutsche Titel Eine semiotische Forschungsperspektive sieht näm- lädt zu einer semantischen Reflexion der Begriffe ‚Kar- lich Karten allgemein als eine spezielle Art von Dia- te/kartieren‘ und ‚map/mapping‘ ein. In der Tat mar- gramm an: „All maps are diagrams but not all dia- kiert der Sprachwechsel hier einen Unterschied der Kon- grams are maps“.11 Genauer sollte man sagen: Alle Kar- zeptualisierung, der allerdings eine für bestimmte Pro- ten enthalten im Kern ein Diagramm. Denn Karten ent- bleme altertumswissenschaftlicher Kartierung fruchtba- halten nicht nur Diagramm-Elemente (Markierungen, re Gedankenkette in Bewegung zu setzen vermag. vereinfachende Linienführungen, Beischriften, u. a. m.), Der deutsche Begriff der Karte ist nämlich enger sondern gelegentlich auch ‚bildliche‘ Elemente, bild- gefasst als das englische map(ping). Im Deutschen wer- lich im Sinne von mimetisch-abbildhaft12 (photographi- den fast ausschließlich topographische/landschaftsbezogene scher oder bildlich-ikonischer Hintergrund, bildliche Visualisierungen als ‚Karte‘ angesprochen,4 insbesonde- Illustrationen). re klassische, maßstabsgerechte geographische und as- Eine Beobachtung und eine weitere Art von map la- tronomische Karten (im eigentlichen Sinne), aber auch den dazu ein, über das Verhältnis kartographischer und nicht maßstabsgerechte Visualisierungen wie z. B. die mentaler Raumrepräsentation und -erschließung nach- sogenannten TO-Karten.5 Im Englischen werden dar- zudenken. Gemeint ist die Beobachtung, dass die meis- über hinaus mit map aber auch bestimmte metaphorisch6 ten altertümlichen ‚Karten‘ nicht nur nicht exakt maß- verräumlichende Visualisierungen bezeichnet,7 z. B. Mind stabsgerecht, sondern teils sogar unübersehbar gewollt Maps8 und Semantic Maps (Abb. 1).9 Diese metaphori- oder zumindest billigend größenverzerrend sind. Dieses schen maps werden im Deutschen eher nicht als Karten, haben sie mit kartenhaften Zeichnungen von Raumvor- sondern (nur) als Diagramme identifiziert – Diagram- stellungen gemeinsam, wie sie im Rahmen der Mental me im engeren Sinne von Kombinationen von „Punkt, 4 Vgl. z. B. Wheatley und Gillings 2002, 6; vgl. auch Nöth 2000, 489–480. 7 Vgl. „map“ im Oxford English Dictionary (OED 2000). Hinzu kommt beim 5 Engere Definitionen machen darüber hinaus noch Maßstäblichkeit zur englischen ‚mapping‘ noch die Bedeutung der „Abbildung von Elemen- Voraussetzung für die Bezeichnung einer raumbezogenen Visualisierung ten zweier Mengen aufeinander“ (loc.cit.). als ‚Karte‘ (vgl. z. B. Bauer 2012, 198–200), womit dann der größte Anteil 8 Im Falle der spezifisch didaktischen Ausprägung von Mind Maps als Fach- vormoderner Karten nicht mehr als ‚Karte‘ gelten kann. Zu einer empi- landkarte scheint diese metaphorische Übertragung aber auch im Deut- rischen Untersuchung der Bezeichnung einer bestimmten U-Bahn-Karte schen anzukommen. als ‚map‘, ‚diagram‘, o. a. siehe Cartwright 2012. 9 Haspelmath 2003. 6 Zugrunde liegt die konzeptuelle Metapher eine Verbindung zwischen 10 Vgl. Krämer und Wöpking 2011, 3; Bauer und Ernst 2010, 28–31. Konzepten ist ein Weg zwischen Orten bzw. logical structure is 11 Ljungberg 2012, 16; vgl. auch Nöth 2000, 489–490. physical structure (zur konzeptuellen Metapherntheorie vgl. Kövecses 12 Etwa im Sinne von Ch.S. Peirce’s ‚image‘-Begriffs (Nöth 2000, 195–196; 2010, u. a. 95–96. Bauer und Ernst 2010, Kap. 2.3.I). 9 susanne grunwald, kerstin p. hofmann, daniel a. werning, felix wiedemann Abb. 2 Individuelle Mental Map von Berlin. Abb. 3 Überindividuelle Mental Map von Boston. 10 identifikation durch karten Maps-Forschung von ProbandInnen und ForscherInnen nen die (nicht im mentalen angelegte) strikte Maßstäb- 13 angefertigt werden (Abb. 2 und 3). lichkeit hat und wieso neuzeitliche Kartographie die- Schon die Bezeichnung Mental Map (deutsch Ko- ser einen so wichtigen Platz einräumt. Diese Frage wird gnitive Karte) regt dazu an, das Verhältnis kartographi- umso virulenter, je ungenauer die Daten, je unschärfer scher und mentaler Raumrepräsentation zu diskutieren die Konzepte sind, die ‚kartiert‘ werden sollen. Nicht- – umso mehr, als die Bezeichnung mal auf die Vorstel- maßstäbliche Karten erlauben es, ungenaue Lokalisie- lungen, mal auf entsprechende Zeichnungen bezogen rungen, Wege und Ausbreitungen vergleichsweise ein- wird. fach zu integrieren (z. B. in der Tabula Peutingeriana), Für diese Fragestellung bietet die Diagrammatik- da der ‚Kartenhintergrund‘ eben keine genaue, sondern Forschung eine interessante Perspektive.14 Inspiriert von nur eine grob relative Verortung impliziert. Maßstäb- der Semiotik, genauer dem Ikonizitäts- und Diagramm- liche Karten als Hintergrund generieren hingegen für begriff von Charles Sanders Peirce (1839–1914), wird die Kartierung von Entitäten ein Problem (angespro- dort die Bezeichnung Diagramm nicht nur auf mate- chen in den Beiträgen von F. Wiedemann, L. Haguet rielle, z. B. gezeichnete, Diagramme im engeren Sin- und Ch. W. Hess), das nur durch spezielle Verfahren ab- ne angewandt, sondern Diagramm allgemein und me- gemildert werden kann (vgl. die Beiträge von M. Was- dienunabhängig als eine Repräsentation von Entitä- muth und O. Nakoinz). Für moderne altertumswissen- ten und deren Bezügen zueinander begriffen.15 Dieses schaftliche Arbeiten scheinen nichtsdestotrotz maßstäb- schließt sowohl den informativen Kern gezeichneter Vi- liche Kartenhintergründe die bevorzugte Variante karto- sualisierungen ein (thematische Karten, Mental Maps- graphischer Darstellung. Zeichnungen, Diagramme im eigentlichen Sinne, Mind Hier mag noch ein weiterer Effekt eine Rolle spie- Maps, Semantic Maps, u. a. m.) als auch nicht materiel- len. Die Diagrammatik-Forschung weist darauf hin, le Diagramme wie z. B. personelle Beziehungsgeflechte, dass diagrammatische im Gegensatz zu bildlichen Vi- insbesondere aber auch mentale Repräsentationen von sualisierungen die RezipientInnen stark dazu anregen, Entitäten-Beziehungen, die sich dabei eher diagramm- die Diagramme vor dem geistigen Auge experimentell- haft/diagrammatisch als bildlich organisiert vorgestellt hypothetisch zu rekonfigurieren und im Zuge dessen werden können. Abb. 4 ist ein Versuch, die Semantik neue Fragen zu generieren (‚Virtualitätsprinzip‘).17 Im von ‚Diagramm‘, ‚Karte‘, map und ‚Bild‘ in einer Art Se- Falle eines maßstäblichen Kartenhintergrunds ist den mantic Map darzustellen. RezipientInnen jedoch klar, dass aufgrund dieses ob- Ein diagrammatischer Forschungsblick interessiert jektiv gemessenen Hintergrunds eine Rekonfiguration sich insbesondere für den transmedialen Übergang von des kartographischen Diagramms nicht angebracht ist. diagrammatischen Visualisierungen zu (diagrammati- In Bezug auf die Kartierung insbesondere ungenau lo- schen) mentalen Interpretationen derselben, bzw. um- kalisierter Entitäten kann das geistige Experimentieren gekehrt für die Umsetzung von (diagrammatischen) aber willkommen sein. Jedoch scheint der Eindruck des mentalen Repräsentationen in diagrammatische Visua- Faktischen fallweise vom gemessenen Hintergrund auf lisierungen.16 In beiden Richtungen kommt es zu Bre- die kartierten Entitäten auszustrahlen, was wiederum ge- chungen, zu Transformationen. wollt oder ungewollt sein kann (vgl. den Beitrag von Mo- Vor dem Hintergrund der Annahme, dass Men- se in diesem Band). So können maßstabsgerechte Kar- tal Maps-Zeichnungen einer mentalen Raumvorstellung tenhintergründe die Karte als Gesamtzeichen zu einer (Mental Map, mentales Diagramm) jedenfalls ähnlicher hervorragenden ikonischen Metapher für exakte wissen- sind als maßstabsgerechte Karten, ergeben sich neue Fra- schaftliche Forschung werden lassen, das u. U. die dahin- geperspektiven. Statt zu fragen, warum vormoderne Kar- ter steckende Transformationskette vergessen lassen mag ten nicht oder ab wann Karten maßstabsgerecht sind, (siehe unten).18 lässt sich aus dieser Perspektive fragen, welche Funktio- 13 Zum Konzept der Mental Map, dort noch „mental image“, in der Stadtpla- 16 Vgl. Bauer und Ernst 2010, 22, 240. nungsforschung grundlegend K. Lynch 1960. 17 Bauer und Ernst 2010, 14–15, 24; vgl. auch Krämer und Wöpking 2011, 1. 14 Bauer und Ernst 2010. 18 Vgl. dazu die Beschreibung des Diagramms im Wissenschaftsprozess bei 15 Vgl. Bauer und Ernst 2010, 19–20, 41–44; Ernst 2012, 77–78; Nöth 2000, Latour 2002, insb. 79–83. 195–196. 11 susanne grunwald, kerstin p. hofmann, daniel a. werning, felix wiedemann Abb. 4 Versuch einer Semantic Map diagram- matischer Visualisierungen. 3 Altertumswissenschaftliche Karten in Chr. Hess). historiographischer Perspektive Ebenso wurden die Altertumswissenschaften aus Perspektive der Kartographie23 oder allgemein der kar- Eine Analyse und Historisierung der altertumswissen- tierenden Raumwissenschaften24 bisher als Einsatzge- schaftlichen Wissensproduktion unter Einbeziehung biete der sog. thematischen Kartographie kaum wahr- von Techniken, Geräten und Sprachgebrauch und damit genommen.25 Dem guten Kenntnisstand über die allge- der Untersuchungs-, Auswertungs- und Darstellungs- meine Entwicklung der Techniken der Kartenprodukti- methoden als performative Praktiken19 erfolgte bis- on26 und über ihren Einsatz für politische oder didak- lang nur sehr vereinzelt.20 Die wissenschaftsgeschicht- tische Zwecke (siehe unten) stehen bislang nur weni- liche Konzentration auf Personen und Institutionen ge Versuche gegenüber, Kartographie als wissenschaft- hat bisher wesentliche Informationen zur strukturellen liche Methode zu kontextualisieren und damit fachspe- Entwicklung und interdisziplinären Orientierung der zifische Kartographiegeschichte zu schreiben. Dies ist Disziplinen geliefert. Sie hat aber auch dazu geführt, jedoch erforderlich, da politische oder topographische dass Illustrationen, Karten, Modelle oder Rekonstruk- Karten ebenso wie Karten in der wissenschaftlichen Pra- tionen selten als historiographische Quellengattungen xis dank der genannten Forschungen inzwischen nicht für Fragen zur Wissensproduktion berücksichtigt wur- mehr als neutral und wertfrei gelten können.27 den. Auch bei jüngst formulierten Forderungen, bild- Die jüngeren Arbeiten zur allgemeinen Kartogra- wissenschaftliche Analysen in die Quellen- und Me- phiegeschichte zeigen bereits, wie der Kartengebrauch thodenkritik der Prähistorischen Archäologie einflie- seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert derart intensi- ßen zu lassen, wurden so nahezu folgerichtig lediglich viert wurde, dass Karten zunehmend sowohl in den Befundzeichnungen, Fotografien und Rekonstruktions- Staats- als auch in verschiedenen Sozial- und Kulturwis- zeichnungen von Objekten bis hin zu Lebenswelten senschaften und der Schulausbildung als Objektivitäts- zu den in der Altertumswissenschaften gebräuchlichen und Tatsächlichkeitsgaranten galten und genutzt wur- Darstellungsformen gezählt, nicht aber Karten.21 So lie- den.28 Grundlagen dafür waren vor allem die Entwick- gen z. B. für die Prähistorische Archäologie22 neben we- lung einer vielfältigen Atlaskartographie (siehe die Bei- nigen älteren Skizzen erst aus jüngster Zeit entsprechen- träge von P. Krämer und L. Zeige sowie von H. Go- de Analysen vor, Gleiches gilt für die Ägyptologie und rem und B. Schelhaas)29 und die Weiterentwicklung Altorientalistik (vgl. die Beiträge von M. Wasmuth und 19 Krämer 2011. 24 Günzel 2009. 20 Rieckhoff 2012; Díaz-Andreu 2007; Eberhardt und Link 2015; Eberhardt 25 Dies verdeutlicht die jüngst abgegebene lapidare Einschätzung, Karten 2012. würden auch bisweilen von Geisteswissenschaftlern als Instrumente ge- 21 Eggert und Samida 2009, 283–284. braucht und dafür selbst angefertigt werden, um beispielsweise Raumver- 22 Steuer 2006; Grunwald 2012; Grunwald 2016; Hofmann 2016a. Zur Kar- hältnisse darzustellen (Günzel und Nowak 2012, 5). tenpraxis in der Geschichtswissenschaft u. a. Unverhau 2003; zur Karten- 26 Siegel und P. Weigel 2011; Dipper und Schneider 2006. praxis in der Vorderasiatischen Archäologie u. a. Schneider 2008. 27 Vollmar 2003, 387. 23 Arnberger 1966. Aber z. B. zum Einfluss der Kartenpublizistik auf die 28 Schmidt 2002; Schultz 2006; Schmoll 2009; Wolf 2003. frühen Altertumswissenschaften u. a. Zögner 1999. 29 Wolff 1995. 12 identifikation durch karten der kartographischen Reproduktionstechniken.30 Die cher Praxis, die im Rahmen des practical turn in der Wis- Kartenproduktion für die Geographie und die Statis- senschaftsgeschichte seit den späten 1970er Jahren un- tik war lange Zeit die umfangreichste,31 aber am En- ternommen wurden, dass es Rückkopplungen von Vi- de des 19. Jahrhunderts begann sich eine moderne his- sualisierungsverfahren zurück in den Forschungsprozess torische Kartographie auch innerhalb eng benachbar- überhaupt gibt und wie umfangreich diese tatsächlich ter historischer Kulturwissenschaften zu entfalten.32 Für sein können.37 Die Mehrheit der entsprechenden Ar- die Universal- wie die Landesgeschichte etablierte sich beiten beschäftigt sich bis heute mit Visualisierungen die Erarbeitung historisch-statistischer Kartenblätter zur als Formen der Repräsentation wissenschaftlichen Wis- Kulturgeographie als zentrales Mittel der Veranschauli- sens innerhalb der Naturwissenschaften.38 Dabei sind chung von Entwicklungsprozessen.33 Zum unentbehr- das Abbilden von Forschungsschritten und die Abbil- lichen Instrument wurden Karten schließlich seit der dung als Ergebnisform (Graphiken, Tabellen und Zeich- Zwischenkriegszeit besonders für die Volksgeschichts- nungen) als wesentliche Elemente des Forschungshan- forschung,34 aber auch für die anderen historischen Dis- dels identifiziert worden.39 Auch werden Visualisierun- ziplinen. Karten waren nicht mehr nur ein Analyse- und gen inzwischen nicht mehr als der Sprache nachgeord- Darstellungsmittel, sondern mit ihnen, z. B. mit dem net betrachtet, sondern als komplexe Komprimierun- zwischen 1928 und 1980 erarbeiteten Atlas der deutschen gen von Daten, als Produkte „langwieriger und kom- Volkskunde, glaubte man, auf vakante Verräumlichungs- plexer Herstellungs-, Aushandlungs- und Selektionspro- bedürfnisse und die Erosion politischer Raumordnun- zesse“.40 Dabei wird der narrative Gehalt dieser Darstel- gen reagieren zu können.35 Der Kartographie als For- lungsformen thematisiert. Als Garanten von Objektivi- schungstechnik wurde mit solchen Projekten eine derart tät und wertneutraler Abstraktion dienen sie der Kom- große symbolische Autorität zugewiesen, dass sich Wis- munikation sowohl innerhalb der Disziplinen als auch senschaften wie die Volkskunde nach dem Ersten Welt- über deren jeweilige Grenzen hinweg. Dabei tragen sie krieg ihrer auch deshalb bedienten, um ihr öffentliches auch zum modernen wissenschaftlichen Image dessen und akademisches Prestige zu steigern (vgl. den Beitrag bei, der sie herstellt und nutzt, auch weil sie mehrheit- von S. Grunwald). lich als Abbildungen von Ergebnissen wahrgenommen Da bislang weder die altertumswissenschaftlichen werden. Erst seit wenigen Jahren werden nun auch Kar- Kartographien als fachspezifische Kartographien noch ten als solche Wissensrepräsentationen betrachtet und die thematische Kartographie als Methode innerhalb auf ihren Anteil an der Konstruktion wissenschaftlicher dieser Wissenschaften mit ihren epistemischen Effekten Evidenz hin untersucht.41 der Abstraktion und Kartierung von wissenschaftlichen Zum anderen wird die traditionelle Perspektive Objekten auf deren Erforschung hinreichend analysiert auf Karten als politische Ausdrucksformen und geogra- wurden, kann und muss die Forderung nach der His- phische Zeugnisse42 nunmehr unter dem Einfluss der torisierung von Raummedien und Raumpraktiken, wie sog. Kritischen Kartographie entschieden erweitert.43 Es sie mit dem spatial turn, besonders mit dem topographi- konnte inzwischen wiederholt deutlich gemacht wer- cal turn, in den Kulturwissenschaften formuliert wurde, den, dass Karten keineswegs geschichtslose und neutra- daher uneingeschränkt auch für die kartierenden Alter- le Kommunikationsgrundlagen sind. In zahlreichen Ar- tumswissenschaften geltend gemacht werden.36 beiten wurde die ideologische Wirksamkeit von Kar- Die Voraussetzungen für eine solche Historisierung ten inzwischen innerhalb mittelalterlicher und früh- sind derzeit außerordentlich günstig. Zum einen zei- neuzeitlicher,44 nationalstaatlicher45 oder imperialisti- gen Forschungen zur Visualisierung als wissenschaftli- 30 Demhardt 2000, 41–44. Cetina 1999. 31 Pinwinkler 2005, 238. 38 Latour 1986; Brendecke 2003. 32 Goren 2011; Schelhaas 2012. 39 Baigrie 1996; Holländer 2000; Krämer und Bredekamp 2009. 33 Wardenga 1995; Wardenga 2004. 40 Schelhaas und Wardenga 2007, 145; Latour 2002. 34 Mühle 2005. 41 Brian 2001; Gugerli und Orland 2002. 35 Schmoll 2009, 64; Schmoll 2005. 42 Kretschmer, Dörflinger und Wawnik 1986. 36 S. Weigel 2002, 151–165; Günzel 2007, 18–21; Dünne 2008, 54–56; Dö- 43 Neocleous 2003; Mose und Strüver 2009; Glasze 2009. ring und Thielmann 2008. 44 Michalsky, Engel und Schmieder 2009; Baumgärtner und Stercken 2012. 37 Latour und Woolgar 1979; M. Lynch 1984; Rheinberger 1992; Knorr- 45 Gugerli und Orland 2002; Schenk 2002; Struck 2006. 13 susanne grunwald, kerstin p. hofmann, daniel a. werning, felix wiedemann scher46 Politik dargestellt. Karten gehören damit seit der dividuell und regional. Dies zeigen auch die Beiträ- Frühen Neuzeit zu den wirkungsvollsten Medien der ge dieses Sammelbandes, obwohl wir mit dem Kartie- politischen Ikonographie und ihr Anteil besonders an ren als einer Praxis des Identifizierens und Repräsentie- den jeweiligen zeitgenössischen Raumphantasien konn- rens von historiographischen Handlungstragenden und te wiederholt gut belegt werden (vgl. die Beiträge von -räumen einen deutlichen Fokus auf kollektive Identi- R. Rattenborg, R. Born und J. Mose).47 täten und deren Raumbezüge gelegt haben: das Spek- Für eine moderne, kritische Analyse werden Kar- trum reicht von Identifizierversuchen antiker Orte (Bei- ten heute als Artefakte48 betrachtet bzw. als ‚graphi- trag von L. Haguet) über die Darstellungsmöglichkei- sche Texte‘ gelesen, die Wissen produzieren und damit ten von Herrschaftswechsel und Wanderungen (Beiträ- (auch) Macht ausüben.49 Vorerst noch selten werden ge von M. Wasmuth; F. Wiedemann) bis hin zu Fragen, sie, im Zuge des iconic turns, auch als Bilder50 oder, aus wie sich ethnische, kulturelle und politische Identitäten philosophisch-bildwissenschaftlicher Sicht, als diagram- unterscheiden bzw. unterschieden werden (Beiträge von matische Inskriptionen gedeutet.51 Folgerichtig wird ei- D. Marcotte; J. Mose; O. Nakoinz). ne intensive Diskussion über die Entstehungsbedingun- Identität als kultur- und sozialwissenschaftliches gen von einzelnen modernen Karten geführt,52 aber Konzept gilt als semantische Innovation, die einer be- auch für die historische Kartenproduktion wie z. B. die sonderen Situation in der Nachkriegszeit der USA ge- koloniale Kartographie53 oder die deutsche ‚Kartenpro- schuldet sei.57 Seine Übertragbarkeit auf vormoderne paganda‘ zwischen 1918 und 194554 wird nun danach Zeiten wird kontrovers diskutiert, da es ja letztlich für gefragt, unter welchen technischen, aber auch unter wel- spätmoderne Individuen und Gruppen der westlichen chen politischen und sozialen Bedingungen Karten her- industrialisierten, aber nationalstaatlich strukturierten gestellt, verbreitet und wahrgenommen wurden.55 Welt entwickelt wurde.58 Aufgabe einer historisch in- formierten Identitätsforschung wäre es, andernorts und zu anderen Zeiten entwickelte Theorien, Methoden und 4 Identitäten, Kategorien und Definitionen nicht einfach zu übernehmen, sondern Raum-Zeit-Einheiten diese auf den Untersuchungsgegenstand jeweils anzu- passen und damit letztlich durch Historisierung und Seit ihren Anfängen befassen sich die Altertumswissen- ‚Provinzialisierung‘59 zu einer De-Naturalisierung der schaften mit Identitätsfragen. Obwohl man sich per de- Identitätsvorstellungen beizutragen.60 Dieser auf Dif- finitionem mit Altertümern – Texten, Bildern, Artefak- ferenzen, Veränderungen und Reflexivität61 beruhen- ten, Gebäuden und Siedlungsstrukturen – beschäftigt, de Ansatz war letztlich wohl auch der Grund, warum ist es letztlich doch ihre Verknüpfung mit konkreten man das sozial- und kulturwissenschaftliche Konzept der Menschen, die das Interesse nicht nur der Wissenschaft- Identität in den 1990ern überhaupt einführte. Schließ- lerInnen, sondern auch der Öffentlichkeit weckt.56 Wie lich versuchte man damit zum einen der kolonialisti- und welche Verknüpfungen allerdings hergestellt wer- schen Perspektive auf Kulturkontaktsituationen – Stich- den, variiert nicht nur im Verlauf der Geschichte der wort Romanisierung – und zum anderen den großen Altertumswissenschaften, sondern auch disziplinär, in- nationalen Volks-Erzählungen entgegenzutreten.62 In 46 Bell, Butlin und Heffernan 1995; Barrow 2003; Laidlaw 2006. Niethammer 2000) allerdings durch Analyse der Arbeiten der Psychoana- 47 Stockhammer 2005; Lentz und Ormeling 2008. lytiker Sigmund Freud und Carl Gustav Jung, des Soziologen Maurice 48 Harley 2002; Crampton und Krygier 2006; Schlögel 2011. Halbwachs und der politischen Philosophen Carl Schmitt und Georg 49 Harley 1988; Mose und Strüver 2009. Lukács nachgewiesen, dass dem gesellschaftstheoretischen Denken im 50 Pápay 2012. ersten Drittel des 20. Jhs. der Identitätsbegriff keineswegs fremd war. 51 Höhler 2002; Siemer 2007; Krämer 2011; Krämer 2012. 58 Zu den Gegnern einer anchronistischen Verwendung gehören Taylor 52 U. a. Farman 2010; Harley 2002. 1995; Straub 1998. Befürworter sind hingegen Keupp u. a. 2008. 53 Liebenberg und Demhardt 2012. 59 Hier in Anlehnung an den indischen Historiker Dipesh Chakrabarty ver- 54 Herb 1997; Haslinger und Oswalt 2012. wendet, der als einer der Vorreiter einer postkolonialen Geschichtsschrei- 55 Barrow 2003; Lentz und Ormeling 2008. bung gilt; siehe Chakrabarty 2000; Chakrabarty 2002. 56 Gardner 2011, 11. 60 Meskell 2001; Smith 2004. 57 Reckwitz 2001; vgl. Gleason 1983; Stachel 2005; gegen diese dominie- 61 Siehe Gramsch 2000. rende Rezeptionsgeschichte hat Lutz Niethammer (Niethammer 1994; 62 Pitts 2007; Brather 2004; Rieckhoff und Sommer 2007. 14 identifikation durch karten den deutschsprachigen Altertumswissenschaften hat der me behandelt. Diese Identitätsräume wurden aufgrund Identitätsbegriff dabei vor allem im Rahmen von wis- des auch in den Altertumswissenschaften oft praktizier- senschaftsgeschichtlichen Untersuchungen als gewinn- ten „methodologischen Nationalismus“70 meist territo- bringende neue Analysekategorie eine Rolle gespielt.63 rial konzipiert.71 Die im Rahmen des Tagungsbandes be- Ansonsten wird der Identitätsbegriff in seiner gegenwär- handelten, durch Kartierungen gebildeten Raumzeitein- tigen wissenschaftlichen wie alltagssprachlichen Vag- heiten reichen jedoch von punktualisierten Sprechak- heit64 meist als umbrella term für alles, was die Nahtstel- ten (Beitrag von Ph. Krämer und L. Zeige) über Kom- le65 von Individuum und Kollektiv bzw. Gesellschaft be- munikationsräume (Beitrag von O. Nakoinz) bis hin trifft,66 verwendet oder auch einfach nur für verschiede- zu mehr oder minder wirkmächtigen ‚Kulturlandschaf- ne Arten von Gemeinschaften und Institutionen bzw. ten‘ wie Mesopotamien (Beitrag von R. Rattenborg), sogenannte, für Personen wichtige Teilidentitäten wie das Heilige Land (Beitrag von B. Schelhaas und H. Go- Alter, Geschlecht, Ethnizität oder Religion. Auf Mehr- ren) oder auch Mitteldeutschland (vgl. den Beitrag von fachverortungen und damit auch räumliche Überlap- S. Grunwald). Da es sich bei den kartierten Entitäten pungen oder aber auch Entwicklungen durch Verände- allesamt um Produkte von Fremdzuschreibungen han- rungen im Leben ist man dabei bisher in den Altertums- delt, die zudem größtenteils erst mit großem zeitlichen wissenschaften kaum eingegangen.67 Sie stellen die Pra- Abstand erfolg(t)en, sind diese nach dem Soziologen xis des Kartierens von Identitäten anscheinend auch vor Richard Jenkins streng genommen nicht Identitäten, neue Herausforderungen. sondern lediglich Kategorien.72 Hieran ändert auch die Mit ‚Mapping Ancient Identities‘ postulieren wir al- vielfach ausgeübte Praxis der Benennung dieser Entitä- so nicht, dass es im Altertum Identitäten im modernen ten mit antiken Bezeichnungen nichts. Inwieweit sich Sinne gegeben habe und man diese einfach kartieren hinter diesen Bezeichnungen Gemeinschaften ‚verber- könne. Vielmehr interessiert uns, wie man durch Kar- gen‘, die zudem ein in Kontrast zu anderen entwickeltes tieren welcher Kriterien meint(e), Handlungstragende Selbstbewusstsein besaßen, wird in einigen der Beiträ- und -räume für historiographische Erzählungen iden- ge thematisiert (siehe die Beiträge von J. Mose, S. Grun- tifizieren und repräsentieren zu können und was dies wald und O. Nakoinz). Nachdem man lange Zeit von wiederum über die Kartierenden bzw. ihre Auftragge- essentialistischen, statischen und naturgegebenen Ein- berInnen und ihre Identitäten aussagt (Beiträge von J. heiten ausging, dominiert nun auch in der altertumswis- Mose; M. Wasmuth). Im vorliegenden Band ist dabei senschaftlichen Identitätsforschung eine sozialkonstruk- – wie auch allgemein in den Altertumswissenschaften tivistische Perspektive, die zudem die Dynamik und Si- – eine gewisse Tendenz zur Bevorzugung der Unter- tuationsgebundenheit von Identitäten betont und nach suchung kollektiver Identitäten zu beobachten.68 Fer- Identitätspraktiken fragt.73 Diesem Ansatz zollen wir bei ner widmet man sich im Gegensatz zur holy trinity der Diskussion darüber, was kartiert wird, weniger Rech- der sozial- und kulturwissenschaftlichen Identitätsfor- nung, sondern reflektieren vielmehr über das Kartieren schung – Rasse/Ethnizität, Gender/Sexualität, Klasse69 – als Praxis der Konstituierung von Identitäten und weisen überwiegend nur dem ersten Themenbereich. So wer- auf die zeitliche, disziplinäre und politische Verortung den im Rahmen unseres Bandes vor allem Stämme, Völ- der Kartierten und der Kartierenden hin. ker, Rassen und deren Herrschafts- oder Geschichtsräu- 63 Von besonderer Relevanz waren hier der Freiburger SFB 541 Identitäten er 2014; positive Ausnahmen sind u. a. Gilchrist 2004; Hakenbeck 2007; und Alteritäten. Die Funktion von Alterität für die Konstitution und Konstrukti- Matić 2012; Meyer und Hansen 2013. on von Identität (1997–2003) und der Leipziger SFB 417 Regionale Identifi- 68 Ein zunehmendes Interesse an kollektiven gegenüber individuellen Iden- kationsprozesse. Das Beispiel Sachsen (1999–2002). Prägend waren ferner die titäten ist jedoch laut Karen A. Cerulo seit den letzten zwei Jahrzehnten Ergebnisse der Forschungsgruppe Historische Sinnbildung. Interdisziplinäre des 20. Jahrhunderts auch für die Sozialwissenschaften belegbar, Cerulo Untersuchungen zur Struktur, Logik und Funktion des Geschichtsbewußtseins im 1997. interkulturellen Vergleich am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der 69 Woodward 2004. Universität Bielefeld (Assmann und Friese 1998). 70 Beck 2007 [1997], 115–116; Wimmer und Glick Schiller 2002; Glick 64 Kritisch hierzu: Brubaker und Cooper 2000. Schiller 2010. 65 S. Hall und Du Gay 1996, 5–6. 71 Hofmann 2016b. 66 Jenkins 2000, 10. 72 Jenkins 2000. 67 Zu verschiedenen Konzepten der Mehrfachverortung siehe Hirschau- 73 Hofmann 2012; Brather 2015. 15 susanne grunwald, kerstin p. hofmann, daniel a. werning, felix wiedemann 5 Zum Tagungsband ve Funktion, die Karten bei der Generierung raumbezo- gener Identitäten im Rahmen nationaler Konflikte spie- Jede wissenschaftsgeschichtliche Untersuchung zur Ge- len, am Beispiel des katalanischen Nationalismus. Da- schichte der Altertumswissenschaften tut gut daran, zu- bei wird zugleich deutlich, dass die Analyse kartographi- nächst die wirkungs- und rezeptionsgeschichtlichen Zu- scher Identitätskonstruktionen immer eine Einbettung sammenhänge in den Blick zu nehmen, steht doch so in die je spezifischen diskursiven und politischen Kon- manches, was als genuin modern ausgewiesen wird, in texte erfordert. einem komplexeren Verhältnis zur Vergangenheit, als Analoges gilt auch für die Untersuchung jener Kar- dies auf den ersten Blick den Anschein haben mag. Von tenwerke, wie sie in den verschiedenen altertumswissen- daher gilt es zu fragen, ob und inwieweit nicht auch anti- schaftlichen Disziplinen zirkulieren. Die nächsten Bei- ke und mittelalterliche Darstellungen als Vorläufer mo- träge widmen sich dabei zunächst der Rolle von Karten derner Identitätskartographien anzusehen sind. In die- in der Erforschung des Alten Ägypten, in der Altorien- sem Sinne legt Didier Marcotte die ethnische Dimensi- talistik und in der Vorderasiatischen Archäologie. on antiker Raumerfassungen von Erastrosthenes bis Pto- So beschäftigt sich Lucile Haguet mit der Über- lemaios offen. Tatsächlich nämlich spielten ethnische lappung verschiedener Zeitebenen in der europäischen Zuordnungen bei der Aufteilung des Raums von den äl- Kartierung Ägyptens in der Frühen Neuzeit. Sie macht testen Beschreibungen des Mittelmeerraums bis in die dabei deutlich, dass Ägypten bereits lange vor dem na- Spätantike immer eine zentrale Rolle. So gelang es den poleonischen Feldzug eine feste und konkrete Größe Geographen nicht, eine Umgrenzung des Raums vor- auf den Mental Maps der Europäer darstellte. Melanie zunehmen, wenn diese durch keine ethnische Begrün- Wasmuth zeigt anschließend an einem konkreten Bei- dung gestützt wurde. Robert Born beschäftigt sich an- spiel – der Kartierung der politischen Verhältnisse im schließend mit kartographischen Reaktionen der Euro- östlichen Mittelmeerraum des 7. Jahrhunderts v. Chr. päer auf die Expansion des Osmanischen Reiches in der – die Schwierigkeiten und Anachronismen moderner Frühen Neuzeit. Im Zentrum steht dabei die Adaption altertumswissenschaftlicher Kartierungen auf. Sie skiz- und Transformation zentraler Topoi aus dem überliefer- ziert ein alternatives Kartierungskonzept, dass die Apo- ten Corpus antiken geographischen Wissens und deren rien der älteren altertumswissenschaftlichen Darstellun- Funktionalisierung. Entgegen des verbreiteten Narrativs gen zukünftig vermeiden helfen könnte. eines unidirektionalen Wissenstransfers von Ost nach Immer schon von einer ganz besonderen Bedeutung West richtet Born den Blick auf die Tradierung antiken waren Karten für die Palästinaforschung. Dabei weisen Wissens innerhalb des osmanischen Reiches selbst. Haim Goren und Michael Scheelhass auf die Überlap- Vor diesem Hintergrund ist es aufschlussreich, sich pung der rezenten und historischen Topographien in die Gemeinsamkeiten und Unterschiede moderner kar- der Kartographie des 19. Jahrhunderts hin. So handelt tographischer Identitätskonstruktionen zu vergegenwär- es sich bei der Kartierung des Heiligen Landes im Grun- tigen, wie sie die Beiträge des nächsten Blocks themati- de weniger um eine Kartierung des rezenten Palästi- sieren. Zunächst beschäftigen sich Philipp Krämer und nas als vielmehr um einen Akt der Re-Identifizierung Lars Zeige mit den verschiedenen Techniken, Sprachen und räumlichen Lokalisierung einer spezifischen (bibli- bzw. sprachliche Differenzierungen kartographisch zu schen) Zeit. Die nächsten beiden Beiträge handeln von erfassen, die in den Sprachwissenschaften seit dem 19. jener von jeher im Zentrum des altertumswissenschaft- Jahrhundert entwickelt worden sind. Jüngere Ansätze lichen Interesses stehenden Region im Vorderen Orient, wie der der linguistic landscapes erlauben dabei diffe- die bis heute gewöhnlich als ‚Zweistromland‘ bzw. ‚Me- renzierte Darstellungen und ermöglichen mikrospatia- sopotamien‘ bezeichnet wird. Rune Rattenborg vermag le Interaktionen und Netze punktueller Verweise auf- indes in einer begriffsgeschichtlichen Analyse zu zeigen, zudecken. Dennoch ist auch das klassische ‚Territoriali- dass diese Bezeichnung keineswegs mit einem fixen geo- tätsprinzip‘, also die kartographisch erzeugte Illusion ei- historischen Raum korrespondiert. Vielmehr erfuhr der ner homogenen Sprachfläche als tragendes Prinzip des Referenzraum im frühen 20. Jahrhundert eine deutli- Staatsaufbaus, bis heute verbreitet. Besonders deutlich che Ausweitung und inkludierte nun Gebiete, die we- zeigt der Humangeograph Jörg Mose diese konstituti- der in der Antike noch in der früheren Forschung dem 16 identifikation durch karten Zweistromland zugerechnet wurden. Zu erklären ist die- phie sogenannter Identitäten zu finden. Dafür stellt er ei- se Verschiebung des Referenzrahmens nur vor dem Hin- nen quantitativen Zugang zu archäologischen Kulturen tergrund kolonial- und geopolitischer Konzeptionen des vor, um die Konzepte der Identität und Kultur aufein- frühen 20. Jahrhunderts. Im anschließenden Beitrag von ander beziehen zu können. Auf diese Weise, so zeigt er Christian Hess geht es um die spezifischere Problematik an zwei archäologischen Fallbeispielen, ließen sich neue der Sprachkartierung in der Altorientalistik. Tatsächlich Arten von Kartierungen erstellen. spielen Karten in diesem Zusammenhang eine geringe- re Rolle als in anderen sprachwissenschaftlichen Diszi- plinen. Bis heute ist eine systematische Kartierung der 6 Ausblick Sprachen des Alten Orients nicht unternommen wor- den. Die existierenden Karten haben vielmehr in der Re- Die Beiträge des Sammelbandes zeigen, dass das Kar- gel einen bloß illustrativen Charakter zur visuellen Un- tieren kollektiver Entitäten nach wie vor eine zen- terstützung bestimmter Modelle und Verbreitungsnarra- trale Praxis in den Altertumswissenschaften darstellt. tive altorientalischer Sprachen, stellen also eher Neben- Der eingangs zitierte Islam- und Orientwissenschaft- produkte dar. Eine erstaunlich geringe Rolle spielten ler Hartmann machte es sich allerdings zu leicht, als Karten auch in einem anderen thematischen Kontext, Grund dieser fragwürdigen Persistenz allein auf die der im Allgemeinen als besonders kartenlastig gilt, näm- Studierstuben- oder Lehnstuhlgelehrsamkeit seiner Kol- lich bei der Darstellung sogenannter Völkerwanderun- legen zu verweisen und darauf zu setzen, dass deren ver- gen. So zeigt Felix Wiedemann, dass Wanderungen zwar meintlich vorwissenschaftliche Darstellungen langfris- zu den zentralen Gegenständen von Historikern, Philo- tig durch das Wissen ortserfahrener Experten und Em- logen und Archäologen gehörten, die sich im 19. und piriker ersetzt würden. Kartieren entspricht offenkun- frühen 20. Jahrhundert mit Karten beschäftigten, die- dig unseren inner- wie außerwissenschaftlich verbreite- se aber selten auch wirklich kartographisch dargestellt ten Wunschvorstellungen und Bedürfnissen (oder gar wurden. In der Regel versuchten die Autoren, die karto- Sehnsüchten). Dabei soll hier gewiss nicht einem allge- graphische Rhetorik des Faktischen zu vermeiden und meinen Kartenverzicht das Wort geredet werden. Es geht verblieben auf der Ebene der Erzählung als genuinem vielmehr darum, die eigenen wissenschaftlichen Prak- Darstellungsmodus des Spekulativen und bloß Mögli- tiken und Methoden kritisch zu hinterfragen und ihre chen. Möglichkeiten und Grenzen zu reflektieren. Damit ein- Im abschließenden Block geht es um Kartierungs- hergehend ist die Praxis des Kartierens in Anlehnung praxen in der Ur- und Frühgeschichte. Susanne Grun- an travelling concepts als practice in translation zu beschrei- wald unterstreicht in ihrem Beitrag über die kartogra- ben,74 um die mit den jeweiligen Übersetzungen ein- phische Darstellung der frühmittelalterlichen Slawen hergehenden Modifikationen in ihren historischen, po- in Mitteleuropa aus den 1920er und 1930er Jahren das litischen und kulturellen Kontexten zu betrachten. Die politisch-ideologische Potential von Karten. So wurden Frage, ob Karten als Darstellungsmedium zur geographi- seinerzeit innovative Darstellungstechniken in den Kon- schen Verortung oder sogar als Analyseinstrument zum text eines dezidiert völkisch-nationalen Programms ge- Nachweis kollektiver Identitäten genutzt werden kön- stellt, wobei die Karte selbst einen politischen Appell- nen, lässt sich nur im konkreten Einzelfall beurteilen. charakter im Sinne eines aggressiven Revanchismus auf- Ferner sind in diesem Zusammenhang die unterschied- wies. Einen gänzlich anderen Zugang zur Thematik lichen nationalen oder sogar regionalen Fachtraditionen wählt abschließend Oliver Nakoinz. Im Rückgriff auf die zu berücksichtigen. Mit dem vorliegenden interdiszipli- quantitative Methode der Clusteranalyse versucht er, ei- nären Sammelband möchten wir hierzu einen ersten nen Ausweg aus den aufgezeigten Tücken der Kartogra- Beitrag leisten. 74 Auf Anregung von Doris Bachmann-Medick wird hier nicht – wie üblich – die Reise-Metapher bemüht, sondern von Praktiken in Übersetzung ge- sprochen, um der Historisierung und Kontextualisierung von Praktiken besser gerecht zu werden (Bachmann-Medick 2014, 133). 17 Bibliographie Antonaccio 2010 Brather 2004 Carla M. Antonaccio. „(Re)Defining Ethnicity: Culture, Ma- Sebastian Brather. Ethnische Interpretationen in der frühgeschicht- terial Culture, and Identity“. In Material Culture and Social lichen Archäologie. Geschichte, Grundlagen und Alternativen. Er- Identities in the Ancient World. Hrsg. von S. Hales und T. Ho- gänzungsbände zum Reallexikon der germanischen Altertums- dos. Cambridge und New York: Cambridge University Press, kunde 42. 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Lynch 1960, fig. 5 „The Boston that everyone knows“ 2 Angefertigt im Rahmen eines Mental Map-Workshops des (Blandina Stöhr). 4 Daniel A. Werning, CC BY-SA 3.0 DE. SUSANNE GRUNWALD Susanne Grunwald, Dr. des. phil. (Leipzig 2012), studierte Prä- Dr. des. Susanne Grunwald historische Archäologie, Alte Geschichte und Mittelalterliche Deutsches Archäologisches Institut Geschichte in Jena und Leipzig. Zwischen 2005 bis 2008 war Podbielskiallee 69–71 sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Die Burgwall- 14195 Berlin, Deutschland forschung in Sachsen und Ostmitteleuropa von 1927 bis 1995. E-Mail:
[email protected]Zielsetzungen und Methoden der Archäologie im 20. Jahr- hundert“ am Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte in Leipzig. Als Stipendiatin der RGK des DAI forschte sie 2017/2018 zur Nachkriegsarchäologie in Deutschland, seit 2018 ist sie Mitar- beiterin am DAI in Berlin. Ihre derzeitigen Forschungsschwer- punkte sind Geschichte der Archäologie und Denkmalpflege, Ausstellungsgeschichte und archäologische Kartographie in Deutschland und Zentraleuropa. KERSTIN P. HOFMANN Kerstin P. Hofmann, Dr. phil (Kiel 2006), ist Prähistorische Dr. Kerstin P. Hofmann Archäologin und seit 2016 Zweite Direktorin der Römisch- Römisch-Germanische Kommission Germanischen Kommission in Frankfurt a. M. Zuvor war sie des Deutschen Archäologischen Instituts Auslandsstipendiatin des Deutschen Archäologischen Instituts Palmengartenstraße 10–12 in Rom und arbeitete zu Raum und Identitäten beim Berliner 60325 Frankfurt am Main, Deutschland Exzellenzcluster Topoi. Ihre derzeitigen Forschungsschwer- E-Mail:
[email protected]punkte sind kultureller Wandel, Identitäten sowie Mensch- Ding-Beziehungen in den Metallzeiten und der Frühgeschichte Europas. DANIEL A. WERNING Daniel A. Werning, Dr. phil. (Göttingen 2010), studierte Ägyp- Dr. Daniel A. Werning tologie, Allgemeine Sprachwissenschaft und Informatik in Humboldt-Universität zu Berlin Göttingen und Heidelberg. Von 2013 bis 2017 war er Wissen- Excellence Cluster Topoi schaftlicher Mitarbeiter im Topoi Lab der Area C Perception and Unter den Linden 6 Representation und Mitglied der Forschungsgruppe C-4 Pictorial 10099 Berlin, Deutschland Constructions of Space(s). Im Wintersemester 2016/17 war er Gast- E-Mail:
[email protected]professor am Institut für Archäologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Hauptforschungsinteressen sind altägypti- sche Linguistik, Philologie und Religion sowie typologische Sprachwissenschaft allgemein und Digital Humanities. 24 identifikation durch karten FELIX WIEDEMANN Felix Wiedemann, Dr. phil (Berlin 2006), ist Historiker und PD Dr. Felix Wiedemann Privatdozent am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Uni- Freie Universität Berlin versität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wissens- Friedrich-Meinecke-Institut und Historiographiegeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhun- Koserstr. 20 derts, Orientalismusforschung, Geschichte des Rassismus und 14195 Berlin, Deutschland Antisemitismus und Vergangenheitspolitik. E-Mail:
[email protected]25 Didier Marcotte Die ethnische Komponente im Aufbau der antiken Karte Zusammenfassung Der vorliegende Beitrag untersucht die Rolle der ethnischen The paper deals with the part played by ethnic division in Aufteilung in den Raumerfassungen von Eratosthenes bis Pto- the construction of space from Eratosthenes to Ptolemy. It lemaios. Er stellt die ursprüngliche Beziehung zwischen dem illustrates the original relationship between the methods of Verfahren des antiken Periplus und dem Aufbau der Karte the ancient periplus and the composition of maps, and shows dar und zeigt, inwieweit die Art und Weise der ‚Stamm für how far the model of a coast-description conceived ‘tribe by Stamm‘ angelegten Küstenbeschreibung die Grundlagen der tribe’ has shaped the principles of cartography. On the basis of Kartographie geprägt hat. Anhand von theoretischen Überle- Strabo’s theoretical considerations, the paper also emphasizes gungen des Strabo wird in diesem Aufsatz auch ein gewisses a certain distrust among Greek geographers, and accordingly Misstrauen des griechischen Geographen, bzw. Kartographen cartographers, towards political information. Such an attitude, gegenüber den politischen Daten hervorgehoben. Eine solche expressed in Strabo by the notion of kairos (‘case’, ‘constant Haltung, die sich bei Strabo durch den Gebrauch des Begriffs change’), could explain, for example, the fact that the division kairos (‚Umstände’, ‚ständiger Wandel’) äußert, kann z. B. er- of Italy into provinces carried out by Augustus had limited in- klären, dass die augusteische Aufteilung Italiens in Provinzen fluence on the cartography of the Imperial Age. einen geringen Einfluss auf die Kartographie der kaiserlichen Keywords: ancient ethnography; Greek maps; periodos and Zeit geübt hat. periplus; Greek leagues; Posidonius of Apamea; Strabo; Keywords: antike Ethno- und Kartographie; Periodos; Pe- Ptolemy riplus; griechische Stammbünde; Poseidonios von Apamea; Strabo; Ptolemaios Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 27 didier marcotte 1 Einleitung man nur die Hauptlinien angibt: das genaue Detail muss man anderen überlassen. Der Ausgangspunkt dieses Aufsatzes ist eine Stelle bei Strabo, deren Bedeutung für die Kartographie bisher un- Obgleich es für uns paradox erscheint, sollte die regio- terschätzt wurde.1 Am Anfang des IV. Buchs behandelt nale Karte also keinen besonderen politischen Zustand Strabo die Geographie Galliens und dessen Zergliede- widerspiegeln, sondern vor allem die physische und eth- rung in mehrere ethnische Einheiten.2 Zuerst führt er nische Wirklichkeit des Landes abbilden. die Aussagen von Caesar an. Bekanntlich hat dieser in den ersten Zeilen seines De bello Gallico eine Dreiteilung vorgenommen, indem er die keltischen Völker in drei 2 Der griechische Geograph zwischen Hauptstämme unterteilt: die Belgier, die Aquitaner und kairos und poikilia die Celtae im eigentlichen Sinn, die die Römer allgemein Gallier nannten.3 Vermutlich hatte schon vor ihm Posei- In der gerade zitierten Passage verknüpft Strabo zwei donios von Apamea, am Anfang des 1. Jhs. v. Chr., eine wichtige Konzepte eng miteinander: einerseits das des solche Aufteilung eingeführt.4 Aber Strabo weiß auch kairos (wörtlich ‚Zeitpunkt‘, ‚Gelegenheit‘, ‚Umstände‘, von einer im Jahre 27 v. Chr. von Kaiser Augustus be- ‚ständiger Wandel‘) und andererseits das der poiki- schlossenen Reform, die Gallien in vier Provinzen teilte, lia (wörtlich ‚Mannigfaltigkeit‘, ‚Buntheit‘, ‚Verschieden- nämlich Aquitania, Narbonensis, Lugdunensis und Belgica, heit von Situationen‘), auf das das Adverb poikilôs ver- welche teils nach physischen Kriterien, teils nach Maß- weist. Seit dem 5. Jh. v. Chr. wurde der kairos von Phi- gabe politischer Absichten voneinander abgegrenzt wur- losophen und Historikern als der günstige Zeitpunkt den.5 menschlicher Handlung verstanden, sowohl im Allge- Gegenüber diesen erst kurz zuvor entstandenen Ver- meinen als auch im Besonderen im politischen Bereich. waltungsverteilungen scheint Strabo eine vorsichtige Es handelt sich dabei auch um die Gelegenheit, bei der Haltung einzunehmen. Zwar ist seine Geographie offen- der Fachmann, der technitês, die Fähigkeiten, die zu sei- bar an Politiker gerichtet, wie er selbst in seiner Einlei- ner Kunst gehören, im geeigneten Moment anwendet. tung betont,6 doch sollte ihm zufolge die Karte nicht Auch die poikilia ist ein Merkmal aus dem Bereich der von wechselnden politischen Umständen bestimmt wer- menschlichen Handlung, vor allem im politischen Feld. den. So kann er aus der augusteischen Reform folgenden Sie dient nämlich dazu, die Veränderlichkeit und Un- Schluss ziehen:7 sicherheit der Umstände zu beschreiben, unter denen sich notwendigerweise die Staatsangelegenheiten wan- Alles nun, was durch physische und ethnische deln. Spätestens seit Polybios wurden diese beiden Kon- Faktoren voneinander abgegrenzt ist, muss der zepte regelmäßig von den Historikern, die politische Ge- Geograph, wenn es überhaupt erwähnenswert schichte schrieben, verbunden, so dass man kairos als ist, angeben; bei den wechselnden (poikilôs) Ein- ‚ständigen Wandel‘ verstehen kann.8 Noch in der Kai- teilungen dagegen, die die Herrscher in ihrer serzeit zeigt Plutarch, dass die Handlungen der Politiker auf die jeweiligen Umstände (pros tous kairous) in poikilia eingebettet sind, deren Spiegelbild sie sind.9 abgestimmten Politik machen, genügt es, wenn 1 Übersetzungen von Strabo stammen – mit leichten Modifizierungen, wo κὰςπράξεις) und 1,1,14 C 8 (τό γε ἐπὶ τοσοῦτον, ἐϕ’ ὅσον καὶ τῷ πολι- nötig – von Stefan Radt (Radt 2002–2011). τικῷ παρακολουθεῖν δυνατόν, προσήκοι ἂν εἰκότως). 2 Zur Konstruktion der Landbeschreibung anhand ethnischer Kriterien 7 Strab. geogr. 4,1,1, C177: Ὅσα μὲν οὖν ϕυσικῶς διώρισται δεῖ λέγειν τὸν bei Strabo siehe van der Vliet 1977. γεωγράϕον καὶ ὅσα ἐθνικῶς, ὅταν ᾖ καὶ μνήμης ἄξια, ὅσα δ’ οἱ ἡγεμόνες 3 Caes. B. G. 1,1,1: Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt πρὸς τοὺς καιροὺς πολιτευόμενοι διατάττουσι ποικίλως, ἀρκεῖ κἂν ἐν Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appel- κεϕαλαίῳ τις εἴπῃ, τοῦ δ’ ἀκριβοῦς ἄλλοις παραχωρητέον. lantur. 8 Pol. Fr. 10,33,2 (πολλοῖς δὲ καιροῖς καὶ ποικίλοις χρησάμενος); Fr. 4 Zu Poseidonios als Quelle für Strabo zum Thema Gallien siehe Lasserre 18,55,6 (πιστευθεὶς γὰρ τῆς Κύπρου καὶ τῶν ἐν ταύτῃ προσόδων ἐν και- 1966, 4–7 und 104–109, Kidd 1988, 936–938, und speziell für die Gallia ροῖς ἐπισϕαλέσι καὶ ποικίλοις); Fr. 27,2,10 (καὶ πολλοὺς καὶ ποικίλους Narbonensis Christol 2010, 41–56. καιροὺς διαπεϕευγός). 5 Zur Reform des Augustus aus dem Jahr 27 und zur Aufteilung Galliens 9 Plut. Publ. 4,5,3: ποικίλος γὰρ ὢν ὁ πολιτικὸς ᾧ τρόπῳ τῶν ὄντων ἕκα- vgl. den Gesamtüberblick bei Wolff 1989 und Raepsaet-Charlier 1998. στον εὔληπτόν ἐστι μεταχειρίσασθαι, καὶ μέρους ἀϕέσει πολλάκις ἔσω- 6 Vgl. Strab. geogr. 1,1,1, C1 (ἡ μὲν πρὸς τὰ πολιτικὰ καὶ τὰς ἡγεμονι- σε τὸ πᾶν, καὶ μικρῶν ἀποστὰς μειζόνων ἔτυχεν. 28 die ethnische komponente im aufbau der antiken karte Zudem bestimmt die poikilia auch die technê10 und stimmte physische Faktoren eine wichtige Rolle, d. h. hat somit auch Einfluss auf die Praxis des Gelehrten so- die Meere, die Golfe und die Halbinseln, die größten wie auf die Arbeit des Geographen. Man kann daher Flüsse wie der Nil, der Hister und der Indus, schließlich davon ausgehen, dass sie auch bei der Darstellung von bestimmte Bergketten wie die Alpen und der Taurus. Raum eine Rolle spielen dürfte. Wie vor ihm Polybios Man kann aber feststellen, dass die Beschreibung von re- ist Strabo aber der Meinung, die Politik gehöre in ers- gionalen Räumen im Inneren großer physischer Einhei- ter Linie zum kairos, d. h. zum Bereich des ‚ständigen ten bei Dionysios immer auf einer Einteilung nach ethni- Wandels‘, während sich der Geograph den Anspruch zu- schen Entitäten beruht, die er ethnê oder phyla nennt. Ge- schreibt, sein Werk auf eine gewisse zeitliche Kontinuität rade daran lässt sich erkennen, dass die Einteilungen sei- aufzubauen. Die menschliche Komponente liefere die ner Karte keine zeitabhängigen Einteilungen sind, was Stabilität, die die politische Teilung ihrerseits nicht auf- lange die genaue Datierung seines Werkes in die Herr- weisen könne. Anders gesagt, dürfe die Darstellungswei- schaft Kaiser Hadrians unmöglich gemacht hat.13 se des Geographen nicht wie eine bestimmte Technik, In gewisser Art und Weise kann die Konstanz des bzw. Kunst festgelegt sein. Vielmehr sei es seine Aufga- ethnischen Rahmens in den Karten der Kaiserzeit bestä- be, den Raum und die Welt in ihrer Dauerhaftigkeit dar- tigt werden, obwohl diese doch am klarsten eine poli- zustellen, und so über das, was von kairos und poikilia tische Intention zum Ausdruck bringen. Das ist bei der abhängt, hinauszugehen. sog. Tabula Peutingeriana der Fall, gezeichnet im 12. Jahr- Für den antiken griechischen Wissenschaftler ist die hundert und wohl die Nachbildung eines Modells aus Erde auf der einen Seite ein einzigartiger Gegenstand, dem ausgehenden 3. Jh. n. Chr. Sie weist eine Nomen- der sich als Ganzes studieren lässt, so wie z. B. der Him- klatur und Verwaltungseinheiten auf, die eine ungefäh- mel. Das bringt der Dichter Dionysios von Alexandria re Datierung des spätantiken Archetyps ermöglichen.14 sehr deutlich in den ersten Versen seiner Beschreibung der Darüber hinaus zeigt sie ethnische Kategorien, die zu bewohnten Welt zum Ausdruck: dieser Zeit bereits durch Namen von Regionen, oder so- gar in den Teilen der Welt, ersetzt wurden, für die man Obschon das Ganze nur eines ist (μίαν δέ ἑ zur Zeit ihrer Herstellung über eine aktuellere Doku- καίπερ ἐοῦσαν), | teilten die Menschen es doch mentation verfügte.15 Man kann auch das Beispiel der in drei Erdteile ab.11 Geographie von Ptolemaios anführen. In den Büchern 2– 8 sind die Beschreibungen von Regionen nach perioris- Wer aber eine detaillierte Beschreibung dieses Gegen- moi oder perigraphai gegliedert, was wörtlich ‚Umrissbe- stands unternimmt, muss auch dessen innere Vielfältig- schreibungen‘ heißt. Bei Ptolemaios bezeichnen diese keit in Betracht ziehen. Hier ist das Verfahren dem des technischen Begriffe Regionen, die sich zugleich durch Astronomen ähnlich. In derselben Weise, wie dieser die geographische und ethnische Grenzen bestimmen las- Sternenwelt in Sternbilder aufteilt (wie das griechische sen, seltener auch durch politische.16 84 periorismoi wer- Wort astronomos deutlich macht),12 so versucht der Geo- den aufgezählt: 32 in Europa, 8 in Libyen, 44 in Asi- graph, die verschiedenen Bestandteile der Ökumene zu en. Im Einzelfall können sie eparcheiai (‚Provinzen’) oder erkennen und durch eindeutige, stabile Merkmale zu be- satrapeiai (wörtlich ‚Satrapien’) genannt werden, wobei stimmen. Bei deren Identifikation spielen natürlich be- der letztgenannte Begriff sich meistens auf Gegenden 10 Trédé 1992 hat sich mit der Entwicklung des Begriffs kairos von den An- rostichen (V. 112–134 und 513–532) festgelegt. Siehe auch Marcotte fängen griechischer Städte bis in die hellenistische Zeit befasst. Sie zeigt, 2014, 519–520. dass politische Handlung mit der Vorstellung in Spannung steht, dass der 14 Zur vermutlichen Datierung der Tabula in die Zeit der Tetrarchie des Mensch von seinem Schicksal bestimmt ist. Sie untersucht außerdem das Diokletian (um 300 n. Chr.) siehe Talbert 2010, 135–136. enge Verhältnis von kairos und technê, insbesondere im medizinischen Be- 15 So ist der Name der Lugdunenses neben dem Toponym Belgica zu lesen reich: In seiner Eigenschaft als technitês findet der Arzt in der Meisterung (vgl. Talbert 2010, 107). des kairos die Garantie für seinen Erfolg. 16 Zu den periorismoi von Ptolemaios siehe Diller 1939, 228–231. 11 Dion. Per. perieg. 4,7–8. 17 Der wichtigste Gegner Roms ist zu dieser Zeit das Arsakidenreich. Daher 12 Chantraine 1968, s.v. ἀστήρ (über die technischen Komposita von erklärt sich die Wahl des Begriffs satrapeia, der von Institutionen aus dem ἀστρο-). Perserreich übertragen ist. 13 Zuerst hat Leue 1884 die Datierung des Gedichts durch die beiden Ach- 29 didier marcotte außerhalb des Reiches bezieht.17 Die Wahl des Begriffs haben davon nur ein einziges Fragment, überliefert bei eparcheia impliziert aber nicht, dass die Beschreibung je- Stephanos von Byzanz unter dem Titel Peri ethnôn ‚Über der Region des Reiches von politischen Gegebenheiten die Völker’, über ein Volk nördlich der Skythen, in dem geprägt ist. Das Kapitel über Italien erwähnt beispiels- es so scheint, als sei die Reise gemäß der Abfolge von weise keine der elf augusteischen Regionen. Im Fall Spa- Ethnien angeordnet gewesen:21 niens sind die Baetica, Lusitanien und die Tarraconensis zweifelsfrei als eparcheiai bezeichnet, aber die weiteren In seinem Werk Über die Völker sagt Damas- Unterteilungen sind – mit der Ausnahme von Asturia, tes, die Issedonen wohnen oberhalb (ἄνω) von das in der Tarraconensis verortet wird – meistens aus eth- den Skythen, und die Arismaspen noch weiter nischer Perspektive vorgenommen. Dies gilt ebenso für oberhalb (ἀνωτέρω) von diesen, während das die Commentarii von Agrippa, wo die partes oder regiones Rhipaia-Gebirge oberhalb von den Arimaspen mit den provinciae in den Grenzen des orbis Romanus zu- liegt, […]. sammenfallen konnten – allerdings ohne dass dies eine systematische Regel wäre.18 Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Anordnung der Daten, die ein derartiger Auszug zeigt, nicht grund- legend von einem solchen, den die Fragmente des Hella- 3 Das ethnos als Komponente der nikos in seinem Werk Peri ethnôn bieten.22 Zuvor findet antiken Karte man diese Anordnung mehrfach auch schon bei Heka- taios selbst, was deutlich bestätigt, dass die Methoden Den ältesten Beschreibungen des Mittelmeerraumes lag der Darstellung verwandt sind, die von den Urhebern eine ethnische Aufteilung zugrunde. Sie hat nämlich die sowohl der Periodos als auch des Periplus übernommen ursprüngliche Gestalt des Periplus, bzw. der ionischen wird.23 Periodos, bei Hekataios von Milet und dessen Nachfol- Mit der im 4. Jh. v. Chr. entstandenen Formung gern geprägt. Für dieses Thema ist unsere Hauptinfor- der ethnischen Einheiten in Süditalien, auf der Balkan- mationsquelle ein Autor aus der frühen Kaiserzeit, Aga- Halbinsel und in Griechenland galt die Einteilung der themeros, der uns eine regelrechte Doxographie für die Mittelmeerküsten in ethnische Regionen als die vertrau- Anfänge der geographischen Wissenschaft und zur Er- enswerteste Methode der geographischen Darstellung. klärung der Ausdifferenzierung dieser Gattungen bie- Dies bezeugt am besten der Historiker Ephoros von Ky- tet. Er nennt Hekataios, Hellanikos von Lesbos und Da- me, der in den Jahren 340–330 v. Chr. eine Universal- mastes von Sigeum unter den ersten Autoren von Dar- geschichte verfasste, in der die griechische Geschichte stellungen der Welt und schreibt dem Damastes einen im Mittelpunkt stand.24 Von dem Werk sind nur (wenn- Periplus zu, den er aus Bestandteilen zusammengestellt gleich relativ viele) Fragmente in Form von Zitaten er- habe, die er dem Hekataios entnommen habe.19 In dem halten, unter denen das folgende aufschlussreiche Zi- Stemma, das er vorschlägt, habe die Erfindung des Da- tat von einem anonymen Autor vom Ende des 2. Jhs. mastes nur darin bestanden, das von Hekataios Über- v. Chr., der Ephoros zufolge seine eigene Beschreibung nommene in einen Periplus zu verwandeln (metagrapsas, Griechenlands mit diesen Worten anfängt:25 μεταγράψας). Nun ist die Form, die dieser wählte, durch den Titel einer Abhandlung, die die Suda dem Histori- Wir werden summarisch (epi kephalaiô, ἐπὶ κε- ker zuschreibt, eindeutig als ein Ethnôn katalogos kai po- φαλαίῳ) die Gegenden Griechenlands behan- leôn ‚Katalog der Namen und Völker‘ bezeichnet.20 Wir deln, wobei wir gemäß der Methode des Epho- 18 Siehe Nicolet 1988, 113. 21 Steph. Byz., s.v. Ὑπερβόρειοι (650, 7 Meineke) = FGrHist 5 F 1. 19 Agathemeros, in GGM 2,471: εἶτα Δαμάστης ὁ Κιτιεὺς τὰ πλεῖστα ἐκ τῶν 22 FGrHist 4 F 66–70. Ἑκαταίου μεταγράψας περίπλουν ἔγραψεν (siehe auch Diller 1975, 60). 23 Das scheint auch die Folge der drei Namen in den Autorenverzeichnis- Die Reihenfolge bei Agathemeros geht vielleicht auf Eratosthenes zurück sen bei Plinius d. Ä., Buch 4–6, auszudrücken. Zu diesem Thema vgl. die (vgl. Jacoby 1957, 317). Strabo (1,3,1, C47; 12,3,21, C550) hat diese Liste Tabelle von Nicolai 1986, 12. teilweise übernommen, ohne die Namen von Hellanikos und Damastes, 24 Zur Konzeption von Universalgeschichte bei Ephoros siehe Marincola die er strenger beurteilt (siehe Nicolai 1986). 2007,172–174 und Parmeggiani 2011, 709–733. 20 ἐθνῶν κατάλογος καὶ πόλεων. Siehe Jacoby 1957, FGrHist I a, 476. 25 Ps.-Skymn. Orb. descr. 470–472 = Ephoros FGrHist 70 F 144. 30 die ethnische komponente im aufbau der antiken karte ros Stamm für Stamm (ethnikôs, ἐθνικῶς) durch- des Periplus eine ethnische Aufteilung bei der Beschrei- nehmen werden. bung Griechenlands an. Er grenzt ein „nicht unterbro- chenes (synechês, συνεχής)“ Hellas ab, von Ambrakia bis Hier wird zum ersten Mal in unserem Corpus der epis- zur Stadt Magnesia, das in seiner Beschreibung eine Ein- temologisch wichtige Begriff ethnikôs bezeugt.26 Aber heit bildet.31 In der Zeit, in der er schreibt, entspricht schon im Zeitalter des Ephoros ist die gleiche Methode die Einteilung Griechenlands in ethnische Entitäten tat- im ältesten erhaltenen Periplus des Mittelmeeres, dem sächlich den politischen Aufteilungen, wobei die ethnê sogenannten Periplus von Skylax, angewendet worden, zuweilen regionale Verbünde oder koina überziehen.32 der wohl in die Jahrzehnte von 330 bis 300 v. Chr. da- tierbar ist. So wird z. B. in diesem Text die Küstenstrecke zwischen Kampanien und Basilicata in Süditalien mit 4 Die ethnische Aufteilung in der den folgenden Worten beschrieben:27 hellenistischen Raumerfassung ΚΑΜΠΑΝΟΙ. ’Ολσῶν δὲ ἔχονται Καμπανοί Auch in Alexandrien wurden die ethnischen Daten im […]. Παράπλους δὲ τῆς Καμπανίας ἐστὶν Aufbau der wissenschaftlich zu erstellenden Karte nicht ἡμέρας μιᾶς. ΣΑΥΝΙΤΑΙ. Καμπανῶν δὲ ἔχο- außer Acht gelassen, auch dann nicht, wenn die Rede νται Σαυνῖται· καὶ παράπλους ἐστὶ Σαυνιτῶν von der Darstellung von weiten Festlandflächen war. So ἡμέρας ἥμισυ. hat Eratosthenes am Ende des 3. Jhs. v. Chr. systema- KAMPANER. Den Volsken folgen die Kampa- tisch die Angaben der ethnographischen Überlieferung ner […]. Die Küste Kampaniens erstreckt sich in Zusammenhang mit topographischen und kulturge- auf einen Tag. SAMNITEN. Den Kampanern schichtlichen Fakten gebracht, um die Grundlinien sei- folgen die Samniten, und die samnitische Küste ner Karte zu kennzeichnen. erstreckt sich auf einen halben Tag. Bezüglich seiner Methode ist für uns Strabo der ausführlichste Zeuge, wenn er auch nicht selten gegen- Wie dieser Passus zeigt, wird die Küste durch die eth- über Eratosthenes sehr polemisch ist. Die Kritik Stra- nische Reihenfolge Volsken, Kampaner, Samniten ein- bos ist besonders auf die Kartographie Asiens gerich- geteilt, nicht durch ihre physischen Gegebenheiten. Be- tet. Sie macht klar, dass Eratosthenes sein geometrisches züglich dieses Passus ist festzustellen, dass der Name Verfahren vor allem vom Platoniker Eudoxos übernom- Kampanien, der aus dem Ethnikon Kampanoi abgeleitet men hat und dass die Art und Weise der Feldmessung ist und hier zum ersten Mal in unserer Dokumentati- für seine Raumerfassung eine nicht geringe Rolle ge- on auftaucht,28 erst an zweiter Stelle nach dem Ethni- spielt hat.33 Sein Ziel war es nämlich, auf der Erdober- kon selbst erwähnt wird. Pseudo-Skylax hält die Reihen- fläche Bezugspunkte festzulegen, die einen festen Refe- folge des Reiseweges ein und kommt anschließend bei renzrahmen zur Darstellung einer jeden Region Asiens den Samniten vorbei, dann bei den Lukaniern, die auch bilden sollten, und zwar längs eines Nullbreitenkreises, zu den sabellischen Stämmen gehören.29 Hier hat man der durch die Herakles-Säulen, die Taurus-Kette und das es nach den ethnischen Bezeichnungen zuerst mit po- Himalaya-Gebirge bis zum fernen Osten lief. litischen Entitäten zu tun.30 Ebenso wendet der Autor 26 Die Erzählung bei Ephoros ist kata genos (FGrHist 70 T 11) gegliedert, Völkern und die ethnographische Übersicht von Pseudo-Skylax über die nach Themen neu gruppiert. Das genos ist häufig eine geographische Ein- italischen Völker. heit (und nicht selten auch eine ethnographische Einheit), siehe Van- 31 Ps.-Skylax, 33,2–65,2 (GGM I, 35–51). nicelli 1987 und Parmeggiani 2011, 156–160 (für andere Interpretatio- 32 Zur Bedeutung der ethnê in hellenistischer Zeit und die politische Orga- nen der Abfolge der Narration kata genos), und den status quaestionis bei nisation bestimmter ethnê siehe Buraselis und Zoumboulakis 2003. Ein Cohen-Skalli 2012, XCIII–XCIV. bekanntes Beispiel ist das des Zusammenschlusses der Ätolier, die in der 27 Ps.-Skylax, 10–11 (GGM I, 19). Zur Datierung des Werks siehe Shipley Tat einen politischen Bund bildeten, siehe Scholten 2003. In zahlreichen 2011, 6–8. Zur Bedeutung des Periplus als Zeugnis für die Chronologie neueren Arbeiten wird die politische Bedeutung von ethnos oft unter- der sabellischen Stämme siehe Musti 2005, 273–277. schätzt (vgl. Lefèvre 2016). 28 Das ethnos der Kampaner wurde 438 v. Chr. gegründet (Diod. 12,31,1). 33 Zu den lexikalen Verhältnissen zwischen Feldmessung und wissenschaft- 29 Ps.-Skylax, 12 (GGM I, 19–20). licher Kartographie vgl. Marcotte 2005. 30 Vgl. Marcotte 2001, 289–290, über die Gliederung dieses Periplus nach 31 didier marcotte Bei ihm sollte jeder Teil Asiens in der gleichen Wei- wissermaßen sei das Umgrenzen einer Gegend dem Ab- se wie eine Katasterparzelle (sphragis) gemessen und be- bilden eines menschlichen Gesichts ähnlich, welches so- stimmt werden. Auf Griechisch hieß diese freilich opti- fort erkennbar sein muss. Demzufolge könne die Iden- mistische Methode ganz einfach horizô, d. h. ‚deutliche tität eines Landes ohne dessen menschliche bzw. ethni- Grenzen (horoi) ziehen‘. Die entsprechenden Fixpunkte sche Komponente nicht bestimmt werden. nannte man sêmeia, wörtlich ‚Zeichen‘, welche die äu- Mit solchen wissenschaftlichen Voraussetzungen ßersten Seiten der geschilderten Landfigur bezeichnen ließen sich jedoch nur wenige Gegenden auf einem pi- sollten.34 Für Eratosthenes entsprach der ideale Punkt nax, d. h. auf einer kartographischen Tafel, vollkommen bzw. das treffendste sêmeion sowohl einer bemerkens- darstellen. Die beiden äußersten Halbinseln der Ökume- werten physischen Gegebenheit als auch einem bedeu- ne (d. h. Indien und Spanien) waren freilich bemerkens- tenden ethnischen Merkmal. So bot ihm Indien einen werte Ausnahmen, als ob die Natur eine gewisse Analo- idealen Befund. Denn in diesem Fall war die geometri- gie zwischen Westen und Osten hätte schaffen wollen. sche Figur der Raute durch klare natürliche Grenzen ge- Zum Erstellen der meisten übrigen regionalen Karten geben, welche auch den Grenzen einer ethnischen Ein- konnte Ptolemaios mit nur teilweise genügenden Krite- heit entsprachen:35 rien rechnen, zum Beispiel wenn er auf demselben pinax Arabien und Karmanien schildert.38 Indien ist durch Vieles umgrenzt (diôristai): Die wirkliche Identität eines Volkes zu klären war durch ein Gebirge, einen Fluss, ein Meer und aber Sache des Philosophen. Das hatte Poseidonios ver- einen Namen, gleichsam den Namen eines Vol- standen. Als erster hat dieser Stoiker einen anspruchsvol- kes. len Versuch unternommen, die Haupteigenschaften der größten Völker Asiens und Europas zu bestimmen und Im Gegensatz zu Indien stand für ihn die sogenann- sie sogar kartographisch darzustellen. Zu diesem Zweck te Ariane, die er sich vom Indus-Fluss bis zum Elburz- hat er die Geographie und die Geschichte der einzelnen Gebirge ausdehnen lässt. Zwar wird diese Gegend ganz Länder der Ökumene weitgehend überblicksartig unter- allgemein als ein Parallelogramm gekennzeichnet, aber sucht. Dabei hat er auch zahlreiche Angaben anthropo- ihre westlichen Grenzen seien eigentlich ganz unklar, so logischen und sprachlichen Inhalts gesammelt, um die Strabo:36 Entstehung und Entwicklung der ethnischen Entitäten zu erläutern und diese auch mit physischen und klima- Eratosthenes konnte die westliche Seite nicht tischen Bedingungen in Zusammenhang zu bringen.39 mit festen Punkten bestimmen (sêmeiois apho- Strabo hat uns die Details seiner Beweisführung be- risai), weil die Völker sich dort überschneiden züglich der arabischen Welt überliefert, die sich mit den (dia to apallattein allêlois ta ethnê). Er bezeich- Betrachtungen des Eratosthenes über die Abbildung der net sie trotzdem mit einer Linie, die vom Kas- zwischen dem Tigris, dem Mittelmeer und dem Nil lie- pischen Tor zu den an den Persischen Golf sto- genden Gebieten vergleichen lassen. Bei Eratosthenes ßenden Spitzen Karmaniens läuft. war diese breite Zone in zumindest zwei Sphragiden zer- gliedert, und zwar in zwei halb geometrisch halb eth- Das Beispiel der Ariane zeigt, dass es dem Geographen nisch abgegrenzte Gebiete, während Ptolemaios die ge- nicht gelingt, eine treffende Umgrenzung festzulegen, samte Zone auf einem einzigen pinax schilderte. Strabo wenn diese durch keine ethnische Begründung gestützt hat seinerseits dieser Zone das 16. Buch gewidmet, des- wird. Die antike Karte musste nämlich eine mimetische sen Einheit zugleich durch die Topographie und die eth- Funktion haben, wie es Ptolemaios unterstreicht.37 Ge- nographische Analyse bestätigt wird.40 34 Zu sêmeion siehe Mugler 1959, 376. 38 Ptol., Asien, 6. Karte; Faksimile bei Stückelberger und Graßhoff 2006, 35 Strab. geogr. 2,1,31, C84 = Eratosthenes, Fr. III B 7 Berger. Zur Methode Bd. II, 874–875. der geometrischen Aufteilung bei Eratosthenes siehe Geus 2002, 276– 39 Zur Berücksichtigung anthropologischer und linguistischer Daten bei 277. Poseidonios siehe Reinhardt 1921, 67–79. 36 Strab. 2,1,22, C78 = Eratosthenes, Fr. III B 19 Berger. 40 Mit solchen Grenzen erschien Arabien als ein wirkliches klima im System 37 Ptol. I, 1, 1. des Poseidonios siehe Marcotte 2006. 32 die ethnische komponente im aufbau der antiken karte Als Syrer wurde Poseidonios auf sprachliche und Die nachkommende Aufsplitterung des Urstammes der kulturelle Fakten aufmerksam, die ihm den verschiede- Aramboi in drei mit einzelnen Namen benannte Stämme nen Völkern dieser Zone gemein zu sein schienen und hat Poseidonios durch die beträchtliche Breitenausdeh- die er für den Beweis einer gemeinsamen Herkunft hielt. nung der Gegend vom Kaspischen Meer zum Persischen So wollte er z. B. im Namen der Aramäer, die als die Vor- Golf erklärt:43 fahren der Syrer galten, dieselbe Wurzel wie im Namen der Araber und der Armenier erkennen. Die Grundlini- Er sagt, es wohnten dort drei Völker nebenein- en seiner Überlegungen sind von Strabo folgenderma- ander, die eine gewisse Verwandtschaft mitein- ßen zusammengefasst worden:41 ander erkennen ließen und deshalb mit ähnlich klingenden Namen bezeichnet worden seien: Die Völker der Armenier, der Syrer [d. h. die die Armenier, die Aramäer und die Aramber; von den Syrern selber ‚Aramäer’ benannt wer- ebenso wie man annehmen könne, dass sie sich, den] und der Araber nämlich lassen eine weit- entsprechend den Unterschieden der Breiten- gehende Stammesverwandtschaft erkennen, so- striche, die immer größer wurden, aus einem wohl in ihrer Sprache als auch in ihrer Lebens- Volk zu drei verschiedenen entwickelt haben, weise und in ihren körperlichen Merkmalen so auch dass mehrere Namen statt des einen ge- (tous tôn sômatôn charaktêras), besonders dort wo braucht wurden. sie sich benachbart sind. Das zeigt Mesopotami- en, das sich aus diesen drei Völkern zusammen- Wie es um diese kühnen etymologischen Hypothesen setzt: tritt doch besonders hier die Ähnlichkeit auch bestellt sei, Poseidonios hat mit seiner Erläuterung zutage. Und wenn es auch einen in den Brei- der arabischen Urgeschichte einen allgemeinen, sozusa- tenstrichen begründeten größeren Unterschied gen globalen Ansatz bevorzugt, welcher den wertvolls- zwischen den Nördlichen und den Südlichen ten Endpunkt des eratosthenischen Versuchs bildete, die und zwischen diesen beiden und den Syrern in ethnischen Daten mit der Topographie, der Umwelt- der Mitte gibt, so überwiegt doch das Gemein- untersuchung und schließlich auch mit der Kulturge- same (to koinon). schichte in Verbindung zu bringen. Poseidonios’ ehrgeiziger Versuch, eine Synthese die- Das ethnisch vielfältige Mesopotamien, dessen topogra- ser unterschiedlichen Wissenschaften herzustellen, hat phische Identität direkt erkennbar war, wird hier als Be- keine Nachfolger gefunden. Zur Zeit Strabos war die weis dafür angeführt, dass die gesamte Zone ursprüng- Physik bereits seit mehr als einem Jahrhundert keine lich durch eine starke Einheit gekennzeichnet war. Die- theoretische Wissenschaft mehr und Poseidonios war ge- se ursprüngliche Einheit wollte übrigens Poseidonios in rade der Letzte gewesen, der es verstand, für die Wissen- einem Vers der Odyssee (4, 84) verspüren, wo von den schaften des Raums ein globales Erklärungsmodell zu er- Äthiopiern und den sogenannten Eremboi bzw. Aramboi stellen, das zugleich die allgemeine Form der Ökumene, die Rede ist, als wären in diesem Vers die südlichsten Völ- die Unterschiedlichkeit des Klimas und die Verteilung ker der Ökumene gemeint:42 der Völker in großen organischen Einheiten berücksich- tigen und zur selben Zeit einzelne Fakten auf regionaler Αἰθίοπάς θ᾿ἱκόμην καὶ Σιδονίους καὶ Ἀράμβους Ebene erklären konnte. (Ἐρέμβους codd.) [Menelaos sagt zu Telemachos :] Ich kam zu den Äthiopiern, Sidoniern und den Arambern. 41 Strab. 1,2,34, C41 = Poseidonios, Fr. 280 Edelstein-Kidd. 43 Ibid. Kommentar zu dieser Stelle bei Marcotte 2006, 72–74. 42 Strab. 16,4,27, C784 = Poseidonios, Fr. 281a Edelstein-Kidd. 33 Bibliographie Buraselis und Zoumboulakis 2003 Marcotte 2005 Kostas Buraselis und Kleanthis Zoumboulakis. „Aspects of Didier Marcotte. „Aux quatre coins du monde. La Terre vue Connecting Poleis and Ethne in Ancient Greece“. In The Idea comme un arpent“. 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Schriften der Philosophischen Richard J.A Talbert. Rome’s World. The Peutinger Map Reconside- Fakultäten der Universität Augsburg 38 (1989), 1–35. red. Cambridge und New York: Cambridge University Press, 2010. DIDIER MARCOTTE Prof. Dr. Didier Marcotte, Professor für Griechische Literatur Prof. Dr. Didier Marcotte (Hellenismus und Römische Kaiserzeit) an der Sorbonne, Paris Université de Paris Sorbonne (CNRS UMR 8167 Orient et Méditerranée). Studium der Klas- UFR de Grec sischen Philologie, Papyrologie und Iranistik in Liège und Paris. 16, rue de la Sorbonne 1999 Habilitation in Paris (Sorbonne), 2011 Senior Fellow am 75005 Paris, Frankreich Institut Universitaire de France, 2014 und 2015 Senior Fellow in E-Mail:
[email protected]Berlin am Exzellenzcluster Topoi, Forschungsgruppe C-5. Chef- koordinator der Serie Géographes grecs (Verlag Les Belles Lettres). 2010–2013 Projektleiter des internationalen Forschungsnetz- werkes MeDlan (Mediterranean Societies and the Indian Ocean; http://median.hypotheses.org). 35 Robert Born Trojaner und Erbfeinde. Ethnographisches Wissen, kartographische Praxis und Propaganda in Europa und dem Osmanischen Reich in der Frühen Neuzeit Zusammenfassung In dem Beitrag wird die kartographische Dimension der osma- My paper explores the cartographic dimension of the Ottoman nischen Expansion in der Frühen Neuzeit in den Blick genom- expansion during the Early Modern era. Special attention will men werden. Das besondere Augenmerk gilt dabei den unter- be paid to various ways in which the body of geographic schiedlichen Modi der Funktionalisierung des überlieferten knowledge passed down from antiquity was made use of. The Corpus’ antiken geographischen Wissens. Der erste Teil wid- first part addresses the genealogical equation of Turks and Tro- met sich der genealogischen Gleichsetzung von Türken und jans, a topos that underwent a radical reinterpretation in the Trojaner, die nach der Einnahme Konstantinopels 1453 eine wake of the Fall of Constantinople in 1453. In the second sec- radikale Umdeutung erfuhr. Daran anschließend wird die Re- tion I will discuss how Ptolemy’s Geography was received and zeption der Geographike Hyphegesis des Ptolemaios wie auch das classical knowledge in general lived on in the Ottoman Em- Weiterleben des antiken Wissens im Osmanischen Reich vor- pire. It will be demonstrated that this knowledge was imparted gestellt. Hierbei zeigt sich, dass dieses Wissen durch byzanti- further by Byzantine scholars immediately from 1453 onwards nische Gelehrte unmittelbar nach 1453 weitertradiert wurde and brought up to date, partly in a process of dialogue with und teilweise im Dialog mit Gelehrten in Westeuropa aktuali- Western European literati. siert wurde. Keywords: Geographike Hyphegesis; Ottoman Empire; Europe Keywords: Geographike Hyphegesis; Osmanisches Reich; Euro- in the Early Modern Period pa in der Frühen Neuzeit Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 37 robert born 1 Einleitung be der Antike zu wichtigen Komponenten von herr- schaftslegitimierenden Diskursen wurden.7 Die ima- Seit dem Höhepunkt der sog. Flüchtlingskrise im Herbst gologischen Selbstzuschreibungen in den origo-gentis- 2015 intensivierte sich die Debatte mit Blick auf die Stel- Narrationen gingen nicht selten mit der Konstruktion lung des Islam in Europa. Die dabei vorgetragenen Ar- von Grenzen zwischen den Religionen einher und för- gumente erinnern an die im Vorfeld der ersten Phase der derten die Etablierung von kulturellen Hierarchien. Die- Osterweiterung der Europäischen Union im Mai 2004 se Entwürfe weisen vielfach Parallelen zu der von Ed- sehr kontrovers diskutierte Frage nach einer historisch- ward W. Said in seiner wirkmächtigen Studie Orienta- kulturellen Zugehörigkeit der Türkei zu Europa.1 Da- lism diagnostizierten Essentialisierung des Orients als ei- mals führten die Beitrittsskeptiker – vielfach trotz eines nem Gegenbild des Westens auf. In diesem Gründungs- gleichzeitigen Eintretens für die Prinzipien eines säku- text der Postcolonial Studies betrachtete Said antike Wer- laren Staates – die vermeintlich christliche Prägung Eu- ke wie Homers Ilias und Aischylos’ Perser als Ausgangs- ropas als wichtiges Argument gegen einen Beitritt ins punkte einer langlebigen, polarisierenden Gegenüber- Feld. Dabei rekurrierte man zuweilen auf Vorstellun- stellung von Osten und Westen. Allerdings war diese gen und Konzepte, die vor dem Hintergrund der Ex- Form des Denkens nicht deckungsgleich mit den Dis- pansion des Osmanischen Reichs in Europa im ausge- kursen, die ab dem Ende des 18. Jahrhunderts zu Argu- henden Mittelalter formuliert worden waren, etwa die menten bei der Durchsetzung hegemonialer Ansprüche von Papst Benedikt XVI. in seiner Regensburger Rede avancierten.8 Saids Beobachtungen lieferten dennoch ei- 2006 zitierten Dialoge mit einem Perser des byzantinischen ne Reihe von Anregungen zur kritischen Überprüfung Kaisers Manuel II. Palaiologos (1350–1425)2 oder Enea der Positionen der altertumswissenschaftlichen Diszipli- Silvio Piccolominis (1405–1464) Constantinopolitana cla- nen im 19. und 20. Jahrhundert.9 Zudem wurde die Fra- des.3 Die 1454 von dem vormaligen Sekretär Kaiser Fried- ge nach der Existenz orientalisierender Diskurse auch richs III. (1415–1493) und späteren Papst Pius II. als mit Blick auf das Spätmittelalter und die Frühe Neu- Reaktion auf die osmanische Einnahme der byzantini- zeit diskutiert.10 Dabei ging es auch um die Frage, ob schen Hauptstadt auf dem Frankfurter Reichstag gehal- die bereits in der Antike existenten moralischen und tene Rede wurde wiederholt als ein Meilenstein auf dem politischen Konnotationen zu räumlichen Entitäten11 Weg zur Entwicklung des neuzeitlichen Europagedan- die frühneuzeitliche Fremdwahrnehmung insbesondere kens bewertet.4 mit Blick auf den Orient, aber auch die neu entdeckten In jüngster Zeit mehrten sich jedoch auch die Gebiete in Amerika und Afrika, beeinflusst haben.12 Stimmen, die eine kritische Auseinandersetzung mit Die Verbreitung der auf diesem Wege kreierten Bil- der ‚politischen Mythologie der EU‘ durch die Einord- der war seinerzeit durch die neue Technik des Buch- nung der vergangenen Europadiskurse in ihre zeitspezi- drucks erheblich beschleunigt worden. Vergleichbare fischen Kontexte forderten. Einen inhaltlichen Schwer- Prozesse zeigen sich auch mit Blick auf das Osmani- punkt sollte dabei die Analyse der Funktionalisierung sche Reich, dessen militärische Erfolge wie die Einnah- von geographischen Konzepten ausmachen.5 Neben me Konstantinopels 1453, das schnelle Vordringen bis dem Europa-Begriff, der während des Mittelalters noch ins Zentrum des europäischen Kontinents mit der zwi- primär geographisch definiert war,6 sind hier die Ur- schenzeitlichen Besetzung von Otranto 1480, die Zer- sprungstheorien über ‚Nationen‘ und ‚Völker‘ zu nen- schlagung des Königreichs Ungarn nach der Schlacht bei nen, die im Zuge der verstärkten Hinwendung der Be- Mohács 1526 und nicht zuletzt die Belagerung von Wien wegungen von Humanismus und Renaissance zum Er- 1529, das Aufkommen eines schichtenübergreifenden 1 Eine Rekonstruktion dieser Debatte bei Becker 2013, 232–305. 6 Vgl. Oschema 2001. 2 Baum und Senoner 2002; Todt 2013, 319–324. Zur Regensburger Rede 7 Asche 2009, 30–31; Tuchtenhagen 2010; Trencsényi und Zászkaliczky Papst Benedikts XVI.: Martels 2013. 2010, 12–15. 3 Eine kommentierte Neuedition der Rede in: Deutsche Reichstagsakten 8 Said 1978, 56–57. unter Kaiser Friedrich III. V/2: Reichsversammlung zu Frankfurt 1454 9 Marchand 1996; Bohrer 2003. (Helmrath 2013, 463–565). 10 Conklin Akbari 2000; Coudert 2013. 4 Vgl. dazu Helmrath 2007; Enea Silvio Piccolomini (Pius II.) 1454–1461; 11 Bichler 2007, 475; Schweizer und Kienlin 2002, 191–194. Bisaha 2012. 12 Kivelson 2015, 38–39. 5 Asche 2009; Hirschi 2009, 46–48. 38 trojaner und erbfeinde Gefühls der Unsicherheit beförderten.13 Diese ‚Türken- änderungen auf mehreren Feldern.17 Zusätzlich zu dem furcht‘ wurde von einem wachsenden Interesse an Infor- umfassenden Ortskatalog galt das besondere Interesse mationen über den überaus erfolgreichen, jedoch wei- der gelehrten Welt dem von dem alexandrinischen Au- testgehend unbekannten Feind begleitet. Künstler und tor beschriebenen Projektionsverfahren.18 Von diesem Verleger reagierten auf diese Nachfrage mit einem brei- gingen schließlich wichtige Impulse für die Etablierung ten Spektrum von Druckerzeugnissen. Diese unter dem der Kartographie als Instrument der staatlichen Admi- Oberbegriff der Turcica zusammengefassten Einblattdru- nistration aus. Darüber hinaus beeinflusste das antike cke, Pamphlete oder bildlichen Berichte zu den histori- Werk die Entwicklung neuer, präziserer Darstellungsver- schen Ereignissen enthielten zunehmend auch Informa- fahren, wie die Zentralperspektive der italienischen Re- tionen über Sitten und Gebräuche der Osmanen sowie naissancekünstler.19 Karten und Stadtansichten.14 Bei dem in diesen Medien Der Transfer dieses Fundus antiken Wissens mittels gezeichneten Bild vom osmanischen Anderen vermeng- Handschriften sowie der Exodus byzantinischer Gelehr- te sich häufig das Gefühl der Unterlegenheit vor der rea- ter nach Italien wurde bisweilen als ein positiver Ne- len Bedrohung mit einer Bewunderung für die Beschei- beneffekt der osmanischen Expansion und der Einnah- denheit und Disziplin des militärischen Gegners. Diese me von Konstantinopel 1453 gedeutet.20 Dabei blendete Eigenschaften nutzte man im Verbund mit dem Verweis man aus, dass das Osmanische Reich auf unterschiedli- auf die aufrichtige Frömmigkeit der Bevölkerung im Os- chen Ebenen in den Prozess der Wiederentdeckung der manischen Reich vor allem im Verlauf der Reformation Antike mit eingebunden war. So kontrollierten die Os- rhetorisch geschickt für eine Kritik an den herrschenden manen einen Großteil der von Ptolemaios beschriebe- Verhältnissen in Europa. Diese, wenn auch verhalten ge- nen Oikumene, vor allem die von den humanistischen äußerte Bewunderung für den osmanischen Machtbe- Gelehrten besonders gerühmten Zentren antiker Ge- reich lässt zudem Zweifel an dem vor allem in der Nach- lehrsamkeit wie Konstantinopel (ab 1453), Athen (ab folge der großen Entdeckungsreisen propagierten Bild – 1456) und nach 1516 auch Alexandria.21 In den zeitge- etwa in Gestalt der Allegorie auf dem Titelkupfer des von nössischen Schilderungen der Einnahme von Athen und Abraham Ortelius 1570 in Antwerpen herausgegebenen Konstantinopel durch Sultan Mehmet II. (r. 1444–1446 Theatrum orbis terrarum15 – von Europa als Herrscherin und 1451–1481) inszenierte man die Osmanen als Be- unter den Kontinenten aufkommen (Abb. 1).16 drohung des klassischen Erbes22 bzw. stilisierte diese in Die Etablierung dieser neuen Perspektive wurde Anlehnung an Aischylos’ Drama zu ‚neuen Persern‘.23 durch den Wandel der geographischen Kultur der Re- Ein vergleichbar negativ überzeichnetes Bild vermittel- naissance eingeleitet. Eine wichtige Weichenstellung in ten auch die Antiquare und Diplomaten des 16. Jahr- diesem Prozess markierte die Überführung griechischer hunderts in ihren Reiseberichten. So waren Autoren wie Handschriften mit den Werken antiker und spätantiker Pierre Gilles (1490–1555), Nicholas de Nicolay (1517– Autoren wie Strabon (63 v. Chr. bis 23 n. Chr.), Pausa- 1582), Guillaume Postel (1510–1581) oder Augier Ghis- nias (um 115 bis um 180 n. Chr.) und Stephanos von lain de Busbecq (1522–1592) zwar bemüht, eine Viel- Byzanz (6. Jahrhundert) in die bedeutendsten italieni- zahl von Facetten des osmanischen Herrschaftsgebiets schen Zentren humanistischer Gelehrsamkeit Venedig, vorzustellen, aber die Landesherren erscheinen als Exo- Rom, Florenz und Ferrara. Der Transfer von Abschriften ten, die den antiken Zeugnissen indifferent bis ableh- des um 150 n. Chr. entstandenen Handbuchs der Geo- nend gegenüberstanden.24 Diese Narrative trugen mit graphie Geographike Hyphegesis des Klaudios Ptolemaios dazu bei, das Bild eines geschichtslosen und irrationa- (um 100 bis nach 160 n. Chr.) bewirkte tiefgreifende Ver- len Orients zu verfestigen. Entsprechend erscheint das 13 Zu den unterschiedlichen Auswirkungen dieses Bedrohungsszenarios 17 Gautier Dalché 2007, 287–295. vgl. die Beiträge von Ulrich Andermann, Klaus Malettke, János Varga 18 Gautier Dalché 2009; Stückelberger und Graßhoff 2006, 9–29. und András Szabó in: Guthmüller und Kühlmann 2000 sowie Schulze 19 Edgerton 1974; Milanesi 1992, 35–37; Marino 2002, 9–11. 1978. 20 Birnbaum 2004. 14 Schwoebel 1967; Göllner 1961/1968; Göllner 1978; Fleet 1995; Höfert 21 Brotton 1997, 93. 2003; Bisaha 2004; Meserve 2008; Döring 2013. 22 Hankins 1995, 137–138; Bisaha 2004, 67–72; Parry 2008, 218, 250–251. 15 McGrath 2000. 23 Steen 2014. 16 Headley 1999, 305. 24 Kafé 1968–1969, 168–170; Wunder 2003. 39 robert born Abb. 1 Titelkupfer des von Abraham Ortelius 1570 in Antwerpen herausgegebenen Theatrum orbis terrarum mit der Personifikation von Europa als Herrscherin unter den Kontinenten. 40 trojaner und erbfeinde Osmanische Reich häufig als passiver Rezipient von wis- mus, der sich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts senschaftlichen und technologischen Neuerungen aus in zunehmender Abgrenzung zur mittelalterlichen poli- dem Westen.25 Hierbei blieb lange Zeit unbeachtet, tischen Theologie herauskristallisierte.29 dass einzelne Sultane die symbolische Strahlkraft der Eine der bedeutendsten Figuren in dieser Über- griechisch-römischen Antike durchaus erkannt hatten gangsphase war der Dichter Francesco Petrarca (1304– und dieses Erbe auch zur Legitimation ihres universa- 1374). Dieser inszenierte in dem Canzone XXVIII (O as- len Herrschaftsanspruchs eingesetzt haben. Am Beginn pectata in ciel beata et bella) seines 366 Gedichte umfas- dieser Reihe steht Mehmet II., der nach der Einnah- senden Zyklus die asiatische Barbarei als Gegenpol zur me Konstantinopels die Nachfolge der byzantinischen civilitas. Sein Aufruf zu einem neuen Kreuzzug zur Be- Kaiser beanspruchte, wodurch das bereits im Früh- und freiung des Heiligen Landes knüpfte bewusst an die Aus- Hochmittelalter virulente Zweikaiserproblem unter ver- einandersetzung von Griechen und Persern und den seit änderten Vorzeichen wieder aktuell wurde.26 Den Höhe- Herodot damit assoziierten Gegensatz zwischen Europa punkt dieses Konflikts markierte dann die Gegnerschaft und Asien an.30 Petrarcas Rückgriff auf diese Vorstellung zwischen Sultan Süleyman dem Prächtigen (1494–1566) erfolgte jedoch ohne die Kenntnis des griechischen Ori- und Kaiser Karl V. (1500–1558), die aufwändig in den ginaltextes über die Vermittlung der lateinischen Anti- unterschiedlichsten Medien inszeniert wurde.27 ke.31 Gleichzeitig steht das Gedicht am Beginn einer Rei- Vor der Kulisse dieser politischen Rivalität sollen he von humanistischen Texten, die eine Mobilisierung im Folgenden die unterschiedlichen Formen der Funk- zum Kreuzzug anstrebten.32 tionalisierung des Corpus antiken geographischen Wis- Die literarisch-rhetorischen Stellungsnahmen re- sens in den Blick genommen werden. Einleitend werden agierten auf die rasche Folge von militärischen Erfolgen die Modalitäten des Transfers sowie der Stellenwert die- der Osmanen und stützten sich zunehmend argumen- ses Wissens zwischen Ost und West erörtert. Daran an- tativ auf Konzepte der politisch-historischen Erdkunde, schließend erfolgt eine Analyse der Einbindung der aus die durch die translatio studii aus Byzanz in den latei- der Antike überlieferten Konzepte und Vorstellungen in nischen Westen gelangten. Hierbei handelt es sich um die Konstruktion von Selbst- und Fremdbildern vor dem Werke, die ab der Mitte des 13. Jahrhunderts im Zu- Hintergrund der osmanischen Expansion. Im Fokus der ge der Blüte der byzantinischen Philologie unter den Betrachtungen stehen dabei die italienischen Stadtstaa- Palaiologen-Kaisern33 verstärkt rezipiert wurden. Einer ten, in denen sich unterschiedliche Perspektiven auf die der führenden Köpfe der wiedererstarkten philologi- Antike etabliert hatten. schen Studien war Manuel Planudes (ca. 1255 bis ca. 1305), der als Mönch Maximos ab 1280 im berühm- ten Chora-Kloster unterrichtete und darüber hinaus als 2 Wissenstransfer zwischen Ost und Wiederentdecker der Geographia des Ptolemaios gilt.34 West In dessen Umfeld entstanden eine Reihe von Abschrif- ten naturwissenschaftlicher Studien, darunter auch die Blieben in Rom die Zeugnisse an die ehemalige imperia- Ptolemaios-Handschriften, die 1397 mit Manuel Chry- le Größe allgegenwärtig, so war für Venedig durch die soloras (ca. 1350–1415) nach Florenz gelangten.35 Der Jahrhunderte der Nachbarschaft zum Byzantinischen byzantinische Gelehrte folgte der Einladung des Coluc- Reich und die eigenen territorialen Besitzungen in der cio Salutati (1331–1406), einem der führenden Politi- Ägäis das griechische Erbe lebendig.28 In Florenz bil- ker der Stadtrepublik, der bestrebt war, die studia Grae- dete das Athen der klassischen Epoche den Referenz- ca zum Aushängeschild der noch jungen Universität zu punkt für einen humanistisch imprägnierten Patriotis- machen.36 Chrysoloras Bemühungen zur Wiederbele- 25 Said 1978. 31 Rollinger 2014, 125. 26 Thorau 2004. 32 Hankins 1995, 112. 27 Necipoğlu 1989. 33 Letzte byzantinische Kaiserdynastie. 28 Vgl. Gilbert 1979. 34 Dilke 1987, 268; Burri 2003. 29 Baron 1955, 3–10, 38–65. 35 Burri 2013, 503. 30 Bisaha 2001. 36 Wilson 1992, 9–14. 41 robert born bung der griechischen Philologie waren ihrerseits mit der Astronomie, Mathematik, Geschichte und Rhetorik der Hoffnung auf eine künftige Unterstützung des Wes- interessiert. In seiner reichen Bibliothek befanden sich tens im Kampf gegen die Osmanen verbunden.37 Nach neben den Schriften des Euklid und Strabo auch zwei einem dreijährigen Aufenthalt in Florenz wirkte dieser Exemplare der Geographia des Ptolemaios.43 in Oberitalien und verstarb 1415 in Konstanz. Die Anwe- Die Protagonisten des Transfers der aus der Antike senheit auf dem Kirchenkonzil (1414–1418) in der Stadt überlieferten geographischen und politisch-historischen am Bodensee war Teil seiner Tätigkeit als Diplomat. Ver- Schriften von Byzanz ins westliche Europa waren so- gleichbare Karrieremuster zeigen sich auch im Falle des mit alles andere als homogen in ihrer politischen und Demetrios Kydones (um 1320–1397/1398) und des Ge- konfessionellen Ausrichtung. Reflexe dieser Vielgestal- orgios Gemistos gen. Plethon (1355/1360–1453), die in tigkeit werden auch in den auf die Osmanen übertra- der Endphase des Byzantinischen Reiches als kaiserliche genen antiken ethnischen Zuschreibungen fassbar. Be- Gesandte an die europäischen Höfe reisten.38 reits im Vorfeld der Ankunft der byzantinischen Gelehr- Die von byzantinischer Seite gewünschte militäri- ten in Italien wurde eine Verwandtschaft zwischen den sche Unterstützung gegen die Osmanen wurde von den Osmanen und den Trojanern, etwa in den Briefen des westlichen Gesprächspartnern vor allem auf dem Kon- Coluccio Salutati, konstruiert. Dabei lassen sich durch- zil von Ferrara-Florenz (1438–1445) an das Vorhaben aus unterschiedliche Formen der Argumentation ausma- der Kirchenunion unter päpstlichem Primat gekoppelt. chen. In dem 1389 unmittelbar nach der Schlacht auf Die Kirche und hauptsächlich eine Reihe von Mitglie- dem Amselfeld verfassten öffentlichen Brief der Floren- dern der römischen Kurie übernahmen eine Schlüssel- tiner Signoria an den König von Bosnien Tvrtko I. Ko- rolle bei der Wiederbelebung des klassischen geogra- tromanić (1338–1391) wurde die trojanische Abkunft phischen Wissens. Die Förderung dieses eigentlich sä- mit Versatzstücken mittelalterlicher anti-islamischer Po- kularen Wissenszweigs zielte darauf, die Rolle der Kir- lemik vermengt.44 In einem weiteren Brief, diesmal nach che als weltumspannende Institution zu inszenieren.39 der Niederlage des Kreuzfahrerverbandes bei Nikopolis Des Weiteren fungierten die Konzile in Konstanz und 1396, hob Salutati die Grausamkeit der Türken hervor Ferrara-Florenz als wichtige Plattformen für den Transfer und lokalisierte deren Herkunft im Kaukasus. Von dort politisch-historischer Schriften und für den Austausch aus hätten diese dann Teucrien erobert.45 Der Verweis geographischer Informationen.40 So sammelte Georgi- auf diesen Gebirgszug dürfte ein Rekurs auf die überlie- os Gemistos, der einen wesentlichen Beitrag zur Verbrei- ferte Vorstellung vom Kaukasus als mächtigem Befesti- tung der Schriften von Strabo in Italien geleistet hatte, gungswerk gegen die Völker des Nordens sein, die von in Florenz 1439 Informationen des Dänen Claudius Cla- Autoren wie dem Kirchenvater Hieronymus (347–420) vus (geb. 1388–?) und des Metropoliten Isidor von Kiew wiederum mit Alexander dem Großen assoziiert wur- (1380/1390–1463) zu den Ländern Nord- und Osteuro- de.46 Der makedonische König und berühmteste Herr- pas, um anschließend auf deren Grundlage die Angaben scher der Antike wurde immer wieder in die Erzählun- bei Ptolemaios und Strabon zu ergänzen.41 Isidor von gen rund um die trojanische Herkunft der Türken einge- Kiew stammte vermutlich aus der byzantinischen Kai- flochten. Am Anfang dieser Reihe steht die vermutlich serfamilie der Palaiologen und diente vor seiner Konver- um 660 entstandene Chronik des sog. Fredegar, die von sion zum Katholizismus als Haupt der Russischen Kir- der Aufspaltung der Trojaner in zwei Stämme berichtete. che.42 Er war ein enger Vertrauter von Basilius Bessari- Der erste wurde zur Keimzelle der Makedonen, während on (1403–1472), einem Schüler des Georgios Gemistos, der zweite Francio genannte Verband zunächst in Klein- und sicherlich prominentester Parteigänger der Union asien lebte. Später, auf dem Weg nach Europa, habe sich der orthodoxen und katholischen Kirchen. Der bereits davon die Gruppe der Torci oder Turqui gelöst.47 1439 zum Kardinal erhobene Bessarion war an Fragen 37 Hankins 2002, 175–178. 42 Philippides 2007b, 378–379. 38 Barker 2009. 43 Nelson 2004, 518; Egel 2013, 207–211; Herrin und MacManus 2013, 54. 39 Larner 1998; Shalev 2012, mit einem Fokus auf die interkonfessionellen 44 Hankins 1995, 136; Bisaha 2004, 54–55. Auseinandersetzungen im 16. und 17. Jahrhundert. 45 Hankins 1995, 136. 40 Milanesi 1992, 39; Marcotte 2002; Herrin und MacManus 2013. 46 Vgl. dazu Göllner 1977, 60. 41 Milanesi 1992, 37. 47 Meserve 2008, 47–51; McMaster 2014. 42 trojaner und erbfeinde Die im Mittelalter weitverbreiteten genealogischen Die Assoziation von Türken und Trojanern, die in Linien, an deren Anfang das antike Troja stand, wur- der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts sowohl in den den vor allem in Frankreich als Argument gegen engli- Kanzleischreiben wie auch in Chroniken mehrfach be- sche Ansprüche ins Feld geführt. Vor dem Hintergrund legt ist, verschwindet ab 1453 sukzessive aus den offi- der Kreuzzüge, in deren Verlauf es auch zu den ers- ziellen Dokumenten und begegnet nach 1470 fast nur ten Auseinandersetzungen der westlichen Heere mit den noch in populären Publikationen und Predigten.53 Die- Seldschuken kam, wurde diese Herkunftslegende durch ser Wandel in der Wahrnehmung spiegelt die sich in Eu- eine neue Variante erweitert. Der byzantinische Chro- ropa und insbesondere in Italien herauskristallisieren- nist Niketas Choniates (um 1155–1217) präsentierte die den Partikularinteressen im Umgang mit dem Osmani- Plünderung Konstantinopels durch das Kreuzfahrerheer schen Reich als der neuen politischen Großmacht einer- im Jahre 1204 als eine Racheaktion der Trojaner für die seits und dem im Niedergang befindlichen Byzantini- Brandschatzung ihrer Stadt durch die Griechen.48 Eine schen Reich andererseits. Vor dem Hintergrund dieser analoge Argumentation begegnet anderthalb Jahrhun- Machtverschiebung bereisten eine Reihe von Gelehrten derte später im Brief des sog. Morbisanus an Papst Cle- wie der Mönch Cristoforo Buondelmonti (1385 bis nach mens VI. (r. 1342–1352). In dem um 1345 entstande- 1430) die östliche Ägäis und besuchten die homerischen nen Schreiben, bei dem es sich vermutlich um eine Fäl- Landschaften.54 Als Frucht seiner Studien entstand um schung handelt, verwies der türkische Emir zunächst auf 1420 sein bekanntestes Werk, der Liber insularum. Dieses die gemeinsame Herkunft Roms (Aeneas) und der Tür- mittels einer Vielzahl von Kopien weitverbreitete Werk ken und betonte die Unschuld seines Volkes am Tode war Teil der humanistischen Studien, die bemüht waren, Christi. Gleichzeitig wurden die Venezianer angeklagt, das antike geographische Wissen vor Ort zu überprüfen. bar jeglicher imperiale Autorität Inseln im östlichen Bedingt durch Buondelmontis Interesse an den antiken Mittelmeer in ihren Besitz gebracht zu haben. Daher sei Denkmälern wurde auch Konstantinopel in dem Buch das Ziel der Türken nicht die Weltherrschaft, sondern der Inseln berücksichtigt. Um 1420 fertigte Buondelmon- sich an den Griechen für das an den Trojanern verübte ti auch eine ‚membrana maxima‘, vermutlich ein groß- Unrecht zu rächen.49 Dieses Narrativ wurde in der Folge- formatiger Plan der Hauptstadt, für Fürst Witold von Li- zeit in Italien wiederholt aufgegriffen und jeweils für die tauen (1376–1430) an, dem Schwiegervater des späteren politischen Intentionen sowie entsprechenden lokalen Kaisers Johannes VIII. Palaiologos (r. 1425–1448).55 Ein Traditionen, die häufig eine Abkunft aus Troja postulier- Manuskript der griechischen Übersetzung von Buondel- ten, adaptiert.50 Eine der prominentesten Variationen ist montis Abhandlung ist in der Bibliothek des Topkape das von Giovanni Mario Filelfo (1426–1480) im Auftrag Saray, der von Mehmet II. gegründeten Sultanresidenz, von Othman Lillo Ferducci, einem Kaufmann aus An- erhalten geblieben und wird der Büchersammlung die- cona mit engen Beziehungen zum Sultanshof, verfass- ses Herrschers zugerechnet.56 te Lobgedicht Amyris. Auch hier werden die Griechen Die reisenden Antiquare übernahmen bisweilen und deren Verbündete, die Venezianer, zum Ziel der Ra- auch diplomatische Aufträge. So informierte Ciriaco che der von Mehmet II. angeführten Türken. In dem Ge- d’Ancona (Ciriaco Pizzicolli, 1391–1452), der wieder- dicht wurden Versatzstücke des antiken Orientbildes wie holt als Gast am Hofe von Kaiser Johannes VIII. in Kon- Korruption, Willkürherrschaft oder die feminisierte Kul- stantinopel weilte, die führenden italienischen Höfe in tur auf die Griechen projiziert.51 Vergleichbare Verzah- Ferrara, Mailand, Mantua, Urbino und Rimini sowie nungen von Turkophilie und Griechenfeindschaft be- den Dogen Francesco Foscari oder die Medici in Florenz gegnen auch in einer Reihe von zeitgleich entstandenen über die neuesten Entwicklungen im östlichen Mittel- Bildwerken und illuminierten Handschriften.52 meer. Zudem bereiste Ciriaco d’Ancona mit einem von 48 Beaune 1991, 47–50. 52 Helmrath 2000, 111; Harper 2005, 175; Bell 2014, 106–107. 49 Hankins 1995, 140. 53 Szilágyi 2012, 283–285. 50 Meserve 2008, 37–40. 54 Kammerer-Grothaus 2005. 51 Babinger 1951, 169; Hankins 1995, 130, 140–141; Philippides 2007a, In- 55 Vgl. Ragone 2002. troduction, 6. 56 Raby 1987, 303–304. 43 robert born Sultan Murad II. (r. 1421–1444 und 1446–1451) ausge- über die Freilassung der in osmanische Gefangenschaft stellten Schutzbrief das osmanische Herrschaftsgebiet.57 geratenen venezianischen Bürger verhandelt hat, teilge- Bei der in der Literatur immer wieder erwähnten Unter- nommen hatte. In seiner 1456 abgeschlossenen De fami- weisung Mehmets II. in Griechisch und römischer Ge- lia Autumanorum id est Turchorum (auch bekannt als De ori- schichte durch den italienischen Gelehrten handelt es gine et rebus gestis Turcarum), die einen starken Einfluss auf sich aber wohl um eine Fiktion.58 Trotz guter Kontakte spätere Autoren wie Paulo Giovio (1483–1552), Johan- zu den führenden Kreisen der Verwaltung scheint Ciria- nes Cuspinian (Spiesshaymer, 1473–1529) oder Frances- co eine ablehnende Haltung gegenüber den Osmanen co Sansovino (Tatti, 1512–1586) ausübte, identifizierte eingenommen zu haben. In seinen Aufzeichnungen ti- Sagundino die Türken als Abkömmlinge der Skythen.64 tulierte er die Türken als barbari und begründete dies Hierbei stützte er sich, zusätzlich zu den Beschreibun- mit deren bisweilen feindlichen Haltung gegenüber den gen bei Herodot, auf die vermutlich im 8. Jahrhundert Zeugnissen der Antike.59 entstandene Kosmographie des Aethicus (Ister), die zu Die Legende der trojanischen Abkunft der Tür- jener Zeit als ein antikes griechisches Werk eingestuft ken wurde um die Mitte des 15. Jahrhunderts zuneh- wurde. In Anlehnung an eine Reihe alter Topoi der Eth- mend kritisiert, da diese unweigerlich eine Verwandt- nographie und vor allem der klassischen Barbarentypo- schaft zwischen den Osmanen und den Nachfolgern logie erscheinen darin sowohl Skythen wie auch Tür- des Aeneas implizierte. Dessen Flucht aus Troja, die ken als gens truculenta et ignominiosa.65 Die Ähnlichkei- schließlich zur Gründung Roms führte, avancierte in der ten zwischen Skythen und Türken umfassten die noma- Nachfolge der epischen Ausdeutung durch Vergil un- dische Lebensweise, aber auch die Sprache, Bewaffnung ter Augustus zu einer wichtigen Komponente der herr- und Kampfweise.66 Die Gleichsetzung der Türken mit schaftlichen Repräsentation.60 Der trojanische Abstam- den barbarischen Skythen, den klassischen Antipoden mungsmythos erlebte einen Renouveau am Ausgang des der Zivilisation, wurde durch die Übernahme in den 15. Jahrhunderts, als eine Reihe von Herrschern aus Europa-Abschnitt der Cosmographia des Enea Silvio zu beiden Linien der Habsburger ihren imperialen Rang einem festen Bestandteil der nachfolgenden Narrative.67 durch Verweise auf ihre mythisch-göttliche Herkunft Hierbei assoziierte man Europa wiederholt mit der Vor- aufwändig in den unterschiedlichsten Medien inszenier- stellung von Humanitas.68 Nicht zuletzt durch Enea Sil- ten.61 Der dem Wiener Hof durch seine neue Stellung als vios Autorität als Geograph und Kirchenoberhaupt war päpstlicher Legat weiterhin eng verbundene Enea Silvio diesem Entwurf eine lange Karriere beschieden.69 Piccolomini war bestrebt, die Türken aus dem Narrativ Gleichzeitig sollte betont werden, dass die Vorstel- der Romanorum origo herauszulösen.62 Unmittelbar nach lung von den barbarischen Skythen nicht durchwegs ne- dem Fall Konstantinopels und nur ein Jahr nach der Krö- gativ konnotiert war, wie dies ein Blick auf die Situation nung Friedrichs III. zum Kaiser rückte Enea Silvio in ei- in Ostmitteleuropa in der Frühen Neuzeit zeigt. So bil- nem in Rom verfassten Brief an Papst Nikolaus V. die dete der Orient gerade in den sich in dieser Phase in den Türken in die Nachfolge der barbarischen Skythen.63 Im Königreichen Ungarn und Polen-Litauen herauskristal- Jahre 1456 beauftragte er dann den aus Euböa stammen- lisierenden nationalen Mythen einen zentralen Bezugs- den Humanisten Niccolò Sagundino (um 1400–1464), punkt für die Selbstidentifikation der Eliten. Im Fall eine Geschichte der Türken abzufassen. Dieser galt als der Ungarn war dies die Scythia, während Sarmatien ausgewiesener Experte für diese Aufgabe, da er an der zur Urheimat der Szlachta, des Adelsstands der polnisch- venezianischen Gesandtschaft, die 1453 mit Mehmet II. litauischen Adelsrepublik, stilisiert wurde.70 Zusätzlich 57 Vgl. Chatzidakis 2017, 51–52. 65 Philippides 2007a, 55–87, mit einer kritischen Edition des lateinischen 58 Raby 1980; Bisaha 2004, 100–104; Philippides 2007a, Introduction, 12– Originals und einer englischen Übersetzung. Zu den mit den Skythen 13. assoziierten negativen Bildern und deren Wiederbelebung in der Renais- 59 Chatzidakis 2017, 51. sance Helmrath 2000, 107–108; Meserve 2008, 71–80. 60 Zanker 1987, 196–213. 66 Hankins 1995, 137. 61 Tanner 1993, 52–162; Silver 2008, 45–46, 51–65. 67 Bisaha 2013. 62 Helmrath 2000, 110. 68 Bisaha 2013, 10–12. 63 Hankins 1995, 137. 69 Gehrke 2004, 34. 64 Helmrath 2000, 102; Philippides 2007a, Introduction, 6–16. 70 Péter 1981, 121–133; Bömelburg 2006, 414–416. 44 trojaner und erbfeinde zu diesen Selbstzuschreibungen an einen mythischen den.75 Trotz dieses Grundtenors plante Berlinghieri die Orient bildete die orientalisierende Kleidung eine wich- Übergabe eines Exemplars an Mehmet II., wozu es je- tige visuelle Komponente des für die Repräsentations- doch nicht kam, da der Sultan während der Fertigstel- kulturen der Eliten in Ungarn und Polen charakteristi- lung des Buches im Mai 1481 verstarb. Unter dessen schen ostentatious barbarism.71 Den Ungarn öffnete der Nachfolger Bayezid II. (r. 1481–1512) erfolgte ein radika- Verweis auf die skythische Herkunft vermutlich sogar ei- ler Kurswechsel: Die im Auftrage seines Vaters von west- ne Reihe von außenpolitischen Optionen. Im Falle des europäischen Künstlern gefertigten Werke wurden weg- Matthias Corvinus (1443–1490) diente diese Rückbin- gesperrt bzw. verkauft. Gleichzeitig unterhielt der neue dung sogar als Legitimationsmittel für den Krieg ge- Herrscher in Konstantinopel gute Beziehungen zu ein- gen Österreich. Zudem war diese Genealogie vermutlich zelnen italienischen Staaten wie Florenz oder Mantua.76 auch ein probates Mittel, um die ideologischen Beden- Darüber hinaus war Bayezid II. an einem guten Verhält- ken mit Blick auf eine mögliche Allianz mit den Osma- nis zu dem Johanniterorden auf Rhodos und Papst In- nen zu umgehen.72 nozenz VIII. interessiert und versuchte auf diesem Wege, Realpolitische Überlegungen beeinflussten neben eine sichere Verwahrung seines 1482 nach Europa geflo- diesen retrospektiven mythischen Genealogien auch henen Bruders und Hauptrivalen um den Thron Djem den praktischen Umgang mit den gedruckten kartogra- (1459–1495) zu erreichen. Djem, der sich in Savoyen auf- phischen Werken in Italien, wie dies am Beispiel der hielt, erhielt 1484 eine weitere Kopie der Septe giornate, Septe giornate della geografia, einer der ambitioniertes- die ihm von Paolo da Colle überbracht wurde, der da- ten Ptolemaios-Ausgaben des 15. Jahrhunderts, deutlich vor bereits Berlinghieris Traktat im Auftrag Lorenzo de’ wird. Die von dem Florentiner Humanisten Frances- Medicis an Bayezid II. übergeben hatte.77 co Berlinghieri (1440–1501), einem Mitglied der unter Berlingheris Widmung an Mehmed II. ist überlie- dem Patronat Lorenzo de’ Medicis (1449–1492) stehen- fert und lautet: „[…] al gloriosissimo Principe et excell.mo den Platonischen Akademie um Marsilio Ficino (1433– Domino D. Mehemet Ottomanlli di tutta la Grecia et Asia 1499), ab 1460 vorbereitete Edition beinhaltete neben Imperatore et Domino beneficentissimo […].“78 Diese Titu- den kanonischen Karten des Ptolemaios mehrere tabu- latur erscheint vor allem vor dem Hintergrund des An- lae moderne (Nordeuropa, die Britischen Inseln, Italien, spruchs des osmanischen Sultans auf das imperiale Erbe Spanien, Frankreich und Palästina) sowie einen in Vers- nach der Einnahme von Konstantinopel von besonde- form verfassten italienischen Kommentar.73 In Analo- rer Aussagekraft. Eine vergleichbare Anrede MAVMHET gie zu Vergil, der in Dantes Göttlicher Komödie (1321) ASIE AC TRAPESVNZIS MAGNEQUE GRETIE IMPE- den Dichter leitet, führt Ptolemaios die Leser durch RAT<OR>, diesmal in Kombination mit einer deutlich das enzyklopädisch angelegte Werk. Die mathematische an antike Vorbilder angelehnten allegorischen Bildspra- Geographie des alexandrinischen Gelehrten kombinier- che, die den Sultan als imperialen Triumphator zeigt, er- te Berlinghieri mit Informationen aus den neuen Über- scheint auf einer von Bertoldo di Giovanni (nach 1420– setzungen von Strabo (1458 Übersetzung und Publikati- 1491) angefertigten Medaille. Diese war Teil eines diplo- on 1469), von Diodorus Siculus (Übersetzung um 1450), matischen Geschenks, mit dem sich Lorenzo de’ Medici den Länderbeschreibungen Enea Silvio Piccolominis so- im Mai 1479 bei Mehmet II. für die Auslieferung Bernar- wie den antiquarischen Schriften Buondelmontis.74 Vor do Bandinis bedankte, der bei der Pazzi-Verschwörung allem durch die bei Strabo und Piccolomini allgegen- (1477) eine wichtige Rolle gespielt hatte.79 Der ur- wärtige Tendenz in Richtung einer Kategorisierung der sprüngliche Plan, Berlinghieris Werk als diplomatisches Bewohner der Oikumene erhielten die Septe giornate ei- Geschenk zu übergeben,80 antizipiert eine Kenntnis und ne militante Note, bei der die von Christen bewohn- Wertschätzung des antiken geographischen Schrifttums ten Bereiche in einem positiven Licht präsentiert wur- 71 Klaniczay 2001, 684–685. 77 Brotton 1997, 95–96. 72 Fodor 2000, 85. 78 Deissmann 1933, 105–111. 73 Helas 2002; Roberts 2013. 79 Raby 1987, 180–182. Vgl. zu den Beziehungen zwischen Lorenzo de’ Me- 74 Milanesi 1992, 55; Gautier Dalché 2007, 323. dici und dem Sultanshof auch Babinger 1963. 75 Haywood 2009, 103–104. 80 Zu weiteren Schenkungen von Ausgaben antiker Autoren an Mehmet II. 76 Kissling 1965. durch Florentiner Bürger Jacobs 1937, 24–25. 45 robert born und der daraus abgeleiteten Kartenproduktion am Hofe ter Kritobulos von Imbros (ca. 1410 bis nach 1468) war. des Sultans.81 Der von Ciriaco d’Ancona in seinem Tagebuch aufgrund seiner fundierten historischen Kenntnisse als viro docto gerühmte Kritobulos diente nach 1453 den neuen, os- 3 Osmanische Antikenrezeption – manischen Landesherrn für etwa ein Jahrzehnt als Gou- Eigen- und Fremdbilder verneur von Imbros. In dieser Phase trat er vermutlich auch in engen Kontakt zu dem Zirkel um den Theo- Das Interesse Mehmets II. an geographischen und histo- logen und Philosophen Georgios-Gennadios Scholarios rischen Werken antiker Autoren wie auch an zeitgenössi- (um 1405 bis um 1473).85 Dieser hatte an dem Konzil schen Karten ist durch eine kleine Gruppe von Objekten von Ferrara-Florenz teilgenommen und zunächst eine in den Sammlungen in Istanbul, Paris und Venedig so- Annäherung an die römische Kirche favorisiert. Nach wie zeitgenössischen literarischen Schilderungen über- seiner Rückkehr nach Konstantinopel wandelte er sich liefert. So erscheint Mehmet II. in Giacomo Languschis zu einem der eifrigsten Polemiker gegen die Kirchen- Bericht Excidio e presa di Costantinopoli als ein begeisterter union. Diese antiwestliche Haltung bildete die Grundla- Leser der Schriften von Herodot und Livius, der zudem ge für seine Ernennung zum Ökumenischen Patriarchen viel Zeit mit dem Studium einer großen Karte von Euro- von Konstantinopel 1453 durch den Sultan. Durch die- pa verbrachte. Dabei interessierten ihn vor allem die In- sen Akt bekräftigte Mehmet II. seinen Anspruch auf die formationen zu dem Ort, an dem Aeneas und Anchises Nachfolge der byzantinischen Kaiser vor allem mit Blick in Italien gelandet waren, wie auch die Lage der päpst- auf die christliche Bevölkerung innerhalb wie auch au- lichen und kaiserlichen Residenzen. Gleichzeitig setzte ßerhalb des osmanischen Herrschaftsgebietes.86 der Autor des vermutlich im April 1454 entstandenen An einen vergleichbaren Adressatenkreis wandte Berichtes den jungen Mehmet mit Alexander dem Gro- sich auch die von Kritobulos von Imbros unmittelbar ßen gleich und unterstellte dem Sultan den Plan einer nach dem Fall Konstantinopels begonnene und im Som- Eroberung der bekannten Welt.82 Die im Vergleich mit mer 1466 abgeschlossene Biographie Mehmets II., die anderen zeitgenössischen Berichten geradezu nüchterne deutlich an Thukydides und der Anabasis Alexandri des Schilderung Giacomo de Languschis ist ein interessantes Arrian angelehnt ist.87 Die Parallelen zeigen sich deut- Dokument, da darin Versatzstücke des im Westen entwi- lich in den Schilderungen der Reden des Sultans im Vor- ckelten Feinbildes, wie der unbändige Drang nach neu- feld der Erstürmung von Konstantinopel.88 Eine wei- en Eroberungen mit den damals gängigen Vorstellungen tere Konstante in diesem Werk stellt die Inszenierung vom Wesen eines modernen Herrschers kombiniert wur- des jungen Sultans als Nachfolger Alexander des Gro- den. Die Beherrschung der neuesten militärischen Tech- ßen dar. Mit Blick auf die Fragestellung dieses Aufsat- niken und das Studium der Karten potenzierten gewis- zes erscheinen vor allem die Schilderungen der Besu- sermaßen die Aura Mehmets II. als erfolgreichen Feld- che Mehmets II. auf der Athener Akropolis (1458) oder herrn.83 der Ruinen von Alexandria Troas (1462) besonders aus- Die von Languschi angedeutete imitatio Alexandri sagekräftig. Vor der Kulisse der vermeintlichen Überres- begegnet auch bei einer Reihe weiterer Autoren wie Ja- te des antiken Troja habe der Sultan die Helden Achil- copo Tedaldi, Lauro Quirini (1419/1420 bis um 1479), leus und Aias gepriesen und präsentierte sich als Rächer Niccolò Sagundino und vor allem Isidor von Kiew.84 der Stadt und ihrer Bewohner. Die Eroberung von Kon- Eine programmatische Angleichung des Sultans an den stantinopel erscheint dabei als gerechte Strafe für den makedonischen Herrscher erfolgte auch in einem zwei- Frevel, den Griechen, Makedonier und Thessalier an den ten Überlieferungsstrang, dessen prominentester Vertre- Asiaten begangen hatten.89 Kritobulos von Imbros ent- 81 Zu den Schenkungen von Karten und militärischen Traktaten an den os- 85 Vgl. dazu Reinsch 2003. manischen Sultan Gatward Cevizli 2017; Roberts 2016. 86 Thorau 2004, 321. 82 Philippides 2007a, Introduction, Anm. 10 mit dem italienischen Origi- 87 Reinsch 1986, 303–306. naltext des Berichts. 88 Reinsch 2003, 304. 83 Babinger 1951, 145. 89 Reinsch 1986, Buch IV, 11–13. 84 Helmrath 2000, 113–114; Philippides 2007b, 365–366. 46 trojaner und erbfeinde wickelte hier den Konflikt um Troja, den bereits Hero- 1413), der bis zur Gefangennahme Bayezids I. in der dot als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung zwi- Nachfolge der verheerenden Niederlage gegen Timur schen Griechen und Barbaren bzw. Europa und Asien Lenk (Tamerlan, 1336–1405) bei Ankara (1402) am Sul- präsentiert hatte, unter einem umgekehrten Vorzeichen tanshof tätig war. Das fertige Werk İskendernâme widme- weiter.90 Der Rekurs auf die mythische Vergangenheit te Ahmedî 1410 Bayezids Sohn Süleyman Çelebi (1377– ermöglichte es, den Siegen des Sultans eine ökumeni- 1411).95 sche Dimension zu verleihen, die gleichzeitig als ein sehr Als Vorbilder für die kosmopolitische künstlerische starkes Signal in Richtung Westen verstanden werden Ausrichtung des Hofes von Mehmet II., wie auch des- konnte, ohne in Konflikt mit den überlieferten Vorstel- sen Vorgängers Bayezid I., wurden in der Forschung die lungen der muslimischen Anhänger zu geraten.91 Der mongolischen Herrscherhöfe96 bzw. die frühen Abbas- Erfolg dieser Initiativen war sicherlich auch durch die sidenresidenzen genannt.97 In Anbetracht meiner vor- Verbreitung der Mythen rund um den Kampf um Tro- herigen Beobachtungen stellt sich aber die Frage, ob das ja sowie der Berichte über die Heldentaten Alexanders vorherrschende Bild von der Vermittlung des Corpus an- des Großen durch arabische und persische Autoren mit- tiken geographischen Wissens nicht neu justiert werden bedingt. Dies illustriert eine 1475 angefertigte Abschrift sollte. In den bisherigen Darstellungen dominierte ein einer arabischen Handschrift aus der Serail-Bibliothek. Erklärungsmodell, bei dem die Protagonisten des Trans- Das um 1029/30 entstandene Original enthält eine Be- fers stellvertretend für eine europäische, christlich ge- schreibung des trojanischen Pferdes.92 prägte Wissenskultur standen.98 Diese Perspektive trifft Mit der Angleichung an den makedonischen Herr- vor allem für die erste Phase der Rezeption der Schriften scher knüpfte Mehmet II. auch an Positionen seiner Vor- von Ptolemaios im ersten Jahrzehnt nach der osmani- gänger an. Dabei zeigten sich bereits bei Sultan Baye- schen Einnahme von Konstantinopel zu. zid I. (1360–1403) erste Anzeichen für ein Nebenein- Es erscheint zumindest diskutabel, ob der Transfer ander von islamischen Überlieferungstraditionen und des antiken geographischen Wissens nicht bereits vor westlichen Darstellungsformen.93 Entsprechend dem 1453 einsetzte. Als ein möglicher Kronzeuge hierfür gilt Bericht des burgundischen Chronisten Jean Froissart eines der faszinierendsten und gleichzeitig aber auch (um 1337 bis um 1405) sandte Herzog Philipp II. der enigmatischsten Manuskripte der Geographike Hyphege- Kühne (1342–1404) eine Serie von in Arras gefertigten sis. Die Handschrift, die landläufig mit Mehmet II. as- Bildteppichen mit den Taten Alexanders des Großen als soziiert wird, gelangte als Schenkung des Kardinals Bes- Geschenk an Sultan Bayezid I. Die wertvollen Tapisse- sarion in den Besitz der Biblioteca Marciana in Venedig rien sollten gemeinsam mit weiteren Luxusgegenstän- (Cod. Venetus Marcianus Graecus Z. 516). Sie enthält den die Befreiung der 1396 bei Nikopolis in osmanische Ptolemaios Geographia mit einer Folge von Karten des Gefangenschaft geratenen burgundischen Ritter, darun- Agatodemon von Alexandrien, die Tactica Theoria des Ae- ter auch Johann Ohnefurcht (1371–1419), der Sohn von lian sowie die Pneumatica und die Automata des Heron Herzog Philipp II., beschleunigen, für die bereits ein Lö- von Alexandria (gest. nach 62 n. Chr.). Dem vermutlich segeld von 200 000 Dukaten vereinbart worden war.94 von einem Schreiber aus Nauplion im 14. Jahrhundert Bei seinem bis an die westlichen Höfe verbreiteten An- kopierten Textteil vorangestellt finden sich zwei ganzsei- spruch auf die Nachfolge Alexander des Großen knüpf- tige Bildnisse. Das erste zeigt eine Frau mit einer tur- te Bayezid I. an die persische Überlieferung der Taten banartigen Kopfbedeckung, die im Schneidersitz unter des großen antiken Herrschers an, die in dem Alexander- einem Baldachin auf einem Elefanten reitet (f. 2 v). Ihr Buch des Dichters Nezami (1141–1209) ihre bekannteste gegenüber befindet sich die Figur eines bärtigen sitzen- Ausformulierung erfahren hatte. An diesem Werk orien- den Mannes mit Turban, auf dessen Obergewand sich tierte sich zudem auch der Dichter Ahmedî (um 1334– die Konturen eines Adlers abzeichnen und der ein Zep- 90 Gehrke 2004, 30–31. 95 Vgl. zu diesem Überlieferungsstrang Necipoğlu 2012, 3–4. 91 Koder 2013. 96 Vgl. Necipoğlu 2012, 3–4. 92 Kreiser 2001, 282; Koder 2013, 283. 97 Akasoy 2004, 44. 93 Vgl. Necipoğlu 2012, 3–4. 98 Brotton 1997, 98. 94 Brauner 1876, 59–60; Pocquet du Haut-Jussé 1937. 47 robert born ter in der Hand hält (f. 3 r). Den beiden Figuren wurden sche in Verbindung gebracht. Laut Auskunft von Krito- Beischriften zugeordnet, die einerseits etwas ungelenk bulos beauftragte der Sultan nach einer Lektüre der Wer- arabische Inschriften imitieren und andererseits Begriffe ke des alexandrinischen Mathematikers und vor allem arabischen Ursprungs in griechischer Umschrift wieder- nach dem Studium der begleitenden Diagramme, die geben.99 Anhand der Legenden identifizierte man die nach Ansicht des Herrschers nicht geordnet erschienen Figuren als Melik Arslan Bey, der von 1454 bis 1465 und somit schwer zu verstehen waren, Georgios Ami- im Fürstentum (türk. Beylik) Dulkadir in Südostanato- routzes (1400–1470) mit der Anfertigung neuer klarer lien herrschte und dessen Schwester Sitt Hatun (gest. und verständlicher Karten.103 Amiroutzes bekleidete zu- 1486), die erste Frau von Mehmet II. Davon ausgehend nächst ein hohes Verwaltungsamt im Kaiserreich Trapez- sah man in der Handschrift ein Geschenk anlässlich der unt. Auf dem Konzil von Ferrara-Florenz wirkte er dann Hochzeit von Mehmet und Sitt Hatun im Jahre 1449 als weltlicher Berater des byzantinischen Kaisers Johan- oder ein Geschenk an den Sultan nach der Einnahme nes VIII. Palaiologos und vertrat zunächst eine unions- von Konstantinopel.100 Abweichend hierzu deutete Ita- freundliche Haltung. Nach seiner Rückkehr nach Kon- lo Furlan diese Darstellungen aufgrund von Überlegun- stantinopel bzw. Trapezunt näherte er sich dann wieder gen zur Ikonographie und einer neuen Lektüre der Le- den orthodoxen Positionen an und übernahm schließ- genden als Bildnisse des Sultans Orhan I. (r. 1326–1359) lich 1461 eine Schlüsselrolle in den Verhandlungen, die und der Theodora (bis nach 1381), der Tochter des by- zur Übergabe von Trapezunt an Mehmet II. führten. Ab zantinischen Kaisers Kaiser Johannes VI. Kantakuzenos 1463 zählte er dann zum engeren Kreis von Beratern des (r. 1347–1354). Die beiden Bildnisse dienten somit als Sultans und war im Gegensatz zu Kritobulos auch an Dokument der Hochzeit im Jahre 1346, die einen Pfei- politischen Entscheidungen beteiligt.104 Darüber hin- ler der, aus der Perspektive von Byzanz, wichtigen Al- aus unterhielt Amiroutzes eine Vielzahl von Kontakten lianz mit dem aufstrebenden osmanischen Emirat dar- nach Italien, etwa zu dem Architekten und Bildhau- stellte.101 Auch wenn ein finales Urteil mit Blick auf den er Filarete (um 1400 bis um 1469) sowie den Huma- Entstehungskontext dieser Ptolemaios-Handschrift der- nisten Francesco Filelfo (1398–1481) und Georgios Tra- zeit nicht gefällt werden kann, so zeichnet sich dennoch pezuntius (1395–1472), eine der zentralen Figuren bei ab, dass entsprechende Konvolute im ausgehenden 14. der Wiederbelebung der Studien griechischer Literatur wie auch in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts so- in Italien.105 Am päpstlichen Hof arbeitete Trapezunti- wohl in einem islamischen wie auch christlichen Um- us auch an einer lateinischen Übersetzung der astrolo- feld ein hohes soziales Prestige genossen. gischen Schriften des Ptolemaios (Centilogium und Al- Eine weitere erhaltene Handschrift, die mit einem magest).106 Projekt Mehmets II. assoziiert wird, befindet sich heu- Amiroutzes begann im Sommer 1465 mit der Über- te im Bestand des Istanbuler Topkapı Sarayı Müzesi setzung und erstellte binnen einiger Monate eine neue (G. I. 27). Das vermutlich Ende des 14. Jahrhunderts her- Reihenfolge der Karten, auf denen er den Verlauf der gestellte Manuskript enthält neben der Geographike Hy- Flüsse, Bergzüge und Inseln sowie die Namen der Re- phegesis des Ptolemaios die Oikoumenes Periegis des Dio- gionen und Städte in arabischer Schrift notierte. Hier- nysios Periegetes und gelangte 1421 als Stiftung in die bei wurde er von einem seiner beiden Söhne unterstützt, Hagia Sofia, die Hauptkirche des Kaiserhauses. Nach der sowohl des Arabischen wie auch des Griechischen 1453 wurde die Handschrift in die Bibliothek des Sul- mächtig war.107 An dem Übersetzungsprojekt beteiligte tans eingegliedert.102 Aufgrund der nachträglich einge- sich ferner auch Georgios Trapezuntius, der im Novem- fügten arabischen Vermerke wurde die Handschrift wie- ber 1465 in Konstantinopel weilte. Die Reise erfolgte derholt mit dem von Mehmet II. initiierten Projekt ei- mit Unterstützung von Papst Paul II. (r. 1464–1471), der ner Übertragung von Ptolemaios Geographia ins Arabi- auf diesem Wege versuchte, den Kontakt zum Sultans- 99 Furlan 1981, 30–39. 104 Balivet 1988; Moustakas 2011, 227. 100 Olshausen 1880; Babinger 1950. 105 Necipoğlu 2012, 15. 101 Furlan 1981, 30–39. 106 Monfasani 1976, 149. 102 Deissmann 1933, 68–69; Mittenhuber 2009, 32. 107 Raby 1983, 24; Mavroudi 2013, 195–196. 103 Reinsch 1986, 195. 48 trojaner und erbfeinde hof herzustellen. Trapezuntius, der als Bewunderer des offenbart Parallelen zu zeitgleichen Vorhaben an den ita- jungen Sultans galt, plante Mehmet II. zu einem Über- lienischen Höfen, wie die von dem Benediktinermönch tritt zum Christentum zu bewegen.108 Es erscheint wahr- Donnus Nicolaus Germanus (ca. 1420 bis ca. 1490) aus- scheinlich, dass Trapezuntius durch seine Kenntnisse auf gearbeitete lateinischen Ausgabe, die er 1466 dem Her- dem Gebiet der Mathematik und Geometrie eine nicht zog von Ferrara Borso d’Este (1413–1471) widmete. unerhebliche Rolle bei der Erstellung der Weltkarte ge- Diese analogen Muster der Patronage geographi- spielt hat, die auf den bei Ptolemaios genannten Koordi- scher Werke sind ein Momentum, das bisher bei der De- naten basierte. Das Original der Weltkarte des Amirout- finition des Standortes der Osmanen in der Entwicklung zes ist zwar nicht erhalten, diese dürfte jedoch wie weite- der frühneuzeitlichen Kultur in Europa kaum beachtet re Karten aus der islamischen Welt nach Süden orientiert wurde.110 Darüber hinaus illustriert der Auftrag des Sul- gewesen sein.109 Mit Sicherheit handelt es sich dabei um tans an Amiroutzes auch die bewusste Teilnahme des os- eine der anspruchsvollsten Weltkarten, die auf der Basis manischen Hofes an der Tradierung und Aktualisierung der Berechnungen vom Ptolemaios im 15. Jahrhundert klassischer Texte, die bisher als grundlegend für die For- erstellt wurde. Das von Mehmet II. initiierte Projekt ei- mung der westlichen Tradition angesehen wurden. ner arabischen Ausgabe der Geographia des Ptolemaios 108 Vgl. zu dieser Mission Monfasani 1976, 184–188. 110 Brotton 1997, 99–100. 109 Mavroudi 2013, 196–197. 49 Bibliographie Akasoy 2004 Becker 2013 Anna Akasoy. „Die Adaptation byzantinischen Wissens am Manuel Becker. Geschichtspolitik in der ,Berliner Republik‘: Kon- Osmanenhof nach der Eroberung Konstantinopels“. In Wissen zeptionen und Kontroversen. Wiesbaden: Springer, 2013. in der Krise. Institutionen des Wissens im gesellschaftlichen Wandel. Bell 2014 Hrsg. von C. Kretschmann, H. Pahl und P. Scholz. Wissens- Peter Bell. „Griechen, Exilanten. Frühorientalismus und Stell- kultur und gesellschaftlicher Wandel 7. Berlin und Boston: vertreterdiskurs im riccardianischen Vergil (ricc. 492)“. In De Gruyter, 2004, 43–56. Res gestae – res pictae. Epen-Illustrationen des 13. bis 15. Jahrhun- Asche 2009 derts. Hrsg. von C. Cipollaro und M. Theisen. 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Hrsg. von D. Thomas und A. Mallett. Leiden und Boston: Brill, 2013, 314–325. Abbildungsnachweis 1 Abraham Ortelius. Public Domain, https://commons. wikimedia.org/w/index.php?curid=6644845. ROBERT BORN Robert Born hat in Basel und Berlin Kunstgeschichte, Klas- Dr. Robert Born sische Archäologie sowie Neuere und Osteuropäische Ge- Leibniz-Institut für Geschichte und schichte studiert und wurde 2007 an der Berliner Humboldt- Kultur des östlichen Europa (GWZO) Universität mit einer Arbeit über die Christianisierung in Universität Leipzig der Provinz Scythia Minor promoviert. Seit 2006 ist er am Specks Hof (Eingang A) Leipziger Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Reichsstr. 4–6 Europa als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Projektkoordinator 04109 Leipzig, Deutschland und -leiter (2006–2013) sowie als Fachkoordinator für Kunst- E-Mail:
[email protected], und Kulturgeschichte (2006–2010) tätig. Zu seinen Hauptfor-
[email protected]schungsgebieten gehören neben spätantiker Architektur und Urbanistik u. a. Kunsthistoriographie der Zwischenkriegszeit und Geschichtskonstruktionen und deren Visualisierung in Ostmitteleuropa. 55 Lars Erik Zeige, Philipp Krämer Stammbaum, Sprachatlas, Linguistic Landscape. Sprachwissenschaftliche Darstellungsmittel für Sprachräume und Sprechergemeinschaften Zusammenfassung In der Geschichte der Sprachwissenschaft lieferten Karten In the history of linguistics, maps continuously stimulated sci- wichtige Impulse. In der deutschen Dialektologie ließen sich, entific progress. From the 19th century, German dialectology wie im Projekt Georg Wenkers, seit dem 19. Jh. detailgenau displayed details of linguistic variation, e.g. in Georg Wenker’s Unterschiede abbilden, ohne die Einheit der (National-) Spra- project, without challenging the idea of the unity of the (na- chen in Frage zu stellen. Auch die weltweite Sprachenvielfalt tional) languages. Similarly, the worldwide diversity of lan- wurde in Karten erfasst, etwa im Sprachatlas von Julius Kla- guages was pictured in maps like those in Julius Klaproth’s proth. Die Sprachgeographie stützte jedoch lange das Bild ei- atlas. Yet for a very long time the geography of language con- ner sprachlich wie ethnisch einheitlichen Nation. Noch heu- tributed to the idea of a linguistically and ethnically homoge- te wirkt die bildhafte Vereinfachung nach, wenn etwa mehr- neous nation. Until today, this visual simplification remains sprachige Räume mit Karten nur unzureichend erfasst werden effective, e.g. due to the difficulty of adequately displaying the können. Aktuelle multimodale Ansätze der Linguistik versu- complexities of multilingual spaces. Recent multimodal ap- chen mit Hilfe von Big Data, der Erforschung von ‚Linguistic proaches in linguistics try to use Big Data, the methods of ‘Lin- Landscapes‘ oder dynamischen Karten diese Einschränkungen guistic Landscapes’ or dynamic maps to overcome these limi- zu überwinden. tations. Keywords: Sprachkarte; Sprachatlas; Sprachgeographie; Ge- Keywords: language map; language atlas; linguistic geogra- org Wenker; Julius Klaproth phy; geography of language; Georg Wenker; Julius Klaproth Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 57 lars erik zeige, philipp krämer 1 Einleitung der aufs Neue mit fremden Völkern und Sprachen kon- frontiert sehen. Viele Disziplinen, darunter nicht zuletzt Die Suche nach den Gründervätern einer wissensge- die Philologien, werden bemüht, um diese zu verstehen schichtlichen Innovation ist stets schwierig: Heinrich Ju- und dabei den eigenen Machtanspruch in der Welt zu lius Klaproths Asia polyglotta nebst Sprachatlas (1823) gilt behaupten (vgl. Abschnitt 2).7 als erste Arbeit mit einem Sprachatlas, der diesen Na- Im 19. Jahrhundert misst man im Grundsatz der men auch trägt.1 Allerdings teilte schon hundert Jahre Zeit mehr Bedeutung zu als dem Raum. Die Wissen- früher der Niederländer Lambert ten Kate die Völker schaften beschäftigten sich intensiv damit, Verschieden- Europas auf einer Karte anhand eines Sprachvergleichs heit zu historisieren und die daraus erarbeiteten Her- der Übersetzungen des Vaterunsers ein.2 Wichtiger als kunftsgeschichten für die Gegenwart nutzbar zu ma- die Frage nach den ersten Sprachkarten3 ist für die Ge- chen.8 Entsprechend wird auch die Erforschung des schichte der Linguistik jedoch die Unterscheidung der Raums bzw. der räumlichen Verschiedenheit dazu ver- beiden Ansätze des Zusammenspiels von Geographie wendet, Aussagen über die Zeit zu treffen. Die sprachli- und Sprachstudium, nämlich die geography of language, che, aber auch die anthropologische, kulturelle oder po- also die Verortung ganzer Sprachen im Raum, und die litische Variation im Raum war ein Mittel, sich seiner linguistic geography, das heißt die Erfassung von sprach- selbst zu versichern, indem man daraus eine stützende lichen Einzelphänomenen in ihrer räumlichen Vertei- Vergangenheit ableitete. Sprache ist hier immer wieder lung.4 Wir wollen in diesem Beitrag einen Einblick in zu einem vermeintlich handfesten Bestimmungsmerk- die Entstehung, den Nutzen und die Perspektiven bei- mal gemacht worden. Wir werden am Beispiel der Dia- der Betrachtungsweisen geben. Dabei steht außer Frage, lektbezeichnungen und der Kategorisierung von ‚Ras- dass das Darstellungsmittel der Karte seit der Formati- sen‘ diskutieren, dass sich die Sprachreflexion dabei ak- onsphase der Sprachwissenschaft wichtige Impulse ge- tiv und passiv in ein Feld von Begriffen einfügt und setzt hat und bis heute als Arbeitswerkzeug und Sinnbild selbst ein entscheidender Faktor in der Fortschreibung erkenntnisfördernd Verwendung findet. Es soll jedoch dieser Begriffe wird. Es geht aber auch darum zu zei- auch die problematische Dimension des Zusammenwir- gen, dass die heutige Sprachwissenschaft in einer Wei- kens von Kartographie und Sprachreflexion nicht unbe- se vom methodischen Erfindungsreichtum der Raumer- achtet bleiben. forschung und -darstellung profitiert, die kaum zu über- Wir werden für beide Bereiche vom 19. Jahrhundert schätzen ist, weil es ihr gelingt, die problematische Ver- ausgehen, als das Auseinanderfallen der Philologien in gangenheit zu reflektieren und abzustreifen (vgl. Ab- die Sprach- und Literaturwissenschaften bereits begon- schnitt 3). nen hatte, aber noch nicht vollzogen war.5 Das vorherr- schende Thema der Zeit ist die Verschiedenheit.6 Mit der Festigung der europäischen Nationalstaaten wächst das 2 Dialektgeographie Bedürfnis, die innere Vielfalt der jungen Nationen zu begreifen und mit einer konstruierten Einheit zu über- Abbildung 1 zeigt den Sprachenstammbaum aus Au- dachen. Daraus speist sich das Interesse etwa für Dialek- gust Schleichers Compendium der vergleichenden Gramma- te (vgl. Abschnitt 2). Zugleich ist das 19. Jahrhundert tik der indogermanischen Sprachen in der ersten Auflage das Zeitalter des Hochimperialismus, in dem sich die eu- von 1861.9 Der Sprachenstammbaum stellt sprachliche ropäischen Kolonialmächte fortgesetzt und immer wie- Differenzierung als Speziation, als Artenentstehung, dar 1 Tintemann 2015. 7 Vgl. insbesondere das grundlegende Werk von Edward W. Said (Said 2 Kate 1723, 62; vgl. auch Kruijsen und Sijs 2010, 181–182. 2006 [1978]). Zur Kritik und Weiterentwicklung der Saidschen These 3 Vgl. die Überblicksdarstellung zur Kartographiegeschichte der Sprachwis- von der kolonialphilologischen Aneignung der Welt vgl. Messling 2011; senschaften in Kehrein, Lameli und Rabanus 2010, xv–xvii. Messling 2012, 166–172 sowie, mit Blick auf die französische Kolonial- 4 Swiggers 2010, 272. Beide Herangehensweisen zeigen selbstverständlich und Philologiegeschichte, Krämer 2014. Übergänge: Die punktuelle Verteilung von Varianten kann durch Abs- 8 Zum Kernkonzept der Geschichtlichkeit in der Geschichte der Philolo- traktion in eine flächenhaft homogenisierte Darstellung überführt wer- gien und der Sprachreflexion vgl. die Beiträge in Oesterreicher und Selig den, vgl. hierzu Ormeling 2010, 25–26. 2014. 5 Wolf und Blauth-Henke 2011. 9 Schleicher 1861, 7. 6 Trabant 2006, 256–269. 58 darstellungsmittel für sprachräume und sprechergemeinschaften Abb. 1 Sprachenstammbaum, August Schlei- cher 1861. und ist im engen Sinn als phylogenetischer Baum zu Status, Begründung und Reichweite der Lautgesetze. lesen: Er ist gerichtet, indem die Orientierung von der Die Präzision der empirischen Arbeit war jedoch durch Wurzel zu den Blättern als Veränderung von einem Ur- die natürliche Begrenztheit historischer Sprachquellen sprung zu den rezenten Arten in einem direkten Weg eingeschränkt, was sich umso deutlicher auswirkte, je der Spaltungen entworfen ist. Er ist geordnet, indem detaillierter die zu erfassenden sprachlichen Phänome- kein Kontakt zwischen den Ästen zugelassen wird und ne wurden. Da lag es nahe, den Blick auf die rezenten die Spaltungen streng dichotomisch angelegt sind. Er Sprachen und die Vielfalt ihrer Dialekte zu richten: „Al- ist hierarchisch, indem die Differenzierung als Entwick- so […] der gegenwart zuwenden muss der vergleichende lungshierarchie verstanden wird. Der Stammbaum als sprachforscher den blick […]“ und die „dialektisch [dia- Darstellungsform ist deshalb nur bedingt in der Lage, lektal] reich entfaltete lebende sprache“10 betrachten. den evolutionären Mechanismus, der in der spezifischen Die Dialekte seien nicht nur der wissenschaftlichen Er- Kombination aus Kausalität und Zufälligkeit Andersar- hebung frei zugänglich, sie wurden auch, und da war das tigkeit produziert, zu visualisieren. Tatsächlich ist er in 19. Jahrhundert wieder ganz bei sich, als natürlich und der Sprachwissenschaft vor allem mit der Vorstellung unverdorben angesehen. Entsprechend könne man das der lautgesetzlichen Sprachdifferenzierung verbunden. Wirken der naturgesetzlichen Lautentwicklung dort be- Die Sprachwissenschaft des 19. Jahrhunderts hat aus der sonders gut beobachten. In der Folgezeit entstanden mit Beobachtung der hohen Systematizität diverser Wandel- den ‚Ortsmonographien‘ Forschungsarbeiten zu einzel- phänomene die ausnahmslose Gültigkeit der Gesetzmä- nen lokalen Dialekten, die eine darüber hinausgehen- ßigkeiten des Lautwandels begründet und folgt hier der de Raumdimension zunächst noch ausblendeten.11 Der positivistischen Disposition des späteren 19. Jahrhun- junge Georg Wenker (1852–1911) zog in seiner Disserta- derts mit einer klaren Orientierung am naturwissen- tion (1876) zu Phänomenen der Zweiten Lautverschie- schaftlichen Gesetzesbegriff: Aus a wird b unter den Be- bung am Stammsilbenauslaut an den Stellen, an de- dingungen c. So ist beispielsweise eines der definieren- nen sprachhistorische Daten fehlten, bereits Belege aus den Kriterien für die Abspaltung des Deutschen aus dem mehreren Dialekten heran.12 Die sich intensivierende Urgermanischen der Wandel von germanisch /t/ zu alt- sprachwissenschaftliche Beschäftigung mit den Dialek- hochdeutsch /ʒʒ /, inlautend nach Vokal, wie in g. *watar ten des Deutschen entwickelte sich letztlich zu einer ei- > ahd. waʒʒ ar ‚Wasser‘. genständigen Teildisziplin der Sprachwissenschaft: Die Die Hauptkontroverse, geführt sowohl zwischen Dialektologie erfasst den Wortschatz in Dialektwörter- den Verfechtern als auch mit den Gegnern einer aus- büchern und die sprachstrukturellen Eigenschaften in nahmslosen Gültigkeit der Lautgesetze, betraf folglich Dialektgrammatiken. Das besondere Erfordernis, zum 10 Osthoff und Brugmann 1878, vii–viii. 12 Schmidt und Herrgen 2011, 97. 11 Schmidt und Herrgen 2011, 90. 59 lars erik zeige, philipp krämer Abb. 2 Sprachatlas des Deutschen Reichs: Beispiel eines Antwortbogens (1879/1880). Teil von Dorf zu Dorf variierende Strukturen erfassbar phisch repräsentiert werden. Es ist aber klar, dass oh- zu machen, führte jedoch die Darstellung in Textform ne eine gewisse Pragmatik ein Projekt dieser Größe mit an ihre Grenzen und beförderte die Entwicklung der den damaligen technischen Möglichkeiten nicht um- Dialektgeographie mit ihrem Hauptdarstellungsmittel: setzbar gewesen wäre. Die Erhebung erfolgte in meh- dem Sprachatlas, dessen Hauptvertreter bis heute der reren Wellen. So wurden 1876 sämtliche Schulorte der von eben jenem Georg Wenker begründete ‚Sprachatlas preußischen Rheinprovinz abgedeckt, 1877 ganz Westfa- des Deutschen Reichs‘ (1889–1923) ist. Er zeichnet sich len, 1879 und 1880 Nord- und Mitteldeutschland, sowie durch eine für seine Zeit innovative Methodik der Erhe- bis 1887 Süddeutschland. Aus dieser Zeit liegen insge- bung durch Fragebögen und der Auswertung in Sprach- samt 44 251 Fragebögen aus 40 736 Schulorten vor. In karten aus und stellt bis heute die wohl umfassendste den Jahren 1888 und 1926–1933 wurden zudem Nach- Gesamterhebung und kartographische Darstellung der erhebungen außerhalb des Deutschen Reichs unternom- Dialekte einer Sprache weltweit dar. men, in Luxemburg, dem Sudentenland, in Österreich, Die Datenerhebung erfolgte als indirekte Befra- Liechtenstein, dem Burgenland, dem Gottscheer Land, gung. Es wurden Fragebögen an die Schulorte des in der Schweiz, in Polen, Südtirol, den sieben und drei- Reichs verschickt, die ein Set aus „hochdeutschen Sätz- zehn Gemeinden des Zimbrischen in Norditalien, in chen“ enthielten, die unter Anleitung der Lehrer durch Nord- und Ostfriesland. Darüber hinaus gingen 2050 an- die Schüler „in die unverfälschte Ortsmundart zu über- derssprachige Bögen ein, unter anderem Jiddisch. Insge- setzen“ (Anweisungsbogen) waren. Die Niederschrift samt liegen heute 51 480 Bögen aus 49 363 Orten vor.13 sollte in den üblichen Schriftzeichen mit einigen we- Der Sprachatlas des Deutschen Reichs basiert somit auf nigen vorgegebenen Diakritika erfolgen. Es wurden zu- einer großen Belegmenge und einer extrem hohen Be- dem rudimentäre Daten über die Gewährspersonen legdichte. erhoben. Hier ein Beispielsatz aus den sog. ‚Wenker- Die Wenker-Sätze sind so entworfen, dass die ent- Sätzen‘: haltenen Wörter eine Vielzahl für die Dialektunterschei- dung relevanter Merkmale vor allem der Laut- und (Satz 4) Der gute alte Mann ist mit dem Pferd(e) auf Formlehre enthalten. Abbildung 2 zeigt einen Aus- dem Eis eingebrochen und in das kalte Wasser gefal- schnitt des originalen Antwortbogens 04.224 aus dem len. Schulort Mahlsdorf (seit 1920 ein Ortsteil Berlins): Un- ter der Nummer 4. findet sich der oben angeführte Bei- Wir wollen hier nicht auf die methodischen Probleme spielsatz. Das vergilbende Papier und die verblassende dieses Vorgehens eingehen. Illustrativ können dialekt- Tinte erschweren in vielen Fällen die Lesbarkeit, eben- kompetente LeserInnen einmal versuchen, diesen Satz so die Handschriften der Lehrer. Transliteriert: De go- in ihren lokalen Dialekt zu übertragen und das Ergeb- de olle Mann is mit dat Pead dörcht Is gebroken un in dat nis so niederzuschreiben, dass die Dialektmerkmale gra- kolle Water gefalln. Deutlich ist das zum Ende des 19. 13 http://www.diwa.info/Geschichte/Fragebogen.aspx (besucht am 31.10.2017). 60 darstellungsmittel für sprachräume und sprechergemeinschaften Abb. 3 Die Karte 51 Eis, Sprachatlas des Deutschen Reichs. Jahrhunderts noch stärker hervortretende niederdeut- chende Formen im Inneren der ansonsten einheitlichen sche Gepräge zu erkennen, etwa in dem Wort Is (nicht Gebiete markiert. Abbildung 3 zeigt einen kleinen, auf durchgeführte Diphthongierung von lang-i). Die auf die Umgebung von Berlin konzentrierten Ausschnitt der diese Weise durch die Wenker-Sätze aufgedeckten Dia- Karte 51 Eis, einem noch von Georg Wenker handge- lektmerkmale wurden für jeden Ortspunkt ausgewertet zeichneten Original: Zu sehen ist die Isoglosse Is/Eis, mit und in den Jahren 1888–1923 in 1668 handgezeichne- dem īs-Gebiet braun eingefasst und dem eis-Gebiet vio- te, farbige Karten übertragen.14 Dabei wurde auf einer lett eingefasst. Violette Kreise um einzelne Ortspunkte schwarz-weißen Grundkarte (Gradnetz, Gewässer, Orts- kodieren eis-Daten im īs-Gebiet. Die in der Legende vor- punkte, Grenzen) jedem Ortspunkt ein nach Farbe und gesehene Option eines grünen, waagerechten Strichs für Form unterscheidbares Symbol zugewiesen, das die Aus- īs im eis-Gebiet kommt in der gezeigten Region inter- prägung des entsprechenden Merkmals kodiert.15 Die- essanterweise nicht vor; die abgebildeten waagerechten se Art der Merkmalsdarstellung in geographischen Kar- Striche sind schwarz und kodieren fehlende Angaben. ten ist kennzeichnend für die Arbeitsweise der linguistic Deutlich zu erkennen ist, wie der Großraum Berlin so- geography. wie weitere umliegende Städte eindeutig im īs-Gebiet Es zeigte sich, dass die Ausprägungen eines Merk- liegen, jedoch bereits zum Merkmal ei- übergetreten mals oft geschlossene Areale bildeten. Zwischen benach- sind, so, wie es heute für die Gesamtregion üblich ist. barten Ortspunkten mit unterschiedlichen Merkmalen In der Zusammenschau der Dialektkarten traten kann entsprechend eine Linie gezogen werden, die, zu- zwei Aspekte zu Tage: Zum einen zeigte die Vielfalt nächst bezogen auf das einzelne Merkmal, zwei Ge- der Sprachformen und der Dialektgebiete eine sprach- biete jeweils gleicher Merkmalsausprägung trennt. Die- liche Wirklichkeit, die deutlich komplexer war als die se Grenze wird daher Isoglosse ‚gleich-Zunge[n-Grenze]‘ ursprüngliche Annahme, nach der ausnahmslos wirken- genannt. Der Einfachheit halber werden bei größeren de Lautgesetze die Differenzierung von Sprachen gleich- Arealen nur noch die Grenzen gezeichnet sowie abwei- mäßig vorantreiben. Isoglossen desselben Lautgesetzes 14 Neben einigen Entwurfs- und Probekarten existieren nur zwei Origi- unter https://www.regionalsprache.de/ (Schmidt, Herrgen und Kehrein nale des Deutschen Sprachatlas. Auch sind nie alle Daten und Karten 2008–2010) zugänglich gemacht. Sie stellen bis heute die wichtigste Da- veröffentlicht worden. In den Jahren 1927–1956 wurden vereinfachte tengrundlage der Dialektologie des Deutschen dar. schwarz/weiß-Versionen einiger Karten publiziert und 1984–1999 aus- 15 Es gab zwei Grundkarten: die Karte zur Landaufnahme des Deutschen gewählte Fragebögen für den Kleinen Deutschen Sprachatlas (KDSA) neu Reichs (1:300.000) sowie die Sektionskarten von Liebenow (1:1.000.000). ausgewertet. Das Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas (Universität Detailliert zum Kartierungsverfahren: http://www.diwa.info/Geschichte/ Marburg) hat inzwischen die originalen Bögen und Karten vollständig Kartierungsverfahren.aspx (besucht am 31.10.2017). 61 lars erik zeige, philipp krämer konnten zum Teil weit voneinander entfernt verlaufen: chäologische Funde, die (a) zu archäologischen Kultu- Ein lautgeschichtlicher Prozess kann einmal bis in den ren zusammengefasst und mit Stämmen gleichgesetzt einen, einmal bis den anderen geographischen Raum wurden, oder (b) selbst ethnische Bezeichnungen tru- vordringen, dabei einmal nur im Anlaut, einmal nur im gen (z. B. die Tonscherbe von Manching mit der umstrit- Inlaut oder Auslaut wirken, einmal den gesamten Wort- tenen Inschrift boios oder baios, z. T. gedeutet als ‚Böh- schatz erfassen, oder einzelne Wörter oder gar einzelne me‘ oder ‚Baier‘). Hinzu kamen die neuzeitlichen, lokal Flexionsformen auslassen. Zum anderen aber trennen gebräuchlichen Selbst- und Fremdbezeichnungen, z. T. mehrere Isoglossen unterschiedlicher Merkmale nicht gemischt mit ethnologischen Betrachtungen (Trachten, selten dieselben Ortspunkte und verlaufen über weite Gebräuche, Lieder etc.). Letztlich waren es aber vor al- Strecken als Bündel. Aus der Summe der Einzelmerk- lem die zeitgenössischen Dialekte, deren Gliederung auf male konnte so die dialektale Gliederung des Deutschen die Wanderbewegungen und die regionale Aufteilung entworfen werden: Statt scharfer Grenzen und in ih- der ‚Stämme‘ im mitteleuropäischen Raum unmittelbar rer Eindeutigkeit festgelegter Räume finden sich Land- zurückgeführt wurde. schaften einander übergreifender Einzelmerkmale, ein Die Verbindung dieser Daten und die daraus gezo- Dialektkontinuum.16 Von den größten Isoglossenbün- genen Schlussfolgerungen sind seit der Nachkriegszeit deln ausgehend konnte nun bis hinab zu den Einzel- stark kritisiert worden.18 Zum einen gibt es Argumente linien der Ortdialekte eine auf Sprachdaten begründe- gegen die vor- und frühhistorische Identität der Stäm- te Gliederung des Sprachgebiets gegeben werden: Die me. Diese Kritik drückt sich sinnfällig im terminolo- wichtigste Dialektgrenze trennt das niederdeutsche vom gischen Übergang von ‚Stamm‘ zu ‚Volk‘ aus, um die hochdeutschen17 Sprachgebiet, gefolgt von der Dialekt- verästelte Ethnogenese und innere Pluralität dieser so- grenze, die das Hochdeutsche in das mitteldeutsche zial komplexen Gesellschaften zu betonen. Da die Spra- und oberdeutsche Sprachgebiet unterteilt. Das Ober- che zum Zeitpunkt der Ethnogenese nicht (ausreichend) deutsche kann wiederum in das bairische und das ale- überliefert ist, bleibt jeder dieser Begriffe ohnehin ein mannische Sprachgebiet unterteilt werden, ebenso wie Ethnikon. Zum anderen muss die Kontinuität stammes- das Mitteldeutsche in ein ost- und ein westmitteldeut- kultureller Identitäten von der Urgeschichte bis in die sches Sprachgebiet getrennt werden kann. Das Westmit- Moderne in Frage gestellt werden. Die politische Wirk- teldeutsche beispielsweise wird wiederum in das Rhein- lichkeit Mitteleuropas ab dem Hochmittelalter ist die und das Mittelfränkische unterteilt, usw. der Territorialisierung und die Stammesnamen, die seit Die Dialektologie verwendet als Dialektbezeich- der Reichsreform von 1495 vermehrt für politische Ein- nungen Begriffe, die aus der Diskussion um das Konzept heiten auftauchen (‚Bayerischer‘, ‚Schwäbischer‘, ‚Frän- der ‚deutschen Stämme‘ in der ur- und frühgeschicht- kischer‘ usw. ‚Reichskreis‘), bezeichnen geographisch- lichen Archäologie bekannt sind. In der Sprachwissen- politische, keine ethnischen Einheiten. Ähnliches wird schaft werden sie, verglichen mit dieser Disziplin, jedoch seit den 1980er Jahren kontrovers auch für die Zeit ab kaum hinterfragt, da sie heute als reine Label der durch dem karolingischen Mittelalter diskutiert. Bis zum 19. Merkmalsbündel eröffneten Dialektkategorien dienen. Jahrhundert jedenfalls verwendet auch die Sprachbe- Das 19. Jahrhundert hatte hingegen versucht, mit Hil- trachtung die Begriffe für Dialekte in einem recht lose fe verschiedener Disziplinen die Identität des deutschen an Völker gebundenen geographisch-politischen Sinn. Volks aus diesen ‚deutschen Stämmen‘ herzuleiten und Wenn etwa Justus Georg Schottel die hochdeutschen für nationale Rechtfertigungen zur Anwendung zu brin- Mundarten aufzählt, gehören neben der bairischen und gen. In Anschlag gebracht wurden historische Selbst- der fränkischen auch die „Meisnische“ und die „Schweit- und Fremdbezeichnungen, die aus antiken und mittel- zerische Mundart“, zu denen es im engen Sinn keine his- alterlichen Quellen gewonnen wurden, genauso wie ar- torischen Stämme gibt, hinzu.19 Überhaupt wirkt sei- 16 Chambers und Trudgill 1998, 5–7. Standard prägenden Dialekte verbunden. 17 Der dialektologische Begriff ‚Hochdeutsch‘ bezeichnet eine geographi- 18 Goetz 2004. sche Einordnung im Gegensatz zum alltagssprachlichen Begriff des 19 Schottel 1663, 153. Hochdeutschen als Standardsprache. Beides ist jedoch durch die den 62 darstellungsmittel für sprachräume und sprechergemeinschaften ne Erklärung der Sprachdifferenzierung komplexer als Atlas zur deutschen Sprache.23 Der geographische Raum, die späterer Zeiten: „wegen Auswanderung und Aus- der in dieser Karte beschrieben wird, ist nur durch die wallung der […] Völker / und wegen der daher rühren- Flussläufe, deren Bezeichnungen, sowie einzelne Über- den Mengung / und frömder örter Bewohnung / immer lieferungsorte (in der Regel Klöster) identifizierbar. Die mehr un[d] mehr zertheilet“.20 Demgegenüber leistet Karte ist ansonsten physisch undifferenziert. Geht man das 19. Jahrhundert zweierlei: Während Wenkers Atlas- von der heutigen dialektalen Gliederung aus, handelt es Projekt die bereits gebräuchlichen Dialektbegriffe durch sich um das oben beschriebene Sprachgebiet des Hoch- die genaue Beschreibung und geographische Verortung deutschen, abzüglich des Ostmitteldeutschen. Die Karte der sprachlichen Merkmale präzisierte, wurden die Dia- ist untertitelt mit Die wichtigsten Schreiborte des Althoch- lektbegriffe außerhalb der Dialektologie durch die enge deutschen und weist damit den verzeichneten Orten die Verknüpfung mit dem Stammesbegriff historisiert. In- zentrale Aussage zu. In der bildlichen Anmutung jedoch wieweit sie im sprachlichen Sinn historisch sind, ist eine drängt die durch Majuskeln und Schriftgröße hervorge- andere Frage. hobene Bezeichnung der Dialekträume in den Vorder- Werfen wir daher einen Blick auf das Althoch- grund. Der Effekt wird unterstützt durch eine flächi- deutsche, die Periode der deutschen Sprachgeschichte ge, orange Unterlegung, deren vage Ausdehnung durch von Überlieferungsbeginn im 8. Jahrhundert bis un- das bloße Aufhören der Farbe anstelle einer Grenzlinie gefähr 1050. Wenn Sprachhistoriker etwa über den und die undefiniert bleibenden Zwischenräume kodiert ‚Althochdeutschen Tatian‘ reden – eine spätlateinisch- wird. Vor allem das Alemannische lässt erkennen, dass althochdeutsche Bilingue der Evangelienharmonie des diese Ovale durch die eingeschlossenen Orte plus einer Tatianus, entstanden im zweiten Viertel des 9. Jahr- Marge ihre Form erhalten. hunderts in Fulda –, wird die darin enthaltene nicht- Setzt man voraus, dass die hier erscheinenden Dia- lateinische Sprache als ‚ostfränkisch‘ bezeichnet.21 Es lektbegriffe heute allein die durch die Wenkersche Me- kann berechtigterweise gefragt werden, was damit ge- thodik gewonnenen sprachlichen Räume bezeichnen meint ist. Man kann zunächst eigentlich nur davon und vom Ballast der Diskussion um die ‚deutschen Stäm- sprechen, dass eine einzelne frühmittelalterliche Hand- me‘ befreit sind, kann man im Sinne dieses Bandes von schrift die für sie charakteristischen sprachlichen Merk- mapping ancient identities sprechen: Aufgrund einer be- male trägt. Da eine Schreibnorm im modernen Sinn schränkten Datenlage wird die großräumige Gliederung eines Standards fehlt, sind die Schreibungen geleitet an den rezenten Dialekträumen orientiert, unter dem von den individuellen Kompetenzen und Überlegungen stets mitzudenkenden Caveat, in Einzelfragen „die mo- des Schreibers, den Schreibungen möglicher Vorlagen, dernen Sprachraumkonturen keinesfalls vorschnell und den Schreibtraditionen einzelner klösterlicher Schreib- unkritisch“24 auf die mittelalterliche Zeit zu übertra- schulen und ähnlichen Faktoren. So Vergleichsmateri- gen. Ohne diese Annahme ließe sich der Forschungsge- al überhaupt vorhanden ist, sind Überlieferungen der- genstand der Historischen Sprachwissenschaft, eine Ent- selben Entstehungsorte und etwa derselben Zeit in ih- wicklungskontinuität zwischen dem Beginn der Über- ren sprachlichen Merkmalen aber durchaus vergleich- lieferung und dem Heute darzustellen, nicht verwirkli- bar und die Vermutung liegt nahe, dass eine gemein- chen. Gleichwohl lässt sich, betrachtet man die sprach- same dialektale Basis der Grund dafür ist. Der Begriff lichen Merkmale der Quellen im räumlichen und zeit- ‚Schreibdialekt‘22 wird verwendet, um einerseits die Ei- lichen Gefüge der mittelalterlichen Überlieferungen, in gengesetzlichkeit der Schriftlichkeit, aber andererseits der Summe durchaus eine konsistente Sprachgeschich- die sinnvolle Annahme einer mundartlichen Basis an- te entwerfen. Ältere Sprachstände können durch Ge- zuerkennen. Die Umsetzung dieses Konzepts in Karten setzmäßigkeiten bis ins Neuhochdeutsche fortgeschrie- ist wiederum nicht unproblematisch. Ein Beispiel fin- ben werden und die Spezifika der Schriftdialekte lassen det sich auf Seite 66 des kanonischen Lehrwerks Dtv- sich zwanglos zur dialektalen Gliederung, wie sie in den 20 Schottel 1663, 151. 23 König 1996, 66 (einem Abdruck der Karte stimmte der Verlag leider 21 Vgl. Masser 1994, 33. nicht zu). 22 Besch 1983, 963–964 und 968–977. 24 Paul 2007, 4. 63 lars erik zeige, philipp krämer Wenker-Daten sichtbar ist, in Beziehung setzen. Das Bei- mentieren, zu verstehen oder zu konstituieren. Es sind spiel Fulda macht dabei deutlich, welche Art von Justie- vor allem Karten des Typs geography of language, die hier rungen durch die Beachtung des Caveats hervorgerufen besonders auffällig sind. werden: Das Kloster Fulda war eine ostfränkische Grün- Als Orientalist und Sinologe befasste Julius Kla- dung und zeigt entsprechend ostfränkische Merkmale proth sich insbesondere mit dem asiatischen Raum und in den Quellen, wenngleich der Ortsdialekt heute zum leistete mit der Asia polyglotta einen bedeutenden Bei- rheinfränkischen Gebiet gerechnet wird. trag zur Erforschung der sprachlichen Verschiedenheit Zusammenfassend muss daher betont werden, dass in dem Raum, den man im 19. Jahrhundert weit ge- Sprachkarten als Darstellungsmittel der Dialektgeogra- fasst als Orient bezeichnete.26 Klaproth ist mit seinen Ge- phie nicht nur wesentlich dazu beigetragen haben, eine danken zu den Beziehungen zwischen Rasse, Volk und differenziertere Vorstellung der Binnengliederung des Sprache in seiner Zeit ein besonderer Geist. So versucht Deutschen zu entwickeln. Sie vereinen auch die syn- er beispielsweise die seinerzeit sehr gängige Rassenein- chrone Verschiedenheit im Raum mit sprachgeschichtli- teilung von Blumenbach zu durchbrechen und wendet chen Prozessen, so dass ein Bild der räumlich geglieder- sich gegen eine starre Verzahnung von Sprach- und Ras- ten Vielfalt-in-Entwicklung von den Anfängen des Deut- senklassifikation.27 Dennoch kann man an den Karten schen bis zum Neuhochdeutschen entsteht.25 In ihrer in seinem Sprachatlas wichtige Problematiken diskutie- bildlich-ästhetischen Form stellen Sprachkarten damit ren, insbesondere an der großen Übersichtskarte des ge- einen Gegenentwurf zu Stammbaumdarstellungen und samten Asiens (Abbildung 4). Bei genauer Betrachtung deren gleichmäßigem, naturgesetzlichen Gang der Spra- enthält diese Karte, obwohl sie wie das Gesamtwerk mit chendifferenzierung dar. Die Gültigkeit von Lautgeset- Asia polyglotta betitelt ist, keine ausführlichen Informa- zen wird durch sie nicht bestritten, deren Reichweite je- tionen zu den Sprachen Asiens. Stattdessen trägt die doch durch die räumliche Struktur der Dialektgebiete Karte nur Bezeichnungen von Völkern wie Korjäken, und -grenzen erkennend gestaltet und fassbar gemacht. Tschuktschen, Tungusen usw. oder aber die Namen von Ländern wie Japan und Korea. Die Sprachen sind al- lerdings das zentrale darstellerische Kriterium, das die 3 Karten als Problembilder der Einteilung leitet. Dies ergibt sich insbesondere aus dem Sprachreflexion Zusammenhang mit dem Kartentitel und dem Gesamt- werk, das die Völkereinteilung anhand der Sprachklassi- Verschiedenheit wird im 19. Jahrhundert über die neur- fikation diskutiert. algischen Konzepte der Völker, der Nationen und der Graphisch arbeitet die Karte mit klaren Grenzzie- Rassen ausgehandelt. Das verbindende Kriterium war hungen in verschiedenfarbigen Linien und für gewis- dabei die Genealogie. Darum wurde der Rassebegriff im se Länder und Regionen mit einfarbigen Flächen. Sie 19. Jahrhundert so stark, dass er als weitreichende Erklä- drückt damit genau das aus, was im 19. Jahrhundert in rung für die verschiedensten Prozesse der Menschheits- der Wissenschaft erwünscht war: Abgrenzbarkeit und geschichte wie Nationenbildung, Ethnogenese oder Einheitlichkeit. Anhand klar umrissener Sprachräume Sprachgeschichte herangezogen wurde. Die Forschung wird bei Klaproth nun für klar unterscheidbare Spre- zu Sprachen und Texten sollte zentrale Anhaltspunkte chergruppen deren feste und unverrückbare Abgeschlos- zu dieser Abstammungssuche liefern und bezog wieder- senheit als Völker konstruiert. Ihm selbst war durch- um von der Rassenlehre wichtige epistemologische Un- aus bewusst, dass eine Einteilung in diesen fixierten terstützung, um zu klären, wo man Grenzen zwischen Zusammenhängen wissenschaftlich problematisch ist. Nationen, Rassen, Völkern oder Sprachgemeinschaften Dennoch beherrscht schon in seiner Arbeit im frühen ziehen kann. Die bildhafte Darstellung von Karten lag 19. Jahrhundert und in der darauffolgenden Zeit das Zu- entsprechend nah, um diese Grenzziehungen zu doku- sammenspiel von Sprache, Sprechergruppen und Raum- 25 Vgl. zum Programm der modernen Regionalsprachenforschung Schmidt 26 Klaproth 1823. und Herrgen 2011. 27 Tintemann 2015. 64 darstellungsmittel für sprachräume und sprechergemeinschaften Abb. 4 Karte aus Julius Klaproths Sprachatlas in der Asia polyglotta. einteilungen die geophilologische Arbeit. Das Kartieren lung der Menschheit entscheidend formten. So ist etwa von ancient identities anhand der Kartierung von Spra- von „Großrassen“ die Rede, welche die alte Einteilung chen bediente stets gegenwärtige Ziele, nämlich die Fest- als ‚weiße‘, ‚schwarze‘ und ‚gelbe Rasse‘ wiederaufgrei- legung von contemporary identities auf der Basis histo- fen, die in der Vergangenheit bisweilen etwa mit den rischer Legitimation. Wie sehr diese Prinzipien noch drei biblischen Stämmen der Menschheit als Nachfol- heute wirken, lässt sich bis in die Gegenwart weiterver- ger der Söhne Noahs, nämlich Ham, Sem und Japhet, folgen. dargestellt wurden. Der Schulatlas ersetzt an der Ober- Im Diercke Weltatlas in der Auflage von 1992 ent- fläche nun die Begriffe mit den wissenschaftlich wir- hält der hintere Teil eine größere Anzahl von Weltkar- kenden Bezeichnungen „Europide, Negride, Mongoli- ten, darunter auf einer gemeinsamen Seite zwei Kar- de“, behält ansonsten aber das Grundschema unverän- ten unter der Gesamtüberschrift Sprachen/Rassen.28 Die dert bei. Zwischen diesen „Großrassen“ soll es außer- Legende zur Rassenkarte nutzt dabei Begriffe und Ka- dem „Kontakt- und Übergangsrassen“ und „neuzeitliche tegorien, die mindestens seit dem 19. Jahrhundert be- Mischformen“ geben. An den „Kontaktrassen“ sind wie- stehen und schon damals die Reflexion über die Eintei- derum sogenannte „Altschichtrassen“ beteiligt. All die- 28 Zahn, Burgermeister und Topel 1992, 237 (einem Abdruck der Karte stimmte der Verlag leider nicht zu). 65 lars erik zeige, philipp krämer se Kategorien und Bezeichnungen nehmen das alte Ge- In den beiden Karten dominieren erneut scharf ab- nealogiedenken wieder auf, das Abstammungen in his- gegrenzte Flächen für genau festgelegte Räume. Bei den torischen Schritten nachvollziehen und daraus Eintei- Rassen definiert man Mischformen, denen man wieder- lungen der Menschheit ableiten möchte. Dahinter steht um klare Flächen zuweisen kann und behilft sich in eini- auch ein Kriterium, das für lange Zeit in der Altertums- gen Fällen mit Schraffierungen für Gebiete mit gemisch- forschung bedeutsam war, nämlich die Frage, wie weit ter Bevölkerung. In der Sprachenkarte gibt es ausschließ- man anhand der vermeintlich gegenwärtig existierenden lich einfarbige Flächen, die mit Beschriftungen noch Rassen die Abstammung zurückverfolgen kann, also wie einmal spezifiziert werden. Was dabei überhaupt nicht man die synchrone Einteilung diachron lesen kann. Hier sichtbar gemacht wird, ist Mehrsprachigkeit. Die west- ist besonders die Unterscheidung zwischen den „Alt- liche Hälfte Südafrikas ist beispielsweise ausschließlich schichtrassen“ als quasi-urzeitliches genealogisches Sub- der germanischen Sprachfamilie zugewiesen – überdies strat und den „neuzeitlichen Mischformen“ als insbe- ohne Beschriftung, so dass Englisch oder Afrikaans ge- sondere in der kolonialen Epoche hinzutretende Kate- meint sein kann. Indigene Sprachen sind, so suggeriert gorie bedeutsam. Zwischen diesen beiden Polen spielt die Karte, in dieser Region überhaupt nicht vorhanden. sich gewissermaßen die Zivilisationsgeschichte des mo- Im östlichen Landesteil dagegen wird der Karte zufolge dernen, also ‚weißen‘ Menschen ab. Xhosa und Sotho gesprochen, nicht aber Englisch oder Zusätzliche Bedeutung erhält die Rassenkarte ge- Afrikaans. Auch alle anderen der zahlreichen Sprachen meinsam mit der Sprachenkarte auf derselben Seite. Südafrikas bleiben unsichtbar. Nach Auffassung der Gestalter des Atlasses gehören die- In Australien ist etwa ein Drittel der Landesfläche se beiden Karten offenbar zusammen und verdienen es mit „Australisch“ beschriftet, so dass die Zurückdrän- daher, gemeinsam abgedruckt zu werden. Es wäre bei- gung der indigenen Sprachen auf dem Kontinent deut- spielsweise ebenso denkbar gewesen, zu den Sprachen lich harmloser wirkt als er in Wirklichkeit ist. Die Be- die ebenfalls in der Ausgabe enthaltene Karte Verkehr und zeichnung ‚Australisch‘, anstelle von Alternativen wie et- Kommunikation zu setzen oder jene mit der Überschrift wa ‚australische Sprachen‘ im Plural, legt nahe, dass es in Bildung, die Informationen zur Analphabetenrate in den dieser Region eine einzige Sprache gäbe, ganz parallel zu Regionen der Welt bietet. Stattdessen wird die Sprach- Finnisch oder Italienisch in Europa. Die Karte stützt so einteilung aber in einen unmittelbaren Zusammenhang die verbreitete Ansicht, dass eine Nation üblicherweise mit der Rasseneinteilung gestellt und diese explizit auf- auch eine ihr namensgleiche Sprache besitzt. Der pre- gegriffen. So gibt die Legende etwa an, dass es in Afrika käre Status der Sprachen Australiens lässt sich mit ei- „Negersprachen“ gebe. Es ist kein Zufall, dass die Farbe- ner solchen Kartendarstellung nicht erfassen, ebenso we- inteilung in beiden Karten an zahlreichen Stellen über- nig die sozialen und demographischen Kräfteverhältnis- einstimmt, ebenso wie die damit verbundenen Kontu- se.30 Ähnlich unrealistisch ist die einfarbig als „franzö- ren. So spiegelt etwa die braune Farbgebung des subsa- sisch“ beschriftete Abbildung Haitis, obwohl die große harischen Afrikas die rassenlogische Farbenlehre wider, Mehrheit der Bevölkerung keine Französischkenntnisse während in Sibirien und Kanada die indoeuropäischen besitzt und nur Kreolisch spricht. Die in der Sprachwis- Sprachen flächengleich sind mit den Gebieten der „euro- senschaft längst anerkannte Eigenständigkeit der Kreol- piden Großrasse“. Indien ist geteilt in eine indoeuropäi- sprachen in der Karibik, im Indischen Ozean und im Pa- sche bzw. „europide“ nördliche Zone und eine südliche zifik wird in der Karte völlig ignoriert. Die Sprachkar- Region einer vermischten „Altschichtrasse“ mit dravidi- te bestätigt so das gefestigte Bild der einsprachigen, ho- schen Sprachen. Bereits im 19. Jahrhundert spielte eine mogenen Nation und der einheitlichen, monolingualen solche parallele Unterscheidung eine zentrale Rolle zur Sprechergemeinschaften mit einem festen und undurch- Stützung des Arier-Mythos und zur Erklärung der Über- brochenen Gebiet. legenheit indoeuropäischer Völker über die vermeint- Das Beispiel aus dem Schulatlas ist zwar nicht un- lich nicht-arischen und daher unterlegenen Draviden.29 mittelbar der Sprachwissenschaft zuzuordnen, ist aber 29 Hutton 2013, 95–99. immer ein reichhaltiges Hintergrundwissen zum Verständnis der visuali- 30 Ormeling 2010, 26 nutzt das Beispiel Australien als eingängigen Fall zur sierten Informationen voraussetzen. Illustration der Homogenitätsproblematik von (Sprach-)Karten, welche 66 darstellungsmittel für sprachräume und sprechergemeinschaften durch seine Verwendung im Schulkontext wahrschein- hin zu einer räumlich eher kleinteiligen aber sprachwis- lich noch einflussreicher. Die seit langer Zeit bestehen- senschaftlich detailtiefen Datenerhebung. Karten wer- den Vorstellungen von Sprach- und Menschengruppen den zunehmend auf der Basis multimodaler und mul- können mit solchen Kartendarstellungen gerade in der tidimensionaler Datenbasen mit Hilfe geokodierter Da- Bildung langfristig bestätigt und gestützt werden. Schon ten erstellt. Linguistische Daten lassen sich in neueren die implizite, aber optisch überaus auffällige Parallele Ansätzen unter anderem aus Big-Data-Verfahren gewin- zwischen den beiden Karten erzielt sicherlich einen prä- nen. Die Darstellung von Prozessen in dynamischen Kar- genden Effekt. Dass noch am Ausgang des 20. Jahrhun- ten bleibt dabei ein Ansatz, der erst langsam entwi- derts ganz selbstverständlich in einem Lehrwerk solche ckelt und erprobt wird.31 Wir wollen an Beispielen aus Zusammenhänge hergestellt werden, zeigt sehr deut- der gegenwärtigen Forschung illustrieren, wie sich diese lich, wie Postulate der Philologien des 19. Jahrhunderts Trends niederschlagen: dauerhaft in die allgemeine, auch außerwissenschaftli- Neue Lösungen in der geographisch arbeitenden che Sprachreflexion eingegangen sind. In der Gegenwart Linguistik legen den Fokus auf kleinräumige Interak- setzt sich ein Bewusstsein für diese Problematik immer tionen von Sprechern, auf „networks, routines and co- mehr durch, so dass in aktuellen Auflagen von Schulat- presence“.32 Auf diese Weise sollen Variation und Mehr- lanten eine derartige Kartendarstellung nicht mehr ent- schichtigkeit in der Sprachverwendung in der Analy- halten ist. se deutlicher hervortreten. In der heutigen Afrikanistik entstehen beispielsweise Ansätze, welche die starre Ver- knüpfung von Sprachort und -zeit überwinden müssen, 4 Multidimensionale Sprachkarten, um etwa die komplexen Bewegungen und Kontakte von Geotagging und Big Data Sprechergruppen in dynamisierten Modellen wiederge- ben zu können:33 Einzelne, kleine Gesellschaften verlas- Es gehört zu den Herausforderungen und zur Verant- sen ihre Aufenthaltsorte, um sich an neuen niederzulas- wortung der gegenwärtigen Linguistik, die soeben dar- sen, bringen dabei ihre Sprache an neue Stätten oder gestellten Probleme zu durchschauen und mit den ver- übernehmen in neuen Kontakten andere Sprachen. Die fügbaren Mitteln methodisch und theoretisch zu über- Verwendung der vorhandenen Sprachen kann sich infol- winden. Insgesamt kann man beobachten, dass eine Ori- gedessen kontextbedingt verändern. Diese sprachlichen entierung hin auf gesprochene und nicht-standardnahe Praktiken in ihren räumlichen wie sozialen Zusammen- Kommunikation die Erkenntnis umsetzt, dass sich die hängen sind deutlich komplexer, als es herkömmliche sprachlichen Strukturen jeder Varietät nur in der In- statische Sprachkarten abbilden können. teraktion mit einem Varietätengefüge ausdifferenzie- Die postkoloniale Toponymieforschung untersucht ren können. Entsprechend entwickelt die Sprachwis- Benennungen von Orten, die als sprachliche Zeichen senschaft die Darstellungsmöglichkeiten für ihre Be- der Inbesitznahme verstanden werden. Anhand von Kar- dürfnisse weiter. Die Möglichkeit, Geokodierung und ten soll dabei geklärt werden, wie punktuell und fort- Kartendarstellungen in der Analyse gegliederter sprach- schreitend mit dem Mittel der Sprache koloniale Macht- licher Vielfalt-in-Entwicklung im Spannungsfeld zwi- bereiche geschaffen und gefestigt wurden.34 Zum Bei- schen Standard, Dialekten, Mehrsprachigkeit, Soziolek- spiel wurden durch koloniale Ortsnamen, die aus eu- ten, Textsorten etc. einzusetzen, wird Schritt für Schritt ropäischen Sprachen gebildet wurden, kartenpolitische umgesetzt. Dabei lassen sich mehrere Trends identifizie- Fakten geschaffen, die in der Regel die Konstellationen ren, die in unterschiedlicher Kombination und Gewich- lokaler Sprachen völlig ignorierten. Die Toponymiefor- tung in der aktuellen Forschung ineinandergreifen: An- schung kann jedoch anhand der in Karten abgebildeten stelle großer, vereinheitlichter Flächen bewegt man sich Sprachverwendung zeigen, wie fluktuierend und histo- 31 Neue Methoden erprobt und diskutiert beispielsweise die 2013 erstmals 32 Britain 2010, 76–77. erschienene Zeitschrift Journal of Linguistic Geography, vgl. darin etwa 33 Harnischfeger, Leger und Storch 2014, 7–13, 16–21; Di Carlo und Pizzio- Montgomery und Stoeckle 2013 sowie Buchstaller und Alvanides 2013 lo 2012. und insbesondere Kretzschmar, Juuso und Bailey 2014 mit einem Ansatz, 34 Weber 2012; Lauer 2009, 218–223. der dynamische Kartendarstellungen erlaubt. 67 lars erik zeige, philipp krämer risch wandelbar die Herrschaftsausübung in Wirklich- alle Formen sprachlicher Repräsentation im öffentli- keit gewesen ist, obwohl sich der Machtbereich in der chen Raum, vor allem in Städten. Am Beispiel einer politischen Geographie als umfassend darstellt. Solche Studie zu einem Stadtteil von Rom in der Umgebung Forschungsfragen profitieren von dynamischen Karten- des Bahnhofs Termini wird deutlich, wie eine solche In- bildern. ventarisierung verlaufen kann.37 In einem multiethni- In multimodalen Datenbanken werden geschrie- schen Stadtviertel werden Fotos von den Schriftreprä- bene, gesprochene und gestische Sprachdaten bereit- sentationen im öffentlichen Raum mit Hilfe eines da- gestellt und aufeinander bezogen. Ein Beispiel für die für entwickelten Tools mit Metadaten verknüpft, etwa multimodale Verknüpfung von Sprachdaten in klein- Fundort, Textsorte und die enthaltenen Sprachen. Dar- räumiger Dokumentation ist Vivaldi (Vivaio Acustico aus kann erfasst werden, dass bestimmte Textarten häufi- delle Lingue e dei Dialetti d’Italia).35 Dieser Online- ger in gewissen Sprachen vorkommen und entsprechend Dialektatlas des Italienischen sammelt geschriebene und mit den gesellschaftlichen Rollen verknüpft sind, die gesprochene Varianten einzelner dialektaler Merkma- diese Textsorten hervorbringen. Auch die räumliche Ver- le sowie mehrsätzige gesprochene Textausschnitte, ver- teilung auf daraus erstellten Karten lässt gegebenenfalls knüpft diese als Audiodatei mit dem Erhebungsort solche Rückschlüsse zu. Dabei wird jede Art von sicht- und erschafft so eine Datenbasis für weitere Forschun- barer Sprache ausgewertet, beispielsweise Beschriftun- gen. Man nutzt hier die Darstellungsformen der lin- gen, Schilder, Hinweise, Graffiti, Kritzeleien, Zettel oder guistic geography, bei denen keine Einheitlichkeit kon- herumliegender Müll. Diese Daten werden inventari- struiert, sondern gerade die kleinteilige Unterschiedlich- siert und daraufhin untersucht, was sie über die Mehr- keit erfasst werden soll. Insbesondere sind auch Sprach- sprachigkeit in der jeweiligen Umgebung aussagen. Man proben der regionalen Minderheitensprachen Italiens stellt insbesondere die Frage, welche Sprachen mit wel- mit aufgenommen. Auf diese Weise vermeidet es der chem Ziel benutzt werden und wie dies die soziolinguis- Atlas, die Dialektologie wieder in den Dienst eines tischen Kräfteverhältnisse widerspiegelt. Die soziale Be- nationalphilologisch-einsprachigen Projektes zu stellen. deutung von Sprachen in einer mehrsprachigen Gesell- Doch nicht nur unterschiedliche Erscheinungsfor- schaft lässt sich an solchen Repräsentationen gut able- men von Sprache können in komplexen Datenbasen sen, etwa wenn Einwanderersprachen kaum auf offiziel- verknüpft werden. Im Digitalisierungsprojekt Digitaler len Beschriftungen vertreten sind, dafür aber stark z. B. Wenker-Atlas (DiWA, 2001–2009) sowie seinem Nach- im Kleinhandel. folgeprojekt regionalsprache.de (REDE, seit 2008) wurde Es fällt nicht schwer sich vorzustellen, wie lin- die Möglichkeit explizit mit angelegt, das in Sprach- guistic landscapes durch crowd -basierte Datenerhebung karten dargestellte linguistische Wissen mit weiterem an Detailtiefe gewinnen könnten: GPS-fähige Kameras geokodierten Datenmaterial zu verbinden.36 Dabei wur- und Smartphones plus einer App, in der eine basale de nicht nur an die Daten anderer linguistischer Erhe- Annotation möglich ist, das Ganze möglicherweise als bungsprojekte gedacht, sondern auch an die Integrati- Game. Die gesammelten Daten können aussagekräftig on von und Vernetzung mit kulturhistorischen, soziode- mit weiteren geokodierten, nicht-linguistischen Daten mographischen oder bibliographischen Informationen, wie z. B. soziodemographischen Daten verknüpft wer- die in anderen GIS-Systemen verfügbar sind. Auf diese den, beispielsweise indem zum Vergleich bestimmte re- Weise ist die Erstellung multidimensionaler Sprachkar- präsentative Stadtviertel oder Straßenzüge ausgewählt ten möglich. werden. Karten sind dabei zunächst Hilfswerkzeuge: Sie Eine besonders interessante Forschungsrichtung, helfen, die Raumordnung der Stadt zu erfassen und aus- die mikroräumlichen Analysen mit multimodalen und zuwählen, welche Bereiche aufgrund räumlicher und so- multidimensionalen Datenbasen verbindet, sind linguis- zialer Gegebenheiten für eine Untersuchung in Frage tic landscapes. Unter diesem Schlagwort untersucht man kommen. mit systematischer Dokumentation und Interpretation Linguistic landscapes stellen genau jene Prämissen 35 http://www2.hu-berlin.de/vivaldi (besucht am 31.10.2017). info/Projekt/Technik.aspx (besucht am 31.10.2017). 36 Vgl. http://www.diwa.info/Projekt/Allgemein.aspx und http://www.diwa. 37 Barni und Bagna 2009. 68 darstellungsmittel für sprachräume und sprechergemeinschaften in Frage, welche das linguistische Arbeiten mit Karten (2) nl. fucking aids verbinding vorher problemanfällig machten: Sie gehen produktiv ›verdammte AIDS-Verbindung‹ und präzise mit der Tatsache um, dass gerade städti- sche Räume inzwischen zu Orten mit enormer sprachli- Im Gegensatz zu den meisten europäischen Sprachen, so cher Vielfalt geworden sind, die sich nicht mit redukti- auch dem Deutschen, ist das Beschimpfen und Fluchen ven Raumdarstellungen wiedergeben lassen. Gleichzei- mit Krankheiten im Niederländischen weit verbreitet. tig zeigen sie Migrationswege auf, indem mehrsprachi- Neben etablierten, festen Wendungen wie in (1), ist die- ge Orte sprachlich auf andere Orte der Erde verweisen. ses sprachliche Verfahren produktiv, d. h. Flüche wer- Doch nicht nur im Zusammenhang mit rezenter Mi- den situationsabhängig aus Ausdrücken für verschiede- gration, sondern auch im Umgang mit traditionellen ne Krankheiten und dem jeweilig zu Verfluchenden ge- Minderheitensprachen können diese Forschungsarbei- bildet: In (2) wird eine nicht zu erreichende Umsteige- ten den alten epistemologischen Rahmen von Sprach- verbindung mit einer erst seit jüngster Zeit bekannten karten überschreiten.38 Durch die gestalterische Reprä- Krankheit verflucht. Traditionell wird das Fluchen mit sentation der Vielfalt einerseits und die Verbindungen Krankheiten mit dem niederländischen Kalvinismus in zwischen Sprechergemeinschaften andererseits revidie- Verbindung gebracht.41 Ruette setzt in seiner Analy- ren solche Ansätze die sprachwissenschaftliche Traditi- se nun die standortmarkierten Meldungen (Tweets) zu on, dass sich Sprache, Sprachraum und Sprechergemein- Zensusdaten aus den Jahren 1899 und 2002 in Bezie- schaft gegenseitig völlig bedingen. hung. Er kann auf der Grundlage von über sechs Mio. Mit der fortschreitenden Standardisierung, Auto- Meldungen von etwa 46 000 BenutzerInnen an 213 Orts- matisierung und vor allem Verbreitung von Geoko- punkten zeigen, dass das Fluchen mit Krankheiten vor dierungsverfahren bis hinein in sprachwissenschaftlich allem in und um Amsterdam dominiert, während es in interessante Alltagsverrichtungen (Twitter, Facebook, den übrigen Gebieten mit traditionell kalvinistischem Blogs etc.) ergeben sich heute Perspektiven, die die Bekenntnis nicht sehr wahrscheinlich auftritt. Gleich- Möglichkeiten professioneller Datenpflege noch einmal zeitig ist das Fluchen mit Krankheiten auch in den ka- überschreiten. Elektronische Kommunikation in all ih- tholisch geprägten Gebieten der niederländischsprachi- ren Facetten stellt ein reizvolles Reservoir natürlich- gen Region in den Südniederlanden und Flandern nicht sprachiger Daten für die sprachwissenschaftliche Aus- unüblich. Das regionale Verteilungsmuster der heutigen wertung dar. Als Teil der Diskussion um ‚Big Data‘, Verwendungsdaten schließe eine religiös motivierte Ent- ‚Crunching the Web‘ etc. diskutiert auch die Sprachwis- stehung zwar nicht völlig aus, sei aber vor allem ein senschaft die Integration dieser Daten nicht nur unter Phänomen städtischer Kommunikation. In jedem Fall methodischer Perspektive.39 Neben technischen Proble- zeigt Ruettes Untersuchung, dass sprachliche Daten in men und rechtlichen Fragen des Data Minings verfügen einem bislang unbekannten Umfang und mit vertretba- die Erscheinungsformen der elektronischen Kommuni- rem Aufwand aus Formen elektronischer Kommunika- kation über dasselbe Irritationspotenzial gegenüber eta- tion gewonnen und für die sprachwissenschaftliche For- bliertem linguistischen Wissen wie es die Dialekte im schung gewinnbringend eingesetzt werden können. 19. Jahrhundert oder die ‚Entdeckung‘ der gesproche- Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, bei der nen Sprache seit etwa der Nachkriegszeit besessen ha- mehrdimensionale Sprachkarten erneut einen Erkennt- ben. Das Potenzial solcher Untersuchungen lässt sich nisschub in der Sprachwissenschaft auslösen können, in- an ersten explorativen Untersuchungen abmessen, bei- dem sie ein durch linguistische und nicht-linguistische spielsweise der von Ruette40 durchgeführten Studie zur Daten motiviertes Bild von Stabilität und Dynamik, vom Anwendbarkeit von Twitter-Daten für die linguistische Ziehen und Auflösen von Strukturgrenzen, von Diffe- Forschung am Beispiel des Fluchens mit Krankheiten im renzierung und Nivellierung innerhalb des gesamten Va- Niederländischen. rietätenspektrums geben. Die Frage der gesetzmäßigen (1) nl. krijg de tering ›bekomm Tuberkulose‹ 38 Cenoz und Gorter 2006. 40 Ruette [unpublished]. 39 Vgl. etwa Lüdeling, Evert und Baroni 2007. 41 Vgl. van Sterkenburg 2001, 72 und van Sterkenburg 2008. 69 lars erik zeige, philipp krämer Veränderung eines Merkmals a in ein Merkmal b un- darstellungen, die beispielsweise aus Zeitverläufen oder ter den Bedingungen c wird übersetzt in die Frage (oder soziodemographischen Daten gebildet werden, oder set- zunächst Teilaspekte davon), wer wie viel mit wem in zen andererseits ganz auf subjektive Wahrnehmungsräu- welchem Umfeld zu welchem Zweck usw. mit welchen me der SprecherInnen etwa im Rahmen der folk linguis- sprachlichen Merkmalen kommuniziert. Gegenwärtige tics. Damit ist heute der geographische Raum nicht mehr Ansätze arbeiten dabei einerseits mit abstrakten Raum- der alleinige Zugriff. 70 Bibliographie Barni und Bagna 2009 Hutton 2013 Monica Barni und Carla Bagna. „A Mapping Technique and Christopher Hutton. „Fictions of Affinity and the Aryan Pa- the Linguistic Landscape“. In Linguistic Landscapes. Expanding radigm“. In Wort Macht Stamm. Rassismus und Determinismus in the Scenery. Hrsg. von E. Shohamy und D. Gorter. New York der Philologie. Hrsg. von M. Messling und O. Ette. München: und London: Routledge, 2009, 126–140. Wilhelm Fink, 2013, 89–103. Besch 1983 Kate 1723 Werner Besch. „Dialekt, Schreibdialekt, Schriftsprache, Stan- Lambert ten Kate. Aenleiding tot de kennisse van het verhevene deel dardsprache. Exemplarische Skizze ihrer historischen Ausprä- der Nederduitsche sprake. Amsterdam: Wetstein, 1723. gung im Deutschen“. In Dialektologie. 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Schwerpunkte sind kreolische und postkolo- E-Mail:
[email protected]niale Gesellschaften der Karibik und des Indischen Ozeans und der Benelux-Raum. LARS ERIK ZEIGE Lars Erik Zeige, Dr. phil. (Berlin 2010), ist Wissenschaftli- Dr. Lars Erik Zeige cher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte der deutschen Lehrstuhl für Geschichte der deutschen Sprache Sprache des Instituts für deutsche Sprache und Linguistik der Institut für deutsche Sprache und Linguistik Humboldt-Universität zu Berlin. Zu seinen Schwerpunktge- Humboldt-Universität zu Berlin bieten gehören die Wissenschafts- und Disziplingeschichte der Unter den Linden 6 Linguistik, Empirie und Theorie des sprachlichen Wandels, 10099 Berlin, Deutschland sowie die grammatischen Phänomene der Adposition und der E-Mail:
[email protected]Negation. 73 Jörg Mose The Role of Maps in the (Re-)Construction of Territorial Identity: the Example of Catalonia against the Background of Spanish and European Identity Summary At present, Spain is a good example of a state between sep- Gegenwärtig ist Spanien ein gutes Beispiel für einen Staat zwi- aratism and transnationalization. Spain is taking part in the schen Separatismus und Transnationalisierung. Spanien ist in European integration process, while doubt is being cast on den europäischen Integrationsprozess eingebunden, während its national unity by various peripheral nationalisms like, for seine nationale Einheit von peripheren Nationalismen unter example, Catalanism. In this context Catalan, Spanish and anderem in Katalonien in Frage gestellt wird. In diesem Zu- European identities are becoming increasingly contested and sammenhang sind europäische, spanische und katalanische ideologized. Maps have a central function in the discursive Identität höchst umstritten und ideologisiert. Karten spielen (re-)construction of these spatial identities, because they are bei der diskursiven (Re-)Konstruktion räumlicher Identität ei- the most important way to perceive larger spaces. This arti- ne entscheidende Rolle, weil sie die am weitesten verbreitete cle illustrates how maps of an everyday context (in school- Repräsentatio n größerer Räume sind. Dieser Artikel zeichnet books, weather forecasts etc.) contribute to forming several nach, wie alltagsweltliche Karten (beispielsweise aus Schulbü- geographical and territorial images of Europe, Spain and Cat- chern oder Wettervorhersagen) dazu beitragen, verschiedene alonia. geographische und territoriale Vorstellungen von Europa, Spa- nien und Katalonien zu formen. Keywords: identity; nationalism; maps; critical geopolitics; Spain; Catalonia Keywords: identity; nationalism; maps; critical geopolitics; Spain; Catalonia Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 75 jörg mose 1 Introduction frastructure obstructed interregional exchange.3 The re- form of administrative borders, replacing the historical Spain resides in an area of conflict between separatism regions with 49 provincias, followed the centralist model and transnationalization. It is taking part in the process of France and was not carried out until 1833. of European integration while at the same time doubt Spain, at least after the loss of her last colonies in is being cast on the country’s territorial integrity by pe- 1898, stood for political and economic backwardness, ripheral nationalisms in Galicia, the Basque Country and thus offered little reason for proud patriotism, es- and Catalonia. pecially for liberals. This gap was filled by regionalistic Especially this case makes it clear that the nation- and later by peripheral-nationalistic movements in var- state is no longer the predominant concept of political ious regions like the Basque Country, Galicia and espe- order. In Spain the ‘contestedness’ of national identity cially Catalonia, which serves as a case-study for this pa- is not a new phenomenon. In contrast to other states, per. Spanish national identity was never established as a hege- In the former principat de Catalunya (principality of monic spatial identity and was never naturalized as a ter- Catalonia) the romantic renaixença (rebirth) movement ritorial frame of social thinking and acting. went on a quest for its own roots from the mid-19th Because of this multiplicity, the example of Spain is century. Initially this movement had a strong cultural very suitable to observe the complexity of the construc- and linguistic orientation and was supported by intel- tion of spatial identity. Catalan national identity is cho- lectuals and the bourgeoisie.4 Around the turn of the sen as an example because it is the oldest and most popu- century it became increasingly politicized. Instead of fo- lar of the peripheral nationalisms in Spain. The paper at cusing on regional language and culture, calls for au- hand presents parts of the research project Between sep- tonomy were made. The peripheral nationalisms that aratism and transnationalization funded by the Deutsche evolved from the regionalisms experienced initial suc- Forschungsgemeinschaft (DFG), which retraces this pro- cess. Community organizations formed like the histori- cess using an analysis of schoolbooks, print media, polit- cal regions were founded. With the constitution of the ical documents and maps mainly from schoolbooks and 2nd Republic (1931–1936) Spain headed in the direc- media, based on discourse theory. tion of a federal system of government. The dictator- Two goals are pursued by this paper. First, to illus- ship of Franco, which followed the Spanish civil war, trate the role of maps in the (re)construction of terri- resulted in a profound setback to the regionalistic and torial imaginations and, second, to give an overview of peripheral-nationalistic movements striving for auton- the origin of the territorial imaginations that are present omy. Not only were socialistic and democratic ideas sup- in the current discussion about the constitution of the pressed, but also regionalism. Spanish state. A short overview of the political and so- After Franco’s death in 1975, the peaceful transition cial context of this construction process and some theo- to democracy was threatened by the Sword of Damocles retical presumptions about the construction of identities of an impending putsch. The historical regions, the terri- and the role of maps in discourses serve as a foundation. torial frame for the regionalisms and peripheral nation- alisms, were institutionalized as comunidades autónomas (CCAA) with regional parliaments by the new constitu- 2 Contested identities in Spain tion in 1977. Owing to the necessary hurry to reach a consensus in the elaboration of a document, the com- The conflict of different political movements weakened petences of the central state and CCAA were only very the construction of a Spanish nation during the 19th vaguely set out, e.g. in the field of education. Therefore century. Neither the conservatives, who understood na- the spatial categories of identities and the resulting con- tionalism as a secularist and democratic concept, nor the stitution of the Spanish state have continued to be con- liberals applied on nationalism.1 The education system tested until the present day. Although in various ways was only slowly centralized,2 while poor transport in- the Spanish state resembles the structure of the German 1 Álvarez Junco 2002, 26–27; Boyd 2002, 43. 3 Núñez 2001, 488. 2 Vilar 2005, 112. 4 Núñez 2001, 487. 76 the role of maps in the (re-)construction of territorial identity state, the term federalism is avoided by all sides. Spanish and can partly substitute for one another. For analytical centralists fear the dissolution of Spain into its ‘federal reasons they are differentiated as follows: states’ and the Catalan nationalists, who feel themselves to be a nation, call for an independent state or at least – By exclusion and distinction the Self and the more competences than other CCAA, which they regard Other are constructed and thus a (collective) as mere administrative units.5 subject is constituted. Spain has always been integrated in different large- – The definition of stable, recurring and com- scaled categories of identity. In a conservative milieu mon characteristics and symbols enables the Spain was regarded mainly as a trailblazer and defender identities to be recognized. of the Christian Occident. Despite the independence of – A national biography or rather a common his- the Latin American states of the former colonial em- torical narration constructs a incessant conti- pire, until today hispanidad, as a uniting concept, is cel- nuity and enables recognition despite changing ebrated with the Spanish national holiday the dia de la characteristics. hispanidad on 12 October. During the dictatorship of Franco, that found its equivalence in the dictatorship In the construction of territorial identities all three mo- of Salazar in Portugal, parallels of the Iberian Peninsula ments have a spatial component: drawing up a frontier, were emphasized. Present schoolbooks reinforce this ter- the representation of homogeneous qualities linked to ritorial model of cultures. Finally, at the latest when these ‘container spaces’, and the narration of places of re- Spain joined the EC, ‘Europe’ became the most impor- membrance. tant reference.6 This list underlines the existence of different forms of linking space to identity. It can be associated to places. At places of remembrance like Catalan Montserrat or 3 Maps and the construction of spatial Spanish Covadonga a tourist industry has developed identity around visits to this ‘place of pilgrimage’ and the sale of nationalistic ‘devotional objects’.9 However, the par- Especially for large-scaled identities it is rather impos- ticular focus of this article is on maps as representations sible to experience the complete related space, so that of space and especially the question of their role in the besides symbolic places and landscapes different repre- construction of territorial identity. sentations of space have an important role for binding Indeed this question is particularly interesting from space to identity. Maps are the most frequently used rep- the perspective of Critical Cartography, whereby maps resentations of space. They may even make territoriality are no longer regarded as objective “mirrors” of reality10 , “sensuously experienceable”.7 Therefore in the following but are assumed to “make reality as much as they repre- I will concentrate on the role of maps in the construction sent it”.11 Maps are therefore texts “in the same senses of spatial identity. that other non-verbal sign systems – paintings, prints, The idea of essential, stable identities has been de- theater, films, television, music – are texts”.12 Maps are constructed in recent decades. Its place has been taken by a system of meaning, a sort of language and part of the concept of a fluid, polysemous, fragmented and nar- discourses. They construct knowledge about social or- rative identity. Individual and collective identities are sit- der and are integrated in certain knowledge-power com- uated culturally and historically and constructed discur- plexes. On the one hand, maps mirror social power rela- sively. Three moments are important for this construc- tions, on the other hand maps reproduce them.13 tion.8 In actual articulations they are often interwoven 5 Mose 2014, 115–126. 10 Pickles 1992, 193. 6 Mose 2014, 165–185. 11 Crampton and Krygier 2006, 15. 7 Laba 2014, 221. 12 Harley 2002c, 36. 8 Hall 1994, 180–222; Ricœur 2005, 15. 13 Mose and Strüver 2009, 317. 9 Mose 2014, 107–112. 77 jörg mose Many authors14 give hints to the critical interpreta- The publication context can also be of interest for tion of maps by deconstructing maps as scientifically ex- the interpretation of maps, because a particular position act reflections of reality. suggests particular readings of maps. Beside the surface of the map it is necessary to decode the subtexts that re- Deconstruction urges us to read between the veal themselves if one interprets maps in the context of lines of the map – ‘in the margins of the text’ their origin.20 The following chapters direct the gaze on – and through its tropes to discover the silences and under the surface of maps. The aim is to show how and contradictions that challenge the apparent maps contribute to the separation of the Self and the honesty of the image.15 Other, the connotation of homogeneous qualities with container spaces and the narration of a common past. Interpretation may involve – considering the techni- The closing examination of weather charts from differ- cal possibilities of map production: map projection, di- ent print media gives an overview of the territorial imag- vision in hemispheres, orientation, enlargement, scale, inations that are bound to different identities in Spain. coloring, contrast, types of hierarchies and categories, choice of section and center of the map, labeling, sym- bols, decorative elements and toponyms. 4 Naturalization of territoriality and Also elements not shown in the map, so called carto- territoriality as a logo graphic silences,16 are an indicator of geographical imagi- nations that are transported in maps. The reason for the Within the construction of spatial identity maps gener- silence of every map is the principle of selectivity. Se- ate an imagination about territoriality, stabilize and nat- lecting and accentuating particular elements also means uralize this connection, and separate the own from the simultaneously omitting and downplaying other ele- other territory. ments. This silence may have technical reasons or be at- Regardless of the theme of the map, the most fre- tributed to a lack of ‘geographical knowledge’. It may be quently used type of lineal symbols apart from coast- “censorship, unintentional epistemological silence, or a lines are administrative borders and especially national mixture of both”.17 However, all expressions of this inter- borders. On large-scaled thematic maps (i.e. maps of the play between representation and avoidance have conse- world or Europe) national borders – and not mountains quences for the imagination of spaces and are therefore, or rivers – serve as a raster of orientation. This form of at least in the broad sense, (geo-)political. From there depiction appears so ‘normal’, that only comparison with Harley18 proposes, echoing Foucault, to treat such si- historical maps may call this naturalization into ques- lence as a “positive statement” and not as a “passive gap”. tion: in nautical charts or mappae mundi territorial bor- As maps seem to be intuitively readable, they may ders were used rarely.21 For early cartographers coast- be easily understood as a context-free representation of lines, rivers, cities, and mountains were obviously more ‘reality’. An analysis inspired by discourse theory should, important. however, focus on the context in which maps are pro- Many maps increase the effect of the classification duced. The rules of cartography form a social corpus into the Self and the Other by borders, by turning the of knowledge, standardized like a language and taught Other into the strange, i.e. they only provide informa- in schools (reading maps) and universities (reading and tion about the Self and fade out or rather gray out the producing maps). Maps reflect the spatial imaginations Other. Maps about fishery from diverse schoolbooks of cartographers and map-readers, so that one can under- may serve as an example. The map in a schoolbook by stand them as inscriptions19 of social ideas. the publisher Edebe22 only shows ports in Spain and the 14 Harley 2002a, 156–160; Henrikson 1999; Mose and Strüver 2009, 319– 18 Harley 2002b, 87. 325; Pickles 1992; Schneider 2005. 19 Latour 2002, 372. 15 Harley 2002a, 153. 20 Schneider 2005, 2. 16 Harley 2002b, 83–109. 21 Matines 1587; Mercator 1587. 17 Harley 2002b, 105. 22 Edebé 1995, 34. 78 the role of maps in the (re-)construction of territorial identity Fig. 1 The cream package depicted shows a drop of cream in the shape of the Comunidad Autónoma de Catalunya. types of fish and seafood unloaded there, although the this case the hegemonic one). The Comes map only lists map section also shows parts of France. The French ter- ports in the comunidad autónoma de Cataluña. The other ritory seems to be free of ports. As the nation-state is not parts of Spain and France, shown in this map section, are questioned (naturalized) as a spatial category of polity, grayed out. The border of Catalonia is drawn in the same this form of visualization seems normal. Comparing it line-style and width no matter whether it is the border with the map from Comes,23 it becomes clear that it is with France or with a Spanish region, and thus disguises just the reproduction of an imagination about space (in the varying political relationships with the neighboring 23 Comes 1997, 140. 79 jörg mose territories. Europe is depicted in the same fashion. The 5 Maps and the constitution of national map paisatges naturals europeus24 draws biomes like taiga attributes and tundra only as far as the Ural. Beyond the moun- tains the map distinguishes only between land (gray) and There are different cartographic possibilities to cultivate ocean (blue). and establish national-territorial stereotypes. A first con- Furthermore the outline of the territory is used as a nection between the construction of identity and car- logo in different contexts and at times used as a fetish. tography can be shown without deconstructing maps Typically the letterheads and seals of states or nationally as scientific representations of the surface of the earth operating associations are decorated with such logos.25 or spatial patterns. Many everyday cartographic charts, In the context of the construction of identities in Spain maps for children and older/historical maps contain dec- this kind of representation can be observed mainly in po- orative visual elements. Often these illustrations repre- litical publications, leaflets etc. and on commercial prod- sent characteristics that seem to be typical for the ter- ucts, because not only sex but also national chauvinism ritory depicted.30 Two examples may reveal this. In the sells (cf. Fig. 1). map footer of a decorative wall map of Catalonia,31 In addition to this omnipresent reproduction of the which was published after Franco’s death in the con- own territory, on large-scaled maps the Self becomes the text of increasing Catalanism, a number of drawings rep- center of the world. Symptomatic of this phenomenon resent Catalonia or ‘Catalan’ culture: the Catalan flag, is the dispute about the fixing of the prime meridian the Montserrat, that serves as a symbol for Catalonia in the second half of the 19th century. Despite the in- (see above), and traditions perceived as Catalan like mod- ternational agreement on the Greenwich meridian, the ernisme (Catalan form of Art Nouveaux) and the Sardana meridian of Madrid was used as the prime meridian in dance.32 In a Catalan schoolbook33 the symbols decorate Spanish school-atlases.26 Spain is depicted at the center not only the footer. Every comunidad autónoma, enclosed of other (Eurocentric) world maps, because the Green- by monochromatic fill-symbols, is symbolized by a ‘typ- wich meridian, which forms the central axis of such ical’ dish. This fairly innocent map for primary school maps, also passes Spain (farther east). Many cartogra- pupils implies two things: first, that culture – in this case phers also manage to place Spain in the middle of the food culture – is assignable to discrete spatial units and, vertical i.e. in north-south direction, by depicting the second, that the comunidades are not ‘only’ administra- surface of the earth only from about 80◦ N to 60◦ S.27 tive units, but also cultural homogeneous regions. The effect of self-centering can also be found beyond Furthermore, a tradition to interpret the outlines or maps in a narrow sense. Graphic elements in school- positions of a territory graphically or textually can be books like satellite pictures28 or schematic representa- detected in Spanish textbooks. An example is a world tions, explaining the basics of geography (the four points map34 that depicts the Iberian Peninsula as an index fin- of the compass, the origin of day and night etc.) tend to ger pointing towards South America. This image is sup- depict the Self (state, hemisphere or continent) in the posed to symbolize the function of Portugal and Spain as center.29 a bridge to Latin America, derived also from the periph- The fetishizing of the territory is the first step to- eral position of the Iberian Peninsula. The long coast- wards dividing the world into container spaces of the line of Europe is described in a geodeterministic man- Self and the Other. Maps are also involved in the sec- ner as the reason for European hegemony in shipping ond moment of identity construction, the attribution of and commerce.35 The same metaphor is used for Spain, homogeneous characteristics to these discrete container spaces. 24 Gomez Gejo 1996, 89. 30 García Rojas 2017, 3–26. 25 Anderson 1991, 175. 31 Caixa d’Estalvis Provincial de Tarragona 1977. 26 E.g. Ambròs 1904, 29; Salinas Bellver 1949, 25. 32 Mose 2005, 179–182. 27 Zubía 1963, 43. 33 Edebé 1995, 94. 28 Equipo Alambique Editex 2000, 8. 34 Onieva et al. 1949, 146. 29 Ambròs 1904, 11 and 14; Trepat et al. 2002, 19. 35 F. T. D. 1929, 52; Hijos de Santiago Rodriguez 1951, 515. 80 the role of maps in the (re-)construction of territorial identity although it contradicts the image that Spain resembles a picting cultural ‘facts’ may undermine the pre-eminence fortress, due to its orography.36 of administrative borders and therefore have the po- Frequently, especially in older sources, visual and tential to question the hegemonic territorial imagina- textual descriptions of Spain compare its outline with tions that are cemented in administrative borders. But the form of a bullhide.37 This metaphor reconstructs the these maps are by no means politically neutral. The symbolic linkage of the bull and Spain, which developed choice of the parameter by which the depicted sector parallel to the institutionalization of bullfighting as a rit- of the surface of the earth is divided has an impact on ualized invented tradition.38 At the same time the bull the regionalization and therefore the reconstruction or symbolizes Spanish national stereotypes, like the furia es- avoidance of hegemonic territorial imaginations. Fur- pañola (Spanish Fury), nowadays cited frequently in the thermore, the mapped properties like languages or cli- context of football reporting. mate are not discrete, but constantly changing in space. The constructive power of maps appears not only in In this way boundaries are defined by cartographers or decorative elements, but also in the technical-scientific those who determine the classification of the parameter core of cartography. First of all, a dominance of adminis- mapped. Subsequently, however, they seem to be objec- trative borders in thematic cartography can be detected. tive boundaries. Statistical data, upon which most maps are based, stem Comparing different kinds of regionalization in a from public sources and thus mirror the spatial division schoolbook from the 1950s clarifies this effect (Fig. 2). of the state. This means that regions, established as ad- By the utilization of different line widths the histori- ministrative units, are strongly represented in thematic cal regions are accentuated and the provincias fade into cartography. No matter whether the visualized data is the background (see the main chart). In the map inset positive or negative, it is perceived as a quality of each the historical-administrative regions, which are impor- administrative unit. Intraregional differences, for exam- tant for peripheral national identities, are cut up into ple urban-rural differences, are hidden. different natural regions. The physical-geographic clas- In Spain various administrative units of differing sification of Spain, or rather of the Iberian Peninsula, importance for the identity of peripheral nationalisms replaces the subdivision into historical regions in many have been established. For a long time the historical geography books from the Franco era. Galicia forms a regions were the most important spaces for the iden- sector of the Basque country, Asturias and the north of tity of the peripheral regionalisms, at least in Catalonia Castile become part of the región septentrional (northern and Galicia. Geographical imaginations of the Basque region). Catalonia disintegrates into the valle del Ebro territory are far more complex and described in detail (Ebro-valley) and the vertiente catalana (Catalan basin). by Mansvelt Beck.39 These historical regions have in But the map is not typical for the time of the dictator- the meanwhile become institutionalized as comunidades ship,40 because one can observe both effects in it – the autónomas. The provincias were defined in the 19th cen- emphasizing and concealing of the historical regions. tury following the example of the French departements. Language has an exceptional position within the Centralist or Spanish nationalist media visualize statisti- construction of Catalan identity (see also the papers of cal data on the level of the provinciasas an alternative to Philipp Krämer and Lars Zeige in this volume). There- the meaningful comunidades (Fig. 2). This kind of ‘border fore it is obvious that language maps break up or expand dispute’ can also be traced in the depiction of Europe. In- hegemonic imaginations of Catalan territory, the comu- stead of the ‘usual’ depiction of Europe by states, Catalan nidad autónoma that correlates with the historical region. schoolbooks frequently use maps of Europe displaying A precondition for mapping language is to under- (NUTS 2-)regions, in which the contour of Spain disin- stand language as a stable and homogeneous sign sys- tegrates into the separate comunidades autónomas. tem that is distributed discretely in space. (Socio-) lin- In contrast, physical-geographic maps or maps de- guistics have deconstructed all these three properties of 36 Equipo Alambique Editex 2000, 123. 39 Mansvelt Beck 2006, 507–528. 37 E.g. Editorial Magisterio Español n.d., 168. 40 Mose 2014, 186. 38 Hobsbawm 2004, 1–14. 81 jörg mose Fig. 2 Provincias de España y Regiones Naturales. language. Language altered continuously in space until Considering in addition the dynamics of language (e.g. the beginning of modernity so that, for instance, a trav- by migration) and social differences in language use (so- eler from Madrid to Paris might only have noticed small ciolects and multilingualism), it is clear that language linguistic differences from village to village. It was only use is far more complex than a geographic classification during the centralization of (nation-)states that mod- by language boundaries suggests. ern languages developed out of this dialect continuum Nevertheless language boundaries are understood through standardization.41 The Catalan language, for ex- as objective cultural boundaries in space. Therefore ample, was not codified by the publication of a dictio- many Catalanists demand independence not only for co- nary and a grammar until the beginning of the 20th cen- munidad autónoma de cataluña, but for the països catalans tury. Hence because of this constructed character, lan- (cf. Fig. 3). guage and dialect boundaries are as political as the dif- This term refers to the areas where Catalan or Cata- ference between language and dialect. lan dialects are or were spoken: besides the comunidad autónoma de Cataluña, this ‘Greater Catalonia’ is formed Just as dialects are only arbitrary subdivisions by the comunidad autónoma de Valencia, the Balearic Is- of the total surface of language, so the bound- lands, a narrow stretch of Aragon and the Roussillon – ary that is supposed to separate two languages which is part of France and Andorra. This list makes clear is only a conventional one.42 41 Trudgill 1995, 3. 42 Saussure 1967, 244. 82 the role of maps in the (re-)construction of territorial identity Fig. 3 “Neither France nor Spain: Països catalans Independence”. that ‘new’ territorial imaginations, which evade current Maps portraying states or their predecessors at dif- administrative borders, refer ironically to historical ad- ferent points in time construct a territorial genealogical ministrative borders that ‘doze’ in the collective mem- table, which is not mere description but is also used in ory. political reasoning. The territory of the Catalan counts An example for the dispute about such territorial at around the turn of the first century is regarded as and linguistic boundaries is the Valenciano. Generally the origin of today’s Catalonia. With several marriages a it is seen as a Catalan dialect, but in the constitution of dynastic-territorial pattern developed, named Catalunya the comunidad autónoma de Valencia Valenciano is defined i Aragó in Catalan historiography. More common – es- as a proper language. This example shows the dynamics pecially in Spanish historiography – is the term Aragón. of territorial distinctions of the Self and the Other and Following Catalanistic integration of the ancestral line of the definition of common characteristics.43 and regarding the maps of this era,44 again the idea of the Breaches in the continuity of territoriality or the països Catalans comes to mind. Catalunya i Aragó or rather constructed common characteristics of spatial identities Aragón comprised today’s Aragon and Catalonia but also can be weaved together by a common historical narra- the Roussillon, Valencia and the Balearic Islands. Here- tion. inafter supporters of the idea of the països appealed not only to a common language and culture but also to a common history.45 6 Maps and historical narrations There are also examples for a European ‘territo- rial ancestral line’. A Spanish geography book46 includes In a multitude of the political maps examined, nation maps of the Roman and the Carolingian empires under states are depicted by monochromatic areas. This natu- the title Historical predecessors of unity in Western Europe in ralizes the idea of the respective territory and the idea the chapter about the European Union. These maps cre- of homogeneous national cultures in discrete container ate the idea of a historical continuity of ‘Europeanity’ – spaces (see above). The use of this kind of hatching in suggesting that there are regions that are more European maps about history goes a step beyond. Monochromatic because they were part of the Roman and Carolingian areas on political maps normally symbolize a sovereign empires like France, and countries that have no such Eu- state, constituted on the basis of a homogeneous na- ropean tradition. tional identity. Using this convention, unquestioned in The reconquista (722–1492) is regarded as the found- maps about political history, leads to the monochro- ing myth of Spain. Often this process is described by a matically depicted realms being imagined as (national-) series of historical maps.47 These maps show the effect states and to projections of nationalism into eras in of an ancestral line particularly impressively: the various which other ideas about the organization of power pre- small territories, which expand in the direction of the dominated. ‘Muslim’ region, amalgamate together successively into 43 Mose 2014, 159. 46 Moll et al. 1997, 290. 44 E.g. Font y Sagué 1907, 97. 47 I.e. Domínguez Garrido et al. 1995, 148; Artero y Gonzalez 1880, 10–12; 45 El Camí dels Països Catalans 2009. Marqués y Sabater 1912, 33. 83 jörg mose Fig. 4 Map The military conflict in Catalonia (occupation by the nationalist faction). a territory that corresponds more or less to the territory (1936–1939) through a spatial and temporal concentra- of current Spain. In addition most maps construct a di- tion of the representation. Beginning from 23.12.1938, chotomy between ‘Islamic’ taifas and ‘Christian’ king- the depiction of the front positions and the color cover- doms by the use of coloring. However, more differen- ing of the territory still controlled by troops of the Span- tiated historical papers accentuate that conflicts between ish Republic (orange-ocher in the original) highlights an Christian or Muslim sovereigns were also usual. This area that corresponds to the imagination of a Catalan ter- kind of depiction illustrates the weaving of the three mo- ritory. The arrows imply a movement of conquest. The ments of the construction of spatial identity. The def- term ‘occupation’ is used in the caption. inition of the Self and the Other assigns common at- Consequently, the picture of the conquest of Cata- tributes (e.g. Christian, defender of the Occident) and lan territory by Spanish troops shines through. The de- reproduces a historical motif about the Spanish nation. piction of the course of war from an earlier point in time For every nation a corpus of historical motifs exists, would have shown clearly that it was a civil war and not and this can be combined to a national historical narra- a military conflict between two parties, distinguishable tion.48 Maps can visualize these motifs and so become on the basis of long-familiar territorial patterns. Nam- elements of a complex historical narration. The nation- ing the army of the rebels led by Franco ‘nationalists’ alistic Catalan historiography views Catalonia as being also draws attention to the conflict between Spanish cen- pushed into a victim-role after a splendid imperial time tralists (here called nationalists) and peripheral nation- – as a nation oppressed by Castile/Spain.49 alists, although a lot of other conflicts led to the civil The map The military conflict in Catalonia (Fig. 4) war, including disputes about the system of government reproduces this narration for the time of the civil war (democracy or monarchy) and the social question. 48 Mose 2007, 132. 49 Mose 2005, 168–171. 84 the role of maps in the (re-)construction of territorial identity 7 Weather charts – An overview about interesting to note which areas were reproduced, as the territorial imaginations representations of the respective territorial units also show the dynamics and heterogeneity of spatial identity. After illustrating the general role of maps in the con- Spain is always depicted using the same outline. But struction of identity I would like to close by analyzing different systems of subdivision are established that serve one genre to give an overview of the territorial imagi- as orientation for the map-reader. Currently the orga- nations present in the current discourse that forms the nization in comunidades autónomas is the most frequent basis of different spatial identities. Because of their ubiq- kind of depiction. But centralist media use the provin- uity weather charts seem particularly suitable.50 Like no cias56 or physical-geographic features like river systems other kind of map they are present in everyday life and as a raster of orientation57 and ‘silence’, i.e. thereby omit- represent the naturalized territorial imaginations that ting the comunidades autónomas that are important for the they form at the same time. Owing to their natural- identity of peripheral nationalisms. scientific impression they appear neither political nor bi- Regarding the maps of Europe the different delimi- ased. Weather forecasts reflect the various levels of spatial tations of Europe, marked by different map sections and identity as the dynamics of these territorial concepts. hatchings, attract attention. But also the kind of infor- Due to the nature of the technology used, weather mation given in the weather charts of Europe changes reports and weather forecasts have a relatively young his- over time. Older sources print isobars, which are impor- tory in Spanish media. At first print media only pub- tant for predicting the weather in Spain.58 Current maps lished weather observations.51 The first vague weather visualize aspects of the weather forecast that are relevant forecasts were then seen from the turn of the 19th to the for everyday life at different places in Europe, like tem- 20th century.52 These weather observations and forecasts perature, precipitation and cloud cover59 – a change in covered only the city where the newspaper containing the form of depiction that illustrates the increased sig- the report was published.53 By 1929 the weather forecast nificance of Europe. was addressed to a national audience. A description of The regional weather forecast for Catalonia is vi- the phenomena that determined the weather in Spain sualized primarily by a weather chart of the comunidad (“a disturbance that moved from Biscay to the Nether- autónoma de Cataluña. Some newspapers or TV stations lands”) was followed by a description of the weather in (i.e. Flaix TV) in Catalan language use a map of the Spain (“the weather in Spain did not improve”), the min- països Catalans. The Avui60 , that supports Catalanistic imal and maximal temperatures on the Iberian Penin- positions, replaces the map of Spain by a map of the paï- sula and in Madrid, and the forecast for Spain (“moder- sos. This approach follows the identity construction of ate winds in the whole of Spain and [...]”).54 Catalanists, which does not include Spain as a level of However, weather charts did not appear before the identity. mid-20th century when forecast and printing methods became more developed. At first weather charts of Spain predominated. Over time they were complemented by 8 Conclusion maps of Europe, regional maps and in the last few years by maps of the metropolitan areas. It would be overly It could be demonstrated how maps are involved in the hasty to deduct from this multiplication of maps a multi- three moments of the production of spatial identity: the plication of levels of spatial identity, because the general construction of the Self and the Other, the adscription enrichment of print media with visual elements plays a of common characteristics to the constructed (collective) role that should not be underestimated.55 It is though subject, and the narration of its history. At the same time 50 Weather charts out of different volumes of the following newspapers: 55 Mose 2014, 43. ABC, Avui, El Alcázar, El Periódico, El Razón, La Correspondencia, La 56 Razon 23.03.2006, 96. Vanguardia. 57 E.g. Alcazar 14.05.1974, 14. 51 E.g. Vanguardia 20.05.1888, 6. 58 E.g. Alcazar 14.05.1974, 14. 52 E.g. ABC 12.05.1907, 7. 59 Periodico 20.10.2003, 36. 53 E.g. Correspondencia 21.05.1888, 3. 60 E.g. 20.10.2004, 65. 54 ABC 01.05.1929, 30. 85 jörg mose it has become clear that contested identities are reflected are part of a discourse and must be linked to it. The se- in a ‘clash of maps’. The territoriality of identity concepts lection of examples from different social and historical like Spain, Catalonia and Europe and the question of contexts demonstrates that the interpretation of maps in which kind of territoriality serves for the generation of the light of knowledge of the historical context suggests solidarity can be contested. Theoretical deduction shows other readings than that of a mere intuitive map inter- that maps cannot be viewed as detached products. They pretation. 86 Bibliography Álvarez Junco 2002 F. T. D. 1929 José Álvarez Junco. “The Formation of Spanish Identity and Editorial F. T. D., ed. Geografía. (Map.) Barcelona: F.D.T., 1929. Its Adaptation to the Age of Nations”. 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Fritz-Reuter-Str. 36 He is interested in identity and nationalism, geographies of 19053 Schwerin, Germany the Iberian Peninsula and policies of demographic change and E-Mail:
[email protected]works as scientific assistant and consultant. 89 Lucile Haguet Egypt and Maps, Or: What Early Modern Maps Are (Not) Telling Us about the History of Egyptology in Europe Summary Egyptology attempts to find its origins and its earliest arche- Die Ägyptologie sucht ihre Ursprünge und ersten archäologi- ological discoveries on ancient maps. However, it is a misun- schen Entdeckungen in alten Karten. Es ist aber ein Missver- derstanding of the nature of ancient maps to believe that they ständnis im Bezug auf alte Karten, anzunehmen, dass sie eine could represent a source for a history of discovery. They depict Quelle für die Entdeckungsgeschichte darstellen würden. Sie the country as it was known and perceived by Greek and Ro- geben das wieder, was in der griechischen und römischen Welt man people, not the ancient sites discovered or identified by von Ägypten bekannt war und wahrgenommen wurde, keines- travelers and scholars. However, ancient maps of Egypt are not wegs stellen sie antike Fundorte dar, die von westlichen Rei- without use for Egyptology as they depict a summary of every- senden und Wissenschaftlern entdeckt oder identifiziert wur- thing that was known and considered to be important about den. Dennoch sind antike Karten von Ägypten für die Ägyp- Ancient Egypt. Through the study of myths about the Egyp- tologie nützlich, da sie eine Zusammenfassung dessen liefern, tian origin of mapmaking, consideration of the sources at the wie man sich das alte Ägypten in Europa vorstellte. Durch das disposal of mapmakers, and tracing the evolution of maps of Studium von Mythen über einen ägyptischen Ursprung der Egypt from the 15th to the 18th century, what people thought Kartographie, die Erwähnung von Quellen, die den Kartogra- of Ancient Egypt can be revealed. phen zur Verfügung stehen, und die Entwicklung der Kartie- rung Ägyptens vom 15. bis zum 18. Jahrhundert offenbart sich, Keywords: history of cartography; history of Egyptology; wie man sich im Westen das antike Ägypten vorstellte. history of mentalities; history of sciences; reading practices Keywords: Geschichte der Kartographie; Geschichte der Ägyptologie; Mentalitätsgeschichte; Wissenschaftsgeschichte; Lesepraxis Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 91 lucile haguet 1 Introduction of course, and, somewhat surprisingly, Thebaide’s caves, in other words, ‘The King’s Valley’, despite the fact that Even if the birthdate of Egyptology is generally placed in they had not been rediscovered. In fact, until the 18th the early 19th century with the decipherment of the hi- century and even later, knowledge about Egypt was ob- eroglyphs, European fascination for Egypt, notably an- tained mainly from books. Maillet’s quotation informs cient Egypt, is much older.1 At first, it was linked to us that toponymy and topography also took up a lot the Christian part of Egyptian history, to the Bible of of space in this very brief summary of common knowl- course, but also to the Scriptures. Monachism is said edge about Egypt: cities (Memphis, Thebes), rivers (the to have been born in Egypt.2 Also, the fascination for Nile, cataracts, river mouths) and deserts (Libyan desert). Egypt owed a great deal to Greek literature which ex- Geography was at the core of what an average man or pressed much awe mingled with disdain for the neigh- woman should have known about Egypt at the begin- bors on the southern shore of the Mediterranean Sea.3 ning of the 18th century. It inspired humanism, hermeticism, and later freema- Obviously educated people were familiar with geo- sonry. Afterwards, for centuries, Egypt captured the at- graphical descriptions of Egypt and a few people knew tention as a major political and economic stakeholder. maps of Egypt. But where did the mapmakers find the in- From the Crusades to Bonaparte’s expedition, conquest spiration to create their maps? Did the ancient Egyptians projects never ceased, especially in France, even if they draw maps? How did mapmakers manage to find infor- were not executed.4 Tradesmen commonly took mum- mation about Egyptian geography? Did they travel? As mies home with them as keepsakes from their trips to historians or archeologists, could we know if a place was Egypt.5 Gardens and squares were ornamented by mod- rediscovered by Europeans thanks to old maps? In other ern pyramids and statues of the River Nile depicted by words, if a toponym was located on a map, does that the figure of a bearded man surrounded by putti.6 mean that a western traveler actually visited this place? Thus, long before Bonaparte’s expedition, people And, finally, how did the European maps of Egypt evolve in Europe, and notably France, were very familiar with between the 15th and the 18th centuries?8 the pharaonic country. Jean-Baptiste Le Mascrier (1697– 1760), in his preface to the Description de l’Égypte, written at the very beginning of the 18th century by Benoît de 2 Did the ancient Egyptians draw maps Maillet (1656–1738), the French consul in Cairo, could and did they influence western maps say: of Egypt? Everybody talks about the ancient cities of From the 15th century to the 18th century, there were Thebes and Memphis, Libyan deserts, The- a lot more maps of Egypt than there were of other baide’s caves. For most people, the Nile is as fa- African countries. Egypt was considered to be the most miliar as the Seine. Even the children are told famous country in Africa, and even one of the most about the cataracts and river mouths. Every- famous countries in the world. According to Nicolas body saw, or heard about mummies.7 Lenglet-Dufresnoy (1674–1755), author of widely read textbooks, such as La Géographie des enfans (1736) or As a European, you did not have to be educated to have the Méthode pour étudier la géographie (1736): “Except for heard about Egypt. You did not even have to be an adult. Egypt and the Barbary Coast, Africa did not interest us But what exactly was known about Egypt? The pyramids, as far we know it […].”9 Likewise, as an armchair map- 1 Donadoni 1990; Bruwier 2000; Humbert 1988, 50–71; Solé 1972, 473– deserts de la Libye, des grottes de la Thebaïde. Le Nil est aussi familier 482. à beaucoup de gens, que la Seine. Les enfans même ont les oreilles re- 2 Mayeur, Pietri, and Le Boulluec 2000, 751–755. battues de ses cataractes et de ses embouchures. Tout le monde a vû, ou 3 Froidefond 1971. entendu parler des Momies.” (Le Mascrier 1735, p. III). 4 Dainville 1940, 322–324. 8 For the quotations from maps, all translations from the Latin are by Lu- 5 Aufrère 1990; Dewachter 1999, 351–357. cile Haguet. 6 For instance, in the 18th century, the statue of the Nile God adorned the 9 “A l’exception de l’Egypte & de la Barbarie, l’Afrique ne nous interesse Jardin des Tuileries. pas plus qu’elle nous est connuë […]” (Lenglet Dufresnoy 1736, p. 183). 7 “On ne parle que des anciennes villes de Thebes & de Memphis, des 92 egypt and maps maker, interested in ancient geography, you had to draw geographical plans. The first map mentioned by at least one map of Egypt during your career. As recorded the writers is that which Sesostris, the first great by Jean-Baptiste d’Anville, one of the main French map- conqueror from Egypt, presented to his people makers of the 18th century: “My commitment toward in order to let them know the nations he had ancient geography did not allow Egypt to be ignored.”10 subdued and the extent of his empire, the lim- But why was it so essential for European mapmak- its of which were located at the mouths of the ers to draw a map of Egypt? For a variety of reasons, an- Indus River and the Danube.11 cient Egypt was a crucial place for Christianity. It had also strongly impressed Greeks and Romans, and there- In its infancy, the history of geography often cited Egypt fore the Europeans. But there was another reason, which as the inventor of mapmaking. According to Robert, its was very specific to maps. Mapping Egypt was particu- emergence had two origins: taxation needs and the dis- larly significant because up until the 18th century peo- play of power. The first form of mapmaking would have ple in Europe commonly believed that mapmaking was been a cadastral plan made for collecting taxation in- invented by the ancient Egyptians. Thus, in the “Préface formation during the pharaonic era. During these time, historique dans laquelle on traite de l´origine, des pro- Egypt’s unique characteristic was its impermanent phys- grès, et de l’état actuel de la géographie” from the Atlas ical geography, caused by the annual flooding of the universel by Gilles Robert de Vaugondy (1688–1766), it Nile that erased the landscape. This common explana- was said: tion that is offered by historians and mapmakers was supplemented by Didier Robert de Vaugondy (1723– (Mapmaking was) born, so to say, and devel- 1789). He, as son and grandson of famous royal map- oped in Egypt, like the other arts. The yearly makers and in his function as a royal censor, seems to inundation of the Nile, which had the effect have been unconvinced that the assessment of taxes of- of fertilizing Egypt, moved the boundaries of fered an edifying origin for mapmaking and added an- each plot of farmland. The need to mark out other new explanation. He preferred to attribute the in- his land forced the owner to study the value of vention to Sesostris,12 who was considered the most fa- lines and angles that can be traced on a field: mous pharaoh in the 18th century, known as a great con- herein lie the origins of geometry, which is the queror. science of measuring the earth. Thus, having As most beliefs about Egypt, these notions came measured and divided the same land for sev- from ancient Greek literature. Antoine Sabatier de Cas- eral years, one after another, the Egyptians were tres (1742–1817) and Bassin de Préfort (17..–…), in their quick to draw plans in order to facilitate and Dictionnaire des origines, decouvertes, inventions suggested speed up their work. It is likely that these oper- they stemmed from Herodotus and Strabo: ations led to their careful marking of towns and other notable localities that they found in their Egypt, of all the countries we know where the alignments. This gradation is too natural not to Sciences appear to have been cultivated the ear- make one think that this was the time of the first liest, was the cradle of geometry. According to 10 “L’application que j’ai donnée à l’ancienne géographie, ne me permettoit rencontroient dans leurs alignemens; cette gradation est trop naturelle pas de négliger l’Égypte” (D’Anville 1766, p. III). pour qu’on ne pense pas que ce fut là l’époque des premiers plans géo- 11 “Née, pour ainsi dire, & cultivée en Egypte comme le reste des beaux graphiques. La première carte dont parlent les auteurs, est celle de Sé- arts, on la vit successivement occuper l’attention des Grecs, des Romains, sostris, le premier & le plus grand conquérant de l’Egypte, fit exposer à des Arabes & des peuples occidentaux de l’Europe. L’inondation an- son peuple, pour lui faire connoître les nations qu’il avoit subjuguées, nuelle du Nil, qui servoit à fertiliser l’Egypte, dérangeoit les limites & l’étendue de son empire, dont les bornes étoient les embouchures de de chaque possession. La nécessité de retrouver son champ, obligea le l’Inde et du Danube” (Gilles Robert de Vaugondy, Didier Robert de Vau- propriétaire á étudier la valeur des lignes & des angles, que l’on peut gondy, “Préface historique dans laquelle on traite de l’origine, des pro- tracer sur un terrein: de-là l’origine de la géométrie qui est la science de grès, et de l’état actuel de la géographie”, in: G. Robert de Vaugondy and mesurer la terre. Après avoir mesuré & divisé ainsi plusieurs années de D. Robert de Vaugondy 1757, p. 3). suite le même terrein, les Egyptiens ne tardèrent pas á en tracer les plans 12 The pharaoh whom people then called Sesostris condensed several histor- pour faciliter & abréger leur travail; ces opérations durent les engager ical figures. ensuite à marquer avec soin les villes & autres lieux remarquables qu’ils 93 lucile haguet Herodotus and Strabo, as the Egyptians were of the pharaoh’s empire, as was suggested by Robert de unable to recognize the borders of their inher- Vaugondy. This interpretation appears to be a late inven- ited farmland after they had been distorted by tion of the Enlightenment, perhaps because 18th cen- the Nile floods, they invented the art of measur- tury mapping was a powerful tool for the state and Egypt ing and dividing the lands in order to be able to was imagined as a powerful centralized state. Moreover, distinguish theirs […].13 taxation as a stimulus for mapmaking could not be well perceived at a time where the weight of taxes in France And the Egyptian origin of mapmaking did indeed ap- was subject to a great deal of criticism. pear in Herodotus’s History: However, it is true that most of the Greek texts linked maps to Egyptian royalty, as the Argonautica Moreover, this king (Sesostris) […] divided the (Greek: Ἀργοναυτικά), a Greek epic poem written in country among all Egyptians by giving each an the 3rd century BC by Apollonius Rhodius, mentioned equal square parcel of land, and made this his maps kept by an Egyptian king L IV v. 279.16 source of revenue, appointing the payment of Nevertheless, despite Herodotus and Strabo, very an annual tax. And any man who was robbed few topographical maps from the pharaonic time have a part of his land by the river would come to ever been found.17 David O’Connor mentions some, Sesostris and declare what had befallen him; such as that identified in the temple of Hatshepsut at then the King would send men to look into it Deir el Bahari (the map representing the Land of Punt) and measure the space by which the land had or at Abu Simbel Temple (the map illustrating the Bat- been diminished, so thereafter it should pay in tle of Kadesh).18 But the most famous of the pharaonic proportion to the tax originally imposed. From topographical maps is the one kept in the Museo Egizio this, to my thinking, the Greeks learnt the art in Turin.19 Well known and much studied, this map was of measuring land.14 drawn on a papyrus from the New Kingdom (1150 BC). It represents the location of a quarry in the Wadi Ham- And it also appeared in Strabo’s Geography: mamat (today, between Qosseir and Qena, a path very frequently used during pharaonic times). The map was There was need for this accurate and minute not made to find a gold mine, as was suggested, but to division on account of the continuous confu- point out the location of a quarry of schist. The aim of sion of the boundaries caused by the Nile at the expedition was to extract a bloc of greywacke to carve the time of its increases, since the Nile takes a statue, maybe for Ramses IV (1153–1146 BC). away and adds soil, and changes conformations This topographical map is the only one that has of land, and in general hides from view the been found to date. Most of the known pharaonic maps signs by which one’s own land is distinguished are religious maps, like maps of the underworld, which from that of another. Of necessity, therefore, fit the broad definitions of maps given by historians of the lands must be re-measured again and again. cartography: a codified spatial representation. After all And here it was, they say, that the science of it is possible that there was no need for topographical land-measuring originated […].15 maps in Egypt. It was probably not particularly difficult to find your way around in Upper Egypt, considering Only Herodotus mentioned Sesostris as the inventor of that there was only one main direction along the Nile. mapmaking. But neither Herodotus nor Strabo wrote However, topographical maps were not mainly used for that the map was invented to depict the enlargement pathfinding; they represented the landscape, generally 13 “L’Egypte, celui de tous les pays que nous connaissons où les sciences 15 Strabo, Geography, L. XVII, 1. paroissent avoir été le plus anciennement cultivées fut le berceau de la 16 Apollonius Rhodius, Argonautica, L IV v. 279. géométrie. Selon Hérodote et Strabon, les Egyptiens ne pouvant recon- 17 Shore 1984, 117–129. noitre les bornes de leurs héritages, confondues par les inondations du 18 Talbert 2012, 47–79. Nil, inventerent l’art de mesurer et de diviser les terres, afin de distinguer 19 Gardiner 1914, 41–46; Goyon 1949, 337–392; Harrell and Brown 1992, les leurs […].” (Sabatier de Castres and Préfort 1777, p. 230). 81–105. 14 Herodotus, The Histories, II, CIX. 94 egypt and maps for other purposes, e.g. land use, water sources, land the Barberini family, a family of the Italian nobility that types, elevations and depressions for agricultural, admin- rose to prominence in 17th century Rome. The major istrative, military, and planning purposes. Then, the next part of the mosaic was detached from the wall between ancient maps made in Egypt that reached Europe were 1624 and 1626, and kept at the Palace of Palestrina. In perhaps Ptolemy’s maps, a Greek citizen born in Alexan- many respects, the mosaic can be considered a map. The dria. Scholars are still hesitant about whether the maps names of the cities can be followed in an up-river di- were inspired by ancient models or not.20 rection. Moreover, Nilotic scenes were introduced by a So, can we assert that ancient Egyptians (before Greek artist from Ptolemaic Egypt active in ca. 165 BC, Ptolemy) were familiar with topographical maps? The called Demetrius the Topographer, a name connected to contradiction between the Greek texts asserting that an- geography. cient Egyptians invented mapmaking and the sparse Since the 17th century, depictions of the mosaic archeological proof cannot be resolved for the moment. have spread widely across Europe through stamps. It was The ancient Greeks may have been mistaken, fooled by first figured in eighteen drawings imitating the original secondhand information. It is also possible that there colors ordered by the Commandeur Cassiano dal Pozzo are no topographical maps left because most Egyptian (1588–1657). Then it was briefly described by Joseph- heritage had disappeared. They may have not survived Marie Suarès (1599–1677), Bishop of Vaisar, in his Praen- because they were not considered to be valuable items. estes antiquae (1655). It was also engraved by Athanasius As tools, they might have worn out and finally been de- Kircher (1602–1680) in 1671 in his Latium, by the Cardi- stroyed. The nautical maps from the Middle Ages met nal Francesco Barberini (1597–1679) in 1721, by Bernard the same fate. There are only very few left, and the ones de Montfaucon (1655–1541), Jean-Jacques Barthelemy which remain were the ones made mainly for show, (1716–1795), and the earl of Caylus (1692–1765).23 How- pinned on the wall to attest the prestige of their own- ever, the mosaic did not influence mapmaking, neither ers.21 The others vanished. in terms of topographic delineation – quite difficult to interpret – nor in the way of drawing pharaonic build- ings on maps. 3 How did mapmakers manage to find We have to remind ourselves that Europeans had information about Egyptian no idea what an Egyptian temple looked like before geography, or: how to read an ancient the imperfect/approximate drawings of Paul Lucas in map? 1704,24 and, above all, Frederic Louis Norden’s draw- ing in 1755 (1795 for the translation into French),25 When Europeans felt compelled to map Egypt, what who were among the first travelers to the south of Egypt were their main sources of information? Obviously, it to come back with sketches. Before the 18th century, was not ancient maps. Except for the hypotheses of the very few travelers went to southern Egypt. Most of them survival of Ptolemean maps through the centuries, Eu- never went beyond Cairo. But in Egypt, the temples that ropeans did not know any maps from ancient Egypt. are still standing are further south than Cairo. So un- They could have used the Nile Mosaic of Palestrina (120– til the end of the 18th century, Egyptians temples were 110 BC), a late Hellenistic floor mosaic depicting Egypt pictured according to the imagination of the artist. For from Nubia to the Nile delta placed in the lower part instance, maps of the Renaissance represented Egyptian of the representation, in accordance with ancient Egyp- temples as an accumulation of obelisks, pyramids and tian orientation looking to the south.22 20 feet in length sphinxes (Fig. 1).26 Artists built Egyptian temples with by about 15 feet in breadth, it was part of a sanctuary- items they were familiar with. The Nile mosaic of Palest- cave at Palestrina in Italy. Noticed in 1507 by the hu- rina was the only known representation of an ancient manist Antonio Volsco (14…–15…), Palestrina passed to Egyptian temple, however, it seems that the buildings 20 Gautier Dalché 2009, 16–19. 24 Lucas 1704. 21 Hofmann, Richard, and Vagnon 2012. 25 Norden 1795–1798, t. III, pl. LX. 22 Meyboom 1995; Burkhalter 1999; Coarelli 1990, 221–251. 26 See for instance, Ortelius 1565. 23 Serres 1835, 59–62. 95 lucile haguet were not perceived as such. At least, the mosaic of Palest- were often represented as towers, because these Egyptian rina had no influence on the western way of perceiving monuments were not yet called by their Greek name, pharaonic art. but designated using the Latin word ‘turris’ for ‘tower’30 In a nutshell, the sources for mapmaking in ancient (Fig. 2).31 Because they were known from textual sources Egypt were not maps from Egyptian antiquity. During rather than from graphic representations, the word de- the Middle Ages, mapmakers mainly found informa- termined the way they were depicted. tion about ancient Egyptian topography in the Bible, After the translation of Geography, the trend was re- the Scriptures. Ptolemy’s geography was known through versed. Maps of Egypt were now seldom based on field Arabic sources.27 Greek and Latin literature was initially information. Considering that Egypt remained a famil- unfamiliar in many cases. The content of Pliny’s Natural iar destination for lots of western travelers (especially History was widely known, mostly thanks to a summary tradesmen and pilgrims), the lack of field sources for by Solinus (IIIrd or IVth century). But the main sources western maps may sound surprising. In the 16th cen- concerning Egypt, like Strabo, Herodotus and Ptolemy, tury, thousands of western pilgrims went to Jerusalem were not translated into Latin before the 15th century. through Alexandria and Cairo, where they did not forget Before this date, only fragments of their works arrived to visit the balsam-tree of the virgin Maria at Matarea32 through the borrowing of the patristic literature. and Saint Catherine’s Monastery.33 Travelers, tradesmen That is why, not surprisingly, medieval maps do and diplomats explored Alexandria and Cairo. But the not focus on ancient Egypt but mainly represent bibli- conditions of their trips are well-known and highlight cal Egypt or modern Egypt. Medieval maps of modern why all these travelers could not help improve knowl- Egypt benefited from field explorations deep in the Nile edge of Egyptian geography nor help discover ancient delta, a very privileged situation, considering there were ruins. Pilgrimages were very often very well organized. very few travelers to the south of Egypt and the deep Nile People just went from previously determined place to delta until the very late 17th century, except, as far as place without deviation from the plan. Between stops, we know, an anonymous Venetian, who left a travelogue pilgrims went by caravan – a group protected by armed in 1589 and whose report was not edited until the 20th men – from which it was not recommended to wander. century. Maps of the Nile delta were made in the field Diplomats and tradesmen did not enjoy any more free- in order to prepare a new crusade. The Venetian mer- dom. It was too dangerous to break the rules and take the chant Marino Sanudo thus took advantage of his travels risk. French traveler Jean Palerne, on his arrival, was in- to Egypt to gather information for the Pope and the cru- formed that a man from the French city of Lyon had de- saders on how to conquer the Holy Land.28 Mapmakers, cided to go alone and had paid for this imprudence with like Fra Mauro, a monk of the Camaldolese Monastery his life.34 Even though many travelers went to Egypt, of St. Michael in Murano, also gathered information by they all saw the same spots, the same “must-sees”,35 the questioning Portuguese missionaries, and in his Mappa- same sacred places: Alexandria, Cairo, Matarea (a gar- mundi (1460) was able to depict a representation of the den outside of Cairo), Heliopolis (an ancient site outside origins of the White Nile before the Latin translation of of Cairo), Saint Catherine’s Monastery, and, to a lesser Ptolemy’s Geography.29 If we add the nautical maps made extent, Rosetta and Damietta Port. Some religious men thanks to the direct observations of mariners to this list, and tradesmen, such as the Venetian mentioned above, the Middle Ages can almost be considered a Golden Age visited other places that were not known to mapmakers in the field mapping of Egypt, at least by comparison to of the modern age (16th – 18th centuries) because they the following centuries. did not write, or because their work remained unknown. Very few pharaonic ruins were mentioned, except But the fact that, for a long period of time, no new for the pyramids and ruins in Alexandria. Pyramids information was provided from the field, paradoxically 27 Gautier Dalché 2009. mographie de Levant”, in: Chesneau and Thevet 1984, p. 137. 28 Bouloux 2002, 45–68; Billanovitch 1952, 376–388; Degenhard and 32 Halikowski Smith 2008. Schmitt 1973, 137; Brincken 1988, 23–88. 33 Gomez-Géraud 1999. 29 La Roncière 1932, 369–372; Falchetta 2006. 34 Palerne 1971, 45–46. 30 Venise 1328. 35 Tinguely 2000, 116. 31 Harant, C. Brejnik, and A. Brejnik 1972, p. [184] or André Thevet, “Cos- 96 egypt and maps Fig. 1 Abraham Ortelius, Aegyptus, 1565. did not mean a decrease in map production. On the con- of numbers. These coordinates have been called longi- trary, maps of Egypt kept being published and improved tude and latitude. The main difficulty was to represent a with the help of second-hand sources. The persistent dy- sphere on a flat surface. The book proposed several dif- namics of the production can be explained by the trans- ferent projections to solve this difficulty. Furthermore, lation of Ptolemy’s Geography into Latin. The quickly it provided a valuable topographic list of each country printed translation of the Geography was accompanied by with their astronomical coordinates. The list of Egyptian maps and stimulated a new way of mapping.36 toponyms is long and detailed, which is not surprising, The book summarized Greek geographic knowl- considering that Ptolemy was a Greco-Roman citizen of edge of the inhabited world (oekoumene), located roughly Egypt. It can be assumed that he knew his own country between Iceland and Sri Lanka. Mostly divided into two quite well. parts, Ptolemy’s book first described how to make a map By introducing astronomical coordinates and, based on astronomical coordinates, a system which en- above all, a list of the cities of the known world, even ables every location on the Earth to be specified by a set though it did not entirely replace medieval methods 36 Aujac 1993; Gautier Dalché 2009. 97 lucile haguet Fig. 2 Paulin de Venise, Mapa regnorum Syrie et Egypti, v. 1328. of cartography and the art of making nautical charts, Empire which were lists naming geographical locations Ptolemy’s Geography fundamentally renewed the con- and the distances between them. His chief legacy was struction or compilation of maps at the end of the 15th to be the first to assign a specific latitude and longitude century. The new maps were not better than the previous to each place. He used the meridian of the Isles of the ones. The appearance of mathematical maps must not Blessed (Canary Islands or Cape Verde Islands) as the necessarily be seen as an improvement. For instance, the zero meridian. outlines of continents and countries were described with Why was the Geography not used before the 15th less accuracy than in older nautical maps, which were century? After the 4th century, the text had disappeared much more detailed in this regard. This novel approach from the Latin world. Between the 12th and 13th cen- should be valued rather as a new way of integrating turies, a number of Greek texts reached Europe thanks information in a codified space.37 to the Arabic translations, like the Almagest and the Tetra- The mathematician, astronomer, geographer and as- bible. Unfortunately this was not the case with the Geog- trologer, Claudius Ptolemy lived between the first and raphy. However, although the Greek text did not reach second centuries AD under Roman rule. Besides the Ge- Europe before the 14th century, the Geography’s con- ography, he has written several treatises, among them tent was not unknown among scholars. They had some an astronomical treatise now known as the Almagest second-hand knowledge of it.38 Nevertheless, after the (from its translation into Arabic) and an astrological Geography’s translation Ptolemy’s influence on maps of treatise known as Tetrabiblos. One should not be mis- Egypt became really obvious. led by the geographical content of the book: Ptolemy The story of the rediscovery of the Geography is well- was not a traveler. He compiled the works of other ge- known. At the end of the 13th century, in Constantino- ographers, travelers or not. Notably, Ptolemy used the ple, Byzantine scholar Maxime Planude found a Greek works of Marinos of Tyre, which introduced improve- version of the text. Several maps were made. It remains ments to map construction and developed a system of unclear whether they were made according to the text nautical charts. He also used gazetteers of the Roman or according to original maps, or even if such maps 37 Besse 2003, 420. 38 Gautier Dalché 2009. 98 egypt and maps ever existed. In 1397, Manuel Chrysoloras (1355–1415), look identical before and after the identification of his- a Greek scholar, had the opportunity to teach Greek in toric places in the field. For instance, when the French Firenze. As a professor, he did not have enough books to Jesuit Claude Sicard (1677–1726) rediscovered Thebes teach, and so he received some help from Palla Strozzi during one of his explorations at the beginning of the (1372–1462), who had been born into the rich banking 18th century, there was no indication on the maps that family of the Strozzi and was well-known for establish- Thebes now was no more mapped by conjecture. The ing an important collection of rare books. Palla Strozzi historian of the 21st century cannot deduce the rediscov- imported some manuscripts by Plutarch, Plato and a ery of Thebes by comparing the maps of Egypt preced- copy of Ptolemy’s Geography. Manuel Chrysoloras began ing Sicard with those made by Jean-Baptiste d’Anville in a translation into Latin, which was continued by Jacopo accordance with Sicard’s discoveries. d’Angelo, one of his students. The work rapidly became In the same way, physical features can be drawn on a great success. A large number of copies was manufac- a map according to second-hand sources that are quoted tured, handmade at first.39 by an ancient author. As is well known, the origins of the The influence of Ptolemy’s Geography on western Blue Nile were not explored by a European traveler un- maps of ancient Egypt was very significant. A lot of new til Henry Stanley came upon them in 1871. Nonetheless, cities were added compared to the rest of Africa, which, the putative origins were mentioned on maps as early as in comparison, appeared quite empty. As Ptolemy had the 15th century based on Ptolemy’s data. However, just provided geographical coordinates for each city, the new as in the case of Thebes, readers knew that the origins of maps were very detailed and accurate. Although it was the River Nile were unknown. In accordance with the quite easy to measure latitude with simple instruments famous verses by Lucan, the river god was often repre- and the help of the stars, the accurate measurement of sented on sculptures as a veiled man because its origins longitude would not be possible until the end of the were unknown. 18th century – Ptolemy himself admitted that. How- ever, except for the Nile delta, which is a much more Nature has revealed to none its hidden source, complex space, the pinpointing of the location of settle- nor has it been permitted to mankind to see the ments along the Nile was considered quite satisfactory, stripling Nile.41 as the river runs fairly straight, almost like a geographi- cal meridian itself. Thus people thought Alexandria and The verses were not only known by scholars, but also by Aswan were more or less on the same line. a much wider public. Most of the people walking in the A major consequence of the rediscovery of the Ge- Piazza Navona in Rome by the Fontana dei Quattro Fiumi, ography was that the maps of Egypt were now made built in the 17th century, knew that the origins of the to include the toponyms from Ptolemy’s time.40 How- Nile were a mystery. The fountain represents the longest ever, most of the ancient cities mentioned on the maps rivers of each continent known at that time: the Rio de quite accurately were not actually rediscovered. In other la Plata, the Ganges, the Danube, and the Nile. The lat- words, Thebes, under the Latin name of Diospolis magna, ter was the only one represented with its head covered, was already located on the maps of the 15th century, al- indicating to every passerby that the origins of this river though it was well-known that the location of Thebes were unknown. The statue was a reference to popular was lost. For a historian, these maps are of no use in knowledge. As quoted above, “for most people, the Nile terms of knowing if a place had been discovered or ex- is as familiar as the Seine” (and probably the Tibre), in- plored, because they were mainly made thanks to an- cluding the mystery of its origins. cient sources. These two examples have deep implications for the Even when a place with substantial archeological way we have to perceive and read old maps. Maps were and historical evidence was genuinely rediscovered by not seen as an exact reflection of the earth, but as a a traveler, it did not appear on the map at all. Maps state of knowledge at a given moment.42 This also means 39 Aujac 1993; Besse 2003, 420. videre. (Lucanus, Pharsalia, X). 40 Dainville 1940, 76; Broc 1975. 42 Haguet 2011, 95–106. 41 Arcanum natura caput non prodidit ulli / Nec licuit populis parvum te, Nile, 99 lucile haguet that the content of maps were not perceived in a uni- If a non-negligible part of the knowledge on the form way: some parts were based on verified informa- map took the form of hypotheses, this means that dif- tion, some were not. In other words, different ranges ferent maps of one country could be sold at the same of knowledge were represented at the same level on the time, because the mapmaker’s conclusion could diverge map, from certain to vague assumptions or even to de- or because some maps were not up-to-date. Conse- clared ignorance. For instance, on the maps of Egypt, quently, the laymen who entered the shop of a map seller the exact localization of Alexandria was beyond doubt, had to choose between several different representations known as the place of intensive trading with the coun- of Egypt. Not surprisingly, customers’ guides became tries surrounding the Mediterranean. But the positions more and more popular. In the 18th century, the Cata- of southern modern cities were only more or less proba- logue des meilleures cartes géographiques by Nicolas Lenglet- ble, depending on the degree of reliability of the sources Dufresnoy was republished on numerous occasions and used or on the precision of testimonies. Between almost also updated.43 This Catalogue helped the buyer to get certitude and fragile hypothesis, every shade of certainty the best map for a specific country, covering various Eu- and uncertainty appeared on the maps of Egypt, and of ropean cartographers. It was not enough to rely on rec- any other country. ommendations for the best mapmakers. Some of them The unknown could be clearly distinct as a specific were better at mapping some places, but were not as type of information and was sometimes hinted at by a good at mapping other places. Mapmakers could also blank, a picture, or a textual explanation of why this sell new versions of their work during their career and place is unknown. Toponyms that mapmakers were not it was not rare to have two, three or four versions of able to localize were listed on tables added to the maps. one country mapped again and again by the same peo- These tables were a way of not losing knowledge without ple.44 Sometimes, they even drew different versions of localizing places randomly. one country on the same copperplate, in separate car- So except the unknown, which could be explicitly touches (Fig. 3).45 In the 18th century, according to the expressed by a blank, a text, or a list of unlocalized to- different editions of the Catalogue by Lenglet-Dufresnoy, ponyms, (or other graphic devices such as different styles the best maps of Egypt were, in 1741, the Aegyptus an- of letters, dotted lines, underlining or other symbols), tiqua by Pierre du Val or the Ancienne égypte by Henri there was generally no way to know the value of the in- Liébaux because they were made according to Claude formation on maps just by looking at them, because cer- Sicard’s Mémoires.46 In 1768, d’Anville’s map of Egypt ap- titudes, probabilities and hypotheses were represented peared and it was commented on in the Catalogue: “Out- in the same way. This leads us to conclude that the peo- standing, & well above everything that has been done ple of Early Modern History did not perceive or read before.”47 maps the way we do. They did not take what was drawn In a nutshell, for an historian, producing an ancient and written on a map for granted. They knew that maps map is not enough to assert that a city was precisely local- were works in progress – especially in the case of far-away ized in the field at that time. Contemporary readers were countries. Most of the readers had minimal geographi- not misled by maps.48 To a certain extent, ancient maps cal knowledge and were incapable of examining maps were based on hypotheses , and viewed as such. This does critically, or only to the extent of knowing that the ori- not negate the historical value of the maps.49 They are gins of the River Nile were in debate, for instance. They a pertinent source to understand how Europeans per- were not scholars and were not able to analyze the map ceived Egypt, which commonplaces Egypt summarized in depth. Most of the cities mentioned on the maps of for them. Even if today maps are seen primarily as a tool Egypt were unknown to the public. Only the toponyms for traveling or a “weapon” in war,50 people from the Re- related to famous events were memorized. naissance and the classic age mainly saw maps as a way 43 There were four editions of the Méthode pour étudier la géographie in which 47 “Excellente, & bien supérieure à tout ce qui avoit été donné” (Lenglet the catalogue was published: Lenglet Dufresnoy 1716, Lenglet Dufresnoy Dufresnoy 1768, 503). 1736, Lenglet Dufresnoy 1741–1742 and Lenglet Dufresnoy 1768. 48 Haguet 2011, 95–106. 44 See, for instance, Manne, Du Barbié Bocage, and Dacier 1802, 51, n◦ 42. 49 Harley 1988, 70–75; Harley 1995, 61–85; Jacob 1992. 45 See, for instance, R. Pococke 1743 or Kircher 1652a. 50 Lacoste 1976. 46 Lenglet Dufresnoy 1741–1742, 94. 100 egypt and maps Fig. 3 Athanasius Kircher, Chorographia originis Nili, 1652. 101 lucile haguet to understand and memorize history. They were called Posidium, Ques or Zuem, once a trade place the “eye of History”51 . As much as possible, maps tried where merchandise from India was usually to offer an accurate report of the toponymy and topog- gathered, and from there sent to Cairo or raphy of a country to understand past times as much as Alexandria. Today, it is less busy, after the Span- the present space. ish navigators carried the Indian merchandise to them. The great Oasis, today the region of Gademes, 4 How did the maps of Egypt evolve full of rich dates, but because of the shortage, between the 15th and the 18th they trade with the Nigritae (a people living by centuries? the Niger River, L.H.).54 Since mapmaking was a science of hypotheses and steady In general terms, the map of Aegyptus of 1565 clearly had work in progress, it is interesting to outline the evolu- encyclopedic ambitions and mixed the must-see places tion of the mapping of Egypt between the 15th and the (“ancient ruins and notable Egyptian inscriptions”55 ), 18th centuries. Within the framework of this article, I the natural wonders (“Source of the sun, which, al- concentrate on the development of the maps of ancient though it is cold during the day, boiled during the Egypt only.52 night”56 ), biblical scenes (“Here, the sons of Israel were But what should be understood by ‘maps of ancient surrounded by mountains, the sea, and the Pharaoh’s Egypt’? First, we have to remember that the distinction army”57 ), or Roman history (“Syëne, Esna, Sevenech. between the maps of ancient Egypt and maps of mod- Here, Romans had three cohorts of defense by favor”58 ). ern Egypt was not quite explicit before the 18th cen- In 1584, Ortelius published a map bearing the name tury. Frequently, the title of a map alone gave no clue of Aegyptus Antiqua. This map no longer mentioned con- about the content of the map itself. It was just ‘Egypt’ temporary trade places. Moreover, the period covered by or Latin Aegyptus, Aegypto, Aegypti, Aegyptum. Variations the map remains vague, as if ‘Aegyptus antiqua’ should be in spelling were frequent: Egypto, Egipto, Egitto, Egyptus, understood as a long period covering pharaonic times, Egyptum, Aegiipti, Aegiptus, Aegypusi, Aegypte. The desig- the Greek and Roman Empires and biblical events. nations were adapted to the national languages: Aegypten However, the Aegyptus antiqua was not a ‘historical in Germany, Egipten in the Netherlands, Aegypt in Eng- map’ in the sense of the 10th century mapmakers. ‘His- land, and Égypte in France.53 Nevertheless, it was up to torical maps’ were maps of the activity of humans more the reader to guess by reading the map if it represented than maps of space. They usually represented a very spe- ancient or modern Egypt. Sometimes it was almost im- cific period of time like the Imperium Sesostris by Wilhem possible to decide. The map of ‘Aegyptus’ by Abraham Haas (around 1742). Very few dealt with the pharaonic Ortelius (1565) is an example of an ambiguous map. period. Usually, historical maps that included Egypt are Decorated by pyramids and mentioning mostly ancient maps of the Roman Empire.59 Regarding ancient maps, toponyms, it looks like a map of ancient Egypt. But by they described the world as it was known by ancient peo- reading the map legends carefully, one could notice that ple. They adopted the point of view of one or several the map also mentioned contemporary places of trade: ancient authors. The cosmographer Pieter Bert, for ex- ample, based his work on Ammien Marcellin (around Ombi, sometimes Chana, here merchandise 1600).60 The geographer of the king, Pierre du Val, draw from Cairo is transported to the port of Kosseir. 51 Haguet 2009, 125–132. 55 Bubastus n Azioth ex antiquitatis ruinis, inscriptionibusq[ue] aegyptiacis ad- 52 About the history of the geography of Egypt, Broc 1975, 353–361. mirabilis fuisse videtur. 53 Haguet 2007, 226. 56 Solis fons, qui interdiu frigidus noctibus fervet. 54 Ombi n. forte Chana, hinc merces que a Cairo veniunt ad portu Cosir vehuntur 57 Hic filii Israël conclusi erant, montibus, mari, et exercitu pharaonis. /Posidium n. ques, sive Zuem emporium olim qua solebant merces ex India con- 58 Syëne n. Asna H. Sevenech. Hic romani habebant tres cohortes presidii gratia. vebi, indeq. Cayrum et Alexandria: hodie minime frequentatur, postq. Hispani Multa hic antiquitatis monumenta Latinis aegyptisq litteris inscripta. navigationes indicas ad se transtulerunt /Oasis magna hodie gademes regio dac- 59 See Gossellin 1791, or Sanson 1684. tilis dives sed ob frumenti inopiam cum nigritis negociantur. 60 Bert 1600. 102 egypt and maps an Egipte dressée sur le second livre d’Hérodote (18th cen- and Abraham Ortelius’s maps to see the emergence of a tury). new model, inspired through ancient Greek and Latin This analysis is not the product of historians of texts such as texts from Herodotus, Strabo, Diodorus of cartographic works. Contemporaries themselves under- Sicily, or Pliny (Fig. 4). From this time on, the represen- stood the distinction between ‘antiqua’ and ‘historical’ tation of ancient Egypt remained very stable. Of course, maps without further explanation. Didier Robert de details diverged from one map to another, for example, Vaugondy wrote the following definitions in the Ency- the number and the location of canals supposedly con- clopédie, ou Dictionnaire Raisonné des Sciences, des Arts et des necting the Nile with the Red Sea or the shape of the Mo- Métiers in the entry ‘geography’: eris Lake (Qeroun Lake), which was sometimes crescent- shaped65 , sometimes rectangular66 (Fig. 5). But in any Ancient geography, which is the description of case, they all followed the same pattern for two centuries. the Earth, according to the knowledge that the It was not until the 18th century that the emer- ancients had of it until the fall of the Roman gence of a radical update of Egypt’s representation be- Empire […]. gan to manifest itself thanks to Jean-Baptiste d’Anville’s Historical [geography], that is when a coun- maps which became the new model to follow. D’Anville try or a city is indicated, its diverse revolutions (1697–1782) made extensive use of Sicard’s map but also are displayed, which princes ruled them succes- provided his own improvements, as he explained in his sively, what kind of trade is conducted, battles, Mémoires de l’Égypte ancienne et moderne. Sicard’s work sieges, peace treaties, in short, everything which mainly became known thanks to d’Anville, as his map is connected with the history of a country.61 was not printed and existed only as two manuscripts. One of these was sent to the French king who showed Finally, maps of ancient and modern Egypt appeared it to d’Anville to help him improve the maps of Egypt. at the end of the 17th century, a period when schol- Still d’Anville was not the only one to rethink Egypt’s ars tried to understand the past territory on the basis of outlines thanks to Sicard’s map. Richard Pococke and the present territory, and vice-versa.62 They represented Didier Robert de Vaugondy were also influenced by the modern Egypt, to which ancient toponyms were added Jesuit’s work, but only d’Anville’s map was of influence alongside the cities’ modern names. Guillaume Delisle and was passed on to posterity. (1675–1726), geographer of the king, proposed a ‘dou- D’Anville’s method of working was specific. He es- ble’ toponymy, an equation of the ancient and current pecially tried to improve knowledge of ancient Egypt’s toponyms, separated by the word ‘or’, e.g., “Armand ou geography by using modern geographical methods. Be- Hermonthis”, “Asna ou Isné ou Esné ou Latopolis”. fore the end of the 17th century, the maps of ancient In the 15th century, the first maps of ancient Egypt Egypt and the maps of modern Egypt evolved in paral- (even if it was not explicitly designated as such) ap- lel, but not together. With d’Anville and his contempo- peared with the translation of Ptolemy’s Geography. As raries like Claude Sicard or Guillaume Delisle, the ap- the maps were made according to Ptolemy’s text and proach changed. D’Anville finished his map of modern Ptolemy lived around the 1st century AD, they naturally Egypt in 1750, but waited 15 years to publish it because display a late version of ancient Egypt. Before the dis- he wanted to publish this map and his map of ancient semination of Ptolemy’s Geography, most of the maps of Egypt at the same time. D’Anville explicitly wrote that Egypt were nautical charts or field maps for preparing he made the first map in order to make the second, be- conquests.63 Pilgrims very rarely drew maps.64 With the cause, in his eyes, it was not reasonable to publish the translation of the Geography, a new standard for maps of first one alone.67 Egypt appeared. We have to wait until the 16th century 61 “[Géographie] historique, c’est lorsqu’en indiquant un pays ou une ville, 63 Marin Sanudo, [Egypt], in: Sanudo 1306–1321. elle en présente les différentes revolutions, à quels princes ils ont été su- 64 One exception: Breydenbach 1486. jets successivement, le commerce qui s’y fait, les batailles, les sièges, les 65 D. Robert de Vaugondy 1756. traités de paix, en un mot tout ce qui a rapport à l’histoire d’un pays.” (D. 66 Haas 1739a, Haas 1739b. Robert de Vaugondy 1756, p. 613). 67 D’Anville 1766, p. III. 62 Aegyptus, Mesraim, Egypte 1799; Jomard and Jacotin 1829. 103 lucile haguet Fig. 4 Abraham Ortelius, Aegyptus, 1565. 104 egypt and maps Fig. 5 Johann Matthias Haas, Typus aetiologi- cus I, II. D’Anville’s map of modern Egypt was brought to around 1450 in the western countries, it was still diffi- Egypt by Bonaparte in preparation for the French cam- cult to access information. Documents could be difficult paign in Egypt.68 However, for the first publication of to locate. At worst, it could be hard for a mapmaker to the Description de l’Égypte in around 1809, the Aegyp- know if the document needed even existed. Then, it was tus antiqua by d’Anville was chosen to be printed with necessary to find out where the document was kept. Fi- the book (Fig. 6), because Bonaparte used his veto and nally, membership of a particular network could be re- forbade the publishing of the modern map for mili- quired to gain the right to enter the library or archive or tary reasons.69 The influence of d’Anville’s map of an- get a copy of the document. For this and other reasons, cient Egypt was long lasting and inspired the geographi- certain maps were used by modern mapmakers and not cal work of Jean-François Champollion, a well-known used by others. scholar among Egyptologists. According to him, he was Scholars extensively used Roman and Greek liter- able to use the map of Upper Egypt as drawn by d’Anville ature when these texts were available. They found in- without having to make any modifications.70 formation in Herodotus, Strabo and Pliny, but also in Joseph et Stephanus de Urbibus’s Ethnikon (edited in Latin in 1669 and 1678), in the works of the Roman 5 How did mapmakers create historian Ammianus Marcellinus, in Pomponius Mela’s geographical maps? De chorographia published in Milan in 1471, in Solinus’s Polyhistory and many others. Mapmakers examined every Before I enumerate the sources the mapmakers used word of the Greek and Latin writings in order to find over centuries, I have to stress that not all of them were information about ancient geography. They employed known by or at the disposal of all mapmakers. The cir- ancient registers of the stations and distances along the culation of knowledge was not smooth. Even after the various roads of the Roman Empire that contained direc- printing revolution initiated by Johannes Gutenberg in tions about how to get from one Roman settlement to 68 The copy of the map annotated by Bonaparte is kept at the Château de were published in 1821. Chantilly. The map is reproduced in Godlewska 1988, 7. 70 Champollion 1811, 384–385. 69 Laissus 2005, 225. The maps made by the members of the Expedition 105 lucile haguet 106 Fig. 6 Jean-Baptiste d’Anville, Aegyptus antiqua, 1765. egypt and maps another. The Antonine Itinerary was one of them and was 18th century, the Jesuit and mapmaker Claude Sicard well-known by mapmakers.71 Nothing is known with added ancient Coptic literature like the “martyrologe certainty as to the date or the author. Scholars consider des coptes” or the “dictionnaires copto-arabique” to this it likely that the original edition was prepared at the literature.73 beginning of the 3rd century. It provides the names of The influence of the Arabic sources goes far back, the cities and the distances between them. Mapmakers as well. They even gave an initial idea of Ptolemy’s Geog- also used ancient maps that survived from the Roman raphy before its translation into Latin in 1411. Between world, like the Tabula Peutingeriana (Peutinger Map). The the 8th and the 14th centuries was the Golden Age of Tabula Peutingeriana was a map showing the road net- Arabic geography. Whereas the mathematic architecture work in the Roman Empire. The original Roman map of geography (such as geographical coordinates) was in- was last revised in the fourth or early fifth century. It cov- spired by Ptolemy, the descriptive part was inspired by ered Europe, North Africa and parts of Asia (the Mid- Persian sources. The Renaissance was characterized by a dle East, Persia, and India). It was named after Konrad renewal of the use of Arabic sources. The 16th century Peutinger (1465–1547), a German humanist and anti- is especially characterized by the spread of Abulfeda’s quarian, but the map was already well known among Geography (13th century). It was brought back to France humanists thanks to a 13th century copy that was discov- by the traveler Guillaume de Postel (1510–1581), who ered in a library in Worms (Germany) by the German hu- was assigned to buy Arabic works during his stay abroad manist Conradus Celtis (German: Konrad Pickel; 1459– by King Francis I of France. Abulfeda did not really re- 1508). He passed on the map to Konrad Peutinger in new the mapmaking of ancient Egypt, but he confirmed 1508. The Peutinger Map is known for its very elongated the Greek information. His work was used by the Je- shape, which has been explained by various hypotheses. suit Athanasius Kircher who was especially interested in According to some scholars, the map was shaped to fit a the geography of Egypt and the decipherment of hiero- papyrus roll. Recently, other scholars has hypothesized glyphs.74 By the 17th century, the number of translations that the map might have been used as a decorative frieze of Arabic texts had increased. A work by Al Idrissy was made for a ‘place of power’.72 translated into Latin by Gabriel Sionite (Paris, 1619), The mapmakers used the Bible and the Scriptures under the title Geographia Nubiensis. Many geographi- to draw maps of ancient Egypt, but also ecclesiastical lit- cal texts were translated by Jacobus Golius (1596–1667) erature, like patristical works, notably, the texts of the and Albert Schultens (1685–1750).75 Orientalism schol- Desert Fathers. The Desert Fathers were hermits, ascetics arship thrived, notably with the publication of the Biblio- and monks who lived mainly in the Scetes desert of thèque orientale by Barthélemy d’Herbelot in 1697, which Egypt from the 3rd century AD onwards. The monastic is said to be the foundation stone of Orientalism. desert communities that grew out of the informal gath- As they described modern Egypt, Arabic sources erings of hermit monks became the model for Christian mainly influenced the mapping of modern Egypt. For in- monasticism. Beginning as an oral tradition in the Cop- stance, the Italian translation of Description of Africa (De- tic language, their wisdoms were only later written down scrittione dell’Africa) by Giovanni Battista Ramusio in his in Greek text. They are also a gateway to the Greek and collection of travelers’ accounts Delle navigationi e viaggi Roman sources that they re-used. Their works became (Venice, 1550) renewed the mapping of modern Egypt known in the Latin world mainly through the Egyp- and, perhaps as extensively as Ptolemy’s Geography, con- tian Paterikon (Historia Monachorum in Aegypto) by Rufinus tributed to renewing the mapping of ancient Egypt.76 Tyrannius (4th – 5th centuries) through which one can But these new maps of modern Egypt did not influence feel the influence of the Greek and Latin works. In the the way in which ancient Egypt was mapped, with a few 71 Cuntz and Wirth 1990. There is no recent edition. “Appendix sive Excerpta ex Muhammedis Alfergani astronomicis” in Ara- 72 Talbert 2010, 145–153. bia Seu Arabum vicinarumq[ue] gentium Orientium leges, ritus, sacri et pro- 73 Sauneron and Martin 1982, XIX. fani mores, instituta et historia. Accedunt praeterea varia per Arabiam itinera, in 74 Athanasius Kircher, “Aegypti descriptio chorographica antiqua”, “Aegypti quibus multa notatu digna enarrantur 1633. descriptio chorographica recentior” in Kircher 1652b. 76 A French edition was published in 1556 for the African part: Léon 75 Albert Schultens, “Index geographici” in Aboulfeda 1755. Jacob Golius, l’Africain. 107 lucile haguet exceptions, such as mapmakers putting ancient names From the end of the 17th century, western trav- on modern maps of Egypt.77 Until the 18th century, elers also influenced maps of Egypt when they began maps of ancient and modern Egypt evolved completely to travel to the south of the country, and to dissemi- separately, as they were two different countries. nate the discoveries they made. Western travelers scarcely However, it is the case that Arabic sources were also produced maps before the 18th century, except for the used for the mapping of ancient Egypt, although their map of Lower Egypt that Bernhard von Breydenbach influence is not always easy to pinpoint. The Ortelian included in his travelogue Peregrinationes in Terram Sanc- habit of mentioning his sources on the map close to the tam in 1486. But mapmakers of the 18th century began toponyms was scarcely followed by his successors. How- to feel the necessity to know the field to map the past. ever, some authors mentioned their Arabic sources in Clearly, as they were visiting modern-day Egypt, they the title, e.g. Kircher when he used Abulfeda’s work,78 did not draw ancient maps, but what they called com- the Jesuit Claude Sicard, and later the French geographer parative maps or ‘parallèles géographiques’, which were Jean-Baptiste d’Anville when he used the Geographia nu- two-dimensional syntheses of past and present Egypt. biensis, a compendium of Al-Idrissy. Travelers’ accounts were unspecific, insufficiently Claude Sicard is known to have drawn the first ac- detailed or did not answer the questions asked by map- curate map of Egypt, identifying ancient places based on makers. This is why the French geographer Guillaume his observations in the field. But that should not obscure Delisle wrote to the French consul in Cairo, Benoît de the fact that he used textual sources to refine his map, Maillet (1656–1738), in order to obtain maps of Egypt such as Greek and Latin literature, the Scriptures, eccle- that were, in accordance with his instructions, made in siastical literature, but also Arabic sources. He quoted the field. He specifically asked for information to “de- the Bibliothèque orientale by Barthélemy d’Herbelot. He termine exactly the course of the Nile, research the loca- was influenced by the Annales by Sa ֒īd ibn Bitrīq, maybe tions of places mentioned by ancient authors”.82 Lenoir ˙ through the Latin edition that was made by the oriental- du Roule, as he could not reach his post in Damiette be- ist Edward Pocock in 1658.79 Thanks to his familiarity cause of an uprising, was instructed to answer Delisle’s with Coptic and Arabic, he could look through Arab questions. He made maps of Egypt which were sent to itineraries and scalae, works containing a grammar, a France. A few years later, again thanks to the consul, Coptic dictionary, and a chapter dedicated to the Egyp- Delisle got in contact with Claude Sicard, who it was tian toponyms.80 thought might fulfill the task. As a Jesuit, he was trained Jean-Baptiste d’Anville also mentioned Arabic in mapping.83 He also could speak Arabic. For the first sources in his essays called Mémoires.81 In these Mémoires, time, a western foreigner explored Egypt in detail on d’Anville analyzed the sources he used to make a map. several explorations through Lower and Upper Egypt. Very typical for d’Anville, these essays allow us to know Claude Sicard was not a traveler. He lived in Egypt as how he built maps. He used the Bibliothèque orientale, head of the Jesuit mission in Cairo and had more time but also Abulfeda, Idrissy, Macrizi, and Mutardi, newly for exploring the country than a temporary wayfarer. discovered documents like the Dénombrement du pays, Egypt was in a state of instability which made it diffi- traduit de l’Arabe, & qui est sorti du Divan du Caire, brought cult to explore. Many travelers and diplomats died by over by the French scholar Louis Picques (1637–1699), going off the beaten paths (e.g., Lenoir du Roule when or an Itinéraire given to Jean Thévenot in 1652 by a prince he tried to reach Ethiopia). But Sicard knew how to keep of Tunis. safe by looking poor and hungry. He was also the first to 77 See for instance “Égypte” in du Val 1661. 79 Ibn-Bitrīq, E. Pococke, and Selden 1658. ˙ 78 “Note to the reader: once, according to Strabo, Egypt was divided in 30 80 Sicard 1982, V–XXV. nomos or districts, a phrase that Ptolemy borrowed, as shown on this 81 For his essay about his maps of Egypt, see D’Anville 1766. map; and that fit exactly the Arab descriptions taken from the geographer 82 “Déterminer exactement le cours du Nil, rechercher les emplacements Abulfeda.”; Nota ad lectorem: Aegyptus olim, teste Strabone in 30 nomos, id de certains points indiqués par les anciens auteurs”. Note from the min- est prgraaefecturas fuit divisa, quam et ptolemaeus secutus est, uti ex hac mappa ister Pontchartrain to Lenoir du Roule. See Caix de Saint-Aymour 1886, patet; et Arabum descriptioni quam ex Abulfeda geographo deprompsimus, exacte 213–214; Lhuillier 1890, 285–320. See also Bonnet 1891, 374–388. correspondet. (Kircher 1652b). 83 Dainville 1940. Daniel 1879, p. 801–823. 108 egypt and maps take astronomical measurements for each city that he de- ponyms, which he called ‘table’. He refused to admit any scribed.84 This explains why no other maps achieved this influence from Norden’s atlas, which displayed Egypt on kind of accuracy before the work of the French scholars a large scale “[…] le cours du Nil au-dessus du Caire, dis- who escorted the Bonaparte expedition or the English tribué en 29 feuilles, ne mérite aucune confiance en ses surveyors. The large-scale maps made by Frederick Lud- positions”.87 wig Norden and published in French in 1755 were not D’Anville mainly used Sicard and Pococke for the drawn up with the help of astronomical observations, general outlines of the Nile and the identification of but just by observation, which led the geographer Jean- the toponyms. His map of Lower Egypt is inspired by Baptiste d’Anville state that they were useless.85 a map manuscript (anonymous) of the Delta and Lenoir Claude Sicard himself used travelogues to improve du Roule’s map. He also mentioned the astronomical his map. He asked to be sent the travel accounts by Pierre work of the “ingénieur hydrographe”, Jean Mathieu de Belon (1518–1564), Jean Thévenot (1633–1667), Jean- Chazelles (1657–1710). In 1693 Chazelles was sent to Michel Vansleb (1635–1679), and Paul Lucas (1664– Egypt by the Académie royale des sciences to determine 1737).86 Jean-Baptiste d’Anville, following his working the position of the Alexandrian meridian. He measured method, achieved exhaustiveness, mentioning traveling the position of Alexandria and some of the most impor- accounts by Pierre Belon, Claude Granger – whom he tant cities of Lower Egypt.88 also interviewed, Paul Lucas, and, of course, Claude Sicard. Discussion about the sources of maps is incomplete 6 Conclusion if we do not also look at maps as sources in more de- tail. They were, of course, a major source for scholars. Until the 18th century western geographical knowledge Abraham Ortelius even published a list of mapmak- of ancient Egypt was dominated by a paradox. The main ers (Catalogus cartographorum) whose works he had used. cities were known and approximately located. Ancient They strongly influenced each other – to such an ex- Egypt, like modern Egypt, was unquestionably the most tent that the maps often resembled one another. How- well-known region in Africa. However, this knowledge ever, when scholars planned to review the map of Egypt, was mainly second-hand, and even with Greek and Ro- they did not always use geographical sources. For in- man supplementary information, it was still difficult for stance, Claude Sicard did not use geographical works, western travelers to identify ancient places when they like geographical dictionaries or atlases equivalent to were actually in Egypt. The more familiar places, such the Notitia orbis antiqui by Christopher Cellarius (1701), as the city of Thebes, were as famous as they were noto- even if he mentioned Abraham Ortelius. Sicard con- riously difficult to find. Theoretical knowledge of Egypt sidered such sources had too many flaws. On the con- did not match the practical knowledge of the country. trary, in his Mémoire de l’Égypte ancienne et moderne, Jean- However, maps did not claim to be fully complete, even Baptiste d’Anville quoted maps as his primary sources if they tried to be. They were work in progress, and the for the drawing of his own maps. He therefore gath- public understood them as such. Chronology was not ered printed maps like the Hanc tabulam Aegypti by the important, as different periods of time often coexisted traveler Richard Pococke, also inspired by Sicard, “Une on one map. Finally, maps not only gave information carte manuscrite des deux principales branches du Nil about topography and toponymy, but also about his- au-dessous du Caire, & jusqu’à la mer”, which is per- tory. They also testified how a country is known and haps the Carte de la Basse Égypte et du cours du Nil de perceived from abroad. More than a story of the redis- Paul Lucas (1717), a copy of a map by Lenoir du Roule covery of Egypt by western people, early modern maps about the Nile’s course until Girgeh from 1715 and a tell us how they conceived this faraway yet familiar coun- copy of Sicard’s map. D’Anville also read the Parallèle géo- try, omnipresent in Greek, Latin, Muslim and Christian graphique written by Sicard, an annotated listing of to- culture. 84 Sicard and Martin 1982, p. 55. 87 D’Anville 1766, p. V. 85 D’Anville 1766, p. IV. 88 See Nouet 1800, t. 3, p. 103–104. 86 Sauneron and Martin 1982, XVII. 109 Bibliography Aboulfeda 1755 Burkhalter 1999 Aboulfeda. Auctarium ad vitam Saladini ex Historia universali Fabienne Burkhalter. “La mosaïque de Palestrina et les principis Hamatensis. Lugduni Batavorum: Joannem Le Mair, pharaonica d’Alexandrie. Réflexions sur deux études de P. G. P. 1755. Meyboom, ‘The Nile Mosaic of Palestrina. Early Evidence of Egyptian Religion in Italy’ (1995) et F. Coarelli, ‘La pompé di Aufrère 1990 Tolomeo Filadelfo e il mosaico nilotico di Palestrina’, Ktèm 15 Sydney Aufrère. La momie et la tempête. Nicolas-Claude Fabri de (1990)”. Topoi (Lyon) 9.1 (1999), 229–260. doi: 10.3406/topoi. 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Illustration credits 1 Paris, Bibliothèque nationale de France, département 4 Paris, Bibliothèque nationale de France, département Cartes et plans, CPL GE DD-2987 (10180), Public Domain Cartes et plans, CPL GE DD-2987 (10180), Public Domain (http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b5964076p). 2 Paris, (http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b5964076p). 5 Paris, Bibliothèque nationale de France, département Cartes et Bibliothèque nationale de France, département Cartes et plans, BnF Cpl GE DD 2965 (3) Rés, Public Domain (http: plans, GE D-17789, Public Domain (http://gallica.bnf.fr/ark: //gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b55005186s). 3 Courtesy /12148/btv1b84953857). 6 Paris, Bibliothèque nationale de of Stanford University Libraries, NOR 0156 (http://www. France, département Cartes et plans, GE D-10731 (B), Public digitalcollections.lib.uct.ac.za/collection/islandora-25701). Domain (http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b8469171x). LUCILE HAGUET Dr. egypt. (Paris 2007), is Curator at the Bibliothèque munici- Dr. Lucile Haguet pale classée du Havre and is leading with Catherine Hofmann Bibliothèque municipale classée du Havre – Armand Salacrou the project Jean-Baptiste d’Anville, a scholar at work at the age of 17 rue Jules Lecesne Enlightenment. The focus of her research is the history of car- 76600 Le Havre, France tography, the history of the Egyptophilia, the history of the E-Mail:
[email protected]scientific carriers. 113 Melanie Wasmuth Mapping Political Diversity: Some Thoughts on Devising a Historiographical Map of Seventh-Century BC Egypt Summary The social and cultural developments in the Eastern Mediter- sierenden politisch-thematischen historiographischen Karten ranean Area of Connectivity in the 8th to 6th c. BC are strongly nicht deutlich, obwohl darin einer der Schlüsselfaktoren für rooted in the cross-regional mobility and subsequent cultural die sozio-historische Entwicklung im Großraum ‚weiterer öst- diversity that resulted from the various local strategies in the licher Mittelmeerraum’ zu sehen ist. Dieser Beitrag gewährt southern Levant and the Nile delta of challenging and outma- Einsicht in ein alternatives Kartenkonzept, das sich die Visua- neuvering the super-powers. Yet, historiographical maps of 7th lisierung von historischer Komplexität zum Ziel gesetzt hat, c. Egypt predominantly depict the political landscape – if at all um weitere Forschungsfragen anzuregen. – as the dominion of politically homogeneous entities: as part Keywords: Kartographie; historigraphische Kartierung; the- either of the Assyrian empire, or of the Kushite empire, or of matische Karten; Ägypten; 1. Jahrtausend v. Chr.; politische a local power. By contrast, this paper discusses an alternative Diversität; historische Komplexität visualization, which indicates historical complexity with the aim of triggering further research. I would like to thank Daniel Werning for his interest, his help- Keywords: cartography; historiographical mapping; thematic ful suggestions and the editors of this volume for the offer to maps; Egypt; 1st millennium BC; political diversity; histori- include this paper into the volume on Mapping Ancient Identi- cal complexity ties. For their critical comments and stimulating discussion, I am furthermore indebted to Andrew Deloucas, Barbara Hufft, Im 7. Jh. v. Chr. ist Ägypten Ziel der Expansions- und Konso- Caroline Waerzeggers, Dlshad Marf Zamua, Jan Gerrit Derck- lidierungspolitik einerseits der assyrischen und kuschitischen sen, Lara Weiss, Maria Riep, Rainer Nutz, Susanne Bickel, Su- Könige, andererseits von lokalen Machthabern. Gerade der po- sanne Grunwald, Tero Alstola and Undine Stabrey. This con- litische Spielraum, sich mit einer der Großmächte, untereinan- tribution has been prepared within the scope of my year as der oder mit anderen Entitäten insbesondere jenseits des öst- Visiting Scholar at the University of Leiden: Institute for Area lichen Mittelmeeres zu verbünden, wird auf den derzeit kur- Studies – Assyriology. Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 115 melanie wasmuth 1 Introduction lustrates historical events, processes and constellations from a later perspective.4 For a historian this rather sim- “A picture says more than a thousand words!” This ple distinction remains unsatisfactory. With the act of is an observation, which is also highly apt for maps, creation and publication, any usable thematic map illus- and especially for those visualizing social and historio- trating history immediately becomes a ‘historical’ one;5 political issues. Its consequences are key issues of mod- and every map on the past is a historiographical one, ern cartography, where the visualization of spatial so- regardless of its thematic focus. From a historian’s per- cial structure had long been ostracized.1 In ancient civ- spective at least four map categories need to be differen- ilization studies, and even more so in times and areas tiated which take into account the time frame depicted with extensive written data, the impact of cartographic (a status quo at a specific date or changes during a time display on academic interpretation of antiquity is only interval) and the point of view (internal/historical6 or marginally discussed. Mapping is primarily used to il- external/historiographical), see Tab. 1. Compare for in- lustrate topographical issues and only to a minor extent stance a physical satellite map of today (= historical status- also for visualizing ‘history’. Now, why should this not quo map) vs. a reconstructed physical map visualizing the be enough, why should we also care for historiographi- coastal lines of, e.g., 10 000 BC (= historiographical status- cal mapping? A fundamental answer to this is that maps quo map), or plotted changes in frontlines during mili- open up research questions.2 This exceedingly construc- tary actions (= historical condensation map) vs. their recon- tive approach to (historiographical) mapping unfortu- struction at a later date (= historiographical condensation nately needs relativization. Maps can be exceptionally map). powerful tools to open up or trigger research questions, Historiographical maps – i.e. thematic maps visual- but only if the effort is made to allow them to do so. Yet, izing aspects of history – can be deconstructed into sev- the opposite is true as well. Maps can efficiently obliter- eral layers. Most commonly, the background layer con- ate the need for further research and different research sists of a physical map which may range from a very de- questions as will be illustrated for the case of Egypt in tailed physical map to the rough delineation of coastal the 7th century BC.3 lines and major rivers.7 Thematic overlays are then su- The condensation of history to a two-dimensional perimposed on that basis, usually at least a topographi- static snapshot and the subsequent substantial reduction cal one, i.e. an overlay presenting the names/labels of ge- of historical complexity constitutes a major challenge, omorphological features and of human-built structures but also the chance to visualize historical issues to be an- like towns, roads or monuments.8 A closely related the- alyzed and discussed. This paper therefore draws on the matic overlay, which is popular in ancient civilizations power of historiographical thematic maps to promote studies, is the plotting of findspots of both immobile and further research issues and discusses means to control mobile archaeological features. Further thematic over- their degree of manipulativeness instead of ostracizing lays much in use in cartography on modern times are their usage. maps with political (e.g. boundaries of political entities), But let us start at the beginning. What is a historio- economic (e.g. natural resources), or social (e.g. demog- graphical map and which kinds of historiographical maps raphy) overlays. is this paper concerned with? An issue immediately aris- Within the academic debate in ancient civiliza- ing in the realm of historical geography and cartogra- tions studies, a detailed differentiation as shown in Ta- phy is the distinction between a historical map, i.e. an ble 2 is often extraneous as the discussions of how ancient map or atlas that visualizes (ancient) contem- maps have been devised in the past and how past porary geography, vs. a historiographical map, which il- socio-historical issues (or those with a certain historical 1 See Dorling 2012, xxiii, xlii–xliii. whether this process has taken place in a more distant or the very recent 2 See also Leimgruber 2009, 17, 26; Dorling 2012, xxxv–xlii. past. 3 See also Wasmuth 2018. 7 See, e.g., Berg 1973 vs. McEvedy 2002 [1967] or Dorling 2012. 4 See, e.g., Moser 2009, 96–109. 8 Similarly, cartographic introductions like Hennermann and Woltering 5 Similarly already Leimgruber 2009, 26. 2014 [2006] separate topographical from other thematic maps. 6 A historical map is (supposedly) up-to-date at the time of its creation, 116 devising a historiographical map of seventh-century bc egypt Time frame Historical Historiographical Status quo at a specific date Current snapshot Snapshot at a given time in the past Condensation of time interval Changes up to current date Changes in the past Tab. 1 The contents of historical and historiographical maps in relation to the depicted time frame. Historical Historiographical Layers Status quo at a spe- Condensation of time Status quo at a spe- Condensation of time cific date interval cific date interval Physical map Snapshot of current Changes in geomor- Snapshot of geomor- Changes in the past geomorphological phological surface phological surface regarding geomor- surface structures structures up to cur- structures at a past phological surface rent date date structures Topographical Snapshot of current Changes in human- Snapshot of human- Changes in the past overlay human-built and/or built/-labelled surface built/-labelled surface regarding human- human-labelled sur- structures up to cur- structures at a past built/-labelled surface face structures rent date date structures Further the- Snapshot of various Changes regarding Snapshot of various Changes in the past matic overlays current various issues up to issues at a past date regarding various current date issues Tab. 2 The structure of historical and historiographical maps. depth) can be mapped rarely converge. What is usually although not in the respective atlases. One of these dis- meant by labelling a map historical is a ‘historical phys- cussions concerns the issue of visualizing spatial social ical cum topographical status-quo map’, while Geschichts- structures, which provides stimulating case studies also karte/historiographical map tends to denote a ‘historio- for historiographical thematic mapping of ancient his- graphical thematic condensation map’ visualizing issues tory, e.g. with regard to the discrepancy of rather abstract in the past. In order to allow a broader discussion, the de- official borders and fuzzy border realities, the explana- velopment of a more differentiated terminology is very tory powers of displaying the winning vs. the second- much needed. In the context of this contribution it has placed parties in an election, or the impact of the mo- to suffice to highlight which kinds of maps out of the ment in time chosen for a (supposedly) representative potential corpus will be discussed and why. snapshot.10 However, the challenges faced in cartogra- Another intriguing issue, though beyond the scope phy of modern and ancient social spatial structures are of this contribution, pertains to the predominant phe- different in many respects: ‘Modern cartography’ tends nomenon that the underlying sources and their data to struggle with the issue of too much data and the ques- content are scarcely and strikingly rudimentarily men- tion of how to reduce that mass to legible and conse- tioned.9 This is the case in ancient civilizations studies quently inherently manipulative visualizations,11 while as well as in modern cartography, where the question a major challenge in ancient civilizations studies con- of how to deal with the sources is intensely discussed, cerns the fragmentedness of data sets. 9 See, e.g., most maps referred to in note 32. tive’ samples (or snapshots) see Daston and Galison 2007, e.g. 11–13. 10 See, e.g., Dorling 2012, 82–83; 126–127; 188–189. For a science philo- 11 See, e.g., Dorling 2012, passim. sophical introduction to the process and impact of choosing ‘representa- 117 melanie wasmuth 2 Historiographical mapping of seventh and Piye’s successors and especially the state of actual century BC Egypt: setting the scene control of the Memphis remain fuzzy due to the avail- able evidence, which tends to present one-sided views Before entering into the discussion of a specific proposi- without enough additional data to evaluate the view- tion for mapping the political history of 7th century BC points. However, evidence for strengthening the Egypto- Egypt, a rough sketch of the historio-political setting and Kushite influence in the southern Levant only derives a brief survey of the current state of its historiographical from the time of turmoil after the death of the Assyrian visualization in maps prove helpful. king Sargon II in 705 BC.17 While the Assyrian and Kushite conflict concen- trated on policies of support or abandonment of Lev- 2.1 Seventh century BC Egypt: historio-political antine rulers in their strategies of personal and political outline survival during the 8th century BC,18 this changed to di- As will be discussed in the context of presenting the de- rect military actions from 701 BC onwards, either on the sign of Figure 1, many aspects and especially the calibra- borders of Egypt or within the Nile valley.19 Concerning tion of the different kinds of sources and political per- the visualization of the complexity of political dominion spectives on 7th century BC Egypt still await closer ex- as proposed in Figure 1, a milestone in Egypto-Assyrio- amination.12 As this is beyond the scope of this contri- Kushite affairs is the campaign by Ashurbanipal in 667 bution, which explicitly aims at visualizing the need and BC against a coalition of the delta rulers and Taharqa, in potential for further study of the historical complexity, which the Assyrian army took many of the delta rulers only some benchmarks will be highlighted here.13 captive and deported and executed most of them in Nin- By the mid-8th century BC, the Kushite kingdom eveh.20 It remains unknown, however, why Necho (I) (with its core at Gebel Barkal/4th Nile cataract region) and his son Psamtik (I) were pardoned and re-instated had expanded to the Egyptian Thebais.14 Already Kashta in Sais, Memphis and Athribis, thus becoming Assyrian adopted Egyptian royal titles, but the Kushite kings did vassals.21 It seems likely that they were perceived as the not take residence in Egypt until Shebitko/Shabat(a)ka, most functional buffer against potential further Egypto- who was crowned at Napata but resided in Thebes.15 Un- Kushite attempts to regain control over Lower Egypt and der Pi(ankh)y the kingdom was extended to the Mediter- the southern Levant. Taharqa’s army has been followed ranean coast (Victory Stela from 728 BC) though the lo- south to the Thebais. There is evidence though that both cal rulers in the delta remained in power after (nomi- the escape of Taharqa from Thebes in 667 BC and Assyr- nally) submitting to Pi(ankh)y as their overlord.16 The ian actual control over Psamtik I is not much more than relations between the delta rulers, especially Tefnakhte, Assyrian propaganda.22 12 The Assyrian sources are quite well known and published: see especially 13 For recent introductions, see, e.g., Kahn 2013; Wenig 2013; Kahn 2006b. Onasch 1994. For a profound source criticism of the Assyrian royal in- They are primarily cited for further references. scriptions and their academic usage, see Spalinger 1974. Over the last 14 See Kahn 2013, 23. decade and more, attempts to correlate the different sources from Egypt, 15 See Wenig 2013, 173–174; on the consequences of the largely accepted Assyria, Greece and the Levant for several issues of the Kushite rule over reversal of succession between Shabaka and Shebitko for cross-regional Egypt have been undertaken especially by Dan’el Kahn, e.g. Kahn 2003; politics see Broekman 2017b, for an introduction to the evidence and Kahn 2004; Kahn 2006a; Kahn 2006b; Kahn 2009; Kahn 2014. Still, a state of discussion on the reversal see most recently Broekman 2017a and more general re-evaluation of the sources and their potential to elu- Jurman 2017. cidate the complexity of the historical situation especially of 7th cen- 16 See Wenig 2013, 173. For the Victory Stela of Pi(ankh)y, see below note tury BC Egypt remains a desideratum. Especially the Egyptian sources 60. For a brief survey and further references of the discussion on reading need to be more comprehensively re-evaluated, which has become a re- Pi(ankh)y’s name see Kahn 2005–2006, 103 note 1. alistic venture due to the recent source collections by Jansen-Winkeln: 17 See Kahn 2006b, 251; see also Broekman 2017b, 26–27. On the question Jansen-Winkeln 2007; Jansen-Winkeln 2009; Jansen-Winkeln 2014a; of control over Memphis see most recently Jansen-Winkeln 2017, 33–42. Jansen-Winkeln 2014b. For introductions from an Egyptian/Kushite per- 18 See, e.g., the concise overview in Wenig 2013, 176–177. spective, see James 1991; Török 1997; Dodson 2012, 139–180, 200–201; 19 See Kahn 2006b, 251–257; Wenig 2013, 177; on the battle of Eltekeh, see Pope 2014, 257–292. For introductions to the chronological challenges also Radner 2012. posed by the Egyptian dynasties 22–26, see Kitchen 1986 [1973]; Jansen- 20 See Wenig 2013, 186–187. Winkeln 2006; Moje 2014 (juxtaposition of 22–25th dynasties); Kahn 21 See Kahn 2006b, 260–261; Wenig 2013, 187. 2005; Zibelius-Chen 2006 (25th dynasty); Depuydt 2006 (26th dynasty); 22 See Kahn 2006b, 261. Michaux-Colombot 2006 (Egyptian/Kushite and Assyrian synchronisms). 118 devising a historiographical map of seventh-century bc egypt Direct Assyrian military activities in Egypt ended topographical maps.28 They tend to provide a sketch with Ashurbanipal’s campaign to and sack of Thebes of major geomorphological features, such as rivers and in 664/663 BC. Thus, Tanutamani’s earlier conquest of coast lines, and the rough or rather detailed position of Memphis that had caused Psamtik to flee to Assyria modern archaeological sites (to be) identified with an- (verbatim Syria) has been countered.23 After being rein- cient place names. Furthermore, egyptological maps are stated by Ashurbanipal in both, his and his father’s do- usually illustrative in nature. They highlight a specific mains in Memphis and Sais, he adopted Egyptian royal issue discussed in a text which they accompany; most titles, though he did not control Thebes until 656 BC, of them are not meant to stand on their own or to be where Tanutamani was accepted as Egyptian pharaoh till the primary source of information only supplemented then.24 by explanatory text. This is also the case for the most Under Psamtik I and his successor Necho II, the straightforward examples of historiographical atlases of Egyptian kingdom expanded once more to the 2nd ancient Egypt, i.e. the Cultural Atlas of Ancient Egypt by Nile cataract. Furthermore, there is evidence for mili- John Baines and Jaromír Málek and The Penguin Histori- tary activity in Western Asia northwards to the Euphrates cal Atlas of Ancient Egypt by Bill Manley.29 from the late reign of Psamtik I onwards.25 Unsurpris- Detailed physical cum topographical maps or even ingly, the Egyptian kings Psamtik I and Necho II (since atlases are still rare30 and those attempting to visualizes 610 BC) were allied once more with Assyria in its fight the ancient physical and topographical landscape at a against Babylonia in the final decades of the 7th cen- specific time – like the Helsinki Atlas of the Ancient Near tury BC, but this time as military powers sought out for East in the Neo-Assyrian Period – are quite exceptional.31 help and not as the vassals to be summoned.26 Although such attempts in cartography should be much encouraged, the focus of this paper is to illustrate the need for additional thematic maps – and how much 2.2 Historiographical mapping of 7th-century more carefully academia in Ancient Near Eastern studies BC Egypt: state of the art and Egyptology should deal with them. The very limited degree that maps are made use of is Cartographic studies aiming at an ancient history in a striking characteristic of ancient civilizations studies, maps, i.e. historiographical atlases visualizing historical and most prominently the study of ancient Egypt. This developments primarily or exclusively cartographically is probably primarily due to the phenomenon that ge- (in contrast to maps illustrating a textual presentation of ography is only a minor focus of research in Egyptology. historical issues), do exist, but not specifically for Egypt. It might also be because cartographic knowledge tends Egypt is included in several such historiographical at- to be limited and the major amount of sources under lases that cover the area of the wider Eastern Mediter- consideration is not from an every-day life context, but ranean region east towards the Zagros Mountains (and from a funeral or sacral one.27 This severely hampers the beyond). All of them cover a large time span in addi- plotting of reconstructed contemporary ‘real-life’ issues, tion to their (often very broad) geographical width.32 A especially in historiographical thematic maps. detailed analysis of the visualization of 7th century BC Consequently, ancient Egypt is often represented by Egypt in these studies requires the scope of a separate 23 See Kahn 2006b, 263–264; Spalinger 1976, 136–137; 142–143. cal atlas projects Baines and Málek 1980 (resp. the revised edition Baines 24 See Wenig 2013, 192–193; Kahn 2006b, 265–267. and Málek 2000) and Gamer-Wallert and Schefter 1993. 25 See Kahn 2013, 24; James 1991, 714–715. 29 See Baines and Málek 2000; Manley 1996. 26 See James 1991, 714–715; Spalinger 1977, 221–225. 30 For Egypt, cf. Berg 1973. 27 This is very prominently reflected, e.g., in the epigraphic oriented TAVO 31 See Parpola and Porter 2001. map on Late Period Egypt Gamer-Wallert and Schefter 1993 in contrast 32 Prominent examples are the Tübinger Atlas des Vorderen Orients: cf. Zibelius to, e.g., the more generally archaeology orientated maps of Nubia and and Haas 1981; Kessler and Schlaich 1991; Gamer-Wallert and Schefter Kush Zibelius and Haas 1981 as illustrated by the choice of categories 1993; Wittke, Prayon, et al. 1993; the Penguin Atlas of Ancient Civilizations: underlying the topographical icons: “royal palace/residence, fort-like con- Haywood 2005; The New Penguin Atlas of Ancient History: McEvedy 2002 struction/fortified city, sacral building activity, royal necropolis/burial, [1967]; supplement 3 of Der Neue Pauly: Wittke, Olshausen, and Szyd- private necropolis, animal cemetery, stele” vs. “settlement, fort/fortified lak 2007; Birken’s Neuer Atlas zur Geschichte des alten Orients: Birken 2004; settlement, sanctuary, building, single tomb/cemetery, important single The Penguin Atlas of Ancient Egypt: Manley 1996. See also, e.g., Roaf 1998 find(s)”. [1990]; Baines and Málek 2000; Pemberton 2005. 28 Cf. most maps in exhibition catalogues, but also, e.g., the historiographi- 119 melanie wasmuth *ANE studies Egyptology Classics/ancient World archaeol- Bible studies (Mesopotamia) history ogy/history Political ○ ○ ○ ○ ● Economic ○ ○ Social Linguistic ○ Tab. 3 Correlation of thematic overlays displaying historiographical viewpoints and historical issues in historio- graphical maps of 7th c. BC Egypt (corpus: historiographical atlases; ○ = single/few attestations, ● = several maps/ studies; * Ancient Near Eastern). study.33 As a rather general picture, all these works for ping a higher degree of historical complexity than can the time period in question are characterized by a strong readably presented in a single map, see propositions 2 focus on political maps (see Table 3) and a condensation and 3. of the whole first half of the 1st millennium BC to very few maps. In addition, the visualization of the claims of 3.1 A physical map as background layer political dominion over Egypt in the 7th century BC (i.e. the Kushites, Assyrians and local powers especially in One of the most difficult challenges concerns the phys- the Nile delta) does not reveal the historical complexity, ical background layer of the map, due to feasibility and but primarily the academic background of the cartogra- mapping-inherent reasons. An ‘ideal’ solution for a his- pher.34 toriographical map that conveys historical complexity in order to open up research questions consists per se of a compromise: 1) The best ‘readability’ of a map is 3 Mapping political dominion in achieved by reducing the information to the most rele- 7th-century BC Egypt: proposition 1 vant issues,35 but the evaluation of what is perceived as most relevant information depends on the respective re- In the attempt to promote more diversified approaches search questions. 2) Maps based on modern physical sur- to cartography, I specifically want to address how histo- face structures do not necessarily represent the historical riographical maps can be designed in order to meet the status quo, thereby qualifying satellite and modern GIS aim of opening up research questions more effectively. maps as inherently problematic choices.36 As we do not A key feature of the proposed map design (Fig. 1) is the have sufficient data to reconstruct either the geomorpho- division of the map into several virtual layers: a physical, logical or the topographical landscape with a substantial a topographical, and a number of thematic layers. An- degree of reliability, this is currently also the case for any other is the visualization of the historical complexity in existing drawn maps. Subsequently, it is difficult to de- a way that keeps the map ‘readable’. For ideas on map- cide which is the better solution. At least, the obviously 33 See Wasmuth 2018. discusses why physical geography is not suitable for displaying social spa- 34 Most prominently in Roaf 1998 [1990], 191 (Ancient Near Eastern stud- tial structures: Dorling 2012, especially xxxv; xxxviii. As his repeated use ies); Manley 1996, 121 (Egyptology); less obviously, e.g., McEvedy 2002 of rough physical background layers shows, this statement has to be qual- [1967] (ancient history/classics) or Kessler and Schlaich 1991 (Ancient ified: There are aspects within spatial social structures that defy visual- Near Eastern studies); see also Wasmuth 2018. To which extent the ization on the basis of a physical map. For a science philosophical intro- choices made predominantly root in the academic background of the duction to the academic debate on drawn vs. photographic images, see cartographer (respectively the historian presenting the data to the car- Daston and Galison 2007, 172–183. tographer), and which roles are played by the publisher and the target 36 In time, it may be possible and feasible to create a physical map which audience remains an issue to be researched and discussed (I would like to visualises a reconstruction of the landscape in the 7th century BC. Any thank Susanne Grunwald for opening up this question). such projects should be highly encouraged. But for the time being, any 35 For a cartographic comment on the advantages of drawn maps which al- historiographical maps of Egypt in the 7th century BC have to make do low reduction to a readable layer, cf., e.g., Leimgruber 2009, 26. Dorling with what is available now. 120 devising a historiographical map of seventh-century bc egypt Fig. 1 Design proposition for a historiographical condensation map visualizing historical complexity. Key elements are the indication of a. political claims vs control (conflicting claims, official hegemony vs local political leeway, likelihood of territorial claims), b. the interrelation of physical features resp. land cover and dominion, c.) some degree of historical depth (dates of battles, changes in 664 and 2nd half of the 7th century BC) and transcultural impact (foreign communities). 121 melanie wasmuth mismatched photographic map is less likely to be read claims in the western desert. In addition, the 26 plus as historically reliable, but it is also the most historically 23 individual sheets to be assembled do not always join distorted one as prominently witnessed by the area cov- properly. Parts are missing and the colouring (reflecting ered nowadays by Lake Nasser. the elevation) is not applied consistently. Similar issues Taking feasibility factors into account, the choices characterise the Barrington Atlas, which is not a map cut are limited, especially if the area to be depicted com- apart and spread over several pages, but a combination prises regions beyond the scope of a single academic sub- of separately processed maps with individual labelling ject area. On maps from classics/ancient history, Ancient etc.42 The physical background underlying the Barring- Near Eastern studies and Levantine/Bible studies, Egypt ton Atlas is unfortunately not available any more.43 tends to be only partially included (if at all).37 Similarly, Apart from their cropping and/or their meager de- maps depicting Egypt and – as necessary for the map to tailedness, these maps of Egypt display elevation as most be devised – the wider Nile area up to the confluence of prominent aspect of the physical surface structure. This the White and Blue Nile (near modern-day Khartoum), substantially distorts the picture due to the commonly tend to be cropped north and east of the Sinai Peninsula used colour scheme, which indicates low elevation in or at most of the southern Levant.38 If the aim is to create green thereby evoking cultivatable land and easy acces- a map of the Eastern Mediterranean Area of Connectiv- sibility in inhabitable areas of desert in Egypt and Su- ity in the 8th–6th century BC, which covers the whole dan. As a consequence, for Egypt and any other steppe area of close interconnections from south of the 5th BC and desert dominated areas, the land cover proves to be Nile cataract to the Balkan peninsula and from the Ital- much more relevant information for spatial social struc- ian peninsula to the Zagros Mountains (and beyond),39 tures and their developments than the elevation data only two historiographical physical maps are currently usually depicted. As very prominently displayed in the available, both of them drawn maps: fig. 8 of the New Landcover Maps provided in the Nile River Awareness Kit,44 Penguin Atlas of Ancient History and the inner cover of the Nile is a very narrow river oasis cutting through rock Der Neue Pauly Suppl. 3.40 Both are not detailed enough and sand desert. The degree of possible habitation in for incorporating physical features (especially constric- and/or travel through these regions is not (primarily) tions and leeway for living, building, cultivation, mov- dependent on their elevation above sea-level or above ing around etc.) into the display of spatial social struc- the valley bottom, but on their geomorphological sur- ture. face structure and lack of water. Unfortunately, the Nile If the area to be displayed is reduced to the Nile Val- River Awareness Kit maps displaying the land cover are ley, also composite maps such as Berg’s Historische Karte once more not suitable due to their cropping – in this des alten Ägypten or the Barrington Atlas come into focus.41 case along the modern political borders of Egypt. As a Though Berg’s set of maps would provide a strongly pro- consequence, an open source satellite map, which has filed physical map, it is unsuitable for other reasons. The been embellished by Natural Earth to reflect an idealised area is reduced to the east-west dimension of the Nile land cover,45 has been chosen as best compromise for the delta, thereby missing substantial parts of the territorial physical background layer of Figure 1.46 37 Cf., e.g., Kessler and Schlaich 1991; Wittke, Prayon, et al. 1993; Wittke, substantial amounts of the deserts east and west of the Nile valley up Olshausen, and Szydlak 2007: e.g. 49; 51; 61; 69; 113. to Khartoum and of the Arabian peninsula will be missing (see Talbert 38 Cf., e.g., Berg 1973; Gamer-Wallert and Schefter 1993; Baines and Málek 2000, inner cover). 2000, 49. 42 See Talbert 2000, maps 70; 71; 73–83. 39 See Wasmuth 2016b. 43 I would like to thank Gabriel Moss, Director of the Ancient World Map- 40 See McEvedy 2002 [1967], 14, fig. 8; Wittke, Olshausen, and Szydlak ping Center at the University of North Carolina, for his fast and helpful 2007, inner cover. In addition, Perrot 2010, 14–15 provides a modern reply regarding the issue. satellite image of the whole region, adapted to display the idealised land 44 See Transboundary Environmental Action Project of the Nile Basin Ini- cover, with only rough indications of the locations of several major cities tiative 2015. in use in the Achaemenid period (later 6th to 4th century BC). 45 See Kelso, Patterson, et al. 2015. Similar results could be achieved on the 41 See Berg 1973. The Barrington Atlas (see Talbert 2000) covers most of basis of closed-source satellite images like Perrot 2010, 14–15. the area, but not all of it: The 1:500.000 maps are cropped at south of 46 Still, this does not reflect the potentially substantial change in climate Kom Ombo thereby not even covering all of ‘geographical’ Egypt, and and subsequent land use, which is to be assumed for the Gebel Barkal in a composite map deriving from the 1:500.000 and 1:1.000.000 maps region in the 1st millennium BC; see Pope 2014, 1 including note 3. 122 devising a historiographical map of seventh-century bc egypt A different solution is prevalent in the existing histo- their advantages and disadvantages. The most consistent riographical maps of 7th century BC Egypt: The physical example for plotting and recording ancient ‘reality’ for background layer is reduced to a rough indicator of the the period and area in question is the Helsinki Atlas of spatial setting rather than using the physical details as the Ancient Near East in the Neo-Assyrian Period,52 thereby an integral part of the historiographical visualization.47 achieving a very direct and unmistakeable visualization The degree of reduction of physical complexity varies of ancient contemporary features. Its biggest disadvan- substantially, the most extreme reduction has been cho- tage is its restricted usability that caters primarily for sen by McEvedy who cuts the iconographic complexity the specialist. To someone unfamiliar with, e.g., Neo- of the background layers of the political maps back to Assyrian or Egyptian place names, such a visualization mere to coastal lines and major rivers.48 of ancient topography is only of limited use. The more common alternative is a mixture of mod- ern and ancient names, which needs to be chosen if var- 3.2 Topographical overlay ious places are known archaeologically, but their identi- The second layer is a topographical overlay (see also Ta- fication with an ancient place name is either unknown ble 2). The plotted features vary. Maps of the present pre- or the identification remains uncertain.53 A second is- dominantly focus on the extent of settlements and in- sue concerns easy ‘readability’ due to the usage of com- frastructure like railways and roads, as well as on labels, monly known place names. This is often taken into ac- e.g., the names of towns, districts, buildings, building count – not only in mapping, but also and very promi- contents, of streams, rivers, lakes, oceans, of hummocks, nently in encyclopaedias – in cases of towns commonly hills, mountains, etc. In ancient civilizations studies, the known in a derivation of their Greek or Roman names focal point is on roughly plotting find spots: find spots as, e.g., in the case of Memphis (Egyptian Mn-nfr, below of towns, but more often especially in Egyptology, find and around modern Mīt Rahīna) or Sais (Egyptian S3w, spots of palaces, tombs, royal stelae, further archaeolog- below and around modern Sā al-Haǧar) to cite two of ˙ ˙ ical structures, etc.49 The choice of plotted structures is the royal residences in use in 7th century BC Egypt. highly revealing with respect to the academic outlook As Kessler has shown,54 the multivalence can be suit- of the subjects, cf. the focus on epigraphic monuments ably solved in historiographical topographical mapping on the TAVO historiographical map of Late Period Egypt by plotting the place (mostly a town) and providing a in contrast to the much more archaeologically oriented label showing the variety of names. For more diversified map of the Sudan and Nubia in the same corpus.50 Maps political maps this policy is fraught with the danger of focusing on visualizing the Assyrian empire on the other rendering the map illegible, at least when dealing with hand tend to be based on Neo-Assyrian royal inscrip- a low-resolution map. Consequently, McEvedy, who has tions and monumental reliefs as well as on places indi- created the most consistent history in maps currently in cated in the so-called ‘State Archives of Assyria’.51 circulation for the Eastern Mediterranean Area of Con- An important issue significantly depending on the nectivity, foregoes the plotting of topographical issues in aim (and readership) of the map is the question whether his political maps and refers the viewer instead to refer- to provide modern place names, ancient ones, contem- ence maps for the places taken into account.55 porary ancient ones or a mixture of all of these. All vari- Figure 1 displays a compromise. All Kushite find- ants can be found in scientific literature and all have spots identified and plotted by the TAVO project56 are 47 See the references provided in note 32. Neo-Assyrian Text Corpus Project based at the University of Helsinki. 48 See McEvedy 2002 [1967], passim. In addition, he provides a more de- 52 See Parpola and Porter 2001. tailed physical map in the introduction: McEvedy 2002 [1967], 14, fig. 8. 53 For an exemplary discussion of the shift of place identifications and the 49 See also above note 27. difficulty of getting an already firmly established identification changed 50 See Gamer-Wallert and Schefter 1993; Zibelius and Haas 1981. in the general scientific reception, see, e.g., the case of ancient Pithom in 51 Cf. Kessler and Schlaich 1991 which explicitly states which sources are the Wadi Tumilat (linking the Suez canal area immediately north of the plotted; or the highly placative and widely received visualization in Roaf Bitter Lakes with the Nile): cf. Thiers 2007, 3–6. 1998 [1990], 191, which is based on the same. For the term and contents 54 See Kessler and Schlaich 1991. of these so-called ‘state archives of Assyria’, see the series State Archives of 55 McEvedy 2002 [1967], passim; reference maps: 122; 124. Assyria (SAA) and State Archives of Assyria Bulletin (SAAB) edited by The 56 See Gamer-Wallert and Schefter 1993; Zibelius and Haas 1981. 123 melanie wasmuth Fig. 2 Egypt around 700 BC according to TAVO B IV 8. indicated and labelled with their ancient Egyptian, mod- into Egypt can be witnessed, most prominently Judeans, ern Arabic and most commonly used names (if known). Aramaeans, Carians, Cypriotes and Samians in addition In addition, the residences of contemporary local powers to Kushites, Libyans, Assyrians and Arabs.58 and towns featuring ‘foreign’ communities are marked One of the rare examples that visualises a certain de- in colour-code (specified in the legend) and the places gree of local autonomy of some of the delta rulers is of major battles are denoted. Thereby, the demographic rather symptomatically created from a classics/ancient impact of the local political leeway underlying the of- history cum Ancient Near Eastern studies perspective ficial hegemony of the Assyrian and Kushite kings is at and not from an Egyptological point of view: the TAVO least hinted at. map B IV 8 (Östlicher Mittelmeerraum und Mesopotamien um 700 v. Chr.).59 Only the Nile delta is included on the map. At first glance it appears to be a rather uni- 3.3 Thematic overlay: former power fied and separate entity due to the homogeneous blue constellations colour shading. A closer look at the map and the leg- Especially in the Nile delta, local political powers had end, however, reveals a differentiation in a Saitic power substantial political leeway to devise strategies to guaran- zone in the western delta and a Kushite power zone in tee their personal and political survival in the contested the central and eastern delta, which is cut by a further area between the two super-powers – the Assyrian and zone of local power comprised by the political entities Kushite king(dom)s.57 It is to be considered as a key fac- of Mendes, Busiris and Sebennytos marked by thin yet tor for the further socio-historical developments in the differently oriented hatching (see Fig. 2). wider area as it triggered a boost of mobility and con- As shown in Figure 1, both, the official(ly claimed) nectivity across the East Mediterranean, a considerable unity and the underlying political diversity especially influx of ‘mercenaries’ and subsequently persons of vari- in the Nile delta, can be partially visualised by semi- ous professions from all over the eastern Mediterranean transparent layers. The chosen overlay reflects the sup- 57 This is largely unacknowledged as testified profoundly by most of the inal or former area of living and potentially a personal affiliation to the existing maps (for references, see above note 32). cultural traditions of that regions. To which extent this correlation is apt 58 A discussion of the issues of ‘ethnicity’ vs. ‘cultural identity’ of these peo- is a question requiring a wider cross-disciplinary project which surveys ple is beyond the scope of this paper; for limited discussions of the issue, the informative value of the available sources with regard to this issue. cf. Wasmuth 2011, Wasmuth 2016a on ‘Egyptians’ in Assyria and Hufft For an introduction to foreign contingents in the Egyptian army, see 2016 on ethnicity vs. cultural identity approaches towards Kushite royal Perdu 2010, 145; Chevereau 1985, 311–315. display. For the concerns of this contributions the labels denote the orig- 59 See Wittke, Prayon, et al. 1993. 124 devising a historiographical map of seventh-century bc egypt posed power constellation in 728 BC, which derives from as Kushite, and not Egyptian, e.g. by the Assyrians.62 In the perception of the Kushite king Pi(ankh)y of his con- order to visualise the perception of the domain either federates and adversaries as set out in his Victory Stela.60 as two (equal) core areas or of Egypt as part of the Na- A huge challenge to be discussed below for the patan kingdom or of the Napatan ‘heartland’ as part of claims to dominion of the major powers concerns the the Egypt kingdom (i.e. pharaonic Egypt of the 25th dy- degree of actual control accompanying any claim for do- nasty) – the whole area up to the 5th cataract needs be minion. Regarding the local delta powers, this issue is set included. For Figure 1, the decision was made to indi- aside for reasons of ‘readability’ in Figure 1 (for poten- cate the whole of the area as one in order to focus on tial solutions to highlight the complexity of the issue see the issue of the conflicting claims with Assyria and other below the propositions 2 and 3). local Egyptian powers. Plotting the various residences in colour-code graphically indicates a certain amount of multivalence. 3.4 Thematic overlay: the claims to dominion of Apart from the weighting of the regional power the major powers zones (pharaonic Egypt vs. Kushite kingdom), mapping When mapping the major political powers, historians the Kushite ‘heartland’ proves challenging due to the are inevitably faced with historiographical and carto- lack of sources specifying its perceived and/or real bor- graphic difficulties especially regarding the Kushites – ders,63 which is probably a major reason for its lack of vi- due to their double role as Kushite kings and Egyptian sualization in maps.64 Still, the various royal monuments pharaohs of the 25th dynasty and ultimately also because along the Nile valley testify a certain amount of actual of the lack of data specifying the claimed or actually con- rule and certainly a claim over the area nearly up to the trolled expansion of the realm especially in the Kushite 5th cataract.65 Therefore, it seems safe to map the lowest ‘heartland’. Nile terrace from the 1st to the last known monument The question whether geographical Egypt (i.e. the slightly north of the 5th cataract as the area of claimed region north of the 1st Nile cataract) is to be understood control (see Fig. 1; Table 4). As the land beyond the Nile as part of the Napatan kingdom or whether the region valley is only partially habitable66 and therefore unlikely between the 1st and 5th cataract is a part of pharaonic to provoke contestations of a claim of dominion, the (i.e. political) Egypt from the time of adopting the role chances are high that the area circumscribed by the sinu- of legitimate pharaohs (of the 25th dynasty) onwards has osity of the Nile and the caravan routes providing short- (severe) consequences for the issue of mapping. As can cuts through the desert has at least been claimed as part be seen from the practice of either cropping the maps of the Kushite domain of the 25th dynasty.67 between the 1st and 3rd Nile cataract or of placing the Similar difficulties arise with respect to the areas east legend on the Napatan core area,61 there is an obvious a and west of the Nile delta within ‘geographical’ Egypt. priory of ‘geographical’ Egypt as reflecting the core area Due to the lack of a detailed cartographic and sources- of ‘political’ Egypt, though the rulers of the 25th dynasty related commentary, the basis for the chosen borderlines originate from the Kushite kingdom and are perceived depicted in the existing maps68 remains uncertain. Con- 60 Source of displayed overlay (Fig. 1): Manley 1996, 107. Stela: from Amun 64 An exception is Al Sadig 2003, 111 (map 1), a rough sketch of problem- temple of Napata, Cairo Egyptian Museum JE 48862; cf., e.g., Grimal atic historiographical accuracy displaying the domain of the Napatan and 1981; Gozzoli 2001; Kahn 2006a; Kahn 2005–2006; Assmann 2009. Meroitic Kingdom as reaching from far beyond the 6th cataract to the 61 E.g. Kessler and Schlaich 1991; Birken 2004 without number [“7. Jh. v. Mediterranean coast in 760–659 BC and to the north of the 2nd cataract Chr. (690–615)”]; Haywood 2005, 47, 51; Wittke, Olshausen, and Szydlak in 656 BC–300 AD. 2007, 53. 65 For a visualization of the spread of Kushite/Napatan monuments, cf. the 62 See Spalinger 1974, 318 note 18. For a discussion of the oscillating topographical map TAVO B IV 3 of Nubia and Sudan: Zibelius and Haas Kushite perception, see Zibelius-Chen 1997, 91–93. 1981. 63 For a brief introduction in the discussion on border lines/zones and their 66 See above section 3.1 on the physical background layer. applicability to Nubian studies and Egyptology, see Török 2009, 7–9. For 67 For the use of the caravan routes, see, e.g., Zibelius and Haas 1981; the lack of Kushite textual sources writing out, e.g., the territorial claim Gamer-Wallert and Schefter 1993; Pemberton 2005, 25; Pope 2014, of their Kushite kingdom, see Zibelius-Chen 2011, 1; Zibelius-Chen Map 1. 1997, 81–82. For the general claim of being ruler over the whole world, 68 E.g. Birken 2004 without number [“7. Jh. v. Chr. (690–615)”]; Roaf 1998 see, e.g., Zibelius-Chen 1997, 92. [1990], 191. 125 melanie wasmuth sequently, for Figure 1 the same strategies of visualiza- sirable, but is beyond the scope of (the data underlying) tion have been chosen for the eastern and western desert this contribution. as for the area south of the 1st Nile cataract – to map The key challenges of mapping political history and the caravan routes as area of claimed control and the especially claims to dominion over the Nile valley in desert areas between them as probably claimed domin- ‘geographical’ Egypt or at least from the Nile delta to ion. The decision is once more based on the evaluation Thebes are based on very different problems. Instead of that the official use of a caravan route argues for a sub- lack of data which has to be partially made up for by as- stantial amount of control and an almost certain actual sumptions in case of the southern part of the realm as claim to dominion over the routes and the desert areas well as the eastern and western deserts, political history between them.69 More detailed research is needed to es- of the Nile valley north of the 1st Nile cataract is diffi- tablish whether further claims to control over the cara- cult to map due to the degree of conflicting data which van routes have been stated. In Figure 1, this is indicated is spread over various modern academic research areas. by a comment on the lack of known conflicting data. The ‘official’ and internal sources of the major powers For a map specifically drawn to illustrate the degree – i.e. the Kushite king(dom), the Assyrian king(dom) of data certainty and especially the visualization of the and the originally local dynasty of Sais whose rulers actual impact such claims of control have on persons became kings of 26th dynasty Egypt – spread over the using those routes, one major challenge is to deal with modern subject areas of Ancient Near Eastern archaeol- the question whether lack of contesting/conflicting evi- ogy, Assyriology, Egyptology, the only marginally exist- dence necessarily argues for secure control. Perceptions ing Nubiology/Kushitology/Sudanology/Sudan archae- may vary substantially without actually posing a con- ology71 as well as Levantine and Greek studies. flict. The king (or any apparatus of a major political en- The evaluation of only the above mentioned three tity) may adequately claim control if his caravans are not political entities as major powers triggers a number of molested, even more so, if he stations guards along the further questions: How big/autonomous/powerful must routes. But this does not necessarily imply that the routes a political entity be to be recognized (by academia) as a are not equally used by others who do not perceive any major player? Should the degree of power be decreed by need to contest a claim if it does not interfere with their the area claimed to be under control, by the degree of ‘business’ or the contestation may not be preserved, e.g. actual control over the individual people living in one’s due to its (e.g. oral) manner of complaint. (claimed) domain, or by lack of contest? How is such The evolving picture is similar to the ones drawn a differentiation to be gleaned from the sources and to for political events in the Syrian Gezira and beyond in which degree should/could it be visualized by mapping? the last years.70 This is only partially accidental. The These issues would require a major project on the social maps have not been influential to each other, but the history of 7th century BC Egypt. They are consequently issue of discussing the question of visualizing claim vs. not mapped in Figure 1. The decision was made to su- control has been an important and vividly discussed perimpose a semi-transparent overlay indicating the ter- topic and the issue in Egypt/Kush and the northern ritorial claims of Assyria, Kush and Sais above the older Mesopotamian plain is similar. Fertile and therefore power structure that is assumed to represent to some de- comparatively densely populated land is restricted to the gree local political powers (see above section 3.3). river courses. The areas beyond defy evaluation. If there As in the case of, e.g., conflicting claims of the north- is no one to contest the claim it is easy and to some extent ern Levant by the Hittite and Egyptian kingdoms in the ‘real’ to perceive it as actively controlled, but the chances second millennium BC, or overlapping claims in Asia that persons living, traveling through, or hiding in such Minor and Anatolia,72 the area of Egypt claimed by all areas are actually controllable are equally small. A dis- three major powers has been marked by hatching. As the cussion of potential ways to find indications for such domain of the Saitic kingdom is closely connected to As- disparities and ways to map them would be highly de- syria (Psamtik I being originally instated as Assyrian vas- 69 The width of that line is not proportional to the width of the caravan 71 For a brief introduction, see Wenig and Zibelius-Chen 2013. route; the thickness is due to graphical and visibility reasons. 72 See, e.g., Morkot 1996, 30–31; Wittke, Prayon, et al. 1993. 70 See, e.g., Wallace et al. 2015. 126 devising a historiographical map of seventh-century bc egypt sal, though the degree of control and/or interference is and/or each other, or by flaps as common in children’s to be questioned), their hatching has been joined more non-fiction books.75 This would be an effective way to closely together in opposition to the Kushite claim. enhance historiographical complexity while keeping the For reasons of ‘readability’ a single map of the size of map readable, especially for a historiographical atlas that the presented proposition (Fig. 1) does not allow further aims at a wider audience. This could also be applied, differentiation of the shifting borderlines and intensity e.g., to poster exhibitions or poster-like information ta- of these claims over time. In order to indicate at least the bles in museums in order to balance the varying degrees major shift between the 25th and 26th dynasty in 656 BC of interest for further information. Anyone interested in (Psamtik’s has control over Thebes), the later expansion more details could check out what is beneath the ‘flap’ – of Psamtik’s (claim to) rule has been marked in much in the case of a single merged map of the political history thinner hatching – encompassing the Eastern and West- of 7th century BC Egypt this could contain information ern Desert and the area up to Dorginarti at the 2nd Nile on the sources underlying the visualization. cataract.73 3.6 Textual framework: title, legend and caption 3.5 Thematic overlay: sources Many difficulties and potential misuses or misleading Depending on the complexity of the other overlays, it historical images taking root in the readers’ minds may is feasible to include one or several layers dedicated to be suitably relativised by concisely stating on the map explicating the underlying sources. In case of a merged what is depicted. In case of Egypt in the 7th century BC, single-layer print-map as in the case of Figure 1, space this could be, e.g., the Assyrian claim of dominion and maxi- and the readable amount of differentiating patterns and mum extent of military success, which would cover the Nile colour-coding are limited. For a proposition how the valley up to Thebes, or the area of visible Assyrian influence, availability and informative value of the sources could which would reveal a map of Egypt without any (or at be graphically visualized, see Table 4. the most sparsely dotted) Assyrian presence. A map la- Some information can be written down in spaces belled area of Assyrian influence on the other hand may be characterized by less complexity, though this results in in need of detailed commentary as it may not be much a distortion of the historiographical image. As a conse- different from an area of dominion of the founder of the quence, information on the sources underlying Figure 1 26th dynasty, Pharaoh Psamtik I. Though Psamtik lived for has been primarily indicated in the legend and caption. some time at the Assyrian court76 and was later installed But a more detailed comment of the sources underlying as vassal in the realm of his father, the question remains the map has to be relayed to the accompanying text. whether his rule over Egypt as pharaoh (i.e. acknowl- Different solutions are possible for other media. A edged ‘king of Upper and Lower Egypt’) who does not digital map organized in overlays, which may be cus- resort to Assyrian support is to be mapped as dominion tomized (displayed or hidden) according to the indi- of pharaoh Psamtik I or as area of Assyrian influence. Both vidual research question, tolerates any amount of de- perceptions may be justifiably argued for. tailed information. Yet, the chances to become received As a consequence, a rather easy and very effective and incorporated into further research by a wider aca- way to enhance awareness of the historical complexity demic public are much higher for less complicated print behind any reduced visualization in a thematic map, is maps.74 to use the textual framework – the title, legend and cap- To some extent, such multiple layers could be de- tion – deliberately to do so. The presented map (Fig. 1) vised for print versions, e.g. by means of transparencies, does not aim at visualizing the actual phases of expand- which can be superimposed on the background map ing or declining territorial domains over time, but a con- 73 See Kahn 2013, 24 with further references. see Wasmuth 2018. 74 See, e.g., the relatively wide spread reception of the map in Roaf 1998 75 I would like to thank Jan Gerrit Dercksen for bringing up the issue. [1990], 191: e.g. in Manley 1996, 119; Haywood 2005, 47; Birken 2004, 76 For Psamtik I in the Assyrian sources, see Frahm 2001; Mattila 2002; Mat- without number [“7. Jh. v. Chr. (690–615)”]; for a discussion of the effect tila 2011; Meyrat 2012. of this practice of reduction in the process of cartographic dissemination 127 melanie wasmuth Informative value No sources Few sources Many sources No specific data ? ? ? Limited data ? Darker, very transparent shading Darker, less solid shading + text comment on map Specific data ? Brighter, less solid shading Brighter, more solid shading + text comment on map + text comment on map Conflicting data ? Brighter, more solid shading Brighter, more solid shading + hatching in different colours + hatching in different colours + comment in title/caption + text comment on map OR Series of maps Tab. 4 Potential visualization of the informative value in relation to the amount of sources available. densed visualization of historical political complexity. be counteracted in the title and caption – in favour of Therefore, the title Complexity of political dominion in 7th displaying the claims as (equally) justifiable. Especially century BC Egypt (focus: 671–663 BC) has been chosen. when contrasting, e.g., the ‘official’ claims to dominion This simultaneously indicates that the map does not pro- and the degree of their reflection in the local material vide a ‘snapshot’ representative for any given moment in and documentary record, the juxtaposition of equally time, but a condensation of thematic issues. ‘correct’ visualizations may prove to be more convincing As indicated above, a condensation map like Fig- with regard to shifts in the academic paradigms, cf. the ure 1 needs to relay more detailed information to the tex- Assyrian claim over Egypt vs. the (nearly non-existing) tual framework. Especially, some topographical issues kinds and amounts of Assyrian-influenced sources or the and more detailed information on the sources underly- scope of textual indication for actual control. Such a se- ing the map are provided in the legend and the caption. ries of maps visualizing the political diversity underly- Still, the amount of details one can refer to is rather lim- ing the various claims to unity/hegemony could for in- ited due to the available space. stance contrast the internal perspectives of the major powers, i.e. the Kushite, Assyrian, and Saitic claims. An- other interesting scenario compares further internal per- 4 Mapping political dominion in spectives and ‘realities’, e.g., the leeway of local political seventh century BC Egypt: powers to forge and change alliances, social impacts of proposition 2 the (limited) control of the major powers, economic and demographic issues evolving out of the increased cross- An alternative approach separates the complementary regional mobility, etc. (see Table 5). perspectives of political claims to dominion to several Such an outspread display of virtual layers visualiz- maps. Depending on the scope of the historiographical ing the various viewpoints highlights the uneven spread publication and the primary illustrative concern, such of sources and especially the unequal state of the art of juxtaposition may be an attractive alternative. On the their investigation. An additional advantage of display- one hand, the separation into further thematic layers and ing the various virtual layers of proposition 1 into a se- a more differentiated condensation of these allows for ries of maps concerns the display of political diversity much more detailed mapping without cluttering up the underlying the homogeneity of control claimed (and/or image beyond ‘readability’. On the other hand, the fo- perceived) by the major powers. The condensation of cus shifts. The immediate impression of each map is one the Kushite and Assyrian (plus Saitic) claims into the of lesser political complexity – which should and could same map reduces the illustration of the local political 128 devising a historiographical map of seventh-century bc egypt Internal perspectives External perspectives Powers in Egypt Further perspectives and ‘realities’ (Examples) Kushite sources Political leeway (e.g. alliances) Greek sources Assyrian sources Social background and impact Levantine sources (e.g. Bible) Saitic sources (e.g. demography, economy) Further external sources Further local powers Visible record (e.g. local/ regional archaeological evidence) Tab. 5 Prevalent perspectives and realities to be accounted for in a political map of 7th century BC Egypt. leeway to a former state of territorial control or claim.77 graphical and chronological scope displayed over a series ‘Readability’ does neither allow a differentiation of the of maps allows to really open up and promote the in- factual hold over the area and its inhabitants, nor the tegration of socio-historical and socio-cultural research illustration of cross-regional connectivity that character- questions and to tackle not only its indication, but the izes local political strategy. This would be an important historical complexity itself to a much greater degree. As asset, as the subsequently highly increased cross-regional this is not the place to design and discuss in detail poten- mobility and cultural diversity is probably one of the, if tial structures of such a historiographical atlas, I would not the most powerful key factor for the further socio- like to draw the attention to the wide scope of issues, political, socio-economic, and socio-historical develop- which even a very rough categorization of thematic is- ments in the area. A more outspread display would al- sues (e.g. sections of the atlas) and source genres (e.g. low, e.g., to visualize potential allies, formed alliances, maps/layers within each section) immediately promotes possible alteration in existing alliances or the splitting- (see Table 6). up of political entities due to discords in the local ‘elite’ On a formal level, I propose to take up the structural with whom to ally oneself. Further issues include the designs of the cartographic supplement volume of Der question to which extent the cross-Mediterranean al- Neue Pauly and the New Penguin Atlas of Ancient History.78 liances are reflected in the observable influx of foreigners The basic concept of both historiographical atlases is to and many others. juxtapose a page of historiographical outline cum brief In addition, much more detailed information re- commentary on the underlying sources with a page of garding the underlying sources could be provided with- cartographic visualization. In view of the issues discussed out overloading the map. in propositions 1 and 2, I suggest to extend this concept to two double pages for each map: one page for the vi- sualization, one page for the available sources, one page 5 Mapping political dominion in for a historiographical commentary, and one page for a seventh century BC Egypt: cartographic commentary. proposition 3 For the map design, the Penguin Atlas provides a fur- ther stimulating paradigm: each map is projected on the A third proposition, which neither depreciates the issues same geographical framework.79 This strongly encour- and aims of the first two proposals nor the existing histo- ages applying similar basic standards to all spatial and riographical atlases of a wide geographical and chrono- thematic areas under consideration. More detailed infor- logical scope targets the aim of devising a historiograph- mation and special issues could be visualized by addi- ical atlas of 7th century BC Egypt. Such a reduced geo- tional maps within that framework. 77 As the underlying map is devised on the basis of Pi(ankh)y’s Victory Stela 78 See Wittke, Olshausen, and Szydlak 2007; McEvedy 2002 [1967]. (see above, especially note 60), in which the Kushite king ‘describes’ the 79 See McEvedy 2002 [1967]. extent of power of the delta rulers, and which therefore constitutes evi- dence for the externally perceived degree of control, the territorial claims depicted are likely to correspond – at least to some extent – to the actual areas of political dominion if not tangible domains. 129 melanie wasmuth Genre of sources Topography Economy Demography Internal policy Foreign affairs Geomorphology Thorough-fares, natu- Natural resources, land Distribution of Royal exploitation of Cross-regional routes, ral limitations use (e.g. Arable) land resources external resources Archaeology Infrastructure, find- Infrastructure, instru- Spatial distribution of ‘official’ buildings, Battle fields, reflection spots ments, silos, etc. inhabitants e.g. ‘houses of life’ of control in the arch. record Epigraphics: sacral Place names, spread of Temple production, ac- Demographic aspects Support/in- Religious legitimation sphere findspots quisition, distribution, of priesthood; access to fluence of ‘state’ vs. consumption sacral buildings local temples Epigraphics: royal Place names, spread of ‘state’ production, ac- Royal perception of the Political control, Cross-regional con- sphere findspots quisition, distribution, subjects macro-perspective nectivity, claims to consumption dominion Epigraphics: non- Place names, spread of Local production, ac- ‘elite’ perception of ‘individual’ leeway, Counter claims, politi- royal sphere findspots quisition, distribution, themselves and the ‘state’ micro-perspective cal leeway consumption Documentary texts Place names, spread of Degree of access, work- Professions, demo- Administration, juris- Degree of control findspots ings of econ. processes graphic ‘statistics’ diction Different lan- Concordance of place Cross-regional ‘trade’, in- ‘foreign’ communi- Policies towards ‘for- Different perspectives guages names tegration of ‘foreigners’ ties perspective, cross- eigners’ / ‘foreign’ regional mobility communities Tab. 6 Historiographical atlas of 7th century BC Egypt: examples of questions opened up by visualizing the correlation of rough thematic issues and source genres. 6 Conclusions when devised as a process-simulating sequence. On one hand, the degree of interpolation is higher, as the pro- As has been shown, mapping (and consequently also the cesses are not preserved, only snippets of their (prelimi- mapping of historical events and constellations) has a nary) results and consequences. On the other hand, this very high potential for opening up research questions fragmentedness of the evidence is even more elusive, es- and to highlight their importance. Though the danger of pecially when displayed as process simulation. There- such visualizations is not to be underestimated, the po- fore, I strongly argue for using mapping as historio- tential of mapping to function as an eye-opener makes graphical visualization techniques and for pushing the it too powerful a tool to be ignored or handled lightly. use of all of them, but also for deliberately reducing the This is very much the case for historiographical degree of manipulativeness by specifically addressing it maps on ancient times, for which status quo maps pre- and by making it visible on the map(s) – at least to some senting a snapshot of a situation and constellation in a degree. spatial area at a given date is de facto impossible due to This line of argumentation, which is based on a car- the lack of comprehensive data. Accordingly, most histo- tographic outlook on devising a historiographical map, riographical maps including thematic maps of 7th cen- is complemented by the historian’s perspective. Histori- tury BC Egypt condensate processes during a time in- ographical research and consequently historiographical terval into one or several static ‘snapshots’. The reduc- mapping (usually) aims at visualizing historical reality. tion of historical complexity to something tangible and The problem is that ‘reality’ is a matter of perception. As therefore comprehensible – i.e. analysable, communica- shown above in Figure 1, this aspect of historical com- ble and visualisable – is inherently manipulative. This is plexity can be indicated even in a single map, though rather obviously the case in a print map, but the same the comprehensiveness of that complexity is beyond our applies to dynamically created digital maps, especially means to grasp – due to the fragmentedness of the pre- 130 devising a historiographical map of seventh-century bc egypt served evidence and our outside perspective, which is ent claims of the major powers according to the various coined by the complexity of our own times. source genres, of ‘inside’ and ‘outside’ perspectives, etc. Proposition 1 (incl. Fig. 1) discusses the challenges In comparison to proposition 1, the concern of the and means of their visualization for the currently preva- second suggestion is primarily a different kind of visual- lent choice of a thematic historiographical map of 7th ization of historical complexity, not so much another de- century BC Egypt, i.e. a political map. One key feature gree of its illustration. That is the motivation for Propo- of the suggested alternative map design is a more diver- sition 3, which aims at promoting further research foci sified visualization of dominion by qualifying the claim in addition to the prevalent political one that is domi- of control over Egypt: by illustrating conflicting claims, nated by a major-power perspective. By devising a his- by showing underlying political diversity with poten- toriographical atlas of comparatively small geographical tially substantial local political leeway, by providing in- scope and historical depth, various other facets of the his- dications of the amount, contents and informative value torical complexity of 7th century BC Egypt can come of the available sources supporting the visualized claims into focus: particularly socio-historical, socio-cultural, to dominion, by adding some textual comments to the socio-political and socio-economic issues as well as is- map, and by using title and caption to state as concisely sues of infrastructure and natural resources. A further as possible what exactly is supposed to be visualized on key feature of proposition 3 is the additional space dedi- the map. cated to a more detailed cartographic and historiograph- Proposition 2 attempts to heighten the awareness of ical commentary. The scope of such a two-fold com- the degree of historical complexity even more, but in a mentary and its form of visualization obviously depends different medium: by the juxtaposition of various per- on the function of the desired historiographical map. A spectives that would defy readability if put into a single map that is supposed to stand on its own needs to be map. The general idea is the same: to visualize historical more explicit than a map illustrating a written treatise. complexity and, thereby, to open up research questions. Still, especially with hindsight to a potentially wider re- For more clarity or the possibility to include and high- ception and re-use of the map in another context, mark- light further issues, the various thematic layers, which ers (directly on the map, in the legend, title and caption) are merged into a single layer (see, e.g., in Fig. 1), are indicating that more detailed and/or more balanced in- separated in several layers that could either be printed as formation is to be found and looked for in the text would series of separate (merged) single layer maps or be ren- substantially help to keep research questions from being dered in layers: digitally or as print media. This would obliterated. allow much further differentiation of, e.g., the differ- 131 Bibliography Al Sadig 2003 Dodson 2012 Salah Omer Al Sadig. “Relations Between the Meroitic King- Aidan Dodson. Afterglow of Empire. Egypt from the Fall of the dom and the Mediterranean World (490 BC–350 AD)”. Kush. 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Illustration and table credits illustrations: 1 Cartographic data primarily based on 2007, 53A; Zibelius and Haas 1981 (2015 Melanie Wasmuth; Baines and Málek 1980, 31, 49; Gamer-Wallert and Schefter CC BY-SA 3.0 DE). 2 Drawing: Melanie Wasmuth, based 1993; Kelso, Patterson, et al. 2015; Kitchen 1986 [1973], fig. on Wittke, Prayon, et al. 1993; in the original, the ‘area of 5, 7; Manley 1996, 121; Transboundary Environmental Ac- the Egyptians’ and the solely historical watercourses are ren- tion Project of the Nile Basin Initiative 2015; Pemberton dered in blue (2016 Melanie Wasmuth; CC BY-SA 3.0 DE). 2005, 25; Pope 2014, map 1; Wittke, Olshausen, and Szydlak tables: 1–6 Melanie Wasmuth. 135 melanie wasmuth MELANIE WASMUTH Melanie Wasmuth (Mphil in Vienna, 2002; PhD in Basel, 2009) Dr. Melanie Wasmuth is currently a postdoctoral researcher and vice-leader of team 2 Centre of Excellence in Ancient Near Eastern Empires at the Centre of Excellence in Ancient Near Eastern Empires at P.O. Box 4 the University of Helsinki. Her research and teaching focuses 00014 University of Helsinki, Finland on the cultural and social history of Egypt and on ancient cross- E-Mail:
[email protected]area studies in the East Mediterranean and West Asian area of connectivity in the 1st millennium BC. 136 Haim Goren, Bruno Schelhaas Kiepert’s Maps after Robinson and Smith: Revolution in Re-Identifying the Holy Land in the Nineteenth Century Summary In the long history of Palestine research one interesting devel- aus den USA stammende Theologe Edward Robinson in Be- opment has to be noted. In the 19th century the Holy Land gleitung des Missionars Eli Smith eine Reise durch das Hei- was ‘rediscovered’, leading to the detailed use of all existing lige Land. Ihre Vorreiterrolle in der Erforschung des Heili- sources, the foremost being the Scriptures. The US theologian gen Landes und die ausführliche Rekonstruktion der Bibel als Edward Robinson, accompanied by the missionary Eli Smith, historisch-geographische Quelle wurde von ihren Zeitgenos- traveled in the Holy Land in 1838. The pioneering role in Holy sen anerkannt und stellte einen Meilenstein auf dem Weg der Land research, the detailed reconstruction of the Scriptures Palästinaforschung zur akademischen Disziplin dar. Ergebnis as a historical-geographical source was accepted by contempo- der Reise war ein umfassendes dreibändiges Werk, das mehre- raries – a milestone in the process of establishing Palestine re- re Karten des jungen Kartographen Heinrich Kiepert enthielt. search as a modern academic discipline. The voyage yielded a Mit diesen Karten wurde ein neues Narrativ im historisch- detailed, three-volume work, including various maps drawn by geographischen Diskurs eingeführt, das zu einer neuen Iden- the young cartographer Heinrich Kiepert. These maps estab- titätskonstruktion des Heiligen Landes führte. lished a new narrative within the historical-geographical dis- Keywords: Palästinaforschung; Kartographiegeschichte; Ed- course, leading to a new construction of the identity of the ward Robinson; Eli Smith; Heinrich Kiepert Holy Land. Keywords: Palestine research; history of cartography; Edward This paper is part of the German-Israeli research project Robin- Robinson; Eli Smith; Heinrich Kiepert son, van de Velde, and German Holy Land cartography in the mid- 19th century, realized by the authors at the Leibniz Institute for In der langen Tradition der Palästinaforschung war die ‚Wie- Regional Geography, Leipzig (Germany) and Tel-Hai College derentdeckung‘ des Heiligen Landes von großer Bedeutung. (Israel) and funded by the German-Israeli Foundation for Sci- Sie führte zu einem detaillierten Studium aller verfügbaren entific Research and Development. Quellen, allen voran die Heilige Schrift. 1838 unternahm der Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 137 haim goren, bruno schelhaas 1 Introduction the main historical source, but the question was what weight to place upon them, whether to study them using “The formation and transformation of space and knowl- a text-oriented philological approach, or as an historic- edge in ancient civilization” was the leading motif of geographical document.4 the Topoi Excellence Cluster workshop Mapping An- cient Identities. Its purpose was to discuss “cartographic identity-construction within the antiquity sciences,” or 2 A network of actors in Palestine “mapping ancient identities”. When deciding upon this research direction, somebody must have had in mind the test case of the Holy Land and its historical-geographical recon- The New England theologian Edward Robinson, accom- struction, mainly (but not solely!) within the Christian panied by the American Board of Commissioners of For- world. eign Missions (ABCFM) missionary Eli Smith, who had Since the 1970s, studies on the history of the dis- been stationed in Beirut, traveled in the Holy Land in ciplines have increasingly focused, inter alia, on ques- 1838, and later again in 1852 (Fig. 1 and 2). Their pi- tions concerning research practices. Various investiga- oneering role in the research of the Holy Land, their tions have shown that scientific facts, evidence and methodological toponymy and detailed reconstruction norms for interpretation are the results of social group of the Scriptures as an historic-geographical source was processes and, therefore, outcomes of negotiation in acknowledged by all relevant contemporaries.5 Carl Rit- which local and implicit knowledge play a crucial role. ter (1779–1859), the most influential protagonist and sci- Instead of final scientific results it is rather the processes entific celebrity of modern geography, and furthermore of scientific knowledge production themselves that have extraordinarily interested in Palestine research, wrote become the center of attention. Researchers have con- that “this work marked an epoch in biblical geogra- centrated on conceptions, on everyday acts of research phy”,6 and Robinson received the 1842 Gold Medal of practices that are also influenced by tacit knowledge the Royal Geographical Society of London (RGS) for his and on technical facilities involved in the production of outstanding studies.7 To date his work is recognized as knowledge.1 This is evidently true for the transforma- one of the most important breakthroughs in the modern tion of Holy Land studies, seen mainly during the 19th period of scientific study of the country he described.8 century and primarily led by two central figures, Edward Robinson was a student at Andover Theological Robinson (1794–1863) and Eli Smith (1801–1857). Seminary, a stronghold of Protestant conservatism. Ever The fact is that the Holy Land emerges here as since the founding of the school in 1809, Hebrew in- an unique phenomenon, not as another part of the struction had been one of the cornerstones of its curricu- known and newly discovered world, but as a geographi- lum, supporting a text-oriented philological approach to cal (though not political!) identity, which excels in its Bible study. Robinson, a student and protégée of An- uniqueness, and in the influence of its ancient history dover’s first, perhaps epoch-making Hebraist, Moses Stu- – on its historical development as well as on its mod- art (1780–1852), was appointed instructor of Hebrew af- ern study.2 The geo-historical exploration and study of ter studying the language for only one year. Stuart sent the Holy Land underwent a process of ‘rediscovery’ dur- him for four years of advanced study to Europe, where ing the 19th century. The region was already known he spent most of the time at the German universities of from various historical sources but had to be explored Halle and Berlin, married a German woman and entered and rediscovered according to the advanced criteria of Prussian academic and cultural ‘high society’. Returning the new era.3 Needless to say, the Holy Scriptures were to Andover, he was nominated as Professor of Sacred Lit- 1 E.g. Latour and Woolgar 1979; Knorr-Cetina 1981. 6 Ritter 1850, 72–77 (citation 73: “weshalb dieses Werk Epoche macht in 2 Goren 1998; Aiken 2010, 1–56. der biblischen Geographie”). 3 Ben-Arieh 1979; Goren 2003, 29–67. 7 See for example the letter exchange at Hamilton Burke Archive, Edward 4 Bewer 1939. Robinson Papers, April 23 to May 29, 1842, and the Gold Medal itself 5 Berghaus 1840, 531; G. A. Smith 1974 [1894]; Benzinger 1903, 585; Bliss kept in the collection. 1907, 184–223. 8 Ben-Arieh 1979, 85, 91; Goren 2003, 83–91. 138 kiepert’s maps after robinson and smith Fig. 1 Edward Robinson (1794–1863). Fig. 2 Eli Smith (1801–1857). erature and became librarian. His 1836 appointment at ality and identity of the country and the region (the the Union Theological Seminary in New York led finally ‘space’) in Biblical times (the ‘time’). to his first visit to the Holy Land.9 Robinson adopted many of Carl Ritter’s ideas and The voyage to Egypt, Sinai and the Holy Land pro- theses in his research and publications (Fig. 3).12 The duced a very detailed three-volume publication, which accepted argument is that Robinson’s highest ambition was simultaneously published in Halle (in German), was to explain and illustrate the Holy Bible. His goal London and Boston (in English).10 It included various was to investigate the relatively well-known historical maps, drawn by the young Berlin cartographer Hein- country of the Holy Scriptures, the Holy Land, between rich Kiepert (1818–1899).11 These maps established a the Mediterranean and the Jordan, from Dan to Beer- new narrative within the historic-geographical discourse Sheva.13 Robinson, who regretted having only met Rit- of the Holy Land, leading to an unprecedented new ter towards the end of his early studies in Germany, had ‘Identitätskonstruktion’ of the Biblical Holy Land as a accepted the latter’s teleological and deterministic be- historic-geographical text. liefs.14 Therefore, the study of the Holy Land required Eli Smith was the local expert within the project, knowledge of the mutual relations between its physical he knew the country and its people and was proficient characteristics and historical development. Accordingly, in the languages. Robinson implemented their method, Robinson paid special attention in his books to the mor- combining geographical information with historical, an- phological outlines.15 alyzing both and synthesizing them into a new under- Ritter and Robinson saw the uniqueness of the standing of the geographical (natural and cultural) re- country in its historical periods and in its position in 9 H. B. Smith and Hitchcock 1977 [1863], 46–66; Bliss 1907, 188–223; and 12 H. B. Smith and Hitchcock 1977 [1863], 89; Goren 1999. the most detailed study: Williams 1999. To Moses Stuart: Giltner 1988. 13 Cf. Ben-Arieh 1991. 10 Robinson and E. Smith 1841c, Robinson and E. Smith 1841a, Robinson 14 Robinson’s Journal, 29.1.1828, cited by Williams 1999, 162. Cf. Richter and E. Smith 1841b. 1905; Beck 1981. 11 Kiepert 1841. 15 Robinson 1865; cf. Bliss 1907, 221–222; Ben-Arieh 1979, 154. 139 haim goren, bruno schelhaas Fig. 3 Carl Ritter (1779–1859). Fig. 4 Heinrich Kiepert (1818–1899). the Jewish and, especially, the Christian religions. The cross questions, and by comparing the answers richness of proof and evidence in the field that could gained from different persons, they at last felt, be linked with the historical sources contributed to the in most cases at least, that they had in some mea- almost exclusive focus of their studies on the past, on sure attained the actual facts. The services of Mr the historical periods. If they paid any attention to the Smith, who had for many years been a mission- present situation of the country, it was only when it ary in Syria, and was perfectly familiar with the helped them to establish and explain the past.16 popular speech, were indispensable.17 The new identity-construction demanded a new ex- plorative approach, even in technical matters such as the choice of routes and data collection and analysis, as Rit- 3 The Palestine expedition and Kiepert’s ter described: maps Following their uniform plan of travel, Robin- Born in Berlin, Heinrich Kiepert (Fig. 4) studied philol- son and Smith did not lodge in the convents, ogy in its young university, and eventually found his but in the open air, or in the houses of the peo- way to Ritter’s lectures, which had an immense influ- ple, employed the Syrians as their guides, and ence on him.18 Kiepert’s first maps, dedicated to the clas- struck across the country through the most re- sical world, were published as early as 1839. This was a tired and unexplored byways. Nor did they ask year before his first Palestine maps, the first fruit of his direct questions, which usually get the answer work with Robinson.19 The earliest large map, on a scale which the Arab thinks the questioner wants; of 1:400,000, edited – when published – by Ritter, was but by the most indirect interrogatories and based on the maps of the Holy Land drawn by ‘Ritter’s 16 G. A. Smith 1974 [1894], 90. 18 Partsch 1901; Zögner 1999. 17 Ritter 1866, II, 74. 19 See in detail Goren 2017. 140 kiepert’s maps after robinson and smith Fig. 5 Kiepert’s first map of Palestine (extract). cartographers’ Julius Ludwig Grimm (1806–1834; map The perception and theory behind the project were 1830) and Heinrich Berghaus (1797–1884; map 1835). Edward Robinson’s responsibility, finally leading to the The Memoirs following the maps were highly important production of the book, the abovementioned Biblical Re- for Kiepert as well as for anyone dealing – even today searches. Eli Smith added his deep knowledge of the re- – with the history of Palestine’s cartography. Kiepert gion, its people and their languages and dialects, and we used these maps and added the carefully studied data argue that his role, influence and importance should be collected by Robinson and Smith.20 Added to the first re-evaluated, as so far scholars have tended to underes- edition of the Biblical Researches was a five-sheet atlas and timate it. Smith’s contribution to the most important Kiepert’s own Memoir.21 (Fig. 5) achievement of the voyage, to the relocation of hundreds 20 The first manuscript map is probably: Kiepert, Heinrich, Karte von E. Smith (1834), Bertou, u. a. so wie der Seetzen’schen Karte, 1840, SBB- Palaestina vorzüglich nach den Itinerarien von E. Robinson u. E. Smith, PK, Kart. D 6940; its publication: Kiepert 1840, Kiepert 1843; cf. also: 1838, mit Benutzung den Jacotin’schen Aufnahme, und den Itinerarien Grimm 1830; Berghaus 1835a, Berghaus 1835b; Ritter 1866, II, 82–83. von Burckhardt, Buckingham, Irby & Mangles, von Prokesch, Berggren, 21 Kiepert 1841. 141 haim goren, bruno schelhaas of Biblical geographical names, was probably outstand- proved; modern cartography of the Holy Land ing. He had already traveled extensively in the Holy Land begun. in 1834 and returned with a long list of Arabic place During this period he consulted not only his names, making it possible for him and Robinson to pre- old teacher, Gesenius, but geographers like plan their voyage, to look for identical or similar place Carl Ritter and Alexander von Humboldt and names, and then to verify them on their journey.22 philologists like Roediger. He also read before Following the voyage, Robinson returned to Berlin, the Geographical Society of Berlin […]26 where he immediately started working on the book, whereas Smith went to Leipzig, where he worked with In his memoir, Kiepert does not include astronomically local producers of oriental typography for his Arabic observed positions, as they were provided by Berghaus print in Beirut. As for the maps, after learning that Hein- and, so he claims, there is so far nothing new to add. But rich Berghaus, who produced one early map of the jour- “the routes of Robinson and Smith, which, in minute ney in the Negev23 , would never have the time to work specification of every kind, leave far behind them the on the maps needed to accompany the text, Robinson reports of all other oriental travellers, […] have been started working with Kiepert. naturally adopted as the highest authority.”27 “Next to Their unique cooperation was one of the main rea- Berghaus and van de Velde28 , he [Kiepert] indeed takes sons leading to their special and pioneering achieve- up the first place among the Palestine cartographers,” ac- ments within the study of the Holy Land. This was of cording to the very critical scholar, Titus Tobler (1806– course presented thoroughly in the text, but at the same 1877), in his pioneering bibliography of Palestine liter- time also followed by the cartographic depiction. The ature published in 1869.29 It is only natural that Ritter material collected by Robinson and Smith and intro- praised Kiepert’s work, but nevertheless, it seems impor- duced into the maps, wrote Kiepert, led to the “great tant to cite his comments: changes” exhibited in them, “in comparison with all for- mer labours of the like kind.”24 Highly aware of this The maps, which were constructed with the rare point, Jay G. Williams wrote in his Times and Life of Ed- skill of Dr Kiepert from the voluminous data ward Robinson: furnished by Robinson, the result of his innu- merable measurements, […] raised the chartog- Perhaps, Robinson’s most important accom- raphy of Palestine one step higher even than plishment, however, was the drawing of new Berghaus had placed it; and they remain per- maps of the whole region. For this purpose he haps the very finest efforts of skill which have hired a young German map maker, Heinrich appeared either in or out of Germany […]30 Kiepert, who provides in Appendix B of Vol- […] that it was necessary to construct a new and ume III a “Memoir […]”. In this memoir he dis- independent map of Palestine, which should, cusses the various sources used and how Robin- so far as the eastern shore of the Jordan is son engaged himself in the minute details of the concerned, do little more than repeat what work. It was an amazing and fruitful response Berghaus had already given, but which in all for his teacher’s [Moses Stuart] cry for “Maps, that makes up Palestine proper, should be an Maps, Maps”.25 Through his efforts the maps of original work. This task, which was to illus- ancient Israel were thoroughly revised and im- trate Robinson’s Biblical Researches, was accom- 22 Stoddard 2009, 202; Dodge 1972; Kark 1993; Abel 1939, 365; Rules of 27 Kiepert 1841, 30. the orthography of Arabic and Turkish names and words, in Roman let- 28 The Dutch naval officer, cartographer and landscape painter Charles ters. Adopted by the Syrian Mission of the A.B.C.F.M., April 1838, Eli William Meredith van de Velde (1818–1898) traveled in 1850/1851 and Smith Letters, Houghton Library, Harvard, ABC 60. 1860/1861 to Palestine. His important Map of the Holy Land was pub- 23 Berghaus 1839; Robinson 1839. See also: Goren and Schelhaas 2015. lished in 1858 in Gotha. See in detail Faehndrich 2017. 24 Kiepert 1841, 29. 29 Tobler 1867, 239: “Nächst Berghaus und van de Velde nimmt er wol die 25 See Williams’ 1999 detailed discussion concerning Stuart’s directions erste stelle unter den palästinischen kartographen ein.” and instructions (Williams 1999). 30 Ritter 1866, II, 70. 26 Williams 1999, 260. 142 kiepert’s maps after robinson and smith Fig. 6 Kiepert’s cartography for the region of Beit Jibrin – Hebron. plished by H. Kiepert in so masterly a manner, man orientalists, such as Heinrich Leberecht Fleischer and in every respect so thoroughly scientific a (1801–1888) and Emil Rödiger (1801–1874), as well as spirit, as to win the applause of all scientific the Hebrew lexicographer Wilhelm Gesenius (1786– judges, and to be the model for all following 1842). They, and many others, are frequently mentioned works of its kind.31 in Robinson’s and Smith’s letters. In the years following his first work with Robin- Already while compiling the early maps for Robin- son, Kiepert’s involvement became increasingly inten- son, Kiepert encountered the main difficulty that accom- sive, and he was considered an expert on maps of the panied all his studies and work concerning the Holy region, of its antiquity as well as more contemporary Land, namely the need to compile maps based upon in- times. His works, as can be seen in the various bibliogra- complete information. This included sporadic descrip- phies, accompany publications by many scholars who tions from historical sources, travelers’ and pilgrims’ studied the Holy Land, Syria, Sinai and Trans-Jordan.33 itineraries, and accidental, random and disorganized The new identity of Biblical Palestine had been estab- measurements or other relatively accurate geographical lished, more than through anything else, by these two- data obtained by professionals using at least relatively ad- dimensional descriptions, compiled by Kiepert using vanced instruments. He had to adopt a highly critical ap- data from many sources, mainly collected by Robinson proach, to find as many sources as possible, and to study and Smith. them in the greatest detail. In addition, there was al- What does Kiepert write in his Memoir about differ- ways the problem of the exact transcription and pronun- ent aspects of this new identity formation? For instance, ciation of the Arabic names. In Berlin, Kiepert had the he describes how it was “possible to determine very accu- advantage of his scholarly environment. Ritter’s Berlin rately the position of Beit Jibrin” (Roman Eleutheropo- network developed into a center for Palestine studies, lis), and with it also that of the city of Hebron (Fig. 6): probably the largest and best informed in Europe. Natu- rally, all this knowledge and material were available to It was likewise possible to determine very ac- him.32 In addition to an intensive letter exchange with curately the position of Beit Jibrîn upon this Eli Smith, they also had the help of some leading Ger- route; inasmuch as the travellers came to it 31 Ritter 1866, II, 82. 33 Kiepert 1845, 1859; cf. Zögner 1999. 32 Goren 1999; Goren 2003, 68–83, 111–112. 143 haim goren, bruno schelhaas a second time in returning from Gaza by an- travelled and described by Frank tourists and other road. This again aided in ascertaining the pilgrims, could now for the first time be accu- situation of Hebron, especially its Longitude; rately constructed, from the observations and by means of the two routes from Beit Jibrîn materials of Robinson and Smith. In this way by Idhna and Teffûh, and from Idhna by el- the positions of important places, such as Nâbu- Burj and Dûra, to Hebron. In this way there lus, Sebūstieh, and Jenîn, have been essentially resulted the same position for Hebron, as was corrected, even as compared with the map of found by the route from Jerusalem to Tekû’a Berghaus. Besides the materials just mentioned, and Beni Na’îm, a place an hour and a half the earlier travellers were also consulted; and distant from Hebron, and from thence to Zîf; a former Itinerary of Smith afforded parallel for fixing which latter point again, the route notes of the several distances in time. The con- from Hebron to Petra could also be applied. struction showed the data for this route to be The route from Jerusalem by Tekû’a, in con- very exact and certain, from the fact that it gave nection with the distance between Hebron and for Nazareth almost precisely the same position, Jerusalem on the direct road, and the ancient which it occupies on the great map of Jacotin36 ; specification of this distance, 22 Roman miles, the latter being here founded on trigonometri- afforded the means for fixing with tolerable ex- cal survey.37 actness the Latitude at 31° 32' 30" N., differing from Moore’s34 Latitude by observation (31° 31' Our last example will be Kiepert’s establishing of more 30") only by one minute.35 accurate borders indicating the shape of the Sea of Galilee, constructed according to routes and bearings It is not only the contemporary map that is established that they took from some protruding points (Fig. 7): here. There is a clear connection with the identification of Scriptural Geography. Through careful examination In like manner, the form of the Lake of Tiberias, of Robinson’s and Smith’s reports and the itinerary ta- especially on its north-western and northern ble that Robinson compiled following Berghaus’ sugges- parts, has undergone some change; it not hav- tion immediately upon settling in Berlin, Kiepert could ing been included in the more accurate por- establish accurate positions. In some cases, he could also tion of the French survey. The construction here compare them to earlier measured data. rests on the route of our travellers from Tiberias Two further examples are provided here, the route to the Jordan as it enters the lake, and also upon that leads from Jerusalem through Samaria and the the many bearings taken at the chief points Jezreel Valley to Nazareth, and the first accurate estab- along the route; which in connection with the lishing of the exact shape of the Sea of Galilee. The first, bearings of and from Tabor, Tell Hattîn, and a route only used very rarely by travelers, who preferred Safed, afforded a very complete and consistent to go from Jerusalem to Jaffa, sail to Acre and reach net of triangles extending over the whole lake. Nazareth from there, was one of the most important off- – The many valuable details which the route of the-beaten-track routes that Robinson and Smith chose the travellers presented in this region, so impor- to take. Again, we witness here a combination of early tant for the geography of the Bible, and particu- sources, former itineraries and their materials: larly for that of the New Testament, rendered it necessary to give here a separate Carton, on a From Jerusalem to Nazareth. This route, so often scale twice as large as that of the general map.38 34 George Henry Moore (1811–1870) measured together with William G. ical Engineers of Napoleon’s Army. His outstanding Description de Beeke (biographical data unknown) several positions during his expedi- l’Égypte contains six maps covering Palestine based on trigonometric tion to the Dead Sea in 1837. Cf. Goren 2011, 156–206. measurements. 35 Kiepert 1841, 42. 37 Kiepert 1841, 48. 36 Pierre Jacotin (1765–1827) was the director of the Corps of Topograph- 38 Kiepert 1841, 50. 144 kiepert’s maps after robinson and smith Fig. 7 Kiepert’s cartography of the Sea of Galilee. 4 Conclusion There is one distinct point, different from many for- mer geographic identifications of various parts of the There is not much more to add about the ways, means world. We argue, following Yehoshua Ben-Arieh, that and techniques employed by Robinson and Smith in we face here a ‘re-identification’. What is constructed constructing this identification of the Scriptural Holy is the identification of a region that was known and Land in all its stages. It began with travels led by a dif- strongly identified within a specific ‘time’, a certain his- ferent perception of the visited regions, diverging from torical period. Robinson and Smith, as well as their car- most of their predecessors, and accordingly a different tographer Kiepert, and aided by Ritter and others, pro- discourse with the landscape that they faced, both nat- duced an outstanding historical-geography masterpiece, ural and cultural. It continued with the double produc- which turned out to be an epoch-making work in the tion of a written text and complimentary maps, both ex- study of the Holy Land. Following them, the Palestine amples of a detailed compilation that takes into account literature contains hundreds of works, in many aspects all possible former historical and contemporary sources. repetitive ones, which accept Robinson’s and Smith’s re- The new identity is found in writing as well as in the identification, while arguing with them over one point two-dimensional description. or another. 145 Bibliography Abel 1939 Dodge 1972 Félix-Marie Abel. “Edward Robinson and the Identification of Bayard Dodge. “American Educational and Missionary Efforts Biblical Sites”. Journal of Biblical Literature 58.4 (1939), 365–372. in the Nineteenth and Early Twentieth Centuries”. The An- nals of the American Academy of Political and Social Sciences 401.1 Aiken 2010 (1972), 15–22. Edwin James Aiken. Scriptural Geography. Portraying the Holy Land. Tauris Historical Geography Series 3. London: I. B. Tau- Faehndrich 2017 ris, 2010. Jutta Faehndrich. “The Land and the Map: C. W. 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His main fields of interest include E-Mail:
[email protected]Holy Land pilgrim’s and traveler’s literature, European activ- ity in Ottoman Palestine and the Near East, and history of the modern scientific study of these regions, currently concentrat- ing on historical-geography and cartography. BRUNO SCHELHAAS is head of the Archive for Geography at Leibniz Institute for Dr. Bruno Schelhaas Regional Geography at Leipzig. He studied geography at the Leibniz-Institut für Länderkunde Universities of Münster and Halle-Wittenberg, followed by Schongauerstraße 9 a PhD at University of Leipzig (2004) with a dissertation on 04328 Leipzig, Germany the history of geography in the GDR. His research focus is on E-Mail: B_Schelhaas@ifl-leipzig.de history of geography and cartography, historical geography, history of universities and science, and archival science. To- gether with Haim Goren he is Principal Investigator of the German-Israeli project Robinson, van de Velde, and German Holy Land Cartography in the mid-19th Century. 148 Rune Rattenborg Configuring Mesopotamia: Regional Signifiers and the Many Locations of the ‘Land Between the Rivers’ Summary It seems a travesty to reiterate exactly what we mean by ‘Meso- sondern vielfältige Merkmale. Ich untersuche hier die wech- potamia’. The tautological qualities of Greek mésos (‘middle’, ‘in selnden Bedeutungen des Begriffs ‚Mesopotamien‘ für das Ein- between’) and potamós (‘stream’, ‘river’) often rule out further zugsgebiet von Euphrat und Tigris vom 2. Jahrtausend v. Chr. elaboration of its origins and the assumed self-evident nature bis heute und komme zu dem Ergebnis, dass die heutige Vor- of its current application. Yet regional concepts are not stable. stellung von ‚Mesopotamien‘ in der Zeit des Ersten Weltkriegs Their delineation may be defined according to a complex set entstanden ist und damit nur wenig zu tun hat mit neutralen of attributes not related to physical borders alone. I consider Quellenhinweisen auf die ferne Vergangenheit. here the changing meanings of ‘Mesopotamia’ as a name for Keywords: Mesopotamien; Alter Vorderer Orient; Orientalis- the drainage of the Euphrates and Tigris from the 2nd millen- mus; Region; Historische Geographie; Erster Weltkrieg nium BCE until the present day. In conclusion, I argue that current notions of ‘Mesopotamia’ are a product of the First World War, and hence far from unproblematic references to a Professor Hugh Kennedy provided me with the initial impetus distant historical past to which they bear no inherent relation. for this study, and has offered welcome points for discussion on several occasions. I thank the organisers and the Topoi Ex- Keywords: Mesopotamia; Ancient Near East; orientalism; cellence Cluster for inviting me to participate in the conference, region; historical geography; First World War and the entirety of speakers and attendees for a very stimulat- ing and illuminating couple of days in May 2014. Professor Es mag überflüssig erscheinen, sich erneut mit der genauen Be- Mogens Trolle Larsen offered healthy and much appreciated deutung des Begriffs ‚Mesopotamien‘ zu befassen. Die auf der criticism of an early draft of this article, and I have further ben- Hand liegende Bedeutung der griechischen Wörter mésos (‚mit- efitted from conversations with colleagues at Durham Univer- ten‘, ‚zwischen‘) und potamós (‚Strom‘, ‚Fluss‘) verhindert meist sity, notably Professors Tony Wilkinson and Graham Philip, eine nähere Beschäftigung mit dem Ursprung und der ver- and Dr Jen Bradbury and Dr Dan Lawrence. I apologize in ad- meintlich offensichtlichen heutigen Verwendung des Wortes vance for any remaining errors or blunders generated by my ‚Mesopotamien‘. Doch regionale Begriffe sind nicht statisch. novice trespassing into so many specialist fields not my own. Sie werden nicht nur durch physische Grenzlinien definiert, Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 149 rune rattenborg 1 Introduction 2 Ordering space: the concept of region ‘Mesopotamia’ conjures up a multitude of meanings. Far In order for us to consider the use of ‘Mesopotamia’ as a from being a mere inconspicuous designator of a histor- regional concept, we need first to briefly outline what we ical region, it carries the trappings of cultures, civiliza- understand by ‘region’. One aspect of this problem is the tions, and epochs. These aspects play complex roles both conceptual ordering of physical space as a working tax- in specialist and general discourses of Western societies. onomy for our understanding. Places, regions, and con- In an important article from 1998, Zainab Bahrani eru- tinents must necessarily be subjected to some mode of ditely exposed the Orientalist notions underlying the use classification in order for us to make sense of their par- of ‘Mesopotamia’ as a regional concept in contemporary ticular characteristics. This can hardly be deemed unwar- scholarship. Through a discussion of the term’s discur- ranted in itself, but it does merit an enquiry into the ori- sive ability to separate in a temporal dimension the past gin of our concepts and the etymology of their use, so of the land of the Tigris and Euphrates (Mesopotamia) as to understand their heuristic qualities as well as their from the land of the present (Iraq, Syria, Turkey), she discursive drawbacks. Such an enquiry is not necessarily demonstrated that ‘Mesopotamia’ as a signifier serves to aimed at arriving at any pristine order of things, merely further imperialist notions alienating past and present to elucidate the biographies of the concepts by which we spheres of landscape and history.1 make sense of any particular geographical area. We can- The suggestive powers of Mesopotamia have, how- not pretend to adhere to any neutral concept – the word ever, been more sparingly discussed when turning to itself precludes such a notion – but we can, and should, its spatial properties. Coined by the Greeks and appro- strive to articulate the origin of our codifications, and priated by the Romans, the tautological simplicity of our own, by default dynamic, understanding of their na- ‘the land between the rivers’ often renders a discussion ture. of the geographical space signified by the word ‘Meso- Approaches to region in the field of geography have potamia’ a fairly academic exercise (another tautology). seen some noticeable change over the last two decades.2 And yet the widely applied binding of cultural, tempo- The deceptively simple triad of place (topos), region ral, and spatial properties that is contained within this (khoro), and earth (ge), in which the concept of region is word surely extends beyond the confinements of its Clas- normally considered, encompasses a number of aspects sical origins. Though ‘Mesopotamia’ has expanded sig- not merely attributable to a differentiation of scale, as nificantly from its primeval role as the name for the land would be assumed if considering geography from the east of the Euphrates Bend, neither of the Roman geog- safe abode of Euclidean geometrics.3 For preliminary raphers who are said to have conceived of Mesopotamia purposes, we may define chorography as an understand- as encompassing all of the land between the Euphrates ing of the relation of spaces, set apart from topogra- and the Tigris, from the Taurus to the Persian Gulf, used phy, which is the knowledge of place, and geography, it with the same array of cultural qualities in mind as which is the understanding of the earth as a whole. In those applied by modern scholarship. other words, regions, borne by a relational taxonomy I propose here to investigate the spatial configura- of spaces, constitute a particular ordering of landscape, tion of ‘Mesopotamia’ in Western intellectual thought, a binding of various principal characteristics through from the Bronze Age Ancient Near East and up to the the disregarding of others. Places, in the words of Yi-Fu present day. This review serves to indicate that the ‘Me- Tuan, are experienced, whereas regions are conceptual- sopotamia’ we talk of today is, for all practical purposes, ized.4 Thus, whereas toponyms can be considered con- of a much more recent origin than hitherto assumed, sistent through time in that they refer, at least in theory, and as such much more problematic in its incorporation to the same physical place, regions are dynamic concepts, into historical and archaeological analyses than is often shaped and altered by human discourse and tradition. To believed. historians, this dialectic is perhaps more readily accepted 1 Bahrani 1998. 3 Curry 2005. 2 Entrikin 2011. 4 Tuan 1977 in Entrikin 2011, 347. 150 configuring mesopotamia when looking at cartography, where the long-held objec- seminated and altered in Luwian before eventually mak- tive properties of the map has now given way to an ap- ing its way into the Greek vocabulary of the day.10 And preciation of its discursive connotations as a medium of save for the occasions where geographers would cite it as power and a conveyor of a certain ordering of the world.5 the name given to Bilād al-Šām prior to the rise of Islam, The impact of discourse on the conceptualization ‘Syria’ is not consistently employed in Arabic sources un- of space forms one acutely relevant topic of discussion til invoked as a geographical framework for nationalist in post-colonial research on and in the Middle East.6 At sentiments in the 19th century CE.11 a heuristic level, Western scholarship employs an array Even ‘Mesopotamia’, despite its tautological simplic- of orientalizing regional concepts in describing this re- ity, has been rightfully accused of contributing to a sus- gion. Though explicitly recognized as such by most au- pect and orientalizing discourse.12 And though we may thors, the etymological origins of these concepts are of- consider these discursive flaws duly noted by contem- ten couched in a temporal distancing from the present porary scholarship, the implications rarely lead to sig- based on the apparent assumption that remoteness in nificant alteration of traditional usage.13 In proposing a time enforces political neutrality and scientific objectiv- critical reassessment of the ontic and heuristic value of ity in the present. Another unwarranted implication of ‘Mesopotamia’ as a spatial and historical unit, let us here such a discourse is that such terms, in being perceived as turn to a review of the name and its meanings. objective and politically neutral, are then also considered semantically stable, which is rarely the case upon closer inspection. Even fairly modern examples, e.g., ‘The Mid- 3 The origins of Mesopotamia dle East’ or ‘The Fertile Crescent’, are not devoid of con- ceptual change. While the first is traditionally conceived 3.1 Akkadian and Aramaic forerunners and of as invented by the naval historian Alfred T. Mahan Arrian’s Anabasis Alexandrii (1840–1914), and the second the brainchild of archaeol- ogist and historian James H. Breasted (1865–1935), re- ‘Mesopotamia’, today the common name applied to all cent surveys have pointed to their constantly changing of the land between the Euphrates and Tigris rivers in semantic and conceptual outlines.7 Regional concepts pre-Islamic times, is a Greek compound noun derived perceived as originating in a more distant past should from the combination of mésos- (‘middle’, ‘in between’) therefore lead us to scrutinize their meaning accord- and -potamós (‘stream’, ‘river’). The first known use of ingly. ‘Levant’, a French term originating in the Middle the term as a regional signifier is commonly attributed Ages, to take one such older example, still maintains con- to Arrian (c. 85–150 CE), a Roman historian and offi- siderable pedigree in the study of pre-Roman periods to- cial in the province of Cappadocia, who writes of “[…] day.8 Critical concerns evident in Islamic archaeology [the] Euphrates and Tigris, which enclose Assyria be- consider the use of the same term inappropriate, how- tween them – hence the name Mesopotamia […]”.14 ever, even more so because there exists perfectly suitable Explicitly drawing on sources contemporary with the Arabic counterparts, such as, e.g., ‘Bilād al-Šām’.9 4th century BCE campaigns of Alexander the Great, the Several other well-known cases may be called forth; phrase appears in relation to the Hellenist conquest of ‘Anatolia’, from Greek anatolé (‘rising’) derives from the the Achaemenid Empire, describing the land eastward same basic meaning as ‘Levant’ (from French ‘to rise’). from the Euphrates Bend. It is worth stipulating that the ‘Syria’, formerly considered an old Greek derivative of term ‘Mesopotamia’, as a proper noun, does not occur in ‘Assyria’ coined in the 1st millennium BCE, has recently earlier Greek sources. For example, it is employed nei- been suggested to represent a more complex etymolog- ther in the Histories of Herodotus (c. 485–425 BCE), nor ical case originating in the Eastern Mediterranean, dis- in the Anabasis of Xenophon (c. 430–355 BCE). 5 Harley 1989; consider also Withers 2009. 11 Shehadeh 2011, 24–26. 6 Said 1978. 12 Bahrani 1998. 7 Scheffler 2003; Capdepuy 2008b; Capdepuy 2008a. 13 E.g., Mieroop 1999; Matthews 2003. 8 E.g. Potts 2012. 14 Anabasis of Alexander VII 7 (Brunt 1976): cf. Nissen and Oelsner 1996; 9 Walmsley 2007, 9. Röllig 1997. 10 Rollinger 2006 with references. 151 rune rattenborg The existence of Hebrew and Aramaic predecessors 3.2 Mesopotamia in Roman geographies: of a meaning semantically similar to ‘Mesopotamia’ has Diodorus, Strabo, and Pliny the Elder been known for a long time, in particular its association with the ‘Aram Naharayim’ (‘Aram of the two Rivers’) Returning to Classical authors, we have already touched of the Hebrew Bible. This latter term is closely associ- on the use of ‘Mesopotamia’ as a regional signifier in Ar- ated with Egyptian ‘Naharin’ (nhrn), employed in the rian’s account on the campaigns of Alexander the Great. Amarna letters of the 14th century BCE in reference to ‘Mesopotamia’ appears again in the division of Alexan- the polity now more commonly known by its Hurrian der’s empire following the Wars of the Diadochi towards name, Mitanni.15 Geographically, both entities were lo- the end of the 4th century BCE. In his account on the cated around or east of the Euphrates Bend, reaching as division of satrapies among Alexander’s successors, the far as the Khabūr Basin. Roman historian Diodorus Siculus (1st century BCE) A more recent addition to this etymology is the pro- names Mesopotamia a province alongside Arbelitis, the posal to see in the Aramaic and Egyptian examples the later Arsacid Adiabene of Assyria, both separate from echo of an even earlier Akkadian toponym, the māt birī- Babylonia to the south.19 tim (‘land in between’) of early 2nd millennium BCE The Romans employed ‘Mesopotamia’ as a name cuneiform sources. Both variants designate a geographi- for a province above Osrhoene, located along the right cal entity associated with the banks of the Euphrates bank of the Tigris from Amuda to just northwest of Mo- Bend reaching as far eastwards as the Khabūr River, fur- sul, and the focus of prolonged imperial interest.20 Yet at ther accentuated by the notion that māt birītim may be the same time, the term apparently maintained a more understood more literally as the ‘land of the bend’.16 Et- general use as a catch-all for both provinces as far as the ymologically, this all serve to support an understand- Roman frontier east of Jabal Sinjār.21 To Arrian, ‘Meso- ing of Greek ‘Mesopotamia’ as an adoption of a much potamia’ is conceptually juxtaposed with ‘Syria’, the two earlier indigenous regional signifier, a point of origin being referred to as “hollow Syria” and either “Mesopo- which would explain the absence of it in Greek sources tamia” or “between the rivers”22 . A similar regional or- predating the campaigns of Alexander the Great. And dering appears in the more extensive writings of Strabo though spatial or geographical outlines are rarely clear- (c. 65 BCE – 25 CE).23 The De Chorographia of Pompo- cut in ancient sources, the concept appears securely at- nius Mela (1st century CE) sees Mesopotamia as located tributable to the land between the Euphrates Bend and beyond Syria towards the east, bordering Adiabene (As- the drainage of the Khabūr River. syria) and Babylonia. The Natural History of Pliny the El- Herodotus makes no mention of Mesopotamia in der (23–79 CE), a younger contemporary of Strabo, con- his account on the structure of the Achaemenid Empire, tains a more mixed concept of ‘Mesopotamia’, often con- yet we should linger for a moment over the Persian dis- sidered interchangeably with ‘Babylonia’ in an interre- trict of Eber-Nāri (‘across the river’), Aramaic Abar Na- gional perspective.24 This latter author is often credited harā, which appears also in Neo-Assyrian royal inscrip- as the original point of reference for present-day usage tions as ebir nāri,17 all references to the lands west of the of ‘Mesopotamia’ as a regional signifier, thus for exam- Euphrates Bend. During the reign of Cyrus the Great, ple Röllig,25 who concludes that the regional ordering Eber-Nāri was joined with Babylonia to create a satrapy provided by Pliny and others essentially marks the ori- spanning coastal and inner Syria, the dry-farming plains gin of ‘Mesopotamia’ in its modern usage, where it en- and the alluvial steppe of the Tigris and the Euphrates.18 compasses all land between the rivers until the head of the Šatt al- ֒Arab.26 At the same time, however, Pliny’s ˙˙ account of the Roman border province of Mesopotamia 15 O’Callaghan 1948, 131–148. Bosworth 1980, 292–293. 16 Finkelstein 1962, 78–83. 23 Strabon, Geography XVI 1,21 with comments (Radt 2002–2009). 17 Finkelstein 1962; Dandamayev 1996. 24 Pliny the Elder, Natural History (Rackham 1942). 18 Stolper 1989. 25 Röllig 1997. 19 Diodorus of Sicily, Bibliotheca Historica XVIII 3.3 (Oldfather 1933–1967). 26 For explicitly similar views, see for example Hrouda 1997, 7; Pollock 20 Millar 1993, 100–102. 1999, 1; Matthews 2003, 5–6; B. R. Foster and K. P. Foster 2009, 6; Frahm 21 Dillemann 1962, 106–107. 2013, 19. 22 Anabasis of Alexander III 11,4 & V 25,5 (Brunt 1976); but consider 152 configuring mesopotamia is rather clearly located between the Euphrates Bend and One of the foremost mapmakers of the Enlightenment, the Khabūr River, while his description of Babylonia fur- the French geographer and cartographer Jean d’Anville ther muddles the picture.27 (1697–1782), employed these terms, rather than those of Strabo or Ptolemy in his maps of the Middle East.35 The same perspective is adopted in the Encyclopédie 3.3 Beyond Rome: Mesopotamia in the of Denis Diderot and Jean le Rond d’Alembert, where European and Islamic Middle Ages the lemma ‘Mesopotamia’ gives the Arab name for It is commonly recognized that geographers of the Mus- the region as ‘Al-Gézirah’. The alluvial plain appears lim caliphates drew on the works of their Greek and Ro- under the lemma ‘Irac’, referred to as ‘Irac-Arabi’ or man predecessors, but they incorporated also Iranian, ‘Iraque-babilonienne’.36 In England, the General Gaze- and even Akkadian, source material.28 Arab geographies teer of Richard Brookes, published in numerous editions employed a regional divide between ‘al-Jazīrah’ (‘the is- from 1762 until the beginning of the 19th century, con- land’) and ‘al- ֒Irāq’ (‘the cliff’) largely corresponding to sidered ‘Mesopotamia’ another name for the Ottoman Classical ‘Mesopotamia’ and ‘Babylonia’.29 As a province, elayet of Diyarbakir, and linked ‘Babylonia’ or ‘Chaldea’ al-Jazīrah is separated from Bilād al-Šām by the Eu- to ‘Iric Arabi’ (sic).37 The first edition of the Encyclopaedia phrates River, though this may in part be a result of the Britannica gave the same account.38 Many European trav- continuance of former Roman administrative districts.30 elers employed ‘Mesopotamia’ in a different sense, how- In Europe, on the other hand, the Middle Ages saw ever, for example the traveler Carsten Niebuhr (1733– a gradual confusion of regional concepts of the Middle 1815), who wrote of Assyria and Mesopotamia, the lat- East. Yet Isidore of Seville (c. 560–636 CE), a Spanish ter clearly conceived of as located around Baghdad.39 bishop and polymath whose writings were known and Though obviously a corrupt tradition, some British uni- copied well into the Renaissance, wrote of Mesopota- versal geographies of the late 18th century considered mia in much the same way as Strabo or Arrian.31 Early ‘Mesopotamia’ interchangeable with the elayet of Di- Western maps relied on the same pool of sources. In the yarbakir, and said that it stretched from the Taurus to Hereford Map (Fig. 1), dating to 1285 CE, we find Meso- the shores of the Persian Gulf.40 potamia, Babylonia, and Assyria depicted with explicit reference to the works of Isidore and others.32 An earlier example of these divisions can be found in the Tabula 4 Into the Modern Age: geographies of Peutingeriana, a map of Roman itineraries likely to have empire originated in the 4th century, though preserved only in a copy from the late Middle Ages.33 If these examples offer little in the way of an unequivo- In all, European cartographers of the 15th and 16th cal meaning of ‘Mesopotamia’ throughout the history of centuries derived most of their information from Ro- post-Medieval Europe, one thing that does seem clear is man geographers and historians, and demonstrated a that ‘Mesopotamia’ appears to have been used only oc- marked dogmatism in their depiction of the region that casionally in European writings prior to the beginning was to remain largely unchanged until the beginning of of the 19th century. Francis Rawdon Chesney (1789– the 19th century. But we also find a gradual implemen- 1872), British officer and head of the Euphrates Expe- tation of spatial taxonomies founded on Arab sources, dition 1835–1837, was one of the first to offer and put namely the differentiation of ‘al-Jazīrah’ and ‘al- ֒Irāq’.34 to use a formalizing outline of ‘Mesopotamia’ as a geo- 27 Contrast Natural History V 86–87 to VI 117 & 121. 34 On which, see especially Miller 1986. 28 Silverstein 2010, 274–279. 35 See also Tibbetts 1978, 29–30. 29 Cf. Kennedy 2002, Map 20–21; Le Strange 1905, 25–25; Miller 1986. 36 Jaucourt 1765b, Jaucourt 1765a. 30 Le Strange 1890, 25–27. 37 Brookes 1762. 31 Isidore of Seville, Etymologies XIV 3.3 (Barney et al. 2006). 38 Smellie 1768. 32 Westrem 2002. 39 Niebuhr 1774–1778. 33 Talbert 2010, 122–123; also Miller 1962, 2. 40 E.g., Bankes 1790, 164–165. 153 rune rattenborg Fig. 1 Line drawing after detail of the Hereford Map (ca. 1285) with relative location of Babylonia, Assyria, and Mesopotamia shown (adapted from Westrem 2002, with index numbers in brackets). graphically delineable entity, and notes in passing that: between Baghdad and the Taurus in his widely used text- book A Manual of Ancient History: Contrary to the description given by some of the ancient geographers, as well as the The name of Mesopotamia was applied by the strict meaning of the expressive term Aram- Parthians, not to the whole region between the naharaim, Mesopotamia has been supposed to Tigris and Euphrates rivers, but only to the up- have its southern extremity at the Median Wall, per portion of it – the tract bounded on the instead of approaching the shores of the Persian north by the Mons Masius [the Tur Abdin], and Gulf.41 on the south by a canal uniting the two streams a little above the 33rd parallel.42 Chesney’s perception of Mesopotamia was not unique. The same definition appears, albeit haphazardly, in vari- In Europe and North America, the first commonly dis- ous writings around this time, especially in the proceed- seminated atlases, which appeared in increasing num- ings of the Royal Geographic Society, but is also ob- bers throughout the latter half of the 19th century, servable in intellectual circles in France, Germany, and largely followed the divisions adhered to also in earlier the US. Still, more than a decade later, with the first ar- European cartography. The most common way of desig- chaeological discoveries at Nineveh and Nimrud having nating the Euphrates and Tigris drainages relied on Ara- already come to the attention of the general public of bic spatial taxonomies already found in Western maps Western Europe, George Rawlinson (1812–1902), Cam- during the Enlightenment, thus employing ‘al-Jazīrah’ den Professor of Ancient History at Oxford and brother or ‘Mesopotamia’ as a name for the land above Bagh- of Sir Henry Creswick Rawlinson, maintained and stip- dad, and ‘ ֒Irāq al- ֒Arabī’ or ‘Chaldea’, or ‘Babylonia’, for ulated the use of ‘Mesopotamia’ as a name for the land the alluvial plain south towards the Persian Gulf. The 41 Chesney 1850, 103. 42 Rawlinson 1869, 550. 154 configuring mesopotamia Fig. 2 Detail from Stanford’s London Atlas of Universal Geography (Stanford 1901, Pl. 58), with Jazirah or Mesopotamia (grey oblique, upper left) and Irak Arabi or Babylonia (grey oblique, lower right). most illustrative example comes from the British Stan- Neither geography nor history offers any gen- ford’s London Atlas of Universal Geography43 (Fig. 2) eral name for the district watered by the Eu- where ‘Jezireh’ is explicitly equated with ‘Mesopotamia’, phrates (Arabic el-Frât) and the Tigris (Arabic ed- and ‘Irak Arabi’ with ‘Babylonia’, but the same pattern Diljeh), which is bounded on the N. by the Ar- appears to underpin other major contemporary Western menian Taurus, on the E. by the Iranian fron- atlases.44 tier mountains, on the S.E. by the Persian Gulf, Turning to another popular and easily accessible and on the S. and E. by the Syrian Desert and source of information, let us consider the penultimate the Syrian Mountains. Traditional usage applies edition of Baedeker’s Palestine and Syria (1906). Writ- the name of Mesopotamia (land between the ten by John Punnett Peters (1852–1921), director of the streams, Arabic el-Jezireh, i.e., the island) to the University of Philadelphia’s excavations at Nippur from upper or N.W. portion of the district, roughly 1888–1895, the relevant section of the guidebook de- extending to a line drawn from Deli ֓Abbas to scribed the Ottoman possessions in the Tigris-Euphrates Kal ֓at Fellûja, while the lower or S.E. portion is drainage in this way: known as Babylonia (Arabic ֒Irâk ‘Arabi).45 43 Stanford 1901, Pl. 58. Nouvelle Atlas Illustre Geographie Universelle in France. 44 E.g., Stieler’s Hand-Atlas in Germany, which also appeared in French, Ital- 45 Baedeker 1906, 391–392. ian, and Spanish versions, Colton’s General Atlas in the US, and Migeons 155 rune rattenborg If these examples may be said to concern very general- sopotamia to be (compare the quote below with the en- izing Western perceptions of geographical spaces in the try from the 1906 edition cited above): Ottoman Empire of the late 19th century, then special- ized literature further enforces the notion of ‘Mesopo- The district watered by the Euphrates (Ara- tamia’ as a spatial entity different from what we might bic El-Frât) and the Tigris (Arabic Shatt; also ˙˙ think of today. Rather esteemed popular works on the called Ed-Dijleh in its lower course), which is histories of Assyria and Babylonia published prior to the bounded on the N. by the Armenian Taurus, First World War still conceived of and transmitted the on the E. by the Iranian frontier mountains on meaning of Mesopotamia to their readers in this former the S.E. by the Persian Gulf, and on the S. and sense. In juxtaposition with spatial taxonomies observ- W. by the Syrian Steppe, is known to geogra- able in repositories of common knowledge, this hints at phers as Mesopotamia. The inhabitants apply a very blurred divide between notions of the past and the name of El-Jezîreh (i.e. the island) to the present spheres of the region. upper or N.W. portion of the district, roughly Hugo Winckler (1863–1913), discoverer of the Hit- extending to a line drawn from Deli ֒Abbâs to tite capital of Boghazköy and lecturer at the Friedrich- Fellûja, while the lower of S.E. portion (the an- Wilhelms-Universität (the later Humboldt University) of cient Babylonia) is known as ֒Irâk ֒Arabi.49 Berlin, made consistent and ample use of ‘Mesopotamia’ in reference to the region west of Assyria, with some con- cordance to Egyptian nhrn.46 L. W. King (1869–1919), 5 Re-configuring Mesopotamia: British Assyriologist and Assistant Keeper of the British Mu- geographies of the First World War seum, talked of it as the name of the region west of As- syria “[…] known to the Greeks as Mesopotamia […]” Several different terms were used in the West in refer- in his A History of Sumer and Akkad.47 Even after the ence to the Euphrates and Tigris drainage prior to the First World War, when the sequel A History of Babylo- First World War, in relation to the Ottoman Empire nia appeared and the author remarked on the presence for example ‘Turkish Arabia’, ‘Turkish ‘Iraq’, or ‘Turquie of British troops in South Mesopotamia, the adjoining d’Asie’ but also ‘Mesopotamia’, ‘Babylonia’, or ‘Chaldea’. map still located Mesopotamia securely in the western The British imperial administration formally referred to Jazīrah.48 the area as part of Turkish Arabia up till the outbreak of This brief survey serves to illustrate that quite an ex- the First World War in 1914: tensive array of general histories, textbooks, and atlases of the Western world did not stray very far from Arrian’s The ancient name ֒Iraq – of which the etymol- perception of ‘Mesopotamia’ throughout the 19th and ogy, or at least the meaning in the present case, early 20th century CE. And yet, at the same time, Ches- is doubtful – is used by the Ottoman Govern- ney’s ‘Mesopotamia’, the ‘Mesopotamia’ that stretched ment to denote the country of the lower Eu- from the Taurus to the Persian Gulf, remained at large, phrates and Tigris – the richest and most valu- albeit much less common, and used much more haphaz- able of the whole basin of the Persian Gulf – ardly than what was to be the case after the First World which is comprised in the Turkish Wilayats or War. As an amusing and rather curious illustration of provinces of Baghdad and Basrah. In British of- this contradictory state of affairs, let us, before turning ficial terminology Turkish ֒Iraq, with the ad- to consider British geographies during the war, conclude dition of the more northern Wilayat of Musal this section by lingering for a moment over the last En- (…), is conventionally known as “Turkish Ara- glish edition of Baedeker’s Palestine and Syria (1912), and bia”; but the expression is an unfortunate one, what John Punnett Peters now, six years on, thought Me- for it obviously suggests the Red Sea provinces 46 E.g., Winckler 1907, 172. 48 King 1919, v & 1–13 as opposed to Map XVIII. 47 King 1910, 7. 49 Baedeker 1912, 413. 156 configuring mesopotamia of Yaman and Hijaz rather than Mesopotamia chains of mountains that are the rim of the great which is no part, either physically or politically, plateau of Irān or Persia; to the N. the similar of the Arabian peninsula.50 ranges which form the edges of the table-lands of Armenia and Asia Minor; to the W. the Syr- As will be clear from this quotation, ‘Mesopotamia’ ian desert, and to the SW. the desert of North- was not a strange term to British administrators. Yet it ern Arabia.53 was only at the outbreak of the First World War that British armed forces and civil services formally and un- If the Handbook of Mesopotamia – and the regional tax- equivocally adopted ‘Mesopotamia’ as the name for a onomy to which it adhered – served to disseminate a region, which had, up till that point, been called by a particular perception of ‘Mesopotamia’ as a very real number of different names. Through the coining of the regional entity among Allied military personnel and ‘Mesopotamian Campaign’ British authorities enforced British decision-makers during the war, then contempo- and spread a particular use of ‘Mesopotamia’ derived rary political events brought it to a more lasting mate- from contemporary usage among some but as demon- rial crystallization. Stepping back for a moment, we need strated above, far from all Western specialists with an here to consider British interest in the region in a wider interest in the region. One best-selling contemporary perspective. example of what ‘Mesopotamia’ came to encompass, is Administratively and geo-politically, Turkish Arabia given by the British archaeologist D. G. Hogarth (1862– was of little significance to British foreign policy prior to 1927), who in the first edition of his The Ancient East, pub- 1914, beyond affairs concerned with the management of lished in September 1914, noted: India.54 With respect to Indian colonial policy, Ottoman possessions in the Tigris-Euphrates drainage mattered No common name has ever included all its mainly in relation to imperial strategies aimed at curb- parts, both the interfluvial region and the dis- ing Russian influence in Persia and Central Asia. Within tricts beyond the Tigris; but since the term Me- this wider geo-political framework, affairs in Turkish sopotamia, though obviously incorrect, is gener- Arabia were, when viewed in isolation, of remote con- ally understood nowadays to designate it, this cern to British decision-makers. name may be used for want of a better.51 Archaeological and historical interest in the region, spurred by the discoveries of Layard, Botta and others Apart from his association with the Arab Bureau in Cairo half a century earlier,55 had done little to change this during the First World War, Hogarth also served in the state of affairs on a political level. Ottoman administra- Geographical Section of the Naval Intelligence Division, tive control of the region, which had been left largely in where he contributed extensively to the first series of the hands of local power structures for the better part of admiralty handbooks.52 Though arguably drawing also the 19th century, only became more permanently fixed on definitions reiterated by others, especially Chesney, from the 1870ies onwards.56 To the British Empire, the whose maps were still used by British authorities at the chief concern in the region – if it was ever considered outbreak of the war, the description of Mesopotamia a region as such – were the ports in the southernmost given in the first edition of the handbooks tallies neatly vilayet of Basrah and their ability to support the Royal ˙ with Hogarth’s own: Navy. This explains in large part why military engage- This handbook deals principally with the area ments in and around the Persian Gulf during the First comprised within the following boundaries: to World War were more or less exclusively the respon- the S. the Persian Gulf; SE., E., and NE. the sibility of the Indian Office. Initial objectives for the 50 Lorimer 1908, II, 759–761. 54 Parry 2013, 145–146. 51 Hogarth 1914, 20. 55 Larsen 1996. 52 Richter 2008, 222–223. 56 Yapp 1987, 137–145. 53 Naval Intelligence Division 1916, 9. 157 rune rattenborg Fig. 3 The map accompanying the Sykes-Picot Agreement, signed 8 May 1916. British areas of direct (in pink) and indirect (B), and corresponding French areas of direct (in blue) and indirect (A) control. theatre of operations that came to be known as the cal constraints faced by British commanders in the re- ‘Mesopotamian Campaign’, focused squarely on protect- gion when venturing too far beyond their supply bases ing oil fields in Persia and associated processing and ship- at Basrah. ˙ ping facilities on the Persian Gulf. Land operations were Renewed British interest in the region in the autumn conceived of mainly as tactical undertakings in support of 1916 and a concurrent depletion of Ottoman forces of these objectives, and did therefore not extend beyond brought about a decisive change in military strength the northern part of the alluvium.57 The atrocities suf- and tactical initiative. In March 1917, the British Indian fered by elements of the British Indian Army during the Army took Baghdad. Yet little advance further north was Siege of Kūt in April 1916 aptly illustrate the logisti- made – or indeed attempted – until the last months of 57 Sluglett 2007, 8–12. 158 configuring mesopotamia the war, in 1918, when objectives shifted towards con- 7 Consolidating past gains: quering as much Ottoman territory as possible before the Mesopotamia of the Mesopotamian cessation of hostilities. When an armistice with the Ot- campaign toman Empire was signed at Mudros in October 1918, British forces were still on the move north along the Mid- If ‘Mesopotamia’ had all but disappeared from the scene dle Tigris, entering Mosul on 14 November. of contemporary politics by 1925, it retained its usage The eventual lines established had less to do with as a Classical term, employed by historical specialists as any conscious imperial policy than with a few, eager well as in more general surveys on the history of the commanders on the ground. Though often claimed the newborn state of Iraq. That recent political events had birth certificate of the modern states of Iraq and Syria, not failed to infuse the term with new meaning is evi- the map that accompanied the infamous Sykes-Picot dent enough, however, here for example in an interwar agreement of 1916 illustrates rather clearly that principal account on the history of the state of Iraq by historian British territorial interests lingered still on the shores of Henry Albert Foster (1874–1944): the Persian Gulf and the Tigris-Euphrates delta (Fig. 3). Prospecting of the huge oilfields around Kirkuk was un- While Mesopotamia has not always applied to dertaken in the early 1920ies, with commercial exploita- the same area it has always applied to some tion eventually starting in 1925. But at the 1919 negoti- portion of the country traversed by the Tigris- ations at Versailles, the oil played only a peripheral, and Euphrates river system and lying between the often ambiguous, role.58 mountains of Kurdistan and the Persian Gulf. For the most part Mesopotamia formerly re- ferred to that part of the valley north of old 6 The Mandate of Mesopotamia and the Babylonia.61 Kingdom of Iraq Army engineer and geographer Kenneth Mason (1887– M. E. Yapp has succinctly noted that the formation of 1976), who authored the Second World War edition of the modern state of Iraq came about as the result of a the admiralty handbook on Mesopotamia, now entitled series of ‘logical accidents’ in the years immediately af- Iraq and the Persian Gulf,62 was also aware of these seman- ter the First World War. While there was no initial inten- tic alterations when he described the names applied to tion (in fact, rather the opposite) to merge the former Ot- the region historically: toman vilayets of Basrah, Baghdad, and Mosul into one ˙ state, events on the global stage altered a set of other- Mesopotamia in early classical times meant the wise conflicting agendas to form the basis for a British whole region of the two rivers from the foothills mandate that eventually developed into an independent of the Turkish Taurus to the Persian Gulf; later political territory.59 Even the name ‘Iraq’ was a later ad- it was confined to the region north of the delta dition. The initial British draft for the mandate awarded lands – the Jazira of the Moslem period – and by the League of Nations at the San Remo conference Babylonia was used for the delta lands. […] In in April 1920 named the nascent state ‘Mesopotamia’.60 very recent times, and for the first twenty years Less than a year later, the situation had changed radi- of the present century, it was the commonest cally following the Iraqi Revolt in the autumn of 1920, term in western Europe for the country as a and the proposed mandate was turned into the semi- whole in its earliest classical sense.63 independent Kingdom of Iraq. While maintaining the same geographical outline as the proposed mandate, re- The same gradual metamorphosis arises from encyclo- lations with the British Empire were largely refurbished pedic works. Where articles on ‘Mesopotamia’ from and stabilized in the Anglo-Iraqi Treaty of 1922. the late 18th and early 19th century CE considered it 58 Helmreich 1974, 207–213. 61 H. A. Foster 1936, 2. 59 Yapp 1987, 331–336. 62 Clout and Gosme 2003, 160–161. 60 Foreign Office 1921. 63 Naval Intelligence Division 1944, 4–5. 159 rune rattenborg to have only one meaning, the widely popular 1911- turning to corresponding queries in French and German edition of the Encyclopaedia Britannica recognized both (Figs. 5, 6). the Classical and the extended understandings of the The marked increase in frequency of all three lemma word, though focusing on the former.64 Jumping for- observable between 1840 and 1860 can be readily at- ward a hundred years, the opposite case prevails.65 Fur- tributed to the public impact in Western society of the ther, the origin of ‘Mesopotamia’ as referring to all of discoveries of the Neo-Assyrian capital cities during this the land between the Euphrates and the Tigris, from the period, not to mention the concurrent decipherment of Anatolian Plateau to the Šatt al- ֒Arab, is nowadays often the cuneiform script.69 Assuming that this offers some ˙˙ credited to Pliny the Elder.66 assurance as to the general validity of the sample, the sec- ond spike, between 1910 and 1920, becomes rather more interesting. Here we see a clear increase in usage fre- 8 Statistical correlates: contributions quency of ‘Mesopotamia’ coincident with a correspond- from bibliometrics ing drop in the use of ‘Babylonia’ and ‘Assyria’. While the graph for ‘Mesopotamia’ drops sharply just after 1920, it I have argued that ‘Mesopotamia’ retained the spatial maintains a frequency level well above that of ‘Assyria’ properties originally assigned to it by Greek authors for and ‘Babylonia’ throughout the remainder of the 20th a period of more than two millennia, and further that century, in marked contrast to the situation before the a transformation of these spatial properties took place First World War. gradually through the late 19th and early 20th century The variation in frequency found in corresponding CE. This has been discussed through a review of several searches in French and German is less pronounced, but different types of source material, namely individual and seems to follow the same pattern, especially with respect encyclopedic works, maps, and specialist literature. To to the period coinciding with the First World War. apply a different, and more easily quantifiable perspec- Apart from demonstrating a notable change in the tive, the various trajectories of usage for the last 200 years use of regional signifiers during the First World War, described above can be visualized through openly avail- these graphs demonstrate another equally important able search algorithms, here namely the Google Ngram shift. Whereas we see no clear or prolonged preference Viewer.67 The Ngram Viewer can provide an overview of in usage during the 19th century, the period after the the frequency of words and word clusters in written First World War clearly indicates a relative and stable works amassed from Google Books in 2008. This com- preference for ‘Mesopotamia’ as opposed to ‘Assyria’ and prises a dataset derived from 5.2 billion books with a to- ‘Babylonia’. In statistical terms, the latter situation im- tal word count of an approximate 500 billion words, pri- plies the presence of a taxonomical hierarchy, in which marily in English, but also with substantial samples in the values of all three terms are interrelated. This close French, German, Spanish, Russian and Chinese. Rough agreement is not present prior to 1914. estimates suggest that the number of works covered by Google Ngram amount to 6% of all books ever pub- lished.68 9 Mesopotamia and Mesopotamians: For our current purposes, let us consider the relative inventing and dismantling a historical frequency of the lemma ‘Babylonia’, ‘Assyria’, and ‘Me- region sopotamia’ across the period 1800–2008 CE, as derived from English, French, and German works. The three re- To briefly summarize the conclusions made so far, I sulting graphs provide for two interesting spikes in the have suggested that ‘Mesopotamia’ maintained the spa- frequency of these three regional names, first in English tial properties outlined by Arrian and derived from au- sources (Fig. 4), which we will consider at length before thors contemporary with Alexander the Great, for some 64 Hogg 1911. December 2015. 65 Edzard, Frye, and von Soden 2014. 68 Michel et al. 2011; Lin et al. 2012. 66 E.g., Nissen and Oelsner 1996; Röllig 1997. 69 Larsen 1996; Adkins 2003. 67 Google Books Ngram Viewer https://books.google.com/ngrams, accessed 18 160 configuring mesopotamia Fig. 4 Google Ngram frequencies of Assyria (blue), Babylonia (red), and Mesopotamia (green) in English works from 1800 to 2008. Fig. 5 Google Ngram frequencies of Assyrie (blue), Babylonie (red), and Mésopotamie (green) in French works from 1800 to 2008. two millennia or more, until around the beginning of tween the Euphrates Bend in central Syria and the west- the 19th century CE. ern fringes of the Assyrian heartland around the Mid- I do not claim any particular or intimate under- dle Tigris. The eventual transformation of these prop- standing of what exact geographical area Pliny and his erties, through the association of the signifier ‘Mesopo- contemporaries may have had in mind when redefining tamia’ with all of the land between the Euphrates and the meaning of ‘Mesopotamia’, if indeed they ever did. the Tigris, from the Taurus Mountains to the Persian What emerges from the historical survey presented here Gulf, came about only gradually, through the novel as- is, more importantly, that subsequent European scholar- sociation of this signifier with a distinct geo-political, yet ship, of The Middle Ages, the Renaissance, and The En- neither culturally, nor environmentally coherent space. lightenment, thought and wrote of Mesopotamia very Where Arrian had in mind a fairly well-defined envi- much in the same way as Arrian had done. Thus, even ronmental region spanning the plains between the Eu- if Pliny is to be credited with the coining of Mesopo- phrates Bend and the Assyrian heartland, Chesney’s ‘Me- tamia along the lines with which we associate it today, sopotamia’ makes little immediate sense unless placed the fair majority of Western geographers, for all practical on a map. The latter incorporates multiple and rather purposes, apparently saw fit to ignore his conclusions on different eco-zones, not to mention cultural regions that the matter for some 1500 years. Classic and Arab geographers alike preferred to keep sep- Until the first half of the 19th century CE, ‘Me- arate. sopotamia’ signified a region spanning the steppe be- 161 rune rattenborg Fig. 6 Google Ngram frequencies of Assyrien (blue), Babylonien (red), and Mesopotamien (green) in German works from 1800 to 2008. Both meanings were in play throughout the latter terwar years, and especially after the Second World War. half of the 19th century. But what is nowadays more An example of its crystallization can be readily appreci- or less entirely overlooked is that the Mesopotamia into ated in the following excerpt from Mesopotamia: Portrait which Alexander had ventured before moving on to As- of a Dead Civilization, written by one of the foremost As- syria and Babylonia was still very much a part of the geo- syriologists of the postwar era, namely A. Leo Oppen- graphical vocabulary of the West even on the eve of the heim (1904–1974): First World War. The semantic metamorphosis that Mesopotamia It is customary to designate the two principal lo- underwent following 1914 critically altered this situa- cal formulations through which Mesopotamian tion, by rendering ‘Mesopotamia’ a purely geographical civilization speaks to us by the political terms concept (the straightforward deixis of ‘the land between Babylonia and Assyria.70 the rivers’) and coincidentally doing away with the envi- ronmental and cultural coherency embedded in the dis- As a basic semantic carrier, ‘Mesopotamia’ occupies here tinction between the Assyria, Babylonia, and Mesopota- the dual roles of civilizational and geographical frame- mia of Greek and Roman geographies, or the Jazīrah and work, to which we subordinate the more ethnically fused ֒Irāq of Medieval Arab scholarship. localities of ‘Babylonia’ and ‘Assyria’. Released from its Purged of its historical payload, ‘Mesopotamia’ rose formerly inherent cultural or environmental particular- to prominence as the name for a geo-political space ities, ‘Mesopotamia’ has come to embody a spatial (and during the Great War, a space that eventually became temporal) abstraction of more localized historical sub- the modern state of Iraq. Left then as a spatial signifier regions. In this light, it is certainly ironic that critical dis- without a space to signify, ‘Mesopotamia’ reverted, once cussions of Assyria and Babylonia have since then drawn again, to a historical region, yet referring to a modern attention to the temporal and cultural specificity im- geographical space hammered out during a decade of in- plicit to their ethnonymic character.71 ‘Mesopotamia’, in tense British activity in the region. Bluntly stated, ‘Meso- contrast, is rarely subjected to the same level of concep- potamia’ retained the respectable age-old adornments of tual criticism, as it no longer holds inherent qualities the Classical authors, yet signifying a geographical space beyond those of a simple geographical delineation. And that was largely a product of very recent British imperial this is despite the fact that Winckler employed ‘Mesopo- discourse, politics, and military prowess. tamia’ as a cultural region on a par with ‘Assyria’ and This inherent dichotomy became gradually institu- ‘Babylonia’ as late as 1907. tionalized among historians and archaeologists in the in- The taxonomical hierarchy established in Oppen- 70 Oppenheim 1964, 37. 71 E.g., von Dassow 1999, 234–245. 162 configuring mesopotamia heim’s outline recurs, I would argue, in the bibliomet- At the time of writing, there was perhaps less of a solid ric trajectories presented above, namely through the sta- empirical basis on which to build analyses of the history ble agreement with and relative subordination to ‘Me- of the upland plains to which Postgate offered his apolo- sopotamia’ seen in the use of ‘Assyria’ and ‘Babylo- gies. The course of recent research, particularly among nia’ in Western sources from the interwar years and archaeologists, underscores the critical attention that until the present day. It further reflects the general should now be paid to differences between the Jazīrah ease with which generations of historians and archae- and the alluvial plain of al- ֒Irāq. ologists wrote and researched on ‘Mesopotamians’ and ‘Mesopotamianism’, a civilizational framework that, al- beit cautiously, still finds regular mention today also.72 10 A passing greatly exaggerated: It will far exceed the scope of this paper to pro- Changing geographies, again vide a comprehensive discussion of whether or not a Mesopotamian civilization is indeed a valid ontic en- True to the semantic fluidity of regional markers dis- tity.73 I will, however, draw attention to the suggestive cussed at the outset of this article, Mesopotamia remains powers of Mesopotamia as a regional signifier in enforc- a concept in a continuous state of change. Renewed at- ing a notion of cultural unity across the upland steppe tention towards regional characteristics of landscape and of the Jazīrah and the alluvial plain of al- ֒Irāq, and sug- environment is one reason. Another is the altered agenda gest that this spatial framework should be approached of foreign missions in the face of an ever-changing po- with a rather healthy share of suspicion in light of the litical landscape. Where archaeological work prior to conceptual history reviewed above. the 1970ies was concentrated more or less exclusively Though rarely explicit, appreciations of the cul- in the arid Tigris-Euphrates alluvium and bordering re- tural, social, and environmental differences between the gions, succeeding decades saw a flurry of archaeological Jazīrah and al- ֒Irāq in pre-Classical periods do appear projects moving into the Syrian Jazīrah, stimulated by a also in traditional general histories. The preface to Post- closing down of the state of Iraq to foreign missions and gate’s Early Mesopotamia: Society and Economy at the Dawn outstanding discoveries further north and west.75 of History (1994) offers one admirably clear perspective The practical relevance of regional divisions sensi- on the problems arising from perceiving of ‘Mesopota- tive towards environmental (and, one may argue, also so- mia’ as a coherent cultural region: cial and cultural) differences across the undifferentiated culture-historical space of Oppenheim’s Mesopotamia This book however concentrates on the south have then been embraced most openly in archaeology, because it is only during the second millen- where recent research have increasingly reinstated the re- nium that the available documentary sources al- gional spaces of Babylonia and Assyria, or the original low us to say much about the north. Further, version of Mesopotamia, yet going by different names. the society and economy of the north are pal- Though al-Jazīrah is used regularly also in West- pably different, and since my effort has been ern specialist writings, most researchers now talk read- to give a coherent account of these aspects it is ily of ‘Upper’ or ‘Northern Mesopotamia’ as opposed not helpful to jump about and include the occa- to ‘Lower’ or ‘Southern Mesopotamia’,76 while some sional reference to the north where it happens have developed similar binary meanings of wholly novel to appear relevant. My apologies, therefore, to terms, e.g., the ‘Northern Fertile Crescent’.77 Doing away Subartu [the Jazīrah, R. R.] for seeming to ig- for a moment with names, and looking instead at the nore it […].74 spaces that they signify, it should be fairly clear that these examples echo the pre-1914 binaries of ‘Mesopotamia’ 72 Yoffee 2004, 209–232. 75 Akkermans and Schwartz 2003. 73 For an interesting essay on this matter, see Koliński 2006. Consider also 76 E.g., Laneri, Pfälzner, and Valentini 2012; Menze and Ur 2012; Potts the thoughtful introduction in McMahon 2013, 462. 2012; Nieuwenhuyse, Bernbeck, and Akkermans 2013. 74 Postgate 1994, xxii. 77 Riehl et al. 2013. 163 rune rattenborg and ‘Babylonia’ or ‘al-Jazīrah’ and ‘al- ֒Irāq (al- ֒Arabī)’, ence to this latter meaning of Mesopotamia in British again reaching back into Medieval geographies and ulti- official terminology and general media effectively oblit- mately the regional orders of Roman and Greek writers. erated that of the former. As such, the ‘Mesopotamia’ In other words, this emergent regional taxonomy of the 20th and 21st century is an ancient name signi- closely replicates one whose passing, so I would assert, fying a modern space, constructed by a short-lived im- has been greatly exaggerated. And yet this taxonomy em- perial discourse that eventually found other terms (e.g., ploys terms that are conceptually dubious courtesy of ‘Iraq’) more feasible. their link to a historical or cultural region – ‘Mesopota- As the critical reader will have noticed, these obser- mia’ – that is itself very much a modern invention. What, vations are based in the main on British source material one may ask, do ‘Upper Mesopotamia’ and ‘Lower Me- coming out of the imperial age of the 19th century and sopotamia’ signify? Parts of a purported cultural or re- early 20th century CE. Setting aside the tangible geopo- gional whole? Practical subdivisions of a mere general litical and historical reasons for this bias, we may ask delineation of space? And do they do so with any more if things would have been any different when viewed authority or historical weight than, say, ‘Mesopotamia’ through the lens of French or German intellectual his- and ‘Babylonia’ (as the Baedeker – in the 1906 version – tory? While I cannot claim to have perused individual would have it) or ‘al-Jazīrah’ and ‘al- ֒Irāq’? One may ar- works of the latter two nations with an intensity corre- gue that ‘Mesopotamia’, having grown into a geographi- sponding to that of the English-speaking world, the bib- cal concept devoid of any cultural payload, is in fact bet- liometric perspective offered earlier demonstrates a rel- ter suited at delineating spaces of archaeological and his- atively clear level of overall agreement. From an initial torical research than such Medieval or Classical terms. and rather muddled picture for the 19th century across And yet, the last century or so of Ancient Near Eastern all three datasets, the change observable from 1914 on- research has demonstrated that it is very easy indeed to wards is clear and unequivocal. Popular atlases from fill into an empty spatial frame a host of cultural, ide- all three linguistic areas, as pointed out earlier, demon- ological, political, and economic traits not easily disen- strate similar parallels. Though I admit a focus on British tangled afterwards. sources (for obvious reasons), the implications of the conceptual changes seem generally applicable. It has already been pointed out here that regions are, 11 Conclusions by definition, fluid concepts and prone to change, some- times quite rapidly. As such it may seem a futile exercise To conclude, ‘Mesopotamia’, far from being an easily to offer any formalizing suggestions as to usage or def- traceable signifier for an easily demarcated geographical inition, especially for a concept as battered by time as space, has been used to designate a number of different the one brought to the fore in this study. And yet the areas through history. From its Classical inception and present author for one finds that ‘Mesopotamia’, given until the 19th century CE, it was a commonly accepted the very modern origin of the geographical space that it name for the region between the Euphrates Bend and the signifies, poses significant conceptual problems for any- Tigris drainage bordering Assyria on its east and Babylo- thing but the most generalizing views on Ancient Near nia to the south. Yet a concurrent and gradual concep- Eastern history and archaeology. Though not bereft of tual change initiated in relation to British imperialist problems, turning to Arabic geographical vocabularies, aspirations in the 19th century supplanted the term to e.g., ‘al-Jazīrah’ and ‘al- ֒Irāq’, will certainly leave Western refer to all of the land between the Euphrates and the researchers on firmer conceptual grounds, and do away Tigris, from the Taurus to the Persian Gulf. The com- with yet another orientalizing entity coined for another ing of the First World War, and the unequivocal adher- time, age, and purpose. 164 Bibliography Adkins 2003 Chesney 1850 Lesley Adkins. Empires of the Plain. Henry Rawlinson and the Lost Francis Rawdon Chesney. The Expedition for the Survey of the Languages of Babylon. London: HarperCollins, 2003. 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His work focuses South Road on the quantitative analysis of Middle Bronze Age political Durham DH1 3LE economies of northern Syria and Iraq through the integration United Kingdom of textual and archaeological sources on a regional scale. He fur- E-Mail:
[email protected]ther takes a particular interest in the ontological and theoretical foundations of Ancient Near Eastern studies more generally. 168 Christian W. Hess Mapping the Linguistic Landscapes of Mesopotamia Summary Though Ancient Near Eastern Studies has increasingly paid Karten zu altorientalischen Sprachen, von den Anfängen der attention to language contact and areal linguistics in recent Spracharealen im 19. Jh. bis hin zur Kartographie einzelner years, there have so far been but few systematic attempts at Artefakte in rezenteren Publikationen. Die unterschiedlichen placing the relevant languages on a map. The essay provides a Kartierungsgrammatiken, die in den Karten angewendet wer- survey of maps of the languages of the Ancient Near East from den, implizieren z. T. weit auseinanderliegende Narrative von the first areal maps in the 19th century to the artefact maps Sprachgeographie. Die rezente Tendenz zur Kartierung einzel- in recent publications. The different visual grammars used in ner Artefakte deckt sich dabei mit der Tendenz, Sprache nicht the cartography of these ancient languages also imply widely einfach als statischen Spiegel ethnischer Identität zu sehen, varying narratives of linguistic geography. The recent move to- sondern als öffentlichen Ausdruck sprachlicher Identitäten in- wards artefact mapping shifts the discussion away from static nerhalb der Landschaften Mesopotamiens. interpretations of language as a strong correlate of ethnicity to- Keywords: Alter Vorderer Orient; Sprachkartierung; Sprach- wards an interpretation of language as a public expression of wechsel; Linguistische Geographie; Linguistische Landschaf- linguistic identity within the landscapes of Mesopotamia. ten Keywords: Ancient Near East; language change; language mapping; linguistic geography; linguistic landscapes The following is a revised and expanded version of a paper pre- sented at the Berlin conference on Mapping Ancient Identities Obwohl sich die Altorientalistik in den vergangenen Jah- in 2013. Thanks are due to the organizers for the kind invita- ren zunehmend der Untersuchung von Sprachkontakt und tion to participate; to Felix Wiedemann (Berlin), Cinzia Pappi Spracharealen gewidmet hat, sind bisher nur wenige Versu- (Leipzig), and Ingo Schrakamp (Berlin) for various comments; che unternommen wurden, die relevanten Sprachen zu kar- to Walther Sallaberger (München) for permission to reprint tieren. Der Aufsatz bietet einen Überblick über die bisherigen his map of Sumerian/Akkadian personal names; and to Ilya Khait (Jena/Frankfurt) for help with Russian translations. Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 169 christian w. hess Ce n’est pas … [la géographie] qui se trompe, c’est le net long-term increase in diversity, and rapid language linguiste qui se trompe sur elle. spread, with the spreading language serving as the lingua – Lucien Febvre, La terre et l’évolution humaine. franca.4 In each case, geography is thought to directly re- flect and affect the ways Ancient Near Eastern languages behave. 1 Introduction Few of these claims have been examined in de- tail, though the Ancient Near East certainly offers The connection between language and place has long enough raw material.5 During the long span from the been one of the central concerns of linguistics, closely invention of writing in the mid-4th millennium BC connected to the ways in which spread and regression, to the end of the 1st millennium BC, Mesopotamia contact and convergence, diversification and simplifica- hosted at least sixteen major languages, spread across tion, and language death are understood. Geographers at least six language families, including: Sumerian, and linguists continue to share many of the same con- Elamite, Hurrian/Urartian, Kassite (all isolates, with no cerns, from the relevance of scale and the nature of shifts established genetic relationship to other languages); to larger questions of identity and power.1 Even most Akkadian, Amorite, Aramaic, Ugaritic, Phoenician, He- sociolinguistic studies, which tend to emphasize issues brew/Canaanite, Ancient North Arabian/Dispersed Oa- of class and social interaction, have until recently relied sis North Arabian (all Semitic); and Hittite, Palaic, on the tacit assumption that language serves as an index Luwian, Old Persian, and, finally, Greek (all Indo- to place, conceived in coherent and physical terms.2 In European).6 These languages are attested in a geograph- this view, linguistic interaction naturally implies com- ically open area from western Turkey to eastern Iran and petition for and succession within linguistic space. from the Black Sea to the tip of the Arabian Peninsula.7 The study of Ancient Near Eastern languages is no Despite this wealth of raw data, there have been exception to these concerns. They are reflected on the few systematic attempts at mapping the languages of the one hand in increased attention to the concept of the An- Ancient Near East in detail. Among the over 300 in- cient Near East as an early example of a Sprachbund or lin- dividual maps of the Tübinger Atlas des Vorderen Orients, guistic area where language features converge through the most comprehensive attempt at cartography of the long-term contact.3 On the other hand, studies have Near and Middle East so far, not a single map is de- highlighted the Ancient Near East as the earliest exam- voted exclusively to the languages in antiquity.8 Even ple of a linguistic ‘spread zone’, characterized by rel- works more narrowly devoted to language history of- ative diversity, a classic dialect geography with strong ten confine themselves to maps of sites and places men- center/periphery relationships among the languages, no tioned in the text.9 Most attempts at language maps are 1 See Johnstone 2010, 12 on the common concerns of geography and lin- 6 Each is in turn often attested in numerous synchronic and diachronic guistics, including the importance of scale and change as “series of incre- varieties, including both geographically bounded dialects as well as liter- mental shifts in patterns that emerge at different grain sizes”, and “ques- ary and administrative registers. See the overview in Kouwenberg 2010, tions of identity, power, and resistance”. 9–27, on Akkadian varieties and Black and Zólyómi 2007 on the “wide 2 Coupland 2007, 121. variety of communicative situations” and “different locations” in which 3 Nichols 1997; Nichols 1992, 13–24 and 192–195; Aikhenvald and Dixon Sumerian is attested (Black and Zólyómi 2007, 1). 2001, 11–19; Bickel and Nichols 2008, 480–481; Heine and Kuteva 2005, 7 Sporadic finds of inscribed objects, as recently at Tas Silġ on Malta, ex- 182–218; Bisang 2010 431. Among the steadily growing secondary liter- tend this reach even further; see Cazzella, Pace, and Recchia 2011. See ature on the topic, see particularly Watkins 2001 on Anatolia, Pedersén Schmitt 1983, 572, on multilingualism as a persistent feature of Near 1989 and Michalowski 2007, 166–169, on Sumerian, Rubio 2006, 138, on Eastern history as well as the recent discussion on Dura-Europos in Akkadian and Huehnergard and Rubin 2011, 266, on Semitic in general. Kaizer 2009. The negative assessment of the usefulness of linguistic areas in Campbell 8 The historical maps, such as B IV 13 on “The Neoassyrian Empire”, how- 2004 and Zaborski 2013, 270, serves at least to emphasize the need for ever, include within the greater imperial boundaries smaller labels for more detailed study. population groups assigned to sub-regions, such as māt Kaˇ sî (‘Land of sˇ 4 The list of tendential features follows Nichols 1992, 16–17. The Ancient the Kassites’), Arameans, or Itū ֓u-Arameans. See the remarks in Röllig Near East thus provides the earliest example for trends also observed 1991 on the general principles underlying the maps of the project. in regions as diverse as the Eurasian steppes of the Indo-European lan- 9 See the map of “sites antiques et modernes”, with labels confined to indi- guages, Western Europe, Central Australia, interior North America, and vidual cities, areas, and larger states, in Laroche 1980, 16; and the map of Mesoamerica. “places mentioned” in Postgate 2007, Figs. 3.1 and 5.1, on Akkadian and 5 Useful surveys of the languages involved are provided, for example, by Aramaic. Woodard 2004, Streck 2007, Postgate 2007, and Gzella 2009. 170 mapping the linguistic landscapes of mesopotamia scattered throughout various publications as supplemen- 2 Areas, borders, and boundaries tary illustrations. Instead, recent research on dialects has more often highlighted the difficulties involved in such The first language maps of the Ancient Near East to attempts, including the fundamental problem of extrap- include Akkadian consisted of three historical maps olating dialect areas from textual sources.10 printed on a single page and appended to Fritz Hom- This contribution will thus provide a survey of the mel’s Semitische Sprachen und Völker.14 Each covers a de- few attempts at mapping the ‘messy contingencies’ of fined historical period, from ca. 2000–500 BC, 500 BC – Ancient Near Eastern linguistic geography.11 The main 700 AD, and 700 AD to the present. The next significant focus will be on the different methods and visual gram- attempt is provided by a map of the Semitic and Afro- mars used, with particular attention paid to Akkadian Asiatic languages, published as part of Antoine Meillet from the 3rd to the 1st millennium BC in the region and Marcel Cohen’s Les Langues du Monde in 1924.15 Both of Mesopotamia proper, that is, the region between and maps assign colored, contiguous, and coherent areas to around the Euphrates and Tigris rivers which stretches each language or language group. Though separated by roughly from southern Anatolia to the Persian Gulf. The over forty years, both are also comparable in content, contribution stands out from most of the others in the scale, and approach. present volume in at least one important respect. Since The hesitant development of language maps is par- linguistic mapping in Mesopotamian studies itself is, ticularly noteworthy since the rise of Ancient Near East- with few exceptions, largely confined to the last four ern Studies in the middle of the 19th century coincided or five decades, the following essay is engaged in a dis- with both rapid developments in cartographic practices cussion still very much ongoing. The basic questions, and their increased currency among a broader public. however, remain the same: How does linguistic map- As texts and languages were being deciphered and expe- ping reflect and feed into the ways language is under- ditions mounted to unearth new finds, European maps stood? What does the visual grammar of the maps imply of the Ottoman territories were quickly redrawn to keep about the understanding of language use and change in pace. Both the ‘Euphrates Expedition’ of Colonel Ches- the Ancient Near East?12 One of the recurrent themes ney in the years 1835–1837, organized under the aus- of the conference was the inherent problem in mapping pices of King William IV, and the expeditions of Felix the ‘subjunctive’, that is, in distinguishing uncertainties Jones produced detailed topographic maps of the areas in a concrete visualization. In this sense, the point made surveyed.16 The German cartographer Heinrich Kiepert, in Peter Behnstedt und Manfred Woidich’s concise in- who had already made a name for himself in historical troduction to Arabic dialect geography remains valid mapping through his Historisch-geographischer Atlas, his here: language itself is an abstract good, with no inher- maps of the Holy Land, and his Atlas antiquus, also pro- ent connection to place beyond that of its users or, we duced a map of the Euphrates and Tigris regions in 1854 can add, material expressions.13 Accordingly, one of the to accompany Carl Ritter’s descriptions.17 His 1855 map main goals of the following will be to highlight some of of the contemporary Ottoman Empire, through parts of the issues which have arisen in collapsing what is essen- which he himself had travelled, marked the location of tially an intangible social and cultural resource onto a two-dimensional space. 10 The issue was recently highlighted in Sommerfeld 2012, 265, on 3rd mil- 14 Hommel 1883; see the map printed in Wiedemann, this volume, Fig. 2. lennium sources in his review of Hasselbach 2005. On the problem of 15 Meillet and M. Cohen 1924. The work has been described as a late dis- source bias, including the fact that sources are unevenly distributed and tillation of the grand 19th century tradition of universal, encyclopedic predominantly derived from select centers, see Chambers and Trudgill anthropology in Dessaint 1988. 1998, 29. 16 See the comments in F. Jones 1854, assessed in Hilprecht 1903, 62–66, as 11 The quote is taken from Livingstone 1992, 28. well as the overview in Fagan 2007, 69–78. 12 Harley 1987, 2. See also Livingstone 1992, 29. Cf. also the focus in Pickles 17 Kiepert 1848; Kiepert 1854, to which he later added his detailed plans of 2004, 12–13, on “the ways in which mappings function: how they act, in the ruins of Babylon (Kiepert 1883). The importance of Kiepert’s work is what context, and what are their effects?” treated in Zögner 1999, especially Dörflinger 1999: Zu den Sprachen- und 13 Behnstedt and Woidich 2005, 34. Note the comments in Cancik- Völkerkarten von Heinrich Kiepert. On Kiepert’s maps of Israel and Pales- Kirschbaum 2013 on the extended spatial and temporal dimensions of tine, see the contribution by Goren and Schelhaas in this volume. language transmission through writing and writtenness. 171 christian w. hess archeological ruins, including the ruins of Babylon, Hel- While few maps were devoted exclusively to the Semitic lenistic Ctesiphon on the Tigris, and Assyrian Nineveh. languages, scholars had by the middle of the 19th cen- Cartographers and Assyriologists fast entered into a sym- tury come to rely on a geographical model which as- biotic relationship. As the former brought a wealth of signed each branch to a particular region and which new targets for excavation into visual form, the latter would remain dominant until well into the 20th cen- contributed corrections and observations through their tury.23 When August Ludwig Schlözer derived the term reports from the field.18 Semitic from the Table of Nations in Genesis 10 in 1781, Specifically linguistic mapping has an equally long the notion that each language was geographically bound tradition within the history of cartography, developing was already self-evident: Aramaic was assigned to the almost simultaneously with the first thematic maps.19 North, Canaanite to the center, Arabic to the South.24 First, tentative steps can already be seen in the Slesiae De- Kiepert’s ethnographic commentary to his Historisch- scriptio (Book I, Map 14) in Sebastian Münster’s Cosmo- geographischer Atlas of 1848 explicitly refers to this model graphia Universalis of 1544, which marked the River Oder as a division of geography rather than language, with the not only as a divider between Germans and Slavs, but be- Aramaic tribes, the Kingdom of Aram, and the Aramaic tween Germanic and Slavic.20 The 19th century boom language extending eastwards from Syria up to the Eu- in linguistic cartography, caught between universalist phrates and Tigris.25 Perennial debates on the linguis- and nationalist aspirations, naturally covered the Near tic and ethnic identity of Mesopotamia’s earliest inhab- and Middle East as well. Julius Klaproth’s Asia Polyglotta, itants before the arrival of the Semites latched on to the which had the explicit ethnographic aim of using lan- Chaldeans, Medians, or Elamites as predecessors to the guage to determine “the relationship and origin of the modern Kurds, Persians, or even Slavs.26 While little was various peoples of the earth”, also included a language known about the nature of Akkadian, Ernest Renan’s atlas meant to bring visual order into the multitude of 1855 Histoire générale et système comparé des langues sémi- modern languages between the western Ottoman Em- tiques could thus argue that similarities in culture, art, pire and Japan.21 religion and empire between the Assyrians and Egyp- Even before Akkadian (Assyro-Babylonian) was de- tians was proof enough to identify the former as either ciphered, both the Hebrew Bible and Classical sources Cushitic or, even better, Indo-European, and thus to had provided numerous targets for the geographic imag- give an eastern boundary to the Semitic languages as a ination. Particularly the latter could be used to confine whole.27 Assyria between the Tigris in the East and the Median Against this background, Hommel could most eas- Zagros in the West, between the Armenian highlands in ily insert Akkadian into the linguistic geography of the the North and Babylonia and the Susiana in the South.22 Middle East by again mapping the historical sources 18 See the comments in Petermann 1862, citing reports by William K. Lof- ward as described in Bahrani 2006, 50. tus and Jules Oppert, and Hilprecht 1903, 62 on the “great influence 25 Kiepert 1848, 2; see also Renan 1855, 2. which these maps exercised upon future archaeological research”. 26 See, for example, the comments in Schlözer 1781, 121 on the identity of 19 Lameli 2010, 567–571. Reflections on more recent developments, with Chaldeans and Kurds; and Schlözer 1781, 165, and Michaelis 1786 on the particular regard to shifts from print to digital formats, are offered in Slavs. Michaelis’ argument, to which Adelung 1806, 314–327, responded Labov and Preston 2013. in detail, was largely based on the suggestion that the -sar- in both the 20 Muenster 1544. royal name Ναβονασσάρου heading the Ptolemaic Canon and the Bib- 21 Klaproth 1823, vii: “die Verwandschaft und den Ursprung der verschiede- lical Nbukadressar be interpreted as the etymologically Slavic king of ¯ ¯ ¯ ˙˙ nen Voelker der Erde”, citing Leibniz as inspiration. kings, the Tsar (or “nebu godnoi Tsar, coelo dignus princeps”). Henry C. 22 See the sources cited in the entry on ‘Assyria’ in Kiepert 1855, 874. Rawlinson’s 1853 position on the Scythian or ‘Median’ of the Bisutūn 23 Voigt 1987, 1–2. trilingual is discussed in detail in a letter from Alexander von Humboldt 24 Schlözer 1781, 161, discussed again in Johann C. Adelung’s Mithri- to Carl Ritter in the same year, edited in Päßler 2010, 133. dates (Adelung 1806, 300): “Sie theilen sich in drey Haupt-Dialecte, den 27 Renan 1855, 39: “Élam, Assur, Arphaxad, Lud et Aram, ce dernier seul Aramäischen in Norden, den Cananitischen in der Mitte, und den Arabis- est sémitique dans le sens linguistique du mot […] Assur est couschite chen in Süden […]” As noted in Baasten 2003, the Table of Nations had et indo-européen […].” The identification of Assyrian as ‘West-Arisch’ or already served Leibniz as a model for classifying languages in 1710. The Medo-Persian is shared in Kiepert 1848, 3. On the role of race in relation familial relationship of the Semitic languages had been noticed much to language in Renan’s writings, including a review of Edward Said’s crit- earlier; see Bobzin 2010, 361. On geographical interpretations of Gen 10 icism, see Priest 2015. As shown in Bobzin 2010, Renan’s linguistic con- see most recently Gzella 2013 and Wiedemann 2014. Even in the 19th tributions to Semitic Studies were overall negligible, particularly since century, the equation of race and language was thus not as straightfor- the grammatical part of his work was never published. 172 mapping the linguistic landscapes of mesopotamia onto the Oriental present.28 Since the publication of both form and content34 (Fig. 1). The map color-codes Eberhard Schrader’s Die assyrisch-babylonischen Keilin- the regional distribution of six Semitic languages or schriften in 1872, the Assyrians and Babylonians had language groups (Akkadian, Phoenician, Hebrew, Ara- become incontrovertibly assigned to the East Semitic maic, Arabic, and the South Arabian languages) on a branch.29 Hommel thus conceived his work foremost grand scale, together with Egyptian, Libyco-Berber, and as an Assyriological answer to Ernest Renan, meant to Cushitic.35 Phoenician occupies most of the Levantine update the Semitic narrative through the evidence pro- coast, roughly from modern Tripoli to Gaza, while He- vided by the decipherment of cuneiform.30 The gen- brew occupies a small inland island. The rest of the eral borders, however, were largely identical to Renan’s. region from modern Gaza and up to Iskenderun on The banks of the Tigris, which had formerly provided the coast and inland is filled by Aramaic. Compared the eastern boundary of Renan’s Semitic, now formed with Hommel’s map, borders assigned to individual lan- the division between Aramaic and Akkadian.31 As the guages shift only slightly. The border between Aramaic Semitic languages were extended to the Zagros, the ge- and Akkadian is moved farther west towards the Middle ography of Assyria and Assyrian, Babylonia and Baby- Euphrates, approximately to the border between mod- lonian became coterminous. The established linguistic ern Syria and Iraq. In the accompanying text, the ge- connection of Assyrian and Babylonian drew the final ographic extent is explicitly defined not in linguistic boundaries on the map down to the Persian Gulf in the terms, but with reference to political history: the Mid- South and to the Middle Euphrates in the West.32 dle Tigris and the Lower Euphrates are the seats of Akka- By the time Meillet and Cohen’s Langues du Monde dian, Babylonian, and Assyrian states.36 Faced with the was published, the need for and usefulness of language problem of inserting the burgeoning Akkadian evidence maps was generally accepted.33 Maps of the Ancient into the linguistic map of the Ancient Near East, Hom- Near Eastern languages, however, had changed little. mel and Meillet and Cohen chose to give primary weight Though separated from Hommel’s map by over forty to the presumed political boundaries of Assyria and years, the first edition of Meillet and Cohen’s Les Langues Babylonia. In depicting languages as discretely bounded du Monde includes as a separate plate, pl. 2A, a map la- spaces, both maps take recourse to the territorial model beled as an “Essai de carte du chamito-sémitique au 5e of the nation-state. siècle avant J.C”, which echoes Hommel’s depiction in 28 The entry for ‘Babylonia’ in Kiepert 1855, 1034, for example, equates the of collecting data, not the method of mapping. boundaries of the region with contemporary ‘Irak Arabi’ before jumping 34 Meillet and M. Cohen 1924, pl. 2A, reprinted in the second edition to a discussion of Strabo and Ptolemy’s Geography. The equation was (Meillet and M. Cohen 1952) as an inset on pl. III, together with the further supported by the religious association of the modern Christian “Langues chamito-sémitiques au XXe siècle”. The map is reprinted in D. Chaldaeans and Assyrians with their homonymous antique and classical Cohen and Perrot 1988, facing p. 1, as a black and white line drawing. predecessors, summarized in Murre-van den Berg 2009, 159–160. 35 Even before Hommel’s publication, Friedrich Müller had merged 29 Schrader 1872, 189–195. See Schrader 1872, 315, and Hommel 1892, 107, the Semitic and Hamitic branches into the Hamito-Semitic (later on the term ‘East Semitic’ as well as the discussion in Brockelmann 1908, Afro-Asiatic) language family; see, for example, Müller 1877, 235, on 6. Hausa; and the discussion in Brockelmann 1908, 3. Heinrich Berghaus’ 30 See the remarks in Hommel 1883, 4. Hommel thus continued the eman- Physikalischer Atlas, originally intended to illustrate Alexander von Hum- cipation of both Semitic Studies and Assyriology from the tradition of boldt’s Kosmos, included in its 3rd edition a map of Die Sprachen der Erde Philologia Sacra described in Bobzin 2010 and Gzella 2013. bis um 1890 by Georg Gerland (Gerland 1892). Gerland’s map includes a 31 Hommel 1883, 17, defines these as “natural boundaries” (“natürliche large bounded area for the Semitic-Hamitic languages from North Africa Grenzen”). See p. 19–20 on the boundaries of Assyrian in particular and to the Zagros, though an inset gives a considerably more complex picture cf. Renan 1855, 39, on “les bords du Tigre” as a “grand mélange des races for Ethiopia. Historical references are largely confined to hatching indi- sémitiques, couschites, ariennes et peut-être touraniennes […]”. cating migrations, including “Sprachen, durch Einwanderung verbreitet, 32 See the overview of Akkadian dialects in Hommel 1883, 14–16. Hom- mit Zurückdrängung (Aufsaugung) anderer Völker und Sprachen” and mel’s proposed boundary between Assyrian and Babylonian was located “Direct übertragene Sprachen: auf sprachlich verwandte Völker”. The lat- with remarkable precision between the 35th and 36th parallels north (p. ter is used only for Egypt and the African litoral: Arabia, Mesopotamia, 20). and the Levant are shown as historically stable, that is, Semitic. The map 33 As described in Behnstedt and Woidich 2013, 306–307, Gotthelf is otherwise notable for including typological categories such as inflec- Bergsträßer’s Sprachatlas von Syrien und Palaestina (Bergsträßer 1915) had tion or grammatical congruence. begun the modern tradition of mapping Semitic dialects by tackling the 36 Meillet and M. Cohen 1952, 101. The region between the Tigris valley complex web of Arabic dialects. Even his harshest critics, such as Alois and the Zagros, for example, already hosts “un état semitique” ca. 2400 Musil (Musil 1918, 98–100, cf. Bergsträßer 1922), focused on his methods BC as a predecessor to the Neo-Assyrian empire. 173 christian w. hess Fig. 1 “Essai de carte du chamito-sémitique au 5e siècle avant J.C.”. 3 States, peoples, and movements nia indicating not only the land of Sumer and Akkad but also population groups such as the Gutians (“Kutû”), While Akkadian was inserted into the linguistic land- Kassites (“Kaššî”), and Suteans (“Sutû”).39 scape by recourse to contiguous territory, the works of Similarly, Hommel’s Semitische Sprachen und Völker Hommel and Cohen and Meillet also continue another pairs the language map at the end of the volume with a tradition of earlier works on language geography: the physical map of the Near East indicating geographic re- strong connection between language and ethnic iden- gions, including Arabia and the Syrian-Arabian desert, tity. Klaproth’s Asia Polyglotta had dutifully marked the and political areas such as Media and Elam.40 The area area of Tibetan as the place inhabited by the “Tübeter”, east of the Levant and west of Tigris, corresponding Georgian as the lands of the Georgians.37 Kiepert’s Atlas to the Aramaic of the language map, is filled by the Antiquus fills the “Orbis Terrarum Antiquis Notus” not ‘Aramæer’ (“Arameans”). Meillet and Cohen illustrate only with the sites, regions, and borders of large territo- the description of the older Semitic languages with an- rial states and empires, but color-coded speaker groups other map labeled “Pays et Villes dans l’Antiquité”.41 The filling vast areas: red for the Gentes Aricae and blue for line drawing shows coasts and major rivers. Instead of the Gentes Semiticae.38 Friedrich Delitzsch’s Wo lag das languages, however, the map labels individual towns Paradies? (1881) was accompanied by a map of Babylo- and a few larger areas: Cappadocia, Mesopotamia, the 37 See the discussion in Lameli 2010, 570. 40 Hommel 1883, map facing title page. Hommel’s own Geschichte Baby- 38 Kiepert 1869, pl. 2. A third group, the Reliqua Hominum Coloris Albi (!), loniens und Assyriens, a work very much concerned with the long-term occupies most of the African litoral as well as Spain and parts of the succession of languages and cultures, included only a modified version of Caucasus. Kiepert’s detailed physical map (Hommel 1885). 39 Delitzsch 1881, map facing p. 346. 41 Meillet and M. Cohen 1924, 113. 174 mapping the linguistic landscapes of mesopotamia Syrian Desert, as well as Chaldea, Akkad, and Sumer.42 guages, Meillet and Cohen could depict the spread of The label ‘Sumer’ already implied an approximate dis- Akkadian in the map of Afro-Asiatic languages in Les tribution of Sumerian, ‘Babylon’ suggested a center of langues du Monde by borrowing from the cartographic gravity for the spread of Babylonian. The late start to the grammar of migration. Phoenician originates in the linguistic mapping of the Ancient Near East can be as- Levant, but spreads to northern Africa, with an arrow cribed at least in part to this equation of linguistic and stretching across the Mediterranean and pointing to ethnic identity: “very few people questioned the assump- Carthage. Another arrow lets the South Arabian lan- tion that language group and ethnic group were inex- guages hop across the Red Sea to the Horn of Africa, tricably bonded together”.43 The equation suggests an- while a third moves Akkadian across the Aramaic zones other explanation for the hesitant development of An- into Anatolia.48 The development of Akkadian could cient Near Eastern language maps. As long as place, peo- thus conveniently be defined as “the language of Semites ple, and language were more or less strongly equated, who invaded a land of Sumerian language and civiliza- there was little need to mark them separately. tion”.49 Hommel had thus overturned Renan’s ethnic and A more recent example, published as the “Geo- linguistic identification of the Assyrians while simulta- Chronological Distribution of Akkadian Dialects and neously changing little in his linguistic geography. To of Amorite”, uses much the same imagery to depict explain the sedentary, imperial, and polytheistic Assyr- language movement.50 The maps again depict areas in ians, he turned to the influences of an earlier, non- which Akkadian was attested, but divided diachroni- Semitic predecessor.44 He readily identified these pre- cally, with each miniature meant to represent the area decessors as the Sumero-Akkadians or Proto-Chaldeans, covered during major dialect stages of Babylonian and from whom the Assyrians inherited their religion, cul- Assyrian. Old Akkadian (ca. 2400–2000 BC), applied to ture, and cuneiform writing.45 The necessary conse- all Akkadian dialects of the 3rd millennium, hugs both quence was that the Assyrians and Babylonians together banks of the Euphrates and Tigris as well as the Hābūr ˘ with Assyro-Babylonian were drawn into Renan’s nar- triangle in northeastern Syria. A small branch reaches rative of migration.46 Just as the true character of the from the Euphrates elbow to the Levantine coast, while Semitic peoples was intrinsically linked with their per- southern Mesopotamia, below a line stretching roughly sistent nomadism, most pristinely preserved among the from modern Kūt on the Tigris to Dīwānīya on the modern Arabs, the Assyrians had replaced both the older Euphrates, or beneath ancient Nippur, is left blank, pre-existing peoples already settled in Mesopotamia and presumably for Sumerian. Arrows are used to show their language.47 Middle Babylonian radiating from the Levantine and Based on this strong identity of peoples and lan- Syrian coast to Cyprus, Egypt, and Anatolia. Assyrian 42 The depiction is considerably expanded in detail in the map “Proche- bio 1999 and Bahrani 2006, 52–53. Orient: localisations relatives aux langues anciennes” in D. Cohen and 46 Hommel 1883, 6. Perrot 1988, 30. 47 See Bobzin 2010, 371 on Renan. Delitzsch 1884, 5, offers a clear de- 43 Dalley 1998, 2. Jason Hansen’s recent work on ethnographic mapping in scription of Mesopotamia as a target of linguistic and ethnic migration: the run-up to the First World War clearly shows that scholars of the An- “Darum begegnen wir auf babylonischem Boden auch noch mancherlei cient Near East were certainly not alone in this assumption. See Hansen anderen Völkern und Stämmen, sei es nun dass sie in das Land erobernd 2015 on the complicated relationship of linguistic and ethnic mapping einfielen, sei es dass sie nomadisirend das natürlicher Grenzen ermangel- in Germany in the 19th and early 20th century, particularly the summary nde Land durchstreiften oder auch als sesshafte Einwohner Aufnahme in on p. 27–28. die babylonischen Städte fanden.” 44 Hommel 1883, 12. As pointed out in Bobzin 2010, 375, though Renan’s 48 The use of such movement indicators is sharply reduced on the inset map work was seldom cited directly in the following years, “Viele von Renans in Meillet and M. Cohen 1952 and disappears completely from the modi- Gedanken leben in den Werken seiner Nachfolger wie Nöldeke, Brock- fied map in D. Cohen and Perrot 1988. elmann oder Bergsträsser fort, ohne dass diese Renans Namen immer 49 Meillet and M. Cohen 1924, 92: “la langue de Sémites qui ont envahi un nennen.” pays de langue et de civilisation sumériennes”. Cf. p. 94: “C’est la araméen 45 Sumerian and the Sumerians would later be folded into the same nar- qui s’est substitué à l’accadien comme langue parlée et comme langue ratives of migration cycles in the form of the ‘Sumerian Problem’, first diplomatique.” The revised edition (Meillet and M. Cohen 1952, 100 clearly formulated in a Turkish article by Benno Landsberger in 1944 and and 102) retains the same basic text, though here the Akkadian-speaking reprinted in Landsberger 1974. He stated the problem simply: “At what Semites no longer envahir, but occuper (p. 100). point in this early period, in terms of culture strata, did the Sumerians 50 Buccellati 1997, 8 Map 1; cf. Buccellati 1996, 2, which omits Amorite. enter Mesopotamia?” (Landsberger 1974, 9). See the critical review in Ru- 175 christian w. hess Akkadian, narrowly confined to the Assyrian Heartland, ment played a significant role.55 The history of the An- spreads from this imperial core to Syria and southeast- cient Near East is replete with such episodes, and each ern Anatolia in the Middle Assyrian Period. Later, at the forced or voluntary migration, resettlement, military ex- height of the Neo-Assyrian empire, this spread reaches pansion, or destruction will have affected language as Babylonia as well. West Semitic Amorite, often viewed well. In depicting languages as speech communities with geographically and linguistically as a possible ancestor to well-defined limits, the linguistic maps push the ques- later Aramaic, is indicated solely by arrow lines. Amorite tions of change and interaction towards a specific di- interacts with both Old Akkadian and Old Babylonian rection in which migration and movement are primary by radiating from the Middle Euphrates into the sur- determinants.56 As soon as migration becomes less con- rounding steppes and into the areally bounded, neigh- vincing as an explanation for social and political change, boring states.51 and nomadism less of a cultural and ethnic absolute, the In each case, languages are sifted primarily by eth- models suggested by the maps begin to collapse. nic affiliation, secondarily by presumed state relations. Particular languages such as Sumerian and Akkadian are linked to state formations and assigned a static territory. 4 Problems of scale Subsequent language interaction is relegated to mod- els of invasive population movement, as nomadism and The area maps support an interpretation of language military conquest become the main conduits of linguis- change as an outlier of a well-defined and bounded rela- tic diffusion.52 In the case of Amorite, this interaction tionship of core and periphery. If the Ancient Near East is interpreted as a regular movement of speakers in sea- is to be interpreted as a spread zone, the maps give a con- sonal, semi-nomadic transhumance within and around a crete visual boundary to a monolingual center of gravity semi-territorial state. In the case of Assyrian, the arrows from which language can spread and into which outside on the map represent the sporadic, intentional move- influences can penetrate.57 There is little wonder that ment of warfare, deportation, and resettlement accom- this static view of language as a closed system led the panying the development towards a territorial state and, archeologist Robert McC. Adams to abandon the “lin- finally, an empire in the latter 2nd and early 1st millen- guistic paradigm” in favor of more dynamic landscape nium.53 Linguistic spread is depicted as a natural out- models for settlement patterns, reflecting “shifting, con- growth of this process. verging social and natural circumstances rather than out- The drawbacks of the area mapping represented by growths of possibilities inherent in earlier arrangements the “Essai de carte du chamito-sémitique” and the “Geo- displaying an unfolding internal momentum of their Chronological Distribution” become readily apparent own”.58 As should become clear in the following section, once they are connected with narratives of language the ‘linguistic paradigm’ to which he refers is a particu- change.54 There is no doubt that migration and move- larly poor model for languages as well. 51 More popular examples of this type of marking include the 1959 atlas used to map patterns of transhumance in Buccellati 1990. accompanying Arnold Toynbee’s eclectic A Study of History (Toynbee 53 Behnstedt and Woidich 2005, 37. 1959, Map 16: “The Aegean, Egypt, and South-West Asia on the Eve of 54 This tendency is already seen “from the very beginnings of the develop- the Barbarian Invasions at the Turn of the 13th and 12th Centuries B.C.”). ment of linguistic atlases” (Kehrein 2014, 483). Arameans, Hebrews, and Chaldeans emerge from the Arabian Penin- 55 As noted in Cooper 1973, 241 (cited in Michalowski 2007, 178), language sula along “lines of advance of invading and migrating peoples”. Toynbee change is a relatively slow process, “barring violent incidents, such as 1935, 138 fn. 3 (with reference to Meyer 1928, 7–8) and p. 398, describes wholesale annihilation, deportation, or deliberate suppression”. Cf. Garr the process as the “sudden explosive discharges of Nomad invaders” or 1985, 11, on the problem of “transplanted languages”. as “Nomad outbreaks which have taken their victims as completely un- 56 See Yoffee 1995, 282, on the problem of migration as an explanation for awares as the most malign of the eruptions of Vesuvius”. See also the social and political change. The first explicit challenge to the view of no- “Principal West Asian Languages 1000–1 BC” in Nicholas Ostler’s Em- madism as an absolute contrast to sedentism was provided in Rowton pires of the Word (Ostler 2006, 42), as well as the attempt at mapping Old 1974. Akkadian in relation to Sumerian in Breyer 2014, 19–20. 57 On the notion of the geographic center of gravity, see Nichols 1997, 371– 52 Cf., for example, the definition of Amorite in Buccellati 1997, 9: “the lan- 372. As remarked in Sinopoli 1994, 169, this center “may be defined dif- guage of the rural classes of the Middle Euphrates, which extended orig- ferently depending on variables considered (e.g., economic, political, or inally to the steppe and began towards the end of the 3rd millennium to ideological)”. migrate towards southern Mesopotamia”. The same visual grammar was 58 Adams 1981, xviii. 176 mapping the linguistic landscapes of mesopotamia The limits of the types of area maps described above cities where Akkadian peoples are attested in the 3rd mil- emerge most clearly when attention turns not to the lennium BC, cities where Akkadian and West Semitic individual languages, but to the modes of interaction peoples are attested together in the 2nd millennium, and among them. In defining the language boundaries in cities where West Semitic peoples are attested in the 1st the Ancient Near East, the area maps not only assign a millennium.62 A number of further symbols indicate the bounded territoriality to the individual languages, but diachronic and synchronic relationships among the lan- also define the areas of interaction where language con- guages. The relationship between Akkadian and Amor- tact should have taken place, at least initially. In Meil- ite (labelled as ‘tribes’) in the 2nd millennium is sug- let and Cohen’s area map, the modern border between gested by a word label for the latter – Амореи in Fig. 2 Syria and Iraq is roughly equal to the boundary be- – which arcs from the western Syrian Orontes river to tween Aramaic and Akkadian, while the steppes and southern Mesopotamia. Boundaries of the first half of desert south of the Euphrates represent the boundary the 1st millennium are indicated separately for each lan- between Akkadian, Aramaic, and Arabic. The Zagros guage. A solid line indicating Aramaic encompasses the again imply a boundary between Akkadian and the Ira- region from northern Syria to the eastern Tigris, down nian languages such as Elamite. The Syrian Ǧazīra, in to the Arabian Gulf and across to the Levant. Within this which Akkadian and Aramaic or otherwise Northwest great circle, simple, diagonal hatching indicates the use Semitic languages intermingled, and the area of north- of Akkadian along the Euphrates and Tigris rivers and eastern Iraq, in which Akkadian interacted with Kassite, up to the Hābūr in eastern Syria. The lower reaches of ˘ Elamite, Hurrian/Urartian, and Persian, become linguis- the Euphrates and Tigris up to the Arabian Gulf are as- tic borders or borderlands.59 As two languages are de- signed to Chaldean, indicated by dotted shading, while picted as occupying distinct areas, as in the maps de- Arabic again pushes up against Chaldean, Akkadian, and scribed above, the line where these areas meet automat- Aramaic from the Arabian deserts. ically becomes an area of linguistic contact.60 Diakonov’s map to some degree follows many of The first significant attempt at addressing the ques- the same conventions described above. The labels largely tion of discrete linguistic boundaries was published in equate peoples and their languages, and reassert the di- Igor Diakonov’s 1967 monograph on the Languages of chotomy of nomadic tribes in contact with city-states.63 Ancient Western Asia (Fig. 1).61 According to the legend The map is remarkable, however, not only for its at- provided, the map depicts the “Semitic languages and tempt at condensing a large amount of relevant infor- peoples from the 3rd to the 1st millennium BC”. “Major mation on three millennia and eight languages into a places” include larger cities such as Babylon (Вавилон) single space, but also for its use of various techniques and the Assyrian capital at Assur (Ашшур). Different in order to convey a sense of common space among markers – an empty square, a filled circle, and a double the peoples and languages in question. Where the “Essai circle, decoded in the legend, see the figure – distinguish de carte du chamito-sémitique” marks fixed boundaries 59 Thus, Parker 2006, 93, notes the influx of resettled population groups aries, in which no spatial contact between linguistic communities can into the Upper Tigris River valley in the wake of the Neo-Assyrian expan- be established. sion, which “dramatically changed the ethnic and linguistic character of 61 Diakonov 1967, 25. Though the work is rarely cited in Ancient Near East- the Tigris borderlands”. ern studies, it is one of the few covering Ancient Near Eastern languages 60 The terminological distinction is taken from Parker 2006. Starting with cited in Johanna Nichols’ Linguistic Diversity in Space and Time and in its the word ‘boundary’ as the most general term, Parker distinguishes ‘bor- breadth and scope seems to have provided a basis for defining the An- ders’ as linear dividers, ‘frontiers’ as zones of interpenetration between cient Near East as a linguistic area. An earlier overview was published in two previously distinct entities, and ‘borderlands’ as the areas in which English as Diakonoff 1965, the importance of which was underscored in various processes may interact “to create borders or frontiers” (Parker Edzard 1967. 2006, 80). Each term refers to a type of geographic space, and can in turn 62 The label identifying major 1st millennium sites explicitly excludes Akka- encompass various other types of boundaries, including geographic, po- dian (“[…] вне пределов распространения аккадцев” “outside the litical, demographic, cultural, and economic, each of which also sub- limits of Akkadian diffusion”). sumes other subcategories. Even where a border exists, it need not func- 63 Cf. Diakonoff 1965, 104 fn. 4, on the “wave-like intrusions of the Semites tion equally for all categories. A border can, for example, be politically towards the North”. Diakonov distinguishes himself from his predeces- fixed, but remain socially or economically fluid. See, for example, Brown sors by presenting the reconstruction of migrations as the result of rather 2013, 103, on the Tūr ֒Abdīn mountains as both boundary and com- than the preface to his linguistic discussion. ˙ munication. Dinkin 2013, 4–5, also adds the category of null bound- 177 christian w. hess Fig. 2 ‘Semitic languages and peoples from the 3rd to the 1st millennium BC’. between Akkadian and Aramaic, Diakonov’s “Semitic tirely, as interaction between Akkadian and Aramaic is languages and peoples” has both Akkadian and West set across almost the entire space in which Akkadian is Semitic Aramaic occupying much of the same space. Par- attested.64 In this way, the map leaves ample room for ticular cities, especially in the 2nd millennium, are high- the long-term bilingualism postulated for Sumerian and lighted as points of contact between Akkadian and West Akkadian as well as Akkadian and Aramaic.65 Semitic. Diakonov’s map thus not only directly contra- One way to interpret the change in mapping is sim- dicts but negates the boundaries set by earlier maps en- ply as a problem of scale, both of geography and of 64 The same essential picture is also provided by overviews of language use to describe intensive language contact between Sumerian and Akkadian, in the 1st millennium, as, e.g., in Faist 2003 or Fales 2007. and Fales 1986, 44, Kaufman 1989, 97, and Lemaire 2008, 87 on Akka- 65 See Kraus 1970, 99, Cooper 1973, 240, and Hallo 2006, 87, on ‘symbiosis’ dian and Aramaic, and cf. Goedegebuure 2008 on Luwian and Hattian. 178 mapping the linguistic landscapes of mesopotamia data.66 Geographically, all of the maps mentioned so in modern Syria, Alalah and Hattuša in modern Turkey, ˘ ˘ far were meant to illustrate or supplement an historical and the 18th Dynasty Egyptian capital at Amarna. The narrative and depict the area in broad strokes. All but distribution of individual features is then represented on a few of the maps lack even a bar scale or lexical scale. eight individual maps.69 “Carte VI: Le sort de -w- ancien The second edition of the “Essai de carte du chamito- intervocalique”, following p. 241, is a representative ex- sémitique”, for example, is relegated to an inset to a map ample (see Fig. 3). The loss of phonemic /w/ is gener- scaled at 1:30,000,000. At the same time, from the stand- ally seen as a distinguishing feature of the shift from Old point of the data used, all of these maps depict the pres- to Middle Babylonian as well as Old to Middle Assyrian ence of a given language as a whole. None draw a dis- after the end of the Middle Bronze Age.70 The discus- tinction between the types of data, from personal names sion that precedes the map established four different re- to individual genres to individual grammatical features, sults of this shift, divided into four different areal types. which have played such a large role in discussing lan- In the majority of attestations from Egypt and from As- guage shifts. Viewed as large-scale processes, these de- syria in northern Mesopotamia, /w/ either did not shift pictions leave little room for more detailed reflection on at all or, in the case of Assyria, shifted to /b/. In north- linguistic boundaries. Diakonov’s map begins a shift in ern Syria between the Euphrates and Hābūr, in Ana- ˘ focus from large-scale regions to either specific areas or tolian Hattuša, and in the Levant, west of the Orontes ˘ individual sites. river, /w/ most often changed to /m/. In Syria east of The issue of scaled boundaries is raised more clearly the Orontes, on Cyprus, and in Palestine, no shift from by the maps accompanying Guy Jucquois’ Phonétique /w/ to /m/ seems to have taken place at all. The pattern comparée des dialectes Moyen-Babyloniens.67 The map repre- matched that of Middle Babylonian in southern Meso- sents one of the few attempts at mapping not individual potamia only in Tyre (Lebanon), where intervocalic /w/ languages, but dialect features. The problem is framed by consistently shifted to /m/. the spread of Akkadian throughout the Near East in the Of particular interest is the way in which the avail- Late Bronze Age, in the second half of the 2nd millen- able sources from specific points are extrapolated to de- nium BC, when Akkadian served as a diplomatic and ad- rive areas (see Fig. 3). Looking at the sources used, rep- ministrative language within the system of great powers resented on the map by individually numbered sites, which dominated relations with one another and with the Levantine coast is represented by texts from Tunip, their numerous vassals. Considerable differences have Ugarit, and Amurru (Qatna). Northern Syria is covered ˙ been observed among the local dialects of Akkadian used by the texts from Mittani, Anatolia solely by the Hit- in the various centers, which can be attributed partially tite capital at Hattuša, Northern Mesopotamia and the ˘ to varying local traditions of writing, including various eastern Tigris region by Assur and Nuzi. Finally, all of continuations of Old Babylonian practice, and partially Egypt is represented by the texts from Amarna. Both here to substantial influence from diverse substrates.68 and in the other maps in the volume, these individual In order to establish patterns of traditions, Jucquois areas are further grouped according to substrate influ- begins by identifying the major urban centers in which ences.71 Sources from individual sites are seen as repre- Akkadian texts are attested, including Ugarit and Qatna sentative for larger areas. In contrast to the broad areas ˙ 66 The term ‘scale’ has traditionally served as a fundamental organizing Moran 1992, xviii–xxii; Mynářova 2007, 40–52; van Soldt 2013. principle for understanding geographic patterns, understood here as a 69 Keys to the individual maps are given in an appendix in Jucquois 1966, “nested hierarchy of differentially sized and bounded spaces”, following 316–317. Cf. the point overlap with the two maps of regional, urban cen- the consensus definition in Marston, J. P. Jones, and Woodward 2005, ters in the Late Bronze Age before and after ca. 1340 BC in van Soldt 416–417, with reference to Taylor 1982 on world, state or nation, and city 2013, 23. as three fundamentally distinct scales of political geography. Cf. the re- 70 Cf. the varying interpretations in Knudsen 1989–1990, 75–77, Edzard cent overview of various definitions in Lloyd 2014. The notion of scale 1994, and Streck 2011, 374. has been variously applied to Ancient Near Eastern Studies, as, for exam- 71 Note, e.g., the north/south pattern in the confusion of masculine and ple, Glatz and Plourde 2011, 38 on the “scale of political interaction” in feminine gender, attributable to Hurrian influence in “Carte II”, in Juc- the placement of public monuments. quois 1966, following p. 88. A summary of features attributable to indi- 67 Jucquois 1966. vidual substrate languages is given in Jucquois 1966, 294–295. 68 See, for example, the overviews of peripheral Middle Babylonian in 179 christian w. hess Fig. 3 “Carte VI: Le sort de -w- ancien intervocalique” established by the “Essai de carte du chamito-sémitique” As in previous studies, the goal is to resolve features into (Fig. 1 above), however, the linguistic boundaries in Juc- linguistic areas or dialect clusters, with solid lines indi- quois’ feature maps shift the focus to localized networks cating linguistic boundaries, dotted lines encircling lin- of language use, closely linked to individual centers to- guistic islands which display features in common with gether with their rural hinterlands. areas beyond their immediate neighbors. Again, the maps are confronted with the problem of the concur- rent use of several languages or dialects in a single place: 5 Artefact mapping and the linguistic Akkadian and Aramaic in Tall Fahīrīja; Phoenician and ˘ landscape Hittite in Karatepe; Phoenician, Aramaic, and Sam ֓alian in Sam ֓al.73 Numbers index the co-occurrence of com- As Jucquois’ maps make clear, the ways in which scale peting features within a city.74 is chosen also serve to reconfigure the way language Later maps show scalar distinctions ranging from boundaries are drawn. This same principle underlies W. larger regions to points derived from individual texts. Randall Garr’s Dialect Geography of Syria-Palestine, which As noted above, Buccellati had defined the relationship picks up a few hundred years after the point where Juc- between Akkadian and Amorite as a dimorphic oppo- quois’ Phonétique comparée leaves off, covering much the sition between urban and rural. Addressing the same same area.72 The maps are again centered around indi- problem of Amorite presence in Mesopotamia, Michael vidual cities, reflecting the individual inscriptions, per- P. Streck divides the region into four distinct areas.75 sonal names, and, to a more limited degree, place names. Differently weighted shading of each area represents the 72 Garr 1985. <s> and <q> both vary as reflex of /s/ (d). On prestige as a motivator ˙ ˙ ˙¯ 73 Garr 1985, 12. for language shifts at Sam ֓al, see Gzella 2015, 77. 74 See the map of “The correspondences of *d,” Map 2 in Garr 1985, 25, 75 Streck 2004, 336. marking Arslan Taş, Sam ֓al, and Ekron as˙cities in which orthographic ¯ 180 mapping the linguistic landscapes of mesopotamia relative percentage of Amorite in relation to Akkadian forms of material culture, was increasingly understood personal names. Such contiguous areas have then occa- as neither a necessary nor sufficient criterion of ethnic- sionally been interpreted as dialect continua, chains of ity: “[…] it is merely one parameter, among many oth- dialect areas in which each dialect shares individual fea- ers, which may manifest different variations in different tures with its direct neighbors, with progressively greater settings.”81 While the two were still closely linked, they differences correlated with distance.76 Streck’s depiction were no longer automatically identical. of the area of Isin as a linguistic island of Sumerian The regressively scalar view of individual areas within a more heavily Amorite environment shows that negates the clear regional divisions of earlier maps. this pattern of contiguous progression is certainly not Divorced from the strong equation of language as a obligatory. Jucquois’ depiction of Tyre provides another primary marker of ethnicity, the maps naturally raise good example of non-contiguous relationships. Instead the question of how the languages are to be under- of forming a direct boundary with its neighbors, the city stood. Given the long-term trends implied by a spread shares features otherwise found predominantly in south- zone, how should the co-existence of multiple languages ern Mesopotamia.77 within a shared geographic space be interpreted? The im- Both Jucquois’ and Garr’s maps address the problem plicit premise of dialect geography in the Ancient Near of feature variation within an inherently multilingual East has been that the presence of a language at a particu- environment. Jucquois’ work begins with the premise lar place primarily serves as an indicator of a socially and that the Akkadian described was not that of native speak- geographically constrained dialect. After separating liter- ers, but “des indigènes ou des scribes asianiques ou hour- ary texts as a distinct sub-group within the corpus, the re- rites ‘importés”’, functionally distinguishable from the maining sources from each center or urban area are syn- language of the individual areas.78 Though none of these thesized as reflections of local language use. Variations other languages are included in the maps, the study thus within the dialects are then examined to determine pos- moves not only from the regional to local scale, but sible centers of innovation with regard to later dialects.82 from mapping of exclusive dialect to language use. As Language shifts, however, also entail a shift from pri- the racial and ethnic associations of the 19th and earlier mary language to other uses. None of these languages 20th centuries were abandoned, the strong equation of simply disappears. The spread of both Akkadian and language and ethnicity also began to dissolve as well.79 Aramaic as a lingua franca in the latter half of the 2nd Govert Van Driel’s 2005 review of ethnicity in Assyrio- millennium and throughout the 1st millennium, respec- logical studies reached the conclusion that language may tively, involves secondary language use where language still serve as a “prime indicator of ethnic identity”, but and ethnicity are entirely separate.83 The same issue is also a “highly problematic one”.80 Language, much like 76 Downes 1998, 18, Chambers and Trudgill 1998, 5–7. In other words, terns within the confines of a single urban space. proximity along the continuum is correlated with mutual intelligibil- 78 Jucquois 1966, 8. ity. The concept was applied to Amorite in Albright and Lambdin 1970, 79 See Yoffee 1995, 290, and the summary remarks in Pollock 1999, 167, 136, discussing types of language relationships, and to the Semitic lan- on the role of language and ethnicity in the “Sumerian Problem”; and guages of Syria-Palestine in Garr 1985, 204–240 (see now Gzella 2015, cf. the overview in Bahrani 2006 on the history of race and ethnicity in 48–49). See more recently Durnford 2013, 63, on Anatolia; Rubio 2006, Mesopotamian studies. 112, and Kouwenberg 2010, 21, on Akkadian; Michalowski 2007, 165, 80 Van Driel 2005, 4. on Sumerian and southern Mesopotamia; Izre ֓el 2012, 203, on Canaano- 81 Hall 1997, 177. See also the similar point made in Bagnall 1993, 230, on Akkadian. Egypt in Late Antiquity, and cf. the remarks in Fales 2013 on the Neo- 77 The status of the Akkadian in Tyre with respect to the other Canaanite Assyrian empire, with additional references. cities is also treated in Rainey 1996, 21, on nasalization of geminated 82 See the critique of method in Sommerfeld 2012, 265. consonants and p. 91 on the use of “Akkadian forms (without WS pre- 83 The suggestion of alloglottography, “writing a text in a language different fixes), a practice typical of the Tyrian correspondence on the whole”. Garr from the language in which it is intended to be read” (Rubio 2007, 8), 1985, 229–230, had already noted the difficulty in fitting the later posi- stands at the extreme end of this spectrum. This interpretation has been tion of Hebrew, Edomite, Old Byblian, and Sam ֓alian into a neat dialect proposed for both Akkadian in the 1st millennium (Rubio 2007) and in continuum of Syria-Palestine. Cf. also Sallaberger 2011 on the southern the West in the Late Bronze Age (von Dassow 2010), as in the situation Mesopotamian settlement of Garšana as an essentially Akkadian enclave depicted by Jucquois. See, most recently, the arguments against this in- in the Sumerian South. At the most detailed level, Wilfred van Soldt’s terpretation of the Late Bronze Age dialects in Canaan in Izre ֓el 2012. study of the Akkadian of Ugarit examines language across individual Taken at face value, the interpretation as alloglottography essentially pre- archives in a city (van Soldt 1991). Though no maps are included in the cludes the possibility of the sort of bi- or multilingualism such as that, volume, van Soldt at least opens the possibility of mapping language pat- 181 christian w. hess raised by the presence of official or literary languages personal names had already introduced the use of statis- and local dialects in both the Old Akkadian period (offi- tical weight in defining areas. Sallaberger again connects cial Sargonic Akkadian vs. local dialects) and 1st millen- each point with quantitative information. The propor- nium Babylonia (Standard Babylonian vs. Neo- or Late tional weight of personal names at each point is rep- Babylonian).84 In each case, they represent a more re- resented in the form of a bar graph next to individual stricted form of co-existence in which particular forms cities.90 of a language are conditioned by use, possibly confined A growing number of maps addresses the evidence to scribal or political elites.85 In each case, language is at the smallest scale by mapping individual artefacts.91 viewed less as the sum of its dialects, and more as a re- Garr’s Dialect Geography often derives point data from flection of a multitude of ideological, political, and so- individual texts. The features from Tall Fahīrīja, for ex- ˘ cial uses.86 As Garr observes: “It is unclear, then, whether ample, are largely taken from a single bilingual statue. native speakers were multilingual or whether only the At the smallest scale of inquiry, maps record the pres- scribes were versed in different speech forms.”87 ence of an artefact connected with a specific site, ei- The diachronic series of maps in Walther Sal- ther an inscription, a tablet, a monument, or a rock re- laberger’s investigation of the language death of Sume- lief. Ariel Bagg’s recent monograph on the geography rian begins with a similar problem in tracing the rela- of the Levant in the early 1st millennium BC includes tionship between Akkadian and Sumerian (see Fig. 4).88 a map of stelae and rock reliefs.92 Claudia Glatz and The succession of maps on the Old Akkadian, Ur III, and Aimée M. Plourde, arguing for the use of stone mon- Early Old Babylonian periods is embedded in a discus- uments to mediate territorial claims, map the distribu- sion of the “tipping point” in the shift from Sumerian tion of monuments across the landscape of Late Bronze to Akkadian as the dominant language and used to sup- Age Anatolia.93 A few of these maps further correlate port an interpretation both of long-term bilingualism artefacts with language. Mario Liverani and Lucio Mi- between the two and of a late Early Old Babylonian date lano’s Atlante storico, Tav. XV maps the distribution of in- for the death of Sumerian.89 The landscape itself is of sec- scriptions throughout the Near East in the Late Bronze ondary interest: the Euphrates and Tigris are marked, as Age.94 As explained in the legend, different icons ex- well as individual urban centers, but little else. Each cen- plicitly connect these with linguistic information: hol- ter is marked as a point where larger collections of arte- low circles mark a “pre-Akkadian Semitic inscription” facts rather than single inscriptions are attested. Data are (“iscrizione semitica pre-accadica”), filled circles mark included for Sumerian, Akkadian, and “other”, focused an “Akkadian inscription” (“iscrizione accadica”), filled on the evidence provided by the linguistic affiliation of stars mark the site of a Sumerian text (“iscrizione sumer- personal names. Streck’s maps of Amorite and Akkadian ica”), and hollow triangles mark the site of a Hurrian text for example, described at Garšana at the end of the 3rd millennium in 91 Meillet and M. Cohen 1924, 299 also includes a map on the “diffusion Sallaberger 2011. approximative des noms asianiques” which marks the location of indi- 84 Cooper 1999, 69; Sommerfeld 2012, 200; Beaulieu 2013, 359. The distinc- vidual monuments. Artefact mapping is discussed in Orton and Hughes tion also underlies the map of “Standard Babylonian” in Buccellati 1997, 2013, 238, in terms of “a hierarchy of increasing information content” 8 Map 1. in point-pattern analysis. Cf. the basic distinction of “display maps” and 85 At the other end of the spectrum is at least temporarily stable bi- or mul- “interpretive maps” drawn in Chambers and Trudgill 1998, 25. tilingualism, in which both languages share the same space over a pro- 92 Bagg 2011, Karte 3.7: Stelen und Felsreliefs. longed period, argued separately from different perspectives for Sume- 93 Glatz and Plourde 2011, 34. See the similar maps of landscape monu- rian in Woods 2007 and Sallaberger 2004. Cf. the summary of the issues ments in Glatz 2009, 137, and Harmanşah 2013, 51. The recent volume involved in Black and Zólyómi 2007, 10. Kouwenberg 2010, 9, also as- on History and Philology, published as part of the project on Associated Re- sumes a “prolonged period of bilingualism” for Akkadian and Aramaic. gional Chronologies of the Ancient Near East, includes numerous maps mark- 86 Hilgert 2003. ing the distribution of texts. The separate notation of tablets written in 87 Garr 1985, 12. the official ductus (“palaeography”), as in “Map 8: Early Sargonic empire: 88 See, for example, Sallaberger 2004, 116. Sargon, Manishtushu, Rimush I” (Sallaberger and Schrakamp 2015, 106), 89 The notion of the ‘tipping point’ of Sumerian, in which an historical is embedded in the discussion on chronology and makes no explicit ref- event serves as the catalyst for change in an otherwise stable linguistic erence to language, but moves the discussion closer to the distinction of equilibrium, is discussed in Michalowski 2007, 178–179. official registers of language use argued in Sommerfeld 2012. 90 Note a similar mapping of weighted artefact presence in Steele 2013, 20 94 Liverani and Milano 1992, Tav. XV (“Bronzo antico: Testimonianze epi- Map 1, “Distribution of Cypro-Minoan on Cyprus”, in which numerals grafiche e altri reperti”). index the number of inscriptions at a particular site. 182 mapping the linguistic landscapes of mesopotamia Fig. 4 Relative distribution of Sumerian, Akkadian, and ‘other’ personal names from the Ur III period. (“iscrizione hurrita”). Further markers differentiate ma- of extrapolating linguistic areas persists. However, all terial forms of the inscriptions, including tablets, seals, of these maps bring the basic, underlying evidence into statues, bricks, and pottery.95 sharper focus. The regression from interpretive to small-scale dis- play maps can be seen as a focused response to a land- scape of variation.96 Garr focuses on individual points to 6 Conclusions establish a clearer sense of boundaries and dialect areas. Sallaberger maps language relations at individual points The history of mapping has often been described as a to clarify the diachronic and areal nature of a language progressive move towards greater accuracy and preci- shift.97 As soon as static assumptions of primary, areal sion.99 For the 19th century, this precision was expressed dialect are no longer self-evident, the discussion moves by a growing reliance on cartographers such as Kiepert. towards the marking of material and immaterial objects For most recent studies, this precision is reflected in the as constitutive elements of the linguistic landscape. In- tendency towards precisely marked point data. The maps stead of markers of ethnicity or primary language, arte- reviewed above suggest that while the drive towards pre- facts and personal names become public expressions of cision is essential, the underlying questions and models language and linguistic identity.98 The basic problem of linguistic geography are equally important. 95 Other examples include Oettinger 2002, 55 in an exhibition catalogue Sprachatlas of 1878 was similarly devoted to an area known for a great on the empire of the Hittites, who anticipates the maps in Glatz 2009 by degree of dialect variation. mapping the point distribution of Hittite cuneiform tablets and Luwian 97 See Sallaberger 2004, 112–113, and Sallaberger 2011, 336, on the advan- rock inscriptions. Colored shading and outlines denote political bound- tages and disadvantages of using personal names instead of texts as ev- aries within the same area. Stephen Durnford applies different icons to idence for language change in aggregate. Cf. Woods 2007, 97–100, and distinguish monuments inscribed with Lydian, Lycian, Carian, and Pam- Fales 2013, 50–53, on the limits and possibilities of personal names as phylian (Durnford 2013, 56). data for Sumerian and for Neo-Assyrian, respectively, as well as the skep- 96 The problem of variation also motivated Bergsträßer’s Sprachatlas von tical remarks in Michalowski 2007, 179. Syrien und Palaestina (Bergsträßer 1915). As noted in Lameli 2010, 577, 98 Hélot, Janssens, and Barni 2012; Ben-Rafael, Shohamy, and Barni 2010. and Kehrein 2014, 480, Georg Wenker’s groundbreaking German 99 Crone 1953, xi. Cf. the same essential argument in Eckert 1921–1925. 183 christian w. hess Abandoning the static linguistic views criticized by sions on other boundary types indicates that more finely Adams naturally raises the question of which models grained depictions would contribute to solving some should replace them. The continuing lack of models of the issues raised by Diakonov’s map.107 Buccellati’s in Ancient Near Eastern Studies to describe histori- depiction of territorially bounded Akkadian and mo- cal processes of transfer, adaptation, and diffusion cer- bile Amorite suggested a more local interaction between tainly applies to language as well.100 Though the pre- urban and rural hinterlands.108 Similarly, in defining ceding remarks have only touched on demographic, cul- 1st-millennium Babylonia as a single, integrated eco- tural, and economic factors, any fuller description of nomic space, Michael Jursa highlights the presence of the relationship also has far-reaching implications for an “interregional system of communications”, in which broader questions of language contact and change.101 As each major city acted as “the focus of a local net- has long been recognized, “political, economic, cultural- work governing the movement of people and the flow religious, and military factors” can all affect the way lan- of goods”.109 Each urban hub in turn controlled sub- guage spreads.102 William Labov, for example, observes sidiary, local networks of rural settlements, agricultural that communal dialects also imply a set of “well-defined and pastoral land, including ‘tribal’ areas dominated by limits, a common structural base and a unified set of so- Chaldeans and Arameans. The network thus also gen- ciolinguistic norms”.103 Similarly, Labov highlights the erated a dynamic of localized center – periphery rela- long-term modes of transmission (“native-language ac- tions between the urban centers and rural hinterlands. quisition by children”) and diffusion (adult language Regional economic geographies can be distinguished contact) as a model for overcoming the wave models. In through the ways in which individual agents exploited, discussing the distinction of “localist” and “distributed” invested in, or otherwise engaged with these economic language strategies, David W. Anthony notes the corre- resources. Parker’s distinction of geographic, political, lation with the “underlying ecology of social relation- demographic, cultural, and economic boundaries both ships,” including the relative weakness or strength of eco- draws attention to different types of interaction associ- nomic and social ties.104 All of these issues affect the way ated with each domain and renews the discussion of the Ancient Near Eastern languages are related to linguistic possible relationships among them.110 A cursory glance space and offer new perspectives on the way linguistic at the dialect geography of the modern Near and Mid- mapping is conceived.105 dle East is instructive. The isolated city dialect of Dēr ez- While both the work of Hommel and that of Meil- Zōr in Syria, the communal dialect of the former Jew- let and Cohen relied to some degree on the equation ish community of Baghdad, and the distribution of the of presumed natural, geographic and linguistic bound- Bedouin and sedentary dialects of Arabic suggest various aries, a closer examination of the geography of Syria patterns of geography at different scales.111 All suggest and Iraq has heavily revised the view of both territories possible configurations for the languages of the Ancient as a largely open and undifferentiated space.106 Discus- Near East as well. 100 See the remarks in Cancik-Kirschbaum 2013, 103 n. 1. and the desert steppes (Wirth 1971, 361–449). 101 See the observations in Huehnergard 1996, 267–271. 107 Cf. the criticism of method applied to the mapping of Assyria as a territo- 102 Garr 1985, 235. rial state in Brown 2014, 93. 103 Labov 2010, 309. 108 Cf. the differentiation of linguistic landscapes in recent discussions on 104 Anthony 2007, 115. late 3rd millennium Garšana (Sallaberger 2011) and early 1st millennium 105 See Labov 2010, 307, on the distinction between transmission (“native- Dūr-Katlimmu in Syria (Röllig 2014). language acquisition by children”) and diffusion (adult language contact) 109 Jursa 2010, 754. The description recalls the political model of the close- as long-term modes of interaction; see also the discussions in Hall 1997, meshed network proposed in Liverani 1988 to explain the development 162–170, and Versteegh 2013, 78, on the competition of family tree and of the Neo-Assyrian empire. wave models. 110 The place of language, variously relegated to a subset of either demo- 106 Eugen Wirth’s Agrargeographie des Irak, for example, distinguishes graphic (Parker 2002, 391) or cultural boundaries (Parker 2006, 87), re- geographically among at least eighteen different geographic zones mains problematic. (“ländliche Kulturlandschaften”), based on a wide range of factors from 111 See, e.g., the classic study of Blanc 1964 on Jewish Arabic in Baghdad; Jas- elevation, types of cultivation, animal husbandry, precipitation and irri- trow 1978, 26 on Dēr ez-Zōr; or Owens 2006, 243, on Bedouin vs. seden- gation patterns to patterns of land tenure (Wirth 1962, 127–184). Based tary dialects. As indicated in Palva 2009 or Versteegh 2010, these patterns on similar criteria, he divides Syria into seven geographic zones, includ- are by no means uncontroversial. ing the Mediterranean littoral, the agricultural plains of the Northeast, 184 mapping the linguistic landscapes of mesopotamia As stated in the introduction, there has so far been guistic space.112 In applying a specific visual grammar no systematic attempt at mapping the languages of the to a depiction, each method also implies a particular Ancient Near East. All of the maps mentioned were narrative about the way in which forms of language are drawn as supplementary illustrations, none is particu- connected to space, ranging from patterns of bounded larly visually complex, and none comes close to either territoriality to marked points within a larger linguistic the “computational handling of maps and atlases” seen landscape. These patterns emerge differently at different as the “current focus of attention” in linguistic mapping scales. As noted by John Harley, cartography forms “but or the sorts of dynamic, pluridimensional language at- one small part of this general history of communication lases designed precisely to address the problem of mul- about space”.113 tifaceted communicative practices in the creation of lin- 112 See Lameli 2010, 567, on computational atlases and Thun 2010 and 113 Harley 1987, 1. Kehrein 2014, 485–486, on pluridimensional atlases. 185 christian w. hess Appendix Map Label Languages Description Anthony 2007, 44 “The ancient languages of Anato- Hattic, Hittite, Hurrian, Luwian, Regional labels, separation of Indo- lia at about 1500 BCE” Palaic, Semitic European and non-Indo-European Bagg 2011, Karte 2.8 “Die Levante vor der assyrischen Aramaic/Luwian, Luwian, West Colored areal shading Eroberung (9. Jh.)” Semitic Breyer 2014, 19–20 – Sumerian, Akkadian (“Southeast Areal shading, arrow lines Semitic” and “Northeast Semitic”) Buccellati 1997, 8 “Geo-Chronological Distribution Akkadian (dialects), Amorite Regional shading, arrow lines indicate Map 1114 of Akkadian Dialects and of spread of Amorite and spread of Amorite” individual dialects Diakonoff 1965, map following “Distribution of Semito-Hamitic Akkadian, Amorite, Canaanite, Egyp- Regional shading, arrow lines indicate p. 105 Languages in the 3rd Millen- tian, Elamite, Hurrian, Libyan, Sume- spread of individual languages nium B.C.” rian Diakonov 1967, 25 “Семитские языки и народ- Akkadian, Amorite, Arabic, Aramaic, Linear boundaries, areal shading, ности III–I тыс до н.э.” (Fig. 2, Canaanite, Chaldean, Hebrew weighted points to indicate chrono- above) logical distribution Durnford 2013, 56 “Localised Iron Age Text Groups Lydian, Lycian, Carian, Pamphylian, Sites of individual monuments Known or Suspected to be Other Luwic” Garr 1985, 25 Map 2 “The correspondences of *d” Northwest Semitic, Akkadian Feature distribution, points of indi- ˙ vidual sites Hommel 1883, maps following – Babylonian-Assyrian, Aramaic, He- Areal coloring, divided by period p. 68 brew, Phoenician, Arabic, Sabaic and Ethiopian Jucquois 1966, following p. 241 “Carte VI: Le sort de -w- ancien Akkadian Feature distribution, areal shading of intervocalique” (Fig. 3, above) regional patterns Liverani and Milano 1992, Tav. “Bronzo Antico: Testimonianze Pre-Akkadian Semitic, Akkadian, Point distribution of sites and monu- XV epigrafiche e altri reperti” Sumerian, Hurrian ments Tab. 1 List of language maps discussed. 186 mapping the linguistic landscapes of mesopotamia Map Label Languages Description Meillet and M. 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Chr.)” Ostler 2006, 42 “Principal West Asian Languages Akkadian, Aramaic, Armenian, Regional labels for languages, arrows 1000–1 BC” Elamite, Hebrew, Iranian, Median, indicating movement Persian, Phoenician, Phrygian, Urar- tian Sallaberger 2004, 116116 – (Fig. 4, above) Sumerian, Akkadian, Statistical distribution of personal Other/Undefined names in individual cities Steele 2013, 20 Map 1 “Distribution of Cypro-Minoan Cypro-Minoan Point distribution of sites with nu- on Cyprus” merical weight Streck 2004, 336. “Amurritische Namen in Amorite Areal shading according to statisti- Mesopotamien ca. 1820–1650 cal percentages of Amorite personal v.Chr.” names by region Woodard 2004, Map 2 “The Ancient Languages of Ana- Akkadian, Aramaic, Armenian, Car- Regional labels for languages tolia and Surrounding Regions” ian, Cypro-Minoan, Eblaite, Geor- gian, Greek, Hittite, Hurrian, Luvian, Lycian, Lydian, Palaic, Phoenician, Phrygian, Thracian, Ugaritic, Urar- tian, Tab. 2 List of language maps discussed (cont.). 187 Bibliography Adams 1981 Behnstedt and Woidich 2005 Robert McC. 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Cohen 1924, pl. 2A. ing p. 241. 4 Courtesy of Sallaberger 2004, 116, Karte 2. 2 Courtesy of Diakonov 1967, 25. 3 Jucquois 1966, follow- tables: 1 Christian W. Hess. CHRISTIAN W. HESS is a research associate in the Institute for Ancient Near Eastern Dr. Christian W. Hess Studies of the Freie Universität Berlin. His research is focused Institut für Altorientalistik on the geography of Mesopotamia, the historical grammar of Freie Universität Berlin Akkadian, and the reception of Mesopotamian literature in the Fabeckstraße 23–25 second and first millennia BC. 14195 Berlin, Germany E-Mail:
[email protected]195 Felix Wiedemann Zuglinien und Wellen auf Papier. Zur Kartographie von Migrationen in den Altertumswissenschaften Zusammenfassung Karten sind in heutigen Abhandlungen zu historischen Mi- Maps are omnipresent in contemporary papers on historical grationen omnipräsent. Kaum ein anderer Ereignistyp scheint migrations. There is scarcely any other type of event that seems sich so gut für die kartographische Repräsentation zu eignen. better suited for cartographic representation. It could therefore Insofern würde man erwarten, dass Karten in altertumswis- be expected that maps also played a central role in ancient rep- senschaftlichen Wanderungsdarstellungen von jeher eine zen- resentations of migrations. Sources from the field of ancient trale Rolle gespielt hätten. Anhand von Quellen aus dem Be- Oriental studies in the 19th and early 20th centuries, however, reich der Wissenschaften vom Alten Orient im 19. und frühen suggest that this is not entirely the case and that the relation- 20. Jahrhundert lässt sich indes zeigen, dass davon nicht oh- ship between cartography and the historiography of migration ne Weiteres die Rede sein kann und sich das Verhältnis von is much more complex. The discussion has two major focuses: Kartographie und Wanderungshistoriographie weitaus kom- first, the cartographic possibilities to represent migrations and, plexer verhält. Zwei Punkte stehen dabei im Zentrum: zum second, the relationship between maps and texts/narratives. einen die kartographischen Möglichkeiten, Wanderungen dar- Keywords: migration; maps; narratives; historiography; An- zustellen und zum anderen das Verhältnis von Karten und Tex- cient Near Eastern Studies ten/Erzählungen. Keywords: Migration; Karten; Erzählungen; Historiographie; Altorientalistik; Vorderasiatische Archäologie Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 197 felix wiedemann Dort, wo die Karte Einschnitte macht, stellt die tungen und Arten – anfangs blos aus der Ge- Erzählung Verbindungen her.1 schichte, ohne alle Rücksicht auf ihre Wohn- plätze, zusammensuchte, und sie nachher mit angenehmer Verwunderung – auf der Karte, so 1 Einleitung zu sagen in geschlossenen Territorien bey ein- ander antraf, so dass sich ihre Wohnsitze, Wan- Herkunft und Wanderungen der Völker gehörten im- derung und Ausbreitung durch Farben unge- mer schon zu den beliebtesten Sujets von Erzählungen.2 zwungen und ungesucht darstellten. Auch Mo- Auch die um 1800 entstehende moderne Geschichtswis- ses weist seinen drey Hauptstämmen, den Jafe- senschaft – und hier naturgemäß vor allem ihr altertums- titen, Semiten und Chamiten, solche Zuglini- wissenschaftlicher Zweig – hat sich ausführlich dieses en an; den erstern im Nordwest von Asien, den Themenkomplexes angenommen.3 In Abgrenzung zur zweyten im mittleren Asien und den dritten im älteren Historiographie oder gar zu mythischen Über- Südwest nach Afrika zu.4 lieferungen versuchte man nun jedoch, die alten Her- kunftsfragen mit neuen Methoden empirisch zu beant- Dem Text sind nun aber gar keine Karten beigegeben, worten. Als Meilenstein in dieser Hinsicht gilt die 1771 auf welchen diese Zuglinien eingezeichnet wären. Den- erschienene Allgemeine Nordische Geschichte des Göttinger noch fungierte die Karte – sei es bloß als mentale Stütze, Historikers August Ludwig von Schlözer (1735–1809). sei es in ihrer materialisierten Form – offenkundig als Keineswegs trieb den wohl wichtigsten Vertreter der ein unverzichtbares historiographisches bzw. ethnogra- Aufklärungshistorie in Deutschland in diesem Werk al- phisches Hilfsmittel. Bemerkenswert ist ferner, dass hier lein die Geschichte der Völker des europäischen Nor- der mutmaßliche Autor der biblischen Völkertafel sozu- dens um. Vielmehr diskutierte er generelle methodische sagen als Begründer der eigenen Profession, also als ers- und quellenkundliche Probleme bei der Rekonstrukti- ter Wanderungskartograph erscheint: Es ist Moses, der on der ältesten Geschichte der Völker. Die Frage nach den Völkern die Zuglinien zuweist. Als Schüler des Göt- der Herkunft und den Wanderungswegen spielte dabei tinger Orientalisten und Bibelwissenschaftlers Johann eine zentrale Rolle. In einer bemerkenswerten Fußno- David Michaelis (1717–1791) versuchte sich Schlözer je- te wandte er sich zunächst der biblischen Völkertafel doch zugleich an einer Historisierung der Völkertafel.5 (Gen 10) zu – dem zentralem Referenztext der Herkunfts- So mutmaßte er, Mose, der ja Zeit seines Lebens nicht und Wanderungsthematik – und versuchte, „gewisse Li- über Ägypten, das Land Midian und den Sinai hinausge- nien“ zu identifizieren, wie sich die Nachkommen Sems, kommen war, müsse sein in der Völkertafel niedergeleg- Hams und Jafets über die Kontinente verbreitet haben tes ethnographisches, geographisches und kartographi- mögen: sches Wissen aus einer anderen Quelle übernommen ha- ben und verwies „auf die Schifffahrten der Phönizier“.6 Ich habe zuerst zu diesen Zuglinien eine Analoge kartographische Lektüren der Völkertafel Art von Zutrauen bekommen, als ich meine finden sich bei vielen zeitgenössischen Autoren.7 Der Stammvölker des Nordens sammt ihren Gat- 1 Certeau 1988, 236. verschiedentlich in den Fokus gerückt sind (Hess 2002, 51–90; Sheehan 2 Vgl. zur Vielfalt der Antworten das voluminöse, wenn auch weitgehend 2005, 182–217; Carhart 2007, 27–68; Legaspi 2010, 79–155; Neis 2003, kompilatorische Werk von Borst 1995 [1957–1963]. 507–549), steht eine Gesamtuntersuchung seiner Rolle in der Wissen- 3 Die Frage, wann die Genese der modernen Geschichtswissenschaft genau schaftsgeschichte nach wie vor aus. Vgl. als Überblick zu Leben und Werk anzusetzen sei und ob man hier eher die Aufklärungshistorie oder den knapp Kraus 1982, 97–102. Historismus für entscheidend hält, ist in diesem Rahmen nicht relevant 6 Schlözer 1771, 288. Weil die Phönizier indes niemals in den Norden vor- und kann offen gelassen werden. Vgl. hierzu aber die Beiträge in Böde- gedrungen seien, hielt er die Versuche, aus der Völkertafel Informationen ker, Iggers und Knudson 1986, Küttler, Rüsen und Schulin 1997 sowie über die nordischen Völker abzuleiten, für unzulässig: „kein Wort mehr die instruktive Arbeit von Jordan 1999. von Mose in unsrer Nordischen Geschichte!“ (Schlözer 1771, 288). 4 Schlözer 1771, 266 (Rechtschreibung im Original). Vgl. zu Schlözer 7 Die zeitgenössischen Wissenschaften vom Alten Orient wurden nahe- grundlegend Peters 2003 sowie die Beiträge in Duchhardt und Espen- zu ausschließlich von Männern betrieben, und auch die hier untersuch- horst 2012; zu seiner Bedeutung speziell für die frühe Völkerkunde (ein ten Texte stammen ausschließlich von männlichen Autoren; aus diesem mutmaßlich von ihm geprägter Ausdruck) Vermeulen 2008. Grund werden im Folgenden nur männliche Personenbezeichnungen 5 Michaelis’ Bedeutung für die Bibelwissenschaft und Frühorientalistik ist verwendet – mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass es sich nicht um ein kaum zu überschätzen. Auch wenn Einzelaspekte in den letzten Jahren generisches Maskulinum handelt. 198 kartographie von migrationen in den altertumswissenschaften heute weitgehend vergessene Orientalist Samuel Fried- schehen nicht nur, sondern stellen eine spezifische Re- rich Wahl (1760–1834) rühmte die Völkertafel als „äl- präsentationsform dar, die nicht bloß Wissen vermit- teste Landkarte“8 und sogar in Johann Gottlieb Herders telt, sondern gleichsam generiert. Es gibt wohl wenig (1744–1803) Vom Geist der ebräischen Poesie (1782) findet historische Ereignistypen, welche sich so gut für die sich eine entsprechende Würdigung der biblischen Ur- kartographische Repräsentation zu eignen scheinen wie gestalt: Wanderungen. Wie ich im Folgenden zeigen möchte, ist jedoch Vorsicht geboten, die Karte zum notwendi- Er [Moses] machte vielleicht das Geschlechtsre- gen und unverzichtbaren Bestandteil jeder historiogra- gister, das er vorfand, soviel er konnte zur Land- phischen Darstellung von Wanderungen zu erklären. Be- karte, d.i. er setzte hinzu, wo und wohin sich reits Schlözers kartenlose und gleichwohl kartographi- ohngefähr diese alten Familiennamen der aus- sche Rekonstruktion von Wanderungslinien zeigt, dass einandergehenden Welt nach der alten Traditi- davon nicht ohne Weiteres die Rede sein kann und sich on gewandt hatten.9 das Verhältnis von Kartographie und Wanderungshisto- riographie durchaus komplexer verhält. Im Folgenden Nun ist die Völkertafel aber nicht als Karte, sondern soll es um die Funktion von Karten in altertumswis- als Text überliefert, den es erst entsprechend zu überset- senschaftlichen Darstellungen historischer Wanderun- zen bzw. in eine tatsächliche Karte ‚rückzuverwandeln‘ gen gehen. Welche Rolle also spielten Karten bei jenen galt. Dass Karten – und wenn im Folgenden von Kar- modernen Epigonen des Mose, die seit dem späten 18. ten die Rede ist, so meine ich klassische Geschichtskar- Jahrhundert versuchten, Herkunft und Wanderungswe- ten als visuelle Medien der modernen Historiographie ge der Völker mit dem empirischen Wissen ihrer Zeit (und nicht etwa historische Karten)10 – bei der Darstel- zu rekonstruieren? Und welche verschiedenen Arten und lung von Herkunft und Wanderungswegen der Völker Weisen der Kartierung von Völkerwanderungen lassen eine entscheidende Rolle spielen, scheint offenkundig. sich unterscheiden? Dabei werde ich freilich nicht das Kaum eine Abhandlung, in der es um historische oder gesamte altertumswissenschaftliche Spektrum abdecken rezente11 Migrationen geht, verzichtet heute auf die Ab- können, sondern mich vornehmlich auf einen spezifi- bildung einer Karte, auf der Ausgangsraum bzw. Her- schen Zweig und eine spezifische Epoche beziehen: auf kunftsort, Route und Zielraum/-ort der Wanderung mit Wanderungsdarstellungen aus den europäischen Wis- bestimmten graphischen Hilfsmitteln fixiert sind. Man senschaften vom Alten Orient im 19. und frühen 20. mag hier nur an historiographische Abhandlungen zu Jahrhundert.13 Zwei Aspekte sollen hier im Zentrum jenem spätantiken bzw. frühmittelalterlichen Migrati- stehen: Zum einen die zeitgenössischen Möglichkeiten onsgeschehen denken, dessen paradigmatische Bedeu- und Varianten, Völkerwanderungen kartographisch dar- tung bereits durch das Privileg des bestimmten Arti- zustellen, und zum anderen die Grenzen dieses Unter- kels angezeigt wird: die Völkerwanderung.12 Karten un- fangens, wie sie sich insbesondere aus der Unmöglich- terstützen oder begleiten das im Fließtext erzählte Ge- keit ergaben, die Herkunftsräume der Völker zu identi- 8 Wahl 1784, 11. 100.html (Zugriff jeweils 31.10.2015). 9 Herder 1993, 911. 12 Kartographische Darstellungen der sogenannten Völkerwanderung fin- 10 In der Kartographie gelten Geschichtskarten – also kartographische Re- den sich in nahezu allen monographischen Abhandlungen des Themas präsentationen historischer Sachverhalte – als Unterkategorie der the- sowie in historischen Atlanten und Schulbüchern. matischen Karten und werden von historischen Karten (Karten aus der 13 Mit der Geschichte des Alten Orients befassten sich im 19. Jahrhundert Vergangenheit) grundlegend unterschieden. Vgl. Hake, Grünreich und eine Reihe verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen (Theologie, Phi- Meng 2002, 30; Haslinger und Oswalt 2012a, 3. lologie, Historie, Archäologie, Ägyptologie, Anthropologie, Geographie 11 Hier sei etwa auf die Berichterstattung zur vielfach als „neue Völker- etc.); hinzu kamen die Beiträge von Laienwissenschaftlern und Orientrei- wanderung“ titulierten jüngsten Flüchtlingsbewegung nach Euro- senden. Eine akademische Institutionalisierung der Altorientalistik bzw. pa verwiesen (exemplarisch http://www.welt.de/politik/deutschland/ Assyriologie sowie der Vorderasiatischen Archäologie erfolgte erst am En- article145532343/ Ist-das-die-neue-Voelkerwanderung.html). Auch die- de des 19. bzw. im 20. Jahrhundert. Als Oberbegriff bleibt daher nur die se kommt ohne entsprechende kartographische Darstellung der Flucht- sehr vage Bezeichnung Wissenschaften vom Alten Orient. Vgl. hierzu Renger routen (über das Mittelmeer, den Balkan, etc.) nicht aus (exemplarisch: 1979; Carena 1989; Marchand 1996, 188–227; Mangold 2004, 164–175; http://www.br.de/nachrichten/ig-fluechtlinge-balkanroute-grenzen- Wokoeck 2009, 146–163 sowie vor allem grundlegend Marchand 2009. 199 felix wiedemann fizieren und zu kartieren. nen vollziehen und eine synchrone wie räumliche Ord- nung entfalten, thematisieren Narrationen Veränderun- gen (von Zuständen oder Situationen).17 In diesem Sin- 2 Wanderungsnarration und ne hatte bereits Aristoteles die temporale Anordnung Wanderungskartographie und Verknüpfung von Ereignissen, also das „Zusam- mensetzen der Geschehnisse“, betont.18 Demgegenüber Unter Wanderungen oder Migrationen werden gemein- hat der räumliche Aspekt von Erzählungen in der litera- hin Bewegungen von Individuen oder Gruppen durch turwissenschaftlichen Diskussion bis zum sogenannten Raum und Zeit verstanden.14 Jede Repräsentation ei- spacial turn der letzten 20 Jahre weniger Beachtung ge- nes solchen Geschehens muss also diesen „untrenn- funden.19 Zweifellos aber gehört auch die Kategorie des bare[n] Zusammenhang von Zeit und Raum“, oder, Raums zu den Konstituenten von Erzählungen. Weder um einen klassischen literaturwissenschaftlichen Begriff in Romanen noch in historiographischen Werken fin- zu gebrauchen, diese spezifische chronotopische Struk- den die Ereignisse in einem ortlosen Nirgendwo statt, tur zum Ausdruck bringen.15 Wanderungsdarstellungen sondern sind an bestimmten Schauplätzen situiert, die umfassen dabei mindestens zwei Räume und zwei Zeit- mehr oder weniger deutlich konturiert werden. Das gilt punkte und verbinden diese miteinander: Einen Aus- natürlich auch für Wanderungserzählungen: Die narra- gangsraum, an welchem sich der oder die Wandernde(n) tive Attraktivität des Wanderungsmotivs scheint gerade zu einem bestimmten Zeitpunkt befunden haben, und auf der Möglichkeit zu beruhen, verschiedene Räume einen Zielraum, welchen der oder die Wandernde(n) und Zeiten miteinander zu verknüpfen. Man denke hier später erreichen. Zwischen dem zeitlich vorgelagerten etwa an die Odyssee, die Zentralität von Migrationen Ausgang oder Ursprung und dem zeitlich nachgeordne- im Alten Testament oder die Beliebtheit des Themas in ten Ziel einer Wanderung liegt also nicht nur eine räum- der antiken wie modernen Historiographie.20 Wande- liche, sondern auch eine zeitliche Differenz, die es ein- rungen, so lässt sich also festhalten, sind narrativ gut dar- zufangen und darzustellen gilt. stellbar. Wie aber verhält es sich nun mit ihrer kartogra- Historiographische Werke stellen nun grundsätz- phischen Repräsentation? lich Erzählungen dar.16 Auch wenn der Begriff der Karten sind grundsätzlich raumbezogene Medien.21 Erzählung in verschiedenen historischen und diszipli- Sie stellen äußerst komplexe Einheiten bildlicher, gra- nären Kontexten unterschiedlich definiert worden ist, phischer und sprachlicher Elemente dar, deren Funkti- so besteht doch ein weitgehender Konsens darin, dass on sich keineswegs darauf reduzieren lässt, ein vorgängi- Erzählungen eine genuin temporale Struktur aufwei- ges geographisches Wissen abzubilden oder zu verdich- sen: Während Deskriptionen Zuschreibungen bestimm- ten. Vielmehr wohnt ihnen ein spezifisches epistemi- ter Eigenschaften an Objekte, Personen oder Situatio- sches Potential inne, das anderen – etwa textlichen – Dar- 14 So lautet eine Standarddefinition in der Soziologie. Vgl. exemplarisch Literatur und Raum kaum mehr zu überschauen. Vgl. exemplarisch die Wienold 2011. beiden auf unterschiedliche Aspekte fokussierenden Arbeiten von Piat- 15 Bachtin 2008 [1975], 7. ti 2008 und Dennerlein 2009; als Überblick die Beiträge in Hallet und 16 Der konstitutiv narrative Charakter der Geschichtsschreibung ist kei- Neumann 2009; Dünne und Mahler 2015 sowie die instruktive Skizze bei neswegs erst seit Hayden Whites Metahistory (White 1973) – reflektiert Ryan 2012. worden. Vgl. als Überblick und mit entsprechenden Literaturhinweisen 20 Vgl. zur historiographischen (insbesondere altertumswissenschaftlichen) Saupe und Wiedemann 2015. Bedeutung des Wanderungsmotivs die Beiträge in Wiedemann, Hof- 17 Vgl. zur Differenzierung von Deskription und Narration Chatman 1990. mann und Gehrke 2017; zur erzählerischen Verdichtung des Geschehens Der temporale Aspekt von Erzählungen hat immer schon im Fokus des zu repetitiven Plots, Erzählmustern oder eben Wanderungsnarrativen Interesses gestanden. Vgl. für die philosophische Diskussion Ricœur 2007 ferner Wiedemann 2010; Wiedemann 2014. [1983]; für die Literaturwissenschaft Müller 1974; Genette 2010. Hierzu 21 Dies gilt indes lediglich für die neuzeitliche Kartographie. Karten aus auch den Überblick bei Scheffler, Weixler und Werner 2013. dem Mittelalter oder der Renaissance waren weniger auf die räumlich- 18 Aristoteles, Poetik 1450a6 (hier zitiert nach der Übersetzung von Man- geographische Dimension fokussiert, sondern vermochten weitere nar- fred Fuhrmann: Fuhrmann 1987). rative und historische (etwa heilsgeschichtliche) Elemente – und damit 19 Das bedeutet aber nicht, wie teilweise suggeriert wird, räumliche Aspek- genuin auch die zeitliche Dimension – zu integrieren (allg. mit weiteren te hätten in der älteren Erzählforschung keine Rolle gespielt (vgl. etwa Hinweisen Schneider 2004, 24–35). Erst für die frühneuzeitliche Karto- die klassischen Arbeiten von Bachtin 2008 [1975], Lotman 1993 und graphie wird von einer grundlegenden „Konzentration auf den Raum“ Hoffmann 1978). Mittlerweile ist die Forschung zum Themenkomplex ausgegangen (Schneider 2004, 32). 200 kartographie von migrationen in den altertumswissenschaften stellungsformen abgeht.22 Insofern die Karte aber die in aber weder Ausgangs- noch Zielraum voneinander ihr dargestellten Elemente durch Einzeichnung auf eine unterscheiden, noch Beginn und Dauer der Wande- Fläche in ein synchrones Raster überführt und folglich rung erkennen. Im vorliegenden Fall ist die Wan- immer eine Momentaufnahme – einen die Zeit einfrie- derungsrichtung nur aus der allgemeinen Kenntnis renden Schnappschuss – bietet, scheint sie für die Reprä- des kartierten (biblischen) Textes erschließbar; et- sentation von Veränderungen grundsätzlich ungeeignet. wa dass die Nachfahren Hams aus dem mutmaßli- Da sich also Zeit kartographisch nur schwer einfangen chen Sitz der Familie Noahs am armenischen Ara- lässt,23 ist die Verwendung von Karten als historiographi- rat nach Afrika gewandert sein müssen und nicht sches Mittel – sei es in Form von Geschichtskarten oder umgekehrt. Um die doppelte Einzeichnung zu ver- historischen Atlanten24 – durchaus problematisch. Für stehen, bleibt der Leser oder die Leserin also in er- Karten in den Geschichtswissenschaften gilt deshalb in heblichem Maße auf Vorkenntnisse oder auf den die besonderer Weise, dass diese niemals für sich allein ste- Karte umgebenden Text angewiesen. hen können, sondern immer eines erläuternden narrati- ven Kontextes bedürfen.25 Diesen Schwierigkeiten zum 2. Serielle Anordnung oder Kartenfilm (Abb. 2): Eine wei- Trotz hat die Kartographie verschiedene graphische In- tere Variante der Wanderungskartographie ordnet strumente entwickelt, mit denen auch die zeitliche Di- mehrere Karten, die einen jeweils unterschiedlichen mension in Karten eingeschrieben werden kann. Solche Zeitpunkt der Wanderung darstellen, so neben- Instrumente spielen bei der kartographischen Reprä- bzw. untereinander an, dass sich Wanderungsrich- sentation historischer Wanderungen eine entscheidende tung und zeitlicher Verlauf aus der Differenz erge- Rolle, denn im Unterschied zu den Ausgangs- und Ziel- ben. Die an verschiedenen Orten lokalisierten Völ- räumen sowie (sofern bekannt) den Wanderungsrouten, ker zeigen also eine ebenso räumliche wie zeitli- können Zeitpunkt und Dauer von Wanderungen weit- che Bewegung an. Die Funktionsweise sei anhand aus schwieriger kartographisch fixiert werden. Für die eines solchen Kartenfilms aus der Abhandlung des Historiographie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts las- Assyriologen Fritz Hommel (1854–1936) Die semi- sen sich dabei vier verschiedene Varianten unterschei- tischen Völker und Sprachen (1883) demonstriert.27 den, wie Wanderungen kartiert worden sind: Dargestellt ist hier die Verbreitung der verschie- denen Sprach- respektive Völkerzweige des Semiti- 1. Mehrfache Einzeichnung (Abb. 1): Die einfachste schen vom zweiten vorchristlichen Jahrtausend bis Möglichkeit der Wanderungskartographie besteht zur Gegenwart. Aus der Differenz der Karten kön- darin, den Namen der wandernden Gruppe an meh- nen die Betrachtenden die veränderte ethnische Si- reren Stellen auf einer Karte einzuzeichnen, also so- tuation am Anfang und am Ende des dargestellten wohl am Ausgangs- als auch am Zielort. Als Bei- Zeitraums ablesen. spiel dieses Typs sei auf die kartographische Darstel- lung der Völkertafel des britischen Orientreisenden 3. Schraffur und Farbtönung (Abb. 3): Eine dritte Mög- Charles Tilstone Beke (1800–1884) in seiner Schrift lichkeit der Wanderungskartographie besteht in der Origines biblicæ (1834)26 verwiesen: Man sieht, wie Markierung der Ausbreitungsgebiete eines Volkes etwa die Namen ‚Cush‘ bzw. ‚Cushiten‘ oder ‚Mitz- durch die Verwendung unterschiedlicher Dichten raim‘ an mehreren Orten auf der Karte eingetragen bei der Schraffur. Als Beispiel sei auf eine entspre- sind und damit eine Wanderung des entsprechen- chende Karte aus der Abhandlung Hethiter, Churri- den Volkes anzeigen. Auf diese Weise lassen sich ter und Assyrer (1936) des Altorientalisten Albrecht 22 Die konstitutive Funktion von Karten bei der Generierung von Wissen ist vielfach Gegenstand historischer Untersuchungen gewesen. Vgl. u. a. in der neueren Forschung hinreichend herausgearbeitet worden. Vgl. mit Black 2003; Goffart 2003; Schraut 2011 sowie die Beiträge in Haslinger weiteren Hinweisen die Beiträge in Günzel 2011. und Oswalt 2012a. 23 Ausgeklammert sind hier jene im weiteren Sinne als Karten zu bezeich- 25 Das gilt grundsätzlich auch für die Geschichtsatlanten, deren Einsatz als nenden graphischen Repräsentationen von Zeit und Geschichte, wie sie Lehrmittel im Schulunterricht stets an das narrativ gehaltene Textbuch jüngst von David Rosenberg und Anthony Grafton untersucht worden gebunden ist. Hierzu Hantsche 1997. sind (Rosenberg und Grafton 2012). 26 Beke 1834. 24 Geschichtskarten und historische Atlanten sind in den letzten Jahren 27 Hommel 1883. 201 felix wiedemann Abb. 1 Mehrfache Einzeichnung. Götze (1897–1971) verwiesen.28 Die unterschiedli- wohl die räumliche als auch die zeitliche Bewegung che Schraffurdichte indiziert hier etwa eine Verbrei- indizieren. Die Verwendung von Linien auf Karten tung der „Churriter“ (Hurriter) von der Gegend ist freilich nicht neu, sondern stellt ein seit der An- rund um den Vansee im Osten der heutigen Tür- tike gebräuchliches Mittel von Wege- oder Routen- kei in eine südwestliche Richtung. In neueren Dar- karten dar.29 Um auf diese Weise die Bewegungs- stellungen kann derselbe Effekt auch durch unter- richtung einer Wanderung anzuzeigen, wird in der schiedliche Farbtönung erzielt werden, indem etwa Regel ein zusätzlicher nebenstehender Pfeil verwen- ein dunklerer Farbton die Kern- oder Ausgangsregi- det (oder die Linie stellt insgesamt ein Pfeil dar). on eines Volkes anzeigt, hellere Töne hingegen des- Da nun aber die exakte Wanderungsroute im Fal- sen Ausbreitungs- und Zielräume. le der Völkerwanderungen im Altertum – zumal, wenn es sich um prähistorische handelt – kaum je 4. Pfeile und Bewegungslinien (Abb. 4): Das gebräuch- genau bekannt ist, folgen die Linien in der Regel lichste Darstellungsinstrument der Wanderungskar- nicht der konkreten Topographie, sondern sind so- tographie sind aber zweifellos die schlözerschen Zu- zusagen freischwebend angeordnet. Als Beispiel die- glinien, also die Einzeichnung von Linien, die so- ses Darstellungstyps sei auf die kartographische Zu- 28 Götze 1936. 29 Hierzu Akerman und Karrow 2007. 202 kartographie von migrationen in den altertumswissenschaften Abb. 2 Serielle Anordnung bzw. Kartenfilm. 203 felix wiedemann Abb. 3 Schraffur. sammenstellung historischer Völkerwanderungen letzt in den allgemeinen Grenzen und Nachteilen der des britischen Anthropologen Alfred C. Haddon kartographischen gegenüber der narrativen Repräsenta- (1855–1940) in The Wanderungs of Peoples (1911) ver- tion von Wanderungen. wiesen.30 Aufgenommen sind hier auch vermeint- liche Wanderungen im Alten Orient wie z.B. ver- schiedene Wanderungen der Semiten. Die Darstel- 3 Die kartographische Rhetorik des lung versucht dabei, ein Geschehen von mindestens Faktischen zwei Jahrtausenden zu erfassen und vermochte aus diesem Grund die Altertumswissenschaftler nur be- Schaut man sich historiographische Abhandlungen zum dingt zu überzeugen. Generell lässt sich festhalten, Thema aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert an, so dass Linien und Pfeile vornehmlich zur Darstellung sticht sofort die Diskrepanz zwischen einer ausgespro- eines zeitlich und räumlich klar abgesteckten Mi- chenen Beredsamkeit auf der Ebene der historiographi- grationsgeschehens geeignet sind, wie bei der Kar- schen Erzählung und dem auffälligen kartographischen tierung der spätantiken Völkerwanderung oder aber Schweigen ins Auge. Mit anderen Worten, während Her- dort, wo Ausgangs- und Zielpunkte eindeutig be- kunft und Wanderungen der Völker in Darstellungen stimmbar scheinen. zur Geschichte des Alten Orients ausführlich – in nar- rativer Form – abgehandelt werden, finden sich nur sehr Damit sind auch schon die Möglichkeiten abgesteckt, wenige spezielle Karten hierzu. Überhaupt scheint die die den Altertumswissenschaftlern des 19. und frühen für die deutsche Geschichtswissenschaft nach 1945 oft 20. Jahrhunderts zur Verfügung standen, um die in- festgestellte Reserviertheit gegenüber Karten zumindest trinsische raumzeitliche Bewegung von Wanderungsak- teilweise bereits ins 19. Jahrhundert zurückzureichen, ten kartographisch zu erfassen. Bemerkenswerterweise während Karten in englischsprachigen Darstellungen wurden auch diese aber nur in einem relativ begrenz- früher und häufiger verwendet wurden. Jedenfalls mach- ten Ausmaße angewandt und umgesetzt. Wie ich im Fol- ten zeitgenössische Überblicks- und Gesamtdarstellun- genden zeigen möchte, hat dies seinen Grund nicht zu- gen zur Geschichte des Vorderen Orients hier nur sehr 30 Haddon 1911. 204 kartographie von migrationen in den altertumswissenschaften Abb. 4 Pfeile und Bewegungslinien. zögerlich Gebrauch von Karten. Meist bleibt der Leser lich herangezogenes oder rein kognitives bzw. mentales oder die Leserin auf eine einzige allgemeine topogra- Hilfsmittel, um die Routen sozusagen mit dem Finger phische Karte angewiesen, die sich jedoch in der Regel oder Stift rekonstruieren bzw. nachvollziehen zu kön- auf die Kernregion des Vorderen Orients beschränkt. Die nen.32 Warum aber verzichteten die meisten zeitgenössi- im Fließtext diskutierten Einwanderungen der Völker schen Orientwissenschaftler auf einen tatsächlichen Ab- aus einem entlegenen Herkunftsraum in den Orient lie- druck von Wanderungskarten? ßen sich mit einer solchen allgemeinen Karte also nicht Auch wenn keine dezidierte Aussage hierzu über- nachvollziehen.31 Das Mapping verblieb hier im Rah- liefert ist, lohnt es sich, über mögliche Motive nach- men des Narrativen: Wanderungen wurden beschrieben zudenken. Zum einen ist hier auf praktische Gründe und erzählt, aber nur sehr selten kartographisch fixiert. zu verweisen. Unter den Geschichtskarten waren soge- Dennoch spielten Karten bei der Rekonstruktion von nannte Völkerkarten bis Mitte des 19. Jahrhunderts all- Wanderungen immer eine konstitutive Rolle. Wie bei gemein mit einer besonders hohen Unsicherheit behaf- Schlözer fungierte die Karte dabei jedoch als ein tatsäch- 31 Einige Überblicks- und Gesamtdarstellungen kamen sogar gänzlich ohne der einen und den Sozial- und Kulturwissenschaften auf der anderen Sei- Karten aus (Winckler 1892; Winckler 1899; Bezold 1903; Bezold 1910; te – keineswegs einheitlich verwendet. Vgl. grundlegend Downs, Stea Meyer 1913). und Geipel 1982 sowie die Beiträge in Damir-Geilsdorf, Hartmann und 32 Der Begriff Mental Maps hat in den letzten Jahren eine enorme Konjunk- Hendrich 2005; zur Frage der Anwendung auf historische Kontexte im- tur erfahren, wird dabei jedoch – etwa in der Kognitionspsychologie auf mer noch instruktiv Schenk 2002. 205 felix wiedemann tet: Einerseits schienen die verfügbaren Informationen Zum einen weisen Darstellungen weit zurückreichender kaum ausreichend, um historische Völker präzise zu lo- Wanderungen, über die in der Regel keine, und schon kalisieren; andererseits haperte es an den technischen gar keine schriftlichen Zeugnisse vorliegen, notwendi- Möglichkeiten, diese Verteilung kartographisch adäquat gerweise ein hohes Maß an Spekulation und historischer zu visualisieren.33 Vielfach fehlte es an modernen Land- Einbildungskraft auf.37 In der historiographischen Dar- vermessungen als Grundlage für Karten, vor allem aber stellung manifestiert sich dies im Modus des Konjunk- waren Erstellung und Abdruck von Karten noch am tivs oder im Gebrauch von Vokabeln wie möglicherweise Ende des 19. Jahrhunderts drucktechnisch und damit und vermutlich, die den spekulativen Charakters des Ge- auch finanziell nicht einfach umzusetzen. Allein aus die- sagten anzeigen. Die meisten zeitgenössischen Philolo- sem Grund schien die Beschränkung auf eine allgemei- gen und Historiker waren sich auch durchaus im Kla- ne, in der Regel rein topographische Übersichtskarte ge- ren darüber, dass die von ihnen vertretenen Theorien boten.34 Für die Wissenschaften vom Alten Orient, und über die Herkunft bestimmter Völker oder Völkerfami- dies gilt für den deutschsprachigen Raum in besonde- lien kaum adäquat zu belegen waren. In diesem Sinne rer Weise, ist zudem der disziplinäre Hintergrund der schloss etwa der berühmte Semitist Theodor Nöldeke Autoren in Rechnung zu stellen. Lange Zeit nämlich (1836–1930) eine Passage, in welcher er über die ver- wurde das Feld weitgehend von Philologen und Theolo- meintliche Herkunft der Semiten aus Nordafrika speku- gen (Bibelwissenschaftlern) dominiert, deren akademi- lierte, mit den Worten ab: „Natürlich gebe ich dies alles sche Ausbildung und Tradition gänzlich auf das Studi- nicht als eine feste Theorie, sondern als eine bescheide- um von Texten ausgerichtet war.35 Hinzu kommt, dass ne Hypothese.“38 Relativierende Sprachgesten wie diese es sich bei den orientalischen Philologien um klassische gehörten zwar schon damals zur akademischen Rheto- armchair-Disziplinen handelte, die es nicht erforderten, rik, derer man sich auch dann bediente, wenn man die den geographischen Raum, aus dem die untersuchten eigene Position für unumstößlich bewiesen hielt. Zu- Texte stammten, aus eigener Anschauung zu kennen.36 mindest aber zeigen sie eine große Bandbreite möglicher Neben praktischen (technischen wie finanziellen) Antworten auf die Frage nach dem Ursprung der Völker und disziplinären Gründen lag dem zunächst nur zöger- an. Das Hypothetische, Mögliche und Vermutliche aber lichen Rückgriff auf Karten bei der Darstellung von Völ- lässt sich narrativ besser einfangen als kartographisch, kerwanderungen im Alten Orient möglicherweise noch wohnt der Karte doch eine Rhetorik des Faktischen in- ein weiteres Motiv zugrunde, und das ist epistemischer ne, die dort Eindeutigkeiten suggeriert und einzeichnet, Natur. Während es sich über – tatsächliche oder ver- wo eigentlich bloße Spekulation war: „Karten sprechen meintliche – Völkerwanderungen hervorragend erzäh- im übertragenen Sinn nur im Indikativ.“39 Auf diese Dif- len ließ, war die Darstellung des Erzählten auf einer Kar- ferenz zwischen narrativer und kartographischer Reprä- te mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Zeitge- sentation hat insbesondere Michel de Certeau hingewie- nössische Modelle und Erzählmuster über historische sen. Im Unterschied zur Eindeutigkeit des Kartierens er- Wanderungen eigneten sich nämlich weitaus weniger kennt er im Erzählen eine prinzipielle Offenheit, die zu- für eine kartographische als für eine narrative Repräsen- gleich die Möglichkeit von Veränderung impliziert: tation. Hierfür lassen sich mehrere Gründe anführen: 33 Vgl. zu den Schwierigkeiten der ethnographischen Kartographie im 19. derts ist vielfach untersucht worden. Vgl. u. a. Silberman 1982; Moscrop Jahrhundert Hansen 2015, 55–74. 2000; Goren 2003; Kirchhoff 2005. 34 Ende des 19. Jahrhunderts bediente man sich bei der Kartenherstellung 36 Vgl. zur philologischen Ausrichtung insbesondere der deutschen Orienta- vornehmlich des aufwendigen Steindruckverfahrens (Lithographie). Erst listik Mangold 2004; Marchand 2009. im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde diese Technik sukzessive 37 Vgl. zum Begriff der historischen Einbildungskraft klassisch Colling- durch den weitaus günstigeren Offsetdruck ersetzt. Vgl. Demhardt 2000, wood 1994, 231–249. Weil Hayden White den Begriff historical Imagina- 41–44. tion später im Untertitel seiner Monographie Metahistory (White 1973) 35 Vgl. zu Sprachkarten in der Linguistik aber den Beitrag von Lars Zeige aufgriff, ist seither vornehmlich die Frage diskutiert worden, wie sich und Philipp Krämer in diesem Band. Rechnet man die zeitgenössische historische und literarische Einbildungskraft zueinander verhalten, s. Palästinaforschung zur Bibelwissenschaft, so lässt sich freilich nur mit exemplarisch Fulda 2011; denkbar sind indes auch andere Formen von Einschränkungen von einer rein textwissenschaftlichen Disziplin spre- Einbildungskraft. chen, spielte die Vermessung und Kartierung des Heiligen Landes hier 38 Nöldeke 1899, 11. doch eine konstitutive Rolle (vgl. auch den Beitrag von Goren u. Schel- 39 Haslinger und Oswalt 2012b, 10. haas in diesem Band). Die westliche Palästinaforschung des 19. Jahrhun- 206 kartographie von migrationen in den altertumswissenschaften Der Unterschied zwischen den beiden Beschrei- Volk vor seinem Eintritt in die Geschichte ansässig ge- bungsformen [Kartieren und Erzählen] liegt of- wesen sein und in dem bzw. durch den es seine nach- fensichtlich […] in der Tatsache, daß die Kar- haltigste Prägung erfahren haben soll. Im Zentrum stan- ten, die einen eigenen Ort bilden, an dem die den also Konstitutionsräume kollektiver menschlicher Produkte des Wissens ausgestellt sind, Schau- Entitäten (und nicht der Ursprungsort des Menschen bilder mit ablesbaren Resultaten sind. Die Er- schlechthin). Innerhalb der historiographischen Wande- zählungen vom Raum heben im Gegensatz da- rungserzählungen erfüllte der Ursprung eine Funktion, zu die Aktivitäten hervor, die es erlauben, den die weit über die bloße narrative Notwendigkeit hinaus- Raum an einem aufgezwungenen und nicht ‚ei- geht, die erzählte Geschichte eines Volkes an irgendei- genem‘ Ort trotzdem zu ‚verändern‘ […].40 nem Ort und zu irgendeinem Zeitpunkt beginnen zu lassen. Zum Teil wurden dem Ursprungsraum dabei un- mittelbar identitätsrelevante, ja identitätsgenerierende 4 Aporien der Ursprungskartographie Qualitäten zugeschrieben. Demnach werde das ‚Wesen‘ oder der ‚Charakter‘ von Völkern am und durch den Ur- Die kartographische Tendenz, Uneindeutiges und Spe- sprungsraum geprägt. Eine besondere Rolle spielte die- kulatives als Eindeutiges und Erwiesenes zu visualisie- ser Determinismus etwa in der Ende des 19. Jahrhunderts ren, wirkte sich schließlich bei der Darstellung von Völ- kursierenden Vorstellung einer vermeintlich besonderen kerwanderungen besonders negativ aus, wenn es um die Prägung der semitischen Völker durch ihre angenomme- Herkunft der Völker ging. Während sich nämlich die ne ursprüngliche Herkunft aus der arabischen Wüste.42 Zielräume von Migrationen mehr oder weniger leicht Anders als die Zielräume ließen sich die Ursitze von bestimmen und entsprechend auch leicht kartographie- Völkern aber nicht eindeutig identifizieren, umgrenzen ren ließen – es handelte sich in der Regel um die kul- und kartieren. Entsprechend wurde die in den zeitgenös- turellen Zentren des Altertums –, lagen die Dinge bei sischen Orientwissenschaften intensiv geführte Debat- den Ursitzen gänzlich anders. Altertumswissenschaftli- te um die Herkunft der Semiten, auf die im Folgenden che Wanderungserzählungen des. 19. und frühen 20. kurz näher eingegangen werden soll, weitgehend ohne Jahrhunderts waren nun aber ganz auf die Ursprungsfra- kartographische Referenzen geführt.43 Dabei lagen die ge fixiert: Nicht die Ziel-, sondern die Herkunftsräume Positionen allein schon geographisch weit auseinander, der Völker standen im Zentrum der ethnographischen erstreckten sich die mutmaßlichen Ursitze dieser Völ- und historiographischen Debatten. kerfamilie doch von Nordwestafrika über Arabien und Der Ursprung eines Volkes wurde in der deutsch- Mesopotamien bis nach Zentralasien.44 Letztere Theo- sprachigen Wanderungshistoriographie in der Regel als rie vertrat etwa der Münchener Assyriologe Fritz Hom- Ursitz (analog engl. seat bzw., wenn auch sehr viel seltener mel in seiner erwähnten Abhandlung über die Semiti- verwendet, frz. sìege) oder Urheimat bezeichnet.41 Diese schen Sprachen und Völker (1883). Das Buch enthielt zwar Begriffe bezogen sich auf einen Raum, in welchem ein drei Karten (siehe oben), aus denen nach dem Muster 40 Certeau 1988, 225. Sprachen des Hebräischen, Aramäischen, Arabischen und Äthiopischen 41 Dabei lässt sich eine bemerkenswerte Verteilung der beiden Begriffe fest- durch den eingangs zitierten August Ludwig Schlözer in die Sprach- und stellen: Während die Semitisten in der Regel von den Ursitzen der Semi- Orientwissenschaften eingeführt worden (hierzu Wiedemann 2014). ten (klassisch Schrader 1873) sprachen, dominierte in der Indogerma- Wie der Terminus indogermanisch stellte semitisch aber niemals eine bloß nistik des 19. und 20. Jahrhunderts der Ausdruck Urheimat der Indoger- philologisch-sprachwissenschaftliche Kategorie dar; vielmehr wohnte manen bzw. Indoeuropäer (vgl. die Beiträge in Scherer 1968). Dass man dem Begriff immer schon die Vorstellung einer zahlreiche weitere (kul- den Heimatbegriff für jene Völkerfamilie reservierte, der man sich selbst turelle, religiöse, historische, anthropologische) Gemeinsamkeiten auf- zurechnete, hat seinen Hintergrund zweifellos im semantischen Gehalt weisenden Völkerfamilie inne (vgl. hierzu immer noch instruktiv Olender des deutschen Begriffs Heimat (vgl. hierzu Bastian 1995). Dem entspricht 1995). In die Debatte um die Rolle der Semiten in der Geschichte um ferner, dass in englisch- und französischsprachigen Texten der unüber- 1900 spielten zahlreiche gesellschaftliche und kulturpolitische Diskur- setzbare Begriff der Urheimat in der Regel als deutsches Lehnwort über- se hinein. Zu erwähnen sind hier insbesondere die Diskussion um die nommen wurde. ‚Judenfrage‘, die Bedeutung der christlichen Überlieferung für die Gegen- 42 Vgl. hierzu mit entsprechenden Quellen- und Literaturhinweisen Wiede- wart und die (kolonial)politische Zukunft des Vorderen Orients. Hierzu mann 2012. und mit weiteren Hinweisen Wiedemann 2012; Wiedemann 2015. 43 Die Kategorie des Semitischen war in Anlehnung an die biblische Völ- 44 Vgl. als Übersicht die zeitgenössische Skizze der Positionen bei Barton kertafel Ende des 18. Jahrhunderts zur Bezeichnung der eng verwandten 1902, 1–30; hierzu Wiedemann 2010, 111–119. 207 felix wiedemann der seriellen Anordnung die Verbreitung der Semiten Kartiert man die Debatte um die Ursitze der Semi- seit dem 2. vorchristlichen Jahrtausend ersichtlich wer- ten (und tut damit etwas, das die Zeitgenossen unter- den sollte – der Zeitraum davor jedoch, also die Auswan- ließen), so lässt sich zudem eine eindeutige Präferenz derung vom eigentlichen Ursitz, wird lediglich in narra- für randständige Räume und sogenannte weiße Flecken tiver Form präsentiert: auf den europäischen Landkarten erkennen: Die Ursit- ze wurden vornehmlich an den Rändern der bekann- Im 4. Jahrtausend v. Chr. […] sassen die Se- ten Welt und in unzugänglichen Regionen lokalisiert.47 miten wahrscheinlich noch in Hochasien von Noch im späten 19. Jahrhundert galten schließlich weite wo sie, vielleicht an der Scheide des 4. und 3. Teile Zentral- und Hochasiens als unbekannt und uner- Jahrtausends, in die Euphrat- und Tigrisebene forscht, und die innerarabische Wüste wurde erst im frü- einwanderten, dort noch einige Jahrhunderte hen 20. Jahrhundert von Europäern durchquert.48 Dass (oder nicht einmal so lange) vor ihrer Sprach- sich Wüsten und abgelegene Bergregionen einer beson- trennung lebten, bis dieselbe dadurch, dass sich deren Beliebtheit erfreuten, lag zweifellos an der tradier- mehrere Theile lostrennten und nach Westen ten mythischen Vorstellung, wonach alle Völker einst und Süden sich wandten, von selbst stattgefun- von Bergen herabgestiegen sein müssten, wie sie sich ins- den hat.45 besondere in der biblischen Erzählung von der Sintflut und der anschließenden Verbreitung der Menschheit Im frühen 20. Jahrhundert verlagerte sich die Debat- vom Berg Ararat manifestiert. Noch Eberhard Schrader te indes auf zwei andere Ursitze der Semiten – Arabi- (1836–1908), der erste Berliner Lehrstuhlinhaber für As- en oder Nordafrika –, doch auch in den Abhandlungen syriologie, nahm 1873 in seiner maßgeblichen Abhand- aus dieser Zeit finden sich in der Regel keine Karten, lung über die mutmaßliche Herkunft der semitischen auf denen der Ursitz der Semiten fixiert wäre. Das liegt Völker aus Innerarabien Zuflucht zum Topos der Gebir- zum einen an der geographischen und semantischen Un- ge als privilegierte Völkerheimat: „Arabien erscheint so schärfe der entsprechenden Begriffe: Als Ortsangaben als eine Völkerscheide, wie nur irgend ein anderes Hoch- sind Zentralasien, Innerarabien oder Nordafrika im Grun- land Asiens, Europas oder Africas […].“49 de untauglich, verweisen sie doch auf viel zu große und In vielen entsprechenden Darstellungen lässt sich unklar umgrenzte Räume, als dass deren Markierung zudem ein stilistischer Bruch feststellen, wenn die Re- auf einer Karte wirklich Sinn machte. Zwar wussten die de auf Ursitz und Urheimat kam. An diesen Stellen ver- Historiker und Sprachwissenschaftler um 1800 manch- fielen nämlich auch die ansonsten eher einen nüchter- mal noch mit präziseren Toponymen aufzuweisen und nen Stil pflegenden Philologen in einen raunenden, bis- nannten Hindukusch, Kaukasus oder einzelne zentral- weilen poetisch anmutenden Duktus, der vielfach in ei- asiatische Hochebenen oder Bergmassive als mutmaßli- nem auffälligen Kontrast zum Gesamttext steht. Exem- che Ausgangspunkte von Völkerwanderungen, auch die- plarisch sei hier eine Passage des österreichischen Orien- se sind jedoch nicht eigentlich als geographische An- talisten Alfred von Kremer (1828–1889) angeführt, von gaben zu lesen. Vielmehr handelte es sich um allein dem Hommel die Theorie eines hochasiatischen Ursit- dem Hörensagen nach bekannte Orte: Sie hatten einen zes der Semiten übernommen hatte: Namen, der jedoch im Grunde nicht mit einer realen Geographie korrespondierte, sondern eher eine Chiffre Dort im hohen Turan, westwärts von den für das Unbekannte darstellte. Im Zuge der „geogra- schneebedeckten Abhängen des hoch in die phischen Entzauberung des Globus“46 verringerte sich Wolken ragenden Bolortag und der gewaltigen schließlich die Anzahl solcher letztlich mythischen Orte, Erdanschwellung von Pamir saßen die Ursemi- die als Projektionsfläche historiographischer Ursprungs- ten, vermutlich in naher Berührung mit den erzählungen herhalten konnten. Stammvätern der Arier.50 45 Hommel 1883, 11–12. grundlegend Torma 2010; zur Erkundung Innerarabiens Wiedemann 46 Torma 2010, 51. 2012 (hier auch weitere Quellen- und Literaturhinweise). 47 Erhellend hierzu Torma 2010, 52–58; allg. Ellis 2001, 17–51. 49 Schrader 1873, 18. 48 Vgl. zu den Expeditionen nach Zentralasien im frühen 20. Jahrhundert 50 Kremer 1875, 11. 208 kartographie von migrationen in den altertumswissenschaften Um 1900 vollzog sich zudem eine gewichtige semanti- tomie zwischen den schmalen „Kulturgebieten“ der Er- sche wie narrative Verschiebung in der historiographi- de und den umgebenden Steppen und Wüsten, die als schen Darstellung von Völkerwanderungen, die die kar- „Gürtel der wandernden Völker“55 immer schon Aus- tographische Repräsentation zusätzlich erschweren soll- gangspunkt gewaltiger „nomadische[r] Völkerfluten“56 te. Stichwortgeber war hier der Leipziger Geograph und gewesen seien. Der Gegensatz von Nomadismus und Völkerkundler Friedrich Ratzel (1844–1904), in dessen Sesshaftigkeit fungierte also als eigentliche Antriebs- sogenannter Anthropogeographie Völkerwanderungen kraft jedes historisch dokumentierten Wanderungsge- eine konstitutive Rolle spielten.51 Ratzel hielt die Vor- schehens. Anders als in den traditionellen Darstellun- stellung, Wanderungen ließen sich auf einen punktuel- gen einer langen Wanderung aus fernen Ursprüngen – len Ursprung zurückführen, für „mystisch“ und lehnte erzählt als einmaliges, prinzipiell historisch und geogra- aus diesem Grund auch den Begriff des Ursitzes dezidiert phisch (wenn auch nicht kartographisch) lokalisierbares ab.52 Ihn interessierten stattdessen größere Räume, von Ereignis – avancierten Völkerwanderungen bei Ratzel zu denen von jeher Wanderungen ausgegangen seien: periodisch wiederkehrenden Vorkommnissen, die einer allgemeinen historischen Gesetzmäßigkeit folgen: Das Statt von Herkunft, Weg und Bestimmung ei- Wanderungsgeschehen wechselte also vom Ereignis- ins ner oder einiger Wanderungen mag man hier Regelhafte. Im Rückgriff auf die klassische Einteilung von einem Völkerkessel reden, in den von allen der Erfahrungswissenschaften durch den deutschen Phi- Seiten die Massen zusammenfließen und sich losophen Wilhelm Windelband (1848–1915) ließe sich brodelnd mischen.53 sagen, dass Ratzel gegenüber der bisher üblichen ideogra- phischen Rekonstruktion singulärer Völkerwanderungen Wiewohl die Begriffe Ursitz und Urheimat weiterhin in ein nomothetisches Migrationsmodell etablierte: Abstrak- Gebrauch blieben, setzten sich nach 1900 auch in den tion statt Erzählung, Gesetz statt Ereignis.57 historischen Wissenschaften Termini wie Völkerkessel, In den Altertumswissenschaften wurde dieses Mo- Völkerkammer oder Völkerherd durch, die weniger auf ei- dell besonders intensiv von dem Berliner Archäologen nen prinzipiell umgrenzten und benennbaren Ort als auf und Assyriologen Hugo Winckler (1863–1913) adap- einen dynamischen und beweglichen Raum verweisen. tiert. Zwar folgte er in der Annahme eines innerarabi- Ratzels Ausführungen bestachen vor allem durch diese schen Herkunftsraums der semitischen Völker grund- einprägsame hydrologische und thermodynamische Me- sätzlich der in der zeitgenössischen Semitistik vorherr- taphorik, die dem Migrationsdiskurs mitunter bis heute schenden Theorie, wie sie insbesondere der schon er- eingeschrieben ist. Demnach erscheinen Wanderungs- wähnte Eberhard Schrader formuliert hatte.58 Während bewegungen nicht als soziale Prozesse, sondern werden Arabien bei Schrader und anderen jedoch als Ursitz im als Erschütterungen oder Überflutungen imaginiert und oben beschriebenen Sinne fungierte, also als Ausgangs- naturalisiert.54 Die Metaphorik indiziert zugleich eine raum einer ursprünglichen, prinzipiell einmaligen Aus- Vorstellung vom Ursprung nicht als Ort einer einma- wanderung, bestimmte Winckler die arabische Wüste ligen Völkerparusie, sondern als Ausgangsraum perma- im ratzelschen Sinne als „Völkerkammer, welche in ge- nenter Völkerwanderungen. Der Blick auf Wanderungen schichtlicher Zeit mehrfach ihren Überschuss an Be- als universalhistorisches oder vielmehr als anthropolo- völkerung in die Kulturländer abschiebt.“59 Auf dieser gisches Phänomen war das entscheidende Moment des Grundlage etablierte Winckler schließlich die einfluss- Ratzelschen Wanderungsmodells. Dieses basierte grund- reiche Theorie der sogenannten Semitenwellen, wonach legend auf der Annahme einer fundamentalen Dicho- 51 Vgl. vor allem Ratzel 1898; Ratzel 1900; zur sogenannten Anthropogeo- 57 Windelband 1911. graphie Ratzel 1898; zu seiner Rolle als Vordenker der Geopolitik im 20. 58 Die Theorie, dass die Semiten ursprünglich aus Innerarabien stammten, Jahrhundert Smith 1980; Köster 2006, 47–72; Jureit 2012, 127–157 sowie war freilich am Ende des 19. Jahrhunderts nicht neu. Entsprechende Vor- die Biographie von Buttmann 1977. stellungen lassen sich bis zu dem klassischen arabischen Historiker Ibn- 52 Ratzel 1898, 67–68. Khaldun (1332–1406) zurückverfolgen (Ibn Khaldun 2011 [ca. 1377] [ca. 53 Ratzel 1898, 69. 1377]). Es war jedoch Schrader, der eine entsprechende linguistische Be- 54 Vgl. Gerhard 1998. gründung lieferte, indem er das Arabische zur ursprünglichsten semiti- 55 Ratzel 1900, 5. schen Sprache erhob (Schrader 1873). 56 Ratzel 1923, 74. 59 Winckler 1905, 2. 209 felix wiedemann der Vordere Orient ungefähr alle 1000 Jahre von semiti- nes Volkes auf einen bestimmten Ursprungsraum provo- schen Völkerwellen überflutet werde, die sich in distink- ziert also automatisch die Frage, wo dieses Volk, bzw. die ten Kulturschichten gleichsam sedimentierten: Komponenten, aus denen es hervorgegangen sein soll, denn vorher gewesen ist: der Ursprung weicht immer Feststellbar sind vier große Schichten oder Wel- weiter zurück.63 So entpuppt sich der Ursitz oder die Ur- len, deren jede bis zu ihrem endgültigen Siege heimat der Völker letztlich als ein notwendig imaginärer oder ihrem Versiegen ungefähr je ein Jahrtau- oder mythischer Raum, von dem man sehr wohl erzäh- send gebraucht hat. Es folgt also eine auf die len kann, der sich jedoch nicht auf einer Karte einzeich- andere, indem die folgende die vorhergehen- nen lässt. de schiebt, so dass die einanderstoßenden Tei- le sich miteinander mischen, beide ineinander hinübergreifen, die letzten Ausläufer der vor- 5 Resümee hergehenden also zeitlich mit den ersten der folgenden zusammenfallen.60 Zumindest im 19. und frühen 20. Jahrhundert spielten Karten in ihrer gedruckten Form bei der Darstellung von Lassen sich Völkerkammern und zyklische Völkerwellen Wanderungen eine geringere Rolle als man dies erwar- aber kartographisch darstellen? Bereits Ratzel hatte hier ten würde.64 Die dominante Form der Darstellung blieb offenkundig Zweifel. So wendete er sich strikt gegen Be- die textliche Erzählung. Seinen Grund hat dies nicht zu- wegungslinien und mahnte, „auch die Wege des Wan- letzt in der spezifischen Struktur des zeitgenössischen derungsgebietes sind durchaus nicht als Linien, sondern im- Wanderungsdiskurses. Bewegungen durch Raum und mer nur wieder als Räume zu denken und zu zeichnen.“61 Wie Zeit lassen sich scheinbar einfach kartieren, sofern man eine solche Zeichnung – also Karte – auszusehen habe, es mit einem klar abgegrenzten historischen Geschehen darüber schwieg er sich indes aus. oder aber mit mehr oder weniger eindeutigen Anfangs- Während sich also Ursitze zumindest theoretisch und Zielpunkten zu tun hat. Bei der Frage nach der Her- kartographieren lassen, scheint dies bei Völkerkammern kunft der Völker kann von Eindeutigkeiten indes keine schon allein aus technischen Gründen kaum möglich. Rede sein. Für die Darstellung des Uneindeutigen aber Zudem macht sich bei der Ursprungskartographie die ist die Erzählung das geeignetere Medium als die Karte. Problematik der kartographischen Rhetorik des Fakti- Das bedeutet aber nicht, dass kartographisches Denken schen besonders bemerkbar. Karten suggerieren Ein- bei der Rekonstruktion von Wanderungen keine Rolle deutigkeit, das Ursprungsdenken aber ist grundlegend gespielt hätte: Als kognitives Hilfsmittel war und sind uneindeutig und aporetisch. So kann die Frage nach Karten gleichwohl unverzichtbar. So muss man viel- dem Ursprung der Völker niemals empirisch beantwor- leicht zu Schlözer zurückgehen: Es ging darum, sich Völ- tet werden: Da jeder Ort eines Anfangs auf ein Vorher kerwanderungen wie „Zuglinien“ vorzustellen und davon und auf ein Woanders verweist, muss er stets im Unbe- zu erzählen, aber weniger darum, diese auch tatsächlich stimmten verbleiben und erweist sich letztlich als un- auf einer papiernen Karte einzuzeichnen. einholbar und unerreichbar.62 Jede Zurückführung ei- 60 Winckler 1905, 3. Vgl. zu Hintergrund und Kontext der Wellentheorie Wiedemann 2010. 63 Vgl. zur Figur des zurückweichenden und wiederkehrenden Ursprungs 61 Ratzel 1898, 2 (Hervorhebung F. W.). auch die klassischen Ausführungen bei Foucault 1974, 396–404. 62 Vgl. zur philosophischen Ursprungsproblematik grundlegend Angehrn 64 Die bestätigt die bisherigen Befunde zur zeitgenössischen Kartenverwen- 2007. dung in der Ur- und Frühgeschichte. Vgl. Grunwald 2017. 210 Bibliographie Akerman und Karrow 2007 Carena 1989 James R. Akerman und Robert W. Karrow, Hrsg. Maps: Finding Omar Carena. History of the Near Eastern Historiography and Its Our Place in the World. Chicago: University of Chicago Press, Problems. 1852–1985. Kevelaer: Butzon & Bercker, 1989. 2007. Carhart 2007 Angehrn 2007 Michael C. Carhart. The Science of Culture in Enlightenment Ger- Emil Angehrn. Die Frage nach dem Ursprung: Philosophie zwischen many. Cambridge, MA: Harvard University Press, 2007. Ursprungsdenken und Ursprungskritik. München: Wilhelm Fink, Certeau 1988 2007. Michel de Certeau. Kunst des Handelns. Berlin: Merve, 1988. Bachtin 2008 [1975] Chatman 1990 Michail M. Bachtin. Chronotopos. Frankfurt a. 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Seine Forschungsschwerpunkte sind Wissens- Friedrich-Meinecke-Institut und Historiographiegeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhun- Koserstr. 20 derts, Orientalismusforschung, Geschichte des Rassismus und 14195 Berlin, Deutschland Antisemitismus und Vergangenheitspolitik. E-Mail:
[email protected]215 Susanne Grunwald Bedenkliche Karten. Zur Frage der ‚Westausbreitung der Slawen‘ in der deutschsprachigen archäologischen Kartographie zwischen 1850 und 1950 Zusammenfassung Seit dem späten 19. Jahrhundert ist das Kartieren in der ar- Mapping in archaeology has been established since the late chäologischen Forschung etabliert. Aber erst nach dem Ersten 19th century. But it was only after the First World War that an Weltkrieg wurden in einem engen Bündnis zwischen revan- alliance between revanchist politics and racial cultural sciences chistischer Politik und völkischen Kulturwissenschaften neue developed new archaeological questions, using maps here as archäologische Forschungsfragen entwickelt, bei deren Bear- innovative tools. One of these questions addressed the expan- beitung gezielt Karten als innovative Medien eingesetzt wur- sion of the Slavic population in Germany in the early Mid- den. Eine solche Frage war die nach der Ausdehnung der früh- dle Ages. Some comprehensive studies were made from the mittelalterlichen slawischen Besiedlung in Deutschland. Seit late 1920s and were analyzed and published during the 1930s. den späten 1920er Jahren wurden dafür teilweise umfangrei- Thereby historical reconstructions of space were mixed with che Datenmengen erhoben, die im Verlauf der 1930er Jahre ethnical space utopia and found questionable expression in ausgewertet und publiziert wurden. Dabei wurden historische maps. Raumrekonstruktionen und ethnische Raumutopien mitein- Keywords: archaeology; early Middle Ages; Slavs; German ander vermengt, was besonders die Karten im Rückblick als research of the East bedenklich erscheinen lässt. Keywords: Archäologie; Frühmittelalter; Slawen; Deutsche Ostforschung Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 217 susanne grunwald 1 Einleitung nations‘ ist inzwischen vielfach beschrieben worden.7 Ihre kartographischen Voraussetzungen sind u. a. ge- Im Mai 1941 wurde in Deutschland eine archäologische kennzeichnet durch die Strategie, das unterrepräsentier- Karte zensiert und ihre Überarbeitung befohlen, wäh- te Andere als Rahmen des intensiv kartierten Eigenen rend das Buch, dem die Karte beigegeben war, unbe- darzustellen, was zum produktiven Schweigen der Kar- anstandet durch die Zensur ging. Die Karte wurde mit ten führen kann.8 In der archäologischen Kartographie der Begründung, sie böte den „Gegner[n] des Reiches“ ist diese Routine als Mittel der Konzentration auf ein praktisch „sorgsam durchgearbeitetes Propagandamate- Thema durch die Reduktion von Komplexität, also bei- rial“, als politisch bedenklich eingestuft.1 Man empfahl spielsweise das Weglassen aller anderen zeitgenössischen deshalb, den Verkauf des Buches sofort einzustellen, im Fundpunkte in Bezug auf eine Typverbreitung, seit dem Handel befindliche Exemplare zurückzurufen oder zu- ausgehenden 19. Jahrhundert fest etabliert.9 Als die His- mindest die Karte aus dem Buch zu entfernen. Die aus- toriker der Publikationsstelle 1941 eine entsprechende gelieferten Exemplare sollten nach Möglichkeit nur in kartographische Relativierung des slawischen Siedlungs- verschließbaren Bücherschränken aufbewahrt und nur raumes forderten, wurde dieser kartographischen Rou- an ‚politisch einwandfreie Leser‘ ausgehändigt werden.2 tine zusätzlich auch eine politische Relevanz zugewie- Bei dem Buch handelte es sich um Werner Hülles West- sen, die über den engeren Fachbezug der gesamten Pu- ausbreitung und Wehranlagen der Slawen in Mitteldeutsch- blikation weit hinausreichte. Erst dadurch konnte ei- land mit dem Beitrag von Werner Radig Die sorbischen ne archäologische Karte als potentielle Gefahr für re- Burgen Westsachsens und Ostthüringens, das 1940 in der gionale oder nationale Interessen wahrgenommen wer- sog. Mannus-Bücherei des Leipziger Barth-Verlages er- den, worüber offensichtlich 1941 zwischen den verschie- schienen war.3 Auf der ‚bedenklichen‘ Karte hatten Hül- denen vertretenen Geisteswissenschaftlern, dem Verlag le und Radig mit Punktsignaturen slawische Siedlungs- und den staatlichen Stellen ebenso Konsens herrschte plätze und Befestigungen sowie mit Pfeillinien die Ein- wie über die kartographische Praxis selbst. Dieses poli- wanderungswege der Slawen aus Böhmen und aus Schle- tikrelevante Potential der archäologischen Kartographie sien in das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts, Thürin- möchte ich anhand von Beispielen aus den deutschen gens und Westsachsens dargestellt (Abb. 1). Forschungen zum slawischen Frühmittelalter vom aus- Als wissenschaftliche Gutachter und Zensoren des gehenden 19. Jahrhundert bis zur Zensur der Hülle- Buches fungierten Historiker4 der Publikationsstelle Radig-Karte aufzeigen. Dafür gehe ich von der These aus, Dahlem (PuSte), einer Einrichtung sowohl zur histo- dass sich die Zeitgebundenheit der Kartographie als Teil rischen Forschung als auch zur Politikberatung beim des methodischen Settings der Archäologie vor allem in Preußischen Staatsarchiv.5 Ihre Kartenkritik verweist einer unmittelbaren Abhängigkeit zur politischen Kon- nicht nur auf den vor allem propagandistischen Bedeu- stellation in den Arbeitsgebieten zeigte, genauer: von tungszuwachs von Karten seit dem Vorabend des Ersten den dort diskutierten politischen Raumkonstruktionen Weltkrieges.6 Dass die Zensoren die Suggestivkraft einer abhing.10 frühgeschichtlichen ethnischen Kartierung fürchteten, Es ist kein Zufall, dass die meisten Kartenbeispie- belegt auch, dass die Rezeption dieser Karte prognosti- le dieses Beitrages nach 1899 erschienen. Selbst der pro- zierbar war, weil diese Form der Darstellung bei Karten- duktive Rudolf Virchow (1821–1902) hinterließ weder produzenten und -lesern gleichermaßen etabliert war. zur slawischen Archäologie noch zu einem anderen ar- Die soziale Mechanik solcher ‚Geographical Imagi- chäologischen Thema eine Karte, denn in vielen deut- 1 Halle 2008, 44. 2002, 106–115. 2 Halle 2008, 44. 6 Herb 1997; Haslinger und Oswalt 2012. 3 Ausführlich zur Zensurgeschichte des Buches: Halle 2008. 7 U. a. für Europa und den ‚Orientalismus‘ aus geographischer Sicht: Gre- 4 Wenn ich im folgenden Text Akteure mit der maskulinen Berufsbezeich- gory 1994; Gregory 2004; aus historischer Perspektive: Baker und Biger nung oder Gruppenzugehörigkeit bezeichne, entspricht dies den histo- 1992; für die junge Literaturgeographie: Piatti 2008. rischen Gegebenheiten. Wo ich nicht konkrete Personen, sondern Grup- 8 Harley 2002. pen nenne und weibliche Vertreter dieser Gruppe nachweisbar sind, gebe 9 Steuer 2006; Grunwald 2014; Hofmann 2016. ich dies an. 10 Für Anregungen danke ich herzlich Matthias Hardt, Dirk Hänsgen und 5 Zur ‚wissenschaftlichen Abwehrarbeit‘ der Publikationsstelle vgl. Haar Jörg Mose! 218 bedenkliche karten Abb. 1 Die Hülle-Radig-Karte in der Erstausgabe von 1940. 219 susanne grunwald schen Staaten begann erst nach der Mitte des 19. Jahr- Renommee und Fördermittel gewährt wurden, sondern hunderts die systematische Sammlung und Dokumen- auch in die Privilegierung von Forschungsthemen.17 tation von Funden und Bodendenkmälern. Auch vor Deshalb erfuhr nun auch das bis dahin von der über- Virchows archäologischer Haustür, in der Mark Bran- regionalen deutschen Forschung vernachlässigte Früh- denburg, dauerte es Jahrzehnte, bis überhaupt hinrei- mittelalter mit seinen sprichwörtlichen Völkerwande- chend kartierbare Fundplätze bekannt waren.11 Anders rungen und Reichsgründungen als den Ausgangspunk- in Regionen, die auf ältere und früh institutionalisierte ten für die spätere Staatengeschichte Europas in West- Forschungstraditionen zurückblicken konnten und wo und Ostdeutschland eine langanhaltende Konjunktur.18 von administrativer Seite brauchbare Karten zur Verfü- Besonders im Grenzgebiet zwischen Deutschland und gung gestellt wurden, wie die Karten zu Mecklenburg dem wiedergegründeten Polen wurde die Frage nach zeigen werden. So setzten auch politische Konstellatio- dem Ausmaß und der Dauer der slawischen frühmit- nen nachweislich bereits vor dem ‚Zeitalter der Extre- telalterlichen Besiedlung zum Politikum. Mit dem ver- me‘ (Eric Hobsbawm) kontinuierlich den Rahmen für stärkten finanziellen und ideologischen Support solcher die kartographische Praxis in der Archäologie, indem Forschungen gingen aber auch methodische Transfers sie Landesvermessungen und die Bereitstellung von Kar- einher.19 So verband der intensive Einsatz von Karten als tenwerken beeinflussten.12 Nachdem Karten seit dem Mittel der Visualisierung von Überzeugungen und Ar- letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zunehmend von Ar- beitsergebnissen bald sehr intensiv gesellschaftliche und chäologen genutzt und publiziert wurden,13 verstärkte politische Diskurse mit den wissenschaftlichen, wie das sich diese Tendenz nach dem Ersten Weltkrieg. Damals Beispiel aus Schlesien zeigt. Diesen Forschungen in re- forcierten Vertreter der deutschen archäologischen For- alpolitischen Grenzgebieten standen seit dem ausgehen- schung und Denkmalpflege den institutionellen Aus- den 19. Jahrhundert kontinuierlich Arbeiten gegenüber, bau ihres Faches unter anderem durch inhaltliche und die sich mit der Lokalisierung der germanisch/deutsch- methodische Anpassungsleistungen, um an einflussrei- slawischen Grenze innerhalb des modernen Deutsch- che gesellschaftliche, politische und akademische Dis- land beschäftigten. Sowohl für ihre Fragestellungen als kurse anknüpfen zu können.14 Vor allem Fragen zur eth- auch ihr methodisches und kartographisches setting las- nischen Besiedlungsgeschichte und zu prähistorischen sen sich direkte politisch Bezüge nachweisen, wie letzt- Raumordnungen boten sich an als Schnittstellen zwi- lich auch die Zensur der Hülle-Radig-Karte zeigt. schen der Prähistorischen Archäologie, anderen histori- Allen Beispielen dieses Beitrages ist gemein, dass ih- schen Kulturwissenschaften, aber auch der Geographie re Autoren und Autorinnen wie Rezipienten und Rezi- oder Rassenkunde.15 In denjenigen Regionen Deutsch- pientinnen die Slawen als historisch gegebenen Ethnos lands, in denen es nach 1918 zu Gebietsveränderungen betrachteten und erforschten. Dagegen versteht die jün- und Bevölkerungsverschiebungen gekommen war, er- gere archäologische und historische Frühmittelalterfor- gaben sich damit vielfältige Allianzen zwischen der ar- schung vor allem in Österreich und Deutschland histori- chäologischen Forschung und Denkmalpflege einerseits sche Ethnien wie die Slawen oder die Germanen als zeit- und Vertretern der Völkischen Bewegung, Behörden zur genössische politische oder ethnographische Konstruk- Minderheitenpolitik und ‚Deutschtumspflege‘ oder der te, denen keine realen sozialen Entitäten gegenüberstan- interdisziplinären Deutschen Ost- und Westforschung den. Dementsprechend sind im folgenden Text für sol- andererseits.16 Aus Sicht der Archäologie mündete die che ethnischen Konstrukte immer Anführungszeichen Teilhabe an diesen Ressourcenensembles nicht nur in mitzudenken.20 eine verstärkte politische Selbstindienststellung, wofür 11 Vergleiche dazu u. a. Voss und Stimming 1887. 17 Grunwald 2016b. 12 Grunwald 2016b. 18 Fehr 2010; Halle 2009; Grunwald 2009; Grunwald und Reichenbach 13 Grunwald 2014. 2009, 73–82; Grunwald 2012b; Grunwald 2016b. 14 Fehr 2010. 19 Grunwald 2017b, 1107–1108. 15 Wiwjorra 2006; Veit 2006; Grunwald und Reichenbach 2009; Grunwald 20 Zur Revision der sog. ethnischen Deutung in der archäologischen und 2016b. historischen Frühgeschichtsforschung vgl. Brather 2004; Pohl und Meho- 16 Piskorski, Hackmann und Jaworski 2002; Halle 2009. fer 2010; in der archäologischen Eisenzeitforschung vgl. Rieckhoff 2007. 220 bedenkliche karten 2 Die Slawen im Kartenbild des 19. sche Episode‘ in der frühen deutschen Geschichte. Die- Jahrhunderts ses historisch erarbeitete Slawenbild wurde im 19. Jahr- hundert allmählich durch ethnisch gedeutete archäo- Altbekannte mittelalterliche Quellen und seit der Auf- logische Funde ergänzt.27 Bis dahin war die kartogra- klärung gesammelte Sprachreste und Ortsnamen ha- phische Visualisierung der Slawen in deutschen histo- ben für Mittel- und Ostmitteleuropa einen dynamischen rischen Atlanten des 19. Jahrhunderts aber längst ka- germanisch/deutsch-slawischen Siedlungsraum überlie- nonisiert. Das zentral positionierte Siedlungsgebiet der fert, für den seit den 1970er Jahren in der deutschen von Tacitus überlieferten germanischen Stämme oder Forschung der Raumbegriff Germania Slavica etabliert des späteren deutschen Reiches, das in der Regel pro- ist.21 Damit wird „der Bereich der mittelalterlichen deut- minent koloriert war, wurde östlich der Elbe bis zur schen Ostsiedlung in den slawisch besiedelten Gebieten Oder oder Weichsel überlagert von einer Wolke slawi- östlich von Elbe und Saale, soweit der sprachlich ger- scher Stammesnamen, die nach Osten allmählich aus- manisiert worden ist“, bezeichnet.22 Als ein Nebenpro- dünnte. Diese Darstellung entsprach dem Topos des wei- dukt der historischen und sprachwissenschaftlichen For- ten, irgendwie leeren, kulturell minderwertigen Ostens, schungen zu diesem Gebiet wurde seit dem frühen 19. der kontrastiert wurde vom differenziert dargestellten Jahrhundert ein spezifisch deutsches Slawenbild entwi- Mittel- und Westeuropa, wo die Geschichte scheinbar ckelt.23 Die Slawen waren, noch bevor die ersten archäo- tobte und auch entschieden wurde.28 logischen Fundplätze in Mitteleuropa als slawisch ge- Ein Aspekt dieses kulturellen und ethnischen Ant- deutet wurden, als historische Antagonisten der Germa- agonismus wurde sowohl geschichtswissenschaftlich als nen und späteren Deutschen etabliert24 und auch in der auch kartographisch besonders herausgearbeitet und historischen Atlaskartographie präsent.25 Am Ende des sollte die deutsche archäologische Perspektive auf das 19. Jahrhunderts herrschte unter deutschen Historikern europäische Frühmittelalter entscheidend beeinflussen. und frühen Altertumsforschern, vor allem aber unter Während das Germanische/Deutsche nahezu konstant Linguisten Konsens darüber, dass die Slawen seit dem als genuin zentraleuropäisch, expansiv und kulturell Ende der Völkerwanderungszeit aus dem Osten nach hochwertig gedacht und dargestellt wurde, verstand Schlesien und Brandenburg und aus dem Südosten über man das Slawische als eingewandert, fremd und nach- Böhmen in das heutige Sachsen, Sachsen-Anhalt und träglich29 und visualisierte die sog. Einwanderung oder Nordbayern eingewandert seien.26 Aufgrund der frän- Westexpansion der Slawen in entsprechenden Karten- kischen Überlieferung von Stammesnamen und geogra- folgen. Dem widersprachen einige polnische Historiker phischen Raumbezügen rekonstruierte man eine erste und Altertumsforscher der Jahrhundertwende mit der Konsolidierungsphase, nach der es ab dem 8. Jahrhun- sog. Autochtonie-These. Damit wurden nicht nur Ter- dert zu Zentralisierungsprozessen gekommen war, die ritorialansprüche untermauert, sondern auch der fried- unter anderem zum Bau von Befestigungsanlagen und liche Charakter der frühen polnischen Kultur mit dem zu Bündnissen mit den Franken und später den Karolin- aggressiven der expandierenden frühen Deutschen kon- gern im Westen geführt hatten. Im Verlauf des Hochmit- trastiert.30 Auf deutscher Seite favorisierte man die Ein- telalters erfolgte dann die Unterwerfung einzelner Stäm- wanderungsthese, wobei chronologische Fragen über- me bis hin zur vollständigen Assimilierung der Slawen wogen, und behielt das kartographische Konzept der durch die Deutschen, und neben einer slawischen Rest- sequenziellen Darstellung bei (Abb. 2a und 2b). Stell- bevölkerung in der sorbischen Lausitz verwiesen einzig vertretend dafür zeige ich zwei Karten der fünfteili- noch Fluss-, Orts- und Familiennamen auf diese ‚slawi- gen Kartenfolge Die Germanen in Mitteleuropa und ihre 21 Fritze 1980; Schich 2010. Geschichtsatlanten: Schraut 2011, allerdings ohne Analyse der Darstel- 22 Fritze 1980, 11; Forschungsüberblick zur Ostsiedlung: Wippermann lungen zum europäischen Frühmittelalter. 1980b. 26 Brather 2001; zur älteren Forschungsliteratur vgl. Piskorski 2007. 23 Fritze 1980, 14–15. 27 Brather 2005. 24 U. a. Heffter 1847. 28 Gebhard, Geisler und Schröter 2010, 11–12. 25 Forschungsüberblick zum Kartengebrauch in der Volkstumsforschung: 29 Wippermann 1980b, 55–56. Kötzschke u. a. 1936; Aubin 1939; Fritze 1980, 15–17; zur Geschichte der 30 Gehrke 2001, 132. 221 susanne grunwald Abb. 2 Die Karten zeigen den Stand der Besiedlung Mitteleuropas im frühen 4. Jahrhundert (a) und am Beginn des 7. Jahrhunderts (b). 222 bedenkliche karten Nachbarvölker.31 Auf diesen Karten zur frühmittelalter- du précis de la géographie universelle (Paris 1812) erschien, lichen Ethnographie wird die kontinuierliche Westaus- wirkten aber die ‚buntfarbigen Landumrisse‘ so über- breitung der Slawen bis zum Grenzkontakt mit dem zeugend, dass man auch in deutschen Verlagshäusern germanisch/deutschen Gebiet im frühen 9. Jahrhundert schnell dazu überging, Grenzen farbig darzustellen, als dargestellt, wobei die letzte Karte die Verhältnisse im sog. ‚Randkolorit‘.36 Waren politische Grenzen noch teil- Jahr 814 darstellen soll, dem Todesjahr Karls des Gro- weise eindeutig darstellbar, ergaben sich für die Kartie- ßen. Diese Kartenfolge ist ein frühes Beispiel für die Zu- rung von kulturellen Phänomenen oder Sprachen grö- sammenarbeit zwischen, oder besser: für das Ineinan- ßere Probleme. Zum Beispiel ineinandergreifende, un- dergreifen von historischer Ethnographie und Archäolo- terschiedlich farbige Streifen oder Farbflächen variabler gie. Ihr Autor, der Offizier und Ethnograf Roderich von Intensität gaben aber keine genau lokalisierbaren Phä- Erckert (1821–1900),32 wurde von keinem Geringeren nomene wider, sondern beschrieben einen regionalen als Gustaf Kossinna (1858–1931) beraten, der ein Jahr Kenntnisstand ganz allgemein, wie auf Erckerts Karte XI später den ersten Lehrstuhl für Germanische Archäolo- (vgl. Abb. 2b).37 Solche Darstellungen erforderten aller- gie einnehmen sollte.33 Kossinna etablierte sich in den dings bis weit ins 20. Jahrhundert hinein einen erhebli- Jahren um den Ersten Weltkrieg als Vertreter einer völki- chen Herstellungsaufwand. schen, politikorientierten Archäologie und bediente ge- Dem drucktechnischen Kalkül und der Mode stan- zielt den völkischen Kartenboom der 1920er Jahre.34 Al- den kulturwissenschaftliche Diskussionen zu histori- lerdings waren seine wissenschaftlichen Schlachtfelder schen Grenzformen gegenüber. In den Forschungen vor allem die als germanisch verstandenen jungsteinzeit- zur Germania Slavica hatte seit der Jahrhundertwende lichen und bronzezeitlichen Kulturen, so dass von ihm und unter dem Einfluss geopolitischer Theoriebildung keine weiteren Karten zum slawischen Frühmittelalter durch Friedrich Ratzel (1844–1904) und Karl Hausho- vorliegen. fer (1869–1946) die Idee dominiert, die als Linien ge- dachten mittelalterlichen Reichsgrenzen hätten sich aus Grenzsäumen entwickelt.38 Zahlreiche historische Quel- 3 Historische Grenzformen im Raum len überlieferten Beispiele dafür, aber auch, wie für die und auf Karten fränkisch-slawische Kontaktzone an Elbe und Saale im frühen 9. Jahrhundert, eine durch Befestigungen defi- Die Frage der Grenzdarstellung hatte Erckert sicher- nierte Flussgrenze, der mit zeitlicher Verzögerung ein lich in enger Absprache mit dem Verlag entschieden, ebenfalls durch Befestigungen kontrolliertes slawisches denn drucktechnische und finanzielle Erwägungen be- Grenzgebiet entlang der Saale gegenüberlag (sog. limes einflussten stets die Entscheidungen über das Erschei- Sorabicus).39 Das Spektrum der historisch überlieferten nungsbild der Karten stark. Die gewählte Darstellungs- Kontakte und Grenzmodalitäten ist ebenso reich40 wie form der Flächenkolorierung ist eine besonders ein- das der Grenzmarkierungen. Diese Orientierungspunk- drückliche, suggeriert sie doch gewichtige kulturelle te wurden teilweise auch als Grenzlinie kommuniziert,41 Ordnung und Homogenität. Sie war bereits im frühen aber die historische Forschung konstatierte: eine „Grenz- 17. Jahrhundert vereinzelt gebräuchlich, aber noch am ziehung auf nationaler Grundlage lag dem Mittelalter Beginn des 19. Jahrhunderts erschienen Atlanten oh- völlig fern“42 . Seit dem 11. Jahrhundert wurde, so le- ne politische Grenzziehungen, sondern nur mit territo- gen es die historische Überlieferung und jüngere Orts- rialen Beschriftungen, womit man vor allem dem Cha- namenforschungen aus ganz Ostmitteleuropa nahe, die os der zeitgenössischen Grenzpolitik Rechnung trug.35 lineare Grenze erweitert zu einem tatsächlichen Grenz- Als dann Conrad Malte-Bruns (1775–1826) Atlas complet saum mit künstlichen Hindernissen, Grenzwäldern und 31 Erckert 1901. 38 Helmolt 1896; Ratzel 1892; Haushofer 1927; ausführlicher Überblick 32 Petronis 2011, 69–70. über die mediävistische Grenzforschung im 20. Jahrhundert: Hardt 2000. 33 Grünert 2002. 39 Hardt 2000, 42–44; Hardt 2001b. 34 Grunwald 2017a. 40 Hardt 2000, 54. 35 Eckert 1921, 396. 41 Hardt 2000, 47. 36 Eckert 1921, 396. 42 Folkers 1929, 342. 37 Eckert 1921, 447–448. 223 susanne grunwald Ödgebieten.43 Im Spätmittelalter wurden die Grenzsäu- 4 Die deutsche Archäologie der Slawen me wieder reduziert zu Grenzlinien als Reihen von na- vor 1918 türlichen oder künstlichen Markierungen, deren Verlauf schriftlich fixiert und dadurch gültig war.44 Wenn in den Die ersten Fundplätze, die durch die Korrespondenz späten 1920er Jahren also bereits die scharfe ethnische schriftlicher und archäologischer Quellen slawischen Trennung für das europäische Früh- und Hochmittelal- Siedlern zugewiesen wurden, erschloss man in den ter widerlegt war – warum kartierten dann Hülle und 1830er Jahren im heutigen Tschechien.50 Dort und im Radig noch 1939 eine solche Grenze mit einer luftigen heutigen Polen wurde auch das Gros der Arbeiten zur Strichlinie? sog. Slawischen Altertumskunde geleistet.51 Deren Er- Grenzlinien wurden auch im deutschsprachigen gebnisse, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts veröffent- Raum erst ab der Renaissance als Punktlinien kartiert. licht in zahlreichen Handbüchern und umfangreichen Auf Katasterkarten wurden statt Grenzlinien zuerst die Katalogen von Funden, die als Überreste der slawischen real existierenden Grenzsteine und -posten dargestellt, Vorfahren der modernen Tschechen und Polen galten, die im realen Raum wie auf der Karte Punktlinien bil- lieferten darüber hinaus wesentliche Beiträge zu den deten.45 Zwischen solchen Grenzmarken konstruierte zeitgenössischen nationalpolitischen Debatten in Ost- der Kartograph meist überhaupt erst den Grenzverlauf, mitteleuropa.52 Diese wurden aber bis zum Ersten Welt- so dass „die administrativen Grenzen die wunderlichs- krieg weitgehend von Historikern dominiert, wobei drei ten und bizarrsten Formen annehmen, wie sie nimmer- Aspekte der slawischen Frühgeschichte eine besondere mehr der Wirklichkeit entsprechen konnten“46 . Ab dem Rolle spielten. 1. Die Hinwendung zur präfeudalen Pha- 18. Jahrhundert, mit dem Aufbau des Vermessungswe- se der ersten polnischen Staatsgründung unter den Pias- sens, wurde die genaue Vermessung und anschließende ten und da vor allem hin zur Bauernschaft als der ‚eigent- Kartierung der politischen und verwaltungstechnischen lichen Substanz der Nation‘;53 2. die These von der auto- Grenzen stetig entwickelt und vermessungstechnische chtonen mitteleuropäischen Entwicklung der Slawen54 Genauigkeit setzte sich als kartographischer Standard bei und 3. die Frage nach der ‚ursprünglichen‘ Ausdehnung der Grenzdarstellung durch.47 Obwohl die politischen der frühen polnischen Staaten und damit nach dem Ver- Grenzen dann seit dem 19. Jahrhundert vielfach tatsäch- lauf der polnischen Westgrenze.55 lich undurchlässiger wurden, war aber der Übergang von In den deutschen Staaten, wo entsprechend die der gepunkteten zur durchgezogenen Grenzliniendar- germanische Altertumskunde Vorrang hatte, machte in stellung letztlich wohl drucktechnischen Bedürfnissen erster Linie der Fundreichtum selbst eine archäologi- geschuldet: „Die einfach punktierte Linie ist wegen des sche Auseinandersetzung unausweichlich und bis zum leichten Versagens48 bei größerem Auflagendruck größ- frühen 20. Jahrhundert gehörte die Darstellung des tenteils durch die gerissene Linie ersetzt worden“49 . Die slawischen Frühmittelalters zu jeder landesgeschichtli- deutsch-slawische Grenzziehung auf der Hülle-Radig- chen und archäologischen Regionaldarstellung. Bereits Karte spricht also für einen gewissen drucktechnischen in den 1830er Jahren hatte Friedrich Lisch (1801–1883) Aufwand bei der Kartenherstellung und damit für eine mecklenburgische Fundplätze den historisch überliefer- ganz bewusste Entscheidung für diese Form der Grenz- ten Slawen zugeordnet, aber erst durch Virchow er- darstellung. Lieferten die archäologischen Funde mögli- fuhr die archäologische Erforschung des slawischen Al- cherweise doch geschlossene, gegeneinander abgrenzba- tertums nachhaltige Impulse.56 Ausgehend von Ausgra- re Siedlungsgebiete und standen damit im Widerspruch bungen an frühmittelalterlichen befestigten Siedlungen zu den historischen Forschungen? 43 Hardt 2000, 53. 51 Zu den polnischen ethnographischen und sprachwissenschaftlichen For- 44 Hardt 2000, 54. schungen: Gehrke 2001, 163–169. 45 Eckert 1921, 395. 52 Brather 2008, 11–13; zum Begriff Ostmitteleuropa: Lübke 2004. 46 Eckert 1921, 395. 53 Gehrke 2001, 128. 47 Eckert 1921, 397. 54 Gehrke 2001, 132. 48 Unscharfer, verwischter Druck. 55 Gehrke 2001, 130–131. 49 Eckert 1921, 397. 56 Brather 2005, 34; Brather 2008, 17–18. 50 Brather 2008, 12. 224 bedenkliche karten Abb. 3 Beltz’ Darstellung folgt den Diskussionen der Kartenkommission der DGAEU aus den 1870er Jahren. Die Frage nach der Einwanderungs- richtung der Slawen interessierte ihn nicht, ebenso wenig die Frage der späteren Assimilation der Slawen mit deutschsprachigen Siedlern oder den zahlreichen Händlern entlang der Ostseeküste. auf der Insel Rügen, zu denen Schriftquellen eine slawi- te, ganz in der Tradition der Geschichtsatlanten, über- sche Gründung und Besiedlung überlieferten, und von lieferte Stammesnamen, Ortsnamen und schließlich die Untersuchungen an Anlagen im südlichen Brandenburg verschiedenen Grab- und Siedlungstypen. In seiner Dar- definierte Virchow eine Keramikgruppe als ‚Burgwall- stellung treten die Slawen nichts als Ethnos sondern als keramik‘, die zum Indikator einer slawischen Interpre- Epoche der regionalen Vor- und Frühgeschichte auf, zu tation von Fundplätzen in ganz Nord- und Ostdeutsch- der zusätzlich noch Gruppen- und Ortsbezeichnungen land wurde.57 Unter anderem auf Grundlage dessen leg- überliefert sind. te Robert Beltz (1854–1942) im Jahr 1899 vier Karten Virchows und auch Beltz’ Beiträge zu einer wis- zur Vorgeschichte Mecklenburgs vor und davon eine zur senschaftlichen Auseinandersetzung mit slawischen ar- Verbreitung slawischer Funde in der Region.58 (Abb. 3). chäologischen Hinterlassenschaften entstanden in den Grundlage bildete eine Karte, die das Gewässernetz zu- Jahren nach der Reichsgründung von 1871 und da- sammen mit farbig markierten Höhenbereichen und mit in einer Zeit allergrößter nationaler Mobilisierung. den zeitgenössischen Ortschaften zeigte. Beltz kartier- Das staatliche Vermessen und Kartieren von Territori- 57 Brather 2008, 18 Anm. 29. 58 Beltz 1899; Beltz 1901; Grunwald 2016a. 225 susanne grunwald en als Strategien zur nationalen Konstruktion wurden Verhandlungen in Versailles hatte die polnische Dele- zwischen Geographen und frühen Kulturwissenschaften gation erfolgreich Teile von West- und Ostpreußen mit ausgehandelt,59 wobei die Vorstellung davon, was die einem hohen Prozentsatz an polnischsprechender Be- deutsche Nation sei, zwischen Konzepten der Volks- und völkerung sowie die Hafenstadt Danzig als territoriale der Kulturnation oszillierte.60 Nicht nur die regionalen Existenzgrundlage des neuen polnischen Staates gefor- Unterschiede und Traditionen sollten zu Gunsten eines dert. Vor allem aber interessierte (Ober-)Schlesien mit von Preußen dominierten, homogeneren Deutschland- seinen reichen Kohle-, Eisenerz- und Zinkbergwerken, bildes überwunden werden,61 sondern auch die nicht- über dessen Verbleib bei Deutschland oder die Zuord- deutschsprachigen Bevölkerungsteile vor allem in Ost- nung zu Polen eine Volksabstimmung entscheiden soll- deutschland galt es zu ‚germanisieren‘.62 Das zeitgenös- te und das Gegenstand eines heftigen Propagandakrieges sische Kriterium zur Differenzierung von Volk und Kul- wurde.66 1921 stimmten 59 % der Wähler für einen Ver- tur war die Sprache, was u. a. 1876 zum Beginn von bleib in Deutschland, woraufhin nur die sechs östlichs- jahrzehntelangen Datenerfassungen für den Deutschen ten Kreise Oberschlesiens an Polen gingen, die zusam- Sprachatlas führte.63 Das damit in historischer Perspekti- men mit den nördlichen, ehemals pommerschen und ve korrespondierende Differenzkriterium für Kultur, die westpreußischen Gebieten fortan in der politischen Pro- materiellen Hinterlassenschaften der slawischen früh- paganda als der sog. Polnische Korridor bezeichnet wur- mittelalterlichen Besiedlung in den umstrittenen Gebie- den.67 Polnische Forderungen nach der ‚Reslawisierung‘ ten, erfuhr aber bis 1918 wenig direkte Aufmerksamkeit. Ostmitteleuropas westwärts bis zur Elbe sorgten auch Archäologische Quellen wurden vielmehr weiterhin le- für Aufregungen im Mecklenburgischen oder in Mittel- diglich als Teil der regionalen Vergangenheit erschlos- deutschland und verschärften die (kulturgeschichtliche) sen oder im Rahmen der Karteninitiative der DGAEU Frage nach der Westgrenze der Slawen im Frühmittelal- statistisch erfasst.64 Die Idee von ‚geordneter‘ nationa- ter.68 ler Kultur und von der Kongruenz von Nation und Ihre Beantwortung wurde zu einem entscheidenden (Staats-)Territorium sollte aber essentiell für Kulturwis- Argument für die Revision der Versailler Ergebnisse stili- senschaften wie die Prähistorische Archäologie bleiben siert und es formierte sich dafür eine ethnozentristische und Einfluss auf ihre Kartensprache nehmen. Kulturraum- und Volkstumsforschung.69 Getragen wur- de sie vorrangig von Vertretern der klassischen Raumwis- senschaften wie Geographie und Landeskunde, die viel- 5 Die deutsche Archäologie der Slawen fältig und erfolgreich politisch vernetzt waren.70 Anders zwischen 1918 und 1945 als das im Kaiserreich verstandene Staatskonzept wurde dabei ein Volkskonzept vertreten, das ethnische Grenzen Mit den Ergebnissen des Ersten Weltkrieges erlebte gegenüber politisch verhandelten favorisierte und, zum die Diskussion der Frühgeschichte der Slawen in Ost- Beispiel, in Anlehnung an einen mythischen karolingi- deutschland einen Aufschwung. Sie wurde zum poli- schen Reichsgedanken, langfristig eine Expansion des tischen Instrument: auf polnischer Seite zur Rechtfer- deutschen Kultur- und Sprachraumes vorsah.71 Unter tigung der Gebietsansprüche gegenüber Deutschland dieser Forschungsperspektive wurden bis zum Beginn und auf deutscher Seite, um diese Ansprüche abzuweh- des Zweiten Weltkrieges zahlreiche kulturgeschichtliche ren und eigene Gebietsverluste zu revidieren.65 Bei den Forschungen in den umstrittenen Gebieten gefördert, 59 U. a. Schröder 2002; Schröder 2011. schen Diskussion: Rohrer 2012, 48–51. 60 Hering 2003, 41–42; zum Nationalismus deutscher Prägung zwischen 66 Gehrke 2001, 139–144. 1871 und 1933: Hering 2003, 31–88. 67 Laba 2012. 61 Walkenhorst 2007, 81–101; B. Hofmeister 2015. 68 Gehrke 2001, 139–144; zur polnischen Debatte um die ‚natürlichen‘ 62 Rimmele 1996; Walkenhorst 2007, 250–281; konkrete demographische Grenzen Polens: Gehrke 2001, 155–163. Angaben u. a. bei Tetzner 1902, 3; B. Hofmeister 2015, 25. 69 Oberkrome 1993. 63 Knoop, Putschke und Wiegand 1982; Seeba 2000. 70 Helbok 1925; Hackmann 1996, 176–185; Rössler und Schleiermacher 64 Ausnahmen bilden siedlungsgeographische und demographische Studien 1993; Madajczyk 2008. der Jahrhundertwende u. a. von Meitzen 1895. 71 Weipert 2006; Wildt 2009; zu den konkurrierenden Volkstums- 65 Guth 2006; Conze 2007; zur polnischen geschichtswissenschaftlichen Konzepten im Rahmen der Kulturbodenforschung: Haar 2002. Diskussion: Gehrke 2001, 128–143; zur deutsch-polnischen archäologi- 226 bedenkliche karten Abb. 4 Der Wald als Kulturmarker bei Wil- helm Volz. 1920 ließen sich die meisten der angegebenen archäologischen Fundplätze keineswegs so klar ethnisch differenzieren. Die schwarzen Punkte, die germanische Vor- siedlung kennzeichnen sollten, signalisierten darüber hinaus mit der scheinbar nachträglich hinzugefügten roten Umrandung überdeutlich ‚Wir waren schon vor Euch da!‘. wovon u. a. auch die Archäologie mit einem verstärk- zu den Siedlungsverhältnissen im frühmittelalterlichen ten institutionellen Ausbau und vielfältigen Förderun- Oberschlesien gelten. Der Beitrag stammt von Wilhelm gen profitierte.72 Dominiert von der Historischen Ost- Volz (1870–1958), einem einflussreichen Siedlungsgeo- forschung und organisiert durch die erwähnte Publi- graphen, der erst kurz vorher nach Breslau berufen wor- kationsstelle Dahlem, die Volks- und Kulturbodenstif- den war und später die Volks- und Kulturbodenstif- tung und später durch die Volksdeutschen Forschungs- tung leiten sollte.75 Die Karte entspricht ganz seinem gemeinschaften,73 forschten Archäologen und Archäo- Diktum „Polnisch der Wald und deutsch – die Kul- loginnen zum Alter der slawischen Besiedlung und zu tur“76 und ist ein Beispiel für überinterpretierten For- deren Vorgängern bzw. Vorgängerkulturen in den je- schungsstand, vor allem aber für den manipulativen Ge- weils umstrittenen Regionen. brauch von Signaturen (Abb. 4). Auch nach der Volks- Komplementär dazu erfuhren auch Forschungen abstimmung galt Oberschlesien weiterhin als gefährdet, zur frühdeutschen Geschichte des Raumes Förderung, war es doch Untersuchungsfeld sowohl der polnischen um die Frage zu klären, wie weit nach Osten der ger- Westforschung als auch der deutschen Ostforschung, manische Siedlungsraum vor dem Chaos der Völkerwan- was vielleicht die Konstanz der Darstellung im nächs- derung und der ‚kurzen slawischen Episode im Früh- ten Beispiel erklärt. In der Reihe Oberschlesiens Urzeit, mittelalter‘ gereicht hatte.74 Schnell wurde ein Netz die von dem im deutsch-polnischen Grenzlandkampf von interdisziplinären Zirkelschlüssen entwickelt, mit besonders aktiven Prähistoriker Bolko von Richthofen dem die germanozentrische Version der zentraleuropäi- (1899–1983) betreut wurde,77 erschien 1929 eine archäo- schen Frühgeschichte abgesteckt wurde. Als ein frü- logische Regionaldarstellung von Alfons Maruschke.78 hes Beispiel dafür kann eine Karte aus dem Jahr 1920 Er gab ihr, ähnlich wie seinerzeit Beltz, vier Epochenkar- 72 Halle 2009; Haar 2002, 198, 204. 76 Volz 1921, 10; zit. bei Herb 2005, 187. 73 Haar 2008a; Haar 2008b; Krzoska 2008. 77 Weger 2009, 127–140. 74 Haar 2002, 41. 78 Maruschke 1929; zurzeit sind leider keine biographischen Angaben zu 75 Haar 2008a. Maruschke möglich. 227 susanne grunwald Abb. 5 Frühmittelalter in Oberschlesien. Auf dieser Karte gelingt wieder mit der Wahl der Signaturen die Darstellung der deutschen Dominanz im Raum: Die Signaturen für slawische Siedlungsfunde und Burgwälle sind lediglich rote Strichzeichen, während diejenigen für die deutschen Befunde massiv rot dargestellt wurden. ten bei, auf denen die Fundplätze des oberschlesischen erschien 1926 und enthielt eine Karte, auf der die Mehr- Kreises Neustadt zwischen Steinzeit und ‚deutschmittel- heit der Symbole sprachliche Quellen und nur etwa alterlicher Zeit‘ gezeigt wurden (Abb. 5). 20 kleine Kreuze archäologische Fundplätze markieren Die durch die Kriegsergebnisse ausgelöste For- (Abb. 6).80 Der Nestor der süddeutschen Archäologie, schungskonjunktur rückte endlich auch die slawische Paul Reinecke (1872–1958),81 publizierte ein Jahr später Besiedlung in Nordbayern in den Fokus geographi- eine umfassende Kritik an dieser Arbeit und fügte auch scher Forschungen und Mitte der 1920er Jahre vergab eine Karte bei (Abb. 7).82 Was die Anzahl und Verbrei- der Theologe und Geograph Robert Gradmann (1865– tung der archäologischen Fundstellen betrifft, ergänzte 1950) in Erlangen ein entsprechendes Doktorarbeitsthe- er die Arbeit Bachmanns mehr, als dass er ihr wider- ma. Gradmann vertrat eine naturraumbezogene, stark spricht. Aufschlussreich ist vor allem die Mechanik der interdisziplinäre Landeskunde79 und beauftragte die Abgrenzung des slawischen Siedlungsgebietes durch die Absolventin Margarete Bachmann mit der Auswertung Kartierung frühmittelalterlicher Reihengräber im Wes- der namenskundlichen, historischen und eben auch ar- ten und die dazu versetzt nordöstlich verlaufende slawi- chäologischen Quellen zum Thema. Bachmanns Arbeit sche Sprachgrenze. 79 Schenk und Schäfer 2002. 81 Krämer 2003. 80 Bachmann 1926; zurzeit sind leider keine biographischen Angaben zu 82 Reinecke 1927–1928. Bachmann möglich. 228 bedenkliche karten Abb. 6 Die Kartierung der slawischen Fundorte und Sprachreste in Nordbayern erscheint im Vergleich zu den vorherigen Beispielen als undogmati- sche Fleißarbeit. In Norddeutschland, wo ebenfalls eine frühmittel- Diese Grenzziehung war im Gelände nicht als zusam- alterliche slawische Bevölkerung historisch überliefert menhängende Struktur erkennbar und seit dem 19. Jahr- und archäologisch nachgewiesen war, es aber keinen hundert mehrten sich die Versuche, obertägig erkenn- deutsch-slawischen Grenzkonflikt gab, interessierte die bare Besiedlungsreste diesem limes zuzuweisen.85 Nach Frage nach dem Weiterleben der slawischen Kultur im Aufmessungen, Untersuchungen und Kartierungen an Deutschen, wofür die sog. Ausrottungs- oder Verflüchti- den Befestigungsanlagen für den Atlas der vorgeschichtli- gungstheorie diskutiert wurde.83 Damit korrespondier- chen Burgwälle in Niedersachsen zwischen 1904 und 191186 ten archäologische Forschungen zum sog. limes saxoniae rückte der völkische Philologe und Historiker Hermann im heutigen Schleswig-Holstein. Überlieferungen aus Hofmeister (1878–1936) die Idee des limes als einer Rei- dem späten 11. Jahrhundert berichten von einem Grenz- he von Befestigungen und den Grenztopos selbst in den system aus Geländemarken, Flussläufen und Befestigun- Fokus der archäologischen Forschung.87 Hofmeister pu- gen, das nach der fränkischen Eroberung des Gebie- blizierte auch eine kartographische Grenzrekonstrukti- tes seit dem ausgehenden 8. Jahrhundert die slawischen on des limes als einer komplexen Grenzzone, als ein ‚Li- Siedlungsgebiete von denjenigen der Sachsen trennte.84 83 H. Hofmeister 1927a; H. Hofmeister 1927b, 69–95; Folkers 1929, 347. 86 Müller 2012, 139; Grunwald 2011, 59–60. 84 Hardt 2001a. 87 H. Hofmeister 1917; H. Hofmeister 1927a; zu Hofmeister: Grunwald 85 Müller 2012, 139. 2011, 112–115. 229 susanne grunwald Abb. 7 Mit diesen Grenzziehungen stellte Reinecke Nordostbayern anders als Bachmann als stark politisch gegliederten Raum dar. Hülle sollte sich in seiner Arbeit zur Westausbreitung der Slawen auf Reineckes Darstellung beziehen und sie ausdrücklich loben (Hülle 1940, 44). mesgebiet‘ (Abb. 8).88 Grundlegend für seine Bewer- werden,90 wie es die historische Forschung anhand von tung des limes war die Annahme, dass im Frühmittelal- Schriftquellen leisten konnte und wie es letztlich für die ter Volksgrenzen mit politischen Grenzen zur Deckung politische Verwertbarkeit von Forschungsergebnissen er- kamen; ein Konzept, das er auch für die politische Ge- forderlich war. Wilhelm Unverzagt (1892–1971), Direk- genwart empfahl.89 tor des Staatlichen Museums für Vor- und Frühgeschich- Die Konjunktur archäologischer Forschungen zum te in Berlin und Dozent an der dortigen Universität, slawischen Frühmittelalter in Ostdeutschland ab den vergab deshalb die Bearbeitung von frühmittelalterliche 1920er Jahren wurde fachintern ausgebremst durch die Keramik führenden Münzschatzfunden aus dem Gebiet Schwierigkeiten bei der Gliederung der frühmittelalter- zwischen Elbe und Oder als Promotionsthema und hoff- lichen Keramik. Selbst historisch bekannte Fundplät- te, dass die datierbaren Münzen zu einer Gliederung ze wie Zantoch an der Warthe konnten mit archäolo- und besseren Datierung der verschiedenen Gefäßfor- gischen Datierungsmöglichkeiten nicht so beschrieben men führen würde. Zwischen 1931 und 1933 nahm der 88 Müller 2012, 139–141. 2012, 142–152. 89 H. Hofmeister 1927b, 153; zur weiteren Erforschung des limes saxoniae 90 Grunwald 2009; Grunwald 2012b. über den Untersuchungszeitraum dieses Beitrages hinaus vgl. Müller 230 bedenkliche karten Abb. 8 Hofmeisters farbige Darstellung des ‚Limesgebietes‘ des limes saxoniae. Abb. 9 Diese Darstellung ist eine der sche- matischen Kartierungen in Knorrs Abhand- lung und soll den Einfluss westlicher, deut- scher Keramikformen auf die Henkelformen und die Bodenstempel der östlichen, slawi- schen Keramik verdeutlichen. Bearbeiter dieser Studie, Heinz A. Knorr (1909–1996), ging er davon aus, dass Entwicklungen der slawischen alle entsprechenden Funde auf, promovierte mit der Stu- Keramik als Reflexe auf deutsche und damit auf von West die 1934 und veröffentlichte sie 1937.91 Im Ergebnisteil nach Ost gerichtete Kultureinflüsse zurückzuführen sei- stellte er auf mehreren kleinen Karten die Verbreitung en. Die Holzschnitthaftigkeit dieser Idee zeigt sich im einzelner münzbegleiteter Keramiktypen dar.92 Dabei Kartenbild überdeutlich (Abb. 9). Während Knorr die 91 Knorr 1937, Vorwort. 92 Knorr 1937. 231 susanne grunwald Verbreitung verschiedener keramischer Formen der Sla- licher Hilfsarbeiter angestellt war.97 Promoviert hatte wen einzeln kartierte, wird der Einfluss deutscher Kera- Hülle in Heidelberg bei Ernst Wahle (1899–1981), der mikmode mit zwei massiven schwarzen Pfeilen darge- als einer der ersten deutschen Prähistoriker explizit geo- stellt, die von der Grenze des deutschen ‚Formenkreises‘ graphisch orientierte archäologische Regionalforschun- ausgehen, die durch eine idealtypisch gerade Strichlinie gen vorgelegt98 und Hülle in die moderne Geographie dargestellt ist. eingeführt hatte. Mit der Mitteldeutschland-Studie hat- te sich Hülle 1936 an der Berliner Universität habilitiert, wo er seit 1935 als Assistent bei Hans Reinerth (1900– 6 Die Slawen in Mitteldeutschland 1999) arbeitete, dem politisch einflussreichsten deut- schen Prähistoriker während des Nationalsozialismus.99 Auch für die damalige Mitte Deutschlands, das Gebiet Hahne hatte Halle zu einem Schwerpunkt der interdiszi- der heutigen Bundsländer Sachsen, Sachen-Anhalt und plinären ‚Volkheitskunde‘ entwickelt, einer Schnittmen- Thüringen, war eine slawische Besiedlung seit dem Mit- ge aus Vorgeschichtsforschung, Volkskunde und Rassen- telalter nachgewiesen und fester Bestandteil der regio- kunde. Er etablierte die Idee ‚Mitteldeutschland‘ wissen- nalen Geschichtsbilder. Sie zum Gegenstand einer ar- schaftlich und kulturpolitisch100 und förderte archäolo- chäologischen Studie zu machen war aber weniger ei- gische Datensammlungen wie diejenige Hülles, um die ne Reaktion auf realpolitische Konflikte, sondern ein ‚Sonderverhältnisse‘ der Region zu erforschen.101 Da- Beitrag zu einer regionalpolitischen Raumkonstrukti- für klassifizierte u. a. Hahnes Mitarbeiter Paul Grimm on. Bei ‚Mitteldeutschland‘ handelt es sich um ein mo- (1907–1993) in den frühen 1930er Jahren, korrespondie- dernes Raum- und Wertkonstrukt des 19. und frühen rend zu Hülles Forschungen, die sog. westliche, als früh 20. Jahrhunderts, das ohne historische Vorläufer ist. Das deutsch gedeutete Keramik des 8.–13. Jahrhunderts Mit- Gebiet wurde nach 1871 als ‚Mitte der inneren Reich- teldeutschlands.102 gründung‘ bezeichnet und nach dem Ersten Weltkrieg Für Radigs (1903–1985) Mitteldeutschland- sprach man von Weimar in Thüringen als dem „Sym- Verständnis war vor allem der Leipziger Landeshisto- bolort des mittleren, ausgleichenden Deutschlands und riker Rudolf Kötzschke (1867–1949) einflussreich, bei ideeller Neubesinnung“.93 Die geographische Mitte wur- dem er studiert und promoviert hatte. Kötzschke hat- de verstärkt nach 1918 historisch, ökonomisch, national, te die traditionelle, auf Territorial- und Herrschaftsge- rassistisch oder völkisch gedeutet und politisch instru- schichte ausgerichtete Landesgeschichte erweitert und mentalisiert,94 wie u. a. die Auseinandersetzungen um etablierte mit der Gründung des Institutes für Heimat- die Reichsreform zeigen.95 Zwei Kulturwissenschaftler forschung 1927 ‚Heimat‘ als ein eigenständiges For- forcierten diese Entwicklung besonders und standen als schungsfeld in Leipzig.103 Bereits 1909 hatte er ein in- akademische Lehrer bzw. langjährige Vorgesetzte Pate terdisziplinäres Forschungsprogramm für eine Volks- für Hülles Buch und Radigs Beitrag und damit auch für Siedlungs-Geschichte entworfen, das er nach 1918 mit die umstrittene Karte. umfangreicher politischer Unterstützung als wissen- Hülle (1903–1974) widmete sein Buch dem Prähis- schaftlichen Beitrag zur geheimen Revisionspolitik er- toriker Hans Hahne (1875–1935), der seit 1912 als Di- weiterte.104 Sein Ziel war eine „landeskundlich orien- rektor dem Provinzialmuseum in Halle vorstand,96 und tierte[n] Geschichte der ‚deutschen Kolonisation der bei dem er zwischen 1929 und 1935 als wissenschaft- Länder östlich der Elbe‘“ als einer „wirkliche[n] Ge- 93 John 2001b. Gaukulturwart des Gaues Halle-Merseburg, Referent des Ministeriums 94 John 2001b; John 2001a. für Volksaufklärung und Propaganda und Schulungsleiter für Rassenkun- 95 Düwel 2000. de im Gau Mitteldeutschland des Rasse- und Siedlungshauptamtes der 96 Ziehe 1996. SS (Ziehe 1996, 84). 97 Hülle 1940, Vorwort; zu Hülle: Bodenbach 2011 [2008]. 101 Ziehe 1996, 69. 98 Hakelberg 2001. 102 Grimm 1933; Coblenz 1997; Brather 2005, 36. 99 Schöbel 2002. 103 Ludwig 1999. 100 U. a. durch die Gründung des Mitteldeutschen Museumsbundes (1921) 104 Haar 2002. und des Mitteldeutschen Verbandes für Altertumsforschung (1928) (Zie- 105 Kötzschke 1909, 15; zitiert nach Ludwig 1999, 34; gleichlautend Kötzsch- he 1996, 16, 34). Nach eigenen Aussagen war Hahne stellvertretender ke auf der 2. Fachtagung der Leipziger Mittelstelle für zwischeneuropäische 232 bedenkliche karten schichte des Volksbodens“105 mit dem Nachweis eines jeglicher realen militärischen oder propagandistischen fortdauernden, nur kurzzeitig durch slawische Einwan- Gefahr geschützt werden.112 derer unterbrochenen „Vordringens der Deutschen nach Die Korrektur der Karte von Hülle und Radig er- Osten“.106 Mitteldeutschland war dabei als Ausgangs- folgte noch im Jahr der Beanstandung 1940 (Abb. 10).113 punkt der Ostexpansion und als Mitte des mittelalter- Die ursprüngliche Karte galt als gefährlich, da sie die lichen Reiches ein genuiner Forschungsschwerpunkt, „positive Definition des slawischen Territoriums bis an und eine favorisierte Ergebnisform war die kartographi- die Elbe zeige“ und „die räumliche Identifikation der sche Synthese historischer, onomastischer und archäo- Slawen auf deutschem Territorium nicht mühsam aus logischer Daten. einem Text erarbeitet“ werden müsse. Reinerth schlug Hülles Arbeit entsprach sicherlich den Vorstellun- in Absprache mit Hülle und Radig vor, die bestehen- gen Hahnes und Kötzschkes, zumal er darin ein schein- de Karte durch rote Signaturen „sämtlicher bekannter bar wissenschaftlich entwickeltes Slawenbild entwarf. germanischer Funde des Gebietes“ zu ergänzen.114 Das Hülle unterschied die Slawen, die unter fränkischer Ergebnis wurde direkt dem Propagandaministerium zur Herrschaft siedelten, „aber volksmäßig trotzdem sla- Abnahme vorgelegt und positiv bewertet.115 Während wisch waren“, und diejenigen, die weiter östlich politisch die Fundorte der Burgwälle dem Katalogteil von Hül- frei lebten und deren Territorium durch die Wallanla- les Buches zu entnehmen waren, stellte die rote Punkt- gen markiert worden sei.107 Die Westgrenze der Slawen wolke eine informatorische Sackgasse dar, wenn auch unter fränkischer Herrschaft sei „die Verbreitungsgren- eine propagandistisch wirkungsvolle. Diese Punkte wa- ze der germanisch-deutschen Besiedlung“108 , die Hülle ren ursprünglich auf Karte 9 (Die Ortsnamen der ältes- aber in der ersten Version seines Buches nicht kartierte. ten Gruppen) in der Kartensammlung Mitteldeutscher Hei- Für Hülle hatten diese Slawen während ihrer Westwärts- matatlas publiziert worden. Diese wurde seit 1935 von bewegung zahlreiche Kulturkontakte u. a. mit als ger- dem Hallenser Geographen Otto Schlüter (1872–1959) manisch geltenden Goten. Dadurch hätten sie eine ‚ras- von der Historischen Kommission der Landesgeschicht- sische Sonderstellung‘ eingenommen109 und durften als lichen Forschungsstelle für die Provinz Sachsen und für kulturell hochwertiger gelten als ihre osteuropäischen Anhalt herausgegeben und an ihr hatte u. a. auch Hül- Vorfahren und Nachbarn. Derartige Differenzierungen le mitgearbeitet. Kartenwerke wie diese galten als geeig- hatten bereits früher einige Historiker und Archäolo- nete Mittel für die Reflexion über die „Bindungen zwi- gen vorgenommen,110 aber die politische Zensur der schen Scholle, Wirtschaft, Kultur […] nachzusinnen“. späten 1930er und frühen 1940er Jahre hatte für solche Jede Kultur könnte sich aber nur dann als „wahr und Detailfragen keinerlei Interesse. Während Knorrs Kar- echt“ erweisen, „wenn sie urtümlich mit dem Boden te zur Verbreitung slawischer Fundplätze in Ostdeutsch- und mit der Scholle verbunden ist und ewig verbunden land 1937 noch problemlos publiziert werden konnte, bleibt“.116 Entsprechend eng wurden auf Blatt 9 auch erschien Hülles Buch im Krieg. Uta Halle hat in ihrem die Bezüge zwischen den ‚Ortsnamen der ältesten Sied- Beitrag zu dessen Zensurgeschichte dargelegt, dass sei- lungsschicht‘ (bis etwa 600 n. Chr.) und dem Lössbo- nerzeit alle Arten von historischer oder zeitgenössischer den der ‚Kultursteppe‘ des Nordharzvorlandes und Thü- Bevölkerungsstatistik als empfindliche Daten behandelt ringens dargestellt. Ohne Bezeichnungen blieben dage- wurden.111 Darüber hinaus erschien die deutsche Mit- gen Gebiete des Harzes, des Thüringer Waldes und al- te, nunmehr ein bedeutendes Rüstungszentrum, ange- le Sumpflandschaften, denn mangels Ortsnamenüber- sichts des realen Frontverlaufes bedroht und musste vor lieferung galten sie als siedlungsleer.117 Dieser Transfer Fragen im September 1924 in Bautzen (Haar 2002, 31). 113 Zum Ablauf und dem Protest Reinerths gegen die Kartenzensur: Halle 106 Haar 2002, 31; Hackmann 2004, 182–184. 2008, 40–45. 107 Hülle 1940, 37, 43–44. 114 Halle 2008, 44. 108 Hülle 1940, 44. 115 Halle 2008, 44. 109 Hülle 1940, 19. 116 Grahmann, Gaukulturwart und Gauamtsleiter des NS-Lehrerbundes, 110 Zur These „Die Slawen westlich der Oder und in Pommern standen im- Halle, Begleitschreiben zum Heimatatlas (Staatsbibliothek Berlin, Kart. L mer gegen das polnische Reich“: Grunwald 2009, 5. 6087; unpag., 1935). 111 Halle 2008, 45. 117 Erläuterungen zur Karte 1. und 2. Siedlungszeit auf Kartenblatt 9. 112 Bajohr 2009. 233 susanne grunwald Abb. 10 Die überarbeitete Hülle-Radig-Karte. 234 bedenkliche karten sprachwissenschaftlicher Daten auf eine ursprünglich ar- 7 Fazit chäologische Karte unter dem Titel Germanisch-deutsche Hinterlassenschaft zur Zeit des slawischen Westvorstosses in Am Beispiel der Hülle-Radig-Karte und ihrer themati- Hülles Buch ist ein Beispiel für die erwähnten interdis- schen Vorläufer wurde deutlich, wie Forschungsstand ziplinären Zirkelschlüsse der Zwischenkriegszeit. Er ist und politische Rahmenbedingungen das Kartenbild fragwürdig und muss als kontraproduktiv gelten, denn deutscher Prähistoriker und Prähistorikerinnen von den er kann so gelesen werden: Da für eine abgrenzbare ger- Slawen beeinflusst haben. Die sog. slawische Archäo- manische Vor- und eine frühdeutsche Nachsiedlung im logie hatte unter dem Eindruck der Germanisierungs- Gebiet keine ausreichenden archäologischen Belege an- politik des Deutschen Reiches und der Ergebnisse des geführt werden können, darf auf sprachwissenschaftli- Ersten Weltkrieges einen Bedeutungszuwachs erfahren: che Daten zurückgegriffen werden, um Besiedlung zu War sie zur Jahrhundertwende noch ein regionales ar- belegen. Tatsächlich handelt es sich nur bei 25 der zahl- chäologisches Thema unter vielen gewesen, wurde sie reichen roten Signaturen um archäologische Fundplätze in den 1920er Jahren zum archäologischen Duellierplatz von Siedlungen und frühdeutschen Burgen – alle ande- politischer Territorialinteressen. Das führte u. a. auch ren Signaturen stehen für schriftlich überlieferte Ortsna- zum Anstieg des Kartenaufkommens innerhalb der For- menssuffixe. schungen zu den Slawen in Deutschland. Als ein wesent- Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und den liches Ziel dieser Karten entwickelte sich zwischen dem einschneidenden politischen und wissenschaftspoliti- Ersten und dem Zweiten Weltkrieg die Visualisierung schen Umwälzungen ergaben sich für das hier bespro- der slawisch-frühdeutschen sog. ‚Kontaktzone‘. Bereits chene Forschungsfeld widersprüchliche Konsequenzen, auf den Karten aus den älteren Geschichtsatlanten vom die sich auch auf dessen Kartenpraxis auswirkten. Die Ende des 19. Jahrhunderts, auf denen historische statt ar- Dominanz der sowjetischen Wissenschafts- und Kultur- chäologische Überlieferungen kartiert wurden, war eine politik führte in der sowjetischen Besatzungszone/DDR selektive ethnische Kartierung gepflegt worden. In den u. a. zu einer Ausrichtung der archäologischen For- archäologischen Typen- und Kulturkarten setzte sich die- schung auf die materielle Kultur der Slawen,118 auch se Tradition fort. Wahrscheinlich nicht immer beabsich- wenn dies in Widerspruch zu dem bei den Gründungs- tigt und vor allem wohl zum Zweck des ersehnten Über- vätern des wissenschaftlichen Materialismus, Karl Marx blicks über die Vorgeschichte praktiziert, entwöhnten und Friedrich Engels, explizit geäußerten Antislawis- diese ausschließenden Darstellungsverfahren aber vom mus stand.119 Aus Mangel an politisch korrekten Wis- realen Fundchaos und der Vielschichtigkeit kulturellen senschaftlern und Wissenschaftlerinnen wurde dabei Raumverhaltens. Um überhaupt kartieren zu können, auf die überlebenden Vertreter der Vorkriegsforschun- wurden aus methodischen Gründen Filterprozesse und gen zurückgegriffen, was auch zu einer fortgesetzten Transformationen gestartet, die Pauschalisierungen und Nutzung ihrer Arbeitsergebnisse und Arbeitsmateriali- Simplifizierungen entgegenkamen, wie sie auch die po- en einschließlich Karten führte. Gleichzeitig unterlagen litische Propaganda gebrauchte. Dass man bei der Vor- Kartenwerke während der Nachkriegsjahre bis über die stellung der slawisch-frühdeutschen Kontaktzone über- Zeit des Kalten Krieges hinweg besonderen Geheimhal- haupt von gegeneinander abzugrenzenden Raumphäno- tungsrichtlinien120 und neue Karteneditionen wurden menen ausging, verweist darauf, wie stark das geopoli- gezielt verfälscht.121 Wie unter diesen Bedingungen sla- tische Ordnungsprinzip auf dieses archäologische For- wische Besiedlung kartiert und diskutiert wurde, ist bis- schungsfeld wirkte. Das Verfahren, von diffusen Fund- lang noch nicht untersucht worden. verteilungen auf Konzentrationen und schließlich auf begrenzte Einheiten zu schließen, rekurriert dabei auf den modernen Staatsbegriff, der im Kanon politischer Karten mit ihren linearen Grenzen verdinglicht wur- de. Die archäologische Bezugnahme darauf trug mei- ner Meinung nach zur Anschlussfähigkeit der Prähistori- 118 Grunwald 2011, 223–237; Grunwald 2012a. 120 Grunwald 2011, 263–269. 119 Wippermann 1980a. 121 Unverhau u. a. 2006. 235 susanne grunwald schen Archäologie hin zu anderen historischen Kultur- und die gesamte Öffentlichkeit teilten letztlich ein und wissenschaften, vor allem zu den modernen Raumwis- dieselbe Darstellungs- und Wahrnehmungsdressur kar- senschaften bei. Sie ermöglichte aber auch die öffentli- tographischer Imaginationen, wie es Dirk Hänsgen ge- che und politische Rezeption archäologischer Forschun- nannt hat.122 Für sie alle konnte eine Karte tatsächlich gen, denn die Vertreter von Wissenschaft und Politik mehr sagen als ein ganzes Buch. 122 Hänsgen 2012, 63. 236 Bibliographie Aubin 1939 Brather 2008 Hermann Aubin. Zur Erforschung der deutschen Ostbewegung. Sebastian Brather. Archäologie der westlichen Slawen. Siedlung, Leipzig: Hirzel, 1939. 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[email protected]Zielsetzungen und Methoden der Archäologie im 20. Jahr- hundert“ am Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte in Leipzig. Als Stipendiatin der RGK des DAI forschte sie 2017/2018 zur Nachkriegsarchäologie in Deutschland, seit 2018 ist sie Mitar- beiterin am DAI in Berlin. Ihre derzeitigen Forschungsschwer- punkte sind Geschichte der Archäologie und Denkmalpflege, Ausstellungsgeschichte und archäologische Kartographie in Deutschland und Zentraleuropa. 243 Oliver Nakoinz Geographisch-archäologische Methoden und Konzepte der Identitätskonstruktion Zusammenfassung Dieser Beitrag thematisiert die räumlichen Aspekte von Iden- The spatial aspect of identity and culture is addressed in this tität und Kultur. Identität und Kultur sind zwei Konzepte, paper. Identity and culture are different concepts, connected die der Begriff der Interaktion verbindet. Das objektivisti- by the term interaction. The objectivistic concept of culture sche Konzept der Kultur erweist sich als Wirkung von Inter- is an effect of interaction while the subjectivistic concept of aktion, während das subjektivistische Konzept der Identität identity is a kind of intended interaction. Formal quantitative als intendierte Interaktion angesehen werden kann. Kultur analysis can be used to investigate culture while the investiga- in diesem Sinne kann mit formalen quantitativen Analysen tion of identity is limited by certain restrictions. A degree of untersucht werden, während kollektive Identitäten weiteren correspondence between culture and identity and additional Erkenntnisgrenzen unterliegen. Zwei Fallstudien zur älteren assumptions are used to overcome a part of these restrictions. Eisenzeit in Südwestdeutschland illustrieren das vorgestellte Then, the quantitative method is introduced, which is illus- Konzept. Zudem werden zwei komplementäre Konzepte ange- trated by case studies from South-West Germany. In addition sprochen, die andere Gesichtspunkte beleuchten und die For- two complementary concepts are discussed. This paper pleads derung nach einem integrativen Paradigma unterstreichen. for the integrative paradigm, which uses complementary ap- proaches. Keywords: Identität; Kultur; Interaktion; kulturelle Metrik; Clusteranalyse; Eisenzeit; Südwestdeutschland Keywords: identity; culture; interaction; cultural metric; clus- ter analysis; Iron Age; South-West Germany Susanne Grunwald, Kerstin P. Hofmann, Daniel A. Werning, Felix Wiedemann (Hrsg.) | Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken | Berlin Studies of the Ancient World 55 (ISBN 978-3-9816384-7-9; ISSN (Print) 2366-6641; ISSN (Online) 2366-665X; DOI 10.17171/3-55) | www.edition-topoi.org 245 oliver nakoinz 1 Einleitung schaften – so Andreas Reckwitz2 – des Begriffs ‚Gesell- schaft‘ einzunehmen. Der Aufstieg des Identitätsbegriffs Welche formalen geographisch-archäologischen Analy- ist nicht nur in modischer Effekthascherei begründet, semethoden lassen sich verwenden, um prähistorische sondern besitzt durchaus Vorteile. Der Identitätsbegriff Identitäten zu erforschen? Dieser Frage geht der vorlie- stellt das Individuum in den Mittelpunkt und bietet gende Beitrag nach, der auf verschiedenen älteren Ar- damit eine andere Perspektive als der Kultur- und der beiten aufbaut.1 Die Methoden, wie auch das Kultur- Gesellschaftsbegriff. Ein weiterer Vorteil ist, dass dieser konzept, Kritik an unterschiedlichen Ansätzen und die Begriff zahlreiche Aspekte abdeckt und somit in Bezie- Ergebnisse der Fallstudien werden an anderen Stellen hung setzt. Insbesondere die Beziehung des Individu- ausführlicher dargestellt. Hier geht es vorrangig darum, ums zur Gemeinschaft, der es angehört, und zu ande- Möglichkeiten und Grenzen der Methoden zur Erfor- ren Gemeinschaften wird im Spannungsfeld individu- schung von Identitäten auszuloten, womit eine grund- eller Einschätzungen, individueller Identitäten und kol- legend andere Perspektive verbunden ist als in den ge- lektiver Identitäten – und damit in ganz anderer Wei- nannten Arbeiten. Es wird versucht, eine konsistente se als es mit dem Kulturbegriff möglich ist – thema- Methodologie vorzustellen, die sich auf formale quan- tisiert. Daraus resultierend ist der Identitätsbegriff, so- titative Analysen beschränkt, die den Daten inhären- fern keine weitere Qualifizierung angegeben ist, aber te Strukturen offenlegen kann. Wenn wir die Daten auch sehr unscharf. Zunächst müssen wir alle jene Ge- in die drei Kategorien Rauschen, strukturierte Infor- sichtspunkte, die für unser Thema nicht relevant sind, mationen und singuläre Informationen einteilen, dann ausgrenzen und den relevanten Teil isolieren. Beginnen beschäftigt sich dieser Beitrag naturgemäß ausschließ- wir mit den zwei grundlegenden Begriffstraditionen.3 lich mit den strukturierten Informationen. Individuali- In einem umgangssprachlich-mathematischen Sinne be- tät ausdrückende singuläre Informationen können vor schäftigt sich der Identitätsbegriff mit Gleichheit. Die- diesem Hintergrund Bedeutung gewinnen, lassen sich sen Aspekt wollen wir vernachlässigen und stattdessen aber ausschließlich mit formalen Analysen ebenso we- den gesellschaftswissenschaftlichen Identitätsbegriff in nig gewinnbringend analysieren, wie Daten die als Rau- den Mittelpunkt stellen, der die Identifikation signifi- schen einzustufen sind. Während das Rauschen rein zu- kanter und bedeutungsvoller Merkmale von Individu- fällige Daten enthält, stellen singulären Daten valide In- en und Kollektiven thematisiert. Hierbei wird strikt ein formationen dar, die jedoch nicht anhand von Ähnlich- subjektiver Standpunkt eingenommen, der im Gegen- keiten, Mustern und Strukturen im Datenbestand analy- satz zu den objektivistischen Begriffen ‚Kultur‘ und ‚Ge- sierbar sind, sondern ausschließlich anhand ihres Inhal- sellschaft‘ Nähe zum Individuum und eine emische Per- tes und ihrer Bedeutung interpretiert werden können. spektive darstellt. Reckwitz formuliert: „[…] das hoch- Dementsprechend versucht dieser Beitrag eine Kompo- moderne Identitätskonzept ist dagegen hermetisch und nente, einen Mosaikstein des gesamten Bildes beizusteu- historisch orientiert wie auf das Problem des kontingen- ern, das erst in der Synopse komplementärer Ansätze ten Selbstverstehens bezogen.“4 Die Selbstinterpretation Kontur gewinnen kann. steht demnach im Mittelpunkt dieses Identitätsbegrif- fes, der in zwei wesentlichen Varianten5 anzutreffen ist: individuelle und kollektive Identität. Nach Straub gilt 2 Kultur, Identität und Interaktion für die individuelle Kollektivität „Theoretisch bezeich- net ‚Identität‘ die Struktur oder Form der kommunika- tiven Selbstbeziehung einer Person.“6 Die Reflexion von 2.1 Identität Differenzen zu anderen Identitäten ist hierbei das Mit- ‚Identität‘ scheint gegenwärtig in der Archäologie die tel, die jeweilige Identität zu bestimmen. Auch diese Va- Rolle des Begriffs ‚Kultur‘ und in den Sozialwissen- riante schließen wir aus, da sie für unser Thema peri- 1 Nakoinz 2005; Nakoinz 2013; Nakoinz 2014; der Beitrag wurde im Rah- 4 Reckwitz 2008, 54. men des Heisenbergstipendiums Na 687/1-1 erarbeitet. 5 Straub 2011. 2 Reckwitz 2008, 49–50. 6 Straub 2011, 283. 3 Reckwitz 2008, 48. 246 methoden und konzepte der identitätskonstruktion pher ist. Vielmehr soll der Begriff der kollektiven Identi- matisieren und eine objektivierende Herangehensweise tät verwendet werden. Diesen können wir uns als ‚imagi- brächte den Verlust des subjektiven Standpunktes und ned communities‘ im Sinne Andersons vorstellen.7 Jan damit des Kerns des Identitätsbegriffs mit sich. Dieser Er- Assmann stellt fest: kenntnisgrenzen müssen wir uns bewusst sein, wenn wir geographisch-archäologische Methoden und Konzepte Unter einer kollektiven oder Wir-Identität ver- der Identitätskonstruktion besprechen. stehen wir das Bild, das eine Gruppe von sich Lassen wir wieder Straub zu Worte kommen, um aufbaut und mit dem sich deren Mitglieder uns auf den richtigen Weg zur archäologischen Bearbei- identifizieren. Kollektive Identität ist eine Fra- tung von kollektiven Identitäten zu bringen: ge der Identifikation seitens der beteiligten In- dividuen. Es gibt sie nicht ‚an sich‘, sondern im- Die kollektiv geteilten Merkmale, die eine auf mer nur in dem Maße, wie sich bestimmte In- Ähnlichkeit gründende Gemeinsamkeit stiftet, dividuen zu ihr bekennen. Sie ist so stark oder sind empirisch feststellbar, wenn auch nicht ob- so schwach, wie sie im Denken und Handeln jektiv reifizierbar. Sie beziehen sich nicht auf der Gruppenmitglieder lebendig ist und deren periphere, sondern auf relevante, oft auf zentra- Denken und Handeln zu motivieren vermag.8 le Aspekte einer soziokulturellen Lebensform.9 Hiermit haben wir eine gewisse Vorstellung gewonnen, Hiermit sind wir letztlich beim Kulturbegriff angelangt, was der Identitätsbegriff in unserem Kontext bedeuten denn nichts anderes verbirgt sich hinter den ‚kollektiv soll. Einige Probleme der Anwendung dieses Begriffes geteilten Merkmalen‘. auf archäologische Quellen werden aber auch deutlich. Zunächst ist klar, dass zur Rekonstruktion der Identität 2.2 Kultur Aussagen zur Selbsteinschätzung der betreffenden In- dividuen notwendig sind, wobei der verwendete Code Was aber ist Kultur? Der Kulturbegriff hat eine noch bekannt sein muss. In der Prähistorischen Archäolo- weitschweifendere Diskussion erlebt und umfasst min- gie ist das demnach per se nicht möglich, da die Ar- destens so viele Facetten wie der Identitätsbegriff. Zahl- chäologie ja gerade dadurch definiert ist, dass sie nicht reiche Definitionen und Charakterisierungen sind be- über eine hinreichende Menge derartiger Aussagen ver- kannt,10 aber ebenso die Meinung, dass ‚Kultur‘ ein un- fügt. Eine Annäherung kann aber auf zwei Wegen er- scharfer Begriff ist, der nicht definiert werden kann11 folgen. Zunächst können plausible Annahmen bezüg- – gerade im kulturwissenschaftlichen Kontext. Ist Her- lich des verwendeten Codes, etwa von Bildquellen oder ders12 Ansatz, der Kultur Völkern, also ethnischen Ein- Grabausstattungen gemacht werden, welche in einem heiten bzw. Wir-Gruppen zuweist, zweckmäßig? Dieser hermeneutischen Prozess gemeinsam mit den empiri- würde eine direkte Anknüpfung an kollektive Identitä- schen Beobachtungen zu einer Identitätsvorstellung ei- ten ermöglichen. Oder ist Taylors Ansatz, der besagt: nes Individuums entwickelt werden. Der hermeneuti- sche Zirkel darf hierbei aber nicht zum logischen Zir- Culture or Civilization, taken in its wide eth- kel werden. Ein zweiter Weg, der in diesem Beitrag the- nographic sense, is that complex whole which matisiert wird, nutzt die Beziehung zwischen Identität includes knowledge, belief, art, morals, law, und Kultur aus. Bevor wir hierzu kommen, müssen wir custom, and any other capabilities and habits aber noch ein weiteres Problem festhalten: Kollektive acquired by man as a member of society […]13 Identitäten setzen sich aus multiplen subjektiven Selbst- einschätzungen zusammen. Das lässt sich auf Grundla- angemessen? Vielleicht ist aber auch der Ansatz von Kro- ge einer archäologischen Quellenbasis nur schwer the- eber und Parsons geeignet: 7 Anderson 1991. 11 Nünning 2005, 125. 8 Assmann 1992, 132. 12 Herder 1990. 9 Straub 2011, 299. 13 Tylor 1871, 1. 10 Kroeber und Kluckhohn 1952. 247 oliver nakoinz We suggest that it is useful to define the concept disierungen sind Gemeinsamkeiten. Es handelt sich um culture for most usages more narrowly than has Dinge, welche die Träger der Kultur in gleicher Weise been generally the case in the American anthro- tun, Wissen, das sie teilen und ähnliches. Für die Kul- pological tradition, restricting its reference to turträger sind bestimmte Standards des Verhaltens gül- transmitted and created content and patterns tig. Diese Standards werden im ständigen Austausch der of values, ideas, and other symbolic-meaningful Kulturträger neu bestätigt, ausgehandelt und neu defi- systems as factors in the shaping of human be- niert (Abb. 1). Jede Nutzung eines Standards stärkt des- havior and the artifacts produced through be- sen kulturelle Wirkmächtigkeit und verleiht ihm mehr havior.14 Gültigkeit. Aber nicht nur die direkte Interaktion zwi- schen den Kulturträgern prägt und validiert die Stan- Die Definitionen weisen Gemeinsamkeiten, aber auch dards. Auch ihre Verdinglichung spielt eine wichtige Unterschiede auf. Diese und zahlreiche weitere Defini- Rolle. Wird ein Gegenstand, sagen wir ein Keramikge- tionen decken oft nur einzelne Aspekte von Kultur ab. fäß, nach bestimmten Regeln hergestellt, so kommt hier- Sie lassen sich aber zunächst in unterschiedliche Klassen bei ein Standard zum Einsatz. Das Produkt repräsentiert mit spezifischem Fokus zusammenfassen. In ihrer legen- diesen Standard, stärkt ihn damit, kann ihn aber auch va- dären Sammlung von Kulturdefinitionen haben Kro- riieren. Regeln manifestieren sich in einem Gegenstand, eber und Kluckhohn sieben Gruppen unterschieden.15 der als Vorbild weiterer Gegenstände dient, indem er die Sie führen deskriptive, historische, normative, psycholo- Regeln bestätigt. gische, strukturale, genetische und unvollständige Defi- Diese Bedeutung materieller Kultur wurde in den nitionen auf. Reckwitz hat eine Vierteilung der Kultur- letzten Jahrzehnten erkannt und in der Archäologie the- definitionen vorgenommen und unterscheidet 1) totali- matisiert.18 Hansen verbindet Standardisierungen mit tätsorientierte Kulturbegriffe, bei denen Kultur die gan- Kollektiven. Kollektive sind Gruppen von Individuen, ze Lebensweise ihrer Träger repräsentiert, von 2) nor- in denen die Standardisierungen gelten, also den Kultur- mativen Kulturbegriffen, die wertend sind und ein be- trägern. Auch zu den Kollektiven wissen wir nicht mehr, stimmtes Kulturideal voraussetzen, 3) differenzierungs- als dass sie Gemeinsamkeiten besitzen. Hansens Defini- theoretische Kulturbegriffe, die ebenfalls wertend sind, tion hat wichtige Implikationen. Zunächst wird deut- aber nur einen Teil der Gesellschaft betreffen, und 4) lich, dass es viele Kulturen gibt. Jedes Individuum gehört bedeutungs- und wissensorientierte Kulturbegriffe, die zahlreichen Kulturen an. Ein einfaches Beispiel mag das Kultur als Netz von Bedeutungen auffassen.16 Während illustrieren. Als Standardisierung dient uns das Wissen, Herder und Tylor offensichtlich totalitätsorientierte Kul- dass wir beim Lesen eines bestimmten Buches erworben turbegriffe nutzen, ist der Kulturbegriff von Kroeber haben und nun mit anderen LeserInnen teilen. Wir ge- und Kluckhohn offensichtlich bedeutungs- und wissens- hören offensichtlich einer Kultur im Sinne von Hansens orientiert. Definition an. Das nächste Buch im Regal haben andere Können wir in dieser Menge von Kulturkonzepten Menschen gelesen, wenngleich es eine Überschneidung ebenfalls für unsere Fragstellung irrelevante Konzepte geben wird. Einige mögen es oberflächlich, andere sehr aussondern und relevante isolieren? Hier bietet sich viel- gründlich gelesen haben und somit eine unterschiedli- leicht eher der umgekehrte Weg an, der darin besteht, che Menge an Wissen erschlossen haben. Alle LeserIn- das Gemeinsame zu finden und eine umfassende Kultur- nen werden eine allgemeine Vorstellung über den Inhalt definition zu verwenden. Eine solche wurde von Han- des Buches besitzen. Je mehr Details hinzukommen, um sen vorgeschlagen: „Kultur umfasst Standardisierungen, so weniger Mitglieder hat die Gemeinschaft derer, die die in Kollektiven gelten.“17 Diese Definition ist hoch dieses Wissen teilen. Um die Beziehungen zwischen den abstrakt, sehr knapp, beinhaltet aber alles Notwendi- Kulturen darzustellen, kann man dem Prinzip der Ver- ge. Sie setzt Kulturinhalte mit Kulturträgern in Bezie- erbung – im datentechnischen Sinne – folgen. Die Kul- hung, ohne die Kulturinhalte zu spezifizieren. Standar- tur aller LeserInnen vererbt ihr gemeinsames Wissen, 14 Kroeber und Parsons 1958. 17 Hansen 2003, 39. 15 Kroeber und Kluckhohn 1952. 18 Woodward 2007. 16 Reckwitz 2000. 248 methoden und konzepte der identitätskonstruktion Abb. 1 Visualisierung der Definition von Kultur. ihre Standardisierungen, an eine weitere Kultur, die al- Inhalte zu haben. Kann der Kulturbegriff aber so über- le Standardisierungen der vererbenden Kultur, aber zu- haupt noch nützlich sein? dem mindestens eine weitere Standardisierung besitzt. Die unübersehbare Masse der Kulturen besitzt Auf diese Weise lässt sich eine Hierarchie, oder allgemei- durchaus eine Struktur und es gilt die Kulturen heraus- ner gültig eine Polyhierarchie aufbauen. Mit wachsen- zufinden, die diese Struktur am besten repräsentieren. der Standardisierungsmenge wird die Anzahl der Kol- Die traditionellen archäologischen Kulturen sind hier lektivmitglieder kleiner. Derartige Strukturen können ein Extremfall und zu Recht vielfach kritisiert worden.19 sowohl ausgehend von den Standardisierungen, als auch Sofern sie der obigen Definition entsprechen, stellen sie von den Kollektiven konstruiert werden. dennoch einen bestimmten Aspekt dar. Bei der Unter- Nun sollte deutlich geworden sein, was ‚viele Kul- suchung von Kulturen müssen die repräsentativen Kul- turen‘ bedeutet und in welchem Verhältnis Kulturen zu- turen so ausgewählt werden, dass sie für die bearbeitete einander stehen. Offensichtlich ist auch, dass Kulturen Fragestellung zweckmäßig sind. Gemäß dem Titel dieses sehr unterschiedliche Bedeutung haben können und wir Beitrages beschränken wir uns auf im geographischen uns der meisten Kulturen, denen wir angehören, gar Raum abgrenzbare, archäologisch nachweisbare Kultu- nicht bewusst sind. Unbedeutend im Vergleich zu ande- ren, ohne damit die große Anzahl weiterer Kulturen zu ren Kulturen sind offensichtlich jene, die nur margina- negieren. Regionalkulturen in diesem Sinne bilden den le Standardisierungen hinzufügen. Das Detail eines Bu- Kern des traditionellen archäologischen und ethnologi- ches, das eine Gruppe von LeserInnen verinnerlicht hat, schen Kulturdiskurses. Auch in der heutigen globalisier- eine andere aber nicht, konstituiert eine eigene Kultur, ten Welt sind zahlreiche regionale und lokale Kulturen aber – wir nehmen an, dass das Detail keine herausragen- zu beobachten. Ein Problem ist die Homogenitätsanah- de Bedeutung hat – ganz gewiss keine wichtige Kultur me für die Regionalkulturen. Diese kann nicht bedeu- im Vergleich zur Kultur, der dieses Detail fehlt. Eine der ten, dass alle Mitglieder einer Regionalkultur über ge- Kulturen kann die Leserschaftskultur hinreichend reprä- nau den gleichen Bestand an Standardisierungen verfü- sentieren. Auch gewissermaßen private Kulturen, etwa gen. Erinnern wir uns an die Polyhierarchie von Kultu- die des Autors beziehungsweise der Autorin und seiner ren, so löst sich aber dieses Problem auf. Die Regional- Lektorin beziehungsweise seines Lektors, bilden wahr- kultur ist eine Kultur, die stellvertretend für eine große scheinlich eine eher unbedeutende Kultur im Vergleich Menge ähnlicher Kulturen steht oder gar eine vereinfa- zur Kultur der Leserschaft. In der Welt scheinen überall chende Mischung dieser Kulturen ist. Hiermit wird auch Kulturen aufzutreten und sie scheinen vielfach beliebige deutlich, dass der Kulturbegriff keineswegs zu vereinfa- 19 Siehe weiteres in Nakoinz 2013. 249 oliver nakoinz chend ist. Zumindest wenn wir der Definition Hansens den niederschlagen kann, allerdings eine gemeinsame folgen, ist das Problem vielmehr, das komplexe Kon- Kultur der Grenzziehung voraussetzt. Die Grenze kann glomerat unterschiedlicher Kulturen angemessen zu be- nur erfolgreich kommuniziert werden, wenn das Wissen schreiben und zu analysieren. Die vorliegende wie auch um die diagnostischen Merkmale beider Gruppen von alle anderen Studien loten das Potential des Kulturbe- beiden Gruppen geteilt wird. Die bilaterale Abgrenzung griffs nicht einmal annähernd aus. kollektiver Identitäten ist also nur auf der Basis einer ge- Der vorliegende Beitrag – das soll an dieser Stel- meinsamen Kultur möglich. Im Fall der Kultur bewirkt le deutlich herausgestellt werden – beschäftigt sich aus- Interaktion eine Angleichung, welche Gemeinsamkei- schließlich mit räumlichen Aspekten, wodurch wir in ten schafft. Dieses Angleichungsphänomen wird in der die Lage versetzt werden, uns auf formale Kulturanaly- Sprachpsychologie seit einiger Zeit unter dem Stichwort sen, also auf Analysen, die weder Kulturinhalte noch De- ‚Angleichung in Dialogen‘ untersucht.20 Es wurde beob- tails zu den Kulturträgern berücksichtigen, zu beschrän- achtet, dass Interaktion zur Angleichung führt, die ih- ken. Lediglich einzelne Merkmale werden als Stellvertre- rerseits Grundlage für eine erfolgreiche Kommunikati- ter für Standardisierungen verwendet, wie später darge- on ist. legt wird. Der Fokus liegt auf formalen Strukturen, ohne Aus der Tatsache, dass Interaktion grundsätzlich zu dabei aber Individualität oder die Bedeutung der Kul- Angleichung führt, folgt, dass kulturelle Ähnlichkeit – turinhalte oder nicht räumlicher Kulturen zu negieren. in gewissen Rahmen und bei hinreichend spezifischen Ebenso wird hier lediglich die Definition Hansens auf- Merkmalen – als Interaktionsproxy verwendet werden gegriffen, ohne die zahlreichen weiteren Aspekte seines kann. Diesen Zusammenhang werden wir im Weiteren Konzeptes auszuloten. Dies bleibt anderen Arbeiten vor- nutzen. Aber wirken die Interaktionen, die der Grün- behalten. dung von Identitäten vorausgehen, nicht als Störfaktor dieses Zusammenhangs? Ja und nein. Auf Ebene der Theorie liegt sicher kein oder allenfalls ein geringer Stör- 2.3 Interaktion faktor vor. Auf praktischer Ebene der Untersuchung al- Interaktion ist ein Schlüsselbegriff für Identität und Kul- lerdings sehr wohl, da die formale Analyse blind für tur. Interaktion ist zugleich Basis wie Projektionsebene den inhaltlichen Zusammenhang von Standardisierun- der Selbstreflexion. Die Konstituierung von Identitäten gen ist. auf der Basis reflektierter Differenzen zu anderen Identi- Verwenden zwei Identitäten Marker zur Kommuni- täten setzt Interaktion mit diesen voraus. Interaktion er- kation der Abgrenzung, so beruhen diese auf dem ge- möglicht die Kenntnis des Anderen und damit die Iden- meinsamen Wissen um die Bedeutung der Marker, al- tifikation der identitätsstiftenden Differenzen. Zugleich so auf einer gemeinsamen Kultur. Da aber die Marker ist es die Interaktionsabsicht, welche die „imaginierte der einen Gruppe nur im Bereich dieser Gruppe vor- Gemeinschaft“ (Anderson) einer kollektiven Identität kommen und die Marker der anderen Gruppe nur dort, begründet. Interaktion schafft die Kultur konstituieren- so spiegeln sie unterschiedliche Standardisierungen vor, de Gemeinsamkeit. Sie vermittelt und stabilisiert Stan- die allerdings, dem Blutkörpermodell Siegmunds ent- dardisierungen. Wir können also Interaktion als Kern sprechend,21 im Grenzbereich akkumuliert sein kön- sowohl des Identitäts- wie auch des Kulturkonzeptes nen. Gleichzeitig aber wirken die Grenzbereiche zwi- ausmachen. Identität und Kultur stehen aber in unter- schen den beiden kollektiven Identitäten als Interak- schiedlichem Verhältnis zur Interaktion. Während kol- tionsbarriere, die zwei Kommunikationsräume vonein- lektive Identität intendierte Interaktion ist, ist Kultur die ander trennt. Nur innerhalb dieser Räume findet ver- Wirkung von Interaktion (Abb. 2). Zugleich sind beide stärkt eine Angleichung statt, die eine reale Trennung Phänomene mit unterschiedlichen Wirkungsweisen von von Standardisierungen und damit Ausbildung unter- Interaktion verbunden. Im Fall der Identität ist die Inter- schiedlicher Kulturen bewirkt. aktion Voraussetzung für die Abgrenzung von Kollekti- Eine formale räumliche Kulturanalyse resultiert in ven, die sich auch in spezifischen kulturellen Unterschie- Interaktionsräumen, die aufgrund der Wechselwirkung 20 Garrod und Pickering 2009; Pickering und Garrod 2006. 21 Siegmund 2009. 250 methoden und konzepte der identitätskonstruktion Abb. 2 Schema des Zusammenhangs von Interaktion, Identität, Kultur und sozialen Kreisen. von Kultur und Identität mit Räumen, die mit kollek- 3 Quantitative Methoden zur Analyse tiven Identitäten assoziiert sind, korrespondieren kön- von Kultur nen. Einen eindeutigen Zusammenhang gibt es aller- dings nicht. Erst eine inhaltliche Analyse der kulturel- 3.1 Standardisierungen und Typenspektren len Merkmale kann, unter günstigen Bedingungen, Er- kenntnisse hierzu liefern. Um das komplizierte Verhält- Die theoretischen Überlegungen der Einleitung machen nis zwischen Identität und Kultur zu verstehen, müssen deutlich, dass wir Interaktionsräume als kulturelle Räu- wir die Charakterisierung beider Konzepte im Blick be- me rekonstruieren und dass diese unter bestimmten Be- halten. Einerseits liegt eine durch Interaktion induzierte dingungen den Räumen entsprechen können, die kol- Wechselwirkung vor, andererseits aber sind es gänzlich lektiven Identitäten zugeordnet werden. Die Interakti- unterschiedliche Konzepte. Identität ist den Individuen onsräume lassen sich auf einer starken empirischen Basis definitionsgemäß bewusst, da sie auf Selbstreflexion be- rekonstruieren, während die Identitätsräume aufgrund ruht und eine subjektive Einschätzung zum Kern hat. der Hypothese einer Korrespondenz konstruiert wer- Kultur hingegen ist eine objektivierende Beschreibung, den. Wir verwenden dazu einen Kulturbegriff, der sich die den TrägerInnen der einzelnen Kulturen vielfach, vom traditionellen archäologischen Kulturbegriff auf- ja tatsächlich zum größten Teil, nicht bewusst ist. Nur grund seiner radikalen Verallgemeinerung erheblich un- ein kleiner Teil der Kulturen kann demnach mit Identi- terscheidet, wenngleich er auch diesen als sehr spezielle täten korrespondieren. Lediglich ein Überschneidungs- Sonderform abdeckt. Der so definierte Kulturbegriff im- bereich ist zu erwarten, aber gerade dieser Überschnei- pliziert eine Methodik, die sich ebenfalls deutlich vom dungsbereich ist für die archäologische Forschung be- traditionellen Vorgehen unterscheidet. sonders relevant, da er einen methodischen Zugang zu Unser Ausgangspunkt sind Standardisierungen, die dieser Thematik ermöglicht, deren Quellenlage äußerst wir anhand unserer Quellen indizieren müssen. Fol- problematisch ist.22 gen wir der Klassifikation von ‚Standardisierungen‘ be- ziehungsweise Kulturkomponenten Bidneys,23 die von Huxley populär gemacht wurde,24 so können wir Arte- 22 Ohne näher darauf einzugehen sei angemerkt, dass wir die sozialen Krei- 23 Bidney 1953/1967, 130. se Simmels (Simmel 1890) als realisierte Interaktion in dieses Modell mit 24 Huxley 1955. einbeziehen können. 251 oliver nakoinz fakte, Mentefakte und Soziofakte unterscheiden.25 In den abdrücke zur Identifizierung – im umgangssprachlich- archäologischen Quellen sind uns aber lediglich Arte- mathematischen Sinne – von Kulturen. fakte zugänglich. Mentefakte und Soziofakte können Wofür aber sollen die Typenspektren ermittelt wer- in gewissen Grenzen aus den Artefakten inhaltlich er- den? Für einzelne Gräber, für Fundstellen oder für schlossen werden. Im Rahmen unserer formalen Ana- Regionen? Gräber würden die Quellengrundlage ein- lyse wären das jedoch keine unabhängigen Informatio- schränken und weitgehend beschränkte Typenspektren nen, so dass wir uns auf die Artefakte als Stellvertre- bedeuten. Insbesondere aber würden sie deutlich Kultu- ter von Standardisierungen beschränken können. Jeder ren zeigen, die spezifisch für einzelne soziale Gruppen Artefakttyp, und das beinhaltet Funde ebenso wie Be- sind. Das ist nicht das Ziel dieses Beitrages. Vielmehr soll funde, repräsentiert mindestens eine Standardisierung. es um regionalspezifische Kulturen gehen. Auch Fund- Hierbei ist es wichtig, eine Klassifikationshierarchie zu stellen, die sehr unterschiedliche Größe haben können, verwenden, um Standardisierungen unterschiedlicher sind hinsichtlich der Quellenlage problematisch. Eine Reichweite zu erfassen. Eine Fibel zeigt eine Kultur der Fundstelle mit zwei Siedlungsgruben lässt sich kaum ei- Fibelnutzung an, während ein lokal verbreiteter Fibeltyp nem großen Gräberfeld gegenüberstellen. Kleine Regio- eine Lokalkultur anzeigt. Würden wir nur eine der bei- nen sind demnach die zweckmäßigste Lösung. Deren den Informationen nutzen, so verzichteten wir auf we- Größe sollte allerdings der Quellenlage, also der Fund- sentliche Informationen, denn die Lokalkultur baut auf dichte, angepasst sein. Auch unscharfe Grenzen wären der überregionalen Kultur auf und fügt weitere Standar- vorteilhaft, da diese weniger Rechenartefakte in den Er- disierungen hinzu. Wir benötigen also möglichst viele gebnissen produzieren als Einheiten mit scharfen Gren- Fundtypen, um die Stichprobe der Standardisierungen, zen. Die geeignete Lösung ist es, zunächst ein Dichtefeld die wir nutzen, zu maximieren. Das schließt die Verwen- für die einzelnen Typen zu berechnen und dann an re- dung von kulturellen Leitformen aus, deren Signifikanz gelmäßigen und von den Funden unabhängigen Punk- in diesem Stadium der Untersuchung ohnehin nur hy- ten diese Dichtefelder zu beproben. Die Dichtewerte pothetisch ist. Der Begriff ‚kultureller Marker‘ wird im sollten nun noch für die einzelnen Punkte normalisiert Gegensatz zum Begriff ‚Identitätsmarker‘ vermieden, da werden, um einen Einfluss unterschiedlicher regionaler ‚Marker‘ eine Intention andeutet, die im Fall von Kultu- Fundzahlen, die stark vom Forschungsstand abhängen, ren entsprechend obiger Definition nicht gegeben sein auf das Ergebnis auszuschließen. Damit können Typen- muss. spektren mit dem relativen Anteil des Vorkommens der Aber nicht allein das Vorkommen eines Typs kann einzelnen Typen ermittelt werden. Diese Typenspektren als Hinweis auf eine Standardisierung verstanden wer- sind charakteristisch für die lokale Kultur und mitteln den. Auch die relative Menge ist hier relevant. Zwei gewissermaßen die spezifischen Kulturen der einzelnen Kulturen, in denen die gleichen Typen genutzt werden, sozialen Gruppen. Die durchgeführte Aufbereitung der aber diese zu unterschiedlichen Anteilen – sagen wir Daten fokussiert die Analyse auf räumliche Kulturen. 25 % und 75 % Hoch- und Breitformen der Keramik – Im Zuge der Datenaufbereitung sollten auch meh- nutzen, sind deutlich unterschieden und besitzen offen- rere Typengruppen definiert werden, die unterschiedli- sichtlich unterschiedliche Standardisierungen zur Ver- che Gruppen von Typen enthalten und separat analysiert wendung oder Gestaltung von Keramik. Kulturen kön- werden. Neben einer umfassenden Analyse, die alle Ty- nen wir also anhand einer Zusammenstellung der rela- pen enthält, sollten Zeitscheiben, Materialgruppen und tiven Anteile möglichst vieler Typen am Gesamtmate- soziale Segmente getrennt werden. Hierdurch wird es rial charakterisieren. Diese Zusammenstellung bezeich- möglich, Strukturen zu erkennen, die spezifisch für ein- nen wir als Typenspektren, analog zur quantitativen Er- zelne dieser Kategorien sind, aber durch Überlagerung fassung von Wellenlängen in Lichtspektren der Physik, stark an Kontur verlieren und deshalb möglicherweise und verwenden sie gewissermaßen als kulturelle Finger- nicht erkannt würden. 25 Artefakt = Element der materiellen Kultur, Soziofakt = Element der Ge- sellschaftsstruktur, Mentefakt = Element der geistigen Kultur. 252 methoden und konzepte der identitätskonstruktion Abb. 3 Clusteranalyse der Ha D2/D3- Kera- mik als Beispiel zur Veranschaulichung der Methodik. Typenspektren der einzelnen Probenpunkte zu messen. 3.2 Kulturelle Metrik und Kulturgruppen Die Gruppierung gleicher Typenspektren erfolgt Um die Probenpunkte und damit das sie umgebende mit Hilfe einer Clusteranalyse.26 Der Begriff Clusterana- Gebiet anhand der Ähnlichkeit der Typenspektren zu lyse steht für alle objektgruppierenden Verfahren und Kulturräumen zusammenfassen zu können, müssen wir deckt zahlreiche Methoden ab. Aus unseren theoreti- einerseits die Ähnlichkeit der Typenspektren definieren schen Vorüberlegungen leiten wir die erforderlichen Ei- und andererseits eine Gruppierung mit einem Algorith- genschaften dieses Verfahrens ab. Es muss möglich sein, mus durchführen, der mit den theoretischen Grundla- kulturelle Hierarchien zu ermitteln, da wir diese gemäß gen korrespondiert. Ähnlichkeiten als inverse Distan- unserer Kulturdefinition annehmen. Zudem soll jede zen werden anhand einer Metrik, in unserem Fall ei- Gruppe eine spezifische Menge von Standardisierungen ner kulturellen Metrik, definiert. Hierzu nutzt man eine besitzen, die durch die Typenspektren der zusammenge- Norm, die als Abstandsfunktion für einen mathemati- fassten Einheiten variiert, aber nicht repräsentiert wer- schen Raum definiert wird. Da unsere Daten im Rah- den. Die Definition der Ähnlichkeiten haben wir be- men der Datenaufbereitung bereits an den euklidischen reits thematisiert. Damit ergibt sich eine Hierarchische Raum angepasst wurden, bietet sich die euklidische Di- Clusteranalyse unter Verwendung der euklidischen Di- stanz an. Wird die euklidische Norm im Raum der Ty- stanz und der Zentroidmethode als geeignete Metho- penspektren verwendet, so spannt sie damit sozusagen de.27 Hierbei werden zunächst die zwei Typenspektren eine kulturelle Metrik auf. Wir nutzen also die euklidi- zu einer Gruppe zusammengefasst, die sich am ähnlichs- sche Norm, die für zwei Dimensionen mit dem Satz von ten sind, und diese Gruppe mit einem Typenspektrum, Pythagoras berechnet wird, um die Unähnlichkeit der das den Mittelwert der ursprünglichen Typenspektren 26 Everitt u. a. 2011. 27 Nakoinz 2013, 181–185. 253 oliver nakoinz darstellt, den anderen Typenspektren zur Seite gestellt. rekt, diese aus den validen Ergebnissen der vorliegenden Das neue Typenspektrum entspricht der Standardisie- Untersuchung auszuschließen. Eine Elitekultur, die wir rungsmenge der umfassenden Kultur. Es folgt die nächs- nur in den Machtzentren, dort aber überregional antref- te Gruppierung der nun ähnlichsten Typenspektren. fen, gehört dazu. Aber diese können wir mit einfacheren Dieser Prozess wird fortgesetzt, bis nur noch ein Typen- Mitteln erschließen. spektrum übrig bleibt, das gewissermaßen dem Mittel- Die Gruppen, die den Validierungsprozess er- wert aller einzelnen Typenspektren entspricht, also die folgreich passiert haben, können strukturell wichtige umfassendste Kultur repräsentiert (Abb. 3). und unwichtige Kulturen enthalten. Wir haben diese Möglichkeit oben beschrieben. Unwichtige Kulturen, die nur marginale Standardisierungen einbringen, sol- 3.3 Aufbereitung der Ergebnisse, Validierung len ebenfalls ausgeschlossen werden. Hierzu wird der und Interpretation RAND-Index verwendet.29 Dieser gibt für alle Gruppen Die beschriebene Analyse führt für jede der analysier- das Verhältnis der Elemente beider Untergruppen zuein- ten Typengruppen zu zahlreichen Gruppen. Diese Grup- ander an. Liegt dieser Wert bei 1, so ist das Verhältnis aus- pen beruhen auf Strukturen, die tatsächlich in den Da- gewogen und eine strukturell wichtige Gruppe liegt vor. ten vorhanden sind. Es stellt sich jedoch die Frage, ob Werden aber nur einzelne Elemente an eine existierende diese Strukturen zufällig sind, und wenn sie dies nicht große Gruppe angehängt, so ist die Gruppe strukturell sind, ob sie die prähistorische Realität angemessen wie- eher unwichtig, da sie die bereits existierende Gruppe dergeben. So wäre es denkbar, dass zwar Strukturen er- nur etwas variiert. kennbar sind, diese aber auf der Methode der Daten- Auch jetzt kann noch eine unüberschaubare Men- erfassung und nicht auf prähistorischen Sachverhalten ge an Gruppen vorliegen, die in einer partitionierenden beruhen. Um diese Fragen zu klären werden Validie- Clusteranalyse, die eine optimale Gruppierung in eine rungsmethoden eingesetzt.28 Zunächst ist die Verteilung bestimmte Anzahl von Gruppen vornimmt weiterver- der Datenpunkte der einzelnen Gruppen im Datenraum breitet werden kann, in die die Ergebnisse der primä- zu berücksichtigen. Wenn die Datenpunkte einer Grup- ren Clusteranalysen als Daten einfließen. Die primären pe eng beisammen liegen (Kompaktheit) und von den Gruppen werden nun nach der Ähnlichkeit der Proben- Punkten der anderen Gruppen klar getrennt sind (Se- punkte gruppiert. Für die sekundären Gruppen kann pariertheit), dann können wir davon ausgehen, dass die der Zugehörigkeitsgrad für die einzelnen Probenpunk- abgebildeten Strukturen nicht auf einem Rauschen be- te angegeben werden, indem man die Anzahl ihrer pri- ruhen. Dies ist ein Verfahren der internen Validierung. mären Cluster berücksichtigt, die für diesen Proben- Zur externen Validierung werden Daten herangezogen, punkt belegt sind. Hierdurch können unscharfe Gren- die nicht in die Clusteranalyse eingeflossen sind, aber zen entstehen, die prähistorischer Realität besser ent- einen Bezug zu den Gruppen besitzen. Die geographi- sprechen dürften als scharfe Grenzen. Treten dennoch schen Koordinaten sind für unsere Zwecke gut geeignet. scharfe Grenzen auf, so sind diese damit empirisch be- Liegen die Probenpunkte einer Gruppe im geographi- legt. Die sekundären Gruppen stellen latente Struktu- schen Raum eng zusammen und sind nicht weit über ren dar, die in den primären Gruppen enthalten sind. das ganze Arbeitsgebiet gestreut, so können wir anneh- In einer einzelnen Gesamtanalyse müssen diese nicht men, dass die betreffenden Strukturen nicht auf zufälli- zwingend zutage treten, oder ihre Bedeutung bleibt un- gen Daten beruhen oder durch nichträumliche Prozes- erkannt, da sie von der Überlagerung invalider Gruppen se hervorgerufen wurden. Allerdings können wir nicht verdeckt werden können. Die sekundäre Analyse ist so- ausschließen, dass verstreute Gruppen valide Kulturen mit ein essentieller Bestandteil der Methode. darstellen. Auch nicht-räumliche Kulturen können im Wie aber können die einzelnen Gruppen charakte- Ergebnis in Erscheinung treten. Da unser Fokus aber risiert werden? Oft wird nach Leitformen gefragt. Wenn auf räumlichen Kulturen liegt, so ist es durchaus kor- man Leitformen angeben kann, dann ist das ein Son- 28 Halkidi, Batistakis und Vazirgiannis 2001. 29 Hartigan und Mohanty 1992. 254 methoden und konzepte der identitätskonstruktion derfall, da die Gruppen durch spezifische Typenspektren Eine Weiterentwicklung der Methodik wie auch mit der relativen Menge der einzelnen Typen charakte- der theoretischen Grundlagen wurde im Projekt Sied- risiert werden. Zwar ist es möglich, dass eine kulturelle lungshierarchien und kulturelle Räume31 im Rahmen des Leitform nur in dem Typenspektrum einer Gruppe und DFG-Schwerpunktprogramms 1171 vorgenommen.32 in den ihr übergeordneten Gruppen vorkommt. Meis- Das Projekt zielte auf das Verhältnis der ältereisen- tens sind es aber eher die Unterschiede in den Mengen, zeitlichen Fürstensitze33 zu regionalen Kulturgruppen welche die Gruppen gegeneinander abgrenzen. Leitfor- ab. 80 000 Funde von 12 000 Fundstellen in Baden- men sind daher eine grobe Vereinfachung, deren Exis- Württemberg wurden in die Analyse einbezogen und tenz nicht vorausgesetzt werden kann, sondern erst em- erlaubten 225 Einzelanalysen mit 21 definierten Typen- pirisch nachgewiesen werden muss. gruppen. Die Typengruppen können in mehrere unter- schiedliche Zeitscheiben eingeordnet werden. Das Vor- gehen dieser Studie entspricht dem oben vorgestellten 4 Fallstudien Konzept. Die räumliche Verteilung der einzelnen Kul- turgruppen erwies sich als äußerst heterogen und zeigt Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen zwar theoretische nicht die weitgehende Deckungsgleichheit der Außen- und methodische Überlegungen, aber zwei eigene Fall- grenzen der Hunsrück-Eifel-Kultur. Die sekundäre Ana- studien sollen dazu beitragen, die Anwendbarkeit des lyse ergab hingegen latente Gruppen, die sich in allen dargestellten Ansatzes zu zeigen. Zeiten und Typengruppen wiederfinden, die aber nicht Meine Fallstudie zur Hunsrück-Eifel-Kultur sollte das Bild beherrschen. Die sogenannten Fürstensitze sind klären, ob die ältere Hunsrück-Eifel-Kultur eine eigen- an den Grenzen der Gruppen lokalisiert, woraus auf ihre ständige Kulturgruppe ist oder eher eine Diffusionszo- Gatewayfunktion und einen hohen Grad an Netzwerk- ne.30 Dafür wurde eine frühe Version der beschriebenen zentralität geschlossen wird. Methodik entwickelt. In einigen methodischen Details, Die beiden Fallstudien sind gerade durch die un- wie etwa der Verwendung scharfer Grenzen der mit den terschiedlichen Ergebnisse sehr aufschlussreich. Die kla- Typenspektren assoziierten Gebiete anstatt unscharfer ren Außengrenzen der Hunsrück-Eifel-Kultur, insbeson- Grenzen, unterscheidet sich diese Fallstudie vom oben dere im dicht besiedelten Süden ihrer Verbreitung, deu- dargestellten Vorgehen. Eine Anwendung des neuen Al- ten an, dass hier eine Kultur existiert hat, die allen ihren gorithmus auf die alten Daten bestätigte allerdings mein Mitgliedern gemein und vermutlich bewusst war. Hier damaliges Ergebnis. Diese Arbeit war nicht auf der kla- kann man durchaus annehmen, dass diese Kultur mit ei- ren Kulturdefinition Hansens aufgebaut, sondern auf ei- ner kollektiven Identität korrespondiert hat. Innerhalb ner eigenen, die eher diffus ist, aber letztlich den glei- Baden-Württembergs konnte derartiges nicht nachvoll- chen Inhalt hat. Bei der Auswertung der etwa 12 800 zogen werden. Grenzen einer gemeinsamen räumlichen Funde von 774 Fundstellen habe ich drei Typengruppen, Kultur sind hier nur als latente Gruppen zu erkennen, also Zusammenstellungen von Fund- und ggf. Befund- die vielfach durch andere Gruppen überlagert sind. Eine typen verglichen (Abb. 4). Die Typengruppen betreffen räumliche kollektive Identität lässt sich hier nicht vom unter anderem Materialgruppen (Keramikgefäße, Bron- Umfeld abgrenzen (Abb. 6). Diese mag es gegeben ha- zeschmuck etc.) und soziale Gruppen. ben, aber sie war nicht dominant, während räumlich Das Ergebnis ist, dass die Gruppen der einzelnen heterogene Identitäten vermutlich das Bild geprägt ha- Materialgruppen sich bezüglich der äußeren Grenzen ben. Viele der räumlich abgrenzbaren Kulturgruppen der Hunsrück-Eifel-Kultur weitgehend entsprechen, dürften den Menschen kaum bewusst und das Ergebnis während die Binnengliederung sich unterscheidet vielfältiger, nicht extensiv geregelter Interaktionsbezie- (Abb. 5). hungen gewesen sein. So ergeben sich für uns die ersten 30 Nakoinz 2005. Die Hunsrück-Eifel-Kultur ist vom 7. bis 2. Jh. v. Chr. die 32 Krausse 2004. archäologische Kulturgruppe, die in Hunsrück, Eifel, Taunus und Wes- 33 Als Fürstensitze werden herausragende Siedlungen des 6. bis 4. Jhs. v. terwald angetroffen wird. Charakteristisch sind bestimmte Typen von Chr. bezeichnet, die vor allem in Ostfrankreich und in Südwestdeutsch- Keramikgefäßen und Metallfunden. land vorkommen. Die Ergebnisse eines umfangreichen Forschungspro- 31 Nakoinz 2013. gramms wurden in ALMBW 2012 vorgelegt. 255 oliver nakoinz Konturen eines sehr facettenreichen Bildes des damali- auf eine bestimmte Frage liefern; andere Methoden lie- gen Lebens, das von zahlreichen, unterschiedlichen und fern Antworten auf andere Fragen, auch wenn diese sehr mäßig reglementierten Kontakten geprägt war. Der Ge- ähnlich sein können. Zur Lösung eines exakt formulier- gensatz von Kulturen, die wir als Ergebnis formaler Ana- ten Problems gibt es grundsätzlich nur eine richtige Me- lysen erhalten, und kollektiven Identitäten, die mit Hilfe thode. Oft aber wird das Problem nicht hinreichend klar zusätzlicher Annahmen gewonnen werden, ermöglicht formuliert sein, so dass aufgrund dieser Unschärfe meh- es, einen Teil dieser Facetten zu identifizieren und bietet rere eng verwandte Methoden in Frage kommen kön- damit die Grundlage für weitere Detailstudien. nen, die aber innerhalb des Unschärfenbereiches unter- schiedliche Aspekte betreffen. Auch hier ist offensicht- lich wieder das Problem, präzise die Frage zu einem be- 5 Komplementäre Ansätze stimmten Konzept zu formulieren. Dem Einsatz unterschiedlicher Methoden zur Be- Das in diesem Beitrag beschriebene Konzept hat ein sehr leuchtung unterschiedlicher Aspekte eines Problems spezifisches Ziel. Es wird versucht, die Interaktionsstruk- steht nichts entgegen. Hier gilt ‚anything goes‘, solan- turen zu rekonstruieren und bedient sich hierbei rein ge Fragestellung, Theorie und Methode jeweils aufein- formaler Analysen, die wir auch als Strukturanalysen ander abgestimmt sind. Unterschiedliche Ansätze ergän- bezeichnen können, ohne hierbei die gesamte Philoso- zen sich hierbei gegenseitig. Diese Philosophie möch- phie des Strukturalismus zu implizieren. Vielmehr wird te ich als ‚Integratives Paradigma‘ bezeichnen. Betrach- eine Strukturanalyse im naturwissenschaftlichen Sinne tet man Methodenstreitigkeiten unter diesem Gesichts- eingesetzt, um die formalen Beziehungen zwischen be- punkt, so erweisen sich diese oft als inhaltslos, da die Ver- stimmten Elementen zu klären. Naturgemäß beleuch- treter der jeweiligen Methoden unterschiedliche Theori- tet dieses Vorgehen nur eine Facette und liefert keines- en und Fragestellungen voraussetzen, ohne diese jedoch falls ein vollständiges Bild der Vergangenheit. Es gibt je- klar zu formulieren. Im Prinzip handelt es sich oft eher doch andere Ansätze mit abweichenden theoretischen um den Streit, welches Problem gelöst werden soll. Aber und methodischen Grundlagen, die den Fokus auf einen sind sich die Diskutanten darüber immer im Klaren? anderen Aspekt legen. Diese Ansätze dürfen nicht als Nach dieser Polemik möchte ich nun kurz zwei konkurrierend verstanden werden, sondern sind kom- komplementäre Ansätze zur Sprache bringen.35 Trem- plementär. blay Cormier verwendet in ihrer Studie zur sozialen Dy- Die Fragestellung und theoretische Grundlagen al- namik und zum Austausch zwischen Rhone und Rhein ler einschlägigen Konzepte fokussieren auf einen spezi- vom 10. bis 5. Jh. v. Chr. Metallfunde und nutzt ne- fischen Gesichtspunkt. Oft ist dieser nicht sehr präzise ben typologischen Informationen auch technologische formuliert und die Bearbeiter selbst haben mitunter ei- Merkmale und Kenntnisse zum Kontext.36 Metallfunde ne unklare Vorstellung von ihm. Eine bequeme und weit sind im Allgemeinen recht gut untersucht, stellen aber verbreitete Lösung ist eine sehr verallgemeinernde For- auch als soziale Indikatoren und technisch anspruchs- mulierung, die aber alle Details offen lässt. Dies sugge- volle Produkte eine wichtige Informationsgrundlage riert, dass die entsprechenden Konzepte universell an- dar. Der Fokus liegt dementsprechend auf der ökonomi- wendbar sind und Antworten auf viele unterschiedliche schen und sozialen Identität der Handwerker und ihrer Fragen liefern. Das ist sicher falsch. Der Gesichtspunkt Kunden. Produzenten und Konsumenten besitzen spe- einer Untersuchung sollte so klar wie möglich heraus- zifische Kulturen, die sich zwar stark überlappen, aber gearbeitet werden. Nur dadurch können Fehlinterpreta- gleichzeitig die Grundlage für distinkte Identitäten bil- tionen und andere Probleme vermieden werden, insbe- den. Mit dieser Wahl des Gesichtspunktes ist die Un- sondere da Fragestellung und theoretische Grundlagen tersuchung auf einen Teil der Gesellschaft und der Le- die richtige Methode bestimmen. Aber Methoden sind benswelt beschränkt, vermag aber hier tiefgreifender zu nicht beliebig. Ein methodisches ‚anything goes‘ gibt es sein als eine umfassende Analyse. Die verwendete Kul- nicht.34 Eine bestimmte Methode kann nur Antworten turtheorie ist an Clarke und Hodder angelehnt, womit 34 Feyerabend 1975. 36 Tremblay Cormier 2013. 35 Tremblay Cormier, Nakoinz und Popa 2018. 256 methoden und konzepte der identitätskonstruktion Abb. 4 Karte der in den Fallstudien verwendeten Fundstellen. 257 oliver nakoinz Abb. 5 Dendrogramm und Clusterkarte für Keramik (oben) und Schmuck (unten) der älteren Hunsrück-Eifel-Kultur. 258 methoden und konzepte der identitätskonstruktion Abb. 6 Unscharfe, latente Kulturgruppen in Baden-Württemberg. Kultur in erster Linie als klassifikatorische Einheit er- lyse durch. Durch die Auswahl der Standardisierungen scheint.37 Hiermit ist die Grundlage für eine formale und der Anreicherung der archäologischen Beobachtun- quantitative Analyse gegeben, die mit Hilfe der Korre- gen mit Annahmen zur Praxis verschiebt sich das Inter- spondenzanalyse und der hierarchischen Clusteranalyse pretationsfeld erheblich. Direkte Aussagen zu Identitä- durchgeführt wird. ten werden nun möglich. Eine ganz andere Herangehensweise zeigt Popa in Die knappen Beschreibungen lassen deutlich erken- seiner Studie.38 Für ihn stehen Identitäten im Vorder- nen, dass die einzelnen Konzepte unterschiedliche Facet- grund, die sich auf der Basis von Praktiken konstituie- ten der Interaktion und Gruppenbildung thematisieren. ren. Seine Quellenbasis ist auf Gräber beschränkt. Die Auch wenn Überlappungsbereiche zwischen den Ansät- Bedeutung der Grabfunde und des Bestattungsrituals in zen vorhanden sind, so besitzen diese doch auch Unter- den Bestattungspraktiken wird zunächst auf der Basis schiede und ergänzen sich. Gemeinsam zeichnen sie ein plausibler Annahmen und des Kontextes erschlossen. Ei- wesentlich detailreicheres Bild, als dies mit einem ein- ne eigens entwickelte Metrik stellt sicher, dass die Un- zigen Ansatz möglich wäre. Dieses ist besonders span- terschiedlichkeit der Bestattungspraktiken in der Analy- nend, wenn die unterschiedlichen Ansätze sich zu wider- se Anwendung finden. Die theoretische Grundlage hier- sprechen scheinen. Dann sollte man der Versuchung wi- für findet Popa in Identitätstheorien.39 Es stehen weni- derstehen, nach dem richtigen Konzept zu fragen, son- ger die Gemeinsamkeiten zwischen den Individuen ei- dern vielmehr versuchen, aus den unterschiedlichen De- ner Gruppe im Vordergrund der Analyse, als vielmehr tails ein kohärentes Gesamtbild zu konstruieren. Hierin der Gegensatz zu anderen Identitäten. Das schlägt sich bieten sich Erkenntnischancen, die weit über jene der in der verwendeten Metrik und der Interpretation nie- Einzelkonzepte hinausgehen. der. Letztlich führt auch Popa eine formale Kulturana- 37 Clarke 1968; Hodder 1988. 39 Bourdieu 1977; Di 2013; Díaz-Andreu und Lucy 2005. 38 Popa 2014a; Popa 2014b. 259 oliver nakoinz 6 Fazit chäologischer Kulturen und oberflächlicher Diskurse zu modischen Schlagworten zu finden ist. Identität und Kultur sind komplementäre Begriffe, die In diesem methodisch-theoretischen Rahmen lie- über das Konzept der Interaktion verbunden sind. Der fert das hier vorgestellte Konzept Kartierungen, die zur Gegensatz zwischen beiden Begriffen bei einem gleich- Diskussion prähistorischer Identitäten genutzt werden zeitig großen Überlappungsbereich der Konzepte er- können. Anders als Verbreitungskarten, in denen die möglicht eine detailreiche Betrachtung von Interakti- Quellen als Punkte repräsentiert werden, und ‚Territo- onsbeziehungen und den Strukturen sozialer Gruppen- rialkarten‘, die mehr oder weniger intuitiv Gebiete aus bildung. Kultur als objektivistisches Konzept ermöglicht den archäologischen Quellen ableiten, sind hier Daten, eine formale quantitative Analyse räumlicher Struktu- Methoden und Theorien eng verwoben. Die zugrun- ren. Identität als subjektivistischem Konzept ist dieser di- deliegenden Daten werden anhand der theoretischen rekte Zugang verschlossen. Zusätzliche Annahmen und Grundlagen mit ihnen assoziierter Methoden in einer eine gewisse Korrespondenz mit Kultur können hier zur Weise transformiert, dass sie Antworten auf spezifische Analyse genutzt werden. Trotz der aufgrund der Quel- Fragen erlauben. Die Karten sind damit zweckgebun- len eingeschränkten Erkenntnismöglichkeiten bietet die den und keineswegs als universelle Visualisierungen zu Gegenüberstellung dieser beiden Begriffe ein hohes Er- verstehen. Kartierungen, die nach der hier vorgestell- kenntnispotential. Dieses kann noch weiter gesteigert ten Methodik erstellt wurden, bilden in erster Linie In- werden, indem man komplementäre Konzepte einander teraktionsräume ab, wobei sie es erlauben, auf künstli- ergänzen lässt. Eine klare Formulierung der Gesichts- che scharfe Grenzen zu verzichten und fließende Über- punkte der einzelnen Konzepte und eine feine Abstim- gänge ebenso präzise zu erfassen wie prägnante Grenz- mung von Daten, Fragestellung, Theorie und Metho- verläufe. Durch den Verzicht auf gängige Annahmen de sind allerdings unerlässlich für eine valide Untersu- (scharfe Grenzen) und den hohen Informationsgehalt chung. Ist dies aber gegeben, so lassen sich mit Hilfe an empirischen (umfangreiche Quellen) und theoreti- komplementärer Ansätze zur Untersuchung von Kultur schen Kenntnissen (Datentransformation anhand theo- und Identität zahlreiche räumliche Gruppierungen er- retischer Grundlagen) stellen diese Karten ein mächtiges mitteln, die im Feld zwischen soziopolitischen Identi- Visualisierungswerkzeug dar, das auch den Anforderun- täten und latenten kulturellen Einheiten ein facetten- gen komplexer Themen wie der Identitätsdiskussion ge- reiches Bild aufbauen, das jenseits simplifizierender ar- recht werden können. 260 Bibliographie Anderson 1991 Hodder 1988 Benedict Anderson. Imagined Communities: Reflections on the Ian Hodder. Reading the Past: Current Approaches to Interpretation Origin and Spread of Nationalism. London: Verso, 1991. in Archaeology. Cambridge: Cambridge University Press, 1988. Assmann 1992 Huxley 1955 Jan Assmann. Das kulturelle Gedächtnis. München: C. H. Beck, Julian S. 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(Kiel 2004), Habilitation (Kiel PD Dr. rer. nat. habil. Oliver Nakoinz 2010), ist Heisenbergstipendiat an der Christian-Albrechts- Heisenberg Fellow Universität zu Kiel. Seine Arbeitsschwerpunkte sind quantita- Institut für Ur- und Frühgeschichte tive Archäologie, archäologische Modellierung, vorrömische Christian-Albrechts-Universität Eisenzeit, Theorie und Methoden zur Erforschung von Kultur, Johanna-Mestorf-Straße 2–6 Interaktion und Zentralität sowie geographische Methoden in 24118 Kiel, Deutschland der Archäologie und Maritime und Limnische Archäologie. E-Mail:
[email protected]262 susanne grunwald , Dr. phil. (Leipzig 2012), ist Prähistorische Archäologin. Ihre Forschungsschwer- punkte sind die Geschichte der Archäologie und Denkmalpflege sowie archäologische Kartographie in Deutschland und Zentraleuropa. kerstin p. hofmann , Dr. phil. (Kiel 2006), ist Prähistorische Archäologin und Zweite Direktorin der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt a. M. Ihre Forschungsschwerpunkte sind kultureller Wandel, Identitäten und Mensch-Ding-Beziehungen. daniel a. werning , Dr. phil. (Göttingen 2010), ist Ägyptologe und arbeitet am Exzellenzcluster 264 Topoi. Seine Forschungsschwerpunkte sind altägyptische Philologie und Religion sowie typologische Sprach- wissenschaft und Digital Humanities. felix wiedemann , Dr. phil (Berlin 2006), ist Historiker und Privatdozent am Friedrich-Meinecke- Institut der FU Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wissens- und Historiographiegeschichte, Orienta- lismusforschung, Rassismus und Antisemitismus und Vergangenheitspolitik. In der Reihe berlin studies of the ancient world erscheinen Monographien und Sammelbände aller altertumswissenschaftlichen Disziplinen. Die Publikationen gehen aus der Arbeit des Exzellenz- clusters Topoi. The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations hervor, einem Forschungsverbund der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin sowie den Partner- institutionen Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Deutsches Archäologisches Institut, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Reihe ist Bestandteil der Publikationsplattform Edition Topoi. Alle Bände der Reihe sind elektronisch unter www.edition-topoi.org verfügbar. ISBN 978-3-9816384-7-9 55 berlin studies of the ancient world www.edition-topoi.org