La Tène Period by Peter Trebsche

Archaeological features without macro-finds (i.e. finds visible with the naked eye) represent a c... more Archaeological features without macro-finds (i.e. finds visible with the naked eye) represent a common phenomenon that poses considerable methodological problems in interpretation. To tackle these problems, we present an approach based on integrating micro-archaeological methods and macro-observations to help elucidate 'invisible' activities or at least to exclude certain others. Specifically, we combine micromorphological and micro-debris analyses with the scarce macro-finds and their fragmentation degree to clarify whether the lack of evidence for certain activities really reflects their absence or merely bad preservation conditions. This study focuses on a Late Iron Age 'empty' enclosure excavated in the settlement site of Haselbach, Lower Austria. 'Empty' square enclosures of the La Tène Culture have been controversially interpreted as either sanctuaries, domestic buildings or burial enclosures, although these interpretations were rarely supported by any material evidence. Using a multi-proxy approach enables us to reconstruct the formation processes of the Haselbach feature as well as to rule out a range of activities, although a clear definition of its primary function was not reached. Based on our case study, we propose a research protocol that can be applied to research on similar 'empty' features in order to better validate their functional interpretations.

Animals
The first part of our research focuses on the analysis of animal remains (>6000 identified spe... more The first part of our research focuses on the analysis of animal remains (>6000 identified specimens, NISP) from the Middle La Tène central settlement Haselbach in Lower Austria, one of the largest investigated archaeozoological assemblages of present-day Austria. Based on the age and sex profiles, the faunal assemblage from Haselbach shows characteristics of urbanization and centralization and bears striking similarities to the archaeozoological material of the central settlement of Roseldorf (Lower Austria), some 35 km northwest of Haselbach. The second part of our research discusses the historical and regional context of the archaeozoological results from Haselbach and compares them with other sites, based on a detailed review of published archaeozoological data from the La Tène period (c. 450 BC to the end of the first century BC). In total, 55 faunal assemblages from 46 sites in nine countries in Central Europe, representing different types of sites (lowland settlements, hil...
Peter Trebsche, Die latènezeitlichen Großsiedlungen im österreichischen Donauraum – Forschungssta... more Peter Trebsche, Die latènezeitlichen Großsiedlungen im österreichischen Donauraum – Forschungsstand, Typologie und Überlegungen zur Genese. In: Stephan Fichtl/Philippe Barral/Gilles Pierrevelcin/Martin Schönfelder (Hrsg.), Les agglomérations ouvertes de l’Europe celtiques (IIIe-Ier s. av. J.-C.). Table ronde internationale Glux-en-Glenne, 28, 29 et 30 octobre 2015. Offene Großsiedlungen im keltischen Europa (3.–1. Jh. v. Chr.). Internationaler Workshop Glux-en-Glenne, 28., 29. und 30. Oktober 2015. Mémoires d’Archéologie du Grand Est 4 (Strasbourg 2019) 367–388.
![Research paper thumbnail of Peter Trebsche/Stephan Fichtl, Das keltische Siedlungszentrum von Haselbach – die französisch-österreichischen Ausgrabungen 2015–2016. Archäologie Österreichs 27/2, 2016 [2018] 2–19](https://attachments.academia-assets.com/58613941/thumbnails/1.jpg)
Gedruckt mit der Unterstützung der Kulturabteilung des Amtes der Burgenländischen und Niederöster... more Gedruckt mit der Unterstützung der Kulturabteilung des Amtes der Burgenländischen und Niederösterreichischen Landesregierung sowie des Magistrats der Stadt Wien, MA 7-Kultur Die AutorInnen sind für ihre Beiträge selbst verantwortlich! Geschätzte Leserinnen und Leser! Die Grabungen in Haselbach stehen im Mittelpunkt des "aktuellen Themas" dieser Ausgabe der Archäologie Österreichs. Erste Ergebnisse der Forschungen an dieser latènezeitlichen Siedlung vermitteln ein lebendiges Bild einer mittelgroßen Zentralsiedlung. Die Rubrik "News" wie auch die übrigen Beiträge geben Einblick in weitere aktuelle Projekte zur Archäologie Österreichs. Ein Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf Experimenteller Archäologie, der zwei Beiträge gewidmet sind: In Webversuchen wurde das Muster eines Brettchenwebbandes aus Hallstatt detailgetreu nachproduziert. Andererseits wurde durch Experimente der Herstellungsprozess der weit verbreiteten "keltischen" Glasarmringe rekonstruiert.Nach rund 60 Jahren Unterbrechung wurden neue Untersuchungen im Kupfererzbergbaurevier Wirtsalm-Viehhofen mit modernen archäologischen Methoden durchgeführt. Erste vielversprechende Resultate werden in einem Artikel vorgestellt. Ein weiterer Beitrag fasst die Anfänge des Prähistorischen Instituts an der Universität Wien in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zusammen. Die Rubrik "Museum intern" stellt in dieser Ausgabe ein Beispiel vor, wie auch die Altertumswissenschaften aktiv zur Integration und Inklusion von Flüchtlingen beitragen können. Schließlich dürfen wir Tanja Jachs herzlich im Team der Archäologie Österreichs begrüßen, die uns bereits bei dieser Ausgabe tatkräftig unterstützte. INHALT 2 Archäologie Österreichs 27/2, 2016 Abb. 2: Siedlungstypen der mittleren Latènezeit in Ostösterreich (Quelle: Peter Trebsche). Abb. 4: Haselbach: Luftbild der Fundstelle "Im äußeren Urban", Blick von Nordnordwesten auf Fläche 2. Im Hintergrund liegen die Ortschaft Haselbach, der Michelberg und der Waschberg (Quelle: Landessammlungen Niederösterreich, Ronny Weßling).

VORWORT DER HERAUSGEBER Die Reihe "Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie" soll ... more VORWORT DER HERAUSGEBER Die Reihe "Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie" soll einem in der jüngeren Vergangenheit entstandenen Bedürfnis Rechnung tragen, nämlich Examensarbeiten und andere Forschungsleistungen vornehmlich jüngerer Wissenschaftler in die Öffentlichkeit zu tragen. Die etablierten Reihen und Zeitschriften des Faches reichen längst nicht mehr aus, die vorhandenen Manuskripte aufzunehmen. Die Universitäten sind deshalb aufgerufen, Abhilfe zu schaffen. Einige von ihnen haben mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln unter zumeist tatkräftigem Handanlegen der Autoren die vorliegende Reihe begründet. Thematisch soll darin die ganze Breite des Faches vom Paläolithikum bis zur Archäologie der Neuzeit ihren Platz finden. Ursprünglich hatten sich fünf Universitätsinstitute in Deutschland zur Herausgabe der Reihe zusammengefunden, der Kreis ist inzwischen größer geworden. Er lädt alle interessierten Professoren und Dozenten ein, als Mitherausgeber tätig zu werden und Arbeiten aus ihrem Bereich der Reihe zukommen zu lassen. Für die einzelnen Bände zeichnen jeweils die Autoren und Institute ihrer Herkunft, die im Titel deutlich gekennzeichnet sind, verantwortlich. Sie erstellen Satz, Umbruch und einen Ausdruck. Bei gleicher Anordnung des Umschlages haben die verschiedenen beteiligten Universitäten jeweils eine spezifische Farbe. Finanzierung und Druck erfolgen entweder durch sie selbst oder durch den Verlag Dr. Rudolf Habelt GmbH, der in jedem Fall den Vertrieb der Bände sichert. Herausgeber sind derzeit:

Seit den grundlegenden Arbeiten über eisenzeitliche Graphittonkeramik von Oskar Paret (1929), Lib... more Seit den grundlegenden Arbeiten über eisenzeitliche Graphittonkeramik von Oskar Paret (1929), Libuše Horáková-Jansová (1955) und Irene Kappel (1969) ist eine Fülle von Detailstudien und Materialvorlagen entstanden, die in der Zusammenschau neue Erkenntnisse über die Keramikproduktion,
die Graphitverwendung und die symbolische Bedeutung von Graphittonkeramik ermöglichen:
Erstens hat sich die Hypothese Parets und Kappels von großen Töpferzentren und weitreichendem Keramikhandel nicht bewahrheitet. Die Produktion von Graphittonkeramik (und allgemein von Keramik in der Latènezeit) erfolgte zwar sicherlich durch Spezialisten, war aber weit verbreitet und erreichte nirgendwo einen Maßstab, der die Versorgung überregionaler
Märkte zuließ. Dies zeigt sich ganz deutlich an den zahlreichen neu entdeckten Töpferöfen und ihrer Verteilung. Zwar wurde Gefäßkeramik in der mitteleuropäischen Eisenzeit auch gehandelt, getauscht oder sonstwie exportiert, dies betrifft aber höchstens wenige Prozent des gesamten Geschirrs.
Ein zweiter Fragenkomplex, dem bereits zahlreiche naturwissenschaftliche Keramikanalysen gewidmet wurden, betrifft die Herkunft des Graphits. Im Gegensatz zu älteren Forschungen kann mittlerweile als gesichert gelten, dass zum weitaus größten Teil der Rohgraphit importiert und dem lokal
gewonnenen Töpferton beigemengt wurde. Gerade aufgrund der Aufbereitung des Graphits und seiner Vermengung gestaltet sich die Herkunftsbestimmung so schwierig. In Zukunft sollten daher in erster Linie Rohgraphitstücke analysiert werden.
Drittens verlagert sich der Schwerpunkt der Keramikforschung weg von der Untersuchung der Produktion und Distribution hin zur Konsumtion, zum Gebrauch und zur symbolischen Bedeutung. Am Beispiel der Bodenzeichen und anhand eines frühlatènezeitlichen Beigabenbrauchs kann aufgezeigt werden, dass die latènezeitlichen Menschen der Graphittonkeramik auch eine bestimmte symbolische Bedeutung beimaßen, die über die rein technische Funktion hinausgeht. Daher möchte ich mit Ann Woodward schließen: „Das Hauptziel der Studien zur Töpfereitechnologie muss es sein, mehr über die prähistorischen Menschen selbst zu erfahren“.

Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übe... more Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdruckes, der Entnahme von Abbildungen, der Rundfunk-oder Fernsehsendung, der Wiedergabe auf photomechanischem oder ähnlichem Wege und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwendung, vorbehalten. Abb. 3. Archäologische Fundstellen in Michelstetten (nach Lauermann (2000) Abb. 2). Südlich von Michelstetten liegt, größtenteils schon in der KG Schletz, die Befestigung "Halterberg". Es handelt sich hier um eine ovale Befestigungsanlage von beachtlichem Ausmaß mit doppeltem Graben und Wallring. 8 ) Durch die Luftbildarchäologie wurde 1982 in der Flur "Sand" eine zweifache Kreisgrabenanlage entdeckt. 9 ) Die Durchmesser dieser Anlage, am nördlichen Ortsende von Michelstetten gelegen, betragen 83 bzw. 56 m bei einer durchschnittlichen Breite von 3 m. 1995 wurden bei einer magnetischen Messung neben dem bereits stark gestörten Grabensystem auch zahlreiche Gruben entdeckt, die auf intensive Besiedlung schließen lassen. 10 ) Neben diesen Anlagen wurden in den letzten Jahren durch Oberflächenbegehungen immer wieder neue Fundstellen entdeckt (Abb. 3). 11 ) 2. Fundgeschichte Der Aufmerksamkeit des Heimatforschers Hermann Maurer ist es zu verdanken, dass 1994 vom Niederösterreichischen Landesmuseum eine Denkmalschutzgrabung 8 ) Neugebauer (1979) 76 f. 9 ) Trnka (1991) 104 ff. 10

Am Beispiel der feinen Kammstrichkeramik werden anhand von Reichweite, Intensität und Bedeutung u... more Am Beispiel der feinen Kammstrichkeramik werden anhand von Reichweite, Intensität und Bedeutung unterschiedliche Arten von Kontakten differenziert. In Oberösterreich können vier Werkstätten bei den spätlatènezeitlichen Siedlungen von Hallstatt-Dammwiese, Neubau, Linz-Freinberg und Gründberg postuliert werden. Auf dieser Grundlage lassen sich Nahkontakte im Umkreis der untersuchten Siedlungen erkennen, die auf gegenseitigen, persönlichen Beziehungen beruhen. Außerhalb
des Gesamtverbreitungsgebietes, das von der Westschweiz über Baden-Württemberg, Bayern und Böhmen nach Österreich reicht, ist eine diffuse Streuung zu erkennen, die auf sporadische Kontakte mit einer Reichweite von 50–150 km deutet, aber nicht als Beleg für Keramikhandel herangezogen werden kann. Vereinzelt sind auch Imitationen von Feinkammstrichkeramik bekannt, die auf einzelne Töpfer zurückgehen und unterschiedliche Auswirkungen zeigen. Zuletzt wird die
Bedeutung des Geschirrservices mit Feinkammstrich für die Kommunikation durch materielle Kultur untersucht, die auf unbewußten Verhaltensmustern beruht und für soziale Gruppen spezifisch sein könnte.
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La Tène Period by Peter Trebsche
die Graphitverwendung und die symbolische Bedeutung von Graphittonkeramik ermöglichen:
Erstens hat sich die Hypothese Parets und Kappels von großen Töpferzentren und weitreichendem Keramikhandel nicht bewahrheitet. Die Produktion von Graphittonkeramik (und allgemein von Keramik in der Latènezeit) erfolgte zwar sicherlich durch Spezialisten, war aber weit verbreitet und erreichte nirgendwo einen Maßstab, der die Versorgung überregionaler
Märkte zuließ. Dies zeigt sich ganz deutlich an den zahlreichen neu entdeckten Töpferöfen und ihrer Verteilung. Zwar wurde Gefäßkeramik in der mitteleuropäischen Eisenzeit auch gehandelt, getauscht oder sonstwie exportiert, dies betrifft aber höchstens wenige Prozent des gesamten Geschirrs.
Ein zweiter Fragenkomplex, dem bereits zahlreiche naturwissenschaftliche Keramikanalysen gewidmet wurden, betrifft die Herkunft des Graphits. Im Gegensatz zu älteren Forschungen kann mittlerweile als gesichert gelten, dass zum weitaus größten Teil der Rohgraphit importiert und dem lokal
gewonnenen Töpferton beigemengt wurde. Gerade aufgrund der Aufbereitung des Graphits und seiner Vermengung gestaltet sich die Herkunftsbestimmung so schwierig. In Zukunft sollten daher in erster Linie Rohgraphitstücke analysiert werden.
Drittens verlagert sich der Schwerpunkt der Keramikforschung weg von der Untersuchung der Produktion und Distribution hin zur Konsumtion, zum Gebrauch und zur symbolischen Bedeutung. Am Beispiel der Bodenzeichen und anhand eines frühlatènezeitlichen Beigabenbrauchs kann aufgezeigt werden, dass die latènezeitlichen Menschen der Graphittonkeramik auch eine bestimmte symbolische Bedeutung beimaßen, die über die rein technische Funktion hinausgeht. Daher möchte ich mit Ann Woodward schließen: „Das Hauptziel der Studien zur Töpfereitechnologie muss es sein, mehr über die prähistorischen Menschen selbst zu erfahren“.
des Gesamtverbreitungsgebietes, das von der Westschweiz über Baden-Württemberg, Bayern und Böhmen nach Österreich reicht, ist eine diffuse Streuung zu erkennen, die auf sporadische Kontakte mit einer Reichweite von 50–150 km deutet, aber nicht als Beleg für Keramikhandel herangezogen werden kann. Vereinzelt sind auch Imitationen von Feinkammstrichkeramik bekannt, die auf einzelne Töpfer zurückgehen und unterschiedliche Auswirkungen zeigen. Zuletzt wird die
Bedeutung des Geschirrservices mit Feinkammstrich für die Kommunikation durch materielle Kultur untersucht, die auf unbewußten Verhaltensmustern beruht und für soziale Gruppen spezifisch sein könnte.