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Suzhou-Seide

苏州丝绸
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Synopsis

Suzhou-Seide hat eine Geschichte von über 4000 Jahren und ist ein zentraler Vertreter der chinesischen Seidenkultur. Von den Brokaten des Königreichs Wu in der Frühlings- und Herbstperiode bis zu den kaiserlichen Seidenmanufakturen der Ming- und Qing-Dynastien in der Region Jiangnan war Suzhou stets ein bedeutendes Zentrum der chinesischen Seidenproduktion. Techniken wie Song-Brokat und Kesigewebe aus Suzhou sind in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden und gelten als Höhepunkt der chinesischen Seidenweberei.

Überblick

Suzhou-Seide ist das Kernstück der chinesischen Seidenkultur und blickt auf eine über 4000-jährige glorreiche Geschichte zurück. Suzhou liegt im wasserreichen Jiangnan-Gebiet, wo das Klima mild und die Seidenraupenzucht hoch entwickelt ist. Seit jeher trägt die Stadt den Beinamen „Hauptstadt der Seide“. Von den Seidengeweben des Königreichs Wu in der Frühlings- und Herbstperiode bis hin zur Jiangnan-Webereibehörde, die während der Ming- und Qing-Dynastie den kaiserlichen Hof mit Seide versorgte, war Suzhou stets eine der wichtigsten Produktionsstätten für Seide in China. Dank ihrer exquisiten Webkunst, prächtigen Muster und erstklassigen Qualität nimmt die Suzhou-Seide einen unersetzlichen Platz in der chinesischen und sogar der weltweiten Seidenkulturgeschichte ein.

Seide ist einer der bedeutendsten Beiträge Chinas zur Weltzivilisation. Vom Handel auf der Seidenstraße bis hin zur modernen Modeindustrie war und ist Seide die glänzendste Visitenkarte der chinesischen Kultur. Und die Suzhou-Seide ist der kunstvollste Pinselstrich auf dieser Visitenkarte.

Historische Entwicklung

Die Geschichte der Suzhou-Seide lässt sich bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen. In der archäologischen Stätte Caoxieshan in der Nähe von Suzhou wurden Textilfragmente ausgegraben, die etwa 6000 Jahre alt sind. Bereits in der Frühlings- und Herbstperiode waren die Seidengewebe des Königreichs Wu berühmt. In der Tang-Dynastie stiegen Produktion und Qualität der Suzhou-Seide erheblich. Der Dichter Bai Juyi beschrieb in einem Gedicht die prächtige Seide Suzhous mit den Worten: „Die reichen Mädchen im roten Turm, besticken ihre Seidenkleider mit goldenen Fäden.“

Die Song-Dynastie war eine wichtige Entwicklungsphase für die Suzhou-Seide. Song-Brokat, benannt nach seinem Ursprung in Suzhou und seiner Blütezeit in der Song-Dynastie, zählt zusammen mit Shu-Brokat und Yun-Brokat zu den drei berühmtesten Brokaten Chinas. Song-Brokat ist für seine komplexe Webtechnik mit Kett- und Schussfäden sowie seine eleganten, schlichten Farbkombinationen bekannt und wird als die Krone der Brokate bezeichnet. Im Jahr 2006 wurde die Webkunst des Song-Brokats in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Während der Ming- und Qing-Dynastien erreichte die Seidenproduktion in Suzhou ihren Höhepunkt. Die Qing-Regierung richtete in Suzhou die Jiangnan-Webereibehörde ein, die speziell Seidenstoffe für den kaiserlichen Hof produzierte. Cao Yin, der Großvater von Cao Xueqin, bekleidete einst das Amt des Suzhou-Webereibeamten. Die Suzhou-Seide dieser Zeit zeichnete sich durch eine große Vielfalt und meisterhafte Handwerkskunst aus und repräsentierte das höchste Niveau der weltweiten Seidenweberei.

Kernfertigkeiten

Fertigkeit Merkmale Status
Song-Brokat Verwebung von Kett- und Schussfäden, elegante und schlichte Muster Einer der drei berühmten Brokate Chinas
Keshi (Schrittbrokat) Durchgehende Kettfäden, unterbrochene Schussfäden, wie geschnitzt oder graviert „Heiliger der Weberei“, UNESCO-Immaterielles Kulturerbe
Suzhou-Stickerei (Su Xiu) Glatt, gleichmäßig, fein und dicht, glänzend und geschmeidig Führende der vier berühmten Stickereien Chinas
Brokatdamast Farbenprächtig, feste Textur Hochwertiger Stoff für Qipao (Cheongsam)
Taffet Leicht, glatt, glänzend wie Wasser Hochwertiger Bekleidungsstoff

Keshi ist die einzigartigste Technik der Suzhou-Seide. Beim Keshi werden die Kettfäden durchgängig gespannt, während die Schussfäden nur dort eingewebt werden, wo das Muster erscheinen soll. Dadurch entsteht zwischen Muster und Grund ein durchbrochener, wie graviert wirkender Effekt. Diese Technik ist äußerst zeitaufwändig; ein Keshi-Werk kann oft Monate oder sogar Jahre in Anspruch nehmen. Keshi wird als „Heiliger der Weberei“ verehrt und wurde 2009 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Moderne Weitergabe

In Suzhou ist bis heute eine vollständige Seidenindustrie-Kette erhalten geblieben. Von der Seidenraupenzucht über das Spinnen der Seidenfäden bis hin zum Weben und Färben wird in jedem Schritt das alte Handwerk von spezialisierten Kunsthandwerkern weitergegeben. Das Suzhou Seidenmuseum ist das größte thematische Seidenmuseum Chinas und zeigt umfassend den gesamten Prozess von der Raupe bis zum Kleidungsstück. Besucher können im Museum auch Live-Vorführungen traditioneller Techniken wie Keshi und Stickerei beobachten.

Auch in der modernen Modewelt entfaltet die Suzhou-Seide neue Vitalität. Viele chinesische Designer integrieren Suzhou-Seiden-Elemente in moderne Kleidungsdesigns und glänzen damit auf internationalen Modewochen. Seidenprodukte wie Seidenschals, Tücher und Pyjamas gehören zudem zu den beliebtesten chinesischen Souvenirs.

Referenzen

  1. Baidu Baike: https://baike.baidu.com/item/苏州丝绸
  2. Suzhou Seidenmuseum: https://www.szsilmuseum.com
  3. Wikipedia: https://zh.wikipedia.org/zh-cn/中国丝绸

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