Afrikanischer Monat 2026 ab 1. Mai

Das Organisationsteam möchte hiermit herzlich zur Teilnahme am diesjährigen Afrikamonat einladen. Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2025 mit 18 Teilnehmern, 200 Wettbewerbsartikeln und zusätzlich 37 Artikeln außer Konkurrenz wird vom 1. bis zum 31. Mai 2026 wieder ein Schreibwettbewerb durchgeführt, der den afrikanischen Kontinent mit neuen Artikeln und Artikelerweiterungen in allen möglichen Aspekten beschreiben soll. Das Spektrum kann von Biographien, historischen und politischen Themen, über geographische, biologische Beschreibungen bis zu kulturellen und ethnologischen Artikeln reichen und bietet auch Platz für vieles andere. Viele haben vielleicht schon Entwürfe in der Schublade - wer nach Inspiration sucht, wird sicher auf der Seite des Afrikaportals oder bei den Artikelwünschen fündig. Der zweite Schritt ist, sich auf der Teilnehmerseite einzutragen. Und dann kann's losgehen! Die Teilnehmer erhalten abhängig von der Zahl der eingereichten und akzeptierten Artikel eine Bronze-, Silber- oder Goldmedaille. Der Autor bzw. die Autorin mit den meisten Artikeln werden feierlich zum Afrikabotschafter bzw. zur Afrikabotschafterin 2026 ernannt. Viel Spaß! fo 25.4.

WikiCon 2026: Donau, Dom und deine Ideen – Programmeinreichung gestartet

Schriftzug „WikiCon Regensburg 2026“
Schriftzug „WikiCon Regensburg 2026“

Regensburg wartet auf die WikiCon 2026 – und wir auf eure Einreichungen für ein tolles Konferenzprogramm: Bis zum 14. Juni sind nun eure Ideen gefragt!

Vom 18. bis 20. September trifft sich die deutschsprachige Community der Wikipedia und der Schwesterprojekte in der Domstadt an der Donau. Zwischen historischer Altstadt und modernem Konferenzzentrum möchten wir als WikiCon-Orga-Team erneut den passenden Rahmen für Austausch, Diskussion und neue Impulse schaffen. Damit das Programm ebenso abwechslungsreich wird wie die Kulisse, kommt es auf eure Beiträge an.

In diesem Jahr startet die Programmeinreichung etwas früher, da auch die WikiCon bereits Mitte September stattfindet. Gesucht wird ein breites Spektrum an Formaten und Themen: von vertiefenden Beiträgen für erfahrene Aktive bis hin zu niedrigschwelligen Einstiegsangeboten. Ob Workshop, Diskussionsrunde oder sonstiges möglichst interaktives Format – alles, was zum gemeinsamen Lernen, Weiterdenken und Vernetzen beiträgt, ist willkommen. Ein besonderer Anlass begleitet in diesem Jahr natürlich auch die WikiCon: 25 Jahre Wikipedia. Über Beiträge, die dieses Jubiläum aufgreifen oder reflektieren, freuen wir uns besonders, sie sind aber natürlich kein Muss.

Damit die Auswahl gut gelingt, bitten wir euch um prägnante und aussagekräftige Einreichungen mit einem klaren Konzept. Auch ein realistisches Zeitmanagement hilft sehr, da die Anzahl längerer Programmslots begrenzt ist. Die Programmeinreichung erfolgt wie gewohnt über das Formular auf wikicon.org/cfp bis zum 14. Juni. Weitere Informationen findet ihr auf der Programmvorschlagsseite.

Gut zu wissen: Die Anmeldung zur Teilnahme an der WikiCon wird im Mai starten. Weitere Infos dazu folgen wie gewohnt über die Projektseiten und den Kurier. WikiCon-Orga 22.4.

Germany is calling...

Gespannte Gesichter am frühen Morgen

Was macht man, wenn zwei Termine ausgerechnet auf dasselbe Wochenende fallen? Man verbindet sie.

Am letzten Wochenende fand in Fürth die LokaliCon 2026 statt, das Treffen der ehrenamtlichen Wikimedianer, die die lokalen Wiki-Räume in Berlin, Hannover, Köln, München und Neu-Ulm betreiben, plus natürlich dem FürthWiki, einem der umtriebigsten StadtWikis, die ich kenne und Betreiber des gleichnamigen lokalen Raums in Deutschlands kleinster Großstadt, direkt neben seinem östlichen Vorort, der bekannt für seinen Christkindlmarkt ist. Eine prima Gelegenheit, sich auszutauschen, über Probleme (und deren Lösungen), Projekte und neue Ideen zu diskutieren und nebenbei auch ein bisschen die Stadt kennenzulernen. Mindestens ein nachmessbarer Höhepunkt war die Besteigung des Fürther Rathausturmes.

JPF gibt ein kurzes Briefing über Osttimor, für jene, die noch nichts über das Land gehört hatten (die gibt es noch?)

Aber für mich gab es ja noch ein zweites, kleines Ereignis, bei dem ich gerne dabei gewesen wäre: Am Sonntagmorgen (MEZ) trafen sich knapp 20 Osttimoresen und Indonesier in einem Online Meeting, um die eingeschlafene Tetum-Wikipedia aus ihren Dornröschenschlaf zu holen. Sie hat derzeit 1384 Artikel. Zum Vergleich: In der deutschsprachigen Wikipedia gibt es aktuell 6308 Artikel mit Osttimor-Bezug.

Ich versuche ja ebenfalls seit Jahren Bewegung in das Projekt zu bringen, zum Beispiel durch Kurse für Gaststudenten aus Osttimor an der Universität Marburg. 2023 waren dann in Singapur erstmals drei Osttimoresen Teilnehmer bei der Wikimania. Die meisten von den Online-Kursteilnehmern haben bisher keine Wikipedia-Erfahrung und müssen erst noch die ersten Schritte in der Online-Enzyklopädie lernen. Hier wollen Wikipedianer aus Indonesien unterstützen. Aber wie weltumspannend das Projekt Wikipedia ist, kann man sich aus Erzählungen nur schwer vorstellen. Auch unter den deutschen Freiwilligen auf der LokaliCon hatten nicht alle bereits Kontakt mit Wikipedianern aus anderen Ländern. Das wollte ich nun ändern. Dank der Unterstützung und der vorhandenen Technik im FürthWiki gelang die Schalte nach Südostasien und so sendeten am Morgen, noch vor dem ersten Programmpunkt des Tages eine Gruppe deutscher Wikipedianer (& Co.) über Videokonferenz ihre Grüße an jene neugierigen Kursteilnehmer, die zuvor bereits gespannt den Erklärungen über das Projekt Wikipedia und ihre Funktionen gelauscht hatten. Beiderseits war die Begeisterung groß, denn selten begreift man, wie groß die Idee Wikipedia wirklich ist. Es waren besondere fünf Minuten Austausch.

Welcome to Timor-Leste

Nach der Schalte gingen die LokaliCon-Teilnehmer wieder über in die geplanten Diskussionsrunden und wie geht es weiter in Osttimor? Demnächst fliegen einige indonesische Wikipedianer nach Osttimor, um Wikipedia-Kurse vor Ort zu geben. Ich beneide sie, nicht nur, weil ich mich dem Land über die Wikipedia so verbunden fühle, sondern weil sie auch auf eine Gruppe hochmotivierte junger Leute treffen werden, die ihr Land und ihre Kultur im WWW noch sichtbarer machen wollen und das auch in ihrer eigenen Landessprache. Ausgangspunkt sollen Arbeitsgruppen sein, die Studenten an verschiedenen Universitäten des Landes bilden wollen. Nicht nur Osttimors Bevölkerung ist jung, auch jene, die nun die Wikipedia dort wieder in Gang bringen wollen. Ein kleiner Kontrast zu uns. Warum finden sich in Deutschland keine Wikipedia-AGs an jeder Uni? Ich bin gespannt, welche Themen sich in den ersten Artikeln der Neu-Wikipedianer finden werden. Einige Teilnehmer des Kurses sprachen bereits von Kultur und Frauenthemen als Interessengebiete. Ich bin mir sicher, dass Politik sich ebenfalls finden wird, denn die Studenten Osttimors sind politisch sehr interessiert. Wichtig ist, dass aber auch wissenschaftliche Themen bearbeitet werden. Medizin, Geographie und Geschichte fallen mir ein. Vielleicht finden sich auch bald Artikel über Religion, die eine große Bedeutung für die Osttimoresen hat. Es gibt vieles, was eine „Encyclopedia Timorensis“ enthalten sollte. Ich habe freudige Erwartungen. JPF, 20.04.2026

Wiki Loves Earth geht in die nächste Runde

Karte der Schutzgebiete in Deutschland ohne Fotos

In Deutschland gibt es aktuell 9.012 Naturschutzgebiete, dazu 9.143 Landschaftsschutzgebiete. Außerdem haben wir 5.286 Gebiete des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. In den letzten Jahren des Fotowettbewerbs Wiki Loves Earth (WLE) und durch Engagement darüber hinaus konnten wir 10.803 dieser Gebiete mit Fotos bebildern. Damit sind 46 % aller Schutzgebiete in Deutschland bebildert. Um in diesem Jahr das Ziel zu erreichen, die Hälfte aller Schutzgebiete in Deutschland bebildern zu können, fehlen uns noch Fotos aus etwa 900 Schutzgebieten. Daher an dieser Stelle der Aufruf: Macht mit! Wenn ihr denkt, ihr macht vielleicht nicht die besten Fotos, macht trotzdem mit und seid Teil des Projekts zu Bebilderung der Natur. Auch wo es schon Fotos gibt, kann mehr selten schaden. Bei den Vogelschutzgebieten haben wir z. B. das Ziel, zu jedem Gebiet auf Wikidata auch ein Foto zu verwenden, auf dem ein Vogel zu sehen ist.

Da Wale ja aktuell ein großes Thema sind, an dieser Stelle auch ein Hinweis auf eine Fotolücke, die eine besondere Herausforderung darstellt: Aus nahezu allen Naturschutzgebieten in der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands fehlen uns noch Fotos. Wer eine kleine Segelyacht hat, kann vielleicht mal vorbeifahren, damit wir diese riesigen Flächen auf unserer Karte als erledigt markieren können.

Wer keine Yacht zur Verfügung hat, sondern in der Stadt sitzt, kann in diesem Jahr am Sonderpreis zum Thema Stadtnatur teilnehmen. Hier wollen wir Pflanzen, Tiere oder auch die Interaktion von Mensch und Natur in Grünanlagen dokumentieren. Für diesen Sonderpreis gilt die übliche Beschränkung auf Schutzgebiete nicht.

Der Wettbewerb läuft, wie in den letzten Jahren, vom 1. Mai bis zum 30. Juni. Wer jetzt schon etwas machen will, kann neben dem Fotografieren im Feld auch bereits am Wiki-Loves-Earth-Cup teilnehmen. Dort haben wir die Sonderwertung zu Wikidata um einen Wettbewerb zur besseren Beschreibung und Kategorisierung der im Rahmen von WLE in den letzten Jahren hochgeladenen Fotos ergänzt (zur Teilnahme). Hochladen könnt ihr die Fotos ab dem ersten Mai über die Hochladekampagne. Motive könnt ihr schon jetzt über die Karte oder die umfangreichen Listen finden.

Wenn ihr uns helfen wollt, den Wettbewerb offline zu bewerben, könnt ihr bei WMDE Flyer und Plakate bestellen.

Wer außerhalb von Deutschland unterwegs ist oder war, kann hier nachsehen, welche internationalen Wettbewerbe von Wiki Loves Earth in diesem Jahr laufen, die Liste wird ständig erweitert.

GPSLeo 18.4.

A wie Holz oder Art History Loves Wiki, Teil II

Mehr als sechs Stunden dauerte der Livestream am zweiten Tag der Veranstaltung Art History Loves Wiki, die vom 27. bis 29 März 2026 im Kölner Museum Schnütgen stattfand (Bericht zum ersten Tag). Zunächst ging es am Vormittag offline auf verschiedenen Touren durch die Dauerausstellung und die beiden Sonderausstellungen sowie in der Kirche und zur Tür in St. Maria im Kapitol, sodass das eigentliche Tagungsprogramm erst zur Mittagszeit einsetzte, im Stream unter https://www.youtube.com/watch?v=thXJ1XAbWJ0 etwa bei 0:20:00.

Zunächst sprachen Nina Trompetter und Adam Stead über das Thema "Provenienz, Tausch, Kriegsverlust: Die digitalisierten Inventarbücher des Museum Schnütgen als Zeugnis der Sammlungsgeschichte." Das Museum Schnütgen wurde 1910 eröffnet, aber die handgeschriebenen Inventarbücher entstanden erst einige Jahre später, um 1924/25. Die Inventarnummern beginnen mit Nummern, die das verwendete Material kennzeichnen, etwa A für Holz. Die Reihenfolge ist nicht chronologisch nach der Aufnahme, sondern es handelt sich um laufende Nummern der Einträge – meine editorische Notiz: also ungeordnet, wie auch die Nummern der Wikidata-Items vergeben wurden –, das Datum des Erwerbs, eine kurze Beschreibung und ein Eintrag zur Herkunft sowie Angaben über die Abmessungen des Sammlungsgegenstandes. Die insgesamt 17 Inventarbücher wurden 2025 digitalisiert, was nicht nur der Beschleunigung der Arbeit dient, sondern auch zur Verbreitung der Einträge über den "Heidelberg Accession Index", wo mehr und mehr deutsche Museen ihre Inventarbücher zusammenführen, damit sie zur Forschung genutzt werden. Dabei gilt aus Datenschutzgründen nur Daten aus der zeit von 1950 hinterlegt werden, wobei diese Grenze als Moving Wall alle fünf Jahre verschoben wird. Das Museum Schnütgen veröffentlicht seine Inventarbücher unter der CC-BY-NC-SA-4.0-Lizenz, und die einzelnen Seiten werden vom Heidelberger Dokumentenviewer bis ins kleinste Detail angezeigt. Anhand einiger Einzelbeispiele wurde das Schicksal von Ausstellungsgegenständern durch Verkäufe und Täusche zwischen den Kölner Museen gezeigt. Dies kann man teilweise lückenlos zeigen, weil auch die anderen Kölner Museen, wie das Mackmuseum und das Wallraf-Richartz-Museum ihre jeweiligen Sammlungsbücher in Heidelberg digitalisiert und dort in HeiDi hinterlegt haben.

Lisa Dieckmann zeigte uns, wie das geht mit dem Verknüpfen von Bildern mittels Prometheus, Normdaten und Wikidata. Prometheus ist eine wissenschaftliche Datenbank, die rund vier Millionen Bilder aus 134 Institutsdatenbanken und Forschungseinrichtungsdatenbanken verfügbar macht. Dabei können für einige der Bilderdatenbanken Bildrechte direkt eingeholt werden. Es gibt eine Normdatei, um Bilder mit unterschiedlichen Schreibweisen recherchierbar zu machen. Normdaten wie etwa GND oder die Wikidata-IDs werden verlinkt, sind aber auch recherchierbar, man kann also alle Bilder abrufen, die beispielsweise von einem Künstler mit derselben GND geschaffen wurden.

Der Hype um die Verwendung des Gemäldes Ophelia von Friedrich Heyser aus dem Museum Wiesbaden als Inspiration für das Musikvideo The Fate of Ophelia war für das Projekt ein Glücksfall, weil hier die Nachnutzbarkeit der Daten und die Möglichkeiten des Wikiversums aufgezeigt werden konnten. In der deutschsprachigen Wikipedia findet der Hype nur als Anmerkung einen Platz; es gibt keinen zugehörigen Artikel für das Gemälde.

Der Vortrag Aus dem Museum ins Wikiversum: Lessons Learned mit Kleinen Museen von Judith Baumbach und Susanne Opfermann brachte uns die Ergebnisse eines Kooperationsprojektes in Baden-Württemberg wieder, an dem neben dem Landesmuseum als Ideengeber die Landesstelle für Museen und die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg sowie Wikimedia Deutschland und Wikipedianer in Form von Wikipedia:Stuttgart beteiligt waren. Projektziel war die Vernetzung und der Aufbau von Kommunikationskanälen und die Fragestellung wie können kleine Museen vom Wissen der Wikipedia profitieren und wie kann Wissen von kleinen Museen an Wikipedia transferiert. Dabei stellt sich die Museumslandschaft in Baden-Württemberg als Kartoffelsack dar – der Berichterstatter ist sich sicher, daß die Referentin kurz davor war, das Wort Kartoffelsalat auszusprechen – es gibt jedenfalls 12 Standorte des Landesmuseums, 1200 Museen sind landesweit gelistet, davon werden 700 ehrenamtlich getragen und/oder betrieben. Das Spektrum reicht vom Landesmuseum mit 180 Mitarbeitern und mehr als einer Million Objekten bis hin zum Deutschen Fleischermuseum in Böblingen mit einer Vollzeitstelle für die Leitung, einem von der Stadt bezahlten Hausmeister, Aufsichtspersonen auf Minijobbasis und dem Böblinger Döner-Sonntag. Auftakt war ein Workshop im Landesmuseum Stuttgart, wo 20 Museen auf 14 Wikipedianer trafen und sich mit Wikipediagrundlagen vertraut machten. Bei der Zusammenarbeit von kleinen Museen mit dem Wikiversum treffen unterschiedliche Kenntnisse aufeinander und oftmals hängt die Museums-Website an der kommunalen IT, was den Wunsch der Digitalisierung durch die Museen vor die Klippen der kommunalen IT-Leitung bringt. Vor allem die Sicherheit der Daten ist hier ein Thema. Ein großes Hindernis sind unzureichende Kenntnisse der Urheberrechte. Oft ist auch nur teilweise bekannt, wie Museen aktiv mit Wikipedia zusammenarbeiten können. (Ich kürze das hier ein bißchen ab, so wie das die Referentin auch tat.)

Im Projekt wurden verschiedene Anleitungen erarbeitet. Das sind teils ganz banale Hinweise, wo man klicken muß, um einem Wikipedianer eine Nachricht zu hinterlassen, und reicht hin bis zur Anleitung, wie sich Metadaten aus Museum-Digital extrahieren und nach Wikidata transferieren lassen (PDF, 4,43 MB). Als wichtigstes Ergebnis wird jedoch gesehen, Museumsmitarbeiter und Wikipedianer miteinander in Kontakt gebracht zu haben.

Maximilian Westphal hatte im Zusammenhang mit einer Ausstellung zur Münchner Fotografin Barbara Niggl Radloff im Münchner Stadtmuseum mitgewirkt, daß eine Reihe von Niggl Radloffs Fotografien hochgeladen und in Kooperation mit dem WikiMUC in Artikel eingebaut wurden; er selbst hat den Artikel im Rahmen seiner Masterarbeit geschrieben. (Note to self, aus gegebenem Anlaß: Wir werden das diskutieren müssen oder neu diskutieren müssen, weil stadtbekannte Eingangskontrolleure der Auffassung sind, sich zum Herren darüber aufzuspielen, was ein Artikel ist und akzeptiert wird und was als Essay oder als zu umfangreich abgelehnt wird. Das ist nicht gut für Autoren, deren Artikel Gegenstand einer Prüfung – und so von Bedeutung für das weitere Berufsleben – sind. Vielleicht wäre es ein Ansatz, solche Texte auf Wikiversity zu entwickeln und erst nach abgeschlossener Prüfung nach Wikipedia zu bringen? – Ich höre in meinem geistigen Ohr schon Achim, der mir Obermotzentum vorwirft, aber ich glaube, daß wir hierüber reden müssen. Es geht hier um Autorenschutz, es geht um den Schutz des Projektes, und es geht hier auch um die Frage, ob die Eingangskontrolle ihre Rolle mißbraucht, und vielleicht müssen wir dem einen oder anderen Eingangskontrolleur auf die Finger klopfen.)

Westphal streicht in seiner Baustellenbesichtigung: Bilder aus den Sammlungen des LVR-Industriemuseums für das Wikiversum heraus, daß qualitativ gut bebilderte Artikel auch höhere Abrufzahlen generieren, und das wird wohl niemand bestreiten. Nach einer Station in Baden-Württemberg ist Westphal nun beim Landschaftsverband Rheinland tätig und dort für eine Fotosammlung verantwortlich. Das LVR-Industriemuseum hat eine Open-Access-Richtlinie, und die Sammlungen sollen demnach unter einer CC-Lizenz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Museum hat sieben Standorte im Rheinland, in denen verschiedene Industrien gezeigt werden, Textilfabrikation, Energieerzeugung, Papiererzeugung, Verhüttung und Eisenverarbeitung, dazu verschiedene Sammlungen. Als Beispiel wird ein historisches Bildarchiv des Regionalverbandes Ruhrgebiet vorgestellt, das seine Bilder teils CC-By-SA-lizenziert vorhält. Was ist davon relevant für Wikipedia? stellt Westphal die Frage, die aus dem Publikum mit Alles! beantwortet wird. Das alles wurde anhand von 18 Bildern ausprobiert.

Für die Zukunft sind Metadaten, Workflow, Templates die Baustellen, auch die Veröffentlichung von Pressebildern unter CC-BY-SA-Lizenzen soll forciert werden. Raymond outete sich als Urheber des Zwischenrufs Alles! und begründete dies damit, daß wir heute nicht wissen könne, was wir als Wikipedia in zwanzig Jahren brauchen werden. Völlig korrekt.

Rainer Halama und Volker Lässing sprachen über Das Kunstdepot Hohenzollern. Unterschiedliche Herangehensweisen an Sammlungserfassung. Zwei Lokalhistoriker treffen aufeinander. In dieser lebhaften Vorstellung ging es darum, wie Lässing erstmals damit konfrontiert war, daß seine in Büchern veröffentlichte Lokalforschung von Rainer Halama in einem Artikel in Wikipedia ausgewertet wurde. Aufhänger war sein Buch über auf der Burg Hohenzollern im Zweiten Weltkrieg ausgelagerte Kunstwerke aus den drei Kölner Museen Wallraf-Richartz Museum, dem Schnütgen Museum und dem Kunstgewerbemuseum. Nach dem Krieg wurden die meisten dieser Kunstwerke zusammen mit weiteren, ebenfalls aus Auslagerungsdepots stammenden Gemälde der Staatsgalerie Stuttgart in Tübingen ausgestellt. Eine Ausstellung, die auf Grund der Hochwertigkeit der Exponate heute kaum noch zu realisieren wäre. Lässing stellte in seinem Buch die Frage, ob in der heutigen Zeit sich eine solche Ausstellung zumindest virtuell präsentieren ließe. Was den Wikipediaautoren dazu herausforderte, dies zumindest mit Hilfe von Commons und Wikidata zu versuchen. Mit dem Artikel Kunstdepot Hohenzollern ist ein Anfang gemacht.

Die Provenienzforscherin Ruth von dem Bussche zeigte unter dem Titel Von der Inventarkarte zur Normdatenbank wird anhand der Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte „ein probabilistisches Verfahren zur automatisierten Erschließung historischer Künstlernamen in einem KI-gestützten Abgleich“- aufgezeigt. Dabei werden 400.276 karteikartenähnliche Datensätze digitalisiert diese Normdaten werden mit den Inventaren verglichen, wobei Wikidata als Infrastruktur genutzt wird, um die unterschiedlichen Datenquellen einander gegenüber zu stellen.

Die Künstlernamen auf solchen Karten sind ein großes Problem, weil Namenskonventionen nicht vorhanden, sondern im Laufe der Zeit gewachsen sind. Für den Aufbau der Namensdatenbank werden drei verschiedene Datenquellen genutzt, die Datenbank des Bildarchivs Foto Marburg, die Union List of Artist Names der Forschungseinrichtung des Archivs des Getty Centers sowie Wikidata. Bei letzterem werden die Einträge gefiltert nach etwa 70 unterschiedlichen externen Identifiern, ULAN-IDs, den IDs vom RKD – Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis für Künstler (RKDartists) u.a. genutzt, weil Tätigkeit (P106) auf Wikidata zu unvollständig eingepflegt ist. Der Vortrag beginnt etwa bei 3:48:00

Lucy Patterson und Lukas Fuchsgruber werfen einen Blick auf Kritische Arbeit mit Sammlungsdaten auf Wikidata vor dem kolonialen Hintergrund. Hierbei ging es etwa um die Übertragung von problematischen Sammlungsdaten in Veröffentlichungen und Ausstellungstexten. So haben manche Museen Objekte als "Schenkung" erworben, doch die Forschung stellte inzwischen fest, dass solchen Schenkungen durch Erpressung nachgeholfen wurden. Wikidata ist hierbei ein geeignetes Werkzeug, weil es mehrsprachig ist und so verschiedene Perspektiven dargestellt werden können und weil die Forschungsdaten nachhaltig sind.

Roeland Paardekooper konnte leider nicht an der Konferenz teilnehmen, so dass sein Vortrag in Vertretung von Rainer Halama und Heidrun Rosenberg gehalten wurde. Frau Rosenberg referierte kurz zur Geschichte Gothas, beginnend nach dem 30-jährigen Krieg mit dem Schloßneubau auf dem Friedenstein und später das intellektuelle Gotha um 1800. Sie schlug dann den Bogen zu Gotha transdigital 2027, einem von der Europäischen Union, der Bundesregierung und der thüringischen Landesregierung mit insgesamt 28 Millionen Euro geförderten Projekts zu Digitalisierung das Sammlungen in Gotha – viel Geld für Photograhien von Sammlungsgegenständen, von denen ein großer Teil nach Commons hochgeladen werden soll. Doch wer soll das schaffen?

Siehe hierzu auch Wikipedia:Make a Museum's Wish ... for Gotha.

Max Kristens Vortrag usefulQueries: Unkompliziert Kunstgeschichte in Wikidata erkunden ermittelte zunächst Methoden, die zur Abfrage von Wikidata landauf landab genutzt werden und stellte fest, daß der Kram entweder nicht benutzerfreundlich ist oder ein Helferlein wird seit Äonen nicht upgedatet, und er wirft die ketzerische Frage auf, ob Wikidata aufgrund fehlender Visualisierung nicht bunt genug sei.

Er stellte anhand des Beispiels Vincent van Gogh (Q5582) das Userskript usefulQueries vor und was man damit machen kann. Mehr hierzu auf Wikidata unter d:User:Kristbaum/usefulQueries.

Damit endete der 2. Tag der Veranstaltung. Am 3. Tag gab es noch mehrere Barcamp-Sessions mit einer Vielzahl von Themen – hier die Mitschriften – bevor die Teilnehmer sich wieder in ihre Wohnorte zurückzogen.

Zweifelsohne war dieser zweiteilige Bericht viel zu lang, aber ich hoffe dennoch, daß er unterhaltsam war und Lust auf mehr gemacht hat. Mehr – dazu stehen die beiden Youtube-Streams zur Verfügung, welche die Vorträge der ersten beiden Tage in voller Länge wiedergeben, mit Pausen ein lächelnder SmileyVorlage:Smiley/Wartung/:-) . MaB 15.04.

Gestern habe ich den Artikel Werner Wilhelm Haase als Stub aufgrund eines einzigen Fachbuchs angelegt, heute will ich daran weiterarbeiten und vor allem Literatur hinzuziehen, die ich online zur Verfügung habe und für die ich daher die Unibibliothek nicht brauche. Etwas verspätet (denn man scrollt ja nicht immer runter zu den Anmerkungen und prüft nicht jeden Tippfehler-Korrekturedit und jede Kategorieergänzung) stelle ich fest, dass mein Stub nächtens auf das Subreferenzierungs-System umgestellt wurde.

Ist das jetzt das neue Normal und obligatorisch wie die Verwendung der aktuellen Rechtschreibung? Ich denke, die Technischen Wünsche haben uns die Subrefenzierung geschenkt, damit jeder, der mag, sich das Erstellen eigener EN vereinfachen kann. Tatsächlich gibt es offensichtlich WP-Aktive, die durch den Artikelbestand ziehen und EN auf Subreferenzierung umstellen, ohne relevant zum Artikel beizutragen. Dann kann man sich dafür abfeiern, wieviel Prozent der Artikel oder der Neuartikel jetzt damit erstellt werden. Nur: ich möchte nicht mit Subreferenzierungen arbeiten, ich brauche auch keine Nachhilfe beim Erstellen von EN. Für mich ist der Artikel geblockt, solange es dort Subreferenzierungen gibt. Sollte deWP diese Zitierweise obligatorisch machen, wird sie mich als Autorin verlieren. Entschuldigt diesen wenig journalistischen Rant, aber ich bin sauer. Es passiert ja nicht zum ersten Mal. --Ktiv (Diskussion) 09:51, 14. Apr. 2026 (CEST)[Beantworten]

Ergänzung: Es sind übrigens bei Gelegenheit der Umstellung auf Subreferenzierung auch relevante Infos aus den EN verschwunden. Ich nehme natürlich an, dass das ein Versehen war.--Ktiv (Diskussion) 10:06, 14. Apr. 2026 (CEST)[Beantworten]

Ein Wal ...

Ein springender Buckelwal
Der Buckelwal Timmy in der Kirchsee, einer Bucht der Insel Poel (1. April 2026)

Noch lebt der Buckelwal Timmy und er hat sich zuletzt sogar mal wieder bewegt - so berichteten zumindest die Medien vor etwa drei Stunden. Dem Bericht zufolge habe sich das Tier gedreht und sich mehrere Meter vorwärts bewegt, die Chancen des Wals hätten sich dadurch nicht geändert: seinen verhängnisvollen Ausflug in die Ostsee wird er nicht überleben. Seit Ende März beobachtet die ganze Nation das morbide Schauspiel – im ständigen Wechsel zwischen Hoffnung, Faszination und Resignation. Seit Tagen beobachten wir das Sterben dieses gewaltigen Lebewesens, das normalerweise für Kraft und Freiheit steht, und plötzlich so verletzlich ist. Wir werden Zeuge seines langsamen und unausweichlichen Todes und hoffen doch weiter auf ein Happy End; diese Mischung aus Ehrfurcht, Beklemmung und der schwer greifbaren Nähe zum Ende.

Enzyklopädisch betrachtet ist das Ereignis natürlich singulär und als solches prädestiniert für die Nachrichten. In der Wikipedia hinterlässt es seine Spuren vor allem in Form des neu entstandenen Artikels Timmy und einigen kleineren Ergänzungen im Artikel Buckelwal – erfreulich wenigen und eher sachlichen. Die auffälligste Spur dieser Tragödie findet sich allerdings in der Aufrufstatistik: Seit dem 22. März gingen die Aufrufzahlen des Artikels Buckelwal rapide nach oben, um ihren Zenit am 27. März mit fast 35.000 Aufrufen zu erreichen. Danach gingen sie wieder zurück, blieben jedoch mehr als eine Woche bei über 10.000 Aufrufen pro Tag. Insgesamt wurde der Artikel damit in den letzten 30 Tagen fast 240.000 mal aufgerufen:

Seitenaufrufe Buckelwal

Um die Dimension zu verdeutlichen hat der Autor dieser Zeilen, zugleich Hauptautor des betrachteten Artikels, der obigen Grafik drei Vergleichsartikel zugesellt. Den zu Deutschland als kontinuierlich um etwa 10.000 mal am Tag aufgerufenen Artikel, den zum ebenfalls während dieser Zeit stark in den Medien präsenten Artikel zum Iran und den zur Ukraine, an der das Interesse nach mehreren Jahren Krieg bereits deutlich abgeflacht ist. Im Ergebnis reflektieren diese Zahlen weniger das Ereignis selbst als vielmehr den Umgang damit, insbesondere im Kontext von Medien und Wikipedia. Menschen suchen neben den Nachrichten weiter Information zum Thema und Hintergrund in der Wikipedia, wo sie einen sachlichen Artikel mit enzyklopädischem Anspruch bekommen. Als einer der Autoren des Artikels bin ich stolz und froh, dass wir den Lesern die gesuchten Hintergründe auf einem nach meiner Ansicht qualitativ guten und enzyklopädischen Niveau liefern konnten.AR, 9.4.

Technische Wünsche: Frühjahrsneuigkeiten

Logo Einzelnachweise der Technischen Wünsche: aufgeschlagenes Buch mit Anführungszeichen

Frühjahrsmüdigkeit? Nicht beim Technische-Wünsche-Team! Im Februar haben wir über den Zwischenstand zu Subreferenzierung berichtet, inzwischen sind Subreferenzen in elf weiteren Projekten verfügbar, darunter die Wikipedia-Sprachversionen Alemannisch, Italienisch, Polnisch, Schwedisch und Tschechisch sowie die deutschsprachige Wikivoyage. Die dadurch gewonnenen Perspektiven nutzen wir für die Weiterentwicklung der Funktion – wie bereits angekündigt, schauen wir uns insbesondere mögliche Verbesserungen in der Lesendenansicht an und sind dabei, technische Hürden zu beheben, bevor Subreferenzierung in allen Wikis nutzbar wird. Wir freuen uns weiterhin über all eure Rückmeldungen auf unserer Projektseite.

Daneben arbeiten wir an weiteren Projekten – und brauchen euren Input!

Wir möchten automatisch generierte Einzelnachweisnamen im VisualEditor verbessern. Beim Wiederverwenden von Einzelnachweisen erzeugt der VisualEditor aktuell Namen wie <ref name=":0">, die sich schwer merken lassen und auch keine Information über den Einzelnachweis bieten, weshalb in vielen Wikis erfahrene Wikitextnutzende die Namen anschließend ändern und aussagekräftiger machen (z.B. <ref name="Richter-2026">). Auf unserer Projektseite schlagen wir Lösungen für dieses VisualEditor-Problem vor, damit Wikitextnutzende weniger Arbeit haben. Unter anderem überlegen wir, Vorlagenparameter wie in {{Literatur}} für die Generierung eines Einzelnachweisnamens auszuwerten oder (wenn vorhanden) Namen aus einer URL zu generieren, aber auch einen besseren Fallback als <ref name=":0">, falls sich kein inhaltsbasierter Name generieren lässt.

Weil unsere Lösung in allen Wikis funktionieren muss, brauchen wir Konsens der globalen Community. Bitte beteiligt euch mit eurem Feedback auf unserer Diskussionsseite im Metawiki. Ihr könnt gerne auf Deutsch schreiben, wir stellen dann ggf. eine Übersetzung für Mitlesende aus anderen Wikis bereit. Wer nur ungern im Metawiki schreibt, kann sich auch auf unserer dewiki-Diskussionsseite melden. Danke für euer Feedback!

Außerdem möchten wir in einem zweiwöchigen A/B-Test Verbesserungen der Einzelnachweisvorschau ausprobieren. Angekündigt hatten wir dies ursprünglich für Ende März, mussten das aber nochmal verschieben. Wir geben selbstverständlich Bescheid, sobald wir startklar sind.

Zudem denken wir über ein weiteres Projekt nach, um Wikitextnutzende zu entlasten: Die Funktion zur automatischen Erstellung von Einzelnachweisen im VisualEditor ist bei weniger erfahrenen Usern sehr beliebt. Nicht selten werden dabei aber Einzelnachweise erstellt, die so eigentlich schon als Beleg im Artikel waren und einfach hätten wiederverwendet werden können. Durch so erstellte Duplikate wird der Wikitext länger und der Wartungsaufwand erhöht sich, weil man ggf. mehrere identische Einzelnachweise anpassen muss. Deshalb prüfen wir, wie versehentliches Erstellen von Duplikaten im VisualEditor vermieden werden kann – seit Jahren ein häufiger Wunsch aus der Community. Wenn wir konkretere Vorschläge erarbeitet haben, melden wir uns wie immer mit der Bitte um Feedback.

Sonnige Grüße vom Technische-Wünsche-Team! JR (WMDE), 9.4.

Über 40 neue Auszeichnungen im ersten Quartal

Carmen contra paganos war der erste exzellente Artikel des Jahres

Mehr als 40 mal wurden in den letzten drei Monaten Artikel als lesenswert oder exzellent ausgezeichnet – ein doch recht beachtlicher Start des Jahres.

Diese Artikel wurden damit nicht nur als Vorzeigeartikel gekennzeichnet, sondern stehen nun auch für die Auswahl als „Artikel des Tages“ für die Hauptseite zur Verfügung. Gerade letzteres gewinnt vor dem Hintergrund veralternder Artikel auch in unseren Vorzeigebereichen an Bedeutung. In den letzten Monaten wurde die Kritik an der Qualität der hier präsentierten Artikel lauter – viele der Artikel stammen aus der Frühzeit der Wikipedia und wurden nach ihrer Auszeichnung vor teilweise über 20 Jahren kaum noch wesentlich überarbeitet. So tragen etwa mehr als 600 Artikel ihre Auszeichnung als lesenswerter Artikel seit 2005, seit 2006 sind es fast 750 Artikel, und den meisten gemein ist ein Fehlen von Belegen in Form von Einzelnachweisen, die erst danach eingeführt wurden. Ihre Validierung, Überarbeitung und Aktualisierung ist aufwändig und selbst die Abwahl ist aus gutem Grund zeit- und arbeitsaufwändig. Der Artikel des Tages muss jedoch zwingend aus dem Pool der lesenswerten und exzellen Artikel stammen und damit ist die Anzahl der Artikel, die für die Hauptseitenpräsentation ruhigen Gewissens genutzt werden können, begrenzt. Hier ist also sowohl Bedarf an entsprechenden Überarbeitungen wie auch an neuen Auszeichnungen.

Umso erfreulicher, dass es Autoren und Autorinnen gibt, die Nachschub liefern und die von ihnen geschriebenen und überarbeiteten Artikel zur Diskussion in einer (nicht immer einfachen) Kandidatur stellen. Genauso erfreulich ist auch, dass es noch genügend Rezensenten gibt, die die Artikel lesen und bewerten – auch wenn sich der Autor dieser Zeilen hier wie auch bei den Auswerten deutlich mehr Beteiligung wünschen würde. Doch zurück zu den Artikeln selbst: 22 Artikel sind bis jetzt in 2026 als lesenswert ausgezeichnet worden, bei den Exzellenten sind es 23 – das hält sich ganz gut die Waage. Doch auch das inhaltliche Spektrum ist rechts ausgewogen und reicht bei letzteren von dem Computerspiel Wolfenstein 3D und Asterix bei den Olympischen Spielen über den Kölner Totentanz und die Apostelgeschichte des Lukas bis hin zu den Kuren, dem Free Solo und dem ausgestorbenen riesenhaften Nashornverwandten Paraceratherium; bei den Lesenswerten gibt es einen höheren Anteil an Biografien, darunter etwa Léon Saunier, Marc-Antoine Charpentier oder Izumo no Okuni, neben Artikeln wie dem zur Geschichte des Alkoholkonsums in Ostfriesland, ʿAin ʿArafāt oder gar dem Waschmittel.

Ich würde mich freuen, wenn der Trend für 2026 anhält und mehr Autoren ihre Perlen in die Kandidatur schicken – wir profitieren alle davon und als Autor tut es einem und einer auch sehr gut, wenn man für seine Arbeit eine entsprechende Bestätigung bekommt. AR, 3.4.

Neues Projekt: Enzyklopädie der bayerischen und österreichischen Separatisten

Der sogenannte Oberdeutsche (= süddeutsche) Sprachraum. Die bairerischen Dialekte sind in Blautönen dargestellt. Gut zu erkennen, schließt dies ganz Österreich mit ein.

Wer von Österreich nach Bayern geht, der ist ja bekanntermaßen noch nicht ganz in Deutschland angekommen. Die beiden Gebiete eint ja mehr als es im Rest des deutschsprachigen Gebietes üblich ist. Da verwundert es wenig, dass es "Separatisten" gibt, die Bayern aus Deutschland herauslösen wollen und mit Österreich zusammenlegen wollen. Dazu erschien auch eine Spezialenzyklopädie, die Bayerisch-Österreichische Separatisten Enzyklopädie (BÖSE). Unterstützung gibt es nicht nur von Bayern und Österreichern, sondern auch von Franken, die als neues eigenständiges Bundesland bei Deutschland verbleiben wollen und so ihre Unabhängigkeit von Bayern erreichen wollen, sowie von den Alemannen, die sich mittel- und langfristig Unterstützung für ihre Sache erhoffen von der neuen Bayerisch-Österreichischen Staaten-Entität (ebenfalls BÖSE) und von den Schwaben, denn der bayerische Regierungsbezirk Schwaben möchte lieber zu Baden-Württemberg. (Siehe Karte)

Ein größeres Treffen wird es im Herbst geben in der ehemaligen bayerischen Hauptstadt Regensburg, während der Wikipedia:WikiCon 2026 in Regensburg. Ziel ist es die gesamte deutschsprachige Wikipedia entsprechend umzuschreiben um so mehr öffentliche Unterstützung zu gewinnen. Die entsprechende Projektseite Wikipedia:BÖSE wird in Kürze erscheinen.

Finanzielle Unterstützung gibt es von einer europäischen Aktiengesellschaft (Societas Europaea, kurz SE)]] von Putin und Lazlo Örban, Gesellschaft für allgemein neutrale Zwecke (GANZ PÖSE) Der Wahre Wikibayer (=DWI), 1.4.

Erdnussflips oder Art History Loves Wiki

Kuwiki-Logo
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Am Wochenende vom 27. bis 29. März 2026 fand im Kölner Museum Schnütgen die Konferenz digital/local. collection loves wiki statt. Es war die dritte Veranstaltung der Tagungsreihe „Art History Loves Wiki“ der Wikipedia:Arbeitsgemeinschaft Kunstwissenschaften + Wikipedia, in der Kunstwissenschaft und Wikiversum gemeinsam diskutieren, wie Kunstwissenschaftlerinnen und Kunstwissenschaftler einerseits und die Wikimedia-Communitys andererseits bei der Digitalisierung des Wissens in den Kunstwissenschaften zusammenarbeiten.

Den Auftakt der Veranstaltung bildete eine Präsentation des 360°-Rundgangs durch das Museum Schnütgen von Kim Mildebrah, und Christina Clever-Kümper zeigt uns, was man damit machen kann und künftig können wird. Man kann aus dem Rundgang in die RI-Online springen oder in Bibliothek-OPACs. Man kann in digitalisierte Handschriften springen. Und mehr. Dabei wurden uns einige interessante Zahlen genannt. Rund 6000 Wikidata-Items bestehen zur Stadt Köln, 728 davon zu Objekten im Zusammenhang mit dem Museum Schnütgen, zu über 337 davon sind auf Commons Bilder vorhanden. Dem stehen 12 Artikel in Wikipedia gegenüber. Für viele Wikipedianer ist Wikidata nur die Interwiki-Verwaltung von Wikipedia, doch zeigt diese kleine Statistik, daß Wikidata längst viel weiter ist als vielen gewahr ist.

Wikidata ist längst zu einem Werkzeug der Kunstwissenschaften geworden, und das ist gut so, meint der Autor dieses Berichts.

Eine Online-Collection bietet das Museum bisher nicht an. Miriam Siebert brachte uns „Spitäler als Orte der Kultur“ näher und zeigte uns, wie visuelle Netzwerke mit WikiFAIR dargestellt werden können.

Der Ausbruch der Pest führte dazu, daß das Bürgertum in Architektur und künstlerische Ausstattung von Krankenhäusern investierte, doch blieben Spitäler in der Kunstgeschichte lange unbeachtet. Archiater (Q126737400) – ein gemeinsames Forschungsprojekt der LMU in München und der Universität Pisa – versucht dies zu ändern. Bislang (Januar 2026) sind in Wikidata 23.000 Einträge zu Burgen vorhanden, aber weniger als 300 Einträge zu vormodernen Krankenhäusern und das, obwohl es in der Vormoderne in jeder Stadt ein Spital gegeben hat. In diesem Projekt werden Spitäler kartographiert und registriert, wobei die Daten auf Wikidata hinterlegt werden, damit sie dauerhaft auffindbar sind und verfügbar bleiben und von anderen Projekten auf sie zugegriffen werden kann und nicht – meine redaktionelle Ergänzung – im Nirwana der universitären IT verschwinden, wenn das Projekt abgeschlossen ist. Näheres hierzu kann man auf d:Wikidata:WikiProject Spital nachlesen. Gezeigt wurde, wie im Rahmen des Projektes allgemeine Informationen, architektonische Merkmale und Objekte modelliert wurden. Ein Beispiel für einen Datensatz, der in diesem Projekt erstellt wurde, wäre Hôtel-Dieu (Q1284848).

Elise Paschal, die an der Modernen Galerie Saarbrücken Volontärin war, stellte dar, daß Kunstgeschichte und Wikipedia die Problematik des Gender Gaps teilen und wie, inspiriert von Aktionen in Wikipedia – Woman in Red, 100 Wiki Days usw. – die Sichtbarkeit von Frauen an der Modernen Galerie Saarbrücken durch Edit-a-Thons erhöht hat. Dabei hat der Gender Gap im Kunstbereich laut Pascal seinen Ursprung in der Kunstgeschichte selbst, in der Frauen der Zugang zur Kunst häufig verwehrt wurde, in Deutschland bis 1919 mit der Eröffnung des Bauhauses. Zwar sei der Anteil der Künstlerinnen mit 22,7 Prozent der Artikel über Künstlerinnen und Künstler insgesamt höher als der Anteil der Frauen unter den Biographien insgesamt, doch in der deutschen Wikipedia gebe es bei den exzellenten Artikeln nur drei Künstlerinnen gegenüber 39 Artikel über Künstler. Der Grund dafür sei aber bereits in der Kunstgeschichte begründet, die in der Vergangenheit durch männliche Forscher dominiert wurden und in der es zuwenig Sekundärliteratur über Künstlerinnen gibt.

Lozana Rossenova machte uns vertraut mit ECHOLOT. Das ist das Akronym für European Cultural Heritage Optimized Linked Open Tools. Hier wurde es sehr technisch, und ich bin froh, daß ich auf den Stream des ersten Tages der Veranstaltung unter https://www.youtube.com/live/lPH0CZr_gPc zurückgreifen konnte, als ich diesen Bericht verfaßte. In dem Vortrag ging es um die Datenvernetzung zwischen anderen großen Datenbanken wie Europeana und den Wikimedia-Projekten Wikipedia, Commons und Wikidata. Im Stream geht das los bei 3:03:39. Ich erspare dem geneigten Leser meine laienhafte Beschreibung des Gehörten. Möge sich bitte jeder selbst ein Bild machen. ein lächelnder SmileyVorlage:Smiley/Wartung/:-)  Selbiges gilt für Leser, denen diese Zusammenfassung zu kurz ist.

Damit endete der erste Konferenztag. Über den zweiten Tag schreibe ich ein eigenes Aufsätzchen. MaB 1.4.

„Auf die lange Bank schieben“

Das marinaforum in Regensburg

… passt zwar zu unserer diesjährigen WikiCon-Gastgeberstadt, aber sicher nicht zur Arbeitsweise des diesjährigen WikiCon-Orga-Teams. Diese Redewendung soll in Regensburg während des Immerwährenden Reichstags des Heiligen Römischen Reiches entstanden sein.

In den letzten Wochen haben wir Zugverbindungen, Stadt, Location und Catering intensiv getestet und uns Gedanken über das Konzept der Veranstaltung gemacht. Wie bereits in Potsdam verkündet, werden wir in diesem Jahr im Osten Bayerns zu Gast sein. Regensburg ist eine mehrfach ausgezeichnete Welterbe-Stadt an der Donau mit römischen Wurzeln und einer bemerkenswerten historischen Altstadt und zahlreichen, zum Teil kuriosen, Museen. Möglichkeiten für ein spannendes Rahmenprogramm sind also zahlreich vorhanden.

Die WikiCon 2026 wird vom 18. bis 20. September im marinaforum stattfinden. Initiativen, den Rotlink zu „bläuen“, sind sehr willkommen.

Ein marinaforum in Bayern? Hmm. Das Industriedenkmal mit einer spektakulären Dachkonstruktion aus dem Jahr 1888 unweit der Donau mit seiner beeindruckenden denkmalgeschützten Architektur war bis in die 1990er-Jahre Teil des städtischen Schlachthofes und wurde nach einer aufwändigen Sanierung 2018 als eines der modernsten Veranstaltungszentren in Bayern eröffnet. Es bietet uns auf über 4.000 Quadratmetern viel Platz für Austausch und Interaktion.

Foyer des Veranstaltungsortes

Auch bei den Programmformaten soll wieder für alle etwas dabei sein: von klassischen Podiumsdiskussionen, über Einblicke in die Themen der unterschiedlichen Wikimedia-Projekte, bis hin zu praxisorientierten Workshops. Dialogorientierte Formate und interaktive Konzepte bieten viel Raum für gemeinsames Ausprobieren.

Natürlich werden wir die Gelegenheit nutzen, den 25. Geburtstag der Wikipedia zu feiern und dabei auf die Vielfalt, Leidenschaft und das Engagement der Ehrenamtlichen zu blicken. Im Jubiläumsjahr bietet die Welterbestätte Regensburg den richtigen Rahmen, um das gelebte immaterielle Kulturgut – das Ehrenamt – zu würdigen.

Einer der wichtigsten Punkte – auch für das Orga-Team – ist wie immer das Catering. Wir möchten euch auch in diesem Jahr die regionalen Highlights der bayerischen Küche präsentieren. Hier haben wir aus dem berühmten Regensburger Kochbuch einige wertvolle Inspirationen bekommen. Natürlich wird intensiv ebenso an vegetarische und vegane Alternativen gedacht.

Wir freuen uns darauf, euch im September an der schönen blauen Donau begrüßen zu können. Mehr Informationen findet ihr wie immer auf den entsprechenden WikiCon-Seiten. WikiCon-Orga-Team, 24.3.

Was ist eigentlich eine Dampfmaschine?

Screenshot aus der Google-Suche vom 17. März, etwa 13:00 Uhr)

Die Frage nach der Dampfmaschine wird in Wikipedia hinreichend beantwortet. Es handelt sich dabei um eine mit Dampf angetriebene technische Einrichtung, vulgo thermisch betriebene Kraftkolbenmaschine, wie alle halbwegs gebildeten Menschen seit der Feuerzangenbowle wissen (Kraftkolbenmaschine sucht man im Dampfmaschinen-Artikel allerdings vergebens.)

Was außerhalb der Wikipedia niemand weiß, das ist eine Belegfiktion. Tatsächlich ergibt die Googlesuche nach dem Begriff „Belegfiktion“ genau null Ergebnisse auf den ersten Seiten, Literaturangaben hierzu sind nicht existent, doch immerhin verrät die Google-KI dem interessierten Benutzer, daß es sich bei dem Begriff um Theoriefindung von Wikipedianutzern handelt, wie der nebenstehende Screenshot zeigt. Gleichwohl wird er in Diskussionen tausendfach verwendet und muß gelegentlich auch als Begründung für eine infinite Benutzersperre herhalten.

Erstaunlich, wie trefflich die KI diesen Wikipedia-Kampfbegriff als solchen entlarvt. MaB, 17.3.

Das Support-Team sucht Verstärkung

Warum wollen und müssen wir uns verstärken?

Die Zahl der Anfragen im Support nimmt stetig zu. Gleichzeitig bringt es die Zeit mit sich, dass einige von uns weniger tun können oder ganz ausscheiden: wegen beruflicher oder familiärer Verpflichtungen, aus gesundheitlichen Gründen oder auch, weil andere Interessen wichtiger werden. Schließlich ist es ein freiwilliger Job: Alle leisten so viel, wie sie können und wollen. Es darf aber nicht so weit kommen, dass sich peinliche Rückstände aufbauen, dass wir berechtigten Anfragen nicht mehr gerecht werden. Daher suchen wir – ganz akut, und weiterhin jederzeit.

Was macht die Arbeit im Support so interessant und attraktiv?

Für mich persönlich ist es die Arbeit mit den Menschen: Ganz „normale“, hochintelligente, verschrobene, und solche, die beides gleichzeitig sind. Humorvolle und begriffsstutzige. Auch der oder die eine Prominente ist dabei, Menschen, die man kennt, eine Künstlerin, ein Wissenschaftler, ein Sportler, eine Politikerin. Du triffst auf eine abwechslungsreiche Mischung aus Routinefällen und solchen, bei denen Abwägen, Überlegen und Moderieren gefragt ist. Last but not least ist auch die Gemeinschaft im Support-Team ein wichtiger Faktor. Bei schwierigen Fällen tauschen wir uns online aus, und einmal im Jahr treffen wir uns für zwei Tage und diskutieren die aktuellen und künftigen Herausforderungen.

Mehr erfahren: => Wikipedia:Support-Team.

Wann passt Du zu uns? => Wikipedia:Support-Team#Mitarbeit im Support-Team.

Bewirb Dich! => Schreib eine E-Mail an volunteers-otrs-de@wikimedia.org. Wir freuen uns auf Deine Bewerbung.

mp, 16.3.

tldr

Ein Nachschlagewerk ist ein Buch oder ähnliches Werk, das schnellen Zugang zu Wissen liefert. Wir wollen Wissen und wir wollen es schnell. Mehr Wissen, weniger schnell. Mehr schnell, weniger Wissen. Was ist genug Wissen, das wir noch ausreichend schnell bekommen können?

Der längste Artikel derzeit ist die Liste der Schlangenarten, eine (vor allem für Schlangeninteressierte) sicherlich sehr informative Liste, die auf meinem Computer etwa zwei Minuten zum Laden braucht. Immerhin gibt sie an vollständig zu sein, also keine Gefahr, dass sie noch länger wird. Auf den Plätzen 2, 4 und 6 haben wir dann Chroniken zur Coronapandemie nur für die USA, die insgesamt 4,73 Mio. Bytes einnehmen. Zusammen ergeben die Artikel in der PDF-Ansicht 1275 Seiten. Auf diesen erfahren wir unter anderem, dass in einer Stadt, in der 0,001 % der Bevölkerung der USA leben, seit dem 25. Juli 2021 Masken getragen werden müssen. Auf den Plätzen 3 und 9 haben wir vermutlich Listen aller Menschen mit Wikipedia-Artikel, die irgendwo in ihrem Namen Karl oder Johann haben (auch wenn sie unter diesem Namen nicht bekannt sind). Interessanterweise liefert die Wikipedia-Personensuche hier gewisse Vollständigkeit und sogar noch mehr Informationen.

Auf Platz 504 haben wir die Chronologie des Zweiten Weltkrieges, eines weltweiten Kriegs mit einer Dauer von rund sechs Jahren, mit derzeit ziemlich genau 300 Tsd. Bytes. Auf Platz 706 haben wir den Irankrieg 2026, einen im Nahen Osten ausgetragenen Krieg mit einer Dauer von bisher zwei Wochen, mit derzeit rund 267 Tsd. Bytes. Hochgerechnet kann man also am Dienstag mehr zum Irankrieg lesen als zum Verlauf des Zweiten Weltkriegs. Die Unterartikel der Chronologie des russischen Überfalls auf die Ukraine füllen nach gut vier Jahren Krieg 2,59 Mio. Bytes. Wir erfahren also etwa dreizehn Mal so viel pro Tag zum Ukrainekrieg wie zum Zweiten Weltkrieg. In meinem Themenbereich Grönland gibt es einen einzigen Artikel, den ich nicht auf der Beobachtungsliste habe, nämlich den zur Grönlandkrise. Ich habe ihn auch nicht gelesen, denn ich kann mich einfach nicht dazu motivieren, 34 PDF-Seiten Zitate und Meinungen verschiedener Politiker etc. aus der Tagesschau durchzulesen. Wenn ich nichts zur Grönlandkrise wüsste, würde ich mir wahrscheinlich eine andere Zusammenfassung suchen. Gibt es wichtige Ereignisse im Ukrainekrieg? Keine Ahnung, ich muss schließlich für jeden Tag erneut die Information lesen, dass Russland Drohnenangriffe durchgeführt hat.

Newstickeritis wird häufig dafür kritisiert, dass wir noch nicht gesicherte Informationen verbreiten, weil man noch nichts genaueres weiß. Selten wird kritisiert, dass kein Mensch so viel lesen möchte. Wir wollen schnelles Wissen. Wissen sind Hintergründe, Zusammenhänge. Nicht alles, was man weiß, ist enzyklopädisches Wissen. Wenn ich eine Bolognese kochen möchte, kaufe ich mir nicht das 1000-seitige Buch, das mir auf jeweils mehreren Hundert Seiten erzählt, welche Staatschefs gerne Bolognese essen, wie viel Bolognese jährlich zwischen 1960 und 1969 in Palermo verzehrt wurde und welche Auswirkungen das Kochen von Bolognese auf den CO2-Haushalt hat, nur weil auf Seite 467 steht, ob ich eine oder zwei Dosen Tomaten benutzen muss. Wenn wir die tatsächlich wichtigen Artikel mit bereits am nächsten Tag völlig irrelevanten Statusmeldungen fluten, verlieren diese Artikel ihren Sinn, denn keiner kann sich in solchen Textwüsten noch zurecht finden. Das schnelle Wissen findet man dann woanders.

Meine Devise ist: Würde ich das in genau derselben Ausführlichkeit schreiben, wenn es vor 50 Jahren passiert wäre? Lautet die Antwort Nein, dann stimmt etwas nicht. Denn wir schreiben Enzyklopädie nicht für heute, sondern für die Zukunft, sprich in 50 Jahren sollen unsere Artikel zu aktuellen Themen noch genauso lesenswert sein wie die heute zu Themen von vor 50 Jahren. Ich stelle mir immer vor, wir hätten Artikel wie Chronologie der Pest im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel 1349 („Der Erzbischof betete zum Heiligen Vater und bat um die Senkung der Fallzahlen. Die Zunft der Bader stellte am 13. April vorübergehend die Arbeit ein.“) usw.

Achja, falls jemandem noch etwas Arbeit fehlt: Das hochaktuelle Thema COVID-19-Pandemie in Deutschland/Chronik der Ausbreitung ist seit Juli 2021 nicht mehr aktualisiert worden. Ist aber eigentlich auch unnötig, denn auch für diesen Artikel gilt jetzt schon: tldr. kenny, 14.3.

Wiki loves Büdchen

Bundesbüdchen

Es ist Frühjahr und somit Zeit für einen kleinen thematischen Fotowettbewerb. In diesem Jahr unter dem Motto Kiosk mit Wiki Loves Büdchen.

„[Die Bude], auch [das Büdchen], [das Verkaufshäuschen], [der Verkaufsstand], [die Trinkhalle], [der Kiosk] (vor dem 18. Jahrhundert entlehnt über französisch kiosque, aus italienisch chiosco, aus spanisch quiosco, von osmanisch كوشك Köšk „Gartenpavillon“, aus persisch کوشک Kūšk), eine kleine Verkaufsstelle in Form eines Häuschens für alkoholische und nichtalkoholische Getränke und Dinge des sofortigen Bedarfs wie Tabak, Süßwaren, Lebensmittel und Zeitungen oder Zeitschriften, zugleich oft Annahmestellen für Lotto und Toto.“

Zwischen Kunst und Kramladen, sind die Büdchen und Kioske seit Jahrzehnten eine echte Institution, Retter in der Not nach Ladenschluss, geliebter Zwischenstopp nach der Schule, ein Paradies für Kleingeldsparer, soziokultureller Anlaufpunkt und Ecke zum Quatschen, die sogar in mehreren Büchern verewigt wurden und als Hauptdrehort einer Serie geadelt wurden. Grund genug, diese kleinen, meist etwas angeschmuddelte und in die Jahre gekommene, oder aber sorgsam restaurierte Kleinode fotografisch zu bewahren.

Spielregeln, Abstimmmöglichkeiten und alle nötigen Hinweise finden sich auf Wiki Loves Büdchen, sei dabei und entdecke die Büdchen deiner Region.

Alr und It, 12.3.

Das Queere Netzwerk Treffen 2026 und was daraus folgte

Am Wochenende vom 27. Februar – 1. März 2026 traf sich zum ersten Mal das Queere Netzwerk der deutschsprachigen WikiCommunity für ein ganzes Wochenende, um über LGBTQIA+ Themen in der Wikipedia und ihren Schwesternprojekten zu sprechen.
Das Murmeltier-Kuscheltier namens Murmel auf einem Tisch vor einer kleinen Regenbogenflagge
Murmel im Wikibär

Nachdem die Situation der öffentlichen Verkehrsmittel es den Teilnehmenden nicht leicht gemacht hat, am Freitag anzureisen – die Qualitätsprobleme der Deutschen Bahn wurden mit dem Sahnehäubchen eines BVG-Streiks getoppt – , konnte die Gruppe in freudiger Runde am Freitagnachmittag ins Wochenende starten: Kennenlernen, WikiBär-Gastfreundschaft genießen und Planen für das Wochenende waren angesagt.

Samstag und Sonntag wurden dann gemeinsam Schwerpunkte erarbeitet, über diese gesprochen und dann ging es schon an die ersten konkreten Schritte. Wer hätte gedacht, dass man mit so vielen konkreten Ergebnissen aus dem Wochenende hervorkommen würde?!

Themen, die auf den Tisch kamen, gab es viele, die Baustellen innerhalb der Wikipedia sind zahlreich. Es ging darum, ein Netzwerk aufzubauen, Lücken im Artikelbestand und in bestehenden Artikeln zu schließen, Kategorien in Wikipedia und Commons zu überarbeiten sowie die Kompatibilität mit anderssprachigen Wikipedias und Wikidata herzustellen. Ein lustiger Moment ergab sich, als zur Inspiration und als Vorbild der LGBTQIA+ Themenbereich in der spanischsprachigen Wikipedia angeschaut und anschließend die deutschsprachige Version der Seite eingeblendet wurde. Ein Stöhnen des „Ohjeeeeee“ ging durch den Raum. (Wer auch darüber schaudern mag, wie lange in unserer Sprachversion schon die Dinge still standen, zuerst das Spanische Vorbild anschauen und dann die alte deutschsprachige Seite anklicken!)

Noch im Treffen entstand die Seite Wikipedia:WikiProjekt Queer, die bereits mit ersten Texten und Zielen gefüllt wurde. Über die dort gesteckten Ziele hinaus sollen vor allem die bisherigen Artikel „Homosexualität in LANDESNAME“ aktualisiert, sowie inhaltlich und formal auf „Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in LANDESNAME“ als übergeordnete Darstellung erweitert werden.

Um eine dauerhafte Struktur für das Queere Netzwerk zu schaffen, soll es nun ein monatliches Online-Treffen geben und ein weiteres Präsenztreffen in etwa einem Jahr. Mal schauen wie sich die deutschsprachige Wikipedia bis dahin entwickeln wird! RD und DGS, 08.03.

Aktivierung des Skriptes

Am 5. März testete ein WMF-Mitarbeiter des Wikimedia Product Safety and Integrity Teams diverse Skripte auf Sicherheitsrisiken. Dabei lud er gegen 16:09 Uhr unserer Zeit unter anderem ein Skript eines Benutzers der russischsprachigen Wikipedia, welches von diesem vor knapp zwei Jahren für Störaktionen erstellt wurde. Nach der Ausführung des Skriptes, welches sich als Computerwurm entpuppte, nistete es sich mithilfe der Benutzerrechte des Mitarbeiters als Benutzeroberflächenadministrator zunächst unentdeckt in die Datei MediaWiki:Common.js auf Meta-Wiki ein.

Von dort aus wurde es in lokale Benutzerskripte aller Personen, die in diesem Moment Metawiki bearbeitet haben (ca. 90 Personen), übertragen und von dort durch andere Personen mit Benutzeroberflächenadminrechten (bzw. Stewards) wieder zurück in die MediaWiki:Common.js. Gleichzeitig löste das Skript Bearbeitungen und Löschungen im Namen der infizierten Konten aus, soweit die lokalen technischen Rechte vorlagen. Insgesamt haben diese Konten unbeabsichtigt 7347 schädliche Bearbeitungen getätigt sowie Konten mit Administratorrechten aufgrund der Infektion 2242 Seiten im Projekt gelöscht.

Um 16:32 wurde der Schreibzugriff global bei allen Projekten gesperrt. Anschließend entfernten Mitarbeiter der Foundation das Schadprogramm aus dem Projekt. Es wurden Seitenlöschungen und Bearbeitungen durch die Stewards und Meta-Admins rückgängig gemacht. Die Spuren des Schadprogrammes wurden geoversighted, die Gefahr einer Wiederholung bleibt jedoch bestehen. Aufgrunddessen blieben Benutzerskripte bis in die Nacht hinein deaktiviert. DH und NDG, 5.3.

Update: Statement der Wikimedia Foundation