Papers by Stephan Meier-Oeser

Research paper thumbnail of Einen barocken Universalgelehrten edieren: Gottfried Wilhelm Leibniz,<i>Sämtliche Schriften und Briefe</i>

Einen barocken Universalgelehrten edieren: Gottfried Wilhelm Leibniz,<i>Sämtliche Schriften und Briefe</i>

Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Dec 1, 2016

Thanks to fortunate historical circumstances, Leibniz’s manuscripts have been preserved in except... more Thanks to fortunate historical circumstances, Leibniz’s manuscripts have been preserved in exceptional completeness. With regard to the vast dimensions and the many fields of learning this legacy comprises, among them philosophy, mathematics, physics, politics, law, history, linguistics, technical engineering, and medicine, the complete edition of Leibniz’ “Sämtliche Schriften und Briefe” represents a unique editorial challenge. After a short historical overview on the older editions up to the early 20th century when the Leibniz Akademie-Ausgabe was initiated in 1901, a sketch is given of the “varia fortuna” of that edition and its thematic structuring in eight different series. A list of the online material, the various tools, and databases the edition offers to its readers is followed by a description of how to use the most characteristic feature of the edition, i. e. the particular form of variant apparatus, the so called “Stufenapparat”. Finally, some comparative advantages for the reader of the historical-critical Akademie-Ausgabe over the older editions are noted.

Semiotik, Semiologie

Historisches Wörterbuch der Philosophie

Research paper thumbnail of Posthistoire HWPh 7 1989

Historisches Wörterbuch der Philosophie, 1989

Posthistoire (das). Abgesehen von einer vereinzelten Verwendung in SCHELLINGS ‹Philosophie der Of... more Posthistoire (das). Abgesehen von einer vereinzelten Verwendung in SCHELLINGS ‹Philosophie der Offenbarung›, wo von der «nachgeschichtlichen Kirche, ... die gar nicht in diesen Aeon fällt» [1], die Rede ist, haben sich die verschiedenen Konzeptionen eines den historischen Prozeß beschließenden, meist dritten, Zeitalters bis ins frühe 20. Jh. nicht in einem entsprechenden Begriff der Nachgeschichte bzw. des P. niedergeschlagen. Auch A. A. COURNOT, dem häufig die Prägung des Begriffes ‹P.› zugeschrieben wurde, spricht statt dessen stets von einem «état final» bzw. einer «période finale» [2]. In seinem historischen Dreiphasenmodell bezeichnet dieser jenen auf die «phase préhistorique» und die «phase historique» folgenden globalen Endzustand, in dem durch das kontinuierliche Eingreifen der Erfahrung und der allgemeinen planerischen Vernunft «les éléments de la civilisation proprement dite, ... sur tous les autres éléments de la nature humaine ... une influence prépondérante», genommen hätten, so daß die durch ein «engourdissement de l'énergie vitale» gekennzeichnete Gesellschaft dazu tendiere, sich nach quasigeometrischen Bedingungen einzurichten [3]. Cournots Konzeption des «état final» ist für die spätere Verwendung des Begriffes ‹P.› jedoch insofern von Bedeutung, als dieser zumeist unter Rekurs auf Cournot zur Beschreibung jener letzten historischen Phase eingesetzt wird. Erstmals nachweisbar ist er bei C. BOUGLÉ, der in konsequenter Weiterführung der Cournotschen Terminologie den «état final» als «phase post-historique» bezeichnet und schreibt: «Il y a donc une phase post-historique comme il y a une phase pré-historique. Dans celle-là comme dans celle-ci l'influence perturbatrice, l'excentricité des rencontres particuliers doit être plus rapidement compensée par les poids des 'nécessitésʼ» [4]. Offenbar motiviert durch Bouglés Darstellung wird er zunächst in der Cournot-Literatur von R. RUYER [5], R. LÉVÊQUE [6] und B. CAIZZI [7] übernommen. Ohne Verweis auf Cournot entwickelt R. SEIDENBERG sein Modell eines dreigliedrigen Geschichtsprozesses, in dessen Verlauf sich die prähistorische Beherrschung der Vernunft durch den Instinkt in die Dominanz der Vernunft über den Instinkt als das Charakteristikum des P. umkehrt [8]. Die innere Gesetzmäßigkeit sozialer Organisation führt über eine stetige Verlangsamung des gesellschaftlichen Wandels zur «final crystallization», zum «posthistoric age», in welchem der Mensch «will remain encased in an endless routine and sequence of events, not unlike that of the ants, the bees, and the termites» [9]. In substantivischer Form begegnet ‹P.› erstmals 1951 bei H. de MAN, der in Abgrenzung zu Spenglers Konzeption der Geschichtslosigkeit mit dem wiederum irrtümlich als Cournotschen Terminus eingeführten Begriff jene «Phase des Weltgeschehens» bezeichnet, «die überhaupt aus dem Rahmen der Geschichte herausfällt», da, bedingt durch die Präponderanz einer verselbständigten, nicht mehr an den Bedürfnissen des Menschen orientierten Bürokratie, «die sonst historisch feststellbaren Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung fehlen» [10]. Von de Man angeregt, greift A. GEHLEN zunächst fragend [11], seit 1960 jedoch affirmativ den Begriff des P. auf, indem er den «Synkretismus des Durcheinanders aller Stile und Möglichkeiten» als die Signatur der Kunst im P. beschreibt

Research paper thumbnail of Postmoderne HWPh 7 1989

Historisches Wörterbuch der Philosophie, 1989

Stephan Meier-Oeser Postmoderne. Seit Anfang der achtziger Jahre erfahren der Begriff ‹P.› und da... more Stephan Meier-Oeser Postmoderne. Seit Anfang der achtziger Jahre erfahren der Begriff ‹P.› und das Prädikat ‹postmodern› steigende Konjunktur innerhalb einer auf den verschiedenen Gebieten der Literaturwissenschaft, Kunst-, besonders Architekturtheorie und Philosophie geführten Debatte, zu deren Hauptanliegen die Klärung der Frage gehört, was ‹postmodern› eigentlich bedeutet [1]. Abhängig von der jeweils vorliegenden Bewertung dessen, was gemeinhin alsim emphatischen Sinne-modern gilt, werden die Vokabeln ‹P.› und ‹postmodern› zur Charakterisierung, Propagierung oder Kritisierung von Phänomenen verwendet, die, ohne prämodern zu sein, nicht bruchlos unter den Epochenbegriff der Moderne subsumiert werden können, da sie sich wesentlichen Idealen und Paradigmen derselben versagen. Diese Ambiguität des Begriffs manifestiert sich bereits an den disparaten Ursprüngen seines Auftretens. Erstmals belegt ist der Terminus in adjektivischer Form 1917 bei R. PANNWITZ, der in Anlehnung an Nietzsches Konzept des Übermenschen den postmodernen Menschen als historisch noch zu leistende Antwort auf die «Krisis der europäischen Kultur» den «nichtigen und lächerlichen» «kulturbestrebungen die auf gesundung verjüngung erziehung hinauslaufen», gegenüberstellte («der sportlich gestählte nationalistisch bewusste militärisch erzogene religiös erregte postmoderne mensch ist ein überkrustetes Weichtier ein juste-milieu von décadent und barbar davon geschwommen aus dem gebärerischen Strudel der groszen décadence der radikalen revolution der europäischen kultur» [2]). Unabhängig von Pannwitz und nicht zur Propagierung eines zukünftigen Gipfels der Kultur, sondern zur Deskription eines bereits abgeschlossenen Zeitabschnitts der Literaturgeschichte wurde der Begriff 1934 von F. de ONIZ gebraucht, in dessen Epochengliederung auf den literarischen «modernismo» (1896-1905) als Korrekturphase der seinerseits vom «ultramodernismo» (1914-32) abgelöste «postmodernismo» (1905-14) folgt [3]. Obwohl diese Bestimmung des Begriffs bereits seit 1952 in den südamerikanischen Konversationslexika tradiert wird [4], finden sich in den Entwicklungsdarstellungen der lateinamerikanischen Literatur des 20. Jh. divergierende Angaben über die zeitliche Extension der P.; so bei O. CORVALAN, der seine Monographie über die lateinamerikanische Literatur zwischen den Weltkriegen unter den Titel ‹El Postmodernismo› stellte [5], oder bei J.-C. MAINER BAQUE, in dessen ‹Atlas de literatura hispanoamericana› dies der Name für die Entwicklung ab 1930 ist [6]. In dieser Tradition steht auch noch die früheste nachgewiesene Verwendung im englischen Sprachraum, D. FITTS' Apostrophierung eines Sonetts von G. Martinez als «manifesto of postmodernism» [7]. Bekanntheit hat der Terminus hier jedoch in einer anderen Bedeutung erlangt: 1947 ersetzte D. C. SOMERVELL in seiner Kurzfassung der ersten sechs Teile von A. TOYNBEES ‹Study of history› dessen neutrale Klassifikation der-durch den ca. 1875 vollzogenen Wechsel von nationalstaatlichem Denken zu einer Perspektive globaler Interaktion geprägten-gegenwärtigen Epoche als «Western IV» durch den Terminus «post-Modern» [8], den Toynbee selbst in den späteren Teilen seiner Schrift aufgegriffen hat [9]. Von ihm übernahm 1959 I. HOWE das Wort und setzte es, wie ein Jahr später H. LEVIN, in kritischer Wendung zur Charakterisierung der seiner Auffassung nach

Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 10, 1998

History of Supposition Theory, medieval and early modern

Research paper thumbnail of Terminismus HWPh

Historisches Wörterbuch der Philosophie, vol 10, 1998

Terminismus (engl. terminism; frz. terminisme). Die Benennungen ‹T.› oder ‹terministisch› werden ... more Terminismus (engl. terminism; frz. terminisme). Die Benennungen ‹T.› oder ‹terministisch› werden in mehrfachem Sinn gebraucht. Zum einenund, vermittelt bes. über L. M. de RIJKS grundlegende Studien zur ‹Logica moderna› [1], heute zumeistist damit auf jene Formation der mittelalterlichen Logik Bezug genommen, welche die Eigenschaften der Termini («proprietates terminorum»), wie z.B. ‹suppositio›, ‹ampliatio› (s.d.) oder ‹restrictio› ins Zentrum ihrer logisch-semantischen Analysen stellt und diese für die Behandlung logischer Probleme, wie z.B. der «insolubilia» (s.d.) oder «exponibilia» [2], fruchtbar macht [3]. Die terministische Logik beginnt sich in der zweiten Hälfte des 12. Jh. herauszubilden [4]. Von besonderer Bedeutung für die Konstitution dieses neuen Typs einer «logic of the terms considered as functional elements in a (verbal) context» [5] ist die ‹Ars Meliduna›, in der die logische Lehre nicht mehr nach Vorgabe der boethianischen Schriften, sondern durch die Grundunterscheidung von «terminus» und «propositio» arrangiert wird. «It was such an arrangement that laid the very basis of terminism» [6]. In ihrer voll entwickelten Form erscheint diese frühe terministische Logik um die Mitte des 13. Jh. bes. bei PETRUS HISPANUS [7] und WILHELM VON SHERWOOD [8]. Über die einflußreiche Oxforder Logik erlangt der T. im 14. Jh. weite Verbreitung und erlebt, besonders in Paris, um 1500 eine letzte Blüte, bevor ernicht zuletzt durch die Kritik der mehr an gepflegtem Sprachgebrauch denn an logischer Sprachanalyse interessierten Humanistenin den 30er Jahren des 16. Jh. weitgehend aus dem universitären Lehrbetrieb verdrängt wird; eine Ausnahme bildet die iberische Halbinsel. Im Anschluß an L. M. de RIJKS Darstellung der Logica modernorum gilt ihr «contextual» oder besser: «propositional approach» [9] als «key-notion of terminism» [10]. Abweichend von diesem Verständnis wird der Terminus ‹T.› aber auch in jenem Sinn verwendet, in dem er durchgängig in den philosophischen Lexika erscheint [11], nämlich als Wechselbegriff zu ‹Nominalismus› (s.d.) oder ‹Konzeptualismus› (s.d.) zur Kennzeichnung der Gegenposition zum universalientheoretischen Realismus [12]. Dieser doppelte Gebrauch ist insofern mit einer Reihe von Deutungsproblemen belastet, als es sichbegriffsgeschichtlich gesehennicht um rein äquivoke und damit per se deutlich unterschiedene Verwendungsweisen handelt, derart, daß mit dem den

Historisches Wörterbuch der Philosophie vol. 11, 2001

Unwissenheit, lat. ignorantia, nescientia, inscitia; engl. ignorance; fr. ignorance

Historisches Wörterbuch der Philosophie vol 12, 2004

Historisches Wörterbuch der Philosophie, 2001

conceptual history of the philosophical notion of multitute / plurality ( lat. multitudo, plurali... more conceptual history of the philosophical notion of multitute / plurality ( lat. multitudo, pluralitas, franz. multitude, pluralité) from Antiquity to 18th century.

Historisches Wörterbuch der Philosophie, 1998

Conceptual history of the concept /term of 'subtlety'

Research paper thumbnail of Technologie

Historisches Wörterbuch der Philosophie, 1998

Technologie (griech. τεχνολογία; lat. technologia; engl. technology; frz. technologie). Gottes «T... more Technologie (griech. τεχνολογία; lat. technologia; engl. technology; frz. technologie). Gottes «T. der Furcht» ist, wie CLEMENS VON ALEXANDRIA schreibt, eine Quelle des Heils (περὶ τὸν φόβον ... τεχνολογία σωτηρίας ἐστὶ πηγή) [1]. Verbreiteter jedoch als ein solcher Gebrauch im Sinne einer bestimmten planvollen, zielgerichteten Praxis sind jene Bedeutungsvarianten, die sich für das Kompositum ‹T.› unmittelbar aus den Hauptbedeutungen seiner Teile (τέχνη als Kunst im weitesten Sinne oder als grammatisch-rhetorische Kunst) ergeben. Diesen gemäß wird der Begriff seit der Spätantike verwendet im Sinne von 1) Abhandlung über bzw. Lehre von einer (beliebigen) Kunst (Kunstlehre) [2], 2) Terminologie einer (beliebigen) Kunst (Kunstsprache) bzw. Rede in solcher T., 3) Abhandlung über bzw. Lehre von der Grammatik und Rhetorik (Sprachkunst), 4) Terminologie der grammatisch-rhetorischen Kunst [3] bzw. Rede in solcher Terminologie [4]. In der frühen Neuzeit wird der Terminus in seinen verschiedenen Bedeutungen wieder aufgenommen. Bereits bei PH. MELANCHTHON klingt er an, wenn dieser im Widmungsschreiben seiner ‹Erotemata dialectices› der Dialektik auch die Funktion einer Theorie und Kunst-oder Methodenlehre der Wissenschaften zuweist und in diesem Zusammenhang betont, er habe «τεχνολογικά quaedam» eingestreut [5]. Im selben Sinn beruft sich PETRUS RAMUS für seine Neuorganisation des gesamten Curriculums der Artes auf die Regeln der τεχνολογία, d.h. der Logik oder Wissenschaft von den Künsten [6]. Dieser in philosophischer Hinsicht gegenüber den Verwendungen von ‹T.› für ‹Sprachkunst› [7] und ‹Kunstsprache› bzw. «Kunst-Wörter-Lehre» [8] wichtigere Wortgebrauch im Sinne einer Wissenschaftslehre schlägt sich im frühen 17. Jh. in eigenen T.-Traktaten nieder. C. TIMPLER stellt seinem ‹Metaphysicae systema methodicum› ab 1607 als wissenschaftstheoretische Propädeutik eine ‹Technologia› voran, d.h. einen, wie der Titel sagt, «Tractatus generalis et utilissimus de natura et differentiis Artium liberalium» («allgemeinen und höchst nützlichen Traktat über die Natur und die Unterschiede der freien Künste») [9]. In dieser Funktion und mit derselben Definition übernimmt J. H. ALSTED [10] die T. als eine der «praecognita philosophica» in sein enzyklopädisches Programm [11]. Geht es in der philosophischen T. des 17. Jh., die sich in Neuengland vereinzelt noch bis ins 18. Jh. gehalten hat [12], um die Definition, die systematische Einteilung und den Zusammenhang der freien oder philosophischen Künste, so zeichnet sich bei CH. WOLFF insofern eine Bedeutungsverschiebung ab, als er-etwas Ähnliches findet sich bereits 1707 bei E. PHILLIPS, wo die T. als «description of arts, especially the

Studia Philosophica , 2021

By taking into view the long second half of the 19th century from the perspective of history of s... more By taking into view the long second half of the 19th century from the perspective of history of semiotics the paper focuses on that period which encompassesbesides numerous still largely unexplored discussions on the concept of signthe beginnings of the foundation of modern sign theory in its two versions of semiotics and sémiologie. Rather than to present ad etailed map of the complex landscape of the sign theoretical discussions the intention simply is to draw attention to an aspect of the mental history of the time which might be termed the general «euphoria about signs»and makes up, by amalgamating enthusiasm for the power and performance of technical, linguistic, and logical sign systems, an important factor in the emergence and development of modern semiotic efforts.

Repräsentation

Historisches Wörterbuch der Philosophie

Angels in Medieval Philosophical Inquiry. Their Function and Significance, 2008

I shall attempt to draw a comparison between medieval, Renaissance and Reformation theories of an... more I shall attempt to draw a comparison between medieval, Renaissance
and Reformation theories of angels. Any comparison needs a tertium comparationis which in this particular case – due to the heterogeneity of the three discourses – is not easy to determine. Thus, when I choose to concentrate on the issue of angelic cognition of material particulars, this is not to suggest that the philosophers and theologians of the three periods concerned have all actually discussed it as such. It is rather the why and how they did or did not discuss this issue that will provide the
basis for comparing the different views about the angels.

Research paper thumbnail of Einen barocken Universalgelehrten edieren: Gottfried Wilhelm Leibniz, Sämtliche Schriften und Briefe

Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 2016

Thanks to fortunate historical circumstances, Leibniz’s manuscripts have been preserved in except... more Thanks to fortunate historical circumstances, Leibniz’s manuscripts have been preserved in exceptional completeness. With regard to the vast dimensions and the many fields of learning this legacy comprises, among them philosophy, mathematics, physics, politics, law, history, linguistics, technical engineering, and medicine, the complete edition of Leibniz’ “Sämtliche Schriften und Briefe” represents a unique editorial challenge. After a short historical overview on the older editions up to the early 20th century when the Leibniz Akademie-Ausgabe was initiated in 1901, a sketch is given of the “varia fortuna” of that edition and its thematic structuring in eight different series. A list of the online material, the various tools, and databases the edition offers to its readers is followed by a description of how to use the most characteristic feature of the edition, i. e. the particular form of variant apparatus, the so called “Stufenapparat”. Finally, some comparative advantages for ...

Research paper thumbnail of Signatur, Signaturenlehre

Historisches Wörterbuch der Philosophie, 1996

Das alte Konzept einer Manifestation der Natur oder innerer Kräfte der Dinge durch äußere Kennzei... more Das alte Konzept einer Manifestation der Natur oder innerer Kräfte der Dinge durch äußere Kennzeichen, wie es bereits der antiken Physiognomik (s.d.) zugrunde liegt und in astrologischem Kontext im frühen 16. Jh. z.B. bei AGRIPPA VON NETTESHEIM präsent ist («unaquaeque res a dispositione harmonica ... sortitur speciale aliquod signaculum, seu characterem sibi impressum, illius ... harmoniae significativum»; «jede Sache erhält gemäß der harmonischen Ordnung ... ein besonderes, jene Harmonie bezeichnendes Zeichen oder Merkmal eingedrückt» [1]), hat bei PARACELSUS seinen terminologischen Niederschlag im Begriffsfeld von ‹signatura› und ‹ars signata› gefunden. Paracelsus, der ebenso wie viele spätere Vertreter der Signaturenlehre [Sl.] deren Verwandtschaft mit der Physiognomik betont [2], hat das Konzept einer auf derartige Zeichen gestützten Erkenntnis der Natur und der inneren Kräfte der Dinge nachdrücklich als philosophisches und medizinisches Programm formuliert: «Alle ding eröffnen sich in seinen proprieteten, qualiteten, form, gestalt, etc., was in ihm ist ..., das ist, sie werden alle durch ir signatum erkent ...» [3]. Daher gilt für ihn: «der nicht aus dem signato signo philosophirt, der ist kein philosophus» [4] bzw. «Wer nicht aus der Signatur die kraft der Kreuter schreibet, der weiß nicht was er schreibet» [5]. Hierbei ist seine Terminologie durchaus schwankend. Anstelle von ‹signatura›ein Terminus, der ursprünglich der kirchlichen Verwaltungssprache entstammt [6]-verwendet er zumeist den komplexen Ausdruck ‹signum signatum› oder gleichbedeutend dessen Elemente ‹signum› (bzw. ‹Zeichen›) und ‹signatum›, welches somit nicht in der geläufigeren Bedeutung von 'significatum' dem ‹signum› gegenübergestellt, sondern im Sinne von 'Eingezeichnetes' (Zeichen) diesem entweder synonym ist oder aber für das «Bezeichnete» [7] bzw. ‹Gezeichnete› als dasjenige steht, dem ein Zeichen aufgeprägt ist: «der von den natürlichen dingen schreiben wil, der muß schreiben aus dem signato und das selbig aus dem signo erkennen» [8]. Erst dort, wo sich später der Begriff ‹S.› terminologisch durchgesetzt hat, steht-wie etwa bei O. CROLL-‹signatum› auch für das durch das äußere Zeichen bezeichnete innerlich Verborgene [9]. Der Terminus ‹S.› selbst wird von PARACELSUS noch überwiegend zur Bezeichnung von «scientia signata» [10] oder «Kunst [bzw. ars] signata» als den beiden Hauptaspekten der Sl. verwendet. Während die Sl. zum einen die «scientia» ist, «durch die all verborgen ding gefunden werden» [11], lehrt sie als «kunst signata ... die rechten namen geben einem ieglichen, wie im angebohren ist» [12] und knüpft somit an das Modell der adamitischen Ursprache an. Beide Aspekte der Sl. sind bei dem frühen Paracelsisten J. DORN präsent, wenn er die «ars signata» oder «signatura» definiert als «ars et scientia, quae docet ab externe apparentibus notis, atque naturalibus signis, internas vires, virtutes, proprietates, conditiones, atque naturas ... cognoscere» («Kunst und Wissenschaft,

Research paper thumbnail of Signifikation

Historisches Wörterbuch der Philosophie Bd. 9, 1996

A. Antike. B. Scholastische Tradition des MA und der frühen Neuzeit. 1. Die verschiedenen Verwend... more A. Antike. B. Scholastische Tradition des MA und der frühen Neuzeit. 1. Die verschiedenen Verwendungsweisen von ‹significatio›. 2. Die formale Bestimmung der Signifikation. 3. Der metaphysische Status der Signifikation. 4. Die Bestimmung der Signifikation hinsichtlich des Signifikats. a) Die «voces» bezeichnen unmittelbar die geistigen Begriffe. b) Die «voces» bezeichnen unmittelbar die geistigen Begriffe und vermittels dieser die Dinge. c) Die «voces» bezeichnen unmittelbar die Dinge. d) Die «voce» bezeichnen unmittelbar die Dinge und die geistigen Begriffe. 5. Das Satzsignifikat. C. 17. und 18. Jh. außerhalb der scholastischen Philosophie. D. 19. Jh. und Moderne Signifikation (griech. σηµασία Bezeichnung, Bedeutung; lat. significatio; engl. signification, meaning; frz. signification; ital. significazione). Der Terminus ‹S.›, mit dieser Feststellung beginnen nicht ohne Grund viele der entsprechenden Artikel einschlägiger Lexika [1], ist überaus vieldeutig.

Research paper thumbnail of Cusanus’ Metaphysik des „Mehr oder Weniger“ („magis aut minus“)

Systematische Analysen zur Problemgeschichte von Gradualität, Intensität und quantitativer Differenz in Ontologie und Metaphysik, 2000

In den folgendenÜ berlegungen soll im wesentlichen dreierlei gezeigt werden, nämlich 1) wie die f... more In den folgendenÜ berlegungen soll im wesentlichen dreierlei gezeigt werden, nämlich 1) wie die für die Beschreibungder Welt konstitutive Differenzierungdes "magis et minus" mit der cusanischenV ersion der Einheitsmetaphysik zusammenhängt,2)dass die Entwicklungund Darstellung dieser Konzeption in engem Bezugsowohl zu spätmittelalterlichen Diskussionen im Bereich des Quadriviums als auch zu Theoriend er scholastischenN aturphilosophie, insbesondere zur Lehrev on den latitudines formarum steht,u nd 3) wie Cusanus vord em Hintergrund seiner hochspekulativenM etaphysik des "magis et minus" mit seinem Programm der ‚statica experimenta',alsoder Vermessung der Natur mit Hilfe der Waage, ein durchaus folgenreiches, empirisch-praktisches Projekt der quantita-tivenNaturerforschungeröffnet hat. 1. Das "magisetminus" alsC harakteristikum des endlichen Seins Gott,das Eine-das für Cusanus natürlich zugleich ein Drei-Eines ist-ist charakterisiert als die absolute Unendlichkeit (infinitas), Einheit (unitas),Seiendheit (entitas), Gleichheit (aequalitas)-und daher eben auch Genauigkeit (praecisio) und Wahrheit (veritas). Er oder es ist dasmaximum absolutum. Die Welt,bzw.das Universum als das maximumcontractum, ist das Resultat der Entfaltung(explicatio)d ieser unendlichenE inheit in die Vielheit. Da die unendliche Einheit jedoch, so wie sie an sich selbst ist,n ämlich als absolute Identität,n icht vervielfältigtw erden kann,¹ ist die Entfaltungd er unendlichen Einheitimmer auch eine Einschränkung(contractio)oder ein Abstieg(descensus) der absoluten Unendlichkeit zur Endlichkeit sowie der absoluten Gleichheit  Vg l. De genesi n. , -: "Cuma utem unitas,q uae coincidit cum idem absoluto,s it immultiplicabilis, quia idem quae et unitas, ideo non-unum cum absolutam immultiplicabilem identitatem attingere nequeat, non potest nisi in pluralitater eperiri."

Wege bildlicher Visualisierung in der europäischen Geschichte (Colloquia Raurica, 11), 2011