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Qipao

旗袍
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Synopsis

Übersicht

Der Qipao, auch als "Nationaltracht" der chinesischen Frauen bekannt, ist ein äußerst repräsentatives traditionelles chinesisches Kleidungsstück. Mit seinem charakteristischen Stehkragen, den Knöpfen aus Stoffschlaufen, dem seitlichen Schlitz und den fließenden Schnittlinien zeichnet es perfekt die elegante Figur und die zurückhaltende Ausstrahlung der asiatischen Frau nach. Der Qipao ist nicht nur Kleidung, sondern auch ein Stück chinesische Geschichte der Neuzeit...

Überblick

Der Qipao, auch als „Nationaltracht“ der chinesischen Frauen bezeichnet, ist ein äußerst repräsentatives traditionelles chinesisches Kleidungsstück. Mit seinem charakteristischen Stehkragen, den Knöpfen aus Stoffschleifen, dem seitlichen Schlitz und den geschmeidigen Schnittlinien zeichnet es perfekt die elegante Figur und die zurückhaltende Ausstrahlung der orientalischen Frau nach. Der Qipao ist nicht nur Kleidung, sondern auch ein Mikrokosmos der modernen chinesischen Geschichte, des sozialen Wandels und der ästhetischen Entwicklung und trägt eine reiche kulturelle Bedeutung und nationales Gedächtnis in sich. Von der Modeströmung der Republikzeit bis hin zum bedeutenden Festgewand der Gegenwart ist der Qipao stets ein kulturelles Symbol geblieben, das Tradition und Moderne, den Osten und die Welt verbindet.

Geschichte

Der Ursprung und die Entwicklung des Qipao sind ein komplexer und faszinierender Prozess. Das Zeichen „Qi“ (旗) im Namen verweist direkt auf seinen Ursprung in der Kleidung der mandschurischen („Banner“-) Bevölkerung während der Qing-Dynastie. Die Roben (Qizhuang), die von mandschurischen Frauen in der Qing-Zeit getragen wurden, waren durch Weite, Geradlinigkeit, einen einteiligen Schnitt und die Verhüllung der Körperkonturen gekennzeichnet und bilden die Urform des modernen Qipao.

In der frühen Republikzeit (1910er-1920er Jahre) begannen Han-chinesische Frauen, beeinflusst durch gesellschaftlichen Wandel und westliche Kultur, diese Roben zu adaptieren und zu modifizieren. Die ersten Änderungen waren eine Verkürzung der Länge und eine leichte Taillierung. In den 1920er-1930er Jahren erlebte der Qipao seine „goldene Ära“. In Metropolen wie Shanghai wurde der Stil des Qipao rasch verwestlicht, übernahm westliche dreidimensionale Schneidetechniken und wurde zunehmend körperbetont, um die natürlichen Kurven der Frau hervorzuheben. Saumlänge, Ärmellänge und Kragenhöhe änderten sich schnell mit den Modetrends und der Qipao wurde zur modischsten Alltagskleidung der städtischen Frauen.

Nach 1949 nahm das tägliche Tragen des Qipao auf dem chinesischen Festland allmählich ab, doch in Hongkong, Taiwan und anderen Regionen entwickelte es sich weiter. Seit der Reform- und Öffnungspolitik wird der Qipao als Symbol der chinesischen Kultur wieder stärker gewürdigt und erscheint häufig auf diplomatischen Veranstaltungen, Hochzeitsfeiern, Kulturvorführungen und internationalen Modepodien, wo er neues Leben entfaltet.

Hauptmerkmale

Der Reiz des Qipao liegt in den raffinierten Design-Details, die in seiner schlichten Form enthalten sind:

  • Stehkragen: Der aufrechte Stehkragen umschließt den Hals und unterstreicht eine würdevoll-zurückhaltende Ausstrahlung.
  • Knöpfe aus Stoffschleifen (Pankou): Auch „Blumenknöpfe“ genannt, werden sie handgefertigt, indem schmale Stoffstreifen zu verschiedenen Mustern (wie Gerade-Knöpfe, Pipa-Knöpfe, Chrysanthemen-Knöpfe etc.) geflochten werden. Sie dienen sowohl dem Schließen der Vorderfront als auch der Verzierung und sind das i-Tüpfelchen des Qipao.
  • Rechtsüberkreuzte Vorderfront (Youren Dajin): Die Vorderfront wird von rechts unter die linke Achsel gekreuzt, ein typisches Merkmal traditioneller chinesischer Kleidung.
  • Seitlicher Schlitz: Die Schlitze an den Seiten des Kleides dienten ursprünglich der Bewegungsfreiheit. Später wurde ihre Höhe zu einer subtilen Stil- und Sinnlichkeitsfrage; das gelegentliche Aufblitzen beim Gehen verleiht zusätzlichen Charme.
  • Taillierung und Kurven: Durch Abnäher (Darts) und spezielle Bügeltechniken wird der Stoff eng an den Körper angepasst und zeichnet fließend die S-Kurven von Busen, Taille und Hüfte nach.
  • Angeschnittene oder angesetzte Ärmel: Traditionelle Qipaos haben oft angeschnittene Ärmel (Oberteil und Ärmel aus einem Stück geschnitten), moderne modifizierte Qipaos verwenden häufig auch westliche, angesetzte Ärmel.
Kategorie Konkrete Inhalte Erläuterung
Historische Entwicklung Qing-Qizhuang -> Modifikation in früher Republikzeit -> Goldene Ära 1920er-30er -> Zeitgenössische Festtagskleidung Von weit und gerade geschnitten zu körperbetont mit Kurven, von Alltagskleidung zu zeremonieller Kleidung.
Hauptkategorien Peking-Stil Qipao, Shanghai-Stil Qipao, Hongkong/Taiwan Qipao, moderner modifizierter Qipao Peking-Stil: konservativ-traditionell; Shanghai-Stil: verwestlicht-modisch; Hongkong/Taiwan: fusioniert Ost und West; moderne Stile: vielfältig.
Stoffe Traditionell: Seide, Brokat, Gambiered Guangdong Silk (Xiangyunsha) etc.; Modern: Baumwolle, Leinen, Samt, Spitze etc. Der Stoff beeinflusst maßgeblich die Textur, den Fall und den Anlass des Qipao.
Handwerkliche Merkmale Handgefertigte Stoffknöpfe, Stickerei (Su-Stickerei, Yue-Stickerei etc.), Einfassungen (Xiang, Gun, Qian, Dang), dreidimensionaler Schnitt Exquisites traditionelles Handwerk ist der Kern des Wertes eines Qipao.
Häufige Muster Drache & Phönix, Pfingstrose, Pflaume/Orchidee/Bambus/Chrysantheme, Wolkenmuster, geometrische Muster etc. Muster symbolisieren oft Glück, Reichtum, Integrität und sind reich an kultureller Bedeutung.

Kulturelle Bedeutung

Die kulturelle Bedeutung des Qipao geht weit über die eines einfachen Kleidungsstücks hinaus. In der Republikzeit war er ein materielles Symbol für die geistige und körperliche Emanzipation der Frau; Frauen drückten mutig ihr Selbstbewusstsein aus, indem sie körperbetonte Qipaos trugen. Er war auch ein Zeichen der nationalen Identität; während der „Zhongshan-Anzug“ als nationale Tracht für Männer propagiert wurde, galt der Qipao als repräsentative Kleidung der modernen chinesischen Frau.

Auf der internationalen Bühne ist der Qipao zu einem anerkannten Symbol der chinesischen Kultur geworden. Von der Kleidung der Ehefrauen diplomatischer Vertreter bis hin zur ikonischen Darstellung von Maggie Cheung im Film „In the Mood for Love“ vermittelt der Qipao der Welt die für die orientalische Ästhetik typische Zurückhaltung, Eleganz und Mystik. In der Gegenwart ist der Qipao ein emotionales Bindeglied für die chinesische Welt. Bei wichtigen Anlässen wie Hochzeiten, Abschlussfeiern oder dem Frühlingsfest ist das Tragen eines Qipao sowohl ein Ausdruck des Respekts vor traditionellen Bräuchen als auch eine Suche nach den kulturellen Wurzeln.

Referenzen

  1. Chinesisches Nationalmuseum - Sonderausstellung „Qipao: Die Entwicklung eines weiblichen Kleidungsstücks“
    https://www.chnmuseum.cn/zs/202112/t20211217_256430.shtml
    (Dieser Link führt zur Ankündigung der relevanten Ausstellung des Nationalmuseums und bietet eine autoritative Darstellung des historischen Verlaufs.)

  2. Shanghaier Geschichtsmuseum - Zur Geschichte und Forschung des Shanghaier Qipao
    https://www.shsh.org.cn/
    (Über diese offizielle Website kann mit dem Suchbegriff „Qipao“ nach wertvollen Sammlungsobjekten und Forschungsmaterialien zu Ursprung und Entwicklung des Shanghai-Stil Qipao gesucht werden.)

  3. Donghua Universität (ehemals Chinesische Textiluniversität) - Fakultät für Bekleidung und Kunstdesign - Relevante akademische Arbeiten und Forschung
    https://fzys.dhu.edu.cn/
    (Als bedeutendes Zentrum der chinesischen Modedesignforschung bietet ihre akademische Plattform zahlreiche Fachaufsätze zur Struktur, Handwerkskunst und historischen Entwicklung des Qipao. Diese können über akademische Suchmaschinen wie CNKI mit den Suchbegriffen „Donghua Universität Qipao“ gefunden werden.)

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