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Schnupftabakfläschchen

鼻烟壶
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Synopsis

Übersicht

Die Schnupftabakdose ist ein winziger Behälter für Schnupftabak und eine einzigartige Blüte in der Geschichte des chinesischen Kunsthandwerks. Obwohl sie ihren Ursprung im aus dem Westen eingeführten Schnupftabak hat, verliehen ihr chinesische Handwerker während der Ming- und Qing-Dynastie ein einzigartiges künstlerisches Leben und entwickelten sie zu einem Objekt, das Malerei, Kalligrafie, Schnitzerei, Einlegearbeit, Brenntechnik und viele andere Handwerkskünste in sich vereint...

Übersicht

Die Schnupftabakdose ist ein winziger Behälter für Schnupftabak und eine einzigartige Blüte in der Geschichte des chinesischen Kunsthandwerks. Obwohl sie ihren Ursprung im aus dem Westen eingeführten Schnupftabak hat, wurde sie von chinesischen Handwerkern während der Ming- und Qing-Dynastie mit einem einzigartigen künstlerischen Leben erfüllt und entwickelte sich zu einem umfassenden Kunstwerk, das Malerei, Kalligrafie, Schnitzerei, Einlegearbeit, Brenntechnik und viele andere Handwerkskünste in sich vereint. Die Vielfalt ihrer Materialien, die Meisterschaft ihrer Verarbeitung und die Feinheit ihrer Verzierungen sind bemerkenswert und werden oft als "Universum in der Handfläche, kostbares Spielzeug im Ärmel" beschrieben. Sie diente nicht nur einem praktischen Zweck, sondern trägt auch eine tiefe kulturelle Bedeutung und ästhetischen Wert in sich. Sie ist ein lebendiges Zeugnis des kulturellen Austauschs und der Fusion zwischen China und dem Ausland.

Geschichte

Die Geschichte der Schnupftabakdose ist eng mit der Einführung von Schnupftabak verbunden. Schnupftabak wurde etwa während der Wanli-Ära der Ming-Dynastie (Ende des 16. bis Anfang des 17. Jahrhunderts) von europäischen Missionaren und Händlern über Häfen wie Guangdong und Fujian nach China gebracht. Anfangs waren die Behälter für Schnupftabak meist westliche Metallboxen oder Glasflaschen. In der Qing-Dynastie, insbesondere während der Regierungszeiten der Kaiser Kangxi, Yongzheng und Qianlong, wurde das Schnupfen von Tabak sowohl am kaiserlichen Hof und unter dem Adel als auch unter Gelehrten und Kaufleuten äußerst populär. Um dem lokalen ästhetischen Empfinden und den Gebrauchsgewohnheiten gerecht zu werden, begannen chinesische Handwerker, einheimische Materialien und Techniken zur Herstellung von Schnupftabakdosen zu verwenden.

Die Qing-Dynastie war die Blütezeit der Schnupftabakdosenkunst. Die Kaiserliche Werkstatt (Zaobanchu) des Inneren Hofamtes versammelte die talentiertesten Handwerker des Landes, die speziell für den kaiserlichen Hof Schnupftabakdosen anfertigten und so die handwerkliche Perfektion vorantrieben. Von frühen Glas- („Liao“), Porzellan- und Kupferemaillearbeiten (Cloisonné) bis hin zu später weit verbreiteten Materialien wie Jade, Kristall, Achat, Bernstein, Elfenbein, Bambus, Holz, Lackwaren und sogar wertvollen Materialien wie Gold, Silber und Nashorn – fast kein Material wurde nicht für Schnupftabakdosen verwendet. Das Aufkommen der innen bemalten Schnupftabakdosen in der mittleren und späten Qing-Dynastie brachte diese Kunst auf einen neuen Höhepunkt. Ende der Qing- und Anfang der Republikzeit wurde Schnupftabak allmählich durch Zigaretten ersetzt, und der praktische Nutzen der Dosen nahm ab. Ihr Wert als Kunstobjekt und Sammlerstück trat jedoch immer mehr hervor, und sie sind bis heute eine begehrte Kategorie unter Sammlern in aller Welt.

Hauptmerkmale

Die Hauptmerkmale von Schnupftabakdosen zeigen sich in der Vielfalt und Miniaturisierung ihrer Materialien, Handwerkstechniken und Formen.

Kategorie Hauptmaterial/Technik Merkmale und Beispiele
Materialklassifizierung Glas („Liao“) Am Kaiserhof als „Liao“ bezeichnet. Konnte als einfarbiges Glas, mehrschichtiges Glas (verschiedene Farben), „gewelltes“ Glas (imitierte Achat- oder Bernsteinmuster) oder Glas mit Goldstaubeffekt hergestellt werden. Mehrschichtiges Glasschneiden ist eine besondere Technik.
Porzellan Meist in den kaiserlichen Brennöfen von Jingdezhen gefertigt. Gleichmäßige Formen, reiche Glasurfarben. Verzierungen umfassen alle Porzellantechniken wie Unterglasurblau, Famille rose, Doucai (Kontrastfarben) und Kupferrot unter Glasur.
Jade und Steine Einschließlich Nephrit-Jade, Jadeit, Achat, Kristall, Turmalin usw. Das Wesentliche ist die „Qiaose“-Schnitzerei, die geschickt die natürliche Haut und Farbe des Materials nutzt.
Metallemaille Hauptsächlich Kupferemaille (Cloisonné), später auch Gold- und Silberemaille. Lebhafte Farben, feine Muster, oft im kaiserlichen Stil.
Innen bemalte Dosen Die Innenwände von transparenten oder halbtransparenten Dosen (z.B. aus Glas oder Kristall) werden mit dem Pinsel spiegelverkehrt bemalt. Entstanden in der späten Qing-Zeit. Vier Hauptschulen (Peking, Hebei, Shandong, Guangdong) mit jeweils eigenen Merkmalen.
Organische Materialien Wie Nashorn, Elfenbein, Koralle, Bernstein, Bambus, Holz, Kalebasse usw. Zeigen die natürliche Schönheit des Materials und die Schnitzkunst.
Handwerkliche Merkmale Kombinierte Techniken Eine einzelne Schnupftabakdose vereint oft Schnitzerei, Malerei, Kalligrafie, Einlegearbeit, Jadebearbeitung, Porzellanbrennen und andere Techniken.
Miniaturkunst Auf kleinstem Raum wird ein breites Themenspektrum dargestellt: Landschaften und Figuren, Blumen, Vögel, Fische und Insekten, Gedichte und historische Anspielungen, Glückssymbole. Erfordert höchste handwerkliche Fertigkeit.
Praktisch und zum Spielen Ursprünglich zur Aufbewahrung von Schnupftabak, um Feuchtigkeit fernzuhalten und den Geschmack zu bewahren. Später wurden sie zu gesellschaftlichen Spielzeugen und eleganten Objekten, die den Status und Geschmack zeigten. Die Form musste sich gut in der Hand anfühlen.

Kulturelle Bedeutung

Obwohl klein, spiegelt die Schnupftabakdose ein großes kulturelles Bild wider. Erstens ist sie ein Produkt des kulturellen Austauschs zwischen China und dem Westen. Ihre Wurzeln liegen im Tabak aus Amerika, der in Europa zu Schnupftabak verarbeitet und nach China gebracht wurde. China verwandelte ihn dann mit seiner starken kunsthandwerklichen Tradition vollständig in eine lokale, künstlerische Form, die ihrerseits die westliche Sammlerwelt beeinflusste.

Zweitens ist sie ein Abbild des gesellschaftlichen Lebens in der Qing-Dynastie. Die Nutzung von Schnupftabakdosen durchquerte alle Klassen: von wichtigen Geschenken des Kaisers an seine Minister, über kunstvolle Objekte auf den Schreibtischen von Gelehrten zur Betrachtung und Bewertung, bis hin zu Alltagsgegenständen von Händlern. Unterschiedliche Materialien und Verarbeitungen entsprachen unterschiedlichen sozialen Stellungen und ästhetischen Vorlieben.

Darüber hinaus ist die Schnupftabakdose eine miniaturisierte Enzyklopädie der chinesischen Handwerkstechniken. Fast alle traditionellen chinesischen Handwerkskünste finden sich in ihr wieder und wurden weiterentwickelt. Besonders die Herausforderung, auf winzigem Raum die handwerklichen Grenzen auszuloten, verkörpert den Geist der Handwerker, die „die Prinzipien der Dinge erforschen, um Wissen zu erlangen“ (Gewu zhizhi).

Schließlich führte die Entstehung der innen bemalten Schnupftabakdose die traditionelle chinesische Malerei und Kalligrafie in diesen winzigen Raum ein und schuf eine einzigartige Kunstgattung. Sie ist ein herausragendes Beispiel für die Verbindung von chinesischer Malerei/Kalligrafie und Kunsthandwerk. Heute erzählen Schnupftabakdosen als wertvolle Kulturgüter und Kunstwerke weiterhin von dieser Geschichte der Fusion und Innovation. Ihr künstlerischer Wert und ihre kulturelle Bedeutung bleiben unvermindert lebendig.

Referenzen

  1. Palastmuseum Peking - Ausgewählte Einführung zur Sammlung von Schnupftabakdosen
    https://www.dpm.org.cn/collection/bottle/
    (Dieser Link führt zur offiziellen Sammlungsseite des Palastmuseums mit vielen hochauflösenden Bildern und grundlegenden Informationen)

  2. Chinesisches Nationalmuseum - Akademische Materialien zur Ausstellung "Kleine Objekte, große Kunst: Kostbare Schnupftabakdosen der Ming- und Qing-Dynastie"
    http://www.chnmuseum.cn/zp/zpml/201809/t20180928_23.html
    (Dieser Link führt zur Beschreibung einer früheren Ausstellung des Nationalmuseums mit einer autoritativen Übersicht zur Geschichte und Kunst der Schnupftabakdosen)

  3. Zhang Rong, Zhao Lihong. Palastmuseum Klassiker: Illustrierter Katalog der Schnupftabakdosen des Palastmuseums. Verlag des Palastmuseums.
    (Dies ist eine autoritative Publikation. Weitere Informationen können über die Literaturrecherche der Nationalbibliothek eingesehen werden)
    https://opac.nlc.cn/F/7NX35X8NMMPJSTIAYI91T2C8E5QKLH7GX81QH6A9SSTCJQK7C8-01507?func=find-b&find_code=WRD&request=%E9%BC%BB%E7%83%9F%E5%A3%B6&local_base=NLC01&filter_code_1=WLN&filter_request_1=&filter_code_2=WYR&filter_request_2=&filter_code_3=WYR&filter_request_3=&filter_code_4=WFM&filter_request_4=&filter_code_5=WSL&filter_request_5=
    (Dieser Link wurde über den Katalog der Nationalbibliothek gefunden und bestätigt die Existenz dieses Fachbuchs sowie grundlegende Informationen)

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