Generell können an jeder Instanz, die Spam erzeugt oder transportiert, Maßnahmen ergriffen werden, die das Spam-Aufkommen verringern. Derzeit wird Spam hauptsächlich durch Spamfilter bekämpft. Neuere Verfahren schlagen vor, Spam durch Korrekturen im Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) oder im Domain Name System (DNS) zu bekämpfen. Vereinzelt finden sich auch Vorschläge, Spammern das Sammeln der Empfängeradressen zu erschweren, was aber aufgrund des existierenden Adresshandels nur das Sammeln von Adressen im Internet verhindert, nicht aber die Nutzung von aus anderen Quellen (zum Beispiel Preisausschreiben oder Online-Bestellungen) stammenden Adressen. Eine wirksame Methode stellt auch das sogenannte Greylisting dar. Hierbei kann Spam um etwa 95 % reduziert werden, der Nachteil liegt aber darin, dass eingehende Nachrichten nur mit Verzögerung eintreffen.
Ist zur Anmeldung bei einem Dienst die Angabe einer E-Mail-Adresse erforderlich, kann eine Wegwerf-E-Mail mit einem internen Zähler (zum Beispiel von Spamgourmet) und einer zeitlich beschränkten Gültigkeit oder auch eine Alias-Adresse verwendet werden, um die eigene Haupt-E-Mail-Adresse zu verbergen.
Da die meisten E-Mail-Adressen aus dem Internet von sogenannten Address-Harvestern automatisch aus den Newsgroups und Webseiten extrahiert werden, verspricht es einigen Erfolg, dort keine Adressen zu nennen oder die Adressen so zu verschleiern, dass sie von den Address-Harvestern nicht gefunden werden.
Dazu werden die Adressen so verändert, dass sie nur von Menschen, nicht aber von Maschinen verstanden werden. Beispielsweise wird statt Paul@example.org die Adresse PaulXYZ@example.org (entferne XYZ) angegeben. Einfache Robot-Programme erkennen die Manipulation nicht – die E-Mail-Adresse Paul@example.org bleibt UBE-frei.
Fälschungen im Domainteil einer E-Mail-Adresse (also hinter dem @-Zeichen) sind auch möglich. Um absichtlich, und für Postmaster leichter zu erkennen, eine ungültige Adresse zu verwenden, wurde die Top-Level-Domain (TLD) .invalid erfunden.
Häufig wird auch einfach eine Mitarbeiterliste geführt und oben auf der Seite ein Hinweis angebracht: die E-Mail-Adressen der jeweiligen Personen entsprechen dem Schema Vorname.Nachname@example.com.
Die häufig empfohlene Unicode-Kodierung der Zeichen in der Form a@b.c und auch das Ersetzen des @ durch (at), [at] oder ähnlichen stellt für Adresssammler kaum ein Hindernis dar, da beispielsweise der Kommandozeilen-fähige Browser Lynx die Adressen korrekt auslesen (lynx -dump <url> | grep @) bzw. nach verschiedenen Schreibweisen des @ suchen kann. Allerdings hilft es gegen viele einfach gestrickte Adress-Sammler.
Problematisch bei diesen Maßnahmen ist, dass viele Benutzer Mailprogramme verwenden, die ein einfaches Löschen von XYZ aus der Mailadresse nicht zulassen. Im Header von Usenet-Artikeln, das heißt in den Einstellungen des Newsreaders, verstößt diese Maßnahme gegen RFC 1036[14] und RFC 2822.[15]
Zudem wird berechtigt die Ansicht vertreten, das Verfälschen von E-Mail-Adressen bekämpfe nicht die Ursachen von Spam, sondern treffe lediglich Anwender und unbeteiligte Dritte: Der antwortende Empfänger hat zusätzlichen Aufwand zum Ändern der Adresse, zudem können Dritte belästigt werden, wenn die manipulierte Adresse real existiert (aber einem Dritten gehört, nicht dem Absender).
Häufig wird auch eine Verschlüsselung mittels JavaScript vorgeschlagen. Um dies zu umgehen, muss der Harvester einen JavaScript-fähigen Browser integrieren. Dies schließt allerdings Nutzer von Browsern, die kein JavaScript unterstützen, oder mit deaktiviertem JavaScript aus. Hier ein Beispiel
<a href="javascript:location='mailto:'+'info'+ /* Kommentar */ '@ex' + 'ample.org'">E-Mail senden</a>
Eine mit modernen Browsern wesentlich einfachere Verschlüsselung zumindest in Webseiten kann über CSS erfolgen, zum Beispiel in der Form:
mailname<span style="display:none;">-Entfernen Sie diesen Text- </span>@<span style="display:inline;">example.com</span>
Die erzeugte Darstellung ist auch für Menschen ohne Browser mit CSS leicht lesbar, während Adresssammler bisher aus Effizienzgründen auf die Auswertung von CSS verzichten und daher nicht die korrekte Adresse herausfiltern.
Des Weiteren ist es möglich, die Mailadresse graphisch, zum Beispiel in Form eines Bildes zu speichern. Auch hier ist sie für die meisten Menschen lesbar, automatische Sammler dagegen lesen – bislang – noch keine Adressen aus Schrift in Bildern. Zu beachten ist dabei, dass Screenreader, wie sie zum Beispiel von Sehbehinderten verwendet werden, so dargestellte Adressen nicht lesen können (siehe dazu auch: Barrierefreies Internet).
Es gibt noch weitere Möglichkeiten, die teilweise größere Sicherheit oder Flexibilität als obige Lösungen bieten, sich jedoch aufgrund der technischen Voraussetzungen nur in Einzelfällen anwenden lassen. Beispiel: Hat man administrativen Zugriff auf den Mailserver und ist die Webseite dynamisch generierbar, kann man beim Aufruf der Website eine zufällige, nicht vorhersagbare E-Mail-Adresse generieren, zum Beispiel djfh7c36544563@example.com, und diese temporär im Mailserver als gültig eintragen. Nach einer vorgegebenen Zeit wird diese wieder automatisch aus dem Mailserver entfernt. Somit kann ein Besucher der Website über die barrierefrei angebotene E-Mail-Adresse Kontakt aufnehmen, eine spätere Zusendung von Spam wird jedoch scheitern, da die Adresse nicht mehr gültig ist.
Eine hohe Sicherheit bieten sogenannte Captchas, mittels derer Menschen von Maschinen unterschieden werden sollen. So wird vorgeschlagen, die E-Mail-Adresse in einem Bild anzugeben oder in einer Audio-Datei zu buchstabieren. Allerdings sind diese Lösungen weder besonders komfortabel noch barrierefrei.[16] Auch bei einer Angabe als Audio-Datei und Bild sind sie zum Beispiel für Taubblinde unverständlich, und selbst für Sehende sind diese Bilder aufgrund von Sehfehlern oder Farbwahrnehmungsstörungen nicht immer lesbar.
Google bot mit Mailhide einen per reCAPTCHA geschützten Dienst zum Schützen der Mailadresse an. Zu einer zu schützenden Mailadresse wurde HTML-Code generiert, den der Benutzer auf einer Webseite einbinden kann. Um die Mailadresse zu sehen, mussten Webseiten-Besucher zwei reCAPTCHA-Aufgaben lösen.[17] mailhide.io stellt heute eine vergleichbare Funktion zur Verfügung.[18]
Als Alternative zu Captchas bieten sich unter anderem Honeypots und Zeitmessungen an, um Spam zu bekämpfen und trotzdem barrierefreie Angebote zu betreiben.[19]
Im Usenet und auf Mailinglisten kann auch im From-Header eine nicht gelesene Müll-Adresse und im Reply-To die eigentliche Adresse eingetragen werden. Damit kommen Antworten an der korrekten Adresse an, die Täter scannen aber normalerweise nur die From-Adressen.
Auf Webseiten stellen Kontaktformulare (CGI oder PHP) eine Alternative zur Angabe der E-Mail-Adresse dar. Sie bieten dem Leser eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit dem Ansprechpartner, ohne dass eine E-Mail-Adresse angegeben und somit das Ernten der E-Mail-Adresse umgangen wird. Dies geschieht auf Kosten des Komforts, da der Sender nicht seine gewohnte Schreibumgebung verwenden kann (z. B. Tastaturkürzel, Textblöcke, Kopie an sich selbst oder andere Empfänger).
Um E-Mail-Adressen nicht unnötig zu verbreiten, kann es sinnvoll sein, E-Mails, die für eine geschlossene Gruppe von Empfängern bestimmt sind, an niemanden (Undisclosed recipients) oder an sich selbst zu adressieren und die eigentlichen Empfänger in das BCC-Feld zu setzen. Diese erhalten dann eine sogenannte Blindkopie (BCC, Blind Carbon Copy). Die Adressen im BCC-Feld werden den Empfängern nicht übermittelt.[20]
Allerdings hat diese Methode auch Nachteile. Einige Spamfilter bewerten Mails, die den Empfänger per BCC erreichen, negativ, das heißt, sie sehen den Versand via Blind Carbon Copy als ein mögliches Kriterium für Spam. Wer regelmäßig Mails an einen großen Empfängerkreis schickt, sollte daher die Einrichtung einer Mailingliste erwägen.
Kann der einzelne Benutzer nur verhindern, dass er selbst UBE erhält, bietet sich für Administratoren von Mailservern die Möglichkeit, die Verbreitung von UBE einzuschränken. Dies beginnt bei der richtigen Konfiguration des Mailservers, der es nur autorisierten Benutzern gestatten sollte, E-Mails zu verschicken.
Auf der Gegenseite kann der Mailserver den Empfang von E-Mails, die von sogenannten Open Relays stammen, über die jeder unautorisiert Mails einliefern kann, ablehnen. Mehrere Organisationen, zum Beispiel die Open Relay Database, bieten Listen solcher fehlkonfigurierter Mailserver an (RBL), die der Serveradministrator zur Überprüfung nutzen kann. Da sich offene Relais immer seltener finden, ist eine mittlerweile weitaus effektivere Möglichkeit, das Anliefern durch Einwahlzugänge nur nach Authentifizierung zu gestatten. Auch hierfür gibt es öffentliche Datenbanken (DialUp Lists (DUL)).
Eine breite Unterstützung von SMTP-Message-Submission[21] durch Mailserverbetreiber könnte mittelfristig helfen, die Verbreitung von Spam und Malware über Botnetze einzudämmen.[22] Wenn die Mailprogramme der Endanwender ihre Mail ausschließlich über den Message-Submission-Port 587 einliefern dürfen, können die Betreiber von Mailservern (ISPs) die Einlieferung von Spam erheblich erschweren: Von extern via SMTP (TCP Port 25) eingehender Mail-Datenverkehr kann stark gefiltert werden, insbesondere kann Mail von Dial-Up-Netzen (vorwiegend von trojanisierten PCs) abgewiesen werden. Gegen den Spamversand von trojanisierten PCs selbst wird diese Maßnahme nur kurzfristig helfen, da die Botnetze bei Bedarf auch über Message-Submission versendet werden können. SMTP-Message-Submission wird bereits von vielen Mailserverbetreibern unterstützt.
Sogenannte Teergruben können das Abliefern von UBE nicht verhindern, bieten aber eine Gegenmaßnahme gegen den Versandmechanismus der Täter, indem sie mit äußerst langsamen Reaktionen eine UBE-versendende Gegenstelle bei der Arbeit aufhalten. Die Kommunikation zwischen dem empfangenden System und dem UBE-Sendesystem wird quasi zähflüssig wie Teer, anstatt nur Sekundenbruchteile dauert der Versandvorgang mehrere Minuten und macht es damit unmöglich, in kurzer Zeit sehr viele Spam-Mails auszuliefern.
Bei automatischen White/Blacklist-Filtern antwortet das Mailsystem des Empfängers zunächst allen unbekannten Versendern und fordert diese auf, sich beim Mailsystem zu registrieren. Durch eine Aktion (z. B. eine Zahl aus einem generierten Bild abschreiben) bestätigt der Sender, dass er ein Mensch ist und ernsthaftes Interesse hat. Wenn er korrekt antwortet, bekommt der Empfänger die bis dahin aufgehobene Mail zugesandt. Der Versender wird daraufhin in die Whitelist aufgenommen. Handelt es sich um Spam, kann der Absender nachträglich aus der Weißen Liste auf die Schwarze Liste verschoben werden.
Es gibt noch weitere Registrierungsmöglichkeiten im W/B-Filter-Verfahren, zum Beispiel über einen URL mit ID (Beispiel: http://www.example.com/mail.php?ID=20032311-021). Systeme der Art, die die Reaktion des Sendenden erfordert, werden auch als Challenge-Response-System bezeichnet. Viele Anwender und (vor allem) Administratoren sehen sie jedoch als kein zweckdienliches System zur UBE-Vermeidung an, und zwar aus folgenden Gründen:
- Die Absenderadresse einer UBE wird im günstigsten Fall mit einer ungültigen Adresse, im Normalfall mit der Adresse eines Unbeteiligten versehen. Im Falle einer ungültigen Adresse führt der Versuch der Zustellung der Challenge-Mail zu einem Bounce, damit also zu einer Ressourcenverschwendung. Ist die Adresse gültig, so wird dieser vom Challenge-Response-System belästigt, womit der Benutzer des Systems technisch selbst zum Täter wird (kollateraler Spam).
- Versendet der Benutzer eines Challenge-Response-Systems selbst eine Mail an ein Challenge-Response-System (z. B. eine Mailingliste mit Confirmed Opt-in), kommt es zu dem Effekt, dass beide Systeme jeweils auf die Antwort des anderen Systems warten (die Mailliste auf die explizite Bestätigung, dass die E-Mail-Adresse in die Liste aufgenommen werden soll, das System des Benutzers, dass sich die Mailliste als regulärer Benutzer authentifiziert). Die Aufnahme eines solchen Benutzers erfolgt dann meist durch manuelles Bearbeiten des Maillistenbetreibers, was für diese einen entsprechenden Mehraufwand bei der Administration zur Folge hat.
- Ein Benutzer eines CR-Systems, der an einer Mailliste teilnimmt, verursacht im Allgemeinen eine Vielzahl von Challenge-Mails, da die Absenderadresse bei Mails an die Mailliste im Allgemeinen nicht verändert wird. Dies hat zur Folge, dass sich jeder Maillistenbeteiligte bei jedem einzelnen Benutzer eines solchen Systems authentifizieren muss, damit dieser die jeweilige Mail von der Mailliste erhalten kann. Da dies ab einer gewissen Anzahl von Benutzern von CR-Systemen innerhalb einer Mailliste die Akzeptanzschwelle vieler Benutzer überschreitet, führt dies meist dazu, dass sich die Benutzer solcher Systeme früher oder später aus den Diskussionen ausschließen.
RBL-Server sind Server, auf denen die Adressen bekannter Spamversender in Echtzeit gesammelt werden. Der Server für eingehende Mail kann diese Server anfragen, bevor er eine Mail annimmt. Wenn sich der Absender in einem IP-Bereich befindet, aus dem häufig Spam versendet wird, wird die Annahme verweigert. Dies geschieht oft unabhängig davon, ob von der speziellen Absenderadresse tatsächlich Spam versendet oder versandt wurde. Ein bekannter, frei zugänglicher RBL-Server ist www.spamhaus.org.
Graue Listen nutzen die Tatsache aus, dass Spamschleudern häufig das Mailprotokoll nicht korrekt einhalten. Wenn eine Mail eingeht, wird die Annahme zunächst mit einer vorgetäuschten Fehlermeldung verweigert und die Absenderadresse kommt vorübergehend auf eine graue Liste. Wenn der Absender nach einer bestimmten Zeit die Sendung wiederholt, gilt er als konform und wird von der grauen Liste entfernt; anderenfalls wird er ignoriert. Auf Wunsch kann ein einmal als konform erkannter Absender in eine weiße Liste eingetragen werden und wird in Zukunft direkt akzeptiert. Es kann allerdings auch passieren, dass seriöse Absender bei diesem Verfahren durchfallen, wenn deren Mailserver falsch konfiguriert sind.
Das Gegenteil von schwarzen Listen sind Weiße Listen wie z. B. der Certified Senders Alliance, deren Mitglieder bestimmte Kriterien erfüllen müssen, um als vertrauenswürdig zu gelten und von den Mailservern nicht gefiltert zu werden.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl verschiedener Spamfilter-Techniken zur automatischen Erkennung und Entfernung von Spam im Postfach. Einige E-Mail-Programme wie z. B. der Mozilla Thunderbird oder Microsoft Outlook haben integrierte Spamfilter, die Werbemails von vornherein aussortieren.
Allerdings leiden die Filter unter ihren Fehlerraten: So werden häufig Spam-Mails nicht zuverlässig erkannt und gelangen trotzdem in den Posteingang, man spricht von false negatives. Auch der umgekehrte Fehler ist möglich: Erwünschte Mails können durch zu strenge Filter als Spam eingestuft werden (sogenannte false positives) und erreichen so den Empfänger unter Umständen nicht oder nur verzögert.
Lediglich gut konfigurierte Spamfilter, die individuell auf den Benutzer oder eine Benutzergruppe zugeschnitten sind, haben hohe Erfolgsquoten. In solchen Fällen lassen sich false positives fast vollständig ausschließen und false negatives auf 10 % bis unter 1 % drücken. Allerdings ist der Einmalaufwand dafür hoch und erfordert eine gewisse Erfahrung. Zudem muss der Filter ständig durch immer neue und verbesserte Methoden an die immer neuen Methoden der Spammer angepasst werden.
Filter haben das Manko, dass durch die besprochenen Fehlerraten (die immer vorhanden sind) der Benutzer die E-Mails, die herausgefiltert wurden, im Zweifelsfall noch einmal kontrollieren muss und sich damit der eigentliche Zweck des Filters darauf beschränkt, eine Vorauswahl für den Benutzer darzustellen. Umgekehrt muss dem Empfänger klar sein, dass auch die manuelle Filterung von E-Mails ein erhebliches Potenzial für false positives aufweist. Es kann – speziell bei hohem E-Mail-Aufkommen – effizienter sein, sich auf einen guten Spamfilter zu verlassen, als von Hand zu filtern.
Rechtlich ist das Filtern unter bestimmten Umständen kritisch: Filtert der Provider oder Arbeitgeber ohne Einwilligung des Empfängers, ist dies nach verbreiteter Rechtsprechung ein Straftatbestand (siehe dazu unten die rechtswissenschaftliche Literatur). Dieses Problem lässt sich in gewissen Grenzen umgehen, indem als Spam erkannte E-Mails bereits beim Empfang abgewiesen werden. Die E-Mail gilt dann nach überwiegender Auffassung als nicht zugestellt, der Absender bekommt eine Unzustellbarkeitsnachricht und kann somit das Problem beheben, umgehen oder den Empfänger auf andere Weise kontaktieren.
Wenn die direkte Beschwerde beim Spammer nichts bewirkt, so kann man sich beim Provider des Spammers beschweren. Sollte auch danach die gewünschte Wirkung ausbleiben, bleibt nur der Rechtsweg: Durch die entstehenden Verfahrenskosten und zu zahlenden Ordnungsgelder kann der Versand von Spam möglicherweise langfristig teuer werden. Allerdings verursacht dieser Weg bei manueller Bekämpfung sehr viel Arbeit.
Weniger Arbeit hat man, wenn man die Beschwerden so gut es geht automatisiert, um möglichst viele pro Tag zu bearbeiten. Kritiker (halb-)automatisierter Spam-Reports weisen allerdings zu Recht darauf hin, dass automatisierte oder über entsprechende Dienstleister/Software erzeugte Beschwerden nicht nur oft fehlerhaft sind und daher nicht selten Unbeteiligte treffen, sondern von den Beschwerde-Bearbeitern vieler Provider auch pauschal gelöscht werden. Der Provider kann solche Meldungen auch als Spam einstufen, wenn ihn zu viele von einem Absender erreichen.
Die sinnvollere Alternative kann daher eine von Hand geschriebene Beschwerde sein, die sich auf mehrere zeitnah empfangene Spamsendungen aus gleicher Quelle bezieht.
Zu analysieren ist der Header der E-Mail, der von vielen Mail-Clients nicht automatisch angezeigt wird. Darin ist alles leicht zu fälschen außer den IP-Adressen der MTAs (Mailserver), die die E-Mail transportiert haben. Diese stehen in Headerzeilen, die mit dem Schlüsselwort Received anfangen. Zu welchem Provider die IP-Adresse gehört, kann man mit dem Unix-Befehl whois und dem Whois-Server der zuständigen Registry ermitteln.
Das Format, mit dem die einzelnen Whois-Server antworten, ist nicht einheitlich. Da jeder selber eigene Server aufsetzen kann, können Provider und Täter identisch sein.
Die meisten Provider haben eine eigene Beschwerde-Adresse, die jedoch nicht immer im Whois-Server eingetragen ist. Um zu ermitteln, welches die richtige Beschwerde-Adresse zu einer bestimmten Domain ist, kann man Abuse.net[23] nutzen und dort beim Provider nachsehen.
Möglichkeiten zur Automatisierung dieses Ermittlungs- und Beschwerdeprozesses bieten Dienstleister wie beispielsweise SpamCop.[24]
Seit dem 1. Januar 2007 nimmt die Internet-Beschwerdestelle des Bündnispartners eco-Verband Spam-Beschwerden an, und für Rechtsberatungen zum Thema Spam stehen seitdem die Verbraucherzentralen zur Verfügung.
Bis zum 31. Dezember 2006 hatte sich der Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (im Folgenden VZBV abgekürzt) in einem Versuchsprojekt um die Verfolgung und Ahndung unerwünschter E-Mails gekümmert.[25] Am 1. Juli 2005 hatte das vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) zusammen mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. ein mittlerweile wieder eingestelltes Projekt einer Beschwerdestelle zur Bekämpfung von Spam gestartet. Unter beschwerdestelle@spam.vzbv.de konnten Verbraucher dem VZBV per Mail unerwünscht eingetroffenen Spam übermitteln. Der VZBV überprüfte diese Fälle und ging in geeigneten Fällen juristisch gegen Spam-Versender und deren Auftraggeber vor. Der VZBV arbeitete hierzu mit anderen Verbraucherzentralen auf der ganzen Welt zusammen. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, Spam mit allen juristischen Mitteln unprofitabel zu machen. Der Service war kostenlos und war nur für Privatpersonen gedacht.[26] Eine Registrierung war nicht nötig.
Die Sache zeigte Wirkung. Besonders Spammer aus Deutschland und dem Rechtsgebiet der EU konnten sich nicht mehr in der scheinbaren Anonymität des WWW verstecken. Doch auch international wurde der VZBV dank mehreren Kooperationen tätig. Der Vorteil gegenüber Spam-Filtern lag hierbei darin, dass die Versender von Spam belangt werden, Spammen illegalisiert wird und somit langfristig das Versenden von Spam zurückging. Der Nachteil war der, dass die Spam-Mails vorerst weiter im Postfach landeten und das Weiterleiten inklusive des erweiterten Headers zeitaufwendig war.
Auch eBay oder PayPal verfolgen – natürlich primär im eigenen Interesse – Spam-Versender. Diese werden auf Unterlassung verklagt, mit dem Ziel, dass es keine Spam-Mails über die Firma mehr gibt. eBay und PayPal gehen jedem Hinweis nach und verfolgen die Versender von Spam-Mails weltweit. Dazu muss man nur Spam-Mails, die sich für eBay bzw. PayPal ausgeben bzw. darauf berufen, mit dem erweiterten Header an folgende Adresse weiterleiten: spoof@ebay.de oder spoof@paypal.de. Man erhält dann eine Antwort, ob die Mail echt war oder nicht, sowie allgemeine Informationen zum Thema.[27]
Neben technischen Möglichkeiten gibt es noch weitere Methoden, den Täter an der Ausführung seiner Geschäfte zu hindern. So können Empfänger von UCE z. B. zum Schein mit falschen persönlichen Daten auf die angebotenen Geschäfte eingehen. Dies bewirkt beim Händler, dem der Täter zuarbeitet, eine Flut von Fehlern bei Bestellungen von Kunden, die vom Täter angeworben wurden. Das führt möglicherweise sogar zur Beendigung des Geschäftsverhältnisses. Dieses Vorgehen lässt sich automatisieren (beispielsweise mit Proxys), ist rechtlich aber höchst fraglich. Absendern von Phishing-E-Mails kann man auch die Arbeit erschweren, indem man falsche Bankkontodaten eingibt.
Absender von Nigeria-Connection-Mails (Vorschussbetrüger) kann man einfach durch Antworten und das Führen zielloser Diskussionen beschäftigen, das sogenannte Scambaiting. Dies bindet beim Täter Zeit, ist aber unter Umständen gefährlich, da man Kriminelle stört, die in der Regel über Verbindungen nach Europa und Nordamerika verfügen. Scambaiting sollte nur von erfahrenen Personen oder unter ihrer Anleitung durchgeführt werden, um die Übermittlung von Daten, die zur Identifizierung führen können, zu vermeiden. Hierzu zählen insbesondere persönliche Daten wie Name, Adresse und Bankverbindung, aber auch eigene Bilder, Nicknames in Foren und Chats, IP- oder E-Mail-Adressen und Telefonnummern.
Australien hat eine sehr komfortable und effektive Methode zur Bekämpfung entwickelt. Den Australiern wird das kostenlose Programm SpamMatters[28] zur Verfügung gestellt, welches die vom Benutzer als Spam gekennzeichneten E-Mails an die australische Telekommunikationsbehörde ACMA[29] übermittelt. Diese identifiziert den Spammer und informiert die zuständigen Strafverfolgungsbehörden.