🎬

Chinesische Jiaozi

中国饺子
Year
2020
Views
41

Synopsis

Jiaozi ist das repräsentativste traditionelle Mehlgericht Chinas und blickt auf eine Geschichte von über 1.800 Jahren zurück. Vom von Zhang Zhongjing, dem Heiligen der Medizin der Östlichen Han-Dynastie, erfundenen wärmenden Heilnahrungsmittel "Jiao'er" bis hin zum unverzichtbaren Festtagsgericht für Familienfeiern im Norden trägt Jiaozi die tiefe kulturelle Bedeutung der chinesischen Esskultur in sich.

Überblick

Jiaozi, auch bekannt als chinesische Maultaschen, sind eines der repräsentativsten traditionellen Nudelgerichte Nordchinas mit einer Geschichte von über 1800 Jahren. Sie erhielten ihren Namen aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit alten Gold- und Silberbarren (Yuanbao) und symbolisieren damit Wohlstand, Reichtum und familiären Zusammenhalt. In der chinesischen Esskultur geht die Bedeutung von Jiaozi weit über die eines einfachen Gerichts hinaus – sie sind ein Muss an Feiertagen, ein Bindeglied der Familie und ein kulturelles Symbol.

Die Geschichte der Jiaozi lässt sich bis in die Östliche Han-Dynastie zurückverfolgen. Der Legende nach erfand der berühmte Arzt Zhang Zhongjing während eines kalten Winters die "Quhan Jiao'er Tang" (Abwehrende-Kälte-Ohren-Suppe), um Erfrierungen an den Ohren der Bevölkerung zu behandeln. Er wickelte Hammelfleisch und wärmende Heilkräuter in Teigtaschen, formte sie wie Ohren und verteilte sie an die Patienten. Nach dem Verzehr fühlten sich die Menschen durchgewärmt und ihre erfrorenen Ohren heilten. Um Zhang Zhongjing zu gedenken, begannen die Menschen später, Jiaozi zur Wintersonnenwende und zum Frühlingsfest zu essen – ein Brauch, der bis heute andauert.

Historische Entwicklung

Im Laufe ihrer langen Geschichte durchliefen Jiaozi mehrere Namens- und Formveränderungen:

Periode Name Merkmale
Östliche Han Jiao'er (Ohren) Medizinischer Zweck, ohrförmig, von Zhang Zhongjing erfunden
Drei Reiche Yueya Huntun (Mondsichel-Huntun) Begann als Nahrungsmittel aufzutreten
Nördliche und Südliche Dynastien Huntun Jiaozi-ähnliche Speisen wurden im Volk populär
Tang-Dynastie Laowan, Fenjiao Verfeinerte Handwerkskunst; in Turpan, Xinjiang ausgegrabene Jiaozi aus der Tang-Zeit sind modernen fast identisch
Song-Dynastie Jiaozi, Jiao'er Etymologische Wurzeln des Begriffs "Jiaozi", formähnlich zu Yuanbao, symbolisieren Reichtum
Yuan-Dynastie Bian Shi In Shanxi und anderen Regionen werden Jiaozi noch heute Bian Shi genannt
Ming-Dynastie Jiaozi Name standardisiert, Sortenvielfalt nahm zu
Qing-Dynastie Jiaozi Vollständig ausgereift und weit verbreitet

Bei archäologischen Ausgrabungen in Turpan, Xinjiang, wurden Jiaozi aus der Tang-Dynastie entdeckt, deren Form fast völlig mit der moderner Jiaozi übereinstimmt. Dies beweist, dass die Handwerkskunst der Jiaozi-Herstellung bereits vor über tausend Jahren sehr ausgereift war.

Jiaozi und Feste

In Nordchina sind Jiaozi beinahe ein Muss bei allen wichtigen Festen:

Fest Brauch Symbolik
Silvester / Frühlingsfest Gemeinsames Jiaozi-Machen und Essen um Mitternacht "Gengsui Jiaozi": Wechsel der Jahre, Abschied vom Alten, Begrüßung des Neuen
Wintersonnenwende Jiaozi essen Gedenken an Zhang Zhongjing; Sprichwort: "Wer keine Jiaozi isst, dem frieren die Ohren ab und niemand kümmert sich darum."
5. Tag des 1. Mondmonats (Po Wu) Ränder der Jiaozi fest zusammendrücken "Kleine-Menschen-Münder zudrücken", um böse Geister abzuwehren und Unglück zu vertreiben
Beginn der Hundstage (Fu) Jiaozi essen "Erste Fu-Tage Jiaozi, zweite Fu-Tage Nudeln"
Herbstbeginn (Liqiu) Jiaozi essen, um Fett anzusetzen ("Tie Qiu Biao") Nährstoffe ergänzen, den Herbst begrüßen

Die Jiaozi in der Silvesternacht sind am ritualisiertesten. Die ganze Familie sitzt zusammen, knetet den Teig, rollt die Teigblätter aus, bereitet die Füllung zu und formt die Jiaozi – Alt und Jung packen mit an. Dieser gemeinschaftliche Prozess des Jiaozi-Machens ist selbst ein Symbol für die Wiedervereinigung der chinesischen Familie. Die Füllungen sind vielfältig; üblich sind Schweinefleisch mit Chinakohl, Lauch mit Ei oder Hammelfleisch mit Rettich, wobei jede Region ihre eigenen einzigartigen Rezepte hat.

Jiaozi-Kultur

Die kulturelle Bedeutung von Jiaozi geht weit über das Essen selbst hinaus:

Symbol der Wiedervereinigung: Das gemeinsame Jiaozi-Machen ist eine der häufigsten Familienaktivitäten in China. An Feiertagen versammelt sich die ganze Familie in der Küche, um gemeinsam Jiaozi zu machen – diese herzliche Szene ist eine prägende Erinnerung der Chinesen an Zuhause.

Glücksverheißung: Die an Goldbarren erinnernde Form der Jiaozi symbolisiert das Herbeiwünschen von Reichtum und Schätzen. Manche Familien verstecken eine Münze in einem Jiaozi; wer sie findet, dem verheißt das Glück im kommenden Jahr.

Geist der Toleranz: Die Füllung der Jiaozi kann alles Mögliche enthalten – Fleisch, Gemüse, Meeresfrüchte, Pilze. Diese Vielseitigkeit ist ein charakteristisches Merkmal der chinesischen Kultur.

Essenz der Nudelkultur: Jiaozi repräsentieren die höchste Stufe der chinesischen Nudelkultur. Die Konsistenz des Teigs, die Dicke der Teigblätter, die Würze der Füllung, die Muster beim Formen – jeder Schritt birgt handwerkliches Können und Erfahrung, die über Generationen weitergegeben wurden.

Regionale Unterschiede

In verschiedenen Regionen Chinas gibt es unterschiedliche Zubereitungsarten und Verzehrweisen für Jiaozi:

Region Besonderheit Repräsentative Sorten
Nordostchina (Dongbei) Groß, mit reichlich Füllung Jiaozi mit Sauerkraut und Schweinefleisch
Shandong Dünner Teig, viel Füllung Jiaozi mit Makrelenfleisch
Shanxi Werden "Bian Shi" genannt "Bian Shi" mit Hammelfleisch und Rettich
Sichuan Mit Chili-Öl (Hongyou) "Hongyou Shuijiao" (Jiaozi in Chili-Öl)
Guangdong (Kanton) Klein und fein "Xiajiao" (Garnelen-Jiaozi), gedämpfte Jiaozi (als Dim Sum)
Jiangsu Leicht süßlicher Geschmack "Xiaolongbao" mit Krabbenfleisch (ähnlich)

Referenzen

  1. Baidu Baike: https://baike.baidu.com/item/%E9%A5%BA%E5%AD%90/28977
  2. China News Service: https://www.chinanews.com.cn/hwjy/2010/11-26/2684267.shtml
  3. Wikipedia: https://zh.wikipedia.org/zh-cn/%E9%A5%BA%E5%AD%90

Available in other languages

Comments (0)