Synopsis
"Frühling in einer kleinen Stadt" ist ein chinesischer Filmklassiker aus dem Jahr 1948, unter der Regie von Fei Mu, mit Wei Wei, Li Wei und Shi Yu in den Hauptrollen. Der Film erzählt die emotionale Verstrickung einer jungen Frau in einer südchinesischen Kleinstadt nach dem Krieg zwischen ihrem Ehemann und einem früheren Geliebten. Er hat eine Douban-Bewertung von 8,7 und wurde 2005 bei den Hong Kong Film Awards zum besten chinesischsprachigen Film der letzten 100 Jahre gewählt. Zhang Yimou bezeichnet ihn als seinen liebsten chinesischen Film.
Überblick
"Frühling in einer kleinen Stadt" ist ein chinesischer Film aus dem Jahr 1948, unter der Regie von Fei Mu, geschrieben von Li Tianji und produziert von der Wenhua Film Company. In den Hauptrollen sind Wei Wei, Li Wei und Shi Yu zu sehen, unterstützt von Cui Chaoming, Zhang Hongmei und anderen. Der Film hat eine Laufzeit von 93 Minuten und eine Douban-Bewertung von 8,7. Sein Platz in der Geschichte des chinesischen Films ist unerschütterlich – anlässlich des 100. Jubiläums des chinesischen Films im Jahr 2005 wurde er bei den Hong Kong Film Awards zum besten chinesischsprachigen Film aller Zeiten gewählt. Regisseur Zhang Yimou sagte öffentlich: "Was chinesische Filme betrifft, mag ich 'Frühling in einer kleinen Stadt' aus dem Jahr 1948 am liebsten."
Fei Mu ist der wohl poetischste Regisseur in der Geschichte des chinesischen Films. "Frühling in einer kleinen Stadt" war sein letztes Werk aus dem Jahr 1948. Mit minimalistischer Erzählung und poetischen Bildern erzählt es inmitten von Kriegstrümmern eine Geschichte über Liebe, Verantwortung und Zurückhaltung. Der Film wird von internationalen Filmkritikern als Höhepunkt des orientalischen poetischen Kinos gepriesen und war in seiner Erzähltechnik und visuellen Sprache seiner Zeit weltweit voraus.
Handlung
Die Geschichte spielt um das Jahr 1948 im Süden Chinas. In einer vom Krieg gezeichneten Kleinstadt sind überall zerfallene Mauern und Ruinen zu sehen, die Atmosphäre ist trostlos und verlassen. Die junge Ehefrau Zhou Yuwen (gespielt von Wei Wei) lebt mit ihrem chronisch kranken Ehemann Dai Liyan (gespielt von Shi Yu) in einem heruntergekommenen Anwesen und führt ein eintöniges, stagnierendes Leben. Yuwen geht täglich einkaufen, stickt, kümmert sich um ihren Mann und spaziert dann auf der Stadtmauer, Tag für Tag.
Eines Tages kommt Zhang Zhichen (gespielt von Li Wei), ein alter Freund von Liyan, zu Besuch. Zhichen ist Arzt und zugleich Yuwens erster Liebhaber von vor zehn Jahren. Damals konnten sie aufgrund von Kriegswirren und familiärem Widerstand nicht zusammenkommen. Nun, beim Wiedersehen, flammt die alte Liebe wieder auf, doch beide geraten in einen qualvollen Konflikt zwischen Liebe und Moral.
Zhichens Ankunft bringt einen Hauch von Leben in die erstarrte Familie, aber auch endlose Verstrickungen. Liyans jüngere Schwester Dai Xiu (gespielt von Zhang Hongmei) entwickelt Zuneigung zu Zhichen, während Liyan heimlich die seltsame Spannung zwischen seiner Frau und seinem Freund bemerkt. Unterströmungen von Gefühlen zwischen den vier Personen durchziehen die kleine Stadt, doch niemand spricht das Offensichtliche aus.
Yuwen ist hin- und hergerissen zwischen ihrem Ehemann und ihrem Geliebten. Sie kann weder ihre Gefühle für Zhichen aufgeben, noch will sie ihren gutmütigen, aber kränklichen Mann verletzen. Nach qualvollen inneren Kämpfen entscheidet sich Zhichen schließlich zu gehen. Am Ende des Films steht Yuwen auf der Stadtmauer und sieht Zhichens sich entfernender Silhouette nach, bevor sie sich umdreht und nach Hause geht – das Leben muss weitergehen.
Besetzung
| Schauspieler | Rolle | Beschreibung |
|---|---|---|
| Wei Wei | Zhou Yuwen | Junge Ehefrau, zerrissen zwischen Ehemann und erster Liebe |
| Li Wei | Zhang Zhichen | Alter Freund von Liyan, Yuwens erste Liebe |
| Shi Yu | Dai Liyan | Yuwens Ehemann, chronisch krank |
| Cui Chaoming | Lao Huang | Alter Diener der Dai-Familie |
| Zhang Hongmei | Dai Xiu | Liyans jüngere Schwester, hat Gefühle für Zhichen |
Kultureller Einfluss
"Frühling in einer kleinen Stadt" nimmt einen einzigartigen Platz in der Geschichte des chinesischen Films ein. Der Film verwendet den inneren Monolog der Protagonistin Zhou Yuwen als Voice-Over-Erzählung, eine Technik, die für die damalige Zeit im Weltkino äußerst fortschrittlich war. Yuwens Voice-Over steht in einem subtilen Verhältnis zu den Bildern – manchmal spricht der Monolog ihre wahren Gefühle aus, während die Bilder ihr äußeres Verhalten zeigen; manchmal widersprechen sich Voice-Over und Bilder und schaffen so eine reiche psychologische Tiefe.
Fei Mus Bildsprache ist voller Implikationen der klassischen chinesischen Ästhetik. Der Film setzt extensiv lange Einstellungen und langsame Schwenks ein und schafft so eine poetische, melancholische aber nicht traurige Atmosphäre inmitten verfallener Stadtmauern und verwilderter Höfe. Der emotionale Ausdruck zwischen den Charakteren ist äußerst zurückhaltend und verhalten; ein Blick, eine Berührung enthalten eine Fülle von Informationen. Diese künstlerische Methode, mit Wenigem viel zu sagen und durch Aussparungen zu gewinnen, verkörpert tiefgründig das ästhetische Ideal der traditionellen chinesischen Kunst, bei dem die Bedeutung über die Worte hinausgeht.
Nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1948 war der Film kein großer kommerzieller Erfolg und geriet sogar eine Zeitlang in Vergessenheit. Erst in den 1980er Jahren, mit der Vertiefung der chinesischen Filmforschung und der Wiederentdeckung von Fei Mus Werk durch ausländische Gelehrte, wurde "Frühling in einer kleinen Stadt" neu bewertet und sein Status als Klassiker der chinesischen Filmgeschichte etabliert. Heute gilt er allgemein als eines der größten Werke in der Geschichte des chinesischen Kinos.
Referenzen
- Douban Film: https://movie.douban.com/subject/1323746/
- Baidu Baike: https://baike.baidu.com/item/小城之春
- Wikipedia: https://zh.wikipedia.org/zh-cn/小城之春
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