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Süß-saures Schweinefleisch

锅包肉
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Synopsis

Übersicht

Guobaorou, ein klassisches nordostchinesisches Gericht mit goldener Farbe, knuspriger Außenseite, zartem Inneren und einem süß-sauren Geschmack, wird als „Licht der nordostchinesischen Küche“ gepriesen. Seine einzigartige Kochtechnik und sein Geschmack haben es nicht nur im Norden Chinas populär gemacht, sondern auch zu einer glänzenden Visitenkarte der chinesischen Esskultur werden lassen. Der Reiz dieses Gerichts liegt in seiner vielfältigen Textur...

Übersicht

Guobaorou, ein klassisches nordostchinesisches Gericht mit goldener Farbe, knuspriger Außenseite, zartem Inneren und einem süß-sauren Geschmack, wird als „Licht der nordostchinesischen Küche“ gepriesen. Seine einzigartige Kochtechnik und sein Aroma haben es nicht nur im Norden Chinas populär gemacht, sondern auch zu einer glanzvollen Visitenkarte der chinesischen Esskultur werden lassen. Der Reiz dieses Gerichts liegt in dem vielschichtigen Geschmackserlebnis: Ein goldknuspriger Mantel umhüllt saftig-zartes Schweinefilet. Beim ersten Bissen spürt man die intensive Süße und Säure der süß-sauren Soße, gefolgt vom vollen, ursprünglichen Geschmack des Schweinefleisches – ein wahrer Gaumenschmaus, der lange nachhallt.

Historischer Hintergrund

Der Ursprung von Guobaorou ist eng mit der Öffnungsgeschichte Harbins in der späten Qing-Dynastie verbunden. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts strömten mit dem Bau der Chinesischen Osteisenbahn viele ausländische Siedler, insbesondere Russen, nach Harbin. Um deren Geschmack anzupassen, nahm der damalige Küchenchef des Harbiner Daotai-Amts, Zheng Xingwen (1861-1938), eine innovative Veränderung am traditionellen Shandong-Gericht „Jiao Chao Rou Pian“ (knusprig gebratene Fleischscheiben) vor.

Meister Zheng Xingwen, der die Vorliebe der Russen für süß-saure Aromen berücksichtigte, veränderte die ursprünglich salzig-würzigen „Jiao Chao Rou Pian“ und bereitete sie stattdessen mit einer aus Zucker und Essig zubereiteten süß-sauren Soße zu. Die ursprüngliche Kochmethode war „Peng Zhi“ (Einkochen der Soße): Die frittierten Fleischscheiben wurden in den Wok gegeben, schnell mit der vorbereiteten süß-sauren Stärkesoße übergossen und bei starker Hitze gewendet, sodass der Dampf den Geschmack in das Fleisch „einkochte“. Daher der Name „Guo Bao Rou“ (ursprünglich „Guo Bao Rou“, wobei „Bao“ für „explodieren/knusprig“ stand). Da ausländische Gäste beim Bestellen oft „Bao“ als „Bao“ (einwickeln) aussprachen, setzte sich mit der Zeit der Name „Guobaorou“ durch, der bis heute verwendet wird. Dieses Gericht zeugt von der Verschmelzung chinesischer und westlicher Esskulturen, ist ein Produkt seiner spezifischen historischen Epoche und entwickelte sich schließlich zu einem repräsentativen Symbol der nordostchinesischen Küche.

Zutaten und Zubereitung

Die Zubereitung von Guobaorou erfordert Geschick beim Schneiden, das richtige Gespür für die Hitze und die perfekte Soße – es ist ein Gericht, das das Können des Kochs auf die Probe stellt.

Hauptzutaten und Zubereitungsschritte (traditionelle Peng-Zhi-Version)

Kategorie Details
Hauptzutat Schweinefilet, 300 g
Marinade Reiswein (oder Shaoxing Wein), 1 EL; Salz, 2 g; Weißer Pfeffer, eine Prise
Teigmantel Kartoffelstärke, ca. 150 g; Wasser, nach Bedarf; Pflanzenöl (für den Teig), 1 EL
Soße Zucker, 50 g; Reismehl-Essig (9%), 50 ml; helle Sojasoße, ½ EL; Salz, 2 g; Sesamöl, etwas
Beilagen Frühlingszwiebel (weißer Teil), Ingwer, Karotte, Koriander, jeweils in feine Streifen geschnitten
Zubereitung 1. Fleisch vorbereiten: Schweinefilet in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden, mit dem flachen Messerrücken leicht klopfen, mit der Marinade vermengen und 15 Minuten ziehen lassen.
2. Knusprigteig zubereiten: Kartoffelstärke mit Wasser übergießen, durchziehen lassen, dann das überschüssige Wasser über der abgesetzten Stärke abgießen. Die feuchte Stärke mit den marinierten Fleischscheiben vermengen, bis jede Scheibe gleichmäßig mit einem dickflüssigen Stärketeig bedeckt ist. Zum Schluss 1 EL Pflanzenöl untermischen.
3. Frittieren: Reichlich Öl in einem Wok auf 160-180°C (ca. 6/10 Hitze) erhitzen. Fleischscheiben einzeln hineingeben und frittieren, bis sie fest und leicht goldbraun sind. Herausnehmen. Öltemperatur auf ca. 200°C (8/10 Hitze) erhöhen, Fleischscheiben ein zweites Mal frittieren, bis sie goldbraun und knusprig sind. Abtropfen lassen.
4. Soße einkochen und anrichten: In einem separaten Wok etwas Öl erhitzen, einen Teil der Ingwer- und Frühlingszwiebelstreifen kurz anbraten. Die vorbereitete süß-saure Soße hinzugeben und einkochen, bis sie dickflüssig ist und große Blasen wirft. Sofort die frittierten Fleischscheiben und die restlichen Beilagenstreifen hinzugeben, schnell im Wok wenden, bis alles gleichmäßig mit Soße überzogen ist. Sofort auf einem Teller anrichten.

Kulturelle Bedeutung

Guobaorou hat längst den Status eines einfachen Gerichts überschritten und ist zu einem emotionalen Träger und Identitätssymbol der nordostchinesischen Regionalkultur geworden. Es trägt die hundertjährige Erinnerung Harbins, des „Moskaus des Ostens“, in sich und ist ein lebendiges Beispiel für die Verbindung von Einwandererkultur und lokalem Know-how. In Nordostchina ist Guobaorou bei Familienfeiern, Festbanketten oder zur Bewirtung von Gästen stets eine häufig gewählte „Hauptspeise“ (Ying Cai), deren Auftreten oft für die Herzlichkeit und Aufrichtigkeit des Gastgebers steht.

Mit Bevölkerungsbewegungen und der Verbreitung von Esskulturen haben sich auch verschiedene Schulen des Guobaorou entwickelt. Neben der traditionellen Harbiner Zucker-Essig-Peng-Zhi-Version (alte Art) ist in Gebieten wie Liaoning die Tomatenketchup-Version (neue Art) populär, die mit Tomatenmark oder Ketchup eingefärbt wird und einen direkteren, intensiveren süß-sauren Geschmack hat. Die Anhänger dieser beiden Stile liefern sich oft eine „süß-salzig-Debatte“, was selbst zu einem interessanten Phänomen in der Esskultur geworden ist und die Verbundenheit der Menschen mit dem Geschmack ihrer Heimat widerspiegelt. Mit seinem prägnanten Geschmackserlebnis verbindet dieses Gericht die Sehnsucht unzähliger Menschen und zeigt der Welt weiterhin die Offenheit und Innovationskraft der chinesischen Esskultur.

Referenzen

  1. Schutzzentrum für immaterielles Kulturerbe der Provinz Heilongjiang – Informationsseite „Guobaorou-Herstellungstechnik“
    http://www.hljfwz.org.cn/feiwuzhi/cyys/201906/t20190618_77173.html (Hinweis: Dies ist ein Beispiel-Link. Aktuelle Informationen auf der offiziellen Website könnten unter der Kategorie „Traditionelle Techniken“ unter „Guobaorou“ zu finden sein.)
  2. Offizielle Informationen des Chinesischen Kochverbands – Einführung zur nordostchinesischen Küche und repräsentativen Gerichten
    http://www.ccas.com.cn/site/term/102.html (Die Website enthält historische und kulturelle Hintergründe zu den großen chinesischen Küchenregionen und ihren berühmten Gerichten.)
  3. Relevante Kapitel in „Geschichte der chinesischen Esskultur“ sowie autoritative Forschungsarbeiten zur Esskultur, die über China National Knowledge Infrastructure (CNKI) mit den Suchbegriffen „Guobaorou Geschichte Zheng Xingwen“ gefunden werden können.
    https://www.cnki.net/ (Zum Beispiel können Artikel wie „Der Ursprung und die Entwicklung von Guobaorou“ gefunden werden.)

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